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5.0 von 5 Sternen Die Stadt der Inseln und des Wassers neu gesehen, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Andreas Müller-Pohle: Hong Kong Waters (Broschiert)
So elegant und fast geheimnisvoll einem dieses Buch mit seinem blauen Flexumschlag und den erhaben gedruckten chinesischen Schriftzeichen entgegentritt, so überrascht es mit seinen Fotos im Innern.

Der international bekannte Medienkünstler und Fotograf Andreas Müller-Pohle hat aber nicht einfach einen weiteren Bildband über Hongkong vorgelegt, sondern ein Buch, in dem er auf eine ganz eigene Weise das Wesen dieser Stadt der Felsen und des Wassers zu treffen versucht. Denn kaum eine andere Stadt dürfte so sehr vom Wasser geprägt sein wie Hongkong. Venedig ist ein totes Museum ihrer Vergangenheit – Hongkong dagegen eine Mega-Metropole am Puls der Zeit.

So hat Müller-Pohle Hongkong streng aus der Perspektive des Wassers porträtiert, aus einem Zwischenreich, vom Scheidepunkt zwischen oben und unten: seine Fotos gewähren simultan Blicke in unter Nullmeter und über Nullmeter. Die stets hochformatigen Fotos zeigen im oberen Teil, was von der Stadt direkt über dem Wasserspiegel zu sehen ist – Wolkenkratzer, Kräne, Brücken, Schiffe oder auch nur der Himmel –, und im unteren Teil, was im Wasser zu sehen ist.

Für diese Stadt des Wassers und der Hunderte Inseln erscheinen mir diese Bilder aus dem Transgressionsraum zwischen unter Wasser und über Wasser nicht nur außerordentlich schön, sondern auch überaus schlüssig und treffend. Allerdings, hätte ich dieses Buch nur von außen gesehen, hätte ich es mir vermutlich nicht gekauft. Trotz aller Noblesse des Umschlags war er mir zu kühl. Aber da Müller-Pohle einer der bekanntesten deutschen Fotografen ist und ich seine Zeitschrift “EUROPEAN PHOTOGRAPHY” seit vielen Jahren sehr schätze, habe ich mir sein “Hong Kong Waters” doch sofort gekauft.

Müller-Pohles fotografische Arbeiten sind immer experimentell, forschend, auf der Suche nach Neuem: Er will mit ihnen unbekannte Aspekte unserer Welt erschließen, Wesentliches ans Licht bringen, Ungesehenes sehen – entsprechend seinem Grundsatz: “Was ich nicht sehe, fotografiere ich. Was ich nicht fotografiere, sehe ich.”

Das Thema Wasser verfolgt er schon lange. 2008 publizierte er die Fotografien seines “The Danube River Project” in einem wunderbaren Bildband. Hier waren alle Bilder horizontal vom Wasserspiegel aus aufgenommen: mit Blick ins Wasser und übers Wasser. Dazu nannte er die chemischen Wasserwerte der jeweiligen Aufnahmeorte von der Quelle der Donau bis zu ihrer Mündung: eine neue Sicht auf diesen einzigen wirklich europäischen Fluss! Dieses Konzept setzt er in “Hong Kong Waters” verwandelt fort: Ästhetisch überzeugend trifft er vom Nullpunkt aus das Wesen dieser einzigartig lebendigen Stadt der 263 Inseln und ihres Wassers.

Auch technisch ist das Buch bestechend. Das edle Flexcover vermittelt die Liquidität Hongkongs; die Qualität des Papiers, des Drucks, der Fadenbindung, selbst des Geruchs sind hinreißend. Doch all das übertrifft die Abfolge der 63 Bilder.

Ein großartiger Band, ein Geschenk für alle, die Niegesehenes sehen und Neues erfahren wollen.
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Andreas Müller-Pohle: Hong Kong Waters
Andreas Müller-Pohle: Hong Kong Waters von Oscar Ho (Broschiert - 24. April 2013)
EUR 39,90
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