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Erst einmal war es für alle eingefleischten Proustianer ein Choc. Da hat es doch einer gewagt, sich an dem großen literarischen Werk "À la recherche du temps perdu" des Marcel Proust zu vergreifen, aus den heiligen Texten des Romans eine Graphic Novel zu machen. Weit ab vom Originaltext, gekürzt, verkürzt und mit eigenartigen Zeichnungen illustriert. Ein Comic eben.

Das war vor etwa vierzehn Jahren. Der "Täter" hieß und heißt Stéphane Heuet, war Matrose und Artdirector in Paris - und entdeckte mit 35 Jahren seine Liebe zu Marcel Proust. Ihr ist er bis heute treu geblieben. Ihr hat er sich verschrieben, indem er den großen Roman nach und nach in Graphic Novels "übersetzte". Und das auf wunderbare Weise, indem er die Texte genial adaptiert und in imaginative Bildfolgen umgesetzt hat.

Schnell hatte die anfangs zurückhaltenden Proustianer und viele andere Leser gemerkt, welche literarische und graphische Kostbarkeit ihnen in den Schoß gefallen ist. Die französischen Ausgaben wurden Kult und fanden schnell auch Freunde in Deutschland.

Nun aber die erste deutsche Ausgabe, der erste Teil: Combray. Fast jeder kennt die Geschichte mit der Madeleine, deren Geschmack bei Marcel einen Erinnerungsprozess auslöst, die ihn veranlasst, sich die vergangene Zeit gegenwärtig zu machen. Ein in der Weltliteratur einzigartiger Moment. "Mit einem Mal kam die Erinnerung ans Licht... Dieser Geschmack war der des Stückchens Madeleine, das mir meine Tante Léonie sonntagsmorgens in Combray anbot...". Zitiert nach Heuet - in der fantastischen Fassung von Kai Wilksen.

Dies und vor allem die Personen, die in der "Recherche" eine so bedeutenden Rolle spielen, sehen wir jetzt bildhaft "agieren", wir bekommen eine Vorstellung von Mutter und Großmutter, vom gestrengen Vater, der Tante Léonie und Gilberte und Swann und... und... und... - gesehen mit den Augen des genialen Zeichners Stéphane Heuet.

Die "Lektüre" dieses Comics ist schon ein Vergnügen an sich. Und kaum ein Proustianer rümpft mehr die Nase über diese herrlichen Graphic Novel. In Frankreich ohnehin nicht mehr - und die deutschen Leser können sich jetzt über die erste deutsche Ausgabe von "Combray" freuen. Und: Fortsetzung folgt.
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DAS ist mal eine hervorragende Idee! Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, der grosse Literaturklassiker von Marcel Proust, als Comic! Als Buch würde er, zumindest bei mir, das gleiche Schicksal teilen, das Tolstois Krieg und Frieden widerfahren ist: es verstaubt ungelesen in meinem Regal. Ähnlich wie Der Mann ohne Eigenschaften gehört wohl auch Prousts Romanreihe zu den Werken, die gerne zitiert und spannend erscheinen, aber nur mit Mühe und grossem Zeitaufwand zu lesen sind.
Die Graphic Novel Auf der Suche nach der verlorenen Zeit erscheint in mehreren Bänden. Zeichnerisch im Stil der Ligne Claire, also nach Art von Herges Tim und Struppi: relativ simpel gezeichnete Figuren, aber sehr detaillierte Umgebung. Mit seinen 72 Seiten ist der erste Band der Reihe etwas dicker als das klassische franko-belgische Comic-Album. Stephane Heuet hat einen sehr textlastigen Comic mit vielen, sehr schönen Bildern geschaffen. Literarische Vorlage und Comic-Adaption kann ich nicht vergleichen, da ich den Roman nicht gelesen habe. Als Verfilmung wäre mir das Werk wahrscheinlich nicht spannend genug, die Umsetzung als Graphic Novel hingegen erscheint mir als sehr attraktiv und gelungen! Sehr gut gefallen hat mir etwa die visuelle Umsetzung eines einsetzenden Regens, die Faszination eines alten Kirchenschiffes und die Träume des Erzählers. Die Handlung ist recht behäbig. Details spielen eine grosse Rolle, Essen und Empfänge, Dialoge und Monologe. Die Hauptfigur, ein sehr sensibler Künstler mit grosser Sehnsucht nach seiner Mutter, erzählt von seiner Kindheit in Combray.
Mit Kokotte konnte ich dank dieses Buches ein neues Wort dazulernen. Der Onkel des Helden verkehrte gerne mit solchen Frauen und brachte sich damit ins gesellschaftliche Abseits. Bürgertum, Adel, Dienstmädchen, jüdische Intellektuelle wie Monsieur Swann oder einer vorlauter, exzentrischer Schulkamerad der Hauptfigur - manches erinnerte mich an die Welt der Budenbrooks oder generell den Büchern von Thomas Mann. Die kleine, beschauliche, spiessige und langweilige Welt vor dem Ersten Weltkrieg. Geordnet und heile? Idyllisch? Glücklich wirkt der Held der Geschichte eher nicht. Zu viel Konvention, zu wenig Liebe.

Ein sehr empfehlenswerter Comic, besonders für diejenigen, die sich für den Roman von Marcel Proust interessieren, dessen Lektüre aber immer nur vor sich herschieben oder sie aufgrund anstrengender Leseversuche abgebrochen haben.

72 Seiten, Hardcover, farbig, Übersetzung: Kai Wilksen
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am 17. Januar 2014
Als ich als Jugendliche Proust im Original in meiner französischen Schule lesen musste, hielt sich meine Begeisterung über das Werk, gelinde gesagt, in sehr engen Grenzen. Die Komplexität des Textes und die ausführlich beschriebenen Details lösten bei mir nur ein erstauntes Unverständnis und eine sich steigernde Verzweiflung über nie endende Seiten aus . Ich konnte damals weder den Inhalt des Werkes würdigen noch verstand ich die Motivion Prousts, sich so detailliert über scheinbar Banales auszulassen. Und nun was für eine Überraschung! Ich entdeckte den ersten Band per Zufall in der Bibliothek eines Hotels, und beim Durchblättern war mir sofort klar, dass ich mich Proust noch einmal über diesem Wege annähern will. Den ersten Band habe ich mit Begeisterung verschlungen, die Zeichnungen im Comic Stil sind schön koloriert und trotz der Kürze des Textes bleibt die Aussage des Originals erhalten. Inzwischen habe ich mich nicht nur mit Proust versöhnt, ich verstehe jetzt auch besser, was er mir mit seiner Suche nach der verlorenen Zeit mitteilen will. Ich freue mich schon auf die letzten zwei Bände!
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am 11. Dezember 2011
... Kann man in dieser graphic novel erleben. Der Klassiker einmal ganz anders. Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war. Was will man betonen, welche Details verbildlichen, welche Textpassagen betonen. Der graphic novel gelingt es erstaunlich gut, das Meisterwerk in ganz eigene Bilder zu übersetzen, einen eigenen "Ton" zu finden, und trotzdem dem Original treu zu bleiben. Ich habe sie inzwischen schon mehrfach verschenkt, und selbst Bekannte, die das Orginial nie gelesen haben, waren erstaunlicherweise begeistert. Sehr empfehlenswert!
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am 28. August 2011
Dank gebuehrt dem franzoesischen Zeichenkuenstler, der das siebenteilige Hauptwerk seines Landsmanns zu einem Comicroman, von dem bislang 'Combray' und 'Im Schatten junger Maedchenbluete' in deutscher Fassung vorliegen, respektvoll eng am Text entlang umgewebt hat, verschaffen uns doch seine Bildkonstruktionen das Privileg, viele der Proustschen Staetten und Personen, deren physische Konturen bei alleiniger Textaufnahme allenfalls schemenhaft vor dem inneren Auge zu erahnen waren, einmal von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen.
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am 14. Oktober 2011
Bereits "Combray", der erste Band von Stéphane Heuets Großprojekt, den der Knesebeck Verlag zum ersten Mal in Deutschland veröffentlicht hat, zeigt, dass bei der Adaption von Prousts Zyklus selbstverständlich einiges an Verknappung und Veränderung geleistet werden musste, um den Stoff dem anderen Medium anzupassen. Dieser erste Teil erzählt von den Erinnerungen des Pariser Ich-Erzählers an einen Sommer seiner Kindheit bei Verwandten in dem normannischen Provinzort Combray, die durch den Geschmack eines in Tee getauchten Madeleine-Gebäcks unwillkürlich wach gerufen werden.
Weniger, was passiert, steht dabei im Vordergrund, sondern wie der Ich-Erzähler dabei empfunden hat und vor allem, wie er sich daran erinnert. Diese Gedanken und Bewusstseinsprozesse gibt Heuet in teils sehr textlastigen, eng an der literarischen Vorlage orientierten Panels wider, teils fasst er sie in atmosphärische Zeichnungen und assoziative Bildfolgen. Stilistisch orientiert sich Heuet an der durch Hergé bekannt gewordenen 'ligne claire'; diese Technik mag an manchen Stellen ein wenig zu schlicht erscheinen, um die komplexe Narration Prousts adäquat zu übersetzen, auch wenn sie wiederum gut geeignet erscheint, um die eher enge und triste Welt des Bürgertums um die Jahrhundertwende in Bilder zu fassen. Diesen Kritikpunkt wett machen jedoch die mitunter minutiös beobachteten und beeindruckend detailreich wiedergegebenen Dekors, die Prousts Romanuniversum vor dem Auge des Betrachters entstehen lassen. So ermöglicht Heuet in jedem Fall einen Einstieg in diese literarische Welt, auch wenn der Wert des ersten Bandes als Graphic Novel mit eigenem Recht vielleicht nicht jeden gänzlich überzeugen kann.
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am 16. März 2012
Welcher Normalsterbliche hätte heute noch Zeit, über viertausend Seiten Proust zu lesen, diese berühmten meterlangen ihresgleichen suchenden Sätze eines einstigen Salonlöwen, der die Welt der feinen Leute schildert mit mikroskopisch genauen Wahrnehmungen und sinnlichen Empfindungen, es sei denn, man läge selbst, Gott behüte, 10 Monate im Krankenbett danieder, aber vielleicht könnte man sich das mal vormerken für einen solchen Fall, denn schon der erste Comic-Band (von fünf Bänden) regt einen Zugang zum Original an, an dem Marcel Proust 10 Jahre ab seinem 40. Lebensjahr astmakrank fast nur im Bett schrieb.
Die Frage, ob sich eine Roman-Illustration an der Weltliteratur vergreifen sollte erübrigt sich sofort, wenn es sich wie hier um eine vernarrte Liebeserklärung an diesen Schriftsteller handelt und so sorgfältig visualisiert wurde wie von diesem Zeichner namens Stéphane Heuet.
Ich war besonders neugierig auf die sehr schön dargestellte Schlüsselszene mit dem in Lindenblütentee getauchten Madeleine-Gebäck, dessen Geschmack assoziiert mit einem Glücksgefühl an unschuldige Kindertage in Combray erinnert.

Die vom Schlafzimmer aus vernommenen Garten-Abend-Besucher, die um die zarte Gesundheit besorgten Mutterküsse, die bettlägerige durch das Fenster straßenbeobachtende Tante Léonie, der diese hübsch gekleideten Schauspielerinnen kennende Offizier Onkel Adolphe, die dem Speisezettel der Jahreszeiten immer eine neue Kleinigkeit hinzufügende Haushälterin Francoise, das den jungfräulichen Wandgemälden über Tugend und Laster ähnelnde Küchenmädchen. Die in seiner Fantasie als gekrönte Gräfin aus einer Laune in den Schlosspark ihn zu sich kommen lassende Herzogin Madame de Guermantes, der unter seiner sich der Tugendhaftigkeit entziehenden Tochter leidende Monsieur Vinteuil.

Das durch imaginäre historischen Epochen gleitende Kirchenschiff, der mit der Mai-Andacht sakramental verwoben wirkende Weißdorn, das mit Schmid-Hammerschlägen und einem Fliegenkonzert sich vermischende Leseabenteuer in der Gartenlaube als eine im Takt der Kirchenturmuhr magische Hypnose-Fantasie. Fischefangenden Landjungen beim Fluss-Spaziergang, das bei einer abendlichen, perspektivisch sich verändernden Kutschenfahrt erste schriftlich gelegte Ei.
Die durch das Teearoma geschenkten Bilder, umhertreibende Seerosen, der Geruch eines Fliederbusches nach einem Gewitter.
Was verbirgt sich hinter einer Gestalt, einem Reflex, einer Linie, einem Farbton? Dem Vernehmen von Schritten, Düften oder Wasserblasen im Fluss?

Schlaflose Kindernächte in verschiedenen sich überlagernden Zimmern. Menschen, Orte und Geschehnisse, durchdrungen von aufsteigenden Höhen der Erinnerung auf der Suche nach der verlorenen Zeit.

Jetzt bin ich auf der Suche nach Lindenblütentee und Madeleine-Gebäck.
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am 30. Januar 2013
Ich hatte etwas anderes erwartet. Es war ein Geschenk auf einem Wunschzettel und der Geschenkte war auch etwas überrascht über den Komikteil des Buches. Ansonsten alles in Ordnung
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