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4.210 von 4.648 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erst lesen, dann meckern
Meine erste Rezension hier hatte ich aufgrund von Vorabdrucken in diversen Zeitschriften verfasst und zunächst nur 4 Sterne vergeben. Nachdem ich einige Zeit auf die Lieferung hatte warten müssen, habe ich das Buch jetzt durch. Mir kam zugute, dass ich ein paar Tage Urlaub hatte, denn ich habe, obwohl eigentlich ein Schnell-Leser, drei Tage gebraucht, bis ich...
Veröffentlicht am 24. August 2010 von Lothar Müller-Güldemeister

versus
726 von 853 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stärken und Schwächen beim Namen nennen!
Die polarisierende Wirkung dieses Buches ist wirklich beeindruckend. 90 Prozent der Leute sagen "Jawoll, Sarazin hat recht", 10 Prozent sagen "Sarrazin spinnt", und dazwischen gibt es fast nichts. Warum? Weil die meisten Menschen sich schon die entsprechende Meinungsbrille aufsetzen, bevor sie das Buch in die Hand nehmen und dann nur das sehen, was sie sehen möchten...
Veröffentlicht am 27. August 2010 von Naoko


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4.210 von 4.648 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erst lesen, dann meckern, 24. August 2010
Von 
Lothar Müller-Güldemeister "Reißwolf" (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Meine erste Rezension hier hatte ich aufgrund von Vorabdrucken in diversen Zeitschriften verfasst und zunächst nur 4 Sterne vergeben. Nachdem ich einige Zeit auf die Lieferung hatte warten müssen, habe ich das Buch jetzt durch. Mir kam zugute, dass ich ein paar Tage Urlaub hatte, denn ich habe, obwohl eigentlich ein Schnell-Leser, drei Tage gebraucht, bis ich auf Seite 410 angelangt war, der letzten Seite vor den - umfangreichen - Anmerkungen, dem Register und dem Tabellenteil (ein alphabetisches Literaturverzeichnis fehlt leider). Soviel Zeit braucht man, um die Arbeit sorgfältig zu lesen und zu würdigen. Das haben meiner Überzeugung nach bisher die wenigsten derer getan, die dazu - in diesem Forum oder anderswo - Stellung genommen haben.

Das Buch verdient 5 Sterne.

Ich habe die Gewohnheit, wichtige Stellen in Sachbüchern anzustreichen. Bei diesem Werk hätte ich irgendwann damit aufhören sollen. Es gibt nämlich kaum einen Satz darin, der nicht anstreichenswert wäre.

Drei davon - eines allerdings selbst ein Zitat - will ich herausgreifen:

"Manche Dinge lassen sich eben nur beurteilen, indem man sich über konkrete Fakten und Zusammenhänge beugt; allgemeines Gerede führt da nicht weiter" (S. 372).

"Da politische Macht in einer Demokratie durch Wahlen errungen wird, für deren Erfolg sich das Versprechen einer sorglosen Zukunft als geeignetes Mittel erwiesen hat, ist die Verdrängung der demografischen Probleme zu einer heimlichen überparteilichen Staatsräson unseres demokratischen Wohlfahrtsstaates geworden" (Zitat nach Birg, S. 373),

"Hebel und Ansatzpunkte dafür [für Veränderungen] gibt es, man muss sie allerdings auch bedienen wollen. Dafür sehe ich in Deutschland gegenwärtig leider weder gesellschaftliche noch politische Mehrheiten" (S. 373).

Und in der Tat, zumindest die Mehrheit der politischen Klasse und der meinungsbildenden Presse in Deutschland beugt sich weder über konkrete Fakten und Zusammenhänge und wahrscheinlich auch nicht über Sarrazins Buch. Ich bezweifle sehr stark, dass ein Herr Gabriel oder eine Frau Merkel es gelesen haben, geschweige denn alle 40 Mitglieder des SPD-Vorstandes, die für seinen Ausschluss aus der Partei gestimmt haben. Sie ergehen sich lieber in allgemeinem Gerede. Denn allgemeines Gerede ist es, was die politische Klasse in Deutschland auszeichnet. Die Lektüre eines anspruchsvollen Werkes wie dieses, die, wie gesagt, ca. 3 Tage in Anspruch nimmt, würde ja ihrem für solches Gerede verplanten Zeitbudget abgehen.

Sarrazins Werk ist sorgfältig begründet, es handelt die bestehenden Probleme differenziert ab, lässt Gegenmeinungen zu Wort kommen und ist von offenbarer Sorge um das Schicksal dieses Landes getragen, anders als das Geschrei der Leute, deren einzige Sorge den Werten der nächsten Sonntagsfrage gilt oder die nichts als ihre Vorurteile pflegen wollen, ohne die Fakten zu betrachten:

1. Sarrazin hatte als Bundesbankvorstand Zugang zu dem besten verfügbaren statistischen Material. Er wird sich kaum die Blöße geben, dass seine Zahlenangaben zu den Geburtenraten türkischer Migrantinnen bzw. deutscher Akademikerinnen falsch sind. Genau das wird ihm hier aber unterstellt. Wer das tut, sollte dann bitte mit den richtigen Zahlen und den dazugehörigen Quellen aufwarten. Ich habe in der bisherigen Diskussion keine erwähnenswerte Stimme gehört, die das getan hat.

2. Nicht jeder, der für Autobahnen ist, ist ein Hitlerfan. Und nicht jeder, der auf Missstände hinweist, die Rechtsradikale für ihre Propaganda benutzen, ein Neonazi. Sonst wäre auch Heiner Geißler ein Neonazi, denn den von ihm unterstützten Antiglobalisierungskampagnen der Attac stimmt auch die NPD zu. Die NPD ist eine undemokratische Partei; Sarrazin wendet sich aber gerade dagegen, dass mit Migranten aus türkischen und arabischen Ländern demokratie- und menschenrechtsfeindliche Strömungen nach Deutschland eindringen. Gegen einen türkischen Migranten, der die deutschen Gesetze achtet, die deutsche Sprache lernt und sich und seine Familie selbst ernährt, hat Sarrazin rein gar nichts, aber durchaus etwas gegen einen deutschen Nichtsnutz, Tagedieb oder rechtsradikalen Schläger. Wer ihm eine Nähe zu Neonazis vorwirft, macht sich lächerlich. Das gleiche gilt für Leute, die ihm unterstellen, er wolle Sterilisierung oder Zwangsarbeit einführen - alles schon in diesem Forum gelesen.

3. Im Gegensatz zu dem, was immer wieder behauptet wird, beschuldigt Sarrazin weder Hartz-IV-Empfänger noch Migranten pauschal, noch greift er sie an. Im Gegenteil, er stellt fest, dass sie sich, wie jeder Unternehmer oder Arbeitnehmer, überhaupt jeder wirtschaftende Mensch, nach den Grundsätzen der Ökonomie verhalten, indem sie das Verhältnis zwischen Input und Output optimieren. Wer etwas umsonst kriegen kann, wäre dumm, etwas dafür zu bezahlen, und wer in Deutschland ohne Arbeit mehr verdient als in seinem Heimatland mit harter Arbeit, wäre schlecht beraten, nicht hierher zu kommen, wenn er es könnte. Sarrazin skizziert lediglich die Entwicklungen, die sich aus den in Deutschland vorhandenen Leistungs- bzw. Nichtleistungsanreizen ergeben und stellt die Frage, ob wir diese wollen, und ob wir sie bezahlen können. Die Frage, ob Sarrazin die Entwicklungslinien zutreffend beschreibt, kann man völlig unemotional diskutieren - seine Ausgangswerte und Schlussfolgerungen sind entweder falsch oder richtig. Die Frage, ob wir das wollen, was am Ende solcher Entwicklungen steht, muss jeder für sich als Bürger entscheiden und dann in politische Entscheidungen umsetzen, und sei es nur in der Wahlkabine. Der eine ist eben dieser Meinung, der andere jener. Die moralische Keule, die Sarrazins Gegner schwingen, ist somit völlig fehl am Platze.

4. Ein Rassist ist nicht, wer feststellt, dass Japaner anders aussehen als Äthiopier und Eskimos anders als Niederbayern, und dass die Unterschiede auf Vererbung beruhen. Rassist wäre auch nicht einmal, wer feststellen würde, dass, beispielsweise, die Eskimos im Durchschnitt intelligenter wären als die Niederbayern. Denn diese Feststellung beinhaltet keinerlei Feststellung über die Intelligenz eines einzelnen Niederbayern oder Eskimos. Rassismus beginnt dort, wo nicht mehr auf das Individuum und sein Tun und Können geschaut wird, sondern wo jemand gerade wegen seiner Gruppenzugehörigkeit bevorzugt oder benachteiligt wird.

5. Dass wirtschaftlich und sozial erfolgreiche Menschen im großen und ganzen intellektuell leistungsfähiger sind als lebenslange Transferempfänger, wird niemand ernsthaft leugnen können. Ebenfalls nicht, dass die intellektuelle Leistungsfähigkeit jedenfalls zum Teil erblich ist - ob zu 30 oder, wie Sarrazin vermutet, zu 50 bis 80 %, sei einmal dahingestellt. Egal, wie hoch der Prozentsatz ist - wenn er größer als 0 ist, bleibt die Tatsache unbestreitbar, dass ein Volk im Durchschnitt weniger intelligent wird, wenn die Intelligenteren weniger Kinder kriegen als die weniger Intelligenten.

6. Wenn das wiederum so ist, bleibt die Frage erlaubt, ob wir das wollen, und wenn wir es nicht wollen, wie wir es ändern können. Wenn wir es nicht wollen, ist es - und nichts anderes sagt Sarrazin - nicht sinnvoll, ein Anreizsystem zu haben, in welchem eine Transferempfängerin ohne Schulabschluss und ohne Beruf davon finanziell profitiert, Kinder in die Welt zu setzen, während eine Frau mit Berufsabschluss und Arbeitsplatz erhebliche finanzielle und sonstige Nachteile in Kauf nehmen muss.

7. Man wird, mit Sarrazin, die Frage aufwerfen dürfen, wieso andere Migrantengruppen sich im Vergleich zu türkisch-arabischen weitaus besser integrieren, ihre Kinder besser ausbilden und nicht überdurchschnittlich von Sozialtransfers leben. Und die weitere Frage, wieso diese Gruppe - wohlgemerkt, im Durchschnitt, keineswegs alle Individuen - sich in Amerika ohne weiteres integriert, in Deutschland und Europa aber einerseits die Vorzüge des Sozialstaates genießt, andererseits zu diesem nichts beiträgt. Wer auf diese Fragen eine plausible Antwort hat, dem höre ich gerne zu. Wer hier nur mit Schimpfworten und Worthülsen um sich wirft, trägt nicht zur Diskussion bei und hilft vor allem auch nicht denen, die er glaubt, vor Sarrazin in Schutz nehmen zu müssen.

Sarrazin ist selbstkritisch genug, um am Schluss seines Buches zu sagen: "Ich habe versucht, Zuspruch und Widerspruch produktiv umzusetzen [...]. Es schadet nicht, die eigene gefestigte Meinung immer wieder in Frage zu stellen, denn in der Weite der sozialen Wirklichkeit gibt es nur wenige endgültige und abschließende Antworten". Diese Einstellung würde man den Schreihälsen wünschen, die, statt sich mit Sarrazins Argumenten auseinanderzusetzen, lediglich darüber nachdenken, wie man ihn am besten loswird: durch Rausschmiss aus seiner beruflichen Stellung, aus seiner Partei oder am besten gleich aus dem Land - wie einst die DDR-Oberen bei Rudolf Bahro, nachdem er angemahnt hatte, man solle doch einmal Ventile an die Heizkörper machen, das würde gegenüber dem Lüften der überheizten Räume Energiekosten sparen.

Dieses Buch ist eines der anspruchsvollsten, bedenkenswertesten und zugleich erschütterndsten, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Jeder, der bereit ist, "die eigene gefestigte Meinung in Frage zu stellen", wird es mit Gewinn lesen, und zwar selbst dann, wenn er nicht alle Wertungen und Schlüsse des Autors teilt. Darüberhinaus ist es diesem Buch gelungen, was selten gelingt: mit einem Buch eine Diskussion über ein wichtiges Thema anzustoßen, das von der Politik sträflich vernachlässigt worden ist.

Damit hat sich Sarrazin mit seinem Buch nicht nur um Deutschland, sondern auch um das Buch überhaupt verdient gemacht. Es ist eine Streitschrift, aber wer mit Büchern streitet, tut es friedlich. Mit Fakten und Argumenten. Nicht mit Maulkörben, Berufsverboten, Parteiausschlussverfahren. Nicht mit Fäusten, Messern und Pflastersteinen, mit Kalaschnikows oder Selbstmordattentaten. Wenn ich einen Kandidaten für den nächsten Friedenspreis des deutschen Buchhandels zu benennen hätte, dann wäre es Thilo Sarrazin.

Das ist aber wohl noch unwahrscheinlicher, als dass sich die Politiker ernsthaft des Themas annehmen...
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider wahr, 6. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Leider ist dieses Buch kein Märchenbuch, sondern in sehr vielen Punkten die Realität.
Und leider wird wer die Wahrheit unverblümt ausspricht in unserem Land sofort erst von den Medien und dann natürlich von allen Trittbrettfahrern in der lügenverseuchten deutschen Luft zerrissen. Es bleibt eben dabei: "Wahre Worte sind selten schön und schöne Worte sind selten wahr!"
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eigentlich braucht man zu diesem Buch nichts mehr sagen., 5. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Es ist halt ein Fachbuch und kein Roman, den man mal so eben auf der Couch liest. Aber bis heute konnte Ihn NIEMAND wissentschaftlich widerlegen. Auch die Sätze zur genetischen Vererbung sind der absolut aktuellste Stand der Forschung.
" Wer die Wahrheit nicht kennt ist ein Dummkopf, wer aber die Wahrheit kennt und sie verleugnet ist ein Verbrecher."
Wenn ich mir dann die Reaktionen von Leuten angeschaut habe, die das Buch weder gelesen noch verstanden haben und die geifernden Haßattacken gegen den Autor, dann zeigt das zwei Dinge, wir werden von Dummköpfen regiert und durch die Medien manipuliert und die Demokratie gibt es in diesem Lande schon lange nicht mehr!
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2.374 von 2.755 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kommende Generationen werden für das Buch dankbar sein, 24. August 2010
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Deutschland schafft sich ab - das klingt wie ein Akt von bewusster Selbstzerstörung. Natürlich will das keiner. Wie wir trotzdem darauf zutreiben, davon handelt das Buch.

Was läuft falsch in Deutschland? Herr Sarrazin vergleicht im Buch die Einwanderungspolitik Deutschlands mit der in den USA. Dort hat man erst nach mehreren Jahren Aufenthalt Anspruch auf Sozialhilfe, die relativ gering und zudem auf 5 Jahre begrenzt ist. Dadurch wird Integration dort schon durch die notwendige Teilnahme am Arbeitsprozess erzwungen. Wer dagegen in Deutschland einwandert, wird versorgt.Unabhängig von eigener Kraft und Leistungsbereitschaft. Kann man Migranten mangelnde Integrationsbereitschaft vorwerfen, wenn jeder Anreiz dafür fehlt?

Herr Sarrazin setzt daher der "Willkommenskultur", die muslimische Verbände in Deutschland vermissen, eine "Erwartungskultur" entgegen, in der Integration eine Bringschuld der Migranten ist. Und das ist keinesfalls gegen sie gerichtet - sondern in ihrem eigenen Interesse. 58% der Menschen türkischer Abstammung fühlen sich in Deutschland nicht willkommen. Aber wie kann man Anerkennung in einem Land besser erreichen, als durch eigene Integrationsleistung, auf die man selbst auch stolz sein kann? Und wer nur Sozialleistungen will, ohne Integration oder überhaupt Gegenleistung - dem muss man sagen: du bist wirklich nicht willkommen!

Integration kann nur mit den Migranten gelingen, nicht gegen sie - sonst erzeugt man nur Verweigerung. Natürlich haben sie es auch schwerer als Deutsche auf dem Arbeitsmarkt und werden bei Bewerbungen oft benachteiligt. Deshalb spricht sich der Autor auch für Hilfsangebote aus. Diese müssen aber eindeutigen Aufforderungscharakter haben: "Fördern und Fordern" - Sanktionen inklusive. Das wird schliesslich bei den deutschen Beziehern von Hartz IV auch so gemacht.

Fazit: Thilo Sarrazin spricht unangenehme Wahrheiten aus und dafür gebührt ihm Dank. Schliesslich ist der Mann 65 Jahre und könnte seinen Ruhestand geniessen - statt sich der ideologischen Brandstifterei beschuldigen zu lassen. Warum tut er es überhaupt? Aus Lust an der Provokation? Nein, aus Sorge um unser Land und seine Zukunft! Unsere Urenkel würden ihm für dieses Buch danken - wenn sie schon geboren wären!
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1.778 von 2.070 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Volk in Agonie!, 27. August 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Bedeutung und Wirkung dieses Buches gehen weit über seinen Inhalt an sich und die darin aufgeführten Fakten und Argumente hinaus.

Die Brisanz des Themas, die sich an der ungeheuren Resonanz auf dieses Buch schon alleine hier bei amazon offenbart, liegt in seiner historischen Tragweite.

Die Menschen in diesem Lande - in den meisten westlichen Ländern ist das ähnlich - sind sich bewußt, daß Veränderungen vor sich gehen, die es so vorher in der Menschheitsgeschichte niemals gegeben hat, und die unumkehrbar sein werden.
Diese Veränderungen sind von mehreren Faktoren beeinflußt, die sämtlich von Sarrazin in seinem Buch umfassend behandelt werden.

Diese Faktoren sind u.a. der Abbau von Eigenverantwortung - niemand ist mehr für sich und sein Handeln verantwortlich, sondern die Gesellschaft ist schuld, die Kindheit, die Herkunft, o.ä.
Weiterhin der Rückgang der Geburtenraten, wodurch die Deutschen zahlenmäßig schrumpfen.
Dann die Zusammensetzung der nachfolgenden Generationen - die gebildeten Schichten reproduzieren sich in geringerem Maße als die weniger gebildeten, wodurch sich eine Entwicklung vollzieht, die das Volk langfristig geistig verarmen läßt.

Ein umstrittener Punkt ist dann die Einwanderung, die den zahlenmäßigen Rückgang der Deutschen laut Sarrazin nicht auffangen kann, da hauptsächlich unqualifizierte Ausländer einwandern, die qualifizierten bleiben, so Sarrazin, zu Hause, wo der Aufschwung ihnen mehr bietet als bei uns. Die zu uns kommen, werden von unseren Sozialleistungen angezogen, was die finanzielle Überlastung unserer öffentlichen Kassen zur Folge hat.
Das deutsche Sozialsystem sorgt durch seine Beschaffenheit für Kinderreichtum in der Bevölkerungsschicht, die nicht aus eigenem Antrieb existieren will oder kann.
So finanziert der Steuerzahler die geistige Ausdünnung, es kommen immer mehr Transferempfänger auf immer weniger Erwerbstätige.

Als Lösungsvorschlag fordert Sarrazin beispielsweise die finanzielle Sanktionierung von Schulschwänzerei und die Essenausgabe an den Schulen unter Anrechung auf die Sozialhilfe.
Wenn die ungebildete, nicht erwerbsfähige Schicht durch finanzielle Anreize angeregt wird, sich überdurchschnittlich zu vermehren, und die Kinder aus Veranlagung und/oder schlechter Förderung/Versorgung (regelmäßige Mahlzeiten, Empfang von Bildung im Elternhaus statt Fernsehen) ihrer Schicht treu bleiben, dagegen die Zahl der Akademiker kontinuierlich sinkt, sind die Folgen absehbar.

Der Produktionsfaktor Arbeit ist einer der wesentlichen Schlüssel für die Bewahrung unseres Wohlstandes, der zukünftig das derzeitige Niveau nicht halten können wird, wenn der Nachwuchs an Bildungsfähigen oder Bildungswilligen nicht gewährleistet wird. Aber dieser Faktor Arbeit ist in Deutschland im internationalen Vergleich nur aufgrund seiner Qualität konkurrenzfähig. Der Rückgang der Durchschnittsintelligenz und das steigende Niveau der internationalen Konkurrenz werden dafür sorgen, daß Deutschland Probleme bekommen wird, seinen bisherigen Wohlstand auch zukünftig zu generieren. Dazu kommen steigende Kosten durch eine höhere Zahl von Rentnern und nichtarbeitender Bevölkerung.

Was wir laut Sarrazin also tun müssen, ist eine stabile Gesellschaft zu bilden, einen festen Halt für Nachfolgende Generationen. Bildung und Ausbildung müssen gefördert werden, das Bewußtsein muß von der eigenen Person mehr auf die Gemeinschaft gelenkt werden. Einwanderung muß kontrolliert werden, Eingewanderte müssen zur Integration angehalten werden. Sarrazin widmet ein ganzes Kapitel der Einwanderung, hier sieht er große Probleme gerade bei den muslimischen Einwanderern. Kulturell bedingt bilden diese bei der Erwerbsquote und im Pisa-Vergleich das Schlußlicht, in der Kriminalitätsstatistik und im Transferempfang dagegen die Spitze. Sarrazin befaßt sich mit dem Islam, der als intolerante Religion bei wachsendem Einfluß zukünftig das Leben in diesem Lande stark verändern wird, wenn die bisherige Entwicklung unverändert anhält.
In diesem Zusammenhang liefert Sarrazin Zitate und Quellen, die belegen, daß erstens die Unterschicht aus den orientalischen Ländern und die jüngeren Ausländer besonders religiös sind und sich zweitens diese Schichten besonders stark vermehren, wogegen westlich orientierte Einwanderer eine ähnlich niedrige Geburtenrate haben wie die Deutschen. Bei den religiöseren Ausländern sei erklärtermaßen kein Integrationswille vorhanden, hier wird eine Anpassung an die Gastkultur als Sünde eingestuft.

Die eingangs erwähnte Bedeutung dieses Buches liegt nicht nur in seinem Inhalt an sich - sie liegt vor allem in der Reaktion der Öffentlichkeit und der Medien. Es wird vielfach versucht, die von Sarrazin sehr ausführlich dargestellten Selbstverständlichkeiten auf angebliche Ausländerfeindlichkeit zu reduzieren. Wer so argumentiert, hat dieses Buch nicht gelesen.

Wer sich auf so eine Argumentation einläßt, verspielt die historische letzte Chance, das Ruder noch herumzureißen und unumkehrbare Veränderungen zu verhindern, die eine ungewisse Zukunft für uns und unsere Kinder bedeuten. Das Beispiel Balkan zeigt, daß sich innerhalb weniger Generationen die Bevölkerung eines Landes vollständig verändern kann. Das ursprünglich serbische Kosovo ist heute albanisch ' statt eines lustigen multikulturellen Miteinanders hat die anfangs schleichende Einwanderung zu einer am Ende gewalttätigen Verdrängung der Einheimischen geführt.

Die Resonanz dieses Buches alleine zeigt, daß etwas nicht stimmt. Und daß das der Allgemeinheit voll bewußt ist. Das macht die Bedeutung dieses Buches aus!

Wer andere Ansichten hat als Herr Sarrazin, wer Lösungsvorschläge zu bieten hat, die über die Multikulti-Lobhudelei hinausgehen, der möge sich äußern! Mit Nazi-Keule und Stammtisch-Gefasel werden wir unsere Probleme jedenfalls nicht in den Griff bekommen!

Unsere Generation entscheidet heute über die Zukunft aller nachfolgenden Generationen. Das Recht dazu nimmt sie sich mit einer unglaublichen Arroganz, die auf dem Glauben beruht, der Weisheit und Moral letzen Schluß für sich gepachtet zu haben!
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726 von 853 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stärken und Schwächen beim Namen nennen!, 27. August 2010
Die polarisierende Wirkung dieses Buches ist wirklich beeindruckend. 90 Prozent der Leute sagen "Jawoll, Sarazin hat recht", 10 Prozent sagen "Sarrazin spinnt", und dazwischen gibt es fast nichts. Warum? Weil die meisten Menschen sich schon die entsprechende Meinungsbrille aufsetzen, bevor sie das Buch in die Hand nehmen und dann nur das sehen, was sie sehen möchten. Das ist zwar menschlich, aber wir sollten trotzdem versuchen, uns mit dem Buch sachlich auseinanderzusetzen und seine Stärken und Schwächen benennen.

Hier liegen die Stärken des Buchs:
1. Sarrazin spricht ein wichtiges Thema an, das von der Politik bisher nicht ausreichend angepackt wurde. Eigentlich müsste das Thema Integration ganz vorne auf der politischen Agenda stehen.
2. Der Autor hat viele Zahlen zusammengetragen, die eine deutliche Sprache sprechen.
3. Sarrazin hat Mut zur eigenen Meinung, was in der heutigen Politiklandschaft selten geworden ist.
4. Er zeigt auf, dass es nicht den integrationsunwilligen Ausländer an sich gibt, sondern verschiedene Gruppen mit größeren und schlechteren Integrationserfolgen, und er analysiert die Ursachen.

Das Buch hat aber auch Schwächen, nämlich folgende:
1. Sarrazin hat sich in das Gebiet der Genetik begeben. Hier kennt er sich eindeutig zu wenig aus, und das Thema bringt auch in der Debatte gar nichts. Es gibt lediglich Kritikern die Gelegenheit, sich auf Nebenkriegsschauplätzen auszutoben und Sarrazin mundtot zu machen.
2. Sarrazin malt mit seinen "Modellrechnungen" und "Satiren" ein Zukunftsbild, dass bei vielen Menschen Ängste weckt, und Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es um politische Meinungsbildung geht.
3. Der Autor will Deutschland retten, indem er "intelligente" Frauen für die Fortpflanzung belohnt. Ein völlig gestriger Ansatz. Wir sollten das Geld lieber in die Ausbildung der Kinder stecken, die schon da sind!

Was das Buch abgesehen von seinem Inhalt aber noch zu einem sehr wichtigen Buch macht, ist, dass es uns zeigt, wie schlecht es in Deutschland zurzeit um die Meinungsfreiheit bestellt ist. Das sollte uns wirklich zu denken geben!
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395 von 464 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein Buch entzündet die Republik in einer wichtigen Diskusion, 27. August 2010
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Habe nun das Buch vorliegen und gelesen und meine den Sinn des gesamten Buches verstanden zu haben.

In den ersten ca. 50 Seiten wird erklärt warum Sarrazin das Buch schreibt und wie "Er" die Zusammenhänge sieht.
Eingegangen wird auf große Gesellschaften die lange Bestand hatten und später untergingen.
Es wird versucht anhand von historischen bsp. die Zusammenhänge zwischen entstehenden Gesellschaften, stabilen Verhältnissen und später der Zerfall
(Abschaffung) desgleichen zu erklären. Das muss man nicht gleich verstehen, das ist aber "Sein" Gedankenspiel und leuchtet auch hier und da ein.
Es setzt sich im Armutskapitel ausführlich auseinander mit dem Thema Sozialstaat und soziale Gerechtigkeit.
Es hat ein Bildungskapitel, das auf Chancengleichheit abzielt.
Das Zuwanderungskapitel handelt von Problemen bei den unterschiedlichen Migrantengruppen,
wobei es sich stärker den muslimischen Migranten widmet, da dort die größeren Problem vorzufinden sind.
Die muslimische Zuwanderung sieht Sarrazin zukünftig eher aus Afrika und den nahöstlichen islamischen Staaten.

OK, ich muss gestehen, an einigen Stellen ist die Sprache extrem derb.
Darauf weist "Er" aber gleich am Anfang des Buches auch hin, das
Wortverklausulierungen (PC) nicht wirklich helfen. "Er" nimmt kein Blatt
vor den Mund. Die Thesen die er in den weiteren folgenden Kapiteln stellt,
dienen eigentlich , so meine ich, zum Nachdenken und diskutieren. Selbst
bei subjektiv formulierten Ängsten übertritt er die Grenze zum Rassismus
nicht ( auch wenn man durchaus einige Passagen so interpretieren
könnte).

Und mal ehrlich, viele von uns können doch Nachdenken. Das nicht alle
Migranten (Russen Türken, Asiaten uvm) integrationsunwillig sind, das
wissen wird doch. In jedem Wohngebiet gibt es mittlerweile eine bunte
Mischung von Nationalitäten, wobei sich davon so manche zugehöriger und
patriotischer zum DE-Land bekennen als die Deutschen selbst. Es geht , wenn
man nicht so verkappt links oder rechts denken will, um die Problemgruppen
und in diesen Gruppen sind ( ja auch Deutsche, aber die sind nun mal in
Deutschland)
hauptsächlich Zugewanderte aus bestimmten fremden Kulturkreisen, die
wirklich nur vom System leben es aber grundsätzlich ablehnen oder sogar
unterwandern.
Viele Menschen, auch selbst unter den Zugewanderten, spüren seit Jahren
doch, dass da was ordentlich schief läuft.
Betrachtet man die Thesen (Religion, Gewalt , Kultur) noch genauer, wird
klar: Ganz Unrecht hat Sarrazin nicht. Sarrazin belegt seine Thesen mit
realen Fakten und Zahlen.

Wie ein Flächenbrand entzündet Sarrazins neues Buch die Gemeinschaft.

* SPD-Chef Gabriel legt ihm nahe, aus der Partei auszutreten,
* die Kanzlerin äußert ihren Unmut.
* Der ZDJ möchte ihn in der NPD sehen
* ... alle Welt ist angeblich empört

Was ist das Problem dieses / folgender Bücher:

* Deutschland schafft sich ab (Sarrazin)
* Das Ende der Geduld (Heisig)
* Sos Abendland (Ulfkotte )
* Deutschland , die geschundene Nation (Gockel)
* usw usw.

Das Problem ist, dass diese Bücher die viel wahres und die Empfindungen
eines großen Teil der Bevölkerung widerspiegeln, nichts sanft beschreiben
sonder knall-hart. In all diesen Büchern gibt es keine beruhigenden
Vokabeln. Die Autoren nehmen kein Blatt mehr vor den Mund.

Hartz-IV-Generationen, Parallelgesellschaften, ungezügelter Zuzug ,
arbeitslose Unterklasse, lasche / verharmlosende Rechtssprechung. Die
Autoren schreiben, was wir uns in Deutschland bisher nicht zu sagen wagen,
aber durchaus bemerkten. Haben wir Angst ?

All diese Bücher sind ein Gradmesser der Meinungsfreiheit. Man kann seine
eigene Meinung an Ihren Thesen messen. 4 Sterne deshalb nur , weil ich
weis, das Sarrazin in seinen vielen politischen Jahren , die er auch
beschreibt, hätte es besser/anders machen können /sollen.
Aber da war er wohl auch in der Mühle, in der jetzt die "Empörten" am Rad
drehen...

Erstaunlich wie sich momentan der Zeitgeist zu ändern scheint, wie groß die
Zustimmung ist und welch großes Echo in der Gesellschaft widerhallt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Th. Sarrazin, 15. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Das Buch sollte zur Pflichtliteratur gehören.
Allerdings ist die Vielzahl an Statistiken etwas ermüdend, aber deren Ergebnisse sind schon besorgniserregend.
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72 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sachlicher als in den Medien dargestellt, 30. September 2010
Von 
Bloron - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Wenn man das Buch liest, fühlt man sich etwas veräppelt von den Personen, welche es nach Erscheinen so vernichtend kritisiert haben. Entweder haben die Kritiker es nicht gelesen oder sie haben bewusst einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen um den Autor zu diskreditieren. Zu etwa 75% handelt es sich um ein Sachbuch, welches gegebene Realitäten in Deutschland beschreibt. Der Autor ist auffallend bemüht, alle seine Ausführungen auf objektiv nachprüfbare Aussagen zu stützen, so dass man durch die Vielzahl der aufgeführten Studien, Statistiken und Quellenangaben fast schon erschlagen wird. Diese erscheinen auch schlüssig und überwiegend gut recherchiert, was auch erklärt, warum die Kritik am Buch bisher auf eine erschreckend unsachlich Art und Weise erfolgte.

Etwa zu 25% des Buchinhaltes interpretiert und bewertet der Autor die Statistiken und Zahlen und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Dies ist die persönliche Meinung des Autors der man, wie bei einem Kommentar in einer Zeitung, zustimmen kann oder auch nicht. Als persönliche Meinungsäußerung sind sie aber nur bedingt angreifbar.

Nun zum Buch selbst. In den ersten beiden Kapiteln erfolgt ein kurzer historischer Abriss über die Entstehung und den Untergang von Staaten und über die vermutliche (wirtschaftliche) Entwicklung Deutschlands in den nächsten Jahrzehnten. Es folgt ein Kapitel über die Entwicklung der sogenannten bildungsfernen und bildungsnahen Bevölkerungsschichten in Deutschland.

In den Kapiteln 4 und 5 werden dann die Begriffe Armut und Anreizsysteme zur Arbeitsaufnahme analysiert. Es folgen sehr interessante Ausführungen zur (willkürlichen) Armutsdefinition. Außerdem wird sehr schlüssig und ökonomisch zutreffend aufgezeigt, warum eine Erhöhung der SGB II Leistungen (Hartz IV) zwangsläufig zu einer dauerhaften Erhöhung der Arbeitslosenzahlen führen würde. Diese beiden Kapitel sind die wichtigsten und auch gelungensten des Buches und es hat mich sehr erstaunt, dass diese in der öffentlichen Diskussion über das Buch bisher kaum eine Rolle spielten.

Im nächsten Kapitel wird dann das derzeitige Bildungssystem beschrieben. Die Darstellung des aktuellen Istzustandes ist durchaus interessant. Wer hätte gedacht, dass die Länder mit hervorragenden PISA-Ergebnissen nicht mehr Lehrer im Verhältnis zu den Kindern haben bzw. die Bildungsausgaben pro Kind nicht höher sind als in Deutschland. Die Lösungsvorschläge des Autors sind aber enttäuschend und beschränken sich, stark vereinfacht ausgedrückt, auf die Einführung von Zucht und Ordnung wie er sie zu seiner Kindheit üblich waren.

In Kapitel 7, dem größten Kapitel, geht es dann um die Folgen der Zuwanderung nach Deutschland. Die Kernthese lautet dabei, dass die muslemischen Migranten sich negativ auf die Entwicklung Deutschlands auswirken. Rein statistisch stimmt dies auch im Verhältnis zu den Migranten anderer Kulturen. Leider bleibt dabei weitestgehend unberücksichtigt, dass in absoluten Zahlen auch eine sehr große Anzahl der muslemischen Migranten sich bereits integriert hat oder auf dem Weg sind sich zu integrieren. Diese werden sich aus nachvollziehbaren Gründen ungerechtfertigt angegriffen und/oder beleidigt fühlen. Wenn man eine hohe Medienaufmerksamkeit anstrebt bzw. eine hohe Auflage verkaufen möchte, muss man vermutlich so provozieren. Aus meiner Sicht ist dieses Kapitel jedoch das schwächste und wertet das Buch ab.

In den letzten beiden Kapiteln geht es dann um die zukünftige demographische Entwicklung Deutschlands. Die Kernthese des Autors ist, dass auch bildungsnahe Bevölkerungsschichten wieder mehr Kinder bekommen müssten. Der Lösungsvorschlag des Autors enttäuscht jedoch, es wird im Ergebnis lediglich das althergebrachte Familienbild der Ehe auf Lebenszeit propagiert. Innovative Vorschläge unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Realität in Form von Patchworkfamilien und Unterhaltspflichten fehlen leider völlig.

Ganz am Ende des Buches erfolgt dann noch ein Szenario der möglichen (Albtraum-) Entwicklung von Deutschland in den nächsten 100 Jahren. Seriös ist eine solche Prognose natürlich nicht möglich. Da der Autor diese jedoch selbst als Fantasie und Satire bezeichnet, ist sie mit ihrem (unerwartet) schwarzen Humor ein Highlight des Buches.

Fazit:
Solange der Mainstream der Politik und die selbst auferlegte Zensur der Medien in Deutschland eine ehrliche Berichterstattung über Fehlentwicklungen in Deutschland verhindern, muss man dieses Buch als lesenswert empfehlen, auch wenn man den Schlussfolgerungen des Autors nicht (immer) zustimmen wird/kann.
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377 von 471 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klartext, 31. August 2010
Sarrazin redet Klartext - und genau das schätzen seine Leser und fürchten seine Kritiker. Hier geht es nicht um Meinungen, sondern um Fakten, die wenn man sich mit ihnen beschäftigt, erschreckend sind. Um an der desolaten Lage, die wir durch Zuwanderung von muslimischen Integrationsverweigeren, ohne auch nur den Hauch der Aussicht sich in diesem Land zu bewähren, etwas zu ändern, muss man die Defizite benennen. Genau das tut Sarrazin - ganz gleich ob Medien und sog. Volksvertreter kübelweise Gülle über ihn schütten und eine regelrechte Hetzkampagne anzetteln - anstatt die Ursachen zu anzuerkennen, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln.

Künast behauptet, sie habe das Buch im ICE in 90 Minuten gelesen - wer das glaubt, bestätigt Sarrazin, der sich auf zahlreiche seriöse Quellen stützt, wenn er schreibt, dass die Intelligenz in diesem Land stetig abnimmt - aber offensichtlich zählen "Volksvertreter" wie Künast und Konsorten gerade darauf um die eigene Position zu sichern.

Sarrazin bezieht sich in seinem Buch auf allgemein anerkannte Untersuchungen, Studien, Wissenschaftler und durchweg seriöse Quellen. Er erfasst Statistiken, wertet diese aus und zieht seine Schlüße in einer unaufgeregten sachlichen Weise. Es handelt sich also weniger um "Meinungen", sondern um Konklusionen dessen, was bereits bekannt ist. Sarrazins Buch ist keine Provokation, sondern die Summe dessen was jahrelang schöngemalt, verzerrt und unter den Teppich gekehrt wurde.

Mein Fazit: Dieses Buch ist weniger eine Anklage gegen Migranten, die auf Kosten der Gesellschaft leben, sondern eher ein libertäres Plädoyer. Ob er dabei politisch-korrekt bleibt oder die Gefühle irgendwelcher Bevölkerungsgruppen verletzt, ist meines Erachtens zweitrangig, denn wenn es immer weniger Erwerbstätige und immer mehr Erwerbslose gibt, denen man es in ihrer Lage immer bequemer macht, dann steht nicht mehr und nicht weniger als unsere Zukunft auf dem Spiel. Es wird Zeit, dass in diesem Lande ein Umdenken stattfindet.

Dieses Buch sollte in den Lehrplan der Schulen aufgenommen werden - vielleicht kann man so wenigstens dort noch etwas retten.
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