Kundenrezensionen


4 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intellektuell, herausfordernd, faszinierend, überaus lesenswert, 23. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Information: Geschichte, Theorie, Flut (Gebundene Ausgabe)
Informationen. Was versteht man eigentlich darunter? Und warum sind sie für die Existenz des modernen Lebens so essenziell? Welche historischen Entwicklungen führten überhaupt in die heutige Informationsgesellschaft?
James Gleick geht den Geheimnissen der Informationen nach und verknüpft sie mit unglaublichen Ausflügen in die Geschichte technischer Entwicklungen. Gleichzeitig erschließt er damit ihre Zusammenhänge mit dem menschlichen Sein. Die Erfindung des Transistors zusammen mit den revolutionären Erkenntnissen über das Zusammenwirken von Kommunikation, Information und Datenmengen - die Claude Shannon und seine Entdeckung beziehungsweise Erfindung des Begriffs der "Bits" zum Vater der Information Theory machten - werden für James Gleick zum Ausgangspunkt seiner Reise. Sie führt in die Welt der elektronischen Chiffriersysteme; sie zeigt Hybride aus mathematischer Logik, aus Schaltkreisen, (Sprach-)Codes, Genen UND: der Schrift.

Der Autor verknüpft mit philosophischem Tiefgang, historischem Weitblick und messerscharfer intellektueller Brillanz Themen miteinander, die auseinanderzuliegen scheinen. Doch seine Art der Gedankenpräsentation und der Verknüpfung wissenschaftshistorischer Fakten vor dem Hintergrund neuester Realitäten unseres Informations- und Computerzeitalters lässt ein faszinierendes Gesamtbild entstehen. Er zeigt: Egal ob es sich um die elektronische Informationsspeicherung- und -Verarbeitung in Computern handelt oder um die Speicherung und Verwandlung von Daten in unseren Körperzellen (Stichwort Gene und DNS), immer ermöglichen sie als Systeme einen wertvollen und kulturbildenden Informationsaustausch. Die Genese von Organismen der Informationsverarbeitung und ihre zugrunde liegenden Mechanismen deckt der Autor eloquent und gerade dadurch kreativ und eingängig auf. Stück für Stück stanzt er einzelne Puzzleteile heraus, nimmt sie wissenschaftsgeschichtlich unter die Lupe. Schließlich fügen sie sich zu einem Gesamtbild zusammen; und dieses zeigt die Entstehung, Bedeutung und Weiterentwicklung dessen, was wir "Information" nennen.
Den besonderen Wert des Buchs sehe ich in seiner Fähigkeit, Fakten zu liefern, die sich zu einem beeindruckenden Bedeutungsnetz verweben. Die Fähigkeit des Autors, den Blick tatsächlich über den Tellerrand hinaus schweifen zu lassen, ist für mich der Beweis dafür, dass sich aus interdisziplinärem Denken tatsächlich ein großer Mehrwert schöpfen lässt. Für sehr wertvoll halte ich es auch, dass hier theoretisch-abstrakte und dadurch eigentlich schwer verständliche Materie durch den Blick auf die Geschichte und ihre Geschichten lebendig und konkret gemacht wird: Afrikanische Buschtrommeln aus dem 18. Jhr. und ihr Kommunikationspotenzial bekommen ihren Platz innerhalb dieser 'Geschichte der Information' genauso wie die griechische Mythologie, die gigantischen Erfindungen vom Telegrafen bis hin zum Telefon und die Entstehung und Entwicklung der Schrift. Für mich wurde damit die Bedeutung von Sprache für die Weitergabe von Informationen aber auch ihrer Speicherung in Schriftzeichen und Symbole in einen ganz neuen, hochinteressanten gedanklichen Zusammenhang gestellt. Grundlegende Konzepte des Sprechens und Denkens werden so auf hohem Reflexionsniveau aufbereitet und überaus lesenswert mit dem Thema "Information" zusammengebracht. Zusammen mit den Kapiteln zu bedeutenden Mathematikern, Kryptoanalytikern und Erfindern und deren geistigen Errungenschaften ist ein abwechslungsreiches und tiefsinniges Werk entstanden. Der teilweise essayistische Stil des Ganzen macht für mich neben dem Inhalt einen weiteren besonderen Reiz dieser Darstellung aus.

INSGESAMT hat mich dieses überaus intelligent geschriebene Buch fasziniert. Und es fasziniert mich auch nach Abschluss der Lektüre beim Immer-wieder-Hineinblättern andauernd auf Neue. Jene Menschen, die Freude an der intellektuellen Herausforderung haben, werden meiner Meinung nach eine überaus unterhaltsame, erhellende und befriedigende Lektüre- und Denkerfahrung zum Thema "Information" erleben. Sich kompetent in unserer modernen Informationsgesellschaft bewegen zu können, bedeutet für mich: Bücher wie dieses wahrzunehmen. Diese Fundgrube an Wissen möchte ich in diesem Sinne gerne weiterempfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger historischer und interdisziplinärer Überblick, 24. Februar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Um von der der afrikanischen Sprechtrommel als Mittel zur Nachrichtenübermittlung zum modernen, digitalisierten Nachrichtentransfer durch Computertechnik zu gelangen, mussten vielfältige technische Lösungen erdacht und mathematisch logische Zusammenhänge erkannt werden. Dennoch stehen beide in engerer Beziehung als man annehmen mag. Der informationstheoretische Zusammenhang zwischen diesen scheinbaren Polen einer Entwicklung ist eine der überraschenden Erkenntnisse die James Gleick in seinem Buch vermittelt.
Ausgehend von besagten Trommeln führt Gleick den Leser durch die Geschichte der Information, die zunächst eine Geschichte der Nachrichtenübermittlung und -speicherung ist. Erst in den 40er Jahren des 20ten Jahrhunderts entsteht die Informationstheorie, in der die zu übertragenden Informationseinheiten losgelöst von der eigentlichen Nachricht, der Bedeutung, betrachtet werden.

Dazwischen: eine faszinierende Fülle von mathematisch logischen Betrachtungen, Erfindungen und technischen Lösungen zur Nachrichtenübermittlung. Die Erfindung der Schrift, dem ersten künstlichen Gedächtnis, mit ihren Konsequenzen für das menschliche Denken in Kategorien und für logische Schlussfolgerungen markiert auch den echten Beginn des Bewusstseins. Die Schrift ermöglicht aber auch komplexere Mathematik, und da das Rechnen eine Kunst war, die nur wenige beherrschten, waren Rechentafeln, z.B. für Multiplikationen, verbreitet.
Die zunehmende Geschwindigkeit der Nachrichtenübermittlung durch Telegrafie und Telefon hat natürlich Konsequenzen für das Zusammenleben der Menschen, befeuert neue Industriezweige und erzeugt mit zunehmender Verbreitung neue Probleme, die technische Lösungen benötigen.
Die Befürchtung, dass die elektrische Telegrafie Zeitungen obsolet machen könnte, ist aus heutiger Sicht eine skurrile Randnotiz aus damaliger Zeit. Elektrische Telegrafie ist aber auch der Wegbereiter für die Erstellung von Wetterberichten: Wetterdaten aus sehr entfernten Gebieten konnten erstmals sehr schnell zusammengeführt werden. Konsequenterweise sind seit ca.1860 Wetterberichte in Tageszeitungen zu finden.
Der Siegeszug des Telefons hat weitreichende Folgen. Die Verbreitung derartiger Netze, die Datenübertragung über große Entfernung rückt auch Fragen von Störgeräuschen, fehlerhaften Signalen und verfügbarer Bandbreite in den Vordergrund. Die theoretischen Überlegungen hierzu zeigen, dass diese Punkte ein generelles Problem jeder Informationsübermittlung darstellen.
Diese kurzen Beispiele illustrieren ein wenig wie James Gleick sein Thema angeht.

Der Leser lernt die Mathematiker, Physiker, Biologen und Erfinder kennen (Morse,Babbage,Turing, Shannon,Gödel und viel mehr) erfährt beiläufig etwas aus ihrem Leben und wird in die grundlegenden Probleme und Theorien die sie bearbeitet haben eingeführt. Dabei werden Logik, Mathematik, Kryptographie, Physik, Informationstheorie erörtert und historische und kulturelle Entwicklungen dargestellt. Die Konsequenzen der Informationstheorie auf Computertechnologie (denkende Maschinen), Psychologie, Sozialwissenschaften und auf die Biologie (Gene sind Information) werden ausführlich dargestellt. Zum Schluss wird die allgegenwärtige Informationsflut zum Thema.
Auf diese Weise ergibt sich eine wissenschaftshistorische Betrachtung und interdisziplinäre Übersicht zum Thema Information. Die Darstellung beschränkt sich also nicht auf die rein technische Seite des Themas, sondern umfasst auch seine kulturellen, soziologischen und philosophischen Aspekte.
Gleicks Buch ist in seiner Gesamtheit, mit seinen Querbezügen ein Überblick, der klar macht, dass das Ganze weit mehr ist als die erläuterten Einzelaspekte erahnen ließen.
Kurz zur Kindle Version des Buchs: die enthaltenen Tabellen, Photos und Grafiken sind von guter Qualität und schränken daher das Lesevergnügen nicht ein.
Ein sehr gelungenes Buch, das konzentriertes Lesen erfordert, aber auch belohnt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Furioser wissenschaftlicher Schmöker mit Tiefgang, 21. August 2012
Von 
Mark Huebner-Weinhold "randcreek" (Schönberg / Herzogtum Lauenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Information: Geschichte, Theorie, Flut (Gebundene Ausgabe)
Inhalt: Laut Eric Schmidt, Chef des Aufsichtsrats von Google, produziert die Menschheit heute binnen 48 Stunden rund fünf Milliarden Gigabyte Informationen. Laut Schmidt sind es in zwei Tagen ebenso viele Informationen, wie seit der ersten Kommunikation zwischen Urmenschen bis zum Jahr 2003 ausgetauscht wurden. Vorstellen kann man sich das nicht. Und was bedeutet überhaupt "Information"? Der Wissenschaftsautor James Gleick ist dieser Frage nachgegangen. Gleick erzählt darin, wie die Information zum Kernstück unserer heutigen Zivilisation wurde. Beginnend bei den "sprechenden" Trommeln in Afrika über das Morsealphabet und bis hin zur Internetrevolution beleuchtet er, wie die Übermittlung von Informationen die Gesellschaften prägten und veränderten. Er stellt bekannte und unbekannte Pioniere der Informationsgesellschaft vor. Claude Shannon zum Beispiel, der das Maß der Information erfand. Sein Bit wurde zu einer grundlegenden neuen Einheit wie der Zentimeter, das Pfund oder die Minute. Doch kaum jemand kam, als er das Bit präsentierte.

Präsentation: "Die Information" ist ein echter Schmöker, hervorragend geeignet für gemütliche Lesestunden an grauen Wintertagen. Gleicks Buch kommt selbst gewaltig daher, wie eine Welle der Informationsflut. Doch es gelingt dem Autor mit leichter Feder, diese komplexe Thematik zu einer überaus unterhaltsamen Geschichte aufzubereiten. Er schreibt mit philosophischem Tiefgang, historischem Weitblick und intellektueller Brillanz. Allerdings sorgt das komplexe Thema in einem so dicken Schmöker beim oberflächlichen Leser rasch für "information overload".

Praxiswert: Das Buch eröffnet dem Leser neue Einblicke in die Mechanismen des Informationsaustausches. So lernt dieser etwa die sich selbst replizierende Meme kennen, die "DNA" der Informationen. James Gleick ermöglicht ein neues Verständnis von Musik, Quantenmechanik - und eine gänzlich neue Sicht auf die faszinierende Welt der Informationen. Ein furioses Buch, das Wissen unterhaltsam vermittelt. Im beruflichen Alltag bringt es sicher wenig, aber bei der nächsten Party haben Sie jede Menge Gesprächsstoff.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Information Overload, 11. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Information: Geschichte, Theorie, Flut (Gebundene Ausgabe)
Ach Gott, was soll ich meinen Vorrezensenten noch groß hinzufügen?
Vielleicht, daß ich 5 Sterne nur für Bücher vergebe, bei denen mir
der Kopf explodiert :-) Gleick schrieb ein mit Informationen
vollgestopftes Buch über die Information, er nähert sich seinem
Thema, in dem er es von allen Seiten umzingelt. Grandios der Einstieg
über die afrikanischen Buschtrommeln. Der Autor balanciert auf einem
schmalen Grat, daß der Leser nicht selbst ob des Information Overload
das Handtuch wirft. Weiß Gott keine Gute-Nacht-Lektüre.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Information: Geschichte, Theorie, Flut
Die Information: Geschichte, Theorie, Flut von James Gleick (Gebundene Ausgabe - 13. Oktober 2011)
EUR 24,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen