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TOP 500 REZENSENTam 23. März 2014
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension anfangen soll.

Das Buch hat international viele renommierte Preise gewonnen und wird in zahlreichen Schulen als Pflichtlektüre eingesetzt; es wurde aber auch schon an Schulen verboten, wie z.B. ursprünglich im Heimatland der Autorin, Dänemark. Auf Amazon gibt es achtzig 5-Sterne-Bewertungen, aber auch dreißig 1-Stern-Bewertungen. Eins ist klar: an diesem Buch scheiden sich die Geister. Ist das einfach das unvermeidliche Merkmal eines Buches, das zum Nachdenken anregt und den Leser dazu bringt, seine eigene Meinung zu hinterfragen? Vielleicht sogar eine Grundvorraussetzung? Oder liegt es daran, dass die Autorin im Versuch zu provozieren geradezu eine Checkliste der Provokationen abhakt?

Wie der Klappentext schon verrät: hier werden Tiere getötet, Mitschüler verstümmelt oder vergewaltigt... Auch vor Grabschändung wird nicht haltgemacht. Mich ließ das alles überraschend kalt; bestenfalls hat es mich unangenehm berührt. Aber die Augen geöffnet oder neue Denkansätze in Gang gesetzt hat es für mich nicht. Die Autorin hat einmal gesagt, die Erwachsenen würden Kindern das Buch nicht zutrauen - ich traue es Kindern zu und glaube auch nicht, dass das Buch verboten werden sollte, ich weiß nur nicht, welchen Gewinn sie daraus ziehen sollen.

Die Geschichte ist sicher originell, und sie bietet eigentlich so viele Möglichkeiten... Ein Junge beschließt, dass das Leben sinnlos ist, und seine Mitschüler tun sich zusammen, ihm das Gegenteil zu beweisen - was für ein Spannungspotential! Aber schon nach kurzer Zeit fragte ich mich: was will die Autorin mir eigentlich sagen? Der Junge hat Recht und das Leben IST sinnlos? Dann ist auch das Buch irgendwie sinnlos, und das ist eine unbefriedigende Ausbeute.

Als Schullektüre finde ich es auch etwas merkwürdig - am gleichen Ort, an dem Schülern normalerweise eingetrichtert wird, dass sie für das Leben lernen sollen, wird ihnen jetzt gesagt, das sowieso alles egal ist und sie sich gar nicht erst anstrengen müssen.

Ich musste öfter an "Herr der Fliegen" denken, aber wo dieser Klassiker einen immer noch trifft wie ein Schlag in den Magen, hat "Nichts" mir nur einen schalen Geschmack im Mund beschert. Ersteres zeigt einem die Abgründe und Gefahren menschlicher Gemeinschaft, letzteres zeigt einem... Das Gleiche verwässert, wobei die eigentliche Botschaft was ist - Gleichgültigkeit? So etwas wie Bedeutung gibt es nicht?

Ich glaube, ein Hauptproblem waren für mich die Charaktere. Wo ich bei "Herr der Fliegen" mit Ralph, Piggy, Sam, Eric etc mitgefiebert habe, bleiben Anthon, Agnes, Sofie und die Anderen für mich blass und blutleer. Wir erfahren noch nicht einmal, wie Pierre Anthon zu seiner Erkenntnis gekommen ist. Es ist einfach, und andere Dinge sind einfach nicht.

Auch der Schreibstil ist mir persönlich zu nüchtern. Ich kann mir nicht helfen - ich fühle mich, als hätte ich einen Test nicht bestanden, als würde ich etwas Essentielles an diesem Roman nicht begreifen, aber das Buch gibt mir... einfach Nichts.

Ich denke, "Nichts" ist ein Buch, vom dem man weder endgültig abraten noch es 100%ig empfehlen kann. Was es einem gibt oder nicht gibt, das muss jeder selbst entscheiden. Zumindest insofern war es für mich ein erfolgreiches philosophisches Werk.
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am 10. August 2015
Dass das Buch mir in stilistischer Hinsicht nicht gefallen mag, das sei einmal dahin gestellt (immerhin ist das einizg und allein Geschmacksache). Dass es allerdings einen gewaltigen logischen Fehler aufweist, das ist meiner Meinung nach der weitaus entscheidendere Punkt: Was finden wir in dem Buch vor? Stein des Anstoßes ist ein Junge, der davon überzeugt (!) ist, dass nichts eine Bedeutung hat und aus dem Grund die gesamte Handlung über auf einem Baum sitzt und seine Mitschüler aktiv (!) mit Zitaten und Pflaumen bewirft - wer eine Überzeugung hat, und sei diese auch, dass nichts eine Bedeutung hat, und diese so vehement vertritt, der misst dieser Überzeugung auch Bedeutung bei, nämlich in der Form, dass diese wahr ist. Und wer etwas Bedeutung beimisst und sehr darauf beharrt, wie die Figur des Pierre-Anton, der tut genau das Gegenteil von jemandem, der davon überzeugt ist, dass nichts eine Bedeutung hat, denn diese Person müsste folgerichtig - genau! - NICHTS unternehmen.
Leider wäre das Buch so sehr schnell zu Ende und somit muss Pierre-Anton (fast) den Rest des Buches auf dem Baum ausharren; dass auch sein Wille, auf dem Baum bleiben zu wollen, keine Bedeutung hat, darauf kommt keiner - auch er selbst nicht, der ja sonst alles durchschaut.
Der Berg an Bedeutungen wächst somit stetig und damit auch die Erkenntnis, dass in dem Buch irgendetwas gewaltig nicht stimmt.
Gerade WEIL es als so "mutig und brutal" (Zitat "Die Welt", in schönstem Pink auf das Buch geklebt) gelobt wird, soll es schließlich wohl etwas zeigen (Eine Welt ohne Moral und Werte ist schlecht? DEN Sinn des Lebens gibt es nicht? Sinnvoll ist nur das, was DU für sinnvoll erachtest?...), macht dies aber an einer Figur fest, die vom Gegenteil überzeugt ist und dafür letzten Endes mit dem Leben bezahlt (was ja, so nebenbei, nach der Überzeugung der Figur auch nicht wirklich schlimm ist, denn es gibt ja nichts von Bedeutung).
Im besten Falle will das Buch das, was schon der Titel sagt: Nichts - und dann muss man es nicht lesen!
Im schlimmsten Falle führt es nach einigem Nachdenken dazu, dass man für seine Bedeutungen und Überzeugungen bloß einzustehen und zu kämpfen hat - was dann eine recht extremistische Denkweise bedeutet und auch dann muss man das Buch nicht lesen.
Nunja, ich habe das Buch gelesen, als die Sonne schien und ich draußen saß - das ist gut, denn ich hätte an dem Tag sowieso NICHTS besseres zu tun gehabt - einen Platz auf der "Pflichtschullektüren-Skala" hat es meiner Meinung nach jedoch garantiert nicht verdient - schade eigentlich, denn die Thematik an sich (Was ist von Bedeutung/nicht von Bedeutung) ist durchaus spannend!
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am 24. September 2010
Ich habe das Buch, wie einer der anderen Rezensenten auch, gelesen weil mich ein Beitrag im ARD Magazin ttt" darauf aufmerksam und schließlich ziemlich neugierig gemacht hat.

Ich habe es an einem einzigen Tag gelesen, was zwei Gründe hatte. Zum einen ist es ein kurzes Buch. Zum anderen ist es ein hypnotisches Buch. Ich konnte es schlicht nicht mehr aus der Hand legen.

Ist es ein makelloses Buch?

Nein, das ist es nicht. Das ist auch nicht wichtig. Meisterwerke sind nicht Meisterwerke weil sie makellos sind, sondern weil sie etwas Essenzielles unvergleichlich einfangen, das sie bedeutungsvoll macht, und sie, sozusagen, aus der Zeit fallen lässt.
Dieses Buch fällt aus der Zeit...

Wie Janne Teller hier mit unheimlicher Konsequenz und fast wagemutiger Kühnheit ihr Konzept völlig unbeeindruckt von den sonst für Jugendbücher geltenden Regeln in aller grausamen Konsequenz auf hohem Niveau durchzieht und gnadenlos zu Ende denkt - das ist eine tour de force vor der ich den Hut ziehe.

Nichts. Was im Leben wichtig ist" (man beachte wie bereits Titel und Untertitel in verschiedenen möglichen Deutungen doppelbödig miteinander zu spielen scheinen) erzählt, aus der Sicht der erstaunlich distanzierten Ich- Erzählerin Agnes, die als Fabel gebaute und ganz und gar nicht so realistische Geschichte einer siebten Klasse am Gymnasium der dänischen Kleinstadt Taering. Und sie erzählt, wie diese Klasse sich verändert, nachdem einer der Mitschüler, Pierre Anthon, plötzlich seine sieben Sachen in den Schulranzen packt und die laufende Unterrichtsstunde verlässt, weil das Leben sinnlos ist, da wir sowieso alle sterben müssen.

Nichts, so sagt er, sei im Leben von Bedeutung.

Von da an sitzt Pierre Anthon auf einem Pflaumenbaum und bewirft seine früheren Mitschüler mit Pflaumen und mit Wahrheiten, die einem Nietzsche Ehre gemacht hätten, und irgendwie gar nicht wirkten als stammten sie aus dem Mund eines Siebtkläßlers. Er bewirft sie - und beunruhigt sie. Verängstigt sie. Verstört sie. Sehr.

Er könnte nämlich Recht haben...

Irgendwann fühlt die Klasse sich gezwungen etwas zu unternehmen, damit der, der nicht Recht behalten darf, nicht Recht behalten kann.

Der Plan: Im alten Sägewerk werden allerlei die Dinge zusammen getragen, Gegenstände hauptsächlich, die Menschen etwas bedeuten, mit diesem "Berg aus Bedeutung" , den er begutachten soll, wenn er denn fertiggestellt ist, soll Pierre Anthon überzeugt werden, das es mindestens eine Sache im Leben eines Menschen gibt, geben muss, die von Bedeutung ist.

Irgendwann fällt den Kindern auf, dass sie bisher nur Dinge zusammengetragen haben von denen sie sich leicht trennen konnten, die im Sägewerk zurückzulassen ihnen keinen Schmerz bereitet hat. Damit wird man den Störgeist kaum überzeugen können; diese ehrliche Erkenntnis führt unheilvoll zum nächsten Schritt:

Jetzt muss reihum, jeweils bestimmt von den Mitschülern, jeder sein Liebstes, sein Allerliebstes, opfern.

Egal wie weh es tut, egal was die Folgen sind, oder wie ungeheuerlich es ist - und von diesem Augenblick an, da der Geheimplan sich mit Machtspiel, Gruppendynamik, unterschwelligen Konflikten, gährenden Freund- und Feindschaften vermischt, läuft das Kinderspiel in atemberaubender Geschwindigkeit, wie ein Strudel dem nichts und niemand entkommen kann , völlig aus dem Gleis, wird zu einer schrecklichen und grausamen Kaskade der Opferungen, die unaufhaltsam auf ein schreckliches Ende zurast...

Und dieses Ende hat es in sich. Zumal der Leser manches, aber mitnichten alles kommen sehen, und sich daher auf einen ziemlichen Schlag in die Magengrube einstellen kann...

Zwar kann man der Erzählung vorwerfen, dass der Auslöser für das alles, die Verunsicherung durch philosophische Fragen, wohl kaum eine glaubwürdige Motivation darstellt, die Kinder dazu bringen würde einen so komplexen und altruistischen Plan zu schmieden, und sich ihm bis zur Selbstentleibung hinzugeben, besonders da der Gefühlszustand der Verstörung nur sehr andeutungsweise herausgearbeitet ist. Man kann auch anmahnen, dass es diesem Roman an Realismus mangelt, aber wenn man an alle Literatur mit dieser Forderung herantritt, was, darf man fragen, bleibt dann noch übrig? Auch die mangelnde Ausarbeitung der Figuren, die einem, einschließlich der Protagonistin, niemals wirklich seelisch, gefühlsmäßig nahekommen, könnte man anprangern -

- ABER wenn man sich bewusst macht, dass man es hier mir der Gattung der Parabel zu tun hat, erklären sich diese Umstände fast alle von selbst, alles was unklar scheint fällt an seinen richtigen Platz. Und wenn man bedenkt wer einem die Geschichte da erzählt, und was diese Figur zuvor durchlebt hat, wie die Geschehnisse sie gezeichnet haben, dann versteht man plötzlich, dass diese Person die Geschichte nicht anders erzählen konnte, und dass die seltsame Distanz in der Erzählweise kein Mangel, sondern Teil der ungeheuren Konsequenz ist mit der die Autorin ihre Fabel gestaltet hat.

Was bleibt ist ein sehr starkes Jugendbuch mit ungemein vielschichtiger, präziser, scharfer Sprache, die auch die letzte Doppeldeutigkeit noch bis in den dunkelsten Winkel ausleuchtet, ein Jugendbuch von starkem substanziellem Gehalt, das den Leser regelrecht mit Gewalt zwingt sich zu positionieren, ein Jugendbuch von aufreizender philosophischer Tiefenschärfe, das an jene dunklen, düsteren Orte geht, die Bücher wie dieses im Normalfall meiden, ein Jugendbuch von solchem Rang dass auch erwachsene Leser von dieser Reise ins Herz der Dunkelheit keinesfalls unberührt zurückkehren werden...

Ist das Buch geeignet für Kinder geeignet? Definitiv nicht.

Für Jugendliche ab 13, 14 Jahren hingegen scheint es mir, wenn die Lektüre gemeinsam erfolgt und unter Begleitung von Erwachsenen oder Lehrern, durchaus zumutbar zu sein. Ich glaube auch, dass man es zumuten sollte. Es womöglich zumuten muss.

Die Frage, was im Leben von Bedeutung ist, kann und darf auch Jugendlichen nicht erspart werden. Sie muss gestellt werden. Und jeder Mensch, auch ein sehr junger, muss darauf eine Antwort finden. Irgendeine Antwort.

Und wenn dieses starke, provokante, dünne Buch dazu einen Beitrag leistet, diese Diskussion in aller Ehrlichkeit und, ja, auch Härte zu ermöglichen, dann kann man sagen

"Nichts" ist im Leben wichtig.
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am 7. November 2015
Wie so oft bei dänischen philosophischen Fragen ist die Geschichte unglaubwürdig; es ist eine Parabel. Die Fragen, die gestellt und behandelt werden, sind keine Fragen der Schüler oder überhaupt von Jugendlichen. Jugendliche fragen auf andere Weise - daher ödet manche Jugendliche das Buch sogar an. Es sind Fragen von Erwachsenen, von Menschen, die bestimmte Ziele erreicht haben und nun befürchten, dass diese Ziele nicht ausreichen, um ihrem Leben Sinn zu geben. Es sind Probleme der früher so benannten "midlife-crisis".
Der Hauptmotor in dem Buch ist gar nicht so sehr die philosophische Frage, die ist weder neu noch originell; vermutlich fragt sich jeder hin und wieder, ob er ein "erfülltes" Leben führt. Etwas anderes ist Auslöser der Spannung und auch der heftigen Reaktionen (vor allem Erwachsener) auf das dünne Büchlein. Die Autorin beschreibt es so: „Ich bekam Angst. Angst vor Pierre Anthon. Angst. Mehr Angst. Am meisten Angst.“ (S.10)
Es geht um Angst. M.E. ist Angst eines der Grundthemen unserer Zeit (Angst vor Krankheit und Schmerz, vor Arbeitsplatzverlust, vor Asylanten, vor der Meinung der Nachbarn usw.). Insofern fand das Buch fruchtbaren Boden.
Im Buch von Janne Teller geschieht das, was eben nur in philosophischen Gleichnissen geschieht: Menschen lassen sich von der Angst bestimmen und zerstören das, woran sie sich freuen. Die normalste Reaktion auf Pierre Anthon wäre, ihn auszulachen, denn Lachen bannt bekanntermaßen die Angst. Und ist Pierre Anthon nicht tatsächlich lächerlich? Ein kleiner Junge sitzt im Baum und redet vom Leben, ohne es zu kennen. Entwaffnen lässt sich Nihilismus mit Lebensfreude; genau das ist aber das, was im Buch nicht vorkommt. Darum folgen auf sinnlose Äußerungen immer sinnlosere Akte der Selbstzerstörung, die - so wie in neuerer skandinavischen Literatur üblich - bedrückend, gewalttätig und eklig sind. Gibt es keine Freude und ist Flucht vor der Angst verboten, so bleibt nur noch die neomarxistische Möglichkeit: "Macht kaputt, was euch kaputt macht". Folgerichtig wird der Angstmacher am Schluss beseitigt.
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am 14. Februar 2015
Also, da ich in der Schule dazu gezwungen wurde mich durch dieses ein wenig seltsame Werk durchzukämpfen, hier mal eine kleine Rezension:
[Achtung: Spoileralarm]
In dem Buch geht es kurz gesagt um eine Schulklasse, deren Mitschüler Pierre Anthon eines Tages aufsteht und den Klassenraum mit den Worten "Nichts bedeutet irgendetwas, das weis ich schon lange, darum lohnt es sich nicht irgendetwas zu tun, das habe ich grade herrausgefunden" verlässt. Die Schüler, die sich zu diesem Zeitpunkt im raum befanden, reagieren verwirrt auf diese Aussage. Obwohl sie für sich wussten, dass diese Aussage nicht stimmt, wussten sie doch, dass auch irgentetwas wahres dahinter sein muss. Daraufhin beginnt die Suche der Schüler nach der Bedeutung, die zunächst harmlos anfängt, die allerdings eskaliert, als eine der Schülerinnen auf die Idee kommt, einen Berg aus Bedeutung anzuhäufen. Anfänglich fanden hier nur Dinge wie Fussbälle, Schuhe und Comics seinen Platz, doch schon bald begreifen die Schüler: Umso mehr etwas weh tut, umso größer die Bedeutung. Basierend auf diesem Grundgedanken, häufen sich im laufe der Zeit neben einem Hamster auch ein Sark und ein Gebetsteppich an. Die Lage eskaliert, als eine der Mitschülerinnen durch die Suche nach der Bedeutung ihre "Unschuld" abgeben muss. Kurz darauf ist zu sehen, dass besagte Schülerin starke psychische Probleme hat, was sich auch an den Gegenständen zeigt, die im Laufe der Zeit auf dem Berg zu finden sind. Neben einem Hundekopf, liegt auch schon bald der Zeigefinger eines Mitschülers auf dem Berg, dessen Abtrennung meiner Meinung nach für ein Buch, dass keinen Thriller darstellen soll, etwas zu genau beschrieben wurde. Letztenendes kommt es so, wie es kommen musste. Besagter Schüler, der den Finger verlor, ließ das ganze auffliegen. Schon bald spricht die ganze Welt vom Berg aus Bedeutung, für die Schüler mehr als Bestätigung, dass ihr Berg etwas bedeutet. Dennoch können sie ihr ursprüngliches Ziel, Pierre Anthon zu überzeugen, nicht erreichen, was die Schüler nochmehr mitnimmt, nachdem die Weltmedien ihren kleinen Ort wieder verlassen. Kurz gesagt: Sie bringen Pierre Anthon um, verbrennen seine Leiche und lassen es wie einen Unfall aussehen. Letztendlich werden die alle auf verschiedene Schulen geschickt, die Mitschülerin, die ihre Unschuld verlor, wird verständlicherweise sogar in die Klappsmühle geschickt. ENDE
[Spoileralarm beendet]
Trotz der ein wenig seltsamen Story, beschäftigt dich das Buch doch insgesamt mit einem interessanten Thema: Wann ist etwas wirklich bedeutend. Ich muss sagen, es ist äußerst interessant zu sehen, wie sich die Charakterzüge einzelner Protagonisten im Laufe des Buches verändern, insbesonders hierbei Sofie. Die Autorin spielt mit den Gefühlen/Gedanken der Personen derartig einzigartig, dass man sich als Leser einfach im Nachhinein mehr mit dem Buch beschäftigt und auch viel über die im Buch angesprochene Thematik nachdenkt. Für Leute, die mal was außergewöhnliches lesen wollen, einen Blick wert. Wer allerdings nach Büchern sucht, die man mal nebenbei lesen kann, wo man sich gerne mit Charakteren identifizieren kann, dem würde ich hier lieber abraten, da das zugegeben nicht das ist, was ich am Wochenende mal gerne lesen würde...
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am 15. April 2012
Durch eine große Medienkampagne unter anderem der ARD wurde der Roman 'Nichts' der dänischen Schriftstellerin Janne Teller in Deutschland bekannt. Dieses Buch wurde außerdem aus dem Dänischen in zwölf Sprachen übersetzt. 2010 erschien es schließlich in Deutschland im Hanser Verlag, nachdem es bereits zuvor den Jugendbuchpreis des dänischen Kulturministeriums erhalten hat und mit dem Printz Award ausgezeichnet wurde. Allerdings war jenes Buch auch zeitweise an Schulen in Dänemark verboten, da die Meinung vorherrschte, dieses Thema sei Schülern nicht zumutbar. Heute taucht es hingegen oft wieder im dänischen Unterricht auf und ist teilweise sogar prüfungsrelevant.
Der Roman handelt von dem Sechstklässler Pierre Anthon , der überstürzt aus dem Unterricht eilt. Zur Erklärung führt er an, dass nichts von Bedeutung sei und setzt sich auf den Ast eines Pflaumenbaumes, Seine Mitschüler wollen seine Behauptung widerlegen. So errichten diese den 'Berg der Bedeutung'. An diesen muss jeder nach der Reihe etwas für sich Bedeutendes abgeben. Danach darf dieser etwas von dem nächsten Kind einfordern. Jedoch werden die Einforderungen immer radikaler und die Situation eskaliert.. De Kinder können allerdings nicht aussteigen, weil sie so Pierre Anthon zustimmen würden. Daher sind die Kinder noch frustrierter, sodass dies dazu führt, dass Pierre Anthon erschlagen wird.
Trotz der intensiven Medienkampagne hat der Roman jedoch nicht viel zu bieten. 'Nichts: Was im Leben wichtig ist' wird von einer Ich-Erzählerin erzählt, die nichtsdestotrotz sehr distanziert wirkt. Dies ist aber auch in anderen Romanen der Fall. So zum Beispiel in Juli Zehs Roman 'Spieltrieb', in dem von Ada und Alev erzählt wird, die mit einer Erpressung ein Spiel mit ihrem Lehrer spielen, welches jedoch auch völlig außer Kontrolle gerät. Dadurch wirken sowohl Pierre Anthon als auch die anderen Kinder sehr distanziert. Sowieso sind alle Figuren sehr mangelhaft ausgearbeitet. In folge dessen kommt man noch nicht mal der Ich-Erzählerin weder seelisch noch gefühlsmäßig nahe. Somit gibt es auch keine Identifikationsfigur. Dies macht hingegen dem Roman 'Spieltrieb' aus. In diesem Roman ist Ada die Identifikationsfigur, die den Leser durch das ganze Buch begleitet. Dies liest sich im Gegensatz zu 'Nichts' sehr angenehm.Dies führt auch dazu, dass man die Charaktere nur durch ihre Handlungen unterscheiden kann. So hat es auch den Anschein, dass Pierre Anthon wie Alev ein Blender ist, obwohl Pierre Anthon die anderen nur überzeugen möchte. Diesen Irrtum macht Pierre Anthon verständlicherweise sehr unsympathisch.
Es gibt somit auch keine Innensicht. Dies hat zwei Folgen: Zum einen kommt durch die fehlenden Gefühlswelten nie Zweifel durch die Kinder an ihren Taten auf. Auch hat es den Anschein, dass die Kinder die ganze Zeit aussteigen können und der Gruppenzwang nicht wirklich hervorgehoben wird. Somit passen sich die Kinder auch der Gruppen an und versuchen ihr gerecht zu werden. Adas Gefühlswelten werden hingegen ausführlich beleuchtet, sodass man merkt, dass Ada so ist, wie sie sein will. Zum Anderen kann man so nicht erkennen, was an dem Roman nihilistisch sein soll. Dieses Thema möchte die Autorin nach eigenen Angaben unter anderem behandeln. Dies kann aber wenn überhaupt durch die Handlungen aufgezeigt werden. Durch die trockene Behauptung von Pierre Anthon 'das Leben ist die Mühe überhaupt nicht wert' kann man nicht von einem Buch sprechen, das das Thema Nihilismus behandelt. Mit dem Versuch von Janne Teller mit dem Buch zum Fragen nach dem Nihilismus anzuregen, ist sie kläglich gescheitert. Um aber nach dem Nihilismus fragen zu können, muss der zentrale Begriff der 'Bedeutung' erst geklärt werden. Ohne Definition liest jeder das Buch von einem anderen Standpunkt. Dies ist ebenfalls ein großer Schwachpunkt des Romans. Somit misslingt der Versuch, sich mit Nietzsche auf eine Stufe zu stellen, gänzlich.
Des Weiteren wird dies auch nicht bis zum Ende durchgezogen. Zuerst wird insoweit vom ursprünglichen Thema abgewichen, dass die abverlangten Opfer nichts mehr mit der Diskussion der Thesen von Sinn- und Bedeutungslosigkeit zu tun haben. Sondern es wird in den Vordergrund gerückt, ein noch größeres Opfer als das von einem Selbst abverlangte einzufordern. Pierre Anthon soll schlussendlich gar nicht mehr vom Gegenteil überzeugt werden. Außerdem lässt die Autorin die Situation in einer großen Katastrophe enden, anstatt den anspruchsvolleren Weg der Konfliktlösung zu wählen. Zwar entgleitet Ada und Alev die Situation ebenfalls, jedoch wird diese über die Gerichtsverhandlung bis zum Ende geführt. Allerdings ist nicht nur das Ende anspruchslos, auch die Sprache wird dem Thema nicht gerecht. Während das Thema des Nihilismus richtig ausgearbeitet Anspruch auf eine intellektuelle Sprache hat, erinnert die Ausdrucksweise in 'Nichts' hingegen an eine Sprache für Viertklässler. Insgesamt kann man den Roman auch nicht als Jugendbuch ausgeben, da es sich noch nicht mal mit den Problemen der angegebenen Altersgruppe befasst. Diese Jugend soll aber auch nach Janne Teller zu einem selbstbestimmten Leben ermutigt werden, da die Kinder untereinander abhängig sind und die Gruppe wiederum von Pierre Anthon, da dieser überzeugt werden muss. So ist in 'Spieltrieb' Ada auch von Alev abhängig. Dieser hat sogar einen gewissen Machtanspruch gegenüber ihr. Nach dem Roman 'Nichts' sollte das Nachdenken allerdings völlig sein lassen werden, denn der einzige Denker Pierre Anthon wird erschlagen und die Ich-Erzählerin wünscht sich gegen Ende, nie mit den Denken angefangen zu haben.
Des Weiteren werden auch die reale und irreale Welt vermischt.. So sind für die reale Welt zu viele Widersprüche vorhanden. Beispielsweise bekommen die Eltern und Lehrer sehr lange nichts mit, dass Pierre Anthon auf einem Pflaumenbaum sitzt, Dies ist allerdings auch in 'Spieltrieb' so. Dort hätte das Umfeld von den Veränderungen auch etwas mitbekommen müssen. So scheint es normal, Handlungen in einem kleinen Kreis von Charakteren zu halten, sodass die frühzeitige Aufdeckung ausgeschlossen wird. Jedoch ist auch widersprüchlich, dass Pierre Anthon so lange auf dem Baum überlebt. Daher fragt man sich das ganze Buch über, warum die Kinder das alleinige herunterkommen nicht einfach abwarten. Warum wollen die Kinder Pierre Anthon unbedingt überzeugen? Oder wollen sie sich selbst davon überzeugen, dass Pierre Anthon falsch liegt? Diese Fragen bleiben bis zum Schluss ungeklärt.
Schlussendlich ist es nicht empfehlenswert, das Buch zu lesen. Nicht nur dass die Autorin ihr eigenes Geschriebenes anscheinend nicht versteht auch die literarischen Defizite machen das Buch unattraktiv, obwohl es Parallelen zu einem anderen Buch gibt, aber diese Parallelen sind in 'Spieltrieb' anders unterbracht.
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am 12. August 2011
Hätte 'Nichts' nicht auf meinem Bücherzettel für die Schule gestanden, hätte ich es wahrscheinlich nie in die Hand genommen. Zugegeben, es ist nicht gerade die Art von Buch, die ich in meiner Freizeit lese, aber normalerweise lasse ich mich gern auf etwas Neues ein. Hier war ich jedoch schon von Anfang an skeptisch, da mich ein derartiger Hype um ein solches Buch meistens eher abschreckt.
Ich denke, zum Inhalt ist schon oft genug etwas gesagt worden, allerdings finde ich weder den Text hinten auf dem Buch noch den Sticker auf dem Cover wirklich sinnvoll. 'Ein brutales und mutiges Buch' - das brutal steht an erster Stelle und es stimmt. Mir kam es so vor, als hätte die Autorin ihr ganzes schriftstellerisches Talent darauf verwandt, diese brutalen Stellen auszuschmücken, während der Rest fad, grau und langweilig ist.
Die Charaktere - wenn man sie überhaupt so nennen kann, denn genau das fehlt ihnen, Charakter - sind etwa 12jährige Jungen und Mädchen, die wie hohle Roboter ohne Gehirn wirken. Jeder Mensch möchte anderen etwas beweisen oder sie von seiner Sache überzeugen, aber dabei so weit zu gehen, einem Freund den Finger abzuhacken oder ein Mädchen zu vergewaltigen? Mir kommt das einfach absurd vor. Auch der Schreibstil ist mir mehr als einmal auf die Nerven gegangen. Simpel, neutral, ständige Wiederholungen. Das weist natürlich auch noch mal auf das eigentliche Thema des Buches - die Suche nach Bedeutung, Nihilismus - hin, aber gut zu lesen ist es nicht.
Ich kann mit diesem Buch einfach nichts anfangen. Ja, es behandelt ein wichtiges Thema, aber wo ist es mutig? Die Autorin schreibt brutale Stellen, die provozieren und mich jedenfalls kein bisschen zum Nachdenken anregen (und nein, ich lese nicht nur 0815 Bücher). Manchmal war ich so angewidert, dass ich das Buch weggelegt habe, und wenn ich es nicht für die Schule hätte lesen müssen, wäre es nach den ersten 2 Kapiteln wieder im Bücherschrank gelandet.
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am 18. Dezember 2014
Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt »Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun«, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt - als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens ...

Als ich das Buch fertig hatte, musste ich erst einmal nochmal nachschauen, in welcher Klasse die Charaktere sind und ich war geschockt, dass sie tatsächlich erst in der 7. sind.

An einer Stelle des Buches, wird der Berg der Bedeutung „makaber“ genannt, aber das ist noch eine Untertreibung. Ab einem gewissen Punkt war es einfach nur noch grausam. Ich habe mir das Hörbuch angehört und das war gut so (oder schlecht, je nachdem, wie man es betrachtet). Hätte ich dieses Buch tatsächlich gelesen, hätte ich es noch vor der Hälfte abgebrochen. Spätestens nachdem auf diesen Berg der Sarg eines kleinen Kindes gewandert ist, habe ich es aufgegeben, dem ganzen irgendetwas abgewinnen zu wollen. Wieso macht tut man sowas? Um einem 14-jährigen Kind zu beweisen, dass das Leben einen Sinn hat? Wozu? Es kann den Mitschülern doch egal sein, was Pierre Anthon denkt. Wenn er das Leben für sinnlos hält, dann ist das seine Sache und die anderen sollen nicht glauben, dass sie ihn unbedingt umstimmen müssen. Im äußersten Fall hätten sie sich an einen Erwachsenen wenden können, falls es sie wirklich so sehr gestört hat.

Pierre Anthon hätte auch nicht auf einem Baum sitzen und seine „Weisheiten“ hinausrufen müssen. Wie eben schon gesagt, es ist seine Meinung, die er meinetwegen haben kann, die er aber keinem anderen aufzwingen darf. Wobei ich mich auch gefragt habe, was bloß mit seinen Eltern los war. Wie kommt es, dass Pierre Anthon der Schule fern blieb und das ganze Jahr auf dem Baum im Garten saß und weder Vater, noch Mutter irgendetwas dazu zu sagen hatten?

Und nun zum Berg der Bedeutung. Bedeutsam war er auf jeden Fall nicht. Vielmehr ging es darum, dem anderen eine reinzuwürgen und ihm etwas noch größeres wegzunehmen, um nicht der zu sein, der den größten Verlust erleiden muss. Aber fast noch schlimmer finde ich, dass die Kinder für das Ganze nicht ernsthaft bestraft wurden. Sie töten einen Hund, schneiden einen Finger ab, zwingen ein Mädchen dazu, ihre Unschuld zu verlieren und bekommen trotzdem noch ganz normal Weihnachtsgeschenke wie jedes Jahr. Die einzige wirkliche Strafe sind ein paar Wochen Hausarrest. Als der Berg der Bedeutung weltberühmt wird und sogar als Kunst angesehen wird, werden die Schüler der Klasse dann als Helden gefeiert. Wofür? Für die schon genannten Grausamkeiten? Dafür, dass sie sich etwas getraut haben, dass es bis dahin so noch nicht gab? Überhaupt kann ich gar nicht verstehen, wie man einen abgetrennten Hundekopf ernsthaft als Kunst bezeichnen kann. Da sind nicht nur die Kinder verrückt geworden, überhaupt so etwas zu tun, sondern auch alle Anderen, die das scheinbar gar nicht einschätzen können, was das eigentlich ist.

Zur Autorin:

Janne Teller entstammt einer deutsch-österreichischen Familie, wurde aber in Kopenhagen geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach einem BWL-Studium arbeitete sie erfolgreich für die UNO und die EU auf verschiedenen Orte der Erde. Im Jahre 1995 begann sie hauptberuflich zu schreiben und lebt abwechselnd in New York, Paris, Mailand und ihrer Heimatstadt Kopenhagen. Vorallem ihr Jugendroman "Intet", im Deutschen "Nichts" wurde kontrovers diskutiert. Doch sie erhielt für diesen Roman sowohl den Jugendbuchpreis des dänischen Kulturministeriums sowie den Le Prix Libbylit. Tellers Bücher wurden in diverse Sprachen übersetzt.

Fazit

Jedes Buch hat eine gute Seite und bei „Nichts“ war es die letzte. Ich war froh, als die Geschichte endlich zu Ende war und bin sehr enttäuscht, da ich bisher wirklich nur Gutes von dem Buch gehört habe. Schade.
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am 23. Juni 2013
Warum "NICHTS – was im Leben wichtig ist" einen solchen Hype verursacht hat, kann ich nicht nachvollziehen.

Ich (16 Jahre) finde das Buch realitätsfern und den Inhalt maßlos übertrieben. (Warum bitte sollte sich ein 7. Klässler einfach so auf einen Pflaumenbaum setzen und nicht mehr runter gehen wollen? Oder warum greifen die Erwachsenen, also z.B. Eltern und Lehrer, nicht schon viel früher ein? Ein solches Unterfangen kann unmöglich so lange unentdeckt bleiben…). Für mich ist es daher einfach nur schleierhaft, was sich die Autorin dabei gedacht hat und ich kann nicht nachvollziehen, was der Sinn des Buches sein soll…
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am 12. Juli 2014
Ich verstehe, warum dieses Buch so viel positive Kritik erhalten hat.Jugend Bücher scheinen seit einigen Jahren von Trivialitäten nur so zu wimmeln, während Janne Teller es hier wagt, quasi die essentiellste Frage der Menschheit anzugehen. Die ehrbare Absicht ist, wie bei einigen Jugendbüchern, die ich vor 20 Jahren gelesen habe, desaströs. Dem Buch gelingt es nicht, ein andere Weltanschauung als den Nihilismus zu vermitteln. Wieso eigentlich nicht? Hat die Philosophie denn nichts anderes hervor gebracht als die Erkenntnis, dass das Leben keinen Sinn hat und man sich ergo auch gleich die Kugel geben kann? Dass Sinnsuche ein Gewaltakt ist und nicht einfach viel denken? Welchen Wunsch hätte das Buch in mir ausgelöst, hätte ich es als vierzehnjährige gelesen? Den Wunsch Philosophie zu studieren oder doch eher - wie ich auch nach Gudrun Pausewangs Büchern nie wieder über Atomkraft nachdenken wollte - den Wunsch, nie wieder über den Sinn des Lebens und die grundsätzliche Minderwertigkeit der Spezies Mensch an sich - nachzudenken? Es ist schon erstaunlich, was Jugendlichen in Büchern zugemutet wird. Die Beschreibung eines Ermordeten ist hier nur der Gipfel. Gutes Thema, aber wieso auf diese Weise, ddass man den Wunsch junger Menschen, nur noch Geschriebenes mit allzu trivialem Inhalt zu lesen allzu gut verstehen kann?
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