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Kundenrezensionen

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am 26. Juli 2012
Neben Soziologie beschäftigte sich Gustave Le Bon auch mit Psychologie, Anthropologie, Archäologie und Ethnologie. Leider wie viele Wissenschaftler seiner Zeit mit rassistischen Ideen durchsetzt. Dennoch beleuchtet er bereits Phänomene wie das Unbewusste, was bei Siegmund Freud Beachtung fand. Weitere bekannte Leser seines Werks waren Hanah Arendt, die Mitscherlichs sowie Wilhelm Reich.
Le Bons pessimistischer Ansatz sagt aus, dass nicht Vernunft die Masse leite. Ein interessantes Buch auch hinsichtlich seiner Veröffentlichung im Jahre 1895, da es bereits einiges vorwegnahm, was zur späteren deutschen Geschichte gehört.
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am 9. März 2010
Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Nach Nietzsche's Antichrist und Machiavelli's Fürst lässt sich diese Übersetzung von Gustave Le Bon's Jahrhundertwerk durch eine moderne Wortwahl, klare Gliederung und häufige Absätze sehr lange ermüdungsfrei lesen.

Seine Lehren an sich sind stellenweise durchaus veraltet, häufig jedoch beinahe 1:1 auf die heutige Zeit anwendbar.

"Ideen brauchen lange Zeit, um sich in der Masse festzusetzen, und brauchen nicht weniger Zeit, um wieder daraus zu verschwinden. Auch sind die Massen in Bezug auf Ideen immer mehrere Generationen hinter den Wissenschaftlern und Philosophen zurück. Alle Staatsmänner wissen heute, wie viel Irrtum in den Grundideen steckt, [...], da aber ihr Einfluss noch sehr stark ist, so sind sie genötigt, nach Grundsätzen zu regieren, an deren Wahrheit sie nicht mehr glauben."

Denkt man dabei bspw. an den Klimawandel und Obama's Versagen beim Weltklimagipfel in Kopenhagen, so wird die Aktualität dieses Buches deutlich. Hin und wieder ertappt man sich bei einem unfreiwilligen Schmunzeln, wenn Le Bon vom "drohenden Sozialismus" spricht und man wehmütig an 40 Jahre DDR zurückdenkt. Auch seine Anekdoten, die er als Beweise für seine Theorien heranzieht, sorgen für einen gewissen Unterhaltungswert. Im hinteren Teil des Buches finden sich teils großzügige Anmerkungen des Autors, die häufig den nötigen Kontext zu seinen Theorien liefern.

Jeder mit einem gewissen Interesse an der menschlichen Psyche und den Beweggründen der Menschen sollte dieses Buch einmal gelesen haben. Nur vier Punkte gibt es wegen der recht häufigen Rechtschreibfehler, fehlender Worte, etc.. Da hat der Setzer schlechte Arbeit geleistet.
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am 5. Februar 2003
Le Bon's Buch habe ich schon im Alter von 16 Jahren gekauft, weil ich wissen wollte, was die großen Fanatiker dieses Jahrhunderts (Hitler und Goebbels) so eingehend studiert hatten. Damals verstand ich das Buch noch nicht. Lediglich eines wurde mir klar: Was diese beiden in Ihrer Zeit zur Perfektion betrieben haben, nämlich die Massen zu verführen und lenken, wurde von Le Bon auch aufgrund der Studien der französischen Revolution zu Papier gebracht - lange bevor jemand "Wollt Ihr den totalen Krieg" schrie.
10 Jahre später las ich das Buch nochmals, und vieles wurde mir klar. WERBUNG-MARKETING-HYSTERIE um POPSTARS-BÖRSEEREIGNISSE-MOBING - sprich die irrationalen Verhaltensweisen (oder auch die Dummheit) von Menschen in größeren Gruppen. Jeder der sich nur irgendwie mit den Verhaltensweisen der Menschen beschäftigt, oder auf der Suche nach den Ursachen seiner eigenen Entscheidungen ist sollte dieses anfangs etwas schwieriger zu lesende Buch erwerben. Es ist ein Meilenstein, von dem ich glaube, dass viele Entscheidungsträger auch heute noch sehr intensiv dieses Buch studieren und anwenden. Finger weg von diesem Buch, wenn Sie die Wahrheit nicht vertragen oder diese lesen wollen. Dieses Buch wurde übrigens schon um 1900 geschrieben-über hundert Jahre haben wir nichts dazugelernt....
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am 8. April 2010
Wie oft liest man Bücher, deren Texte 100 Jahre alt sind, und verliert dennoch jedes Zeitgefühl, da die Aussagen des Autors nach wie vor brandaktuell sind!?

Gustave Le Bon gehört zu den ganz großen Denkern, der seiner Zeit voraus war. Was die Historiker erst nach Jahrzehnten klar sahen, war für den herausragenden Intellekt Le Bons Gegenstand seiner Überlegungen, Erkenntnisse aber auch Sorgen:

1. Der Wandel alter Werte und Gesellschaftsstrukturen vor dem Hintergrund der Aufklärung sowie stärker werdenden demokratischer und sozialistischer Strömungen
2. Die Macht der (Menschen-) Massen und deren Eigenschaften
3. Die Einflussfaktoren der Handlungsweisen von Massen aus psychologischer Sicht

So hat Le Bon beispielsweise keine Zweifel, dass der Sozialismus und dessen hehren Versprechungen an der Realität zerchellen werden. Demutsvoll kann der Leser hier nur sein Haupt vor soviel Weitsicht neigen.

Le Bon ist jedoch aus vielerlei Sicht sehr interessant:

1. Weil sein Werk den großen Diktatoren des 20. Jahrhunderst angeblich als Vorbild diente
2. Weil Le Bon nicht wusste, wie sich das 20. Jahrhundert entwickeln würde, aber treffende Aussagen macht (siehe Sozialismus oben)
3. Weil wir leicht verständlich in die Grundzüge der Massenpsychologie eingeführt werden
4. Und weil sich die hochmodernen und aktuellen Aussagen in Le Bons zeitlichen Bezugsrahmen bewegen. Was er als Rasse bezeichnet, wurden wir heute als ethnische Gruppe titulieren. Seine zeitgemäße Abwertung der Frau (z.B. weibisch=unlogisch=hysterisch=emotional, irrational, etc.) lässt die Augenbrau heben. Doch ist hier der Leser gefordert, sich zu vergegenwärtigen, zu welcher Zeit dieses Werk entstand.

Tief beeindruckt war ich jedoch vom Kapitel V des zweiten Buches mit der Überschrift "Unterricht und Erziehung". Ich darf hier zitieren: "...psycholigischer Grundirrtum, sich einzubilden, die Intelligenz entwickle sich durch Auswendiglernen von Lehrbüchern. ...mit dem Inhalt von Büchern voll zu stopfen, ohne jemals sein Urteil und seine Entschlusskraft zu üben."
Wer fühlt sich da nicht an die eigene Schulzeit erinnert. Abseits des Bezuges zum Dritten Reich, den wir allein durch den Buchumschlag schon herstellen, empfand ich Le Bons sehr moderne Sichtweisen zu den Misständen im Unterricht und der Erziehung sehr bedrückend, da sich unser Schulsystem in 100 Jahren scheinbar nicht substantiell weiterentwickelt hat....

Nun gut, jedenfalls kann man/ich dieses Werk von Gustave Le Bon nur wärmstens weiterempfehlen. Es ist einfach zu lesen, gut verständlich, genial und bedrückend aktuell - und das nach 100 Jahren! Fünf Sterne!
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Paris im Jahr 1870: Die Stadt wird von preußischen Truppen belagert. Der 28-jährige Gustave Le Bon ist Arzt in einem Lazarett und muss miterleben, wie die Soldaten nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern mit Begeisterung in den Krieg ziehen und zu großen Opfern bereit sind. Le Bon stellt sich die Frage: Wie kommt es, dass sich Menschen für Ideen begeistern lassen, die sie kaum verstehen können? Warum lassen sie sich von politischen Strömungen blind mitreißen, hängen heute diesem und morgen jenem Anführer an, ohne nachzudenken? 25 Jahre später legte er seine Gedanken zu diesem Thema in seinem Hauptwerk "Psychologie der Massen" dar. Der heutige Leser liest Le Bons Abhandlung mit gemischten Gefühlen, reibt sich an Begriffen wie "Rasse" oder "Volksseele" ebenso wie an den zahlreichen unbegründeten, oft genug polemischen Behauptungen des Autors. Andererseits kann man Le Bon im Zeitalter der Massenmedien und der Massenkultur manchmal eine erstaunliche Treffsicherheit und Aktualität bescheinigen - einige seiner Analysen könnten auch aus dem 21. Jahrhundert stammen.
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am 18. Juni 2009
Vor nichts muß man sich so fürchten, wie vor dem Menschen, vor allem, wenn er Teil einer Masse ist. Man kann kaum glauben, daß der Autor seit 80 Jahren tot ist, das Buch liest sich, wie gestern geschrieben.
Das Problem heißt weniger "Napoleon oder Hitler" sondern der vernunftentsagte Mensch, der als Masse zur Bestie wird/werden kann.
Schaut Euch Euren Nachbarn an, es sind die selben Leute, die in entsprechenden Situationen binnen Minuten schreien, ob vor 300 Jahren oder heute:
"Hexerei, auf den Scheiterhaufen mit ihm/ihr."

Le Bon war Franzose, ich weiß nicht, ob er Schopenhauer gelesen hat.
Letzter betrachtete die Welt als eine Art Hölle, in der es gälte, sich eine feuerfeste Stube zu verschaffen.

Auf Seite 101 - 109 beschreibt Le Bon übrigens sehr anschaulich, weshalb unser Bildungssystem so viele Staatsfeinde heranzieht, allein schon deshalb lohnt sich die Lektüre.
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am 1. August 2010
"Eine zufällige Menge wird auf der Straße zusammengeballt, sie hat EIN Bewusstsein,
EIN Fühlen, EINE Sprache bis die kurzlebige Seele erlischt und jeder seines Weges geht."
(Oswald Spengler in: Untergang des Abendlandes)

Ein Standardwerk über "Die Psychologie der Massen" ist zweifelsfrei dieser Werk von Gustave Le Bon (1841-1931). Ihm gelingt es in kurzweiliger, präziser und logisch wie emotional nachvollziehbarer Weise seine Gedanken zur Massenpsychologie im Jahre 1895 darzulegen und damit sich als Begründer zu etablieren. Seinen Gedanken folgte nahezu uneingeschränkt Sigmund Freud in seinem Buch über "Massenpsychologie und Ich-Analyse", (1921) und selbst in dem Briefwechsel mit Albert Einstein zur Erörterung der Frage: "Warum Krieg?", (1932) ist dieses Phänomen ein Baustein der Überlegungen.

Le Bon gestaltet seine Analyse über die Wirkung und das Auftreten von Massen dreiteilig. Von der Frage, wie sich Kulturwenden auszeichnen und sie sich Auswirken auf Denken und Handeln des Menschen, ist eine Antwort zu erwarten aus der Beschreibung, aus den Kennzeichen von Massen aus Sicht der Psychologie. In dem Wissen, dass der "Gebrauch der Vernunft noch neu und zu unvollkommen ist", gelingt es ihm, die Frage des Allgemeinen im Phänomen der Masse zu erkennen, nämlich jene Massenseele, die aus Trieb, Instinkt und geformter Gleichartigkeit jeden Einzelnen zu einer Reduzierung, gar Aufgabe der Individualität zwingt und hin zur Teilnahme an den einzigen Augenblick bewegt, der nicht mehr von der reinen Vernunft sich leiten läßt. Er beleuchtet eloquent und mit Beispielen zusätzlich erklärend, wie die Zusammenhänge zwischen Individuum und Masse wirken im und zum "Gesetz der seelichen Einheit der Massen".

Im zweiten Buch wird abgeleitet, wie Meinung und Glauben wirken von Einzelnen auf alle; welche emotionale und im Grunde (ver-)führerische Technik herrschen kann und muß, um die Masse in einen Bann zu bekommen. Im dritten Buch widmet Le Bon sich der Auf- und Unterteilung, der Beschreibung unterschiedlicher Massen oder Gruppierungen und ihrer Bedeutung bzgl Herkunft, Entstehung und Wirkung.

Dass "die Menschen sich niemals von den Vorschriften der reinen Vernunft leiten lassen", ist eine wichtige Botschaft aus diesem Werk. In diesem Satz wird mehr als deutlich, dass die Phänomene von Gruppe, Wirkung, Ekstase etc mehr Bedeutung erlangen, als die Intelligenz, das Wissen des Einzelnen im Umgang mit sich selbst. "Die Gleichförmigkeit der Umgebung schafft die sichtbare Gleichartigkeit der Charaktere." Damit meint Le Bon nichts anderes, als dass die Möglichkeiten des Guten wie Schlechten im Menschen in der Masse beeinflusst und ausgelöst werden können. Die Reduzierung aller auf eine einzige Grundanschauung im Augenblick der Massenbewegung heißt damit nicht mehr, dass nur diese Anschauung gültig ist, weil sie in dem Augenblick jeder Prüfung entgeht. Dass Massen eine Führung brauchen, steht außer Frage. Doch der alten Führer-bezogenen Massenbewegung steht heute eine entgegen, die Programm-bezogen ist. Die Uniformierung im weitesten Sinne gilt auch hier, wenn auch diese postmoderne Masse eher mediatisiert und bunt ist. Es geht, wie Sloterdijk an anderer Stelle schrieb, um den Gegensatz von "Entladung und Unterhaltung".

Dieser Text (in deutsch seit dem Jahre 1910 verfügbar) ist aus zwei aktuellen Themen heraus eine wirkliche Empfehlung: zum einen wird das Phänomen Masse und Panik in den Medien diskursiv behandelt, zum anderen wird das Wissen von Vielen im Zuge der Digitalisierung der Kultur höher eingestuft als das Wissen von Genies.

M a s s e und P a n i k
Das aktuelle Geschehen in Duisburg zeigt, dass im Moment der vom Verstand losgelösten Empfindung Angst und Not dominieren und für alle einzig die Entscheidung instinktiv richtig zu sein hatte, aus einer Enge zu fliehen, koste es, was es wolle. Anschluss an diese Gruppe der Flüchtenden wollte jeder, der sich von der Angst der Enge entladen wollte. Und genau diese Entladung von Angst definiert Elias Canetti als Motiv für den Anschluß an eine Gruppe.

M a s s e und E n t s c h e i d u n g
Für Duisburg gilt aber auch eine zweite Gruppe, die mit Le Bon sehr gut beschrieben ist. Nämlich die Gruppe oder Masse, die losgelöst von den vernunftorientierten Gründen, allein aus dem Wunsche nach Prestige (Nimbus), ein überdimensionales Festival in ihrer Stadt sich wünschte. Und gerade diese Abstimmung, ob ja oder nein zu dieser Veranstaltung, wird im Sinne Le Bons abgestimmt, unter den Prämissen, es stattfinden zu lassen. Nämlich entfernt von einer zu Recht entgegensetzten Meinung bzgl. Sicherheit und Fluchtwege anderer außerhalb der Gruppe, wurde die Durchführung entschieden im Bewusstsein einer kollektiven Meinung, die Sicherheit a priori verheißt, da die Masse einen "Riskoschub" ignoriert. Le Bon spricht deutlich von der augenblicklichen Unkenntnis, dass die Risikobereitschaft der Einzelnen niedriger als die der Gruppe ist. Die zusätzliche unausgesprochene Annahme, eine Gruppenentscheidung führe nicht zur individuellen Schuld, begründet Le Bon aus der psychologischen Sicht, die später Sigmund Freud als Verschmelzung der "Heterogenität" zur "Homogenität" der Beteiligten und einen hypnothischen Modus von der Masse auf den Einzelnen erkennt. Damit hilft er hier sehr bei der Aufarbeitung von Entscheidungswegen. Eine weitere Tragik liegt nun darin, dass der Nimbus des Erfolgs verschwindet im Augenblick des Mißerfolgs. Eine Ablehnung in Folge des Mißgeschicks der Veranstalter und der Stadt scheint folgerichtig in der Le Bonschen Aussage: "Die Gläubigen zertrümmern stets voll Wut die Bilderwerke ihrer früheren Götter."

Wie das in der Antike gültige Scherbengericht verfährt heute der moderne mediale Ostrakismos. Denn ohne den Beweis eines Vergehens einzuklagen, fordern die Medien wie im Scherbengericht den Abgang aus Amt und Würden. Le Bons deutlicher Hinweis auf die "Nivellierung der Masse" ist als eine deutliche Warnung zu verstehen. Diese Nivellierung entbehrt jeglicher Vernunft und ist damit identisch mit einer zuvor formulierten Aussage Le Bons: "Der Masse gelingen nur aufgedrängte und niemals geprüfte Urteile." Le Bon bleibt aktuell.

M a s s e und W e i s h e i t
Die Annahme, das Internet sei eine grandiose Plattform, das Wissen vieler zu verbinden und damit die Weisheit zu erhöhen, ist unter all den Gesichtspunkten Le Bons nur abschließend wenn vernunftgeprüft zu entscheiden. Hatte Descartes noch mathematisch nachgewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit der richtigen Aussage Einzelner höher sein muss, als die Wahrscheinlichkeit einer Gruppe, steht er dennoch im Widerspruch zu Aristoteles, der noch postulierte, dass "aus der Vereinigung aller etwas Größeres an Wissen resultiere". Beide haben Recht, denn das Produkt von Wahrscheinlichkeiten im Bereich von 0 < p < 1 ist mathematisch kleiner als die Einzelwahrscheinlichkeit (Descartes) und doch zeigt die Erfahrung Gegenteiliges, was für Aristoteles spricht. Nur, und darauf legt Le Bon Wert, sind nur unabhängige Wahrscheinlichkeiten als Produkt sinnvoll und weiterhin sind in der Gruppenfindung von Entscheidungen, Manipulationen möglich, weil gerade die Rhetorik Weniger alle zur Zustimmung bewegen kann. Dass Phänomen der Masse trifft auch hier. Ein Grund mehr, Le Bon zu lesen und mit ihm das bravouröse Vorwort von Hofstätter.
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am 8. Oktober 2015
Nun weiß ich, wie und warum die Masse so tickt, wie sie tickt! Erschreckende Einschätzung über das "damalige" Schulsystem!!! Erkenne sich jeder selbst darin!
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am 14. Februar 2003
Den Aufstieg der Nazis, die Verleugnung unserer Vergangenheit nach dem zweiten Weltkrieg und das Phänomen Massenmedien. Es gibt kaum ein Element unserer heutigen Gesellschaft und unserer Geschichte, dass sich nicht mit diesem Buch erklären lässt.
Obwohl es schon über hundert Jahre alt ist, erklärt es auf erstaunliche Weise das Verhalten von Massen. Ein einzelner Mensch ist intelligent, eine Gruppe von Menschen ist dumm. Diese Aussage wird durch dieses Buch auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt.
Jedem, der sich für Politik oder für die Wirtschaft interessiert möchte ich dieses Buch ans Herz legen.
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am 21. Juni 2014
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Nicht nur um der eigenen Erkenntnis willen, sondern um der Erkenntnis der Steuerbarkeit der Massen und damit der eigenen Person willen. Wer sich fragte/fragt wieso sich so viele Menschen in diktatorischen Systemen unterwerfen und nicht die Stimme erheben, wird hier eine Antwort finden. Leider ist dieses Buch auch gut als Handbuch für angehende Diktatoren und Demagogen zu benutzen, aber dies läßt sich wohl schlecht vermeiden. Wissen kann immer für das Gute oder das Gegenteil benutzt werden.
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