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78 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Wahrheit
Das Foucaultsche Pendel ist wahrlich ein dicker Wälzer. Auf hunderten von Seiten wird eine Geschichte erzählt, bei der es scheinbar um Verschwörungstheorien geht. Enorm detailliert und ausführlich erfährt man die Geschichte dreier Menschen, die sich beruflich bedingt mit allerlei Verschwörungstheoretikern und paranoiden...
Veröffentlicht am 15. September 2007 von Kosta

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die letzten 150 Seiten waren wirklich sehr gut!
Puhh, bin ich froh, endlich eine Rezension zu Ecos Werk schreiben zu können!

Grds. eine sehr interessante Geschichte, es geht um eine Verschwörungstheorie (der Templer) bzw. um das Wissen an sich. Auf dem Weg durch den Roman begegnet der Leser unheimliche viele Charaktere, aber auch Literaturquellen - mal wissenschaftlich, mal weniger. Es tauchen...
Veröffentlicht am 5. August 2012 von A. Balser


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78 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Wahrheit, 15. September 2007
Das Foucaultsche Pendel ist wahrlich ein dicker Wälzer. Auf hunderten von Seiten wird eine Geschichte erzählt, bei der es scheinbar um Verschwörungstheorien geht. Enorm detailliert und ausführlich erfährt man die Geschichte dreier Menschen, die sich beruflich bedingt mit allerlei Verschwörungstheoretikern und paranoiden Konspirationsfanatikern auseinandersetzen müssen. Eines Tages beschließen sie den "großen Plan" zu erfinden, bei dem es um nichts anderes als die Eroberung der Welt von einer geheimen Organisation geht. Somit nimmt das Schicksal seinen Lauf...

Umberto Ecos Roman ist enorm komplizert und verlangt vom Leser einiges an Geduld ab. Oftmals bedient er sich fremder Sprachen, für die es noch nicht einmal übersetzende Fußnoten gibt. Englisch, Griechisch, Latein, Französisch... Es gibt Szenen, die man gar nicht, oder nur schlecht versteht, wenn man aus diesen Sprachen nicht zumindest einige Wörter kennt. Die historischen Ereignisse, auf die Bezug genommen wird, werden mit einer Detailverliebtheit dargestellt, als ob Eco persönlich dabei war. Auf all dies sollte man vorbereitet sein, wenn man sich diesen Roman zu Gemüte führen möchte.

Fälschlicherweise wird dieses Buch oft als Verschwörungsroman bezeichnet. Das stimmt zwar, trifft den Nagel aber nicht auf den Kopf. Die Verschwörungen sind hier nur der Weg, aber nicht das Ziel. Eigentlich geht es um Wahrheit und Lüge, um Glück und Unglück und um die ewige Suche danach.
Die Meinungen zu diesem Roman gehen sehr stark auseinander. Das liegt wohl daran, dass er vieles gleichzeitig sein möchte. Historischer Roman, Verschwörungsgeschichte, Selbstverwirklichungsdrama... und doch geht es eigentlich nur um Wahrheit und Lüge...
Eine faszinierende Reise, die jeder mal gemacht haben sollte und auf jeden Fall große Literatur. Wer einmal den Zugang zu dieser Geschichte gefunden hat, den wird sie nicht mehr loslassen.
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und schon ist die Postmoderne wieder Vergangenheit, 14. April 2007
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Selten ist die Unwirksamkeit eines Buches so gut nachweisbar wie von diesem hier. Da macht sich Eco schon Ende der 80er Jahre über hunderte von Seiten über praktisch alle gängigen Verschwörungstheorien lustig. Und was passiert? Die Leute lieben nicht nur die einfältigen Romane von Dan Brown zum selben Thema, sondern schauen auch noch Dokumentationen über deren Hintergründe an und beginnen wirklich an Jesus Ehe mit Maria und die gemeinsamen Kinder in Südfrankreich zu glauben. Dabei lässt Eco doch sein Buch nun wirklich eindeutig enden und erklärt das mit den Templern, Rosenkreuzern und Illuminaten alles für Quatsch. Und er erklärt auch noch klug, wie solcher Quatsch entsteht. Nämlich in Form selbstreferenzieller Systeme: Solange es in Kunst und Wissenschaft formale Wahrheitskriterien gibt, so lange reicht es einfach aus, zu veröffentlichen und sich dann selbst zu zitieren (oder zitieren zu lassen), um am Ende Wahrheit künstlich zu erschaffen. Und da Eco hier einen Roman schreibt und kein Sachbuch, nutzt er den Weg der Parodie, der Satire, um diese Botschaft dem Leser zu vermitteln. Für den Vielleser und den Geisteswissenschaftler ist das sehr lustig und unterhaltsam, wie sich hier drei Dilettanten daran machen, mit Hilfe eines dubiosen Verlages und nicht weniger dubioser Autoren die Geschichte wissentlich umzuschreiben und damit in ein Schauermärchen zu verwandeln. Zitat: "Phantastisch, morgen bereite ich eine mystische Auslegung des Telefonbuchs vor" und "Wenn wir das nicht ordentlich erklären, dann stehen wir dumm da. - Vor wem? - Vor der Geschichte, vor dem Tribunal der Wahrheit. - Quid est Veritas? - Wir, sagte ich." Im Ergebnis entsteht dann übrigens wirklich eine großartige Verschwörungsgeschichte, die viele historische Romane schlägt, insbesondere natürlich die von Brown. Zu Ende führt Eco das alles dann als grausame Farce, als statt dem Pendel etwas ganz anderes von der Decke baumelt.

Aber möglicherweise kommen viele Leser gar nicht erst dazu, diese aus meiner Sicht eindeutige Botschaft zu lesen. Wie bereits in seinem ersten Roman hat Eco nämlich vor das Vergnügen die Arbeit gesetzt. Also heißt es erst einmal viel unübersichtlichen Text lesen. Hier hat der Leser mit ca. einem halben Dutzend verschiedener Zeitebenen zu kämpfen. Unter anderem geht um eine Nacht in einem Museum in Paris, zwei Tage in einem Landhaus in Italien, ein bis zwei Jahre im zweiten Weltkrieg, und dann noch um die Jahrzehnte vom Ende der 60er bis in die Mitte der 80er. Und alles geht immer schön durcheinander. Insbesondere dürfen wir auch noch viel über das Schicksal Nachkriegsitaliens mit dem besonderen Schwerpunkt Norditalien und der dortigen 68er Generation erfahren. Und für sich gesehen wird auch dabei ein schöner Roman erzählt, mit um ihr Glück kämpfenden Männern, mit glücklichen und unglücklichen Liebschaften und einigen wunderbar beschriebenen Szenen über die Träume eines Kindes und die daraus folgenden Neurosen im Mann. Und was hat das mit dem Komplex um Templer und deren Verschwörungen zu tun? Eigentlich nichts. Die Verbindung zwischen beiden erscheint oft gewollt, fast zufällig.

So wird kaum ein Leser das Buch durchgehend als gut zu lesen einstufen. Damit man wirklich alle Passagen spannend findet, bedarf es schon einer ungewöhnlichen Zusammenstellung von Interessen und auch von Vorwissen. Man sollte schon mit dem Mittelalter vertraut sein und der Aufklärung. Man sollte die Ideen der 68er spannend finden und es nachvollziehen können, dass man die Autoritäten als Feind betrachtet und auf einen gesellschaftlichen Wandel hofft. Über Geheimgesellschaften braucht man allerdings kein Vorwissen, das wird im Buch erklärt. Man sollte sich für Okkultismus und Semiotik interessieren, vielleicht auch für die jüdische Religion, für die Bauten von Paris und die Geschichte der Erfindungen. Frauen, die zu Obsessionen von Männern werden, sind ein Thema. Einsicht in das Verlagswesen schadet wohl auch nicht. Nicht zu vergessen das Trompetespielen. Und dann wären noch die Voodoo-ähnlichen Kulte Brasiliens - aber hier geht der Autor wirklich zu weit, diese Episode hätte nicht sein müssen. Auf der anderen Seite: Selbst hier gibt es eine sehr witzige Karikatur einer typischen 68er-Persönlichkeit, eine Frau versucht wissentlich und zunehmend verzweifelt, sich zwecks Selbsterfahrung in Ekstase zu versetzen, was natürlich scheitern muss. Das ist gut beschrieben und es gibt um Buch viele weitere gute und wahre Beschreibungen. Vielleicht zu viele.

Ist das nun deshalb ein misslungenes Buch? Man darf wohl nicht ganz vergessen, dass dieses Buch in einem merkwürdigen Kontext entstanden ist. Im Rückblick erscheinen uns die 80er Jahre als etwas orientierungslos, eine Übergangszeit vor der großen, politischen Wende in Osteuropa. Aber damals wurde im Westen ernsthaft darüber diskutiert, was nach der Moderne denn noch kommen kann, wie die Geschichte weitergeht, nachdem alle Wahrheiten ausdiskutiert, alle Ideologien entlarvt und alle Erkenntnis langweilig geworden sind. Und damit wären wir wieder beim zuerst genannten Thema des Buches: Selbstreferenzen. Der Roman demonstriert die Postmoderne in Aktion, die immer wieder neue Anordnung des Alten, die Schöpfung von neuer Kunst durch die Kombination von längst Bekanntem. Oft wird darauf verwiesen, dass eigentlich jede Information mit jeder anderen einen Zusammenhang hat, den man nur aufdecken muss. Letztendlich hat das etwas von einem Spiel. So wie Eco in seinem ersten Buch den Krimi und den historischen Roman zu einem Erfolgsbuch verbunden hat, so versucht er es hier ebenfalls mit vielen Gattungen. Passt das zum heutigen Zeitgeist oder hat sich das überholt? Wohl eher letzteres. Und so muss man sagen, dass das Prinzip der postmodernen Zitatkunst in "Der Name der Rose" erfolgreich war, aber schon im dritten Buch von Eco, "Die Insel des vorherigen Tages" einen Bankrott erlebte. "Das Foucaultsche Pendel" ist irgendwo dazwischen.

Ich persönlich aber mag das Buch, vielleicht nicht wegen seiner Gesamtkonzeption, aber wegen vieler einzelner, starker Passagen. In einer davon sagt ein Mann "Kikerikii". Aber vielleicht liegt meine Begeisterung ja nur daran, dass die Zusammenstellung meiner persönlichen Interessen auch etwas merkwürdig ist.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eco über die menschliche Dummheit, 25. Dezember 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Ecos -wie ich finde langatmigstem- Werk geht es um drei Lektoren, die über ein Fragment eines mittelalterlichen Schriftstückes stolpern. Die Zeilen jedoch sind unvollendet, es fehlen Bruchstücke. Goethe grüßt : "Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen." (Faust, 2566-2567) Und so handeln die drei, sie erfinden, sie stricken sich einen Text zurecht, sie nehmen Ereignisse der Geschichte und verbinden diese, decken darum herum einen roten Faden in der Menschheitsgeschichte auf, der zu einer bestimmten Zeit unterbrochen worden ist, und gipfeln ihre Kreativität in einer Karte, welche die Ruhestatt des Heiligen Grals bezeichnen solle. Das lockt Neider auf den Plan, Diaboliker, die alles für bare Münze nehmen und sich als die Nachkommen einer Bruderschaft verstehen, die den Gral zu schützen sich geschworen hat. Aus Spaß wird tödlicher Ernst...

Ein abgegriffenes, abgeschmacktes, ausgekautes Eisen, das Eco angepackt hat; zwar ist die Erstausgabe schon vor dem "Neo-Templer-Hype" der ausgehenden 90er Jahre entstanden, galt damals -vielleicht- als Novum, steht aber mittlerweile aufgrund seiner Thematik in einer Reihe mit den Trivialwerken Dan Browns (Illuminati), Andreas Eschenbachs (Das Jesus Video) und zahlreicher anderer. Doch bei Eco gilt: Bibelthemen einmal anders! Die Konstruktion der historischen Zusämmenhänge um die Tempelritter und den heiligen Gral bis in die Neuzeit hinein ist erfrischend und lässt schmunzeln, alles passt ineinander; im Licht der Abenddämmerung atmet halt alles, auch die Guillotine, einen tiefen Goldgrund von Friede aus - man muss es nur im rechten Licht betrachten. Dinge, die bei Tage betrachtet, absolut nicht zueinander passen, ergeben bei Nacht einen Sinn. Warum glauben die Diaboliker die konstruierten Zusammenhänge? Eco gibt hier die Antwort: "Die Leute glauben dem, der Haarwuchsmittel für Glatzköpfige anpreist. Sie spüren instinktiv, dass er Wahrheiten zusammenkleistert, die nicht zusammenhalten, dass er nicht logisch ist und nicht seriös. Aber man hat ihnen gesagt, Gott sei komplex und unergründlich, und daher empfinden sie Inkohärenz als etwas Gottähnliches. Das Unwahrscheinliche ist dem Wunder am ähnlichsten."

Eco macht sich hier, wie in anderen Werken auch (z.B. Baudolino, Der Name der Rose usw.), über die Naivität der Menschen lustig; er begeht dies auf eine sehr espritvolle Art und Weise und beschwört in seiner oft subtilen Kritik bei mir Parallelen zu Aphorismen Sören Kierkegaards herauf. Der Philosoph Eco bricht an jeder Ecke durch das Gestrüpp, das er konstruiert, bleibt Herr darüber und gibt dem Leser Anreize zum Nachdenken.

Die Geschichte ist streckenweise zu Beginn sehr langatmig geschrieben, Eco protzt mit einer Fülle an Wissen und fördert in seiner Eloquenz Schätze des Fremdsprachenvokabulars zutage, die kein Mensch im täglichen Leben benutzt. Dies ermüdet, aber ist gleichsam ein Beispiel dafür, dass man sich oft vieles anhören muss, bevor man zu einem eigenen Schluss gelangt; und der ist gelungen, Eco lotst den verständigen Leser durch die Stolperfallen, die er den "gewöhnlichen Menschen" auslegt, und stellt ihn zuletzt vor seine -des Autors- bekannte atheistische Weltanschauung, die in dem Aphorismus gipfelt : "die Wahrheit von Malchuth, die einzige Wahrheit, die in der Nacht der Sefiroth leuchtet, ist, dass die Weisheit sich nackt in Malchuth enthüllt, und sie enthüllt, dass ihr Geheimnis im Nicht-sein liegt, im Nicht-existieren, ausser für einen einzigen Augenblick, nämlich den letzten." Der Leser wird gefordert, er muss nachdenken, was das bedeutet, und wird sich -wenn er soweit ist- an Philosophen wie Parmenides oder Emanuele Severino erinnert fühlen.

Diese Geschichte ist nichts für jemanden, der abends sich bei leichter Kost entspannen will; aber es ist ein lohnenswertes Buch, nicht nur wegen der zahlreichen Zitate, die man diesem abgewinnen kann ("Mit Würde leben heisst Tag für Tag sein Horoskop korrigieren"; "Was die andern Tiefe nennen, ist nur ein Tesserakt, ein vierdimensionaler Kubus : du trittst auf der einen Seite hinein, auf der anderen hinaus, und befindest dich in einer Welt, die nicht mit deiner koexistieren kann." usw usf). Es überzeugt vor allem durch seinen Erfindungsreichtum. Erfinde, erfinde den großen Plan, Casaubon. Das ist es, was alle getan haben, um die Pfirsiche und die Dinosaurier zu erklären...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ehrliche Rezension, 5. Dezember 2013
Von 
T. Hans "TPH" (Lebach, Saarland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hallo. Ich habe mir die Rezensionen hier vorher durchgelesen und wurde Neugierig auf das Buch. Von genial bis langweilig ist ja alles dabei.
Vorab: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen! Warum also 4 Sterne? Nun, dieses Buch ist für viele Menschen bestimmt ein absolutes Muss. Für mich nicht. Ich musste viele Stellen nachschlagen, oder Sätze die über mehrere Zeilen gingen mehrmals lesen um den Sinn zu verstehen, So war es kein entspanntes lesen, sondern Arbeit für mich. Man braucht Zeit und Geduld für dieses Buch. Diese habe ich aber leider nicht und habe also nach ca. 100 Seiten aufgehört da ich sonst wohl noch in 5 Jahren damit beschäftigt wäre.
Deshalb ist dieses Buch aber nicht schlecht! Aufgrund der Rezensionen wusste ich was auf mich zukam, habe es versucht und gemerkt, dass es nichts für mich ist. Die Arbeit, die in diesem Buch steckt sollte aber nicht durch solch schlechte Bewertungen geschmälert werden. Eco schreibt hier auf einem sehr, sehr hohem Niveau. Diesem muss man eben gerecht werden oder sich intensiv damit befassen. Dann kann man auch mal ehrlich sein und sagen: Für dieses Buch reicht es bei mir nicht. Ist ja nichts dabei.
Einen Stern ziehe ich nur aus dem Grund ab, weil es mich nunmal nicht begeistert hat. Interessant ist es, aber wie gesagt: für mich war/ist es zu viel!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Roman Ecos, 17. November 2003
Von Ein Kunde
Das Pendel ist eine geniale Verschränkung von Wissenschafts-/Gesellschaftssatire und Kriminalroman. Wie schon bei der "Name der Rose" lässt Eco hier seine philosophische Arbeit stark einfließen, diesmal geht es um seine Theorien über die Interpretation von (nicht nur literarischen) Texten. Eco nutzt dies zu einer gewitzten Generalattacke auf Tendenzen in der zeitgenössischen, postmodernen Philosophie sowie - allgemein gesellschaftlich gesehen - alle "vernunftkritische" Strömungen die man unter "New Age" zusammenfassen könnte.
Diese Kritik ist stark politisch motiviert, aber ganz und gar nicht trocken formuliert. Eco entwickelt aus dieser Analyse des Zeitgeistes einen superspannenden Krimi, der den Leser ständig an der Nase herumführt, bis man am Ende merkt, dass man auch nicht besser ist als die drei Lektoren, deren intellektueller Hochmut zu einer Katastrophe führt. Das letze Kapitel ist das Entscheidende, ein wunderschöne Absage ans "Geheimwissen" und das "Okkulte" und eine großartig formulierte Hommage an die Schönheit und Geheimnisse des Lebens, die ganz offen vor uns liegen und nicht in irgenwelchen obskuren Büchern.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch Eco, 21. September 2007
Eco ist,wie immer,eine geniale Gradwanderung zwischen Fakt und Fiction gelungen. Sein neustes Meisterwerk ist nicht nur deshalb ein Muss für Hobby-Historiker und Freunde von grotesken Halbwahrheiten.Doch leider wirkt der spannende Handlungsverlauf durch unglückliche Unterbrechungen etwas zähflüssig.Da diese Rückblicke aber normal für einen ECOschen Roman sind, gewöhnt man sich während des Lesens daran, bzw. wird die eigene Neugier auf den weiteren Handlungsverlauf durch diese "Längen"(entschuldigen Sie bitte die unglückliche Formulierung) stimuliert.Es bleibt aber noch zu erwähnen, dass, meiner Meinung nach die letzten 50 Seiten einen leicht kafkaesken Touch haben, aber im Großen und Ganzen ist Eco's Werk ein gelungenes Attentat auf lange Sommerabende.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eco lässt den Leser arbeiten, 19. Januar 2004
Der Semiotikprofessor hat sich Zeit seines Lebens damit befasst, wie Literatur funktioniert, dann hat er all sein Wissen zusammengenommen und hat dieses Werk geschaffen. Und es ist tatsächlich etwas Großes dabei herausgekommen.
Inhaltlich berichtet der Icherzähler Casaubon, der Lektor bei einem kleinen Verlag in Mailand ist, seine Erfahrungen mit den Verschwörungstheorien rund um die Templer, Rosenkreuzer, Freimaurer, etc. Diese Erfahrungen sind derart verwirrend, dass man kaum mehr durchblickt, die Ideen die sich in den Köpfen des Erzählers und seiner Kollegen entwickeln sind derart absurd, dass man am liebsten schreien möchte. Schließlich entwickeln sie eine Theorie des "Großen Plans" deren Grundlage eine zufällige Konstellation von Worten ist, die ein Computer über einen Zufallsgenerator ausgewählt hat. Dieser "Große Plan" wird für alle drei zum Verhängnis. Zu all diesen chaotischen Theorien passt der anscheinend chaotische Erzählstil perfekt. Letztlich bleibt bloß noch der Schluss zu ziehen, dass all diese Verschwörungstheorien absurde Hirngespinste sind, so wie der "Große Plan" des Protagonisten. [Oder sollte Eco auch ein Mitglied des Templerordens sein und hat eben darum ein Buch geschrieben um alle zu verwirren - wer weiß ;-)]
Die Personen machen sehr interessante Entwicklungen durch und sind sehr tiefschichtig erzählt. Die Sprachgewalt Ecos kann man niemals anzweifeln und auch die Übersetzer haben ganze Arbeit geleistet. Die Unmenge von Anspielungen auf andere Texte und Situationen die in dem Buch zu finden sind, zeigt welch großer Geist in Eco steckt. Unverkennbar ist auch, dass Eco extrem gut recherchiert hat.
Als Quintessenz kann man zusammenfassen: Große Sprache, perfekte Technik, interessante Figuren, umfangreiches Wissen - Eco hat sein Ziel erreicht, er hat sich ein Denkmal gesetzt. Für jeden der nun überlegt ob er das Buch lesen soll, nochmals die Warnung: Nehmen Sie sich viel Zeit und seien Sie bereit viele Stunden unter höchster Konzentration zu "arbeiten".
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisch, 20. Februar 2011
Dieses Buch ist dreierlei:
1. Ein spannender Roman über drei Literaturwissenschaftler, die sich einen Reim auf eine Geheimbotschaft machen und plötzlich Teil ihrer eigenen Geschichte werden
2. Eine sehr fundierte und detaillierte Abhandlung über die Geschichte der Tempelritter und verwandter Gesellschaften (Rosenkreuzer, Freimaurer...) sowie über die gesamte europäische Geschichte vom 14. Jhdt. bis heute. Dabei werden faktische und fiktive Zusammenhänge geknüpft, die einen spannenden Geschichts-Roman in sich darstellen: Wer außer Eco könnte schon eine durchgehende Spur vom 1. Kreuzug zur Schlacht von Stalingrad finden?
3. Ein sprachlicher Hochgenuß (wenngleich eine Übersetzung, so doch eine wundervolle).

Noch nie habe ich einen so gut recherchierten und lehrreichen Roman gelesen. Alle "normalen" Romane nehmen sich dagegen wie triviale Massenware aus (was sie ja meist auch sind).

Das bringt mit sich, daß man dieses Buch nicht wie einen Groschenroman lesen kann, aber das möchte man auch nicht mehr, sobald man einmal drinsteckt; dafür ist der - insb. sprachliche - Genuß umso höher.

Ein Tipp zum Lesen: die ersten 50 Seiten sind in der Tat etwas zäh, mehr Sprache als Inhalt. Dafür ist es verzeihlich, diese großzügig zu überfliegen - sie sind sozusagen die "Eintrittskarte" in eine mystische Welt, die einen dann nicht mehr losläßt. (2. Tipp: die "files", Computerdateien seines Komplizen, die der Held entdeckt und in loser Folge einbringt, sind nicht Teil der Handlung; man kann seiner Ungeduld nachkommen und sie aussparen).

Caveat: wer keine Freude an geschichtlichen Details und gehobener Sprache findet, mag das Buch als recht mühevoll empfinden. Lehrreich ist es aber allemal.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine selbsterfüllende Prophezeiung, 24. Juli 2013
"Das Foucaultsche Pendel" ist der Roman, den Dan Brown gerne schreiben würde, aber nie schreiben wird. Umberto Eco zeigt darin, wie Verschwörungstheorien funktionieren und welch Eigendynamik sie als selbsterfüllende Prophezeiung erhalten. Goethes Zauberlehrling würde sagen: "Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los". Bei Woody Allen hieße es: „Nur weil ich paranoid bin, heißt noch lange nicht, dass ich nicht verfolgt werde“.

Die Hauptfigur des Romans ist der Erzähler Casaubon, ein Geschichtsstudent aus Mailand. Gemeinsam mit seinen Freunden Belbo und Diotallevi, zwei Verlagsangestellten, ersinnt er aus intellektuellem Zeitvertreib die ultimative Weltverschwörung, genannt 'Der Große Plan'. Mit den 'Tres' erfinden die Drei einen Geheimzirkel und locken dadurch Okkultisten und Obskuranten an; ein Spiel mit dem Feuer! Ohne zu viel zu verraten, worum geht's beim Großen Plan? Beginnend mit der Johannisnacht 1344 beginnen so genannte "Ritter der Rache" eine Mission. Alle 120 Jahre muss an einem jeweils anderen Ort eine Aufgabe erfüllt werden. Insgesamt fünfmal, dann steht der Weltherrschaft nichts mehr im Wege.

Bei der Konstruktion dieser gigantischen Verschwörung werden alle Register gezogen: Hermetiker, Rosenkreuzer, Templer, Freimaurer, Illuminaten, Cagliostro, der Graf von Saint Germain und viele mehr spielen gewichtige Rollen. Alles, was in Mystik und Okkultismus Rang und Namen hat, trägt seinen Teil bei, so auch die Kabbala, nach deren zehnstufigem Lebensbaum die zehn Großkapitel des Buches unterteilt sind.

Wer das "Foucaultsche Pendel" genießen will, sollte ein gewisses Vorwissen oder zumindest ein Faible für Verschwörungstheorien haben, sonst kann die Übersicht leicht verloren gehen, denn Eco geizt nicht mit Fakten, Theorien, Spekulationen samt deren Rekombinationen.

Die Handlung springt zudem zeitlich und örtlich von Paris über Mailand und Brasilien und wieder zurück. Der einzig ruhende Pol scheint jener Punkt zu sein, in dem das das Foucaultsche Pendel verankert ist. Um ihn dreht sich die Welt. Scheinbar! Umberto Eco verwendet Foucaults Installation als Gleichnis für die Relativität des vermeintlich Absoluten. Denn das Pendel muss nicht an einem bestimmten Ort hängen: es hängt vom jeweiligen Monteur ab, wo er es anbringt. Ebenso relativ ist der Große Plan selbst. Erst dadurch, dass einige an ihn glauben, rutscht er vom Fiktiven ins Reale, ohne dabei wirklich wahr zu sein.

Umberto Eco spielt mit Metaphern und Allegorien: Er beschwört die energetische Schlange Kundalini herauf, die vom unteren Wirbelsäulenansatz in die Zirbeldrüse emporschlängelt und ebenso die Erde mit Ley Lines umschlingt. Unten wie oben, im Kleinen wie im Großen! Und er bringt eine verführerische Frauenfigur zu Papier, Lorenza Pellegrini, die er mit der Göttin Sophia gleichsetzt. Ein Schelm, wer da an Sophia Loren denkt!

"Das Foucaultsche Pendel" bietet kein Ende, keine Erlösung, es regt zum Nachdenken, zum Hinterfragen an und zeigt, welche Gefahr im Glauben an Verschwörungen liegen kann; aber auch welche Gefahr, nicht daran zu glauben. Quid est veritas? Ein wunderbar vielschichtiges Buch! Umberto Eco ist einer der letzten Weisen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen echt fett, 12. März 2009
Von 
C. Edtmayr (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Reichtum an historischen Fakten, unglaubliche Kombinationsgabe und Einfallsreichtum, grandiose und versierte Schreibe: Eco läuft in seiner Geschichte zur Hochform auf und schafft mit dem "Pendel" ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht.

Der hier oft genannten Meinung, Eco drücke sich viel zu blasiert und protzig aus, kann ich nicht zustimmen; denn genau das macht ja einen erheblichen Teil des "Lesevergnügens" aus - jeder einzelne Satz, und ist er noch so schwer verständlich, fordert den Leser gerade zu heraus, sich in die Thematik hineinzuversetzen.

Wer übrigens eine Abenteuergeschichte erwartet (das läßt der Klappentext vielleicht vermuten), wird enttäuscht werden. Der Schwerpunkt liegt ganz eindeutig auf der Darstellung historischer Fakten sowie verschiedener Verscwörungstheorien bzw. deren rationale Entzauberung.
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Das Foucaultsche Pendel
Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco (Audio CD - 11. Oktober 2011)
EUR 19,99
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