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71 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht im Verborgenen
Nach jahrelanger Lektüre der Weltkriegsliteratur blieb Remarques "Im Westen nichts Neues" unübertroffen. Durch Zufall bin ich auf den "Heeresbericht" gestoßen. In zwei Tagen gelesen, kann ich nur sagen: Was Remarques Paul Bäumer dem Leser beschrieb, kann man durch Reisigers (der Protagonist des Heeresberichts) Augen sehen, man kann es riechen und...
Veröffentlicht am 13. September 2006 von PRU

versus
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Blick zurück
Edlef Köppen hat in 1930 aus relativer zeitlicher Nähe sein Buch über die (fiktiven) Erlebnisse des Frontsoldaten Adolf Reisiger im Ersten Weltkrieg veröffentlicht. Ich habe den Eindruck, dass hier auch einiges an Autobiografischem verarbeitet wurde. Insofern halten wir hier ein echtes Zeitzeugnis in den Händen.

Adolf Reisiger tritt mit...
Vor 1 Monat von Caracalla veröffentlicht


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71 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht im Verborgenen, 13. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Taschenbuch)
Nach jahrelanger Lektüre der Weltkriegsliteratur blieb Remarques "Im Westen nichts Neues" unübertroffen. Durch Zufall bin ich auf den "Heeresbericht" gestoßen. In zwei Tagen gelesen, kann ich nur sagen: Was Remarques Paul Bäumer dem Leser beschrieb, kann man durch Reisigers (der Protagonist des Heeresberichts) Augen sehen, man kann es riechen und fühlen. Das Buch wirkt noch sehr lange nach. Der Realismus ist so gnadenlos, dass jeder Funke von Schlachtfeldromantik im Trichterschlamm verglimmt. Tragisch, dass dieses literarische Werk in der Flut der Weltkriegsliteratur unterging.
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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atemberaubend!, 28. März 2012
Von 
Ramones 16 (Absurdistan) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Gebundene Ausgabe)
Ich habe so einige Erlebnisberichte über den Ersten Weltkrieg gelesen, darunter natürlich Remarque, Jünger, Rommel oder Zweig. Aber "Heeresbericht", dessen Autor Edlef Köppen mir vollkommen unbekannt war, hat mich von der ersten Seite an gefesselt, wie selten ein Buch zuvor. Und ich lese ziemlich viele Bücher.... Die wunderbar nüchterne und präzise Sprache ist bereits ein Höhepunkt an sich, ein unglaubliches Talent, dieser Köppen. Der Inhalt aber, obwohl dies kaum mehr möglich erscheint, hebt sich noch über Stil und Sprache hinweg. Die Verwandlung des Adolf Reisiger im Laufe des mehrjährigen Gemetzels ist nachvollziehbar, verständlich, beklemmend. Weder wird er zu einem "Landsknecht" im Sinne Jüngers, noch findet der etwas weinerliche Ton eines Remarque statt. "Heeresbericht" positioniert sich damit sozusagen genau in der Mitte zwischen "Im Westen nichts Neues" und "In Stahlgewittern". Und schlägt meiner Meinung nach beide Klassiker! Dazu lernt man noch einiges über Wirkungsweise und Taktik der Feldartillerie. Reisiger ist Artillerist, und diese war ja die bestimmende Waffengattung des Ersten Weltkriegs.Auch das Ende, welches ich selbstverständlich nicht verrate, finde ich sehr stimmig. Hier passt einfach alles. Für mich nicht nur der bisher beste Roman, welchen ich über den Ersten Weltkrieg gelesen habe, sondern eines der besten Bücher überhaupt in meinem ganzen bisherigen Leben. Chapeau!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur... wow!, 18. Februar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Gebundene Ausgabe)
Der Protagonist Adolf Reisiger meldet sich bei Kriegsausbruch freiwillig zum Heer und kommt Ende 1914 mit einem Ersatztransport an der Westfront im Raume Lille an. Dort dient er zunächst bei einer leichten Munitionskolonne des Feldartillerieregiments 96, wünscht sich aber nichts sehnlicher, als vorne mit dabei zu sein - schließlich ist er ja Kriegsfreiwilliger. Sein Wunsch geht auch bald in Erfüllung und er wird zur 1. Batterie F.A.R. 96 versetzt, wo er auch zum ersten Mal das wahre Wesen des Krieges miterlebt: Dem Unteroffizier Conrad wird von einer französischen Granate die linke Hand weggerissen... Bald sieht er auch die ersten Toten und der erste Kamerad, ein alter Bekannter aus Studienzeiten, fällt auf Beobachtungsposten. So hat sich Reisiger den Krieg nicht vorgestellt...

Köppen gelingt das Meisterstück, dem Leser das Kriegserleben ganz plastisch vor Augen zu führen: Seine kräftigen, einfachen, Schilderungen fesseln und erwecken im Leser den Wunsch, "noch eine Seite" zu lesen, bevor man das Buch mal zwangsweise aus der Hand legt. Unterstützt wird die Erzählung durch diverse eingestreute Dokumente, die jeweils zeitlich passend zur Handlung einen bestimmten Aspekt des Lebens jenseits des Frontgeschehens herausgreifen und exemplarisch beleuchten: Werbung für "Gesundheitsseife" für den Krieger im Felde, eine "Siegesmeldung" eines Damenunterwäscheherstellers, Redebeiträge aus dem Reichstag, Passagen aus den Berichten der Regimenter, Divisionen, Armeekorps... Gerade dadurch wird eine immense Spannung zwischen der (vorgegaukelten) "heilen Welt" zuhause und dem rauhen Kriegserleben an der Front erzeugt, die ja auch so viele Kriegsteilnehmer damals empfunden haben.

Der Leser erlebt langsam mit dem Protagonisten zusammen einerseits den Wandel des Kriegsverlaufes, andererseits aber auch das Absterben der frühen Kriegsbegeisterung, die zunehmend einer tiefen Abscheu dem Krieg gegenüber Platz macht.

Kurz: Das Buch ist meiner Ansicht nach definitiv das eindringlichste Werk zum Ersten Weltkrieg und lässt Remarques "Im Westen nichts Neues" stellenweise verblassen (Ich hielt bis ich "Heeresbericht" gelesen hatte "Im Westen.." übrigens für eines der besten Bücher überhaupt. Nach "Heeresbericht" sehe ich das anders.) Es ist mir ein Rätsel, wieso "Heeresbericht" seit über 80 Jahren ein Nischendasein fristet...
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmente Nüchternheit, 23. September 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Taschenbuch)
Edlef Koeppen nennt sein Buch explizit "Bericht". Wäre dem nicht so, gäbe es von mir Abzüge, da er weitgehend die persönliche Profilierung und so die emotionale Ausgestaltung seiner "Helden" vermissen lässt. Solche Erwartungen eines Romanlesers wie mir werden drastisch enttäuscht und gerade dadurch, mit Hilfe von Montagen der Medienberichte aus damaliger Zeit, entspinnt Koeppen die unheimliche Realität, dass der Wahnsinn, den er schildert Tatsache ist. Nackter geht nicht. Bei ihm gibt es eben keine Helden. Persönlichkeiten sind nicht gefragt im wilhelminischen Massenaufmarsch und so fallen die Protagonisten, werden im Geschoßhagel pulverisiert, als Anonyme. Sie haben keine Zeit aus ihrem Schatten als Nummern hervorzutreten. Atemlos stürzen sie gesichtslos am Leser vorbei in die Stacheldrahverhaue. Somit gelingt Koeppen der Gegenentwurf zu Remarque, der im dicksten "Frontschlammassel" doch auch Sprachästhet bleibt - dem man einfach anmerkt, wie gründlich er an jedem Dialog gefeilt hat. Die Soldaten in Koeppens Regiment sind keine verkannten Philosophen und keine verpflanzten Lyriker - es sind Opfer jener Zeit, denen für das unaussprechliche eben auch die Worte fehlen. Ein Gegenentwurf zu Remarque, nicht im entweder-oder, sondern in der Ergänzung.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packendes Hörbild über eine Gesellschaft im Krieg, 23. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Audio CD)
Packendes Hörbild über eine Gesellschaft im Krieg
(Aus einer Besprechung von Sigrid Menzinger in Deutschlandradio Kultur am 13.7.2012)

Das erschütternde Kriegstagebuch "Heeresbericht" war jahrelang vergessen, obwohl zeitgenössische Kritiker das Werk 1930 mit Remarques "Im Westen nichts Neues" verglichen hatten. Aufwändig mit 30 Sprechern produziert erscheint das Werk Edlef Köppens nun als Hörbuch - und es überzeugt und reißt mit. "Heeresbericht" ist Autobiografie und erschütterndes Kriegstagebuch in einem. Neben Döblins "Berlin Alexanderplatz" gilt er als einer der ersten deutschen Montageromane: unkommentiert sind Reden des Kaisers, Reklame, Zeitungsartikel, Feldpostbriefe, Tagebuchnotizen, offizielle Verlautbarungen, Tagesbefehle und Totenzahlen in den Text eingestellt. Das kann man jetzt auch hören: Nach vier Jahren intensiver Arbeit hat nun der Hamburger Zeichner, Maler und Regisseur Karmers für die kleine Edition Apollon den ganzen "Heeresbericht" als ungekürzte Lesung mit dreißig Sprechern produziert. Eine gelungene späte Wiedergutmachung für den Autor und sein über Jahrzehnte vergessenes Werk.

Für den Kriegsfreiwilligen Adolf Reisiger verlief der erste Einsatz recht ernüchternd: lange Zugfahrt, endlose Fußmärsche, Gefechtslärm in der Nacht, Vorgesetzte, die ihn nicht beachten, dann Einweisung zur Munitionskolonne. Anfangs keine Kriegshandlungen, dafür Schikane: jeden Tag aufs Neue blitzblanke Munitionswagen waschen, exerzieren bis zum Umfallen. Erste Zweifel. Schließlich der Marschbefehl zur Feuerstellung der 1. Batterie. Peter Bieringer überzeugt als Adolf Reisiger: ruhig, sympathisch, lakonisch, unsentimental. Mit dreißig Sprechern hat Regisseur Karmers den gewaltigen expressionistischen Roman "Heeresbericht" in ein ebenso beeindruckendes Hörerlebnis verwandelt. Unter den üblichen Verdächtigen im Hörbuchgewerbe sucht man die Namen der Sprecher übrigens vergebens. Vielleicht klingen sie deshalb so unverbraucht und uneitel, engagiert und ganz dem Text verpflichtet. Die in die Erzählung montierten Reden, Aufrufe, Briefe, Flugblätter, die Zeitungsartikel und Werbesprüche, bekommen ihre je eigene, unverwechselbare Stimme.

"Schnellfeuer": Die Wut der Menschen überträgt sich auf die Geschütze. Sechs metallene kalte Rohre geben mit Sachlichkeit sechs mal in sechzig Sekunden den Tod von sich. Nach kurzem fauchen sie weißlichen Dampf, schwitzen wie die Menschen, die arbeitenden Menschen an der Maschine. Dann bekommt die Maschine Blut: die Rohre sind heiß wie Fieber."

Solch ausdrucksstarke Passagen bleiben noch lange im Ohr, und sie lassen keinen unberührt. Aus jedem Satz spricht Köppens großes Mitgefühl für das Leiden von Mensch, Natur und Tier in dieser grausamen Schlacht. Und selten wohl fand ein Autor so berührende Worte für die Liebe inmitten des Grauens:
"Ein Mädchen, mich geküsst - Himmel, was soll denn Krieg, wo ein Mädchen mich geküsst hat, ein Mädchen ich geküsst habe... und dabei brennt da vorn die ganze Hölle"
Und während die Hölle immer weiter brennt, träumt sich der Freiwillige Adolf Reisiger aus ihr fort: "Einen Tag lang in Stille untergehen! Einen Tag lang den Kopf in Blumen kühlen und die Hände fallenlassen. Einen Tag lang nicht töten. "

Im Sommer 1918, kurz vor dem Waffenstillstand, zieht der Kriegsfreiwillige Adolf Reisiger die Konsequenzen, nennt den Krieg ein "sinnloses Verbrechen" und verweigert den Befehl. Er wird verhaftet - und kommt ins Irrenhaus. "Der Kranke schläft nicht, isst nicht, sieht starr vor sich hin. Wenn man mit ihm redet, hat er ständig nur einen Satz zur Antwort: "Es ist ja immer noch Krieg. Leckt mich am Arsch."
Die dreizehnstündige Lesung von "Heeresbericht" wird so zu einem packenden Hörbild über eine Gesellschaft im Krieg. Man wünscht ihm das große Publikum, das dem Roman zu Unrecht versagt geblieben ist.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eines der Bücher, die man gelesen haben sollte, 23. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Taschenbuch)
Ein Buch, das mich sehr lange bewegt hat (und eigentlich immer noch bewegt).
Aufwühlend, packend, unsentimental und weit ab von bekannter Heldenliteratur aus dem Trivialbereich schildert Köppen vier Jahre des ersten Weltkrieges aus der Sicht des Frontsoldaten. Hierzu kombiniert er eigene Erlebnisse mit historischen Dokumenten und schafft so einen spannenden Kontrast aus Dokumentation und Roman.
Kurz und knapp:
Eines der Bücher, die man gelesen haben sollte.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer Ohren hat zu hören... der sollte es bei Heeresbericht unbedingt tun!, 30. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Audio CD)
Genial. Edlef Köppens Erzählweise zieht den Leser in den Bann, fasziniert, ist beklemmend - stets hat man ein Bild im Kopf: großes Kopfkino. Während Remarque bei "Im Westen nichts Neues" m. E. immer ein bisschen melancholisch schreibt, Jünger den abenteuerlustigen "Halbstarken" skkizziert, vermag Köppen mit seinem autobiografisch inspirierten Protagonisten einen jungen Menschen darzustellen, einen jungen Menschen wie Du und ich in einer heute unfassbaren Lebenssituation. Kombiniert mit Originalzitaten und Zeitdokumenten ist Köppen ein wirkliches Meisterwerk gelungen - vom Sprecherensemble hervorragend interpretiert. Unbedingt hörenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch wie ein Tiefschlag, 11. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Gebundene Ausgabe)
Bisher war für mich Remarques "Im Westen nichts Neues" quasi das Standard-Buch zum Thema "Soldatenleben an der Front".
Durch den überdurchschnittlich hohen Notenschnitt hier aufmerksam geworden bestellte ich mir dieses
leider eher unbekannte Werk.
Verglichen mit Remarque ist Köppen hiermit ein Werk gelungen welches einen sehr schnell in seinen Bann zieht.
Man taucht regelrecht ein in die Welt vor 100 Jahren, der Protagonist Reisiger nimmt einen mit in eine Welt jenseits des Verstandes. Man glaubt wirklich das Grauen und den Wahnsinn selbst hautnah mitzuerleben.
Wo Remarque mehr auf auf die Sinnlosigkeit des Krieges abhebt und man die Handlung eher aus der Distanz erlebt, da versteht es Köppen eine unheimlich reale und dichte Atmosphäre zu erzeugen. Das Buch von Köppen ist eindeutig härter, schärfer und stärker als das von Remarque.
Köppen hat auch nicht wie Remarque nur die "zweite Halbzeit" des Krieges mitgemacht sondern praktisch den kompletten Waffengang.
Seine Figur Reisiger trägt eindeutig autobiographische Züge, dadurch wiegen seine Worte viel schwerer als eine reine Romanhandlung weil man weiß: der Autor hat das meiste selbst erlebt, es ist wirklich so gewesen und nicht nur ausgedacht.
Wenn man längere Zeit gelesen hat muß man sich geistig erst mal wieder in die Realität zurückholen, so sehr nimmt einen die Geschichte gefangen. Man liest nicht nur einfach ein Buch, man erlebt die Handlung fast selbst mit. Am Stück lesen kann man das Buch nicht, immer wieder musste ich eine geistige Verdauungspause einlegen um die Worte sacken zu lassen.

Passend zu den einzelnen Szenen bzw. der Handlung streut er immer wieder kurze passende bzw. korrespondierende Absätze aus dem Zeitgeschehen mit direktem Bezug dazu ein. Dadurch wirkt alles noch viel tiefer, eindringlicher und zugleich surrealer als es ohne diese Absätze wäre. Ein echter literarischer Geniestreich!
Für mich das eindrucksvollste Werk über die Soldaten an der Westfront, hier wird vom Krieg erzählt wie er wirklich ist:
widerlich, barbarisch, unmenschlich, grauenhaft, irrsinnig.
Ohne jeden falschen Pathos und Heroisierung wie bei Jünger.

Der Preis für dieses Werk ist schier unglaublich: 8,99€ für 400 gebundene (!) Seiten.

Schade daß man nur 5 Sterne vergeben kann, ich würde dem Buch glatte 100 geben.

PS: an alle Erbsenzähler: ja, es gibt Rechtschreib- bzw. Druckfehler. Dies schmälert den Wert dieses Buches aber ebensowenig wie ein winziges Staubkorn das auf einem hochkarätigen Diamanten liegt.
Hut ab vor Edlef Köppen! Und verbindlichsten Dank für dieses einmalige Juwel.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Weltliteraturerbe" des Genres, 1. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Gebundene Ausgabe)
Ich sage gleich vorneweg: Wer sich mit Kriegsliteratur beschäftigt, sollte auf die Lektüre dieses Werks nicht verzichten.

Edlef Köppen erzählt die Geschichte des Kriegsfreiwilligen Adolf Reisiger, der im Oktober 1914 zum Feldartillerieregiment 96 an die Westfront kommandiert wird. Zunächst gelangweilt bei der Munitionskolonne lernt er beim 1/F.A.R.96 (Batterie, bestehend aus sechs Geschützen) den Fronteinsatz kennen. Er leistet nicht nut Geschützdienst, sondern wird häufig als Artilleriebeobachter im Bereich der vorderen Gräben eingesetzt und erlebt so Artilleristen- und Infanteristenperspektiven. Im Laufe des Krieges übersteht Reisiger Gas- und Luftangriffe, Kavallerievorstöße, massiven Artilleriebeschuss bis hin zum Trommelfeuer während der Somme Schlacht, wird verwundet, verschüttet, befördert und verliert Kameraden in sehr großer Zahl. Die Waffenstillstandmonate in Russland 1917 / 1918 erlebt er bereits als Leutnant, überwigend im Stabsdienst (Ordonanz). Die deutschen Offensiven im Westen bereitet er stabsmäßig mit vor, indem er sehr dezidierte Beschusspläne ausarbeitet. Am Ende erlebt er 1918 die erdrückende Übermacht alliierter Soldaten und derer Waffen. Schwärme von Flugzeugen, Massen von Amerikanern und vor allem Tanks lassen ihn erkennen, dass der Krieg für das deutsche Reich nicht mehr gewonnen werden kann. Verzweifelt "schmeißt er hin", wendet sich offen gegen den Krieg und wird dafür für verrückt erklärt und eingesperrt.
Edlef Köppen stellt dem Leser nicht nur die unmittlebaren Erlebnisse Adolf Reisigers dar, sondern auch das Geschehen seiner nahen Umgebung, seiner Kameraden und Vorgesetzten. So sieht der Leser Reisiger und sein Umfeld in gut strukturierter, sehr plastischer Weise. Gleichzeitig blendet der Autor immer wieder schriftliche Zeugnisse der Zeit von 1914 bis 1918 ein, die den Blick über das Geschütz hinaus weit öffnen und den Leser die Zusammenhänge erkennen lassen. Edlef Köppen spielt dabei genial mit Auszügen und Wiederholungen, um die Dinge tiefsinnig auf den Punkt zu bringen. "Heeresbericht" hat sehr viel Tiefgang, regt stets zum Nachdenken an, ohne je wie eine Predigt zu wirken. Das Buch lässt die unglaublichen Kampfgeschehnisse wieder auferstehen und ordnet diese immer wieder in kritische Denkabläufe ein. Hier ist kein Hurrapatriotismus, kein großes Abenteuer, sondern eine plastische Abrechnung mit dem unfassbaren Irrsinn des modernen Industrie- und Massenkrieges am Werk.
"Heeresbericht" ist nicht einfach nur ein Buch; es ist ein Werk, ein Werk über den Krieg gegen den Krieg. Meiner Meinung nach sollte dieses Werk Standardschullektüre im Geschichtsunterricht werden. Es ist erstaunlich, wie wenig bekannt "Heeresbericht" ist; das sollte nicht so bleiben!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Episches Meisterwerk !!!, 26. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Heeresbericht (Gebundene Ausgabe)
Lange Zeit ein vergessenes Buch über den ersten Weltkrieg. Von Literaturkritikern gelobt, von den Nazis verboten und verbrannt.

Edlef Köppen schildert das Leben des Soldaten Adolf Reisiger im Ersten Weltkrieg, dabei verarbeitet er seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse.

Die Lektüre dieses Buches versetzte mich direkt in die tobenden Kampfhandlungen: ich hörte den Lärm, sah das Grauen und roch den Tod.
Die Erlebnisse des Soldaten Reisiger noch beeindruckender zu schildern erscheint kaum möglich. Alles schonungslos und detailgenau in göttlicher Prosa beschrieben.

Die Gewaltigkeit der Worte beeinflussten meine Gedanken nachhaltig; oft dachte ich auch später an Reisiger.

Viele Bücher sind spannend. Dieses jedoch geht weit darüber hinaus. Ich fühlte mich innerlich aufgewühlt, insbesondere gegen Ende des Buches, als die Frage nach dem Sinn, nach dem Warum gestellt wird. Sterben um des Sterbens willen, gleichgültiger Gehorsam: warum das alles?
Solche und ähnliche Gedanken zwängen sich auf, jedoch mit der anschließenden, schrecklichen Gewissheit, dass es keinen Ausweg gab.

FAZIT: Für mich persönlich, neben Gabriel Chevalliers "Heldenangst", der beeindruckendste autobiographische Roman über den ersten Weltkrieg. Ein sprachgewaltiges Meisterwerk !!!
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Heeresbericht
Heeresbericht von Edlef Köppen (Gebundene Ausgabe - 1. Januar 2012)
EUR 8,99
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