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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfangreichster Blick auf die PS-Monster aus der Shelby - Werkstatt, 17. Februar 2014
Von 
Dr. Priesnitz - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Shelby: Cobra, Mustang, GT 40 (Gebundene Ausgabe)
Carroll Shelby (1923-212) war einst ein erfolgreicher Rennfahrer bevor er zu einem der weltweit bekanntesten Konstrukteure für Sportwagen wurde. Er litt in früher Jugend an einer Herzklappeninsuffizienz, so dass ihm Ärzte davon abrieten, sich lieber nicht am Rennsport zu beteiligen. Zwar hatte sich das Loch in seinem Herzen im Alter von etwa 14 Jahren wieder geschlossen, aber er litt zeitlebens an einer Herzschwäche, an der er im Jahr 2012 auch verstarb, allerdings erst in einem Alter von 89 Jahren.

Dennoch siegte er im Jahr 1959 im 24 Stunden Rennen von Le Mans auf einem Aston Martin DBR1/300, allerdings nur mit Hilfe von Nitrogylcerintabletten, die er unter die Zunge schob, um das Herzrasen abzumindern. Dieser Sieg gilt als größter Erfolg in seiner Karriere als Rennfahrer. Nach Beendigung des Rennsports widmete er sich der Konstruktion von Sportwagen. Zu diesem Zweck gründete er im Jahr 1962 die Firma Shelby American, die nach dem Börsengang in Carroll Shelby International unbenannt wurde und seit 2009 wieder Shelby American heißt und im Spielerparadies Las Vegas verwurzelt ist. Zu seinen bekanntesten Ikonen zählen die Shelby GT 350 Version des Ford Mustang und die AC Cobra. Seine Fahrzeuge zeichneten sich dadurch aus, dass sie unwahrscheinlich kräftig und schnell waren, obwohl sie recht einfach konstruiert und die Anschaffungskonditionen mehr als moderat waren.

Legendär ist sicher auch sein Kraftpaket für den GT 40 von Ford gewesen. Henry Ford II hatte im Jahr 1963 den roten Flitzern von Ferrari den Kampf angesagt. Zunächst scheiterte der GT40, der ursprünglich von der britischen Niederlassung "Ford Advanced Vehicles Ltd." unter Leitung von John Wyer, dem ehemaligen Aston Martin Teamchef, entwickelt worden war. Da Carroll Shelby recht erfolgreich mit der AC Cobra unterwegs war, bat man ihn um Unterstützung bezüglich der Optimierung des GT40. Mit AC kooperierte der Texaner Shelby schon seit 1961 und machte den Sportwagen Cobra dadurch berühmt, dass er ihm ein kräftiges Ford Herz eingepflanzt und die technische Basis optimiert hatte. Der Motor stammt ursprünglich aus der NASCAR - Serie. AC war froh über Shelbys Engagement, denn ihnen war der Motorenlieferant Bristol zwischenzeitlich ausgefallen.

Die Shelby Cobra stellte im Jahr 1964 mit 193 Meilen (ca. 293 km/h) einen Geschwindigkeitsrekord für Straßenautos auf und ein Jahr später gewann man dann auch noch die Sportwagenweltmeisterschaft. So verpflanzte Carroll Shelby einfach den 427 c.i. V8 Cobra - Motor in den Ford GT40, um diesem endlich Beine zu machen. Darauf schlug Ford zwischen 1966 und 1969 viermal in Folge die technisch viel aufwendigeren und komplexeren Ferraris. Carroll Shelby wurde damit in den USA zum "Gearhead," was man hierzulande als "PS- Papst" bezeichnen würde. Seine Philosophie bestand darin, simple und vergleichsweise anspruchslose Großserientechnik so zu kombinieren, dass andere nur noch die Rücklichter zu sehen bekamen. Nach den Siegen des GT40 standen für Carroll Shelby alle Tore bei Ford offen. Ebenso hatten die Sporterfolge der Cobra dazu beigetragen, dass ihn die Ford Manager darum baten, einen sportlichen Mustang zu kreieren. Zunächst hielt er es für unmöglich aus einem "Sekretärinnen - Auto," wie er zu sagen pflegte, ein Auto für die Rennpiste zu konstruieren. Und dennoch gelang es Shelby, indem er den Motor aufbohrte, das Chassis verstärkte und größere Bremsen verbaute. Die Shelby Versionen, die zwischen 1965 und 1967 gebaut wurden, zählen heute zu den begehrtesten Mustangs in der Oldtimerszene.

Als der Vater des Mustangs, Lee Iacocca gegen Ende der 1970er Jahre nach Chrysler ging, folgte ihm Shelby in den 1980er Jahren und schuf dort auf Basis eines 10-Zylinder LKW- Motors den Kultwagen "Dodge Viper." Darüber hinaus gab es dann verschiedene sportliche Ableger in der Produktpalette der Chryslerfamilie mit weniger Power. Dazu zählten z.B. der Shelby Charger, der Dodge Daytona Shelby oder der Shelby Lancer. Der Name "Shelby" war seit dieser Zeit für schnelle Zeitgenossen wie Musik in den Ohren und der Aufdruck Shelby am Fahrzeug galt als Imageträger schlechthin, wie bei uns GTI, in Frankreich Gordini oder in Italien Abarth, wobei der Vergleich sicherlich ein wenig hinkt. Die Abarths oder Gordinis sind bei Shelby z.B. der Sunbeam Tiger, der Cooper Type 61 Monaco King Cobra, ein umgebastelter Talbot Horizon als Shelby Dodge oder der Toyota 2000 GT. Das sind die einem breiten Publikum eher unbekannten Fahrzeuge von Carroll Shelby, um nur einige seiner Basteleien zu benennen. Es fehlt übrigens auch nicht der Ford GT aus dem Jahr 2005, den man sich zum 100 jährigen Ford - Jubiläum gönnte. Als letztes Fahrzeug wird im Buch der GT 500 Super Snake mit einem 427er GT40 Motor präsentiert, der erstmals im Jahr 2007 vorgestellt wurde.

Der Autor Colin Comer gilt als Shelby - Enthusiast und dennoch widmet er nur kurz der Biografie des Konstrukteurs Aufmerksamkeit. Natürlich lesen Sie auch einiges über die frühen Jahre, Krankheiten, seine Tätigkeit als Pilot oder als Hilfskraft auf den texanischen Ölfeldern oder auf der Hühnerfarm. Das sind Informationen, die vorwiegend in der Einleitung platziert wurden. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen im Hauptteil fast ausschließlich die Fahrzeuge, die Shelby erschuf. Durch einen halbwegs ordentlichen chronologischen Aufbau des Buchs bekommen sie in Abrissen auch die Geschichte des Unternehmens erzählt. Die einzelnen Kapitel sind nicht all zu umfangreich angelegt, so dass sich das Buch relativ schnell lesen lässt. Wichtige Kurzinformationen aus Sicht des Autors werden in blauen Kästen separat zum Text platziert. Der Autor verliert sich somit nicht in Details, so dass sehr technisch interessierte Leser ggf. auch enttäuscht sein könnten. Für die wichtigsten Fahrzeuge sind allerdings Seriennummern, Produktionszahlen und Änderungen während der Bauzeit angegeben.

Im Vordergrund steht im Prinzip das umfangreiche Bildmaterial. Viele Abbildungen entspringen historischen Werbeanzeigen oder Prospektmaterial, ganz zu schweigen von Aufnahmen aus der Werkstatt oder Bildern von Motoren. Natürlich fehlen auch nicht die Bilder, welche von den Ruhmestaten der Cobra auf der Rennpiste erzählen. In einem Kapitel widmet sich der Autor auch den zahlreichen Cobra - Replicas bzw. den Nachbauten, an denen Shelby mitzuverdienen dachte. Übrigens hat sich ein deutsches Unternehmen (AC Cars by Gullwing) aus Heyda die Namensrechte "AC" vor einigen Jahren gesichert und baut derzeit einen AV MK VI GT mit 437 PS, der aussieht wie eine Cobra, aber den Namen Cobra offiziell nicht tragen darf. Wer aktuell an einem GT 40 Nachbau interessiert ist, findet diese jetzt immer noch bei CAV in den USA oder bei Roaring 40s im australischen Thomastown.

Insgesamt hinterlässt das Buch einen hochwertigen Eindruck. Die Druckqualität ist stimmig und vor dem Ausbleichen und Verstauben der Seiten schützt ein mitgelieferter Schuber. Das Buch verfügt insgesamt über rund 256 Seiten, auf denen rund 151 S/W-Bilder und 221 farbige Bilder Platz gefunden haben Das Buch ist fest gebunden und das Format liegt bei ca. 24,5 x 28cm. Angesichts der Tatsache, dass es sich hierbei um eine der seltenen deutschsprachigen Bücher zum Thema handelt, möchte ich die textlichen Schwachstellen nicht zu hoch bewerten, und damit noch die Höchstpunktzahl in Form von 5 Sternchen verleihen. Amerikanische Texte haben stets etwas Kumpelhaftes und das bringt auch noch die deutsche Übersetzung ein wenig mit herüber und vermag von daher zumindest zu unterhalten.
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Shelby: Cobra, Mustang, GT 40
Shelby: Cobra, Mustang, GT 40 von Colin Comer (Gebundene Ausgabe - November 2013)
EUR 49,95
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