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Clint Eastwood
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TOP 1000 REZENSENTam 22. April 2013
Wenn ich mich recht erinnere, bin ich erst vor einigen Jahren auf Clint Eastwood als Regisseur aufmerksam geworden. Das muss im Jahr 2005 gewesen sein, als Eastwood für den Film "Million Dollar Baby" zwei Oscars (Film und Regie) und einen Golden Globe (Regie) verliehen bekam sowie in weiteren Kategorien nominiert war. Zuvor kannte ich ihn nur als guten Schauspieler, der mich wegen seiner Fähigkeit, durch den reduzierten Einsatz von Mimik und Gestik die größtmögliche Wirkung zu erzielen und durch seine gelassene, souveräne und sympathische Ausstrahlung faszinierte. Dass der Mann, der mit Rollen wie dem wortkargen Revolverhelden in "Zwei glorreiche Halunken" oder Polizeiinspektor Harry Callahan in "Dirty Harry" enorme Erfolge feierte, schon seit Anfang der 70er Jahre auch Regie führt, war mir irgendwie nicht tiefer ins Bewusstsein gelangt und machte mich sehr neugierig auf diesen Aspekt von Clint Eastwoods Persönlichkeit.

Wie der Titel schon vermuten lässt, befasst sich das vorliegende Buch ausschließlich mit der Regiearbeit von Clint Eastwood. Seine schauspielerische Karriere und lebensgeschichtliche Daten werden dabei eher vernachlässigt und nur selten zur Verdeutlichung gewisser Zusammenhänge zwischen Eastwoods beruflicher Erfahrung und seinen Entscheidungen beim Drehen eines Films herangezogen. Von der äußeren Form und der Qualität der Fotografien her ist das Buch ein typisches Coffee-Table-Book, bei näherer Betrachtung bietet es aber sehr viel mehr. Bedingt durch eine recht kleine Schrift (die Bildunterschriften sind fast schon etwas für die Lupe) und eine wohlüberlegte Anordnung der Fotografien war es möglich, erstaunlich viel Text auf die knapp 240 Hochglanzseiten zu bekommen.

Dem eigentlichen Textteil vorangestellt ist eine Einleitung von Morgan Freeman, der genau wie der Vorwortschreiber Steven Spielberg ein Freund von Clint Eastwood ist. Die nachfolgenden Kapitel sind in sich nach Themen unterteilt und mit ungefähr 350 Schwarz-Weiß- und Farbfotografien verschiedener Größe versehen. Auf diesen kann man die Filmleute und Clint Eastwood bei der Arbeit beobachten, und es sind auch viele Standfotos aus den insgesamt 32 Filmen (z.B. Flags of Our Fathers, Mystic River, Absolute Power und J. Edgar) mit Eastwood als Regisseur darunter. Die Entstehungsgeschichte der Filme wird ebenso besprochen wie technische Details und kleine Anekdoten vom Set. Zu einigen Punkten gibt es Extra-Seiten, auf denen z.B. auf die Filmautos, die Kostüme oder das Drehen mit einer einzigen Kamera näher eingegangen wird. Ausgewählte Sketch- und Storyboards von mehreren Filmen runden das Ganze ab.

Der Autor hat zahlreiche Gespräche mit Schauspielern (darunter Gene Hackman, Meryl Streep, Forest Whitaker und Leonardo DiCaprio), Clint Eastwood selbst und Crewmitgliedern geführt und deren Aussagen immer wieder als Zitate in seinen Text einfließen lassen. Auch an verschiedenen Drehtagen durfte Goldman dabei sein und konnte sich so ein genaues Bild der Abläufe vor Ort machen. Dabei hat der Autor eine Unmenge an Informationen angesammelt, die nun dem Leser zu Gute kommen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mal so viel über die Arbeit hinter den Kulissen eines Filmstudios erfahren würde. Da geht es um die Wahl der Drehorte, die Art der Kameraführung, die richtige Besetzung, geeignete Drehbücher, Budgets, Zeitpläne, die ideale Beleuchtung usw. usf. Alles natürlich zugeschnitten auf Clint Eastwood und die Mitarbeiter seiner Produktionsfirma Malpaso. Denn Michael R. Goldman verfolgte mit dem Schreiben des Buchs die Absicht, einem breiten Publikum die ungewöhnliche Methode des Regisseurs Clint Eastwood näherzubringen. Das ist ihm gelungen, denn nach der Lektüre sollte auch dem letzten Zweifler klar sein, dass Eastwood nicht ohne Grund als Elite-Regisseur gilt.

Anders als andere Regisseure sieht sich Clint Eastwood nicht als "Auteur" (frz. für "Autor") seiner Filme. Ganz im Gegenteil. Die Auteur-Theorie besagt, dass der Regisseur einen wesentlichen Anteil am Drehbuch hat und zudem auf alle Produktionsabläufe intensiv einwirkt, um in erster Linie seine eigenen Vorstellungen umsetzen zu können. Clint Eastwood dagegen ist für eine arbeitsteilige Produktionsweise, an der das ganze Filmteam mitwirkt. Weder übt er Druck auf die Schauspieler aus, noch schreibt er seinen Mitarbeitern vor, wie sie ihre Arbeit zu erledigen haben. Die Atmosphäre an Eastwoods Sets zeichnet sich durch ein entspanntes und von gegenseitigem Respekt getragenes Arbeitsklima aus. Das Vertrauen, das Clint Eastwood in andere Menschen und ihr Können setzt, scheint für einen Regisseur einzigartig zu sein. Etliche andere Besonderheiten unterscheiden ihn ebenfalls von seinen Kollegen. So nimmt er immer den ersten Entwurf eines Drehbuchs, zieht Probeaufnahmen einem persönlichen Vorsprechen vor und lässt die Schauspieler ihre Rollen stets eigenständig entwickeln. Viele Top-Stars wollen unbedingt mit ihm arbeiten und verzichten dafür sogar auf finanzielle Vorteile.

Die Filmmusik schreibt Eastwood übrigens oft selbst, manchmal komponiert auch sein Sohn Kyle einige Stücke. Der Jazzliebhaber spielt auf seinem Hotelzimmer sogar häufig Klavier. Während die Menschen, die mit Clint Eastwood arbeiten, seine professionelle, freundliche, überraschend intuitive und geradlinige Art schätzen, können sich die Studios bei ihm auf eine schnelle, kostensparende und trotzdem hochwertige und sorgfältige Produktion einstellen, die Geld in die Kassen bringt. Das Publikum wiederum liebt Eastwoods Filme wegen ihrer Tiefgründigkeit, der Authentizität und der unverwechselbaren Geschichten. Für den 1930 geborenen Schauspieler und Regisseur zählt nicht nur die Leistung des Einzelnen, sondern das Gesamtbild muss stimmen. Er ist immer gut vorbereitet, wenn er einen Film dreht und erwartet das Gleiche von allen anderen Beteiligten.

Selten habe ich einen so informativen, interessanten und detailreichen Bildband (den Eastwood selbst autorisiert hat) in den Händen gehalten. Im Anschluss an das Lesen bleibt ein Gefühl großer Bewunderung für Clint Eastwood und sein außergewöhnlich feines Gespür für Zwischenmenschliches, das Wesen eines Films und die einzelnen Produktionsabläufe. Als Filmbegeisterter und Clint Eastwood-Fan kann man mit diesem Buch nichts falsch machen.
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Wenn bekannte Filmschauspieler irgendwann den Schritt hinter die Kamera wagen, müssen sie damit rechnen, dass ihnen die gebührende Anerkennung auf ihrem neuen Berufsfeld lange Zeit verwehrt wird. Während es Clint Eastwood in der breiten Öffentlichkeit ebenso erging, wurden Filmemacher wie Steven Spielberg schon früh auf Eastwoods Talent als Regisseur aufmerksam. Daher erstaunt es auch nicht, dass Spielberg das Vorwort zu diesem schönen Bild- und Textband verfasste.

Spielberg bescheinigt seinem Berufskollegen eine Einzigartigkeit unter den amerikanischen Regisseuren, die uns Michael Goldman auf wunderbare Art näherbringt. Denn Goldberg spricht auch davon, wie es Clint Eastwood gelingt, seine Figuren wie ein Bühnenregisseur in der Szene zu positionieren und das Gewicht auf die Körpersprache zu verlegen. Zudem bezieht Eastwood seine Zuschauer als Mitwirkende in die Handlung ein und erlaubt ihnen so eine persönliche Entdeckungsreise.

Zum Leben erweckt wird dieses Buch nicht nur wegen des außergewöhnlichen Bildmaterials, sondern auch weil zahlreiche Filmschaffende über ihre Zusammenarbeit mit Clint Eastwood und persönliche Anekdoten sprechen. So erfahren wir, dass Morgan Freeman in einer schlaflosen Nacht durch die Kanäle zappte und dabei auf Eastwoods erste Regiearbeit aus dem Jahre 1971 stieß. Der Revolverheld hatte also schon sehr früh damit begonnen, selber Regie zu führen. Für seine Rolle in „Million Dollar Baby“ wurde Freeman übrigens mit einem Oscar ausgezeichnet.

Das Buch zeichnet sich auch durch ein Layout aus, das wichtigen Bildern Raum lässt, Texte mit Dokumenten geschickt verbindet, Zitate auf ästhetische Art abhebt und immer wieder kurze Bildergeschichten erzählt. Und weil in Eastwoods Filmen so viele prominente Schauspieler mitspielen, widerspiegelt dieses Buch auch die Geschichte Hollywoods der letzten Jahrzehnte.

Den ersten Oscar für seine Regiearbeit erhielt Clint Eastwood 1992 für „Erbarmungslos“. Und das Kapitel „Die gut geölte Maschine“, in dem diese Arbeit vorgestellt wird, zeigt auf, warum Eastwood an der Oscar-Verleihung zuerst seinem Team dankte. Spannend fand ich auch, mehr über die Arbeitsweise von Eastwood zu erfahren. Denn weil er nicht viel für Leute übrig hat, die ihr Geld zum Fenster hinausschmeißen, ist es nicht immer einfach, mit ihm zu produzieren. Normalerweise dreht er alles so, wie es geschrieben wurde, improvisiert wenig und legt ein unglaubliches Tempo vor.

Im dritten Kapitel zeigt Michael Goldman, wie Eastwood die Schauplätze aussucht und ein untrügliches Gespür für die richtigen Requisiten hat. Wer sich an die Szene in „Mystik River“ erinnert, in der Sean Penn erfährt, dass seine Tochter ermordet wurde, wird nach vierten Kapitel wissen, warum diese Szene in die Filmgeschichte einging. Denn nur weil Eastwood ein Umfeld schaffen kann, in dem sich Emotionen entladen können, sind solche Schlüsselszenen überhaupt möglich.

Betonen möchte ich, dass dieses Buch weit mehr als eine Hommage an Clint Eastwood ist. Wer sich für die Arbeit eines Regisseurs interessiert, kommt ebenso auf seine Rechnung wie die Fans von Eastwood. So wird im fünften Kapitel über die Kunst der Ausleuchtung berichtet, im sechsten über die notwendige Liebe zu Details und im siebten über den richtigen Einsatz einer immer grösser werdenden Farbpalette. Gewürdigt wird selbstverständlich auch die Arbeit der Cutter, ohne deren Gespür für den richtigen Augenblick, ein Spannungsbogen nicht zu halten ist.

Clint Eastwood gehört zu den Regisseuren, die selber so musikalisch sind, dass sie sogar die Musik für ihre Filme komponieren können. Das machte Eastwood zwar erst in den letzten Jahren, war aber bereits früher an der Tongestaltung beteiligt. Im zehnten und letzten Kapitel nehmen wir noch an der digitalen Revolution im Filmbusiness teil. Und wie Clint Eastwood diese neuen technischen Mittel annahm und oscarwürdig in seine eigenen Filme integrierte ist ein eindrückliches Zeugnis seiner geistigen Frische und lebenslangen Lernbereitschaft.

Mein Fazit: Dieser Bildband mit ebenso spannenden wie informativen Texten hat meine Erwartungen weit übertroffen. Als ewiger Fan von Clint Eastwood wäre ich auch damit zufrieden gewesen, einfach mehr über seine Arbeit hinter der Kamera zu erfahren. Aber weil Michael Goldman das Konzept verfolgt, anhand von Eastwoods Filmen einen tiefen Einblick in die Tätigkeit eines Regisseurs zu geben, kann ich diesen Bildband sogar denen empfehlen, die Eastwood kaum verzeihen können, dass er sich bei den letzten Präsidentschaftswahlen nicht für Obama stark machte.
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