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1.260 von 1.421 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur der Titel ginge besser...
"Jenseits des Protokolls?" Das hätten der Verlag und die Autorin auch schmissiger lösen können, zum Beispiel mit diesen Vorschlägen:
1. Armutsfalle Ehrensold - Eine Betroffene klagt an
2. BettiNetto nur Dreitausend - Wenn das Geld nicht für den Monat reicht
3. Google, Diekmann, Ehemann - Die Seuchen der Moderne
4. Der bewusste...
Vor 19 Monaten von Cacavas veröffentlicht

versus
2.780 von 2.898 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selbstmitleid pur - langweilig, egoistisch und überflüssig!
Eines muss ich vorneweg sagen: Ich habe das Buch geschenkt bekommen, ansonsten täte es mir leid um's Geld. Die Schreibe ist durchaus flüssig zu lesen, auch wenn die Sprache streckenweise sehr jugendlich rüberkommt. Einband und Druckqualität sind für den Preis in Ordnung und das Frontbild ist ein netter Spagat zwischen seriös, hübsch und...
Vor 19 Monaten von dr.roach veröffentlicht


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2.780 von 2.898 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selbstmitleid pur - langweilig, egoistisch und überflüssig!, 13. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Eines muss ich vorneweg sagen: Ich habe das Buch geschenkt bekommen, ansonsten täte es mir leid um's Geld. Die Schreibe ist durchaus flüssig zu lesen, auch wenn die Sprache streckenweise sehr jugendlich rüberkommt. Einband und Druckqualität sind für den Preis in Ordnung und das Frontbild ist ein netter Spagat zwischen seriös, hübsch und rebellisch - das Tattoo blitzt neckisch unterm kleinen Schwarzen hervor...

Was an dem Buch aber durchweg ärgerlich auffällt, ist der Inhalt: Seite für Seite wird einem das belanglose und selbstverliebte Gejammer einer verwöhnten Göre präsentiert. Das knappe Geld reicht nicht zum Leben, der Ehemann hat wenig Zeit und ist nie da, die Doppelbelastung zwischen Beruf (als First Lady) und Kindern ist enorm, und, und, und. Ständig habe ich mich bei der Lektüre gefragt: Ja und? Millionen Frauen geht es in Deutschland und der großen weiten Welt mal mindestens genauso schlecht, eher schlechter. Jammern die auch alle? Wie verschoben müssen die Maßstäbe einer Bettina Wulff sein, bei dieser Jammertirade! Wie egozentrisch und blind kann man eigentlich sein für die Realität, bei diesem anmassenden Habt-Mitleid-mit-mir-Geschreibsel. Interessanterweise und bezeichnenderweise fällt kaum ein Wort zu den Verfehlungen ihres Mannes, aber das macht sich vielleicht auch nicht so gut in der selbstgebastelten Welt, in der ich das arme, verfolgte Mädchen bin, zu dem jetzt alle endlich wieder ganz lieb sein sollen.

Ein wirklich ärgerliches Buch, das einen als "Otto-Normalverbraucher" fast wütend zurücklässt, angesichts dieser unglaublichen Ignoranz (oder ist das alles berechnete Wahrheitsverdreherei?). Trotzdem bin ich froh, dass ich das Machwerk gelesen habe, man kann sich hinterher seine eigene Meinung bilden. Mit hat es jedenfalls gezeigt, dass Bettina Wulff definitiv die falsche Frau für den Posten der First Lady war. Zum Glück ist sie es nicht mehr und zum Glück war das Buch geschenkt... und wird jetzt ebenfalls wieder abgestoßen :-)

Nachtrag vom 7.1.13
Und soeben meldet die BILD-Zeitung, dass sich die Wulffs getrennt haben. Interessant, dass es wieder einmal die BILD ist, die sozusagen das Ende der Familie Wulff verkündet. BILD hat den Anfang vom Ende eingeläutet und jetzt das Ende offiziell kundgetan. Ich finde, dies sagt auch etwas über die Machtverhältnisse im Lande aus...
Wer jetzt meint, dass die Zwei ein Opfer der medialen Hetzjagd wurden, der macht es sich aber -glaube ich- zu leicht. In Frau Wulffs Buch wird die Trennung an mehreren Stellen schon vorweg genommen. Die Aufzählung der früheren Liebhaber, die ursprüngliche Beschreibung ihre Mannes als "uninteressant", die mehrfache bewusste Distanzierung, etc., das alles macht den Eindruck eines Endes vor dem Ende. Vielleicht haben auch nur zwei Menschen voneinander profitiert; jetzt, wo sie es nicht mehr tun, kann man die Beziehung dann halt beenden. Ich finde, auch das passt letztlich zum Image der Wulffs. Schade nur für die Kinder, die tun mir richtig leid!
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1.457 von 1.521 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Überflüssig, 14. September 2012
Von 
Nana "Nana" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Ein überflüssiges Buch, das ich Gottseidank nur geliehen hatte. Frau Wulff ergeht sich im Selbstmitleid angesichts ihrer schrecklichen Erfahrungen als ehemalige First Lady der Republik. Sie ist offenbar grenzenlos naiv gewesen, oder sie und ihr Mann haben sich vor Eintritt in dieses höchste Staatsamt keinerlei Gedanken darüber gemacht, was das für das persönliche Leben bedeutet. An "eine 40-Stunden-Woche" sei nicht zu denken gewesen, da ja auch noch Abendtermine hinzukamen und sie so sehr eingespannt war als Gattin des Bundespräsidenten. Also, da kommen einem ja die Tränen. Das Amt des Bundespräsidenten und das Amt der First Lady sind nicht in 40 Stunden pro Woche zu schaffen? Ja, wer hat das denn ernsthaft geglaubt? Und das Herumstehen auf den abendlichen Galaveranstaltungen dieser Welt ist tatsächlich wie Arbeitszeit zu werten? Ja, und wer glaubt das denn?

Bei der Rücktrittsrede habe sie sich abseits gestellt, damit sie als "eigenständige Person" wahrgenommen werde. Na, Donnerwetter, das ist ja mal ein denkbar günstiger Zeitpunkt, um seinem Mann die Unterstützung zu entziehen. Ihm zerbricht gerade der Lebenstraum, sie muss sich aber genau jetzt (!!) als "eigenständige Person" darstellen. Naiver, egoistischer, ja geradezu trotzig-kindischer kann man sich meines Erachtens überhaupt nicht verhalten. Klar ist doch: solange es lief mit dem Präsidentenamt konnte sie bei offiziellen Anlässen wohl schon neben ihrem Mann stehen bleiben, auch wenn sie natürlich massiv darunter litt, dass sie nicht als "eigenständige" Person wahrgenommen wurde. Nur als das Präsidentenschiff sank und er seine Rücktrittsrede hielt, da musste sie wohl ganz flott von Bord gehen.

Jede Seite trieft vor Naivität, Selbstmitleid und offenbart einen unglaublichen Egoismus. Eine unfassbare Nabelschau, die unterstützt wird von zeitgleich erscheinenden "Exklusiv"-Interviews in gleich drei oder verschiedenen Zeitschriften (wie sich das mit "Exklusiv" vereinbaren lässt, ist mir schleierhaft)und einem medialen Dauerbombardement.

Anstatt Frau Wulff neben all den Geldern, die der Steuerzahler ihrem Mann zukommen lässt, auch noch den Kaufpreis in den Rachen zu werfen, sollte man das Geld lieber für wohltätige Zwecke spenden.

Klare Nicht-Kaufen-Empfehlung.
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1.900 von 1.993 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein dreistündiges Klagelied, 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Im Gegensatz zu den vielen anderen Rezensionen hier, die das Buch bewerten, ohne es gelesen zu haben, habe ich es mir heute früh interessehalber gekauft. Der erste Eindruck ist mal der, daß das Buch sehr kurz ist - knapp drei Stunden Zugfahrt, und man ist schon durch. Bettina Wulff (bzw. Frau Maibaum, denn aus ihrer eigenen Feder stammt es natürlich nicht) hat ein flüssig lesbares dünnes Buch verfaßt.
Sehr viel besser als die anderen Stimmen fällt mein Urteil dennoch auch nicht aus. Daß die Zeit für die Wulffs unabhängig von der Schuldfrage eine schlimme gewesen sein muß, gesteht man ihr durchaus zu, mit zunehmender Seitenzahl ist man aber immer genervter von dem Klagelied. Nicht zuletzt wird einem nach hinten raus die Intention des Buches nicht sonderlich klar. Wenn es so belastend war, in der Schußlinie zu stehen, warum stellt man sich dann mit einem Buch freiwillig wieder zurück in die gleiche Schußlinie und macht mit den zeitgleich angestrengten Klagen noch eine zusätzliche Schußlinie auf? Schließlich war Frau Wulff eigentlich schon längst in die mediale Vergessenheit geraten. Das alles führt dazu, daß sich das Mitleid, das man für sie angesichts ihrer Erfahrungen durchaus empfinden könnte, eher in Kopfschütteln und Zorn über die berechnende Ausnutzung ihrer Situation verwandelt.
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576 von 607 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man vielleicht darüber lachen, 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Nachdem gerade ein paar Millimeter Gras über die "Affäre Wulff“ gewachsen war (die ja noch immer nicht abgeschlossen ist), eröffnet nun Frau Wulff mit ohrenbetäubendem Kanonendonner ein neues Schlachtfeld und präsentiert werbewirksam, mit Klagen gegen den Suchmaschinenriesen Google und Günther Jauch, ihr autobiographisches Buch. Cleverer Werbefeldzug – möchte man meinen. Ich befürchte allerdings, dass der Schuss nach hinten losgeht. Insofern tut mir Frau Wulff sogar ein kleines bisschen leid, denn womit sicher weder Verlag noch Autorin und Ghostwriterin gerechnet haben, ist der gequälte Aufschrei der einstigen Untertanen, die doch jetzt bitteschön bei den 100.000 Exemplaren zum Schnäppchenpreis kräftig zugreifen sollen.
Mich wundert ja immer wieder, wie weit sich unsere Polit-Prominenz schon vom eigenen Volk abgesetzt hat. Sollte Frau Wulff tatsächlich die Anti-Wulff-Stimmung im Lande entgangen sein? Hat sie tatsächlich erwartet, dass man ihr dieses triviale "Werk“ buchstäblich aus den Händen reißt?

Kollektives Fremdschämen ist angesagt, denn die Leseprobe (nur die kann und will ich bewerten) offenbart solche Sätze wie:

"Ich habe bei Männern kein festes Beuteschema.“

"Ich bin nicht die Frau, die Öffentlichkeit sucht.“

"Ich möchte, dass die Menschen mich so sehen, wie ich bin: als eine ziemlich normale Frau und Mutter, die ihr Leben
so leben möchte, wie sie es will, und nicht, wie andere es von ihr erwarten. Und die sich verantwortungsvoll für andere, vor allem eben auch für die eigenen Kinder, und für Themen einsetzt, die ihr wichtig sind. So einfach ist das eigentlich …“

Nein – so einfach ist das ganz und gar nicht. Als Ehefrau eines, wenn auch inzwischen Ex, Bundespräsidenten oder auch Ex-Ministerpräsidenten, ist man keine ziemlich normale Frau mehr und wird es wahrscheinlich auch nicht mehr sein. Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sich verantwortungsvoll, sogar unentgeltlich, für andere einsetzen. Für die eigenen Kinder tut es wohl – davon gehe ich ganz stark aus - auch die überwiegende Mehrheit.

Leider sind die Leidtragenden hier die Kinder. Apropos Kinder...
Gleich beim allerersten Satz möchte man schon in hilfloser Verzweiflung in sein Taschentuch schluchzen. Ich zitiere: "Mama, habt ihr gelogen?“ und sofort befindet man sich in mitleidheischendem Gejammer.

Mein Fazit:
1.) Ich empfehle die 18-seitige Leseprobe – danach weiß man, wohin der Hase hoppelt.
2.) Der triviale Beginn macht keinen Appetit auf weitere 200 Seiten, wirklich nicht.
3.) Ein Buch, das der Gattin eines Ex-Bundespräsidenten nicht würdig ist und das den Kauf nicht lohnt.
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3.465 von 3.660 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mir geht's wirklich schlechter als Euch..., 11. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Rumms...da haben wir's!
Durch die zufällige Zeitgleiche der Klage/Beschwerde gegen den medialen Vater der Nation (Jauch) und den böswilligen Algorithmus (Google) mit der vorgezogenen Veröffentlichung dieses Buches hat man es auf Platz 1 bei Amazon geschafft.

Bereits das Cover zeigt, dass hier zurück geblickt wird. Ein wenig melancholisch, aber dennoch souverän und entschlossen. Die Körperhaltung signalisiert, dass man jetzt nach vorne schreitet, jedoch immer noch einen Seitenblick auf die Vergangenheit hat. Die Tätowierung (einst wicked und crazy, aber mittlerweile doch eher prollig) verdeutlicht nochmals, dass hier eine Frau im Schloss Bellevue residierte, die frischen Wind hätte bringen können (oder zumindest die Seeluft auf Sylt genoß).

Für schmale 19,99€ gönnt uns Frau Wulff tiefe Einblicke in ihre geschundene Seele, ein Schrei nach Aufmerksamkeit, ein "Ich war mal wer" - Ruf einer ehemals bekannten Frau, die böse Zungen von glamurösen Reisen rund um den Globus zurück in die kleinstädtische Realität der niedersächsischen Provinz gerissen haben. Und wenn der kleine Leander, wie Frau Wulff bewundernd feststellt auch im Internet unterwegs, erstmal über eine Suchmaschine nicht nur auf unbewiesene Gerüchte bzgl. roter Beleuchtung im vorehelichen Leben stößt, sondern auch noch diese vielen (bösen) Rezensionen liest, dann ist es verständlich, wenn Bettina Wulff sich beschämt fühlt.
Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich Frau Wulff damit, zu insistieren, dass sie in ihrer Jugend nicht in einem Fachgeschäft für rot getönte Leuchtmittel oder dessen Aussendienst bzw. Kundenbetreuung tätig war. So weit, so gut. Wir glauben es ja, solange Sie es uns immer wieder um die Ohren hauen. Ebenso wissen wir jetzt, dass Sie und und Ihr Sohn sich bzw. ihren Namen mehrfach täglich durch Googles Suchorakel jagen und sich gemeinschaftlich traumatisieren. Bereits in de Einleitung schildern man uns (anhand der immer gern genommenen Geschichte des auf dem Schulhof anlässlich der Person seiner Eltern gemobbten verletzlichen Kindes), dass "man das doch nicht darf" (womit der zitierte Sohn der Familie Wulff das Lügen meint), schuldig bleibt man uns allerdings die (an sich zu erhoffenden) weiterführenden (und pädagogisch) wertvollen Lektionen hinsichtlich Buchführung, Finanztransaktionen, Leasingkonditionen von Fahrzeugen der Oberklasse, Hotelrechnungen, Ernennungspartys oder (schlicht und ergreifend) den Sinn und Zweck des höchsten Ehrenamtes in der Bundesrepublik Deutschland.
Beinahe wie Slap-Stick erscheint es, wenn Frau Wulff sich auf mehreren Seiten aalartig windet und das, mit der Muttermilch aufgenommene, Schenkungs- und Verleihverhalten ihrer Eltern beschreibt. Darauf hat die Nation gewartet und mit Sicherheit wäre es alles nicht so weit gekommen (und Frau Wulff könnte jetzt immer noch mit Präsi-Gattinnen Teekränzchen halten), wenn wir das doch einfach mal vorher gewußt hätten. Herr und Frau Schwiegereltern-vom-Christian lassen gerne eine Periode der Passivität zwischen Nehmen und Geben? Es ergibt sich von selbst, dass die Spielregeln eines Ehepaars aus Langwedel ebenso für den höchsten Repräsentanten unseres Staates gelten. Und, wer zweifelt überhaupt nan der Integrität und dem absolut gemeinfreundlichen Willen von Menschen aus der Privatwirtschaft? Also seit der Wirtschaftskrise weiß ich, dass es der Privatwirtschaft letztlich um das Wohl aller geht.
Es ist gleichermaßen traurig und amüsant, wie Frau Wulff versucht, die sakrosankte Schale um ihre Person aufrecht zu erhalten.
Beschämt fühlen sollten sich aber leider alle, die dieses Buch kaufen. Den überteuerten Versuch, neben Ehrensold und neuer Tätigkeit als PR-Beraterin (andere Post-Promi-Frauen werden Moderatorin oder [Schmuck-] Designerin...eine Halskettenkollektion kann ja noch kommen, seien wir gespannt), neben Geld auch weitere Aufmerksam zu erhaschen. Die Aufmerksamkeit, nach der Frau Wulff anscheinend sehr begierig sucht, sie aber nun, aus gegebenen Umständen, nicht mehr mit Glanz und Gloria des politischen Amtes des Ehegattens erleben kannn.
Die verschiedenen Kapitel sind an sich nichts anderes als eine Aneinanderreihung von mehrseitigen Artikeln aus der Selbstbekennungsecke einer Frauenzeitschrift, die durch Selbstmitleid und Hinweis auf (partiell böswilliges) Fremdverschulden gekennzeichnet sind. Sediert vom Wunsch nach Aufmerksamkeit und genährt durch die autosuggestive Strahlkraft der eigenen Person schildert man uns hier das schönste Ferienerlebnis in Berlin bzw. die eingedeutsche Reality-Soap Version von "Plötzlich Prinzessin". Was bitte ist schon dabei, bar und ohne Quittung die von Freunden vorgestreckte Hotelrechnung zu begleichen. Das machen doch alle so, dann darf das auch der Bundespräsident.
Unausweichlich ist natürlich auch der Part (ich wundere mich, warum eben dieser nicht mehr Seiten in Anspruch genommen hat)....ja, wir ahnen es....ja, exakt...Kinder, Beruf und Karriere. Auch Frau Wulff besitzt die Chuzpe, uns darüber dozieren zu wollen, wie furchtbar schwer (aber mit genug Girl-Power und dem festen Willen dabei auch noch gut auszusehen) aber machbar es ist, die Erste Dame des Staates zu sein und auch noch zwei Jungs im besten Rabaukenalter zu erziehen. Wer jetzt noch nicht verstanden hat, dass nur Mütter aus Politik, (Geld-) Adel oder Showbiz solche Behauptungen aufschreiben, den hat die Autorin erreicht.

Vermissen tue ich hier auch etwas Selbstkritik, eine Reflexion über das Gewesene, die Frage, ob denn all die "Freunde" wirklich der richtige Umgang für ein Präsidentenehepaar waren, ob man sich nicht ggf. etwas hätte zurück halten können, indem man eben während der Amtszeit sich dem eigenen Wunsch nach Glanz und High Society nicht gänzlich untergeordnet hätte. Und das ist es, was mir an diesem "Buch" fehlt.
Sollen wir es als eine Art Erklärung sehen, dann finden sich die altbekannten (siehe die Drohung "Vorerst gescheitert" eines ehemaligen Ministers und Haargelnutzers des Jahres) Bewältigungsstrategien, die Schuld auf andere oder (diffuser aber noch besser geeignet) die Verkettung von unglücklichen Umständen (Privatkredite, Hotelbuchungen ohne Quittungen etc.) abzuladen.
Ich hätte mir sehr gewünscht, dass nur ein Quentchen Selbsterkenntnis aus diesen 200+ Seiten (das sind nunr 0,10€ pro Seite...) zu extrahieren ist. Scheinbar kann Frau Wulff nicht erkennen, dass sie Opfer ihres eigenen Wunsches nach Aufmerksamkeit wurde und ihr der Aufstieg von der niedersächsischen Provinz und aus einfachen Verhältnissen (ebenso wie ihrem Mann) wohl zu Kopf gestiegen ist. Funkel und Glitzer der Bälle und Vernissagen mit wirklich reichen Menschen taten übriges.

Leider werden zu viele Leute dieses (nach der Lektüre der ersten Seiten sehr simpel erscheinende) Buch kaufen und somit Familie Wulff zu viel Geld in die Kasse spülen. Frau Wulff stellt ja fest, dass nach Abzug aller Verbindlichkeiten damals noch 3000,-€ netto übrig blieben. Wem ab diesem Kapitel des Buches noch nicht die Tränen gekommen sind, der überfährt auch kleine Tiere mit voller Absicht vor dem Kindergarten...

Wirklich peinlich wird es hier, wenn Frau Wulff auf hohem Niveau anfängt zu jammern (die oben erwähnten "nur" 3000,-€ netto für eine 4köpfige Familie ist an sich der Gipfel der Unverschämtheit). Wir können alle nur Gott danken, dass (dank Ehrensold) wenigstens diese bescheidene Summe der Familie zusteht...für alle Zeiten und ungeachtet der Tantiemen für diese schlecht heruntergeschriebene große "reverse Homestory" über "Diese Wulffs"...

Liebe Frau Wulff, Sie haben es geschafft sich aus der Provinz ganz nach oben zu heiraten. Sie haben es geschafft, als First Lady all den Glamour zu erleben, all die hübschen Kleider zu tragen und all diesen wichtigen Menschen die Hand zu reichen. Aber, nun sollten sie in Großburgwedel einfach leben wie alle anderen.

Auch wenn es weh tut und auch wenn jetzt noch alle über Sie reden, die Medien ihr Privatleben bis zum psychosomatischen Kollaps auseinanderberichten (worüber Sie sich ja in selbigen beschweren...) und wirklich niemand anders Schuld an der Vertreibung aus dem Paradies hat als eben die Anderen...bald haben wir Sie alle vergessen und keiner redet mehr über Sie.
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512 von 540 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das ich DAS einmal sagen würde... DANKE, BILD! Im Falle WULFF alles richtig gemacht..., 17. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Ehrlich gesagt, war ich von der "Causa Wulff" seinerzeit genervt und auch etwas irritiert: Keine seiner Verfehlungen fand ich, einzeln genommen, nun wirklich so umwerfend empörend. Ich vermutete, daß hier ein Machtkampf zwischen BILD und Politik ausgefochten wurde, bzw. zwischen diversen Regierungsherrschaften und Frau Merkel. (Als würde KEIN Politiker außer Wulff Vorteile annehmen und genießen...)
Wulffs Verhalten im Laufe der Kampagne gegen ihn allerdings war nun alles Andere als diplomatisch, souverän und überzeugend - und so etwas erwartet man eigentlich von einem Bundespräsidenten, der ein Land repräsentiert. Dass er gehen mußte, war also offensichtlich - und doch fand ich den Häme-Rummel um ihn übertrieben, so als würde nun am IHM etwas abreagiert, was sich in recht langer Zeit in den Bürgern aufgestaut hat. Ist nicht immer fair, aber nun ja, so sind wir Menschen.

Liest man nun die als "Eine Frau rechnet ab!" angekündigten Zeilen der Ex-"First Lady" Bettina Wulff, macht sich Fassungslosigkeit breit: Die Dame ist wirklich und in echt jetzt PR-Beraterin? Wie konnte denn das passieren? Gibt es im Verlag keine Lektoren, gab es auf dem ganzen Weg bis zur Buchveröffentlichung keine halbwegs professionellen Berater? Ging es ALLEN Beteiligten NUR um die Kohle (denn Shitstorm hin oder her - das Buch ist auf der Bestsellerliste und bringt in jedem Fall dem Verlag, der Co-Autorin von der Illustrierten "Freundin" und Frau Wulff eine Stange Geld ein), oder wollte Frau Wulff sich durch diese Aktion tatsächlich in erster Linie in die Herzen des Volkes schreiben? Konnte man sie nicht abhalten, war sie komplett beratungsresistent?

Fakt ist, Frau Wulff hat in ihrer "Abrechnung" nichts zu erzählen, was irgendwie von Belang ist. Wenn ihr Ruf beschädigt wurde durch wen auch immer, ist es ihr gutes Recht, dies juristisch zu verfolgen. Ein Verklagen von Herrn Jauch und Google kurz vor Buchveröffentlichung hingegen wirkt aber eher wie (sehr durchschaubare) PR, denn wirklich Thema waren diese Gerüchte für die Öffentlichkeit nicht.

Wenn sie nun darstellen wollte, wie es hinter den Kulissen von Bellevue ausschaut und wie es ihr ganz persönlich damit ging, ist ihr das mißglückt, klassisch "Thema verfehlt", denn die Kulissen vor, neben und hinter dem Protokoll werden kaum bis gar nicht erwähnt. Dafür geht es ausschließlich um ihre Befindlichkeit, um Hautprobleme, wie unverhofft sie in alles hineingestolpert wurde - Ehe, Repräsentationsfunktion, Bellevue, Termine, Öffentlichkeit, die nicht immer lieb und herzig ist, Designerkleidung, Tatoo... Irgendwie trägt sie für nichts wirklich Verantwortung. Wär alles ganz anders gelaufen, wenn sie ihren Mann nicht kennengelernt hätte. (Kein Quatsch, das steht da wirklich!) Also, Schuld an allem ist doch der Christian, der hat sie damals im Flieger zuerst gesehen, und das mit dem Heiraten war auch SEINE Idee, und Ministerpräsident war er da doch schon, kann Bettina ja nix für! Und dann auch noch Bundespräsident, und sie mußte sich immer Designerkleider überstülpen wie eine Verkleidung über ihr wahres und ichtigstes ICH...

Nochmal die Frage: Wie konnte diese Dame mehrere Semester lang "was mit Medien" studieren und als PR-Beraterin arbeiten, wenn ihr Gala-Momente und die dazugehörende Disziplin im Sich-Verkaufen so zuwider sind?

Nun der Clou, denn sie gibt (nein, gab) ja inzwischen auch einige Interviews dazu... Im Buch kommt ziemlich deutlich der Groll über ihren Gatten raus, der sie einfach so in die oberen 10.000 reingeheiratet hat, der in der Presse so schlecht dastand - sie kam in der Presse viel besser weg, aber immer wurden sie und ihr Mann über einem Kamm geschoren, in einen Topf geworfen, ärgerlicherweise... (Ich schwöre: Auch DAS steht da wirklich!), der so viel falsch gemacht hat, und ZEIT für ihre Bedürfnisse hatte er in den letzten Monaten seiner Amtszeit auch nicht, aber das bereue er ja nun, und sie habe sich extra auf Abstand zu ihm gestellt in seiner schwersten Rede, seiner Abschiedsrede, um zu zeigen, sie wäre eine eigenständige Frau...

Also, nach diesen "Bekenntnissen einer warmherzigen Partnerin" äußert sie sich nach der harrschen Buchkritik verblüfft der Zeitung gegenüber, wie man denn darauf komme, sie würde ihrem Mann das Messer in den Rücken stoßen oder ihn gar fallen lassen - sie war doch mit ihm auf einer Peter-Maffay-Veranstaltung, noch vor kurzem... Und überhaupt habe ihr Mann doch immer als Erstes ihre Kapitel gegengelesen, sie bestärkt und es gut gefunden...

So, da war er, der Moment, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben sagte - völlig unerwartet! - DANKE, BILD, daß Du diesen Hampelmann entlarvt und enthront hast! Wenn ein Mann es tatsächlich GUT findet, daß sein Eheweib ihn jammernd bloßstellt und stolz berichtet, sich in seiner schlimmsten Stunde extra weit weggestellt zu haben vom Geächteten... wenn er es begrüßt, daß sie, die sie finanziell ausgesorgt hat, der Öffentlichkeit mit Geldklagen kommt, wenn er es abnickt, daß sie ein ganzes Buch lang so tut, als müsse außer ihr keine Frau und kein Mann sich beruflichen Pflichten - zeitlichen, Garderobenzwängen, professionellem Verhalten - unterwerfen und als dürfte außerhalb von Bellevue und Großburgwedel jeder von morgens bis abends authentisch und NUR ER SELBST sein - wenn er dieses verwöhnte-reiche-Gören-Geflenne wirklich unterstützt und gefördert hat, können wir alle heilfroh sein, daß solch ein völlig undiplomatischer und taktloser Mann nicht mehr an der Spitze dieses Staates steht!

Dies hat Bettina Wulff mit ihrem Buch eindrucksvoll unterstrichen. Natürlich ist ihr Wunsch verständlich, sich nach verletzenden öffentlichen Berichten mal "anders" darzustellen. Dafür gibt es das Mittel "Interview" bzw. Reportage, bei denen man einen feinfühligen, wohlwollenden Journalisten sein Innerstes preisgibt, der dann professionell berichtet. Das Medium "Buch" hingegen ist komplett falsch gewählt, wenn ich nichts Interessantes zu berichten habe, sondern nur meine Befindlichkeit rausweinen und aufgefangen werden will. Dafür gibts Freunde, Therapeuten, Selbsthilfegruppen. Zuallerletzt benutzt man für so etwas namentlich die eigenen Kinder - mit ihrem 8jährigen Sohn eröffnet sie das Buch - mit seiner kindlichen Frage, ob seine Eltern wirklich Lügner wären. Jetzt darf sich der Rest der Welt mal ordentlich schlecht fühlen...

Dies in Buchform VERKAUFEN, also Leute fürs Zuhören der eigenen Kümmernisse und Befindlichkeiten auch noch zahlen lassen zu wollen und allen Ernstes Lesereisen mit Signierstunden damit zu planen, ist irgendetwas zwischen dumm, dreist und unverschämt.

Der Shitsturm trifft Frau Wulff also völlig zu Recht!
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328 von 348 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Danke, danke, danke!, 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Sehr geehrte Frau Wulff,

meinen allergrößten und herzlichsten Dank für Ihr Buch; für mich ist es die größte Offenbarung, seit ich lesen kann.

Was unendliches menschliches Leid bedeutet, kann nur jemand nachvollziehen, der Ihr Schicksal durchlitten hat. Dieses heiße, erbarmungslose Licht der Öffentlichkeit; dieser Erwartungdruck eines ganzen Landes; dieses unpersönliche Leben in diesem kolossalen Schloss; diese Aufgabe, eine ganze Armee an Personal zu dirigieren; dieser tägliche Kampf mit Pressevertretern und Terminen und diese Zumutung der großen Zahlen auf Ihrem Konto. Was ziehe ich heute an und warum. Hält die Schminke. Sieht jeder mein Tattoo. Wie halte ich diesen Mann aus. Das alles war Ihre ungewählte Bestimmung, genau wie das tragische Ende der Karriere Ihres Gatten. Schutzlos sind Sie den folgenden Anfeindungen ausgesetzt, tapfer stellen Sie sich vor Ihre Familie und ertragen nun diese Reduktion Ihres Lebens in der geschmacklosen Klinker-Klitsche in Großburgwedel.

Jeder der glaubt, er trage eine schwere Bürde, wird nach der Lektüre Ihres Werkes beschämend zu Boden blicken.
Möge das verstrahlte Kind in Fukushima sein Köpfchen auf Ihrem Buch betten. Mögen die 10.000 entlassenen Schlecker-Frauen ihre Tränen auf diese Seiten fallen lassen. Möge der letzte herausgestreckte Arm des im Meer Ertrinkenden Ihr Buch über dem Wasser halten, so wird die Hoffnung nicht sterben, dass ein Mensch alles überstehen kann.

Mit Tränen in den Augen tippe ich diese Zeilen zu Ihrem Werk. Es ist meine neue Bibel.
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245 von 261 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was genau wollte Sie uns eigentlich sagen?, 15. September 2012
Von 
Isegrimm - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Es war tatsächlich der Medienhype, der mich dazu gebracht hat, Bettina Wulffs Buch lesen zu wollen. Leider, muss ich hinzufügen.
Nach der Lektüre habe ich den Drang es hochzuhalten und auszurufen: „Dieses Buch ist schlecht.“
Damit meine ich nicht nur den Inhalt, auch der Stil lässt zu wünschen übrig.
Da gibt es 3 Wort Sätze und Sätze ohne Verb. Der Inhalt holpert so vor sich hin und wenn man sich die Mühe macht, darüber nachzudenken, dann wünscht man sich, man hätte es gelassen.
Ein richtiges Lektorat scheint nicht stattgefunden zu haben. Man fragt sich, warum das Buch so überstürzt auf den Markt geworfen wurde.
Dabei könnte es gleich am Anfang anders laufen und die Chancen besser genutzt werden. Frau Wulff beschreibt, welche Auswirkungen die mediale Verfolgung auf ihre Kinder hatte. Da sind wir uns doch alle einig, die Kinder können nichts dafür. Aber Ratz Fatz ist das Thema so schnell erledigt, wie es angerissen wurde. Dann geht es weiter damit, die Frau Wulff sich fühlt. Gut, es ist ihr Buch, da darf sie das schildern. Sie wollte ja noch erzählen, wie sie ihren Mann kennengelernt hat. Der sah langweilig aus, aber das sieht sie heute anders. Außerdem kannte sie vorher ja noch Tom, Achim, Thorsten...
Auch hier kann Frau Wulff schreiben was sie will und kennen, wen sie möchte. Aber spätestens da beginnt sich der Leser zu fragen, was sie eigentlich mitteilen will. Um es kurz zu machen: Das Buch bleibt so. Sie trägt lieber Jeans statt Designerklamotten. Ihr ist wichtig, was die Leute denken.
Was war denn so falsch an den Urlauben und daran, Bargeld im Haus zu haben?
Vielleicht fragt sie sich das wirklich. Reflektiert hat sie es jedenfalls nicht. So bleibt die ganze Mischung unfertig. Für ein Buch nur über die Amtszeit ihres Mannes ist es zu weitschweifig, für einen Lebensbericht zu dürftig. Über Hintergründe wird auch nicht viel Neues verraten und so ist "Jenseits des Protokolls" von allem ein Bisschen, aber nichts Richtiges.
Ich habe mich jedenfalls erst gefragt, warum sie eigentlich ständig Dinge getan hat, die sie so nicht wollte und danach kam ich zu dem Schluss, dass es ihr wichtiger war, wie sie äußerlich gewirkt hat, als was sie wirklich war.
Vielleicht tut diese Einschätzung Frau Wulff Unrecht. Dann hat sie sich mit diesem Buch aber keinen Gefallen getan.
Fazit: Man muss es nicht haben. Nicht einmal geschenkt.
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115 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Egotrip ! Selbstmitleid de luxe..., 17. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Auch wenn ich die Auflage damit nach oben treibe, wollte ich doch wissen, was uns Frau Wulff nun selbst zu sagen hatte und las das Buch tatsächlich.

Das nicht endende Selbstmitleid macht mich wütend.

Es zeigt mir, wie verschoben in den jeweiligen Gesellschaftsschichten anscheinend "unten angekommen" definiert wird.

Ich bin kein neidvoller Mensch und kann es gut aushalten und mich für andere freuen, die mehr haben, sich mehr leisten können, für ihre Arbeit mehr Anerkennung und mehr Lohn erhalten. Wenn jedoch Frau Wulff in diesem Buch in Selbstmitleid zerfällt und die Öffentlichkeit nunmehr an den Pranger stellt, das kann ich in großen Teilen nicht nachvollziehen. Mich würde sehr interesieren, ob eine Frau wie Frau Wulff in der Lage wäre, MEIN Leben nur mal so 1-2 Jahre lang auszuhalten. Mit meinem Job, meinem Kind, dem geringen Einkommen bzw. der Suche nach einem 2. Job damit man über die Runden kommt.

Was meint Frau Wulff eigentlich, wieviele Bücher andere Frauen schreiben könnten, die Grund zur Verzweiflung hätten ? Existenzängste, Eheprobleme, Krankheit etc...

Wenn einem die Öffentlichkeit nur in prunkvollen Augenblicken genehm ist, wenn man seine einflussreichen sozialen Netzwerke schmückend nach außen tragen kann usw. dann muss man wissen, wann die Zeit gekommen ist inne zu halten, zusammenzuhalten und sich zurückzuziehen. Ich verstehe diesen Egotrip nicht.

Ich glaube ihr gerne, dass sie physisch und psychisch am Ende war und mutmaße dass dies evtl. u.a. auch daran liegen mag, dass solche Leute mit richtigen Problemen im Leben, wie sie VIELE Leute haben, nicht umgehen können. Wenn man gewohnt ist, beneidet zu werden und im Leben immer oben zu stehen, kann ich mir gut vorstellen, dass man die Bodenhaftung verliert....

In schlechten Zeiten u.a. Beziehungsthemen nach außen zu tragen, zeigt weder von Klasse noch von Stil.

Ich bin mir sicher, dass Frau Wulff keine Frau ist, die Dauerhaft - und sei es ihrer Kinder zuliebe - auch mal 10 Jahre in der Nichtpromi-Versenkung abtauchen wird....

Den Schreibstil des Buches fand ich unerträglich schlecht. Man könnte meinen sie ist 14 Jahre alt.

Fazit: Ein beschämendes Buch. Zudem PR-Note 6 !
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verbale Inkontinenz, 17. September 2012
Von 
Leoni57 (Mülheim an der Ruhr, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
Bettina Wulff, eine schon vor Studienbeginn bekennende „Bild“-Leserin, sieht sich in ihrer kürzlich erschienenen Autobiografie just von dieser Zeitung zu Fall gebracht. Welche Ironie des Schicksals!

Auf sich inhaltlich wiederholenden 195 Seiten stilisiert sich die Autorin zu einem unschuldigen Opfer, das ein penetrant bei der Leserschaft angemahntes Verständnis für ihr Schicksal einfordert. Hat sie mit diesem Buch auf Mitleid und Verständnis gehofft, so erzielt sie damit genau das Gegenteil. Eine Steilvorlage für alle Journalisten! Frau Wulff, die ein Studium der Medienwissenschaften zwar nicht abgeschlossen, aber doch immerhin begonnen hat, hätte um die mögliche Wirkung ihres Buches wissen sollen. Die Leser, die mit dem in Österreich 2010 preisgekrönten Wort des Jahres „fremdschämen“ bisher nichts anfangen konnten, werden spätestens mit der Lektüre dieses banales Geschreibsels erleben können, was mit diesem Begriff gemeint ist.

Die ganze Geschichte erinnert an B-Pictures à la „Lieschen Müller wird First Lady“. Zu „ My Fair Lady“ allerdings reicht weder das Niveau der Handelnden noch das der Story. Aber als Fallbeispiel einer narzisstisch gekränkten Persönlichkeit ist dieses Buch durchaus tauglich. Auch bedient es den allgemeinen Voyeurismus. Einer vormaligen so genannten „First Lady“ aber ist es in keiner Weise würdig. Gut, dass Bettina Wulff unser Land nicht mehr repräsentiert! Schmerzhaft, dass wir nun aufgezeigt bekommen, durch wen und wie wir repräsentiert wurden.

Was dieses Buch deutlich zeigt ist, dass ein Studium und die Erlangung von Bildung eben doch nicht immer „Hand in Hand“ gehen. Wenn man aber als Bundespräsident schon keine Intellektuelle an seiner Seite hat, sollte man wenigstens dafür sorgen, dass sie beizeiten den Mund hält. So wie sie über die Begegnungen mit den gekrönten und ungekrönten Häuptern der Welt berichtet, ist es noch im Nachhinein peinlich, durch eine solche Dame vertreten worden zu sein. Man kann nur hoffen, dass das Präsidentenehepaar Obama und andere im Buch erwähnten Staatsoberhäupter der deutschen Sprache nicht mächtig sind und dieses Buch auch nicht übersetzt werden wird! Auch wenn Frau Wulff, wie andere Rezensenten behaupten, es nicht selbst geschrieben haben soll, der durchgehend restringierte Sprachcode erinnert an den Tagebuchstil eines Backfisches. Man fragt sich, ob es bei diesem Projekt überhaupt ein Lektorat gab.

Die Peinlichkeiten dieser verbalen Inkontinenz reichen von der Aussage, der Papst sei viel menschlicher als sie es sich vorgestellt habe, über Indiskretionen bezüglich seiner Gesundheit oder private Vertrautheiten einer Angela Merkel. Diese hätte ihr sicher nicht das „Du“ angeboten, wenn sie geahnt hätte, zu welchem Autorentum Frau Wulff sich einmal aufschwingen würde. Charakterschwach und dennoch peinlich gerät Frau Wulff die Distanzierung zu ihrem Mann, frei nach dem Motto „schaut her, ich bin das arme Opfer und er hat mich dazu gemacht“. Frau Wulff fordert unaufhörlich Toleranz gegenüber neuen Lebensformen wie der ihren (Patchwork), Verständnis gegenüber ihrer Vergangenheit und für ihr Tattoo, auf der anderen Seite mokiert sie sich ziemlich dreist (und dann auch feige als Zitat ihres Sohnes) über die Eheringe eines prominenten homosexuellen Paares. Derlei Widersprüche finden sich unentwegt. Warum fordert Frau Wulff auf 195 Seiten Privatsphäre, um gleichzeitig eigene und anvertraute intime Details der vergangenen Jahre einer Öffentlichkeit preiszugeben, die im Grunde niemand hören will? Wie billig ist das denn! So entstehen Bücher, die die Welt nicht braucht.

Der alte Spruch „Ein Mann ist nur so stark wie die Frau an seiner Seite“ bekommt hier wieder eine gute Verdeutlichung. Nein, sie ist wohl keine starke Frau. Sie zeigt sich in ihrem Buch illoyal gegenüber ihrem Mann, diskriminiert ihn, distanziert sich von etlichen seiner Entscheidungen, möchte nur sich selbst rehabilitiert sehen und fordert im gekränkten ICH nur noch den Familienvater und Ehemann ein. Diese Ehe wird keinen Bestand haben, das ist abzusehen.

Wer das Buch psychologisch betrachtet, wird den unvermeidlichen Wiederholungszwang erkennen. Die selbsttherapeutische Wirkung, die mit diesem Buch für Bettina Wulff wohl verbunden ist, kann ich nachvollziehen. Als Bürgerin dieses Landes aber finde ich es einfach nur peinlich und unwürdig und eigentlich können wir alle nur froh sein, nicht mehr von diesem Paar repräsentiert zu werden. Sie wäre besser beraten gewesen, diese letzten Jahre mit einem Fachmann in aller Stille aufzuarbeiten, statt öffentlich "Harakiri" zu begehen.

Christian Wulff wird sich eines Tages fragen, ob diese Mesalliance ihren Preis wert war. Bettina Wulff hätte sicher als „Spielerfrau“ oder an der Seite eines Sitcom-Schauspielers eine gute Partnerin gegeben, aber das Leben im Schloss Bellevue war wohl (um mit ihrer Sprache zu sprechen) für beide ein „paar Nummern zu hoch“. Ein unnötig unwürdiger Abgang.

Aber vielleicht war es auch gar keine Mesalliance.

Frau Wulff hätte sich doch lieber Ihren Lebenstraum verwirklichen sollen, richtig und mit Abschluss studieren und Pastorin werden sollen, dann hätten Begriffe wie “Würde” oder “Demut” vielleicht mehr Bedeutung und Widerspiegelung in ihrem Leben erhalten. Da wäre ihr vielleicht auch folgendes begegnet:

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Ein berühmtes und bedenkenswertes Zitat aus dem in der frühen Nachkriegzeit im Exil geschriebenen Text „Minima Moralia - Reflexionen aus dem beschädigten Leben“ von Theodor W. Adorno.

So bleibt die Frage, ob Frau Wulff überhaupt die geringste Vorstellung hatte von dem, was Ihre Aufgabe als Gattin des Bundespräsidenten eigentlich war und was sie hätte daraus machen können. Hatte sie überhaupt eine annähernde Ahnung davon, was, welches Land, welche Kultur sie mit ihrem Mann zu repräsentieren angetreten ist? Das Buch gibt hierzu eine beschämende und erschreckend banale Antwort.

Offenbar fehlt es hier an allem. Außer an der aus Bildungsferne vertrauten Tugend Dreistigkeit, die im Verbund mit anderen zeitgeistigen Boulevard-Tugenden dieses Buchprojekt realisierte. Und die Auflage wird zeigen: mit wirtschaftlichem Erfolg. Aber war es das wert? Lesenswert ist das Buch nicht - es ist ein trauriges Dokument der Zeitgeschichte.
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Jenseits des Protokolls
Jenseits des Protokolls von Nicole Maibaum (Gebundene Ausgabe - 12. September 2012)
EUR 19,99
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