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101
4,3 von 5 Sternen
Winnetou 1
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Mai 2010
Ich bin erst sehr spaet zu Karl May gekommen, obwohl die meisten meiner Generation mit Karl May aufgewachsen sind. Dadurch erscheinen mir die Buecher von Karl May in einem anderen Licht, als wenn ich diese Buecher in meiner Jugend gelesen haette. Die Sprache, derer sich May bedient, ist an manchen Stellen gewoehungsbeduerftig, bedingt durch die Entstehung in einer anderen Zeitepoche. Auch die Ausfuehrlichkeit der Beschreibungen koennte an einigen Stellen sicherlich zurueckgenommen werden. Aber das sollen auch die einzigen Kritkpunkte an seinem Werk Winnetou sein, Denn die beschriebenen Abenteuer sind spannend und eroeffnen dem Leser Einsichten in Welten, die ihm verschlossen sind und die in dieser Intensitaet auch nicht vom Internet uebermittelt werden koennen. Und das alles bestimmende Thema: Freundschaften. Freundschaften, die das Leben bereichern und erst lebenswert machen. Und Karl May schafft es, darueber zu schreiben und den Leser zu begeistern. Oder auch zu frustieren, wenn dieser feststellen muss, dass sein Leben doch sehr isoliert und einsam, ohne Freundschaften, ablaeuft. Freundschaft, Toleranz und Akzeptan sind Werte, die Karl May vermittelt. Und die nichts von ihrer ueberragenden Bedeutung fuer das Zusammenleben der Menschen verloren haben. Schon alleine aus diesem Grunde absolut empfehlenswerte Lektuere fuer jung und alt
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 2012
Im Alter von 8 Jahren bekam ich von meiner Großmutter mütterlicherseits zu Weihnachten den 1. Band der Winnetou-Trillogie geschenkt. Der Name Karl May war in meiner Familie immer wieder genannt, denn jeder hatte in seiner Kindheit die Geschichte über den Apachenhäuptling gelesen. Immer wieder wurden die Stimmen geheimnisvoll gesenkt, wenn man davon erzählte, wie spannend die Bücher seien und was für aufregende Abenteuer man darin lesen würde.
So machte ich mich denn, damals noch als Knirps, eines Tages mit einem jungen deutschen Studenten auf eine Reise in die Staaten, um schließlich den Wilden Westen zu besuchen.

Ich begleitete den jungen Charley, der sich für Bücher und Schreiberei interessierte, wie er in St. Louis eine Tätigkeit als Hauslehrer begann. Er lernte den alten Büchsenmacher Henry kennen, und dort bekam er ein Gewehr geschenkt, dessen Name schon bald an jedem Lagerfeuer des Westens in ehrfurchtsvollem Raunen genannt werden sollte: den schweren Bärentöter.
Aufgrund seiner Körperkräfte kam er zu den Vermessern der Bahnanlage und zog damit in den Wilden Westen hinaus. An seiner Seite stand die erste Berühmtheit: Sam Hawkens, seines Zeichens ein berühmter Westmann. Dieser nahm das "Greenhorn", wie man den jungen Deutschen nannte, unter seine Fittiche und wurde sein Lehrer und Mentor. Doch schon bald entpuppte sich das "Greenhorn" als dynamischer Kerl mit eigenem Kopf, der mit scharfem Verstand und starkem Herzen an die Dinge heranging. Und es dauerte nicht lange, da bekam er seinen eigenen Kampfnamen: Old Shatterhand. So entwickelte sich das "Greenhorn" bald schon zu einem großen Westmann, von dem man noch so manche Heldentat hören sollte.
Noch heute erinnere ich mich, wie schnell mein Herz schlug, als es auf die erste Büffeljagd ging, oder als Sam Hawkens ein neues Pferd brauchte; und wie atemlos ich war, als die Indianer auftauchten und ihr Mentor namens Klekih-Petra, ein Weißer, der seit ewiger Zeit bei ihnen lebte, erschossen wurde. Die Apachen schworen blutige Rache, und allen wurde es mulmig zumute.
Der junge Old Shatterhand hegt seit dem ersten Augenblick, als er dem Häuptlingssohn begegnete, eine tiefe Zuneigung zu dem jungen, stolzen Indianer, und will mit ihm Freundschaft schließen. Doch sind beide, ab dem Zeitpunkt des Mordes, eigentlich Todfeinde, da Old Shatterhand auf der Seite der Weißen ist. Immer wieder versucht er, Winnetou seine Unschuld und die Tatsache zu beweisen, dass er eigentlich auf seiner Seite steht, doch es hilft nichts. Die Weißen werden schließlich bei einem Überfall gefangengenommen und zum Tode verurteilt.

Man könnte ewig so weiterschreiben und in Erinnerungen schwelgen, den die Geschichte hat es wirklich in sich. Ich las das Buch in einem Zeitraum von drei Tagen (für einen Achtjährigen gar nicht so übel), da ich mich kaum davon losreißen konnte. Ich bekam eine Gänsehaut, wenn von den Westmännern an den Lagerfeuern erfurchtsvoll von der Silberbüchse, dem Gewehr von Intschu Tschuna, oder auch dem großen Häuptling der Apachen selbst gesprochen wird. Ich kauerte mich neben Old Shatterhand ins Gebüsch, als er sich leise an ein Lager der Kiowas heranpirschte, um sie auszukundschaften; ich ritt neben ihm, als er gemächlich über die Savanne trabte und dabei sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Und ich sprang mit ihm ins Boot, um den Rio Pecos hinabzupaddeln, dabei den Tod im Nacken sitzend. Und ich war Zeuge, als schließlich die Stunde gekommen war, da die wohl berühmteste Freundschaft und Brüderschaft des Wilden Westens geschlossen wurde.
Karl May's Erzählstil ist altmodisch; doch nur wenige Autoren schaffen es, den Leser so in den Bann zu ziehen. Seine Worte lassen vor dem inneren Auge des Lesers die wunderbare Landschaft des Wilden Westens so beschaulich entstehen, und er schafft es, die Figuren der Handlung sehr detailiert zu zeichnen. Besonders der Namensgeber des Buches ist ein großer Kämpfer, ehrenwert und stolz, und aus Sicht von Karl May hat er, wenn überhaupt, nur eine Schwäche, nämlich, dass er kein Christ ist. Auch vermittelt May noch altmodische Werte, wie etwa Ehre, Freundschaft, Stolz und Treue, die heutzutage in Büchern leider oft vernachlässigt werden.
Dieses Buch stellt Karl May's ganz eigene Geschichte dar, so, wie er sie wohl gerne selbst erlebt hätte. Es ist eines der besten Bücher, die es gibt, und seit ich acht Jahre alt bin, habe ich es viele weitere Male gelesen. Und immer wieder greife ich gerne auf die Geschichte von Old Shatterhand und Winnetou zurück, denn es gibt kaum Bücher, die einen ähnlich hohen Abenteuerwert aufweisen. Man muss es sich gemütlich machen, Getränk und Nahrung bereit stellen, und schon kann es los gehen auf eine der abenteuerlichsten Reiseerzählungen, die es gibt. Und wenn das letzte Kapitel gelesen wurde und man das Buch schließt, so glaubt man beinahe, Sam Hawkens leise kichern zu hören und den Schall der Silberbüchse oder des Bärentöters zu vernehmen.

Abschließend möchte ich noch sagen: "Zounds! Auch heute noch ein absolutes Muss und sollte in keinem Buchregal fehlen, wenn ich mich nicht irre!"
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Januar 2006
Ich habe die Bücher von Karl May als Jugendlicher gelesen. Pierre Brice war mein Idol als Film-Winnetou. Mit Spannung habe ich mir das Hörspiel-Schätzchen aus den WDR-Archiven angehört. Uff. Großes Hörspiel-Kino!!! Faszinierende Qualität und bei der Melodie am Ende der wunderbaren 7 CDs bekam ich stets eine Gänsehaut. Das Hörspiel hat mir so viel Spaß gemacht, dass das Anhören im Auto jeden Stau zum Vergnügen gemacht hat. Mein Wunsch für 2006 an den WDR und Random House: Bitte alle diese Werke aus den Archiven veröffentlichen! Diese Produktionen sind der Hit und sind viel liebevoller gemacht als zahlreiche der inzwischen auf den Markt gebrachten Quick & Dirty Lesungen. Wer Karl May mag, wer Winnetou Fan war und ist wird diese Hörspiel-Edition lieben.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Juni 2004
Winnetou III gehört bis heute zu den beeindruckendsten Büchern, die ich gelesen habe. Er bildet den Abschluss der bekannten Trilogie und Winnetou dürfte bis heute in Deutschland am meisten dazu beigetragen haben, das Schicksal der Indianer zur Kenntnis zu nehmen und Sympathie für dieses Volk, welches in vielen Jahrhunderten verfolgt und vernichtet wurde, zu wecken.
Entstanden ist dieser dritte Winnetou-Band ähnlich wie der zweite. May griff auf ältere Erzählungen zurück, die er in Zeitschriften veröffentlicht hatte und fügte ein Schlußkapitel hinzu. Der erste Teil, die Abenteuer um Sans-Ear, gehen auf die Erzählung Deadly Dust zurück, der zweite Teil, Winnetous Tod, auf die Erzählung Ave Maria. Verglichen mit Winnetou II betreffen die Veränderungen nur Kleinigkeiten. Das ursprüngliche Nachwort wurde durch ein anderes ersetzt, um die Kontinuität zum symbolischen Spätwerk zu wahren und dem gesamten Zyklus "einen Guß" zu geben.
Die ersten Kapitel schildern die Jagd nach einer Verbrecherbande, die auch in den Liano Estacado führt. Natürlich gelingt es Old Shatterhand, dem omnipotenten Helden, nicht nur sich und seinen Begleiter, den Westman Sans-Ear, vor dem Verschmachten im Liano zu retten, sondern auch, die Verbrecherbande Dingfest zu machen. Hauptschurken in diesem Teil der Erzählung sind Fred und Patrik Morgan, Vater und Sohn, die schwere Verbrechen an Sans-Ear und dem Juweilier Bernhard Marshal verübt haben. Winnetou selber ist in diesem Teil noch nicht der "Edelindianer" der späteren Romane. So erschießt er einen Verbrecher hinterrücks und nimmt auch einem seiner Feinde einen Skalp. Allerdings zeigen diese Episoden auch einen natürlichen, realistischen Winnetou und nicht so sehr die abgehobene, ja fast heilige Messias-ähnliche Indianergestalt, zu der er durch den späten May gemacht wird.
Im zweiten Teil der Ereignisse, die im Jahre 1874 spielen, verfolgt Old Shatterhand mit dem Westmann Fred Walker, einem Detektiv, eine Verbrecherbande, die einen Eisenbahnzug überfallen hat. Doch die Ereignisse enden tragisch. Zwar werden die Verbrecher zunächst überlistet und ein weiterer Überfall der Verbrecher misslingt. Doch diese überfallen eine Siedlung ausgewanderter Deutscher, Helldorf-Settlement und verschleppen deren Bewohner. Zwar gelingt es Old Shatterhand und seinen Begleitern, zu denen auch Winnetou gestoßen ist, die Bewohner zu befreien. Dabei kommt Winnetou allerdings ums Leben.
Die weiteren Ereignisse schließen unmittelbar an die Geschehnisse in Winnetou I an. Old Shatterhand reitet zum Grabmahl Intschu Tschunas, um Winnetous Testament zu suchen und dessen letzten Willen zu erfüllen. Dabei stößt er überraschend auf Santer und die Kiowas miti ihrem immer noch rachsüchtigen Häuptling Tangua. Old Shatterhand gerät in die Gefangenschaft Tanguas, Santer raubt zunächst das Testament des Apatschen. Doch Santer bringt das Testament kein Glück. Er missversteht Formulierungen dieses Testaments. Dieses soll zu Goldvorräten führen, die für die Siedler in Helldorf-Settlement bestimmt sind. Winnetou hat zum Schutz des Goldes eine Sicherung eingebaut, die Old Shatterhand nicht entgangen wäre, aber jeden Uneingeweihten den Tod bringt. Anstatt das vermutete Gold zu bergen, löst Santer eine Explosion aus und stürzt mit Felsbrocken in die Tiefe.
Im Vergleich zu Winnetou II hat Karl May bei der Zusammenstellung der Zeitschriftentexte eine glücklichere Hand gehabt, wie Helmut Schmiedt, Karl-May-Biograph, zu recht im "Karl-May-Handbuch" bemerkt hat.
Insbesondere die Todesszene Winnetous dürfte allgemein bekannt sein und die plastische Zeichnung der Charaktere ist ebenso kennzeichnend für diese Trilogie wie die Spannung, die Karl May wie kaum ein zweiter aufzubauen versteht.
Natürlich gibt es aus heutiger Sicht durchaus kritisch zu sehende Heldenbezüge; die Omnipotenz von Winnetou und Shatterhand wirkt bisweilen sehr penetrant, ist jedoch meines Erachtens durchaus autobiographisch zu verstehen. Winnetou war Karl-Mays Wunschbruder, Old-Shatterhand wohl sein "Über"-Ich, sein Wunsch- und Vorbild.
Auch die Landschaftsbeschreibungen sind eindrucksvoll. Am meisten berührt mich immer wieder die Sympathie und das Verständnis für die Indianer als untergehende Rasse. Hier steht May deutlich in Tradition etwa zu Gabriel Ferrys: "Waldläufer", den er ja selber bearbeitet hat. Gerade die erste Erzählung: "Deadly Dust" und das hier anklingende Motiv, dass Gier nach Gold und Besitz ins Verderben stürzt, ist ohne den "Waldläufer" nicht zu erklären. Es ist wohl diese Mischung aus Spannung, Abenteuer aber auch philosophischen Reflexionen, die Karl May heute noch lesenswert machen.
Fazit: Ein beeindruckendes Buch - auch heute noch.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Karl May hat sich von einer ganzen Reihe idealisierender Indianerromane seiner Zeit inspirieren lassen. Darunter befand sich auch James Fenimore Cooper mit seinem Lederstrumpf. Elemente daraus lassen sich in der Geschichte orten. Abgesehen von den faszinierenden Landschaftsbeschreibungen, die wie immer den Leser mitten in die amerikanische Prärie versetzen, bringt May ein Mischmasch aus tatsächlichen Gegenbenheiten seiner Zeit und Wunschvorstellungen, die seinem Idealbild vom Menschen und des menschlichen Miteinander entsprechen. Auch hier kommt seine Religiösität immer wieder zum Vorschein. Gerade den Winnetouromanen verdankt er aber auch seine Abstempelung in der Nazi-Zeit als Jugendbuchautor, obwohl die Romane um den legendären Apatschenhäuptling in keiner Weise als Jugendliteratur gedacht waren.
Auf jeden Fall ist der Roman lesenwert und dürfte in keinem Bücherschrank fehlen.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Mai 2007
Allen, denen Karl May und besonders Winnetou am Herzen liegt sei diese Hörspielfassung wärmstens empfohlen. Die Ton - Qualität ist hervorragend und im Gegensatz zu allen anderen Hörspielfassungen, die ich davon kenne, ist diese die authentischste und ausführlichste, was bei einem Umfang von 7 CDs logisch erscheint. Alle anderen Hörspiele sind, gemessen an dem Buch, sehr stark gekürzt und auf das Wesentlichste beschränkt, wenn nicht sogar vom Buchinhalt sehr abweichend (ein Manko, das auch die meiner Meinung nach idiotischen deutschen Filmfassungen "auszeichnet"). Besteht doch die Tragik der Figur "Winnetou" gerade darin, daß dieser von einem Indianer, und nicht etwa, wie in besagtem deutschen Kitschfilm, von einem weißen Banditen ("Santer"), erschossen wird. (Nichts gegen Pierre Brice oder Lex Barker usw., die Schauspieler hätten einfach einen besseren bzw. "richtigen" Karl May - Film verdient gehabt!)
Man braucht auch keine Angst zu haben, das dieses "alte" WDR - Hörspiel etwa angestaubt und allzu nostalgisch wirkt, nein, die Sprechstimmen sind ein Genuß und auch die übrigen Geräusche und Animationen wirken zeitlos und nicht etwa wie von gestern. Zusammen mit dem vergleichsweise sehr günstigen Preis ergibt sich so tatsächlich für den alten und neuen Karl May Fan nur eines : Diese CD sofort anschaffen.

Es bleibt zu hoffen, daß auch die anderen Schätze des WDR demnächst als CD erscheinen (gerade lief der 12teilige Orient - Zyklus im Radio aus). Auch die anderen drei Produktionen (Durch die Wüste, Der Schatz im Silbersee und Old Surehand), die es bereits auf CD gibt, seien an dieser Stelle allen sehr empfohlen.

Ein letzter Tipp noch : Wenn Sie die CD bei Amazon unter der Rubrik "Bücher" suchen (anstatt unter "Musik") sind sie noch ein ganzes Stück billiger! Anscheinend wird da unterschiedlich kalkuliert.

Dann also ran an den Speck bzw. die CD's und ab auf die Reise !!!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2012
Erst 1893, als Karl May schon 51 Jahre alt war, erschien die Winnetou-Trilogie, welche Mays großen Ruhm als Ich-Erzähler bis heute hauptsächlich stützt.
In ihrem ersten Teil erzählt er, wie er als junger, immerhin studiert habender Mann nach Nordamerika in den Wilden Westen gekommen sei, um dort sein Glück zu machen. Er beginnt als Hauslehrer bei einer deutschen Familie in St. Louis, lernt dort Mr. Henry, einen Büchsenmacher, kennen, der ihn ermuntert, sich als Landvermesser für die zu bauende Eisenbahn nach Westen zu verdingen. Mr. Henry schenkt ihm ein schweres Gewehr (einen "Bärentöter") und stellt ihn Sam Hawkens vor, der als Westmann für die Landvermesser als Kundschafter und Jäger arbeitet. Es kommt zum ersten Kontakt mit Intschu-Tschuna, dem Häuptling der Apatschen, dessen Sohn Winnetou und dessen Schwester Nscho-Tschi, die allesamt gegen den Plan eines Eisenbahn durch ihr Land sind und ultimativ den Abzug der Landvermesser fordern. Wie immer in solchen Fällen, erachten die Weißen ihr Anliegen als höher stehend und wichtiger denn das der Ureinwohner, sodass die Forderung missachtet und ein ebenfalls anwesender weißer Lehrer der Apatschen ("Klekih-Petra") im Streit erschossen wird. Die Apatschen ziehen vorerst ab, um mehr Krieger zu holen. Es kommt bald darauf zum größeren bewaffneten Konflikt.
Der friedliebende Ich-Erzähler Karl alias Charley (und spätere "Old Shatterhand") ist an all den Verwickelungen unschuldig und sucht die Freundschaft des etwa gleichalterigen Winnetou. Dieser jedoch glaubt trotz Sympathie für Charley an dessen Schuld, weil dieser sich nicht an das Ultimatum hielt und im darauf folgenden Überfall des Lagers durch die Apatschen seinen Vater und auch ihn niederkämpfte und gefangen nahm. Nach vielen Wendungen des spannend erzählten, großen Abenteuers wird Charley von den Apatschen bei einem neuerlichen Überfall schwer verletzt, gefangen genommen und zu deren Pueblo am Rio Pecos verschleppt.
Als zarte Genesungshilfe wird ihm von Winnetou dessen liebliche Schwester zugeteilt, was seine Sympathie mit dem Verwundeten beweist. Aber Charley muss viel mehr beweisen, nämlich seine Unschuld, sonst würde er nach seiner vollständigen Gesundung mit Sam Hawkens und noch zwei Freunden am Marterpfahle enden. Durch Wagemut, Aufrichtigkeit, kühne List und ein großes Herz gewinnt Charley schließlich die Unschuldserkennung und mit ihr die offene Zuneigung der Apatschen.
Und dies ist hinter aller Spannung und dem großen Abenteuer das eigentliche Ansinnen des Schriftstellers Karl May: er will seine Unschuld beweisen und zeigen, dass er die Liebe der Menschen (hier in deren idealisierter Gestalt jener Häuptlingsfamilie) verdient. Schon vor dem ersten Treffen mit den Apatschen zeichnet sich dieser Hintergrund ab, wenn Charley noch mit Mr. Henry oder Sam Hawkens über das Recht und Unrecht diskutiert, andere Menschen und Völker zu bekämpfen und zu unterjochen oder gar auszurotten oder mit herzlicher Anteilnahme über Gott und den Umgang mit fehlerhaften Mitmenschen oder gar Verbrechern spricht. Auch mit Klekih-Petra, dem weißen Lehrer, unterredet Charley sich vor dessen Erschossenwerdung mehrere Stunden lang tief und innig über Recht und Liebe, Glück und Unglück in der Welt und vor Gott. Und als nach langem Kampfe endlich Charleys Unschuld von Winnetou erkannt wird, und nachmalig auch von Nscho-Tschi und Intschu-Tschuna, ist das Buch eigentlich am schönen Ende angelangt. Dennoch wird es fortgeführt, weil nun ein neues Verbrechen geschieht, dessen Täter ("Santer") verfolgt und erst im dritten Teil gestellt wird. Dieses Verbrechers Schuld als Mörder Nscho-Tschis und Intschu-Tschunas steht bei allen Beteiligten außer Zweifel, auch bei Charley alias dem bekennenden Christen Karl May. Die umfassende Unschuld im Sinne Christi wird also leider auch von ihm nicht erreicht, der sie als die Seine gern allen Menschen bewiesen hätte. Trotzdem ist dies Buch für mich eines der gelesensten und schönsten Bücher, die ich kenne.
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am 4. Januar 2003
So wie wir in der heutigen Zeit die Bedeutung der wahren Werte wie Gerechtigkeit, Freundschaft und Freiheit oftmals vergeblich suchen, so finden wir sie wieder in den Abenteuerromanen von Karl May.
Die Winnetou- Trilogie ist eines der wenigen Meisterwerke, die es schaffen, die Faszination und den Charme des Amerika des 19. Jahrhunderts darzustellen und sie mit einer spannenden
heldenhaften Geschichte zu verbinden.
„Winnetou" begeistert sowol als „Einstiegsdroge" für Jungleser, als auch als leichte Lektüre für erfahrene Leseratten.
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Winnetou der Rote Gentleman. 1. Band. erschien 1893 (ab 1904 mit dem kürzeren Titel Winnetou. 1. Band) und wurde (im Gegensatz zu den bisherigen Bänden dieser Reihe) eigens für die Buchausgabe bei Fehsenfeld geschrieben. Er war der siebte Band der gesammelten Reiseromane.

1908 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen unter dem Titel Winnetou I. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt. [Karl-May-Wiki]

GESCHICHTE

In dem für die Buchausgabe – bis auf die Schilderung eines Greenhorns aus der Erzählung Der Scout – neu geschriebenen Roman erzählt der Ich-Erzähler Karl (Old Shatterhand), wie er als Surveyor in den Wilden Westen kommt und Winnetou kennenlernt. Nach anfänglicher Feindschaft und zahlreichen Abenteuern werden sie Blutsbrüder und Freunde.

Er gibt sein Wissen in den Künsten der Indianer an Old Shatterhand weiter wohingegen er von diesem Einblick in dessen christliche Ideale erhält. Old Shatterhand tritt damit zumindest geistig das Erbe des Lehrer der Apatschen, Klikieh Petra an. Nachdem Winnetous Schwester Nscho-tschi und sein Vater Intschu tschuna ermordet worden sind, trennen sich zunächst die Wege der beiden Freunde. Weitere Abenteuer finden sich in W2 und W3 aber auch in weiteren Erzähungen wie "Unter Geiern".

KOMMENTAR

Wie ausser dem Orientzyklus steht vermutlich kaum ein anderes Werk so für Mays gesamtes Schaffen, wie die Figur des Winnetou. Ob dies gerechtfertigt ist mag jeder selbst entscheiden. Meiner Ansicht nach ist die Winnnetou Erzählung insgesamt zwar gelungen, dennoch hat May bessere Erzählungen geschrieben, sowohl mit als auch ohne Beteiligung Winnetous. So zum Beispiel den Orientzyklus oder den Schatz im Silbersee.

Das mag daran liegen, das zumindest die Bände 1 und 2 Versatzstücke älterer Erzählungen sind, die Teils nicht recht zusammengefunden haben. Auch liegen die Ereignisse in den jeweiligen Geschichten teils viele Jahre auseinander. Da fällt es dem Leser, wie auch dem Autor schwer anzuknüpfen.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an und versucht diese zu einem Ende zu bringen.

Dennoch wird auch hier bereits sehr deutlich, das es sich hier nicht um den typischen Wildwestroman und bei Winnetou und Old Shatterhand nicht um klassische Protagonisten handelt.

WISSENSWERTES

Während Band 1 für die Buchausgabe der Mayschen Werke neu geschrieben wurde, setzen sich die Bände 2 und 3 aus (umgearbeiteten) älteren Erzählungen zusammen, was teils leider recht deutlich bei der Lektüre des Buches hervortritt.

Zusammengehalten wird die Trilogie hauptsächlich durch die Figur des Santer.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist stark von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Winnetou der Rote Gentleman. 3. Band. erschien 1893 (ab 1904 mit dem kürzeren Titel Winnetou. 3. Band) bei Fehsenfeld und wurde (wie schon der zweite Band) aus bereits früher veröffentlichten Erzählungen zusammengestellt. Er war der neunte Band der gesammelten Reiseromane.

1909 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen unter dem Titel Winnetou III. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt.

Der dritte Band ist – wie der zweite – in zwei unabhängige Erzählungen aufgeteilt. Die Kapitel 1 bis 4 gehen zurück auf Deadly dust, erschienen 1880 im Deutschen Hausschatz. Ave Maria, 1890 bzw. 1892 in der Fuldaer Zeitung sowie in der Katholischen Volkszeitung veröffentlicht und seinerseits eine Neufassung von Im "wilden Westen" Nordamerika's (erstmals 1882/83 in Feierstunden im häuslichen Kreise abgedruckt) bildet die Kapitel 5 bis 7. Das achte Kapitel schrieb May für die Buchausgabe neu und brachte damit die sich durch alle drei Bände ziehende Verfolgung Santers zum Abschluss.

GESCHICHTE

Die erste Teil des Bandes erzählt die Abenteuer Old Shatterhands mit dem berühmten Westmann Sans-Ear dabei kommen sie dem Mörder der Familie des Westmanns auf die Spur, Fred Morgan. Nach einer wilden Verfoldungsjagd durch den Llano estacado stellen sie Morgan schliesslich mit Hilfe von Winnetou in der Nähe der Goldfelder von San Francisco.

Recht ähnlich ist der zweite Teil aufgebaut. Er erzählt die Erlebnisse Old Shatterhands mit dem Detektiv Fred Walker der eine Bande Zugräubern verfolgt. Mit Hilfe von Old Shatterhand und Winnetou verhindern sie einen Überfall auf eine große Bahnstation. Im Verlaufe der weiteren Ereignisse wird Winnetou von einem Sioux erschossen. Die restliche Handlung wirkt fast ein wenig deplaziert. Auf dem Weg zu den Apachen, nimmt Shatterhand die Spur von Santer auf dem es gelingt das Testament Winnetous an sich zu bringen am Dunklen Wasser wo Winnetou einst das Gold aus den Nuget Tsil versteckt hatte stirbt er jedoch durch eine präparierte Falle.

KOMMENTAR

Wie ausser dem Orientzyklus steht vermutlich kaum ein anderes Werk so für Mays gesamtes Schaffen, wie die Figur des Winnetou. Ob dies gerechtfertigt ist mag jeder selbst entscheiden. Meiner Ansicht nach ist die Winnnetou Erzählung insgesamt zwar gelungen, dennoch hat May bessere Erzählungen geschrieben, sowohl mit als auch ohne Beteiligung Winnetous. So zum Beispiel den Orientzyklus oder den Schatz im Silbersee.

Es gelingt ihm trotz spannend geschriebener Einzelgeschichten auch in diesem dritten Band nicht, der Erzählung einen geschlossenen Charakter zu geben. Das mag wiederum daran liegen, das er Versatzstücke älterer Erzählungen genutzt hat. Eigentlich hätte man erwartet, das er für sein Lieblingskind etwas besseres ersonnen hätte.

Das denkwürdigste Ereigniss ist hier sicher der Tod Winnetous. Im Sterben vollzieht sich die von ihm selbst ausgesprochene Vollendung der Wandlung zum Christen. Etwas das er auf seine Weise und von Old Shatterhand inspiriert stets vorgelebt hatte ohne es auszusprechen.

Einmal mehr zeigt sich wie schwer es ist eine solche Szene, an die sich ungewöhnlich hohe Erwartungen knüpfen überzeugend darzustellen, denn auch der Tod winnetous, wirkt nicht wirlich überzeugend und ebenso abrupt wie kunstlos. Eigentlich hätte man dem grossen Apatschen einen würdevolleren Tod gewünscht.

Warum musste er eigentlich überhaupt sterben ?

WISSENSWERTES

Während Band 1 für die Buchausgabe der Mayschen Werke neu geschrieben wurde, setzen sich die Bände 2 und 3 aus (umgearbeiteten) älteren Erzählungen zusammen, was teils leider recht deutlich bei der Lektüre des Buches hervortritt. Zusammengehalten wird die Trilogie hauptsächlich durch die Figur des Santer.

Möglicherweise plante May ursprünglich einen anderen Schluss und verwendete den bereits geschriebenen Text dann für den Anfang von Im Reiche des silbernen Löwen (Dschafar-Episode).

1904 wurde (ab der 8. Auflage) das vorhandene Nachwort durch ein anderes ersetzt, das die Gesamterzählung in die Nähe des Spätwerkes rücken sollte.

Das vorherige Nachwort setzt sich mit Leserbriefen - und wohl auch anderen Attacken - auseinander: zu blutrünstig und zuviel Humanitätsduselei lässt May einander gegenüber stehen, seine Religiosität rechtfertigt er bravourös und chronologische Widersprüche zu früheren Veröffentlichungen schiebt er den Redakteuren in die Schuhe.

In der Bearbeitung des Karl-May-Verlages kommt es zu kleineren Abweichungen in der Handlung. Beispielsweise wurde in Band 2 der Überfall auf die Eisenbahnlinie durch einen Überfall auf das Fort Niobrara ersetzt. Auch wurden einige Personen umbenannt (z. B. Fred Walker in Stephen Moody).

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist stark von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an. [Karl-May Wiki]
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