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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vielschichtige, anspruchsvolle aber gelungene Darstellung, 12. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität (Gebundene Ausgabe)
Mit „Von der Ausgrenzung zur Umarmung“ ist Miroslav Volf eine breite und inhaltlich überzeugende Darstellung der großen Themen Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit gelungen. Geprägt von den Eindrücken des Kroatienkrieges der 90er Jahre, zeichnet Volf christliche Identität als eine Identität des Umarmens, der Versöhnung und der Vergebung, für die „der Wille, uns an andere hinzugeben und sie ‚anzunehmen‘ (…) jedem Urteil über andere voraus“ geht (31).
Im ersten Teil erfolgt eine ausführliche Beschreibung der beiden titelgebenden Gesten „Ausgrenzung“ und „Umarmung“, die jeweils in einer detaillierten Auslegung der biblischen Geschichten von „Kain und Abel“ bzw. „dem verlorenen Sohn“ gipfeln. Christliche Identität wird darin bestimmt als eine Identität, die dem anderen in sich selbst Raum gibt, ohne jedoch das eigene Selbst in diesem Akt aufzulösen. Im zweiten Teil bezieht Volf die so gewonnen Erkenntnisse auf die drei Spannungsfelder „Unterdrückung und Gerechtigkeit“, „Täuschung und Wahrheit“ und „Gewalt und Frieden“ und zeigt darin Handlungsräume und -möglichkeiten christlicher Identität auf. Versöhnung und Umarmung sind, so seine These, nicht ohne die gesprochene Wahrheit und ohne die vollzogene Gerechtigkeit möglich. Demnach gehört zum Willen zur Umarmung, ein „Kampf gegen Verstellung, Unrecht und Gewalt“ (32).
Für seine Argumentation rezipiert Volf eine Fülle verschiedenster theologischer wie nicht-theologischer Forschungsdiskurse und legt ihr ausführliche Interpretationen biblischer Schlüsseltexte (z.B. der verlorene Sohn, Kain und Abel, Jesus vor Pilatus etc.) zugrunde. Postmoderne Denker wie Focault, Derrida (und Nietzsche) werden ebenso herangezogen wie zeitgenössische Theologen (z.B. Welker, Moltmann). Wegen Dichte und Breite der Argumentation muss das Buch sicherlich mehrmals gelesen werden, um es in seiner Tiefe zu verstehen. Aber indem Volfs Ausführungen immer wieder mit konkreten Beispielen unterfüttert werden, werden seine großen Leitgedanken auch für den Einzelnen praktisch greif- und umsetzbar. Volf baut keine theologisch-philosophischen Luftschlösser, sondern richtet den Blick auf die alltäglich erlebte Realität und bleibt sachlich und nüchtern.

Zwar ist die deutsche Übersetzung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig („Exclusion“ wird mit Exklusion übersetzt) und kommt etwas holprig daher, tut dem Inhalt jedoch keinen Abbruch. Manche Ausführungen Volfs geraten außerdem etwas zu lang und vielschichtig, was daran liegen mag, dass er jeglichen möglichen Einwänden Raum gibt und diese ausführlich diskutiert. Hier und da ein Verweis auf eine Fußnote wäre vielleicht die bessere Lösung gewesen.

Heraus kommt ein theologisch und handlungspraktisch sehr herausforderndes Buch, das hoffnungsvoll-realistisch Möglichkeiten aber auch klare Grenzen christlichen Handelns aufzeigt. Es legt dar, wie im Großen und im Kleinen Wege der Versöhnung begangen werden können, ja sogar müssen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wertvolles Buch, das gelesen werden sollte, 7. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität (Gebundene Ausgabe)
Volfs Vorschlag zur Überwindung oder zumindest annähernden Verbesserung von Konfliktsituationen vielerlei Art ist mittlerweile über 16 Jahre alt und erschien 2012 erstmals in deutscher Sprache im Francke Verlag. Die leitenden entgegengesetzten Metaphern stehen bereits auf dem Titel: Ausgrenzung und Umarmung.

Daran schließt sich leider auch schon die erste grundlegende Kritik an der deutschen Übersetzung an: Aus dem englischen Originaltitel „Exclusion and Embrace“ wurden auf dem Cover Ausgrenzung und Umarmung, der gesamte Innenteil beschäftigt sich dann aber mit „Exklusion“ statt „Ausgrenzung“. Inhaltlich sicher nicht entscheiden, der Duktus des Buches hätte aber eher nach der umgängigeren Übersetzung „Ausgrenzung“ verlangt. Auch an anderen Stellen scheint die Übersetzung von Kernbegriffen (so zumindest der Eindruck in der deutschen Ausgabe) nicht vollkommen passend und sollte in einer möglichen zweiten Ausgabe überarbeitet werden.

Davon abgesehen hat man es bei Volfs Buch mit einem beeindruckenden Werk zu tun. Die durchgehende These bzw. der Grundappell „Gib dem anderen in dir selbst Raum“ wird zunächst in vier Kapiteln erarbeitet und im zweiten Teil in drei Kapiteln anhand der Konflikte von „Unterdrückung und Gerechtigkeit“, „Täuschung und Wahrheit“ und zuletzt „Gewalt und Frieden“ entfaltet. Besonders eindrucksvoll ist die Art und Weise, in der Volf sein Anliegen auch methodisch umsetzt. Konsequent versucht er, auch konträren Positionen in seinem Ansatz Raum zu geben und sich auch mit Nietzsche, Derrida und Anderen auseinanderzusetzen, die zunächst nicht den Anschein erwecken, einer theologischen Konzeption zuträglich zu sein. Der negative Nebeneffekt dessen ist, dass auch quantitativ andere Autoren recht viel Raum in Volfs Buch bekommen.

Erfrischend nüchtern und dabei zugleich ergreifend persönlich legt Volf einen theologisch-ethischen Ansatz vor, der überzeugt, gerade weil er sich nicht in einer Utopie verliert, sondern den Blick immer fest an der Realität hält. Das führt allerdings leider auch dazu, dass dem ganzen Entwurf ein merkwürdiger „Zug nach unten“ anhaftet. Vielleicht deshalb, weil die individuelle Selbsthingabe in ihren Konsequenzen – nämlich dass sich dann auch Menschen für mich hingeben – nicht explizit bearbeitet wird.
Das Buch sollte dringend gelesen werden, weil es nachvollziehbar dialogfähig macht. Nicht nur mit Gleichgesinnten, sondern vor allem auch mit denen, die anderer Meinung sind. Wie wertvoll das ist und welch glaubwürdiges Zeugnis für die sich hingebende Liebe Gottes, kann man wohl nur erahnen.
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5.0 von 5 Sternen Tiefgründig und praxisnah!, 7. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität (Gebundene Ausgabe)
Bei „Von der Ausgrenzung zur Umarmung“ handelt sich um eine philosophische und theologische Reflexion der Themengebiete Vergebung, Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit. Das Ergebnis ist jedoch kein „bloßes theoretisches Gedankengebäude“. Die Überlegungen werden vielmehr immer wieder anhand von Beispielen ausgeführt und geerdet. So nimmt der Autor mit jugoslawischen Wurzeln, Mirolsav Volf, insbesondere die politischen und religiösen Auseinandersetzungen in seiner Heimat in den Blick. Ein ebenso tiefgründiges wie praxisnahes Buch – sicher auch für die große politische Bühne, doch genauso für die Niederungen meines christlichen Alltags!
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5.0 von 5 Sternen Vorsicht, dieses Buch kann ein Leben umkrempeln, 18. Dezember 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität (Gebundene Ausgabe)
Das für mich faszinierende am Autor des vorliegenden Buches, er lebt seine Theologie selbst vor. Dem ist nicht oft bei Theologen so, aber wenn Wort und Tat überinstimmen, dann ist das beeindruckend und im Falle von Miroslav Volf richtungsweisend.

In sieben Kapiteln seines aktuellen Buches

- Distanz und Zugehörigkeit

- Exklusion

- Umarmung

- Geschlechtliche Identität

- Unterdrückung und Gerechtigkeit

- Täuschung und Wahrheit

- Gewalt und Frieden

zeichnet Miroslav Volf einen gangbaren Weg für Christen auf um in dieser Welt aktive Mitgestalter einer friedlichen Zukunft zu werden. Ausgehend von biblischen Geschichten, besonders beeindruckt war ich hier von seinen Beispielen vom verlorenen Sohn und von Kain und Abel, zeigt er dicht an der Realität wie ein jeder Christ heute an seinem Platz etwas für Versöhnung tun kann.

Um dieses Buch ganz zu erfassen wird man es sicher mehr als einmal lesen müssen. Es ist wie eine Schatztruhe der Inspiration. Immer wieder entdecke ich in ihm neue Ansatzpunkte bei denen Miroslav Volf mich ermutigt mein privates Wohnzimmer zu verlassen und mein Christsein in die Welt zu tragen.
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Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität
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