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Wer im Zürich der 1980er-Jahre einen solchen Bildband in sein Schaufenster stellte, musste mit eingeschlagenen Scheiben rechnen. Denn das Zürcher Opernhaus stand damals als Symbol für eine bürgerliche Politik, die Vergnügungen der Oberschicht massiv subventionierte und für die Kultur der Jungen kaum etwas übrig hatte. Auch wenn der Betrieb eines Opernhauses noch immer teuer ist, haben sich die Wogen inzwischen so stark gelegt, dass der Besuch einer Oper sogar für jüngere Semester wieder chic geworden ist. Und weil das oft mit einer Städtereise verbunden wird, wird dieser Bildband ein breites Publikum erreichen.

Mich als Experte für Opernhäuser zu bezeichnen, wäre arg übertrieben. Aber da ich während meiner Mailänderjahre die Scala entdeckte, bin ich zumindest nicht mehr Laie. Und bei der Einschätzung des Bildmaterials schreibe ich mir sogar gewisse Fachkenntnisse zu. Daher weiss ich, dass es alles andere als einfach ist, Architektur und Innenräume in Bildern festzuhalten.

Zu den Meistern dieses Fachs gehört seit vielen Jahren der französische Fotograf Guillaume de Laubier, der auch gerne von Luxus-Hotels engagiert wird, um sie in Szene zu setzen. Im Knesebeck Verlag ist zudem bereits ein Werk von ihm erschienen, das die schönsten Bibliotheken der Welt präsentiert. Und nun also die Opernhäuser.

Außer dem Teatro di San Carlo in Neapel und der Mailänder Scala habe ich bisher keines der 32 vorgestellten Opernhäuser von innen gesehen. Daher sind mir auch Opernhäuser mit moderner Architektur unbekannt. Dass solche ebenfalls Aufnahme gefunden haben, finde ich gut. Denn Opernhäuser aus früheren Zeiten abzulichten, würde eine Sicht dieser Musik bestärken, die ihr nicht gerecht wird.

Für die Texte zeichnet der ausgebildete und vielfach ausgezeichnete Musiker Antoine Pecqueur verantwortlich. Und da er als Journalist für renommierte Zeitungen arbeitet, darf der Leser davon ausgehen, dass auch seine Texte so klingen, dass sie Unterhaltungswert haben. Wie seine Beschreibung des „Théâtre royal del la Monnaie“ in Brüssel zeigt, scheut sich der Autor nicht davor, auch kritische Untertöne anzuschlagen, was die Glaubwürdigkeit seiner Texte natürlich erhöht.

Da die Texte eher knapp ausgefallen sind, hätte ich mir eine längere Literaturliste und weiterführende Links gewünscht. Denn um die Kritik der UNESCO an einem Gebäude zu verstehen, das die Atmosphäre des barocken Schlossgartens verdeckt und so das berühmte „Zámecké barockní divadlo“ in der Tschechischen Republik abwertet, sind weitere Informationen zwingend. Aber die meisten Leser haben inzwischen so viel Erfahrung mit Suchmaschinen, dass Pecqueurs Reduzierungen auf das Wesentliche keinen Einfluss auf die Gesamtwertung haben. Zumal das Konzept dieses Buches das Bildmaterial klar stärker gewichtet als die Texte.

Mein Fazit: Opernfreunde und –kenner werden an diesem prächtigen Bildband bestimmt große Freude haben. Getrübt werden könnte sie nur, wenn man sich durch die gelungene Vorstellung von 32 Opernhäusern zu Kulturreisen verführen lässt, die im Jahresbudget eigentlich nicht vorgesehen waren und streng gerechnet auch keinen Platz finden. Zumal auch die weltbekannten Opern in Sydney, New York und Tokio in Bild und Text so präsentiert werden, dass man gleich die besten Plätze buchen möchte.
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am 14. November 2013
Rezension: Die schönsten Opernhäuser der Welt.
Vom Knesebeck-Verlag ist im Jahr 2013 ein aufwändiger Bildband in exzellenter Qualität mit dem Titel "Die schönsten Opernhäuser der Welt" auf den Bücher-Markt gekommen. Für die Texte zeichnet verantwortlich der ausgebildete Musiker und Journalist Antoine Pecqueur und die überwältigenden Fotografien stammen vom führenden französischen Interior-Fotografen Guillaume de Laubier. In diesem wunderschönen Bildband ist es dem Fotografen Guillaume de Laubier gelungen, herausragende Opernhäuser der Welt in markanten und unvergleichlichen Aufnahmen festzuhalten. Die Darstellung von berühmten und architektonisch brillanten Opernhäusern und ihren Logen reicht von high-tech Design moderner Architektur bis zum barocken Charme alter Spielhäuser, die ihren authentischen Reiz bis in die heutige Zeit bewahren konnten. Der Bildband besticht durch seine präzise Fokussierung auf die wesentlichen architektonischen Facetten von Logen, Foyers sowie Bühnen und kommt dabei - und das ist das Frappierende an diesem Bildband - gänzlich ohne Aufnahmen mit Publikum aus. Die Macher des Werkes hatten auch eher die Intention, die reine Darstellung von Design und Architektur der weltbesten Opernhäuser zu präsentieren, was mit dem vorliegenden Bildband ohne jeden Zweifel hervorragend gelungen ist. Über dreißig namhafte Festspielhäuser aus nahezu allen Kontinenten sind in diesem Bildband zu bestaunen. Ein Fotobildband zum schwelgen in einer Welt der musischen Tempel, an dem sowohl Opern- als auch Fotobegeisterte auf ihre Kosten kommen.
Guillaume de Laubier (Fotografien) & Antoine Pecqueur (Text): Die schönsten Opernhäuser der Welt. Knesebeck-Verlag, München 2013, 240 Seiten, ca. 200 farbige Abbildungen, gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, Text in deutscher Sprache.
Rezension: © Willi Wilhelm, Bornheim November 2013.
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am 27. Oktober 2015
I found this beautiful book in Bayreuth when I was travelling in Germany this summer.
I wanted to buy it on the spot but it was too heavy to bring it back to Japan.
After coming home I found this book treated in amazon.de. site, and ordered at once.
This book was delivered arround in just one week to my home in Japan.
I really like many beautiful pictures of world operahouses in it but I wonder why there's
no pictures of famous operahouses in Berlin at all.
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Für 50,- Euro ist die Auswahl viel zu billig und beliebig - wer braucht schon Bilder vom Opernhaus in Sydney, schon das Äußere erinnert eher an eine Fischhalle als an ein Opernhaus.

Aber dafür solche prächtigen Musenpaläste wie das Hessische Staatstheater in Wiesbaden fortzulassen, das in seiner Opulenz im deutschsprachigen Raum wohl nur noch von der Wiener Staatsoper übertroffen wird, ist eine Kulturbarbarei; doch auch die reizenden Häuser in Oldenburg oder Coburg hätten hier unbedingt hinein gehört und was spräche dagegen, beispielsweise auch das in Ljubljana (habe dort vor wenigen Wochen einen Rigolette gesehen/gehört, der mich sprachlos gemacht hat) aufzunehmen.

Man versteht ja durchaus, daß nicht jedes schöne Haus auf der Welt (wobei Europa durchaus ausgereicht hätte, denn mal ehrlich, wer fährt schon wegen der Oper nach Brasilien oder Japan...) ausführlich auf Doppelseiten dargestellt werden kann; aber man könnte die interessantesten Häuser mit eigenen Kapitel vorstellen und anschließend in kleinerem Format wirklich alle schönen und historischen Häuser zeigen und ein eigenes Kapitel über Helmer und Fellner gehörte da sowieso hinein.

Und eigentlich auch eine DVD mit Ausschnitten aus Opernhöhepunkten, einfach so, weil das Thema danach ruft.

Doch so ist es nur Effekthascherei.

Allerdings hatte ich noch nie vom Coliseum in London gehört, deswegen einen zweiten Stern, weil doch ein wenig Erkenntnis abgefallen ist.
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