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5.0 von 5 Sternen Brückenbauer
Mit 44 Jahren zog ich 1998 aus Niedersachsen nach Mecklenburg. Anfangs gab es kaum Kontakte, die über "Guten Tag!" und "Haben Sie sich schon eingelebt?" hinausgingen.
Das wurde anders als ich eine Umschulung begann. Mit einer netten Frau verstand ich mich sehr gut, bis sich die Irritationen häuften und es schließlich zum totalen Kontaktabbruch...
Veröffentlicht am 20. März 2002 von Maria Rosemeyer

versus
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3.0 von 5 Sternen Verstaendnis zwischen Ost und West
Die Empfindlichkeiten zwischen Ost und West in Deutschland sind medienunterstuetzt hausgemacht und nicht berechtigt. Der Autor weist auf sie hin, versucht sie zu erklaeren und schafft es, durch seine lockere Darstellungsart, dass man sie ueberdenkt und als -eigentlich - unnoetig und unsinnig erkennt.
egmargrb
Vor 20 Monaten von egmar veröffentlicht


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79 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brückenbauer, 20. März 2002
Mit 44 Jahren zog ich 1998 aus Niedersachsen nach Mecklenburg. Anfangs gab es kaum Kontakte, die über "Guten Tag!" und "Haben Sie sich schon eingelebt?" hinausgingen.
Das wurde anders als ich eine Umschulung begann. Mit einer netten Frau verstand ich mich sehr gut, bis sich die Irritationen häuften und es schließlich zum totalen Kontaktabbruch kam.
Um andere verstehen zu können, muß man erstmal wissen, wer man SELBST ist und wie man denkt und empfindet.
Einen Satz, wie: "Du würdest glatt als Ost-Frau durchgehen", der wortwörtlich im Buch zu finden ist, habe ich auch gesagt bekommen. Ich fühlte mich geschmeichelt und weiß heute, dass dieses Gefühl von Mißverständnissen nur so strotzt.
Und die Warnung, auf ironische Bemerkungen und Witze doch lieber zu verzichten, kann ich nur unterschreiben.
"Der Fuchs ist schlau und stellt sich blöd - beim Wessi ist es umgedreht"... hat mich tief verletzt.
Damals ahnte ich nicht, dass dieses Sprichwort genau den Punkt trifft. Dass es im Westen einfach ein MUSS ist, sich gut darzustellen und "zu verkaufen" und im Osten niemand auf die Idee käme, jedem gleich seine Kenntnisse und Fähigkeiten unter die Nase zu reiben.
Oder der unterschiedliche Umgang mit der Zeit: Zwei Menschen treffen sich, unterhalten sich angeregt und vereinbaren, sich "irgendwann" zu besuchen. Ein Westler hat das nach einer Woche abgehakt und erwartet nicht, vom anderen noch mal etwas zu hören. Der Ostler steht vielleicht nach 3 Wochen vor der Tür, was ein Ossi ganz normal fände... und ein Westler erinnert sich nicht mehr daran und fällt aus allen Wolken.
Wenn sich zwei Menschen unterhalten, von denen der eine nach den menschlichen Gemeinsamkeiten sucht, es dem anderen jedoch wichtig ist, in einem günstige(re)n Licht zu erscheinen und recht zu haben.....
Schweigen am Ende einer Diskussion bedeutet beim Westler Zustimmung und beim Ostler Ablehnung.
Fast ein Wunder, dass wir einander manchmal trotzdem verstehen.
Der Autor hat offenbar viele persönliche Erfahrungen, ohne die manche Erkenntnis gar nicht möglich wäre, in sein Buch einfließen lassen. Sehr aufschlußreich, verblüffend und treffend fand ich seine Ausführungen über die sog. Emanzipation in Ost und West. Welchen Unterschied es macht, wenn aufgesetzte und tatsächliche Gleichberechtigung verglichen werden. Die Erkenntnis, dass die Auswirkungen selbst in den Betten spürbar sind.
Dieses Buch möchte ich allen empfehlen, die sich ein paar Gedanken MEHR machen.
Allen, die ahnen, dass die Menschen aus Ost und West sehr unterschiedlich empfinden und nach Erklärungen suchen.
Besonders jedoch denen, die im Westen leben, um keinen Preis in den Osten fahren wollen (außer zum Wellness-Urlaub nach Rügen) und meinen, schon zu wissen, wie die Ossis sind: faul, habgierig und undankbar.
Allen, die es schmerzt, zuzusehen, wie sich die "Fronten" immer mehr verhärten.
Den Politikern, die sich erst DANN ein Bild davon machen können, wie ihre schönen Worte im Osten ankommen.
Allen, die spüren, dass es hier herzlicher zugeht, die bisher aber keinen Kontakt finden konnten.
Allen Ostlern, die in den Westen gehen und sich wundern, warum sie lieber unter sich sind und mit den Westlern nicht warm werden.
Ganz nebenbei ist es auch ein Buch über Kommunikation im Allgemeinen. Wie oft kommt es zu Mißverständnissen, weil man davon ausgeht, der Gesprächspartner "wisse doch genau", wie man etwas gemeint hat. Dieses Buch öffnet den Blick für die eigene Art und damit für den anderen.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ihr könnt uns einfach nicht verstehen, 16. Juni 2005
Von Ein Kunde
Für Jemanden der sechs Jahre direkt nach der Wende in den neuen Bundeslänern gelebt und gearbeitet hat und hier mit vielen neuen Landsleuten enge Kontakte hatte, beschreibt dieses Buch zutreffend Problemkreise, die selbst genauso erlebt wurden.
Wer als gelernter DDR-Bürger in den Westen geht oder wer als Wessi im Ost leben und arbeiten will, sollte dieses Buch lesen.
Es hilft dabei, die immer noch in den Köpfen bestehende Spaltung zu überwinden.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aktuelles Thema mit hervorragend betrachtet, 27. Februar 2002
Vor 13 Jahren fiel die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland, doch nicht in den Köpfen der Menschen. Dieses Phänomen betrachtet Autor und Coach Olaf Georg Klein in seinem Buch „Ihr könnt uns einfach nicht verstehen“. Er zeigt anhand verschiedener Beispiele aus seinem beruflichen Leben, wie unterschiedlich die Kommunikation zwischen den Ost- und den Westdeutschen ist. Er beleuchtet die Mißverständnisse, Fehlinterpretationen und Irritationen, die uns trennen.
Dabei bleiben unterschiedliche Einkommensverhältnisse und differierende politische Tendenzen unbeachtet, vielmehr entwickelt er in seinem Buch drei Punkte, an denen man sieht, daß die Kommunikation unterschiedlich ist.
Ursache sei zum einen das Zusammenwirken unterschiedlicher verbaler und nonverbaler Kommunikationsformen. Anhand der Sprechgeschwindigkeit, Anzahl und Länge der Gesprächspausen, Empfinden in „normaler“ körperlicher Nähe und Distanz oder anhand der Länge des Blickkontakts äußere sich das. Diese verbalen und nonverbalen Kommunikationsformen legt er in verschiedenen Kapitel dar.
Des weiteren sei das, was „wir ‚sagen’ und das was wir wirklich ‚meinen’“, zwischen den östlichen Kommunikations- und den westlichen Kommunikationskulturen verschieden. Dies belegt er mit verschiedenen Beispielen aus dem beruflichen Leben. Für in Westdeutschland geborene und aufgewachsene Menschen gäbe es eine Trennung zwischen dem sachlich-öffentlichen und persönlich-privaten Bereich. Es sei eine selbstverständliche Voraussetzung bei allem, was gesagt wird. Daher werde es von ihnen nicht mehr erwähnt. Die in Ostdeutschland lebenden Menschen hingegen verbänden beide Bereiche viel stärker miteinander, so daß Kritik im beruflichen Bereich häufig persönlich aufgefaßt werde.
Ferner könne auch die Sprachökonomie herangezogen werden, da man häufig das weg läßt, was man bei dem anderen als bekannt voraussetzt.
Mit vielen Beispielen und Gegenüberstellungen der verschiedenen Lebens- und Betrachtungsweisen wird die unsichtbare, kommunikative Grenze der beiden Kulturen sichtbar. In diesem Buch betrachtet Olaf Georg Klein nicht nur die beruflichen Herausforderungen der Menschen, sondern auch die zwischenmenschliche, erotische Beziehung von Ostlern und Westlern.
Die gesamten von ihm aufgestellten Thesen hinsichtlich der Gründe für die unterschiedlichen Verhaltens- und Redensweisen finden ihr Ende in einer umfangreichen Schlußbetrachtung, in der auch Lösungsmöglichkeiten aufgewiesen sind, wie die Barriere in den Köpfen verschwinden kann. Es soll eine „kreative Umkehrung des ‚Gesetzes der Sprachökonomie’ erfolgen. Denn normalerweise läßt man in der Kommunikation alles weg, was als bekannt vorausgesetzt wird. Um aber (die von ihm ausführlich beschriebenen) Kulturschocks aufzudecken, muß man genau anders herum vorgehen: So lange immer weiter und präziser die eigenen ‚selbstverständlichen’ Voraussetzungen zu erklären, bis der andere sagt: Das ist klar, das ist auch für mich selbstverständlich und klar.“
Ein Kapitel widmet er der Frage, ob diese Trennung für immer sei. Besonders resistent gegen eine Veränderung der eigenen Kommunikationskultur seien Leute in jenen Gebieten in Ost und West, die mit der anderen Seite kaum in Berührung kommen. Zudem sei jemand um so festgelegter auf seine einmal gelernten Kommunikations- und Reaktionsmuster, je geringer sein Bildungsgrad und seine Mobilität sind.
Diese beiden Thesen sind meines Erachtens sehr gewagt, da gerade die Menschen, die am wenigsten mit der anderen Kultur in Berührung kommen, die wenigsten Vorurteile ihnen gegenüber haben. Auch kann man eingeschränkte Verhaltensmuster nicht anhand der Bildung festmachen. In vielen Einzelschicksalen ist erkennbar, daß Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit herrscht. Daraus lassen sich Rückschlüsse für die entsprechende Generation schließen, daß es früher besser gewesen sei. Diese Ansichten werden an jüngere Menschen vermittelt, die in dieser Gesellschaftsschicht und Kommunikationskultur aufgewachsen sind. Daher hat die noch bestehende Trennungsschwierigkeit ihre Ursache in der Erziehung und Vermittlung der Ansichten und beruht meines Erachtens nicht nur in dem geringen Bildungsgrad.
Dieses Buch ist hervorragend geschrieben und beleuchtet die entstandenen Herausforderungen von beiden Seiten. Dabei nimmt Olaf Georg Klein eine neutrale Position ein. Er beschreibt Situationen, Ereignisse und Erfahrungen mit Menschen ohne die eine positiv und die andere negativ zu werten. Das Buch kann jedem behilflich sein, der die Ostler oder Westler nicht versteht. Es werden sehr informative Möglichkeiten aufgezeigt, die den Umgang mit „den anderen“ einfacher gestaltet. Das Buch ist lesenswert und regt zu weiteren Diskussionen an.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fabelhaft!!!, 8. März 2003
Es gibt kein besseres Buch zu diesem Thema. Dieses Buch ragt mit seiner klaren Analyse, dem wohltuend sachlichen Ton und vor allem der präzisen Formulierung der kulturellen Differenzen zwischen Ost und West weit aus dem Sumpf peinlicher Selbstreflektionen (Ost) und dummdreister Arroganz (West) anderer Autoren, deren Werke in den letzten Jahren auf den Markt geworfen wurden.
O.G. Klein beschönigt nichts, ist nicht sentimental oder nostalgisch, schreibt nicht oberlehrerhaft oder besserwisserisch, sondern betrachtet beide Seiten ganz nüchtern, ohne eine Präferenz für Ost oder West. Seine Schlußfolgerungen und Empfehlungen sind so fundiert, daß man auf beinahe jeder Seite unwillkürlich denkt: Der Mann hat recht!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich ein Buch, das die Deutschen einander näher bringt, 30. Dezember 2001
Von Ein Kunde
In diesem Buch macht der Autor auf leicht verständliche und nachvollziehbare (!) Weise die Schwierigkeiten in der deutsch-deutschen Kommunikation deutlich. Man kann sich an vielen Stellen wiederentdecken. Es ist ein Muß für alle, die Vorurteile gegenüber den jeweils "anderen" Deutschen haben; die sich guten Willens auf die andere Seite zubewegt haben und doch wieder resigniert zurückziehen... Ein hilfreiches, "aufklärerisches" Werk!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weiterhin äusserst aktuell!, 8. Mai 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ihr könnt uns einfach nicht verstehen!: Warum Ost- und Westdeutsche aneinander vorbeireden (Broschiert)
Mir (Ost) ist es beim Lesen dieses Buches einiges klar geworden. Viele Irritationen bekamen mit einmal einen klaren Grund. Und ja, ich kann dem Inhalt voll und ganz zustimmen. Das im Westen eingebürgerte ehemalige Ost-Bürger dort kaum noch auffallen, liegt an der ausgeprägten Angepasstheit. Man lernt ausgesprochen schnell, alles zu unterlassen, was einen als Ossi "bloßstellt". Im Allgemeinen verheimlicht er möglichst die Herkunft, um nicht sofort in die Ossi-Schublade abgeschoben zu werden. Das eine Anpassung an die jeweilige Kommunikationskultur wünschenswert und möglich ist, wird auch nicht bestritten.
Allerdings erfolgt das fast immer einseitig, weil Westbürger seltener einen Anlass sehen, sich auf den Ost-Bürger einzustellen.

Der Autor erklärt, weshalb die unterschiedlichen Kommunikationsweisen noch sehr lange Zeit Bestand haben, ähnlich wie die Unterschiede zwischen Hamburgern und Bayern.
Da ist auch bekannt, das nördliche Bewohner häufig Schwierigkeiten haben, sich im Süden heimisch zu fühlen und umgekehrt.

Tatsächlich versucht der Autor wertungsfrei an die ganze Sache heranzugehen. Aus Sicht des Ostbürgers wird klar, das der Westbürger sich an die amerikanische Kommunikationsstruktur angepasst hat, was im Osten natürlich nicht stattfinden konnte. Dessen Verhalten würde ich eher mit den Bewohnern der skandinavischen Länder vergleichen (nein, nicht mit den Russen, denn tatsächlich hat es kaum zwischenmenschliche Kontakte zwischen DDR- und sowjetischen Bürgern gegeben).

Das 20 Jahre nach der Wende eine gewisse Anpassung im Umgang miteinander stattgefunden hat und die Kommunikation nicht immer nach Schema F abläuft wird nicht bestritten. Allerdings wird einem erst nach Lesen dieses Buches klar, weshalb Ost-Bürger und West-Bürger einfach nicht richtig warm miteinander werden.

Sollte wirklich jeder gelesen haben - auch der West-Bürger, der scheinbar nichts mit Ost-Bürgern zu tun hat, weil er z.B. noch nie im Osten war.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr, sehr aufschlussreich in Bezug auf Kommunikationsmuster, 2. November 2001
Von Ein Kunde
Für alle, die privat oder beruflich mit deutsch/deutscher Kommunikation zu tun haben und sich schon immer über das ein oder andere gewundert oder auch geärgert haben. Ein super Handbuch, um mit weniger Mißverständnissen im Osten oder Westen Deutschlands kommunizieren zu können.
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4.0 von 5 Sternen Gelungene Beschreibung, 12. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine gelungene Beschreibung, wenn man bedenkt, daß das nun bereits 25 Jahre her ist. Die Ostdeutsche Welt passt sich immer noch nicht in die Westdeutsche und umgekehrt. Leider gibt es sie immer noch, die Betonköpfe auf der Ost-wie Westseite. Bedauerlich, aber is so...Ich denke, es wird mindestens noch eine Generation dauern, bis das Thema keins mehr ist. Das Buch hinterläßt einen jedoch im Unklaren, was man am besten tut oder läßt.
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5.0 von 5 Sternen absolut lesenswert - vorausgesetzt man interessiert sich für das Thema anstatt es zu ignorieren, 30. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Olaf Georg Klein erkennt, analysiert und listet die nicht nur als psychologisch sondern eben als kulturell zu bezeichnenden Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen sehr gut auf und geht detailliert auf sie ein, auf ihre Wirkungen und wie man sie als Deutscher “der jeweils anderen Seite” interpretieren und darauf reagieren sollte. Dabei berührt der Autor die wichtigsten Lebensbereiche, privat wie beruflich.

Obwohl es natürlich immer auch atypische Ausreißer aus jeweils beiden Spektren gab und gibt, sich also nicht jeder Ost- und Westdeutsche “buchkonform” verhält, bezieht sich die Analyse doch treffsicher auf die repräsentative breite Masse der Deutschen hier und da. Wenn man erst einmal dieselben Erfahrungen gemacht hat, erkennt man die haargenaue Beobachtungsgabe des Autors an.

Nebeneffekt dieser Analysen: Sie schärfen den Blick des Lesers nicht nur für innerdeutsche Missverständnisse sondern fördern darüber hinaus zwangsläufig auch eine Sensibilisierung auf internationaler Ebene.

Das Buch erhebt dabei zu keinem Zeitpunkt einen wissenschaftlichen oder pseudowissenschaftlichen Anspruch sondern baut auf Erfahrungen und Erlebnissen auf. Um diese Erfahrungen aufzubereiten, zu interpretieren aber wohl auch vermeintlich besser zu verkaufen bedient sich der Autor immer wieder der Kommunikationswissenschaft. Auch ohne diese Anleihen hätten Aussage und Qualität des Buchs keinesfalls gelitten. Denn das eigentliche und für den Leser interessante Thema dominiert: die innerdeutschen Unterschiede, die daraus resultierenden Missverständnisse, ihre Erklärungen und die empfohlene Reaktion darauf.

Im Gegensatz zu den (Nach-) Wirkungen sind die Ursachen der deutsch-deutschen kulturellen Unterschiede kaum Thema des Buchs. Deshalb geht der Autor nur am Rande auf sie ein. Hierbei ist ihm eine grobe aber auch die einzige Schludrigkeit des ganzen Buches passiert, als er behauptet (persönliche) Kontakte und Reisen in andere Länder Osteuropas hätten einen Einfluss auf Ostdeutschland/die DDR gehabt und somit die Ostdeutschen auch geprägt. Tatsächlich gab es diese Kontakte so gut wie nicht. DDR-Bürger waren bis zum Schluss auch in östlicher Richtung interkulturell völlig unbedarft. Vielmehr wurden - im Gegensatz zum weltgewandten, sich internationalisierenden und vor allem amerikanisierenden Westen - im Osten unter der offiziellen Haube einerseits zwangsläufig die alten deutschen (Vorkriegs-) Werte und Verhaltensweisen viel länger konserviert und andererseits aufgrund von Mangel aber auch absoluter sozialer Sicherheit neue Verhaltensweisen entwickelt.
Diese Schludrigkeit ist im Weiteren aber nicht bezeichnend für die Qualität dieses Sachbuchs.

Das gut gegliederteBuch ist recht kurzweilig, ruft beim Leser oft genug den Aha- und Wie-recht-hat-er-doch-Effekt hervor. Es zeigt, dass kulturelle Unterschiede etwas anderes sind als die Mauer in den Köpfen und auch dann noch bleiben und nachwirken werden, wenn letztere bereits geschrumpft ist.
Das Buch lädt je nach voranschreitender eigener Erfahrung sogar zum wiederholten Lesen ein und eignet sich tatsächlich auch als Nachschlagewerk für immer wieder auftretende, erklärungsbedürftige deutsch-deutsche Lebens- und Arbeitssituationen. Und als solches wird das Buch auch noch längere Zeit nötig und von Nutzen sein, da der etwas suboptimale deutsche Wiedervereinigungsprozess diese Unterschiede eher konserviert als verblassen lässt. Aus verschiedenen Gründen sollte man das Buch fast auch den Zuwanderern ans Herz legen, die die Folgen der Eurokrise nach Deutschland treiben. Wie sehr die Versuche, diese Krise zu “lösen”, doch dem deutschen Wiedervereinigungsprozess gleichen! Wieder nichts gelernt.

Das Buch hilft sehr, Unterschiede zu verstehen und Verständnis für sie zu entwickeln. Ob es gelingt, den Ratschlägen und Anleitungen des Autors zu folgen, um ein erfolgreicher Wanderer zwischen den verschiedenartigen Welten zu werden, und damit notfalls über den eigenen Schatten zu springen, ist aber doch eine ganz andere Geschichte.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verstaendnis zwischen Ost und West, 29. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ihr könnt uns einfach nicht verstehen!: Warum Ost- und Westdeutsche aneinander vorbeireden (Broschiert)
Die Empfindlichkeiten zwischen Ost und West in Deutschland sind medienunterstuetzt hausgemacht und nicht berechtigt. Der Autor weist auf sie hin, versucht sie zu erklaeren und schafft es, durch seine lockere Darstellungsart, dass man sie ueberdenkt und als -eigentlich - unnoetig und unsinnig erkennt.
egmargrb
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