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98 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Sache!, 12. November 2010
Von 
Caliban (Süddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
Mit diesem Hörbuch, das mir seit Mittwoch vorliegt, geht für mich ein Traum in Erfüllung! Das komplette Werk von Proust wird hier von Peter Matic eingelesen, und dass in einer für den normalen Anwender handhabbaren Form.

Vielleicht darf ich zunächst auf das äußere Erscheinungsbild eingehen. Der Pappschuber enthält 7 verschiedene Alben mit insgesamt 17 MP3-CD und der sagenhaften Laufzeit von 9.304 Minuten (7 Tage non Stopp also)! Zugleich findet sich ein Begleitheft, mit einem kurzen Portrait von Peter Matic, der seine Sicht auf das Werk vorstellt und dem Nachwort von Lucius Keller zur Frankfurter Ausgabe. Eingelesen wird aber wohl nicht die Version der Frankfurter Ausgabe, sondern die Übersetzung von Eva Rechel-Mertens. Laut Vorwort und akustischem Vorspann zu den Einzelteilen liegt also gerade nicht die revidierte Fassung dieser Übersetzung von Lucius Keller zugrunde, was vielleicht einen kleinen Wehrmutstropfen bedeutet, aber man schmeckt ihn kaum; so gut ist der Rest.

Die Stimme von Matic (den meisten bekannt als Stimme von Ben Kingsley, etwa in Schindlers Liste) passt zu dem Werk und man wird schnell mit ihr vertraut. Ich habe zunächst den Anfang von Sodom und Gomorra gehört (eine meiner Lieblingsstellen) und war ebenso begeistert wie von Swanns Welt. Matic trägt ruhig, die oft komplizierten Hypotaxen Prousts angenehm zergliedernd, vor, so dass das Zuhören einfach nur Freude bereitet. Das Wachsen dieser Edition habe ich über die Jahre hinweg stets aus dem Augenwinkel beobachtet, scheute aber vor den Preisen (der erste Band kostete lange Zeit so viel wie diese Ausgabe) und den räumlichen Ausmaßen (30 bis 40 CD in großen Schubern pro Band) zurück. Beides ist jetzt auf ein erträgliches Maß reduziert!

Zum Werk selbst möchte ich hier nicht allzu viel sagen; große Lobeshymnen haben mit Blick auf seine allgemeine Wertschätzung kaum Neuigkeitswert. Selbst von den Spitzenwerken des 20. Jahrhunderts ' dazu zählen nach verbreiteter Vorstellung Ulysses, der Mann ohne Eigenschaften und sicher ein oder zwei andere Werke ' hat es sich ein gutes Stück weit positiv absetzen können. Jedem, der mit dieser Edition einsteigt, rate ich zu viel Geduld. Er sollte sein Augenmerk auf die unübertroffene Menschenzeichnung Prousts richten (und nicht so sehr auf die Stelle mit der Madeleine, über die viele nicht hinauskommen) und auf die spannende Schilderung der untergehenden Belle Epoque warten, die zunächst etwas auf sich warten lässt. Manchmal muss der Leser tapfer kämpfen (ich selbst beim Atelier des Malers Elstir), dann aber ' spätestens ab der Welt der Guermantes ' wird ihn dieses Buch nicht mehr loslassen. Wer sich einen ersten Eindruck von dem verschaffen will, was ihn hier erwartet, sollte vielleicht mit dem bereits erwähnten Anfang von Sodom und Gomorra beginnen. Ich versuche erst gar nicht den verdichteten Eindruck hier in dürren Lettern nachzuerzählen.

Klare Kaufempfehlung!
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ovides, 6. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
Ob nun 128 CD's (die ich mir fürs Auto gekauft habe) oder 17 mp3-CD's - es ist die fast unvorstellbare Länge dieses Romanwerks und damit auch die Dauer dieser Lesung, die einem erst mit der Zeit wirklich bewusst wird. Zumal das Zuhören einer hohen Aufmerksamkeit bedarf, da der Schreibstil Proust`s am Anfang gewöhnungsbedürftig ist und die Sätze zum Teil extrem lang und verschlungen sind und dazu oft gedanklich weit ausholen. Ich habe nicht selten Textpassagen wiederholt gehört, um zu verstehen, was der Autor eigentlich sagen wollte (was dann am Ende sicher weit mehr als 160 Stunden Zuhören erforderte - für mich über 5 Monate). Dabei kann es seitenlang um Detailbeschreibungen gehen, seien es Landschaften, Gebäude, Pflanzen, aber vor allem auch von Menschen, die der Erzähler (hier wohl eher Proust) offensichtlich genau beobachtete und diese daher in ihrem Wesen und allen ihren Schwächen überaus akribisch beschrieb, was einem im Übrigen oft eine höchst amüsante Vorstellung dieser Leute ermöglicht.
Aber auch der Inhalt des Romans erfordert eine hohe Bereitschaft, sich einer dekandenten, versnobten und im Grunde höchst langweilenden Gesellschaft so lange zu widmen und sich für ihre vielen Protagonisten zu interessieren. Der Erzähler - Marcel (Proust ist hier nicht mit dem Erzähler gleichzusetzen) - beschreibt sein Leben fast ausschließlich im Umfeld von Soirées, Galadinners, Empfängen, Opernbesuchen, seine Bekanntschaften mit Herzögen, Grafen, Prinzessinnen..., "der obersten Gesellschaft von Paris" (oder die sich dafür hielt), wobei fast alle Beteiligten (weiblich und männlich) homoerotische Neigungen haben und diese in unterschiedlicher Intensität und z. T. in erstaunlichen Verbindungen ausleben. Es wird nie ganz klar, wie der Erzähler selbst dazu steht, einerseits ist er sehr auf seine (offensichtlich lesbische) Freundin eifersüchtig und versucht mit aller Macht, sie von der Ausübung dieser Leidenschaft abzuhalten - womit er letztlich die Beziehung zerstört - andererseits lässt er sich über Hunderte von Seiten über die gesellschaftliche (Außenseiter-)Rolle eines solchen "Invertierten" aus, beschreibt die in der Öffentlichkeit missbilligte Leidenschaft und die Schwierigkeiten, diese auszuleben.

Es ist dann doch erstaunlich, wie Proust die vielen beschriebenen Personen und Einzelheiten des Romans am Ende bündelt, diese in ein deutlich erkennbares Mosaik einfügt und gleichzeitig die hohe Vergänglichkeit der noch so hochstehenden Personen, gesellschaftlichen Positionen, aber auch der Schönheit, des Intellekts und des kulturellen Zeitvertreibs herausstellt, die er zudem typischerweise wieder in sehr genauen und durchaus amüsanten Beschreibungen körperlichen Verfalls, jugendlicher Unkenntnis der Vergangenheit oder des Erinnerns ausdrückt. Allerdings bedeutet es zugegebenermaßen eine erhebliche Ausdauer, bis zu diesen letzten Seiten durchzuhalten und mit dem Erzähler die vielen geschilderten Details ins Gedächtnis zurückzurufen, die er nun wieder aufnimmt, was dann doch ein zügiges, nicht durch lange Unterbrechungen verzögertes Lesen/Hören erfordert, da sonst die vielen Namen, beschriebenen Szenen und Orte nur schwer wieder zusammenzufügen sind.

Eine fast schon übermenschliche Leistung ist an dieser Stelle besonders hervorzuheben... die des Vorlesers, Peter Matic. Höchst bewundernswert, wie er über die ganze Zeit z. T. hochkomplexe Wort- und Satzungetüme, Namen und Orte in einer Art vorliest, die nie den Eindruck von Anstrengung, Bemühen oder Schwierigkeit aufzeigt, jederzeit die passenden Textstellen perfekt moduliert und damit einen Hörgenuss par exellence bietet. Ihm müsste man 6 Sterne vergeben!
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Freude am Großartigen, 21. Januar 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
Mit Superlativen über das Werk von Marcel Proust zu sprechen, ist irgendwie peinlich und trotzdem unvermeidbar. Um dem zu entkommen, wählte Peter Matic, der Sprecher dieser Lesung wohl die Metapher einer Bergbesteigung. Nach dem ersten Band hätte er sich im Zwischenlager noch gefragt, ob er die nächste Etappe ebenfalls schaffen würde, um dann nach "Im Schatten junger Mädchenblüte" oder auf Seite 1252 innezuhalten. Irgendwann habe er die vielen Stunden nicht mehr gezählt, die allein für die Vorbereitung seines Unternehmens notwendig waren. Und die Lust, den Gipfel nach 4'195 Metern (Pardon Seiten) zu erklimmen, habe ihn unablässig weitergezogen. Motiviert wurde Peter Maric aber auch vom Gefühl, er würde mit jeder Stunde mehr über sich selbst erfahren. Und so ergeht es auch mir, wenn ich die Welt des Marcel Proust eintauche.

Als der erste Teil dieser 9'394 Minuten dauernden Lesung erschien, war ich so begeistert, dass ich die Fortsetzungen kaum erwarten konnte. Und doch verfolgte ich den Verlauf des Projekts merkwürdigerweise nicht. Aber als ich dann vernahm, dass es abgeschlossen ist und die 126 CDs auf 17 mp3-CDs komprimiert wurden, griff ich sofort zu. Eine Reaktion, die mir durch den fabelhaft günstigen Preis natürlich erleichtert wurde.

In der Kassette findet sich auch ein Booklet von 110 Seiten, in dem der Hörer in das Werk von Marcel Proust eingeführt wird, viel Interessantes über die Biographie und die Zeit von Proust erfährt, Bekanntschaft mit dem Sprecher Peter Matic schließen kann und auch mit zahlreichen Abbildungen in Schwarzweiß überrascht wird. Endlich ein Begleitheft, das diesen Namen auch verdient und zusätzliche Motivation ist, den Pappschuber mit der ganzen Lesung zu kaufen.
Die Erläuterungen und Hintergrundinformationen von Luzius Keller sind spannend zu lesen. Offen bleibt eigentlich nur die Frage, warum auf die Übersetzung von Eva Rechtel-Mertens zurückgegriffen wird. Interessant fand ich auch, mehr über den Sprecher Peter Matic und seine Beziehung zu diesem einmaligen literarischen Werk zu erfahren. Und wenn er sein Honorar für die Arbeit nicht nennt, glaube ich seiner Aussage, dass dies eine Tätigkeit sei, die man aus Freude mache und nicht wegen des Geldes.

Mein Fazit: Peter Lieck und Bernt Hahn haben Prousts Werk vom März 1997 bis November 2003 in der Lengfeld'schen Buchhandlung Köln live vorgelesen. Aber irgendwie ging dieses Ereignis im großen Medienrauschen unter. Hoffen wir, dass es der Lesung von Peter Matic nicht ebenso ergeht. Denn viele besser lässt sich Marcel Proust wohl nicht lesen. Und günstiger kommt man sicher auch nicht zu einem solchen Vergnügen.
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5.0 von 5 Sternen Wunderbar vorgelesen, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
Ich wage nicht, das Werk Marcel Prousts zu rezensieren.
Peter Matic wird dem Werk aber in jeder Hinsicht gerecht und ermöglicht mir den Zugang zu dem Buch, der ich es nie schaffen würde es zu lesen.
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21 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toll, und trotzdem..., 19. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
...und trotzdem...Es gab eine vollständige Lesung auf Cd schon. Die Medien haben die Veröffentlichung auf CD total ignoriert. Die ARD auch. Das war die vollständige Lesung, die LIVE in der wunderschönen Lengfeldschen Buchhandlung in Köln aufgenommen wurde.Sprecher waren Peter Lieck und Bernt Hahn. Die LIVE Atmosphäre mit Publikum war einfach unschlagbar. Aber eben, Feuilletonisten, Redakteure, Moderatoren der sogenannte Kulturteile und Kultursendungen haben praktisch keine Notiz davon genommen. Es bleibt ein Geheimtipp. Es war die von Luzius Keller überarbeitete Übersetzung.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach wunderbar erzählt., 7. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
Literarisch ein Ereignis, dass hier einfach wunderbar erzählt wird. Ein wirklicher Hörgenuss. Werde noch viele Wochen und Monate daran zu hören haben.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top, 20. April 2013
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Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe (MP3 CD)
Macht extrem viel Spaß diese Aufnahme, wenn man Marcel Proust mag. Super ein gelesen, besser kann man es nicht selbst interpretieren!
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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Teil 1-7 Gesamtausgabe von Marcel Proust (MP3 CD - 19. Oktober 2010)
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