wintersale15_finalsale Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More Bauknecht TK EcoStar 8 A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen7
3,3 von 5 Sternen
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:24,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 19. Februar 2013
Im April 1980 habe ich angefangen, mich mit Werbung und PR zu beschäftigen und mich nach 21 sehr erfolgreichen Jahren zurückgezogen - leise, so wie man auch konzentrierte Arbeit erledigt. Die Fehler, die in der Werbung ganz offensichtlich gemacht werden (und deren Wahrnehmung man sich bei dem Betrachten von Fernsehprogrammen bedauerlicherweise kaum noch entziehen kann) haben mich dazu gebracht, obschon ich schon lange nicht mehr in Deutschland lebe, gerade in Deutschland Vorträge zu halten und meine Erfahrungen, Kenntnisse und Fertigkeiten weiter zu geben, es kann nur besser werden. Ein Buch zu schreiben - ich weiss nicht, ob es lohnt - die Zielgruppe ist kaum erreichbar, wenn keine Geschäftsleitung seiner Marketing-Abteilung Weiterbildung verordnet. Aber das vorliegende Werk "Wer hat's erfunden?" soll sich wohl nur finanziell lohnen. Es ist nicht einmal annähernd eine sachliche Darstellung, schon gar keine Aufarbeitung der Zeit, in der diese Agentur entstanden ist, und nicht im allergeringsten wird ein "Geheimnis" aufgedeckt - welches auch? Es gibt keine Geheimnisse im Werbemarkt, ausser vielleicht den verdeckten Gewinnabführungen, sonstige Agenturvereinbarungen und deren Summen, die sich extrem selten an Leistung orientieren und ordentlicher Kaufmannskunst übelsten Hohn sprechen.
Es wäre hübsch und besser, wenn die Autorin im Rahmen der nachgewiesenen Fähigkeiten bei "Bild der Frau" oder "Amica" ihr Geld verdienen würde, als im Stil einer Selbstverwirklichten der Nach-Alice-Generation eine PR-Broschüre für eine Werbeagentur zu verfassen und sich ausgerechnet von dieser Agentur nicht mal tüchtig dafür bezahlen zu lassen.
Alternativen: Die Ogilvy-Geständnisse in angemessener Kürze für die Einen. Für die Anderen Herbert Werlers "Millionengrab Werbung". Und für ernsthaft Interessierte dieser beiden Bücher das dann fällige Bonus-Buch "Wörter machen Leute" von Wolf Schneider.
0Kommentar5 von 6 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ein harmloser Briefwechsel war offenbar der erste Kontakt, den Heide Neukirchen mit dem prominenten Werbe-Duo hatte. Und treuherzig betont die Autorin dieser Firmengeschichte, dass man sich einig war, es müsse eine unabhängige Darstellung werden. Daher sei ihr Text von Holger Jung und Jean-Remy von Matt auch nicht diktiert, korrigiert oder gesponsert worden. Nur einige Gratistassen Espresso und Cappuccino, etwas Obst, drei Mittag- und vier Abendessen sowie drei Übernachtungen hätten für die ganze Recherchier- und Schreibarbeit herausgeschaut. Am 1. Juli 2011 feiern die Gründer das 20-jährige Bestehen ihrer Agentur. Ich nehme an, dass Heide Neukirchen bei dieser Bad Taste Party dabei sein darf.

Die Kapitelüberschriften "Die Mutigen - Die unbeirrbaren - Die Reformer - Die Verführer - Die Dienstleister und digital statt feudal" lassen erahnen, dass die Firmenchronistin kaum am Lack der der beiden Werbegurus kratzen will. Und so erstaunt es auch nicht, dass sie Holger Jung und Jean-Remy von Matt liebevoll "Die Jungs" nennt. Die modebewussten, disziplinierten, gut aussehenden, fleißigen, ehrgeizigen, sparsamen, inzwischen drogenfreien und natürlich kreativen Jungs sind auch so etwas wie die idealen Schwiegersöhne. Das wirkt die Anekdote geradezu erlösend, dass Holger Jung mit 16 Jahren die Vietkong-Fahne über dem Weihnachtsbaum in der Schulaula hisste. Danach konvertiert er schrittweise zum Realo.

Warum das Unterkapitel "Was macht Holger Jung zu einem der Top-Werber in Deutschland?" die Grenze zur peinlichen Selbstüberhöhung überschreitet, wird spätesten bei einem Vergleich mit den Memoiren von David Ogilvy deutlich. In den Lobeshymnen von Heide Neunkirchen fehlt der Humor. Obwohl es Ogilvy bestimmt nicht an Selbstbewusstsein mangelte, kann er die Werbebranche eben auch mit der notwendigen Distanz betrachten. Und die braucht es, um eine Theateraufführung spannend erzählen zu können. Wer Wichtiges und Witziges aus der JungvonMatt-Agentur lesen will, soll lieber die Kurzgeschichten "Stimmen aus dem Aquarium" kaufen. Da bekommt er immerhin die fantastischen Illustrationen von Julia Ziegler dazu.

Nachdem auch Jean-Remy von Matt als Superheld vorgestellt wurde, werden noch das Drehbuch der Doppelspitze und die Expansion nach Augenmaß gelobt, um dann über "Marke oder Macke" und "Das Psychotop on der Glashüttenstrasse" zu sprechen. Wer noch immer nach Geheimnissen sucht, wird sich langsam damit abfinden, dass er auf eher banale Ratschläge stößt. Es sei denn, er habe noch nichts davon gehört, dass in Zürich und Wien die Wohnzimmer der nationalen Durchschnittsfamilien aufgebaut wurden. Aber Zielgruppen visuell sichtbar zu machen, ist keine Erfindung von JvM, sondern ein medial gut inszenierte Kopie. Original ist zumindest die auf Seite 77 abgedruckte Hausordnung.

Im Kapitel "Die Reformer" wird die digitale Bombe gezündet, von der wir allerdings nur ein Bild sehen, das mit "So sehen Sieger aus: Holger Jung und Peter Figge auf einer Weihnachtsfeier der Agentur" beschreiben ist. Die vier Voraussetzungen für Spitzenleistungen möchte ich aber niemandem vorenthalten. Sie lauten: Entgrenzte Arbeiter, Wie bleiben zufrieden, Charismatische Vorbilder, Frauenpower. Etwas substanzieller wird es dann immerhin im Kapitel "Die Verführer". Denn aus den vorgestellten Beispielen und zitierten Mitarbeiter-Statements lassen sich tatsächlich einige Regeln ableiten, die bei kreativen Berufen zu beachten sind. Kein sehr gutes Beispiel für eine witzige Kampagne finde ich allerdings das Plakat für den Autovermieter Sixt, auf dem die Topverdiener Jung und von Matt als Bettler abgebildet sind. "Damit Sie noch günstiger Autos mieten können, haben wir unsere Werbeleute im Preis gedrückt." Wer glaubt wird selig. Und wer's witzig findet, soll eben sein Auto eben bei Sixt mieten. Dem Thema Selbstkritik ist dann doch noch eine Seite gewidmet. Und die Autorin stellt befriedigt fest, dass auf der Internetseite von jvm der wichtige Satz "Wir sind kritischer mit uns als mit anderen." steht.

Mein Fazit: Wer auf der Suche nach den Geheimnissen erfolgreicher Werbung ist, wird in diesem Buch zwar einige Anhaltspunkte finden, muss aber auch viele Lobhudeleien schlucken. Die sind nicht völlig ungenießbar, geben aber eher Antwort auf die Frage, wie sich Werber selber erfolgreich vermarkten. Und wer auf der Suche nach Büchern über Kreativität und Werbung ist, sollte sich die Namen Mario Pricken, Werner Gaede und Uwe Stoklassa merken.
0Kommentar1 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. April 2011
Um die "Geheimnisse von Europas einflussreichster Werbeagentur" zu lüften, braucht es kein Buch. Erst recht keines, aus dem der Schleim des Anbiederns nur so trieft. Tatsächlich braucht es nur ein paar Blicke in die wichtigsten deutschen Blogs zum Thema Werbung (wie etwa "Off the record"), um festzustellen, dass es vornehmlich genau EIN Geheimnis gibt, das an Elbe, Alster, Spree & Co. für zahllose Award-Erfolge sorgt: Jahrbücher. Recherche. Sich nicht zu fein sein, bei anderen zu klauen.

Sorry. Vor ein paar Jahren hätte ein solches Buch vielleicht noch seine Berechtigung gehabt. Als die ganze Werbewelt bei der neuesten Goldidee von JvM wieder und wieder respektvoll die Augen aufriss. (Jenseits der Werbewelt sieht das allerdings schon wesentlich länger deutlich anders aus. Der normale Mensch bekommt von JvM bereits lange nichts begeisterndes mehr mit. Da ist nur noch Tagesgeschäft. In dem selbst fade OBI-Kampagnen als agenturinternes Highlight gewertet werden müssen.) Heute gelingt aber nicht mal mehr das.

Auch reale Kampagnen können für Aufsehen sorgen. Der smarte Schweizer und seine Kompagnons könnten sich ja vielleicht mal bei den heute wirklich bedeutsamen Agenturen informieren, wie man solche kreiert - HEIMAT mit den Hornbach-Filmen wäre da eine Adresse, zum Beispiel. Jung von Matt aber steht heute in der Branche nur noch für Awards auf Teufel-komm-raus, Ideenklau am laufenden Meter, völlig belanglose "echte" Kampagnen, das Verschlafen der Digitalisierung...

... ein Ex-Kreativtanker aus vergangenen Jahrzehnten, der in der Realität heute (=abseits der Awardshows) nur noch sehr wenig zu melden hat und sich fröhlich anschickt, Titanic zu spielen.

Wer also gerne in der Vergangenheit deutscher Werbung wühlt, ist mit diesem Buch gut beraten. Wer sich für die Gegenwart interessiert... wählt anderes.
33 Kommentare17 von 26 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Als embedded journalist" zog Heide Neukirchen mit Jung von Matt in die Werbeschlacht: Wochenlang begleitete sie die Werber, wohnte Meetings bei, lauschte Kreativprozessen, interviewte die Gründer, die Mitarbeiter und Ehemalige und recherchierte bei der Konkurrenz. Wer aber erwartet, dass das Buch - wie im Untertitel versprochen - überraschende Geheimnisse ausplaudert, wird leise enttäuscht. Die profilierte Wirtschaftsjournalistin Neukirchen kann da allerdings nicht viel dafür: Jung von Matts Werber sind nun mal nicht außerirdisch, sondern einfach nur extrem engagiert, nie mit ihrer Arbeit zufrieden und Anwender der einen oder anderen speziellen Führungsmethode. Lesenswert ist das Buch allemal: Die Geschichte der Agentur ist spannend und gibt einen tiefen Einblick in die Denkweise kreativer Macher, fernab der Koks-Klischees. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die mit Werbung zu tun haben - sei es auf produzierender oder auf einkaufender Seite.
0Kommentar1 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. März 2011
Ein "JvM-Buch" ist immer etwas Gutes. ;-)

Keine Agentur polarisiert so wie JUNGvMATT aus Hamburg. Entweder man mag sie oder man mag sie eben nicht. Aber man muss eines anerkennen. Was die beiden Agenturmacher Jung und von Matt erschaffen haben ist einzigartig. Darüber kann man normal nicht streiten.

Das Buch bietet wieder einmal schöne Einblicke in die Agentur. Es wird nicht verheimlicht das es keinen 8-Stunden-Tag gibt und das Leistung über so ziemlich allen steht. Es herrscht Druck in der Agentur und Druck an jedem Arbeitsplatz. Aber das ist wohl in jeder Firma so...

Leider sind viele alte Beispiele enthalten, die zwar zu den teilweise besten Arbeiten der Kreativen zählen, aber eben nur die Seitenzahl aufpusht!

Alles in allem ist es immer wieder schön ein Buch ohne viel "Marketing-bla-bla" zu lesen das aus dem Alltag kommt.

Das Buch ist sehr zu empfehlen. Macht spass zu lesen!
0Kommentar2 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Februar 2013
Von der ersten Seite an hat mich der Schreibstil von Heide Neukirchen begeistert. Sie beschreibt angenehm lesbar (kurzweilig und strukturiert) den Aufstieg der "Werbeagentur" Jung von Matt. Auch Layout und Gliederung des Buchs machen Laune. Zahlreiche Erklärungen von Vorgängen in der Werbebranche und die Beschreibung von Kampagnen und deren Entstehung machen das Buch für jeden (Quer-) Einsteiger in die Werbebranche wertvoll.

Vor allem die Art und Weise wie Holger Jung und Jean-Remy von Matt starteten und Struktur in die schnell wachsende Agentur brachten, ist neben den immer wieder (durch-) schillernden Charakteren der beiden Werbeprofis überaus spannend zu lesen. So manche Anekdote liest sich so schön, dass man sie kaum glauben mag.

Für mich ist letztendlich die Anzahl der Indexzettel, die ich zum späteren Nachschlagen einklebe, der Maßstab eines guten Fachbuchs. So finde ich später interessante oder lehrreiche Details wieder. "Wer hat's erfunden" kam auf gut 20 Indexe. Und ich habe es an zwei Nachmittagen verschlungen.

Natürlich bleibt ein kleines "Geschmäckle", weil sich das Buch stellenweise wie eine Imagebroschüre für Jung von Matt liest. Mir persönlich ist das aber herzlich egal. Ich hatte Spaß beim Lesen und habe etwas dazugelernt.
0Kommentar0 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. April 2011
Mich hat das Cover neugierig gemacht. Die Art, wie die Autorin dieses schön aufgemachten Buches die kreativen Gründer und ihre Teams, die Geschichte und den besonderen Arbeitsstil der Agentur Jung v. Matt mit Fakten und Anekdoten informativ und witzig beschreibt, hat mir gefallen. Wie man persönlich zur Werbung steht, ist eine Sache. Entziehen können wir uns ihr nicht. Schon Kinder im Kindergartenalter zitieren Werbesprüche wie Kinderverse. Dieser Blick hinter die Kulissen einer sehr erfolgreichen Agentur machte mir wieder klar, mit welchem Aufwand um unsere Kaufentscheidungen gekämpft wird. Ich habe das Buch, gerade weil das Metier mir eigentlich fremd ist, gerne gelesen und empfehle es sehr.
0Kommentar1 von 5 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden