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5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Thomas-Mann-Fans
Im Sommer 1954 kommentierte und präsentierte Thomas Mann im Süddeutschen Rundfunk bei einer Wunschsendung seine Lieblingsstücke der klassischen Musik.
Diese CD stellt ein unvergleichliches (und qualitativ sehr akzeptables!) Tondokument dar, in dem der berühmte Autor seine Auswahl erläutert und bisweilen erklärend aus seinen Werken...
Veröffentlicht am 14. September 2010 von Robert Hierl

versus
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo ich bin, ist die deutsche Kultur (Th. Mann)
Es ist nichts Neues, dass die Musik in Thomas Manns Leben und damit seinen Werken eine große Rolle gespielt hat. Und so war ihm sicher auch die Einladung des Süddeutschen Rundfunks im Rahmen der Sendereihe "Wer wünscht was?" im Jahre 1954 willkommen, seine Lieblingsstücke klassischer Musik vorzustellen und darin einzuführen. "Ich stehe zu der...
Veröffentlicht am 4. Juli 2010 von Karl-Heinz Heidtmann


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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo ich bin, ist die deutsche Kultur (Th. Mann), 4. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört (Audio CD)
Es ist nichts Neues, dass die Musik in Thomas Manns Leben und damit seinen Werken eine große Rolle gespielt hat. Und so war ihm sicher auch die Einladung des Süddeutschen Rundfunks im Rahmen der Sendereihe "Wer wünscht was?" im Jahre 1954 willkommen, seine Lieblingsstücke klassischer Musik vorzustellen und darin einzuführen. "Ich stehe zu der Sache sehr freundlich und schreibe Ihnen hier das Programm meines Wunschkonzerts auf", antwortet Mann auf die Anfrage des SDR hin in gewohnt manirierter Art. Schließlich hatte er einmal bekannt: "Wo ich bin, ist die deutsche Kultur."

Dass dann drei Titel angesichts des einstündigen Sendeformats gestrichen wurden, sei hier am Rande erwähnt (in Klammern):

1. Wagner - Vorspiel zu Lohengrin
(2. César Franck - Symphonie)
3. Debussy - L'après-midi d'un faune
4. Drei Lieder
Schubert - Winterreise: Im Dorf (und Der Lindenbaum)
Schumann - Zwielicht
(5. Schubert - Trio op. 99 in B-Dur)
6. Beethoven - Leonoren-Ouvertüre No. 3

Der 79-jährige Mann notiert in seinem Tagebuch nach vollbrachter Arbeit: "Fühlte mich meist auch körperlich sehr hinfällig. Dennoch gelang das musikalische Programmgespräch für den Südd. Rundfunk im Studio Zürich, teils improvisiert, teils gelesen recht gut."

Der Wert der CD liegt für mich vor allem in den Archivaufnahmen des deutschen Großautors - die Musikeinspielungen sind hingegen mE zu vernachlässigen, weil zum Teil Eigenproduktionen des Süddeutschen Rundfunks (und nicht wie vom Th. Mann zum Beispiel gewünscht von Furtwängler). Stören kann die mediokre, wenn nicht ausgesprochen miserable O-Tonqualität der Musikeinspielungen (vermutlich Schellackplatten).

Und so hat die CD mit ihren 57 Minuten Spielzeit vor allem wohl Sammlerwert für den Thomans-Mann-Liebhaber.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Thomas-Mann-Fans, 14. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört (Audio CD)
Im Sommer 1954 kommentierte und präsentierte Thomas Mann im Süddeutschen Rundfunk bei einer Wunschsendung seine Lieblingsstücke der klassischen Musik.
Diese CD stellt ein unvergleichliches (und qualitativ sehr akzeptables!) Tondokument dar, in dem der berühmte Autor seine Auswahl erläutert und bisweilen erklärend aus seinen Werken zitiert; dort stellt er ja häufig einen intensiven Bezug zur Musik her (Dr. Faustus etc.). Es ist faszinierend, Manns Sprachduktus "live" zu erleben und auf diese Weise auch seine Freude und Begeisterung für die klassische Musik miterleben zu dürfen.
Wer Thomas Mann mag, der muss diese CD besitzen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ut musica poesis - Das musikalische Vermächtnis des "Zauberers", 20. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört (Audio CD)
Es ist kein Geheimnis, dass Thomas Manns Verhältnis zur Musik nicht nur ein inniges und intensives, ein wie er selbst gesteht - Liebesverhältnis" war, sondern auch eines, das in wechselseitiger Beziehung zu seinem Werk stand. Umso interessanter mutet nun die neu als CD im Hörverlag veröffentlichte Aufnahme eines 1954, ein Jahr vor seinem Tod, von dem Autor selbst kommentierten Wunschkonzerts im Süddeutschen Rundfunk. Sie ermöglicht den Blick in die Schreibstube - in das Denken, Weben und Fühlen - des bedeutendsten deutschen Erzählers und mutet wie ein musikalisches Vermächtnis des 79-jährigen an die Nachwelt an.

Vom Dionysischen zum Apollinischen
Mit dem Vorspiel zum 1. Akt der Oper Lohengrin" führt uns der Dichter gleich in medias res zur Hauptinspirationsquelle seines Schaffens: Richard Wagner. Erinnerungen an die ersten Besuche des Lübecker Stadttheaters werden da wach, wo der junge Thomas Mann die ersten und unauslöschlichen Eindrücke vom Gralsmotiv empfangen hatte - die gleichen, welche später die Figur des kleinen Hanno in den Buddenbrooks" über die raue Wirklichkeit des Daseins hinwegheben: Es war über ihn gekommen mit seinen Weihen und Entzückungen, seinem heimlichen Erschauern und Erbeben, seine plötzlichem, innerlichem Schluchzen, seinem ganzen überschwänglichen und unersättlichen Rausche...". Schon Nietzsche hatte die opiatische, narkotische Wirkung" des Vorspiels in seiner dionysischen Gewalt erkannt, die Hannos Lebens- und Willenskraft - noch am Vorabend seines schulischen Versagens - untergraben. Wie zum Trotze beschwört Mann indes in Anlehnung an Richard Strauss das vollendete Formbewusstsein des Vorspiels, bevor er der Musik demütig weicht.

Ut musica poesis
Das pastorale Erlebnis, das Claude Debussys impressionistisches Prélude à l'après-midi d'un Faune" in Töne fasst, stand Pate bei Hans Castorps Traum im Kapitel Fülle des Wohllauts" aus dem Roman Der Zauberberg". Auch hier belebt die Musik in ihrer elektrisierenden und inspirierenden Wirkung das Seelenleben eines seiner Hauptprotagonisten, dem im Stumpfsinn und in der Eintönigkeit des Davoser Sanatoriums gefangenen Castorp, dem sich ein Grammophon als ein strömendes Füllhorn heitern und seelenschweren künstlerischen Genusses" erweist. Die Töne der völligen Selbstvergessenheit, der hohen Idylle in glänzender Natur und des absoluten Stillstands der Zeit verwandeln sich in Thomas Manns Prosa in Worte der Fülle des Wohllauts", die der Meister mit hörbarem Genuss und entzückter Stimme vorträgt, was zur Sternstunde der Kunst selbst gerät. Wenn der Roman eine Symphonie" (T. Mann) sein soll, werden aus Tönen Worte: Ut musica poesis.
Bekenntnis zur Romantik

Doch vor allem - damit keine Missverständnisse aufkommen - bekennt sich Thomas Mann explizit und unmissverständlich zur Romantik und dem deutschen Lied. Franz Schuberts Winterreise", der schönste" Zyklus, der von der unerwiderten Liebe eines einsamen und ausgestoßenen Träumer und Wanderer in einer von restaurativer Kälte geprägten Zeit handelt, liegt da nahe, ließen sich doch wohl auch hier viele Parallelen zu Thomas Manns Biographie herstellen. Spricht aus dem eher unscheinbaren Lied Nr. 17 Das Dorf" der verbitterte, rastlose und desillusionierte Flüchtling, dem kein Exil zur Heimat wurde?: Ich bin zu Ende mit allen Träumen. / Was will ich unter den Schläfern säumen?" Oder verklärt die Musik tatsächlich die tiefe Melancholie und Verzweiflung" (T. Mann)?
Auch Eichendorffs von Robert Schumann im Liederkreis vertontes Gedicht Zwielicht" gehört nicht unbedingt zu den berühmtesten, dennoch hat es sich einen Platz im Herzen des Zauberers errungen. Misstrauen, das Bewusstsein einer Übergangszeit, Bedrohung durch den Krieg prägen es. Doch wie sehr dem 79-jährigen Schriftsteller die Eichendorff'sche Dichtung der Leichtigkeit und Unbeschwertheit abgeht, verrät er - beinahe entrüstet und unwillig - im Nachsatz.
Huldigung der Schönheit und der Form

Ein wenig ironisch erscheint es, wenn Thomas Mann sein Wunschkonzert mit einer Ouvertüre, der Leonoren-Ouvertüre Beethovens, beschließt und sich mit ihr - ganz apollinisch - der erhabenen Humanität und Brüderlichkeit der Klassik zuwendet. Auch hier hat der Held seines Romans Dr. Faustus", Adrian Leverkühn, ein früh prägendes Fidelio-Erlebnis, das bei allen Bedenken gegen das einfach Gute und Schöne" die letzte - wie eine Apotheose aufsteigende - Botschaft des letzte Weisheiten berührenden Autors bleibt.

Thomas Mann - obwohl von Alter und Krankheit gezeichnet - versteht das Spiel von Offenlegung und Verschleierung, von asketischer Selbstbeschränkung und subtiler Verführungskunst einerseits und der großbürgerlichen Verantwortung des Dichterfürsten andererseits. So stellt das bewegende Dokument Thomas Manns Verhältnis zur Musik mikroskopisch und doch eindrucksvoll dar. Es offeriert mehr als nur einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt des Zauberers, sondern stellt ein Abbild von dessen tiefer Verwurzelung in der geliebten Welt der Töne dar. Für sein Verhältnis zur Musik gilt, was für alles galt, was er liebte: Sehnsucht ist darin und schwermütiger Neid und ein klein wenig Verachtung und eine ganze keusche Seligkeit." Thomas Mann, Tonio Kröger")

Dem Hörverlag sei gedankt für das umfangreiche, informative, weitere Anregungen und Quellen aufgreifende Booklet sowie die Aktualisierung durch historische Aufnahmen (u.a. von Bruno Walter mit den Wiener Philharmonikern aus dem Jahre 1936) aus der privaten Plattensammlung von Thomas Mann.
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen DJ Thomas rockt den Literatursalon, 22. Juni 2010
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört (Audio CD)
Erster Musikwunsch dieser CD: Lohengrin, Vorspiel zum 1. Akt. Wenn ich mich nicht irre ist das die Musik, zu der Charlie Chaplin in "Der grosse Diktator" als Alois Hynkel mit der Weltkugel balzt und tanzt. Das wäre gleich eine schöne Überleitung zu Thomas Manns unsäglichen öffentlichen Äusserungen gewesen, in denen er die alliierten Bombardierungen, auch seiner Heimatstadt Lübeck, ungerührt hinnahm, wohlgemerkt: Thomas Mann war weit weg und lebte im komfortablen Exil in den USA, als seine Heimat in Schutt und Asche versank. Aber das hier besprochene Hörbuch stammt von 1954, damals wollte wohl kaum jemand an das zurückliegende Elend erinnert werden. Statt dessen wird hier, im etwas biederen Stil der 50er Jahre, über Literatur und klassische Musik gesprochen.
Thomas Mann war 1954 Gast der SWR-Radiosendung Wer wünscht was? Im informativen Booklet wird erwähnt, dass Mann eigentlich weitere Titel empfehlen wollte, seine Liste aber kürzen musste, da die Sendung nur eine Stunde lang war. Die Musikstücke werden komplett ausgespielt. Zu den Liedern von Schubert und Schumann sind die Texte im Inneren der sehr hübsch gestalteten CD-Hülle abgedruckt.
79 Jahre, geschwächt, aber voller Leidenschaft (und nicht ohne merklichen Stolz auf sein, mit dem Nobelpreis gekröntes, Lebenswerk) erzählt Mann von seinen liebsten Musikstücken. Ausserdem liest er Passagen aus Der Zauberberg und Doktor Faustus. Die Stücke wurden zwischen 1936 und 1953 aufgenommen, das warme Knacken von Vinyl (eher wohl von Schellack) ist deutlich zu hören.

Ich persönlich fand die Lieder von Schubert und Schumann zum Davonrennen, dafür Wagners Lohengrin zutiefst berührend. Das ist aber auch gar nicht wichtig. Das bemerkenswerteste an dieser CD ist es Thomas Mann auf einem Original-Tondokument zu hören. Immerhin der Autor von Buddenbrooks, Felix Krull, Tonio Kröger usw. Wirklich faszinierend und beinahe unwirklich. Ein ganz grosser, toter Autor spricht zu einem. Unabhängig von den Stücken, die Mann auswählte, ist es ungemein faszinierend, dieses Zusammentreffen von Literatur und Klassischer Musik. Etwas verklemmt und spröde, aber enorm spannend und unterhaltsam!
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5.0 von 5 Sternen ................sein wunschkonzert, eine askese, 6. November 2010
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern + berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört (Audio CD)
Die sehr schwierige Auswahl für dieses Wunschkonzert empfand Thomas Mann als Askese. Soviel mußte er weglassen, das nur einstündige Sendeformat war zu kurz. Beim ersten Durchhören merkt der Zuhörer nicht unbedingt, dass das von Mann Gesagte alles wahr ist. Seine Ansichten zum "Deutschen Lied" z.B., diese Kunstform ist einzigartig, das "Deutsche Lied" wird alle Zeiten überdauern. Schubert und Schumann zählen zu Thomas Manns Favoriten, obwohl er ebenso lobend Mahler und Hugo Wolf erwähnt.

Dass die Musikaufnahmen aus heutiger Sicht historisch sind, und die Tonqualität schlechter ist, als man es heute gewohnt ist, stört nicht. Viele dieser Aufnahmen gibt es bei NAXOS.

Ich habe diese 57 Minuten "Wunschkonzert" mit Thomas Mann sehr genossen.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wunschkonzert, 12. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Wunschkonzert: Thomas Mann spricht über Musik, die er gern hört (Audio CD)
Die historische Aufnahme ist leider nicht bearbeitet. Der Geschmack von T. Mann entspricht nicht meinen Vorstellungen. Das war leider durch die Hörprobe nicht zu erkennen.
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