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5.0 von 5 Sternen Wunderschön!
Sein Vater schweigt. Seine Mutter weint. Lukas wünscht sich zu seinem vierzehnten Geburtstag allein zu sein. Drei Tage allein durch die Stadt zu ziehen. Ohne Ziel und selbstbestimmt.
Doch irgendetwas geht schief. Erst trifft er Rico aus der Schule und muss ihn endlos ertragen, ehe er sich davonmacht. Und dann rennt er auch noch auf der Rolltreppe fast in dieses...
Veröffentlicht am 7. November 2009 von Stefan Erlemann

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grübelklöße, Wunden und hoffnungsvolle Lichtblicke -- Nichts für Schwermütige
Lukas ist ein extrem vergrübelter, ziemlich verpeilter Jugendlicher, dessen Eltern beide ziemlich verschroben sind und auch er ist eher abgeschieden von der Welt.

Er liest Beckett, "Warten auf Godot" und so, und fühlt sich genauso sinnlos und absurd wie die Figuren da. Krass.

In seinem Kopf wüten die Gedanken und er ist eher in ihnen...
Veröffentlicht am 24. November 2008 von Dylan Tomorrow


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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön!, 7. November 2009
Von 
Stefan Erlemann "L' Enfer c'est les autres" (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wie Licht schmeckt. 4 CDs (Audio CD)
Sein Vater schweigt. Seine Mutter weint. Lukas wünscht sich zu seinem vierzehnten Geburtstag allein zu sein. Drei Tage allein durch die Stadt zu ziehen. Ohne Ziel und selbstbestimmt.
Doch irgendetwas geht schief. Erst trifft er Rico aus der Schule und muss ihn endlos ertragen, ehe er sich davonmacht. Und dann rennt er auch noch auf der Rolltreppe fast in dieses Mädchen. Er fällt er der Länge nach auf die Rolltreppe. Das tut weh. Warum ist ihm die blöde Kuh auch nicht ausgewichen. Er ist zwar verkehrt herum auf die Rolltreppe gelaufen, aber sie hätte ihm bloß ausweichen müssen. Anstatt wie festgewachsen dazustehen. Dumm nur, dass er den weißen Stab übersehen hat. Das Mädchen ist blind. Und jetzt macht sie ihn auch noch an, fragt ihn aus und scheint ihn dabei unverwandt anzusehen. Mist aber auch. Alles läuft verkehrt.
Er rennt davon. Sein zielloser Weg führte ihn ausgerechnet zu Opa. Der schweigt noch anhaltender als sein Vater. Nur der Hundert-Mark-Schein, den er ihm zum Geburtstag gibt, ist okay; schnell haut Lukas wieder ab. Und jetzt? Jetzt steht er ausgerechnet vor dem Lokal, dessen Name er auf einem Zettel, den das Mädchen vorhin verloren hat, gelesen hat. Und traut sich nicht rein. Als er dennoch die Tür öffnet und sich setzt, sieht er das Mädchen die Gäste bedienen. Sie bringt Gläser, Teller, trägt das Tablett sicher durch die Stuhlreihen. Unglaublich. Sie macht keinen unsicheren Eindruck, geht, als ob sie sehen könnte und kommt schließlich direkt auf ihn zu. Er bestellt eine Cola, sie fragt ihn, ob er sie verfolgt hat. Scheint direkt zu wissen, wer er ist. Muss ihn denn heute jeder ausfragen. Er wollte einfach nur durch die Stadt laufen und jetzt sitzt er in einer Kneipe, wird von einem blinden Mädchen bedient und ausgefragt. Das kann doch alles nicht war sein. Er muss träumen und alle um ihn herum, versuchen ihn reinzulegen. Das Mädchen ist gar nicht blind und irgendeine Kamera beobachtet seine Reaktionen. Ganz bestimmt. Jetzt steht das Mädchen, dass sich zu ihm an den Tisch gesetzt hat, auf breitet die Arme aus und begrüßt ein anderes Mädchen freudestrahlend. Und was macht die? Sie setzt sich zu ihm und fängt an ihn auszufragen. Ob er der Freund der Blinden sei? Ob er auch reden könnte? Ob er stumm sei? Ob er von zu Hause weggelaufen sei?
Er muss hier weg. Muss seinen Geburtstag retten. Muss wieder ziellos durch die Sonne laufen und über Beckett nachdenken. Doch er rührt sich nicht vom Fleck. Er sieht das Lächeln auf Sonjas Gesicht.

Friedrich Ani ist mir bisher nur bekannt durch seine Serie um Kommissar Süden und seine teils schwierigen Ermittlungen.
"Wie Licht schmeckt" aber ist etwas ganz anderes. Held und Mitteiler seiner Gedankenwelt ist ein Vierzehnjähriger. Der Junge - oder junge Mann? - ist schweigsam, spricht aber in Gedanken ohne Pause. Er beobachtet und lernt aus allem und jeder Kleinigkeit. Er ist aufmerksam und intelligent. Liest Beckett und identifiziert sich mit den schweigsamen und beredten Helden Becketts. Er versteht seine Mutter nicht und hasst seinen Vater. Und ist ansonsten ein ganz normaler Jugendlicher, mit allen Problemen, die man in diesem Alter eben hat.
Seine Sprache und Gedankenwelt werden von Ani wundervoll knapp, äußerst realistisch und spannend in eine Geschichte verpackt, die verzaubert. Der Hörer folgt Lukas durch die Stadt, beobachtet wie er die Umgebung, schweigt und ist fasziniert. Diese Geschichte, völlig unvorhergesehen in ihren Wendungen und Wirrungen, reißt mit. Wie in einem Traum lässt man sich von Ani und seinem jungen Helden mitnehmen in ein Geschehen, dass man so noch nie gehört hat. Zum einen liegt das an der Art und Weise, wie Ani Dinge, Geschehnisse und Menschen beschreibt - nämlich so lebendig und real, dass man sie zu kennen glaubt -, zum anderen liegt das an der überschäumenden Phantasie des Autors. Immer wieder lässt er den Alltag und das Alltägliche zurücktreten hinter einen Einfall, der so liebenswert wie seltsam erscheint und voller Staunen folgt man diesen Schritten zwischen Banalem und Phantastischem, zwischen Realität und irrealer Innenwelt der Protagonisten.
Und wenn aus dieser Melange des Gewöhnlichen und Ungewöhnlichen eine Liebesgeschichte wird, die keiner der Personen herbeigesehnt oder auch nur für möglich erachtet hat, ist der Hörer vollend gefesselt von diesem Hörbuch.

Diese Geschichte ist so schön wie ein Sommermorgen nach der Nacht mit seiner Geliebten. Entspannt und zufrieden lauscht man der Sprache Anis und seinen Gedanken; voller innerer Spannung folgt man dem Erzählfaden nur wenig später um zum Ende hin seufzend daran zu denken, endlich aufzustehen. Wie Kaffeeduft - wenn man den ein Kaffeegenießer ist - weht diese Geschichte durch den Raum. Vorgetragen wird dieses Hörbuch ohne Fehl und Tadel von Heikko Deutschmann. Dies ist eine erstaunliche Leistung, denn die Fallen des Textes sind mannigfaltig. Da werden äußerst knappe Bemerkungen derart wichtig, dass es auf die richtige Betonung enorm ankommt. Gedanken, Gefühle und Situationen werden so lebendig und anschaulich von Deutschmann intoniert, dass man sich mitten in die entsprechende Szenerie versetzt fühlt - ja man hat tatsächlich das Gefühl, Licht zu schmecken. Den eine der wichtigsten Pointen dieses Hörbuchs ist es eben, dass man zum Hören verdammt ist. Licht, Geschmack, Gefühl wie die blinde Sonja also nur mit den Ohren wahrnehmen kann. Dies meistert Deutschmann mit Bravour.
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4.0 von 5 Sternen Odysee eines jungen Münchners, 1. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Wie Licht schmeckt: 4 CDs (Audio CD)
Die Erzählung wird gut vorgelesen. Wer das Buch nicht kennt: Ein Junge hat Geburtstag und verschwindet mal im Hochsommer aus dem elterlichen Haus um in der Großstadt neue Erfahrungen zu sammeln. Er lernt ein blindes Mädchen kennen, die sich mit ihrem Handycap arrangiert hat und ihm den ersten Sex gewährt. Sehr treffend geschrieben aus der Sicht eines Jungen, dem stets 1000 Gedanken durch den Kopf schwirren und bei jedem neuen Wort wieder neue Gedankensprünge macht.Eine Erzählung für Jugendliche, obwohl nicht alle jugendlichen Leser diese von hü nach hott springenden Gedanken des Protagonisten nachvollziehen können. Sehr viel innere Monologe. gut geschrieben!
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3.0 von 5 Sternen Grübelklöße, Wunden und hoffnungsvolle Lichtblicke -- Nichts für Schwermütige, 24. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Wie Licht schmeckt. 4 CDs (Audio CD)
Lukas ist ein extrem vergrübelter, ziemlich verpeilter Jugendlicher, dessen Eltern beide ziemlich verschroben sind und auch er ist eher abgeschieden von der Welt.

Er liest Beckett, "Warten auf Godot" und so, und fühlt sich genauso sinnlos und absurd wie die Figuren da. Krass.

In seinem Kopf wüten die Gedanken und er ist eher in ihnen gefangen als ihnen Herr.

Er will drei Tage für sich und die verlaufen ziemlich verpeilt.

Wer eine ähnliche Jugend hatte wie Lukas dürfte gut nachvollziehen können, wie er da so verpeilt durch seine Gedankenstürme stolpert und die halbe Zeit nicht wirklich weiß, was er da tut und meistens auch nicht was er will.

Seine Gedankenkaskaden waren an zwei, drei Stellen schon extrem nervig und erst recht sein Rumhängen mit ätzenden Leuten wie seinem Großvater oder den Punks.

Lukas ist ein ziemlicher Underdog, ein Loser, der irgendwie versucht, seinen Weg im leben zu finden. Und meistens nur stolpert, irgendwohin und zweimal auch schon gleich ne Treppe runter.

Glücklich wie im Klappentext behauptet verbringt er seine Alleinzeit am Anfang nicht wirklich, eher wie ein im Wind getriebenes Blatt.

Sonja wird ziemlich überhöht als die Retterin dargestellt, doch es wird auch klar, vor seinem Gedankenchaos kann ihn niemand mal ebenso retten.

Die schöne zeit mit ihr kann er kaum genießen, und doch kommt ein bisschen was bei ihm an.

Und bald sieht man auch, dass Sonja nicht so souverän ist, wie sie tut.

Aber so konfus wie Lukas is sie dann doch nicht. Deutlich.

Der denkt und nimmt oft so schräg war, dass man nicht weiß, was gerade passiert, weil man alles nur durch seine Beckett-Brille mitbekommt.

Und vor lauter Kommunikationsunfähigkeit in seiner Familie fällt es ihm schwer, die Wahrheit zu sagen, ob er will oder nicht.

Andrerseits, auch wenn er sie immer nur in Bildern ausspricht, seine Gefühle kommen doch rüber. Und sie sind meistens schwer, und dunkel, ängstlich und verwirrt, schwarz.

Die Geschichte ist auf jedenfall nichts für deprimierte Leute und ihr Ende gefällt mir auch nicht wirklich. Es gibt u.A. einen schönen tieftraurigen lichten Moment am Ende, aber Lukas' nächster Beckett-Schub scheint schon programmiert zu sein.

Authentisch ist die Geschichte auf jeden Fall, und tragisch.

Weiser fühle ich mich danach nicht. Eher wunder und schmerzlich an eigenes erinnert. Wie Lukas sich vorm Ende zukippt ist kaum auszuhalten.
Wie er die Szene in "The Killer" beschreibt, wo die beiden blinden aneinander vorbeikriechen ...
Aber ich konnt euch nicht aufhören, zuzuhören, bis zum bittersüßen Ende.

FAZIT: Düster gestimmten Leuten kann ich nur sagen: Es kann ganz schön wehtun, die Geschichte mitzuerleben. Sie ist nicht so licht und leicht wie man bei dem Titel und dem gezuckerten Klappentext vielleicht glaubt. Hören/Lesen auf eigene Gefahr.

Lukas ist nur das Beste zu wünschen, Freude und Freiheit und ein klarerer Kopf. Sonnigkeit :).
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1.0 von 5 Sternen laaaaangweilig......., 17. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Wie Licht schmeckt. 4 CDs (Audio CD)
Also ich muss sagen, ich bin echt froh dass ich endlich den Schluss der Geschichte erreicht habe. Ich habe mich phasenweise endlos gelangweilt. Vor allem diese ewig langen Beschreibungen des Films im Kino, Lukas' wirre Gedankenbeschreibungen....Beschreibungen der Gegend.....etc.......laaaaaaangaaaaatmig......Ausserdem fand ich die Hauptfigur (Lukas) ziemlich dämlich. Emotional zurückgeblieben für 14.
Und die Kernstory hat mich auch nicht beeindruckt. Auf den Punkt gebracht: die war blind, und älter, und er verwirrt und jung, und er hat versucht sie zu verstehen. Aber vielleicht bin ich ja auch so ein sprachloses Exemplar Mensch wie seine Eltern.
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Wie Licht schmeckt: 4 CDs
Wie Licht schmeckt: 4 CDs von Friedrich Ani (Audio CD - Juli 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 5,87
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