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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Garant für beste Unterhaltung und "Gehobene Kurzweil"
Als ich, praktisch per Zufall,auf die Sendepremiere des Hörspiels im WDR aufmerksam wurde, war mir nach wenigen Minuten klar, daß ich das mitschneiden muß. Seither habe ich, ein "Mehrmals-Verschlinger" der Romanvorlage, dieses Hörspiel, welches die Vorlage um Längen besser wiedergibt/umsetzt als alles andere, was nicht der Roman...
Am 2. März 2000 veröffentlicht

versus
710 von 752 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein geniales Buch, aber...
"Der Herr der Ringe" ist sicherlich eines der faszinierensten Bücher der Welt, ohne Zweifel. Und man geht sicherlich nicht zu weit, wenn man sagt, daß ein jeder es zumindest einmal gelesen haben sollte. Die Komplexität, mit der Tolkien seine Figuren ausgearbeitet hat, die unglaublich stimmige Beschreibung der einzelnen Schauplätze und die...
Am 2. August 2001 veröffentlicht


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710 von 752 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein geniales Buch, aber..., 2. August 2001
Von Ein Kunde
"Der Herr der Ringe" ist sicherlich eines der faszinierensten Bücher der Welt, ohne Zweifel. Und man geht sicherlich nicht zu weit, wenn man sagt, daß ein jeder es zumindest einmal gelesen haben sollte. Die Komplexität, mit der Tolkien seine Figuren ausgearbeitet hat, die unglaublich stimmige Beschreibung der einzelnen Schauplätze und die Mythen und geschichtlichen Fakten, die er rund um die eigentliche Handlung herum geschaffen hat (gerade die vielen Lieder/Gedichte), sorgen für eine unglaublich dichte Atmosphäre, die einen sofort in ihren Bann zieht und nie wieder los lässt.
Doch nun kommt das große Aber: Ein jeder, der vorhat, den HdR zu lesen, sollte sich nach einer alten Ausgabe (Übersetzung von M. Carroux) umsehen und die Neuauflage tunlichst meiden. Denn Wolfgang Krege, der für die neue Übersetzung des HdR verantwortlich zeichnet, hat den (absolut angemessenen) etwas altertümlichen Stil der alten Übersetzung aufgegeben zugunsten einer peppigen, modernisierten Sprache und hat somit, und das kann man so drastisch sagen, die Stimmigkeit von Tolkiens Werk vollkommen zerstört. Nicht nur dass man beim Lesen seiner Übersetzung immer wieder über das völlige Fehlen von jeglichem sprachlichem Einfühlungsvermögen stolpert, nein, des Öfteren findet man grobe Schnitzer, die eigentlich absolut unverzeihlich sind, z.B. werden "große Gestalten in grauen Gewändern" (Carroux) zu "langen Kerlen in grauen Hemden", was mir persönlich ziemliche Schmerzen bereitet hat. Krege schreibt in einer Rechtfertigung seiner Übersetzung, er habe die differenzierten Sprachebenen des englischen Originals endlich auch im Deutschen berücksichtigt. Nun, unterschiedliche Sprachebenen gibt es nun auf einmal im HdR, das ist wahr. Diese sind jedoch vollkommen unsinnig eingesetzt (und bestimmt nicht im Sinne Tolkiens...). Die Hobbits reden jetzt nämlich mal unglaublich salopp ("Chefchen"), mal übetrieben altmodisch("Feurio"), je nach Lust und Laune des Herrn Krege. Dem Modernisierungswahn ist übrigens auch der Majestätsplural zum Opfer gefallen, so daß man sich nun in Mittelerde siezt, was unglaublich dazu beiträgt, dem Leser eine dem sagenumwobene Phantasiewelt näherzubringen. Krege hat ferner auch einige Namen neu übersetzt, doch, oh Grauen, wie nur: "Bob und Nob" statt "Hinz und Kunz" (Klar, klingt ja auch viel "cooler"), "Stolzfüßer" statt "Stolzfüße", etc. SPIEGEL-Online liefert weitere Beispiele der Geschicklichkeit von Kreges Übersetzung: Z.B. werden "ever moving leaves" zu "unermüdlich wedeldem Laubwerk", etc. Gewiß, die alte Übersetzung weist auch viele Fehler auf, hält sich aber weitgehend an Tolkiens Stil und versucht niemals, besonders modern zu wirken oder Tolkiens Sprache "glattzubügeln". Aber natürlich erfüllt sie insofern ihren Zweck, als daß sie Verkaufszahlen des HdR wieder ankurbelt, der Verlag Geld einstreichen kann. Und mit dem Film wird sich dieser Effekt weiter verstärken. Der Kommerz hält weiter Einzug in Mittelerde, auch wenn Tolkiens Original darunter leiden muss; die "Kids" lesen halt dann doch eher einen flotten, durchgestylten Herrn der Ringe anstatt sich auch sprachlich auf die Sagenwelt Mittelerde einzulassen. Bezeichnend auch die Reaktion der zuständigen Lektorin bei Klett-Cotta auf Kritik: "Die Fans [...] reagieren [...] mit dem Bauch" und "Manchmal habe ich das Gefühl, daß die Fans nicht so viel literarische Erfahrung haben". Genug Erfahrung jedenfalls, um den neuen "Herr der Ringe" beim Buchhändler im Regal stehen zu lassen...
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394 von 427 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Fabel von Wolli und dem Dämon, 1. Januar 2004
oder: Wie Krege zum G-Wort kam

Es war einmal ein Übersetzer namens Wolli, der hatte sein Leben lang ehrliche und rechtschaffene Arbeit geleistet. Am liebsten übersetzte er die Werke des Meisters aus Oxford. Doch leider gab es eine Quelle des Verdrusses, die wie ein Schatten über Wollis Leben hing: Das dreibändige Hauptwerk des Barden von Oxford war nämlich schon einmal übersetzt worden. Vor vielen, vielen Jahren, da der Meister höchstselbst noch am Leben war, hatte eine dumme kleine Göre, die kaum dreihundert Worte englisch konnte, durch einen lächerlichen Zufall den Auftrag erhalten, eine deutsche Übersetzung anzufertigen. Heiße Wut entbrannte in Wollis Seele und Tränen verschleierten seinen Blick, wann immer er sich die Übersetzung der Göre ansah - was nicht sehr oft war. Er überflog die Zeilen und stellte sich vor, was er an ihrer Stelle alles besser gemacht hätte. Aber die Göre hatte ihre Übersetzung mit viel Sorgfalt und Liebe und in der gleichen altertümlichen Sprache wie das Original angefertigt, so daß sie die Leser in ihren Bann zog und sie tief in die Welt des Meisters aus Oxford versinken ließ. Es war - trotz mancher Fehler, die darin enthalten waren - ein Werk aus einem Guß. Und so liebten die Leser diese Übersetzung.

Die Jahre vergingen. Ein neues Jahrhundert nahte heran. Und da ergab es sich, daß in einem fernen Lande ein Filmemacher sprach: "Let's film The Lord of the Rings!" Diese Neuigkeit verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der ganzen Welt. Selbst in die gut abgeschotteten Hallen des ehrwürdigen Kotz-Cletta-Verlags drang die Kunde. (Das war der Verlag, der damals die kleine Göre mit der Übersetzung betraut hatte und der noch immer die deutschen Rechte an dem Werk besaß.) Und die Leute in diesem Kotzverlag sprachen "Ah!" und "Oh!" und vergaßen die Sache wieder und gingen zur Tagesordnung über. Doch einer unter ihnen, der weiter sah und tiefer dachte als die übrigen - er ist heute zum doppelten Gehalt bei einem renommierteren Verlag angestellt - dem kam eines Tages auf dem Pissoir eine glorreiche Idee: "Werft einen Blick in unsere Kassen, meine Brüder und Schwestern! Wir haben Ebbe, wir haben Flaute, wir sitzen auf dem Trockenen! Aber die Kinos werden in zwei Jahren den großen Reibach machen. Laßt uns die Segel setzen und von der zu erwartenden Hype profitieren! Laßt uns eine neue, modernere HdR-Übersetzung auf den Markt werfen, um auch die letzten hirnlosen Rapper und Hip-Hopper da draußen als Kunden zu gewinnen!" Und der Aufsichtsrat sagte Ja und Amen, gewährte dem Mitarbeiter eine kleine (genaugenommen eine winzige) Gehaltserhöhung, bestellte den alten Übersetzer ins Haus und vertraute ihm die Neuübersetzung an. Der gute Wolli war vor Freude wie von Sinnen, als sich endlich, endlich, sein Lebenstraum doch noch erfüllte. Und so nahm er ohne langes Zögern die Bedingung des Verlages an. Diese Bedingung war folgende: Wolli mußte akzeptieren, daß ihm ein Dämon zur Seite gestellt wurde, ein Modernisierungsdämon. Immer wenn Wolli im Zweifel war über ein Wort, über eine Wendung, über ein Stilmittel, über eine Sprachebene, dann hatte der Dämon das letzte Wort. Und so setzte der Kotzverlag dem Wolli den Modernisierungsdämon auf die rechte Schulter und Wolli ging von dannen.

Die Arbeit war nicht leicht. Sie machte bei weitem nicht so viel Spaß wie er sich vorgestellt hatte. Jedesmal, wenn er erkannte, daß die Göre schon vor ihm das richtige Wort gefunden hatte, da stieß er einen kleinen, keuchenden Seufzer aus, weil ihn diese Erkenntnis tief im Inneren so sehr schmerzte. Und er versuchte, anders zu übersetzen als die Göre. Aber Wolli fühlte sich unbehaglich mit dem Dämon auf seiner Schulter und anfangs verschloß er seine Ohren vor dessen Einflüsterungen.

So kam er an die Stelle im ersten Kapitel, als die Hobbitkinder die G-Rune auf Gandalfs Gepäckstücken lesen.

TOLKIEN: Hence the excitement of the hobbit-children. 'G for Grand!' they shouted, and the old man smiled.

CARROUX: Daher die Aufregung der Hobbitkinder. "G heißt Großartig!" riefen sie, und der alte Mann schmunzelte.

Wolli zermarterte sich den Kopf, doch es wollte ihm einfach kein modernes Wort für "großartig" einfallen, das mit G begann. Was sagten denn die kiddies auf dem Schulhof heutzutage? "Krass konkret"? Oder vielleicht "fett"? Er starrte auf den blinkenden Cursor, bis ihm die Augen wehtaten, dann ging er im Zimmer auf und ab. Auch das nützte nichts. Er merkte wohl, daß der kleine Dämon wisperte und flüsterte, aber er weigerte sich noch immer, hinzuhören.

Schließlich nahm Wolli seinen alten Regenmantel vom Haken, band sich einen Schal um, griff sich seinen Stock und verließ sein Haus, um rast- und ruhelos durch die nächtlichen Straßen zu hinken. Normalerweise half ihm das beim Nachdenken, doch heute versagte das Mittel; er entfernte sich immer weiter von zuhause und STREUNTE durch Stadtteile, die er nie zuvor betreten hatte. Zuletzt kam er durch das Vergnügungsviertel und blieb vor einer IMBISSSTUBE stehen, wo ihn der Geruch von BACKFISCH UND FRITTEN umwehte. Ein FLÜGELTIER prangte als LOGO über dem Eingang. Wolli steckte den Kopf zur Tür herein und in einer kurzen Stille, die gerade in der allgemeinen Geräuschkulisse eingetreten war, hörte er einen jugendlichen PENNER am nächstgelegenen Tisch sagen: "Ey, GEIL, Alder, isch schwör!"

Wolli fühlte sich wie von einem göttlichen Blitz durchzuckt. Es war wie eine Offenbarung. Das war es, was er gesucht hatte! Genau das war es. Später konnte er sich kaum mehr an den Heimweg erinnern, nur die Einflüsterungen des Dämons waren ihm dabei immer süßlicher und verlockender vorgekommen. Das nächste, was er wußte, war, daß er vor dem Bildschirm saß und schrieb. Eine letzte Scheu, die er nicht ganz überwinden konnte, veranlaßte ihn, das Wort nicht auszuschreiben.

KREGE: "G wie g...!" riefen sie, und der Alte grinste.

Da seufzte der Dämon tief auf und stöhnte: "Na endlich hast du's kapiert." Dann grinste er ebenfalls, weil das "Grinsen" Gandalf so erscheinen ließ wie einen alten Wüstling und lehnte sich zufrieden gegen Wollis Ohr. Er wußte: von nun an würde es ihm immer offenstehen. Und die Auslassungszeichen würden nicht mehr vorkommen. Von nun an würde er dafür sorgen, daß Wolli alles ausschrieb. Hmm - so gut wie alles.

Und die Moral von der Geschicht:
Leser, glaub dem Krege nicht!
Wenn er schreibt von CHEF und PENNERN,
ANGESCHWOLLNEN schwarzen Männern,
vom FISCHTEICH bei den Wasserfällen,
Gandalf mit den WUTANFÄLLEN
von FIRMENLOGOS, FISCH UND FRITTEN,
fühlst du wirklich dich inmitten
einer fernen, alten Welt?

Wo Hobbits AUF DEM FLUSS RUMMACHEN,
des FLÜGELTIERES Fürze krachen, ["machte einen übel riechenden Wind"]
wo Wandrern IMBISSSTUBEN winken
und Pferdeschwänze bei Nacht BLINKEN,
wo Gala LEISE KICHERND spricht ["Na klar!" sagte die hohe Frau leise kichernd.]
- ist das noch elbenhaft und schlicht?
Der Leser sich darob erbricht.

[ Auf einer Lesung in Bietigheim hat Wolfgang Krege dem Publikum ausdrücklich bestätigt, daß mit "G wie g..." tatsächlich "G wie geil" gemeint war.

Und dabei wäre es so einfach gewesen, einen aktuellen, jugendsprachlichen Ausdruck mit G zu finden. Warum, oh Wolli, sag uns, warum hast du nicht einfach "G wie genial" geschrieben? ]
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177 von 192 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Indiskutable Übersetzung!, 15. Mai 2006
Als überzeugter DHDR-Fan habe ich meine nach x-fachem Lesen arg zerfledderte Ausgabe von 1985 durch ein schönes neues Exemplar ersetzt. Voller Vorfreude schlug ich das Buch auf und... SCHOCK! Die neue Übersetzung von Wolfgang Krege zerstört mit einem Schlag alle Vorstellungen und Träume, die man mit Mittelerde und diesem ebenso gewaltigen wie tragischen Epos verbindet.

Warum maßt sich ein Übersetzer an, eine "freie Interpretation" des Originals abzuliefern? Die Argumentation, Tolkiens selbst hätte sein Buch heute so geschrieben, ist einfach lachhaft. Denn bereits das Original war seinerzeit keineswegs zeitgemäß, sondern ganz bewußt sprachlich dem Zeitalter der Handlung angepasst geschrieben worden. Hoffentlich macht das Beispiel von Herrn Krege nicht Schule, denn sonst wird eines Tages auch Hamlett nicht mehr über "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!" grübeln, sondern eher etwas wie "Voll Krass, check das nicht, ich schwör, ey!" von sich geben.

Lieber Verlag, erspart uns jede weitere Auflage dieses Machwerks, lieber Leser, achtet beim Kauf darauf, die Originalübersetzung in Händen zu halten.
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85 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die grausliche Übersetzung eines wunderbaren Buchs, 31. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Zum Buch selbst ist schon an anderer Stelle vieles geschrieben worden. Zur neuen Übersetzung muß jedoch gesagt werden: sie ist einfach scheußlich.
Natürlich ist es undankbar, an die Leistung einer so exzellenten Vorgängerin wie Margaret Carroux anzuknüpfen. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wozu das alles? Eine neue Übersetzung ist meiner Meinung nach absolut überflüssig, denn der Stil Carroux' kommt dem Tolkienschen erstaunlich nahe. (Ich habe sowohl beide Übersetzungen als auch das englische Original gelesen.)
Desweiteren schaue man sich die "modernisierte" Version doch einmal an: auf solche Veränderungen hätte man gut verzichten können. Da betitelt Sam Frodo nicht mehr als "Herrn", sondern als "Chef." Ebenso unpassend sind Wendungen wie: "...der Chef der Wölfe..." in einer beschreibenden (!) Passage. Dabei fällt ja kaum noch auf, daß sich die Personen sogar siezen! (Sehr sarkastisch, ich weiß, aber ein "Sie" ist in einem mythologisch-fantastischen Epos föllig fehl am Platz.) Andere Änderungen sind dann wieder geringfügiger, aber dafür auch überflüssig. Da wird aus "Die Rückkehr des Königs" (Titel des 3. Buchs) die "Wiederkehr" desselben.
Alles in allem - gar nicht gut.
Bei der Stern-Vergabe habe ich mich schwer getan: entweder 5 Sterne für das Buch, oder (k)einen Stern für die Übersetzung.
Letztendlich: Wer die Bücher noch nicht kennt, wird wahrscheinlich dennoch vom Herrn der Ringe begeistert sein (will sagen: trotz seltsamer Sprache), denn Tolkiens Stil kriegt auch ein Wolfgang Krege nicht tot. Wer die alte Version kennt, wird bittere Tränen weinen. Die Übersetzung Margaret Carroux' ist auf jeden Fall vorzuziehen!
Bitte glauben Sie nicht, daß Tolkien so einen Stil führt.
Elena T. aus Witten
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143 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überflüssige, übel gesetzte Neufassung eines Klassikers, 15. Dezember 2001
Tolkiens "Lord of the Rings" spaltete schon immer die Leserschaft in zwei Lager. Die einen lassen sich darauf ein, teilzunehmen an dem Ausflug in die Gedankenwelt des Oxforder Professors, und sie nehmen dabei auch gerne einmal in Kauf, Archaismen und ungebräuchlichen syntaktischen Strukturen zu begegnen, die eher in Anlehnung an Heldenepen oder Versdichtungen eingesetzt werden. Sie lassen sich nicht abschrecken von den vielen Gedichten und Liedern, die von den Protagonisten auf der Reise durch Mittelerde vorgetragen werden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene, die sich partout nicht für die Phantasie des Akademikers erwärmen können, und daher die Nase rümpfen ob eines arg veralteten Stils, der im modernen Zeitalter unpassend ist.
Beide Lager haben ihre Zelte aufgeschlagen, um das Schlachtfeld des literarischen Werkes "Der Herr der Ringe" zu betreten. Bevor sie jedoch mit dornenbewehrten Zensierstiften oder Pamphletschilden aufeinander loshetzen können, greift der Klett-Cotta Verlag friedensstiftend ein, und er präsentiert eine Neu-Übersetzung von einem mutmaßlichen Tolkien-Kenner, die nun beide Parteien zufriedenstellen will (schließlich will man sich angesichts des bevorstehenden Kinoereignisses nicht den großen Coup entgehen lassen).
Während aber nun die einen ihre Vorurteile beiseite räumen und sich von der "frischen" Sprache einfangen lassen, erheben nun die anderen ihre Keulen und schwingen sie in Richtung des frevlerischen Übersetzers Krege, der angeblich das Werk "übel-setzt" hat - auch ohne Chinesischkenntnisse. Von wegen Frieden!
Aber es ist nun wirklich ein wenig haarspalterisch, was sich in der "Setzung des Übels" so abspielt. Da wird aus der "Rückkehr" des Königs die "Wiederkehr". Natürlich ist der semantische Unterschied irgendwo greifbar, aber er ist so gering, daß er eine Neu-Übersetzung nicht rechtfertigt. Aber die Äxte spalten weiter: Perfekt ersetzt Präteritum, "ebenerdig" steht anstatt "zu ebener Erde", ja, das kann man natürlich schreiben, ob das allerdings an der Qualität etwas ändert, das sei bezweifelt; und das Tolkien mit "slow-coach" einen Penner meinte, das ist doch sehr fraglich, besonders, wenn man bedenkt, daß die Beleidigung "penner" an sich erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an das pejorative "pennen" entwickelte. Da kann also Krege nicht argumentieren, hier sei er näher an der Sprache Tolkiens. Und weshalb ein grammatisch falsches "wenn sich's machen lässt" dem korrekten "wenn es sich machen lässt" vorgezogen wird, wird wohl auf ewig im Splittern der Speere untergehen.
Hans-Jörg Modelmayer, der die neue Übersetzung in Auftrag gab, gibt folgende Weisheit zum Besten: "[...] deshalb bin ich jetzt sehr, sehr froh, daß die deutschen Leser nicht mehr eine teilweise verstaubte Sprache sich antun müssen, wie das bei der ersten Übersetzung leider der Fall war." Eine teilweise verstaubte Sprache, vielleicht sogar eine tote Sprache muß man sich also heutzutage "antun", soso. Also, die Lateinliebhaber müssen sich dann also mit Cicero "herumschlagen", und Germanisten "quälen" sich durch die Verse des Nibelungenliedes, während in der Angistik das Heldenepos Beowulf "mühselig bewältigt" werden muß? Interessant, daß auch hier Qualität mit Modernität gleichgesetzt wird, alles Moderne wird plötzlich gut, welchem Literaturkritiker geht da nicht das Herz auf!
Es sei nun nicht verschwiegen, daß ich die neue Übersetzung in ihrer Gänze nicht meinem Gemüte anvertrauen konnte und wollte, schlichtweg, weil Carroux in ihrer Version (nebenbei bemerkt mit wenn auch geringer Hilfe von Tolkien selbst, der sich so daran erfreute, daß das Deutsche das Wort "Elb" statt "Elf(e)" zuläßt) sehr gute Arbeit geleistet hat. Was sollen diese Sprüche "es war an der Zeit für eine neue Übersetzung"? Die Kausalität, mit der sich die Verteidigung Kreges vor dem Gericht der Fans herausredet ist geradezu hahnebüchen, wie hier an nur wenigen Beispielen gezeigt werden konnte. Kreges Übersetzung ist nicht so schlecht, wie vielernorts gesagt wird, aber sie ist beiweitem nicht besser (!) als die Carroux'sche Fassung. Wer nur noch die neue Version bekommen kann, der sollte sich nicht so grämen, denn auch mit Kreges Version kann man Spaß haben. Wer allerdings auf die Authenzität des Originals aus ist (und Tolkien greift nun einmal auf altenglische Syntax zurück (vgl. die Rede des Theoden), archaisches Vokabular und längst veraltete Idiome), der sollte sich doch eher an die Ausgabe von Carroux halten. Ich verstehe nicht, wie ein angeblicher "Tolkien-Kenner" (Himmel hilf, hat Krege ein Zertifikat von Tolkien erhalten, eine Plakette mit dem Schriftzug: Ausgezeichnet als ein Fachmann meiner Person, den auch ich gerne mal um Rat frage, wenn ich nicht mehr weiß, wer ich bin...) so an der Intention des Romans vorbeischliddern kann! Wer versucht, alte Mythen aufleben zu lassen in einer Zeit, da diese Mythen mißbraucht wurden zu propagandistischen Zwecken, der versucht dabei natürlich auch, die Sprache dieser Mythen ins Gedächtnis zu rufen. Mythen sind humaninhärentes Gemeingut, das sich in tiefe Vorzeiten zurückverfolgen läßt. Ich bezweifle, daß zu damaliger Zeit der Stammeshäuptling "Chef" gerufen wurde, und man spornte seine Krieger auch nicht mit Hans Rosenthals "Dalli Dalli" an; Ich bin der Meinung, Kreges Arbeit war (leider) nicht SPITZE... eher flach!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Grausam!, 14. März 2010
Der Herr der Ringe in der Krege-Übersetzung ist nur als Zumutung zu betrachten. Sicherlich gibt es auch im engischsprachigen Original verschiedene Sprachebenen, vom Umgangston des "gemeinen Volkes" bis zur etwas gediegeneren Sprache der Edlen Mittelerdes, aber der Ton war dennoch nicht so betont "cool" wie in der neuen Übersetzung dieses Meilensteins der Fantasyliteratur.
Das wirft für mich eine weitere Frage auf: Was passiert, wenn um des lieben Kommerz willens eine noch verschandeltere Ausgabe "übersetzt" wird? Dürfen wir uns demnächst auf Textpassagen wie "Ey Gandalf, Du Opfer! Zosch mal krass die Orkz von dem Brücke!" freuen? Sozusagen Herr der Ringe Mund(un)art Ghettokinder?

Ich muss zwei Sterne geben, eine fantastische Geschichte kann selbst Herr Krege nicht vollständig zerstören, aber jeder, der diese Rezension liest sollte sich bewusst sein, dass bei einer nur halbwegs akzeptablen Übersetzung fünf Sterne das absolute Minimum gewesen wären.

Dies ist selbstverständlich nur mein persönliches Empfinden, wem die alte Übersetzung zu trocken war mag die Sache vielleicht anders sehen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bitte Neuauflage des Originals, 24. Mai 2006
Ich kann mich leider nur den vielen Kritikern anschliessen, die Neuübersetzung ist m.E. nicht gelungen.

Wie in vielen anderen Rezensionen schon gesagt, ist die Sprache zu sehr modernisiert worden.

Ich ahbe die alte Übersetzung bis jetzt 7-mal, die englische Version 1-mal und die neue Übersetzung 1-Mal gelesen. Ich muss wirklich sagen, nur bei den ersten beiden Versionen werden noch mehrere Male dazukommen.

Sorry Herr Krege, es war für Sie bestimmt sehr viel Arbeit und evtl auch ein interessanter Ansatz, aber ich bleibe lieber bei meiner alten Version.
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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Miserable Übersetzung, 6. Dezember 2006
Von 
Peter Henning "pahenning" (Weingarten, Baden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Neuübersetzung ist grandios gescheitert.

Der Übersetzer Wolfgang Krege schreibt selbst, er habe sie so verfasst, als ob J.R.R.Tolkien im Deutsch des Jahres 1999 geschrieben habe. Dabei ist er stellenweise weit vom Original abgewichen - schlimmer noch, die subtile Poesie der Originalsprache, die in der älteren Übersetzung von Margaret Carroux weitgehend erhalten blieb, wurde hier vollkommen zerstört.

So etwa redet Sam den Frodo als "Chef" an, barrow wights (Grabunholde) werden zu "Grabwichten" - und statt Mittelerde steht da plötzlich etwas von einer "mittleren Welt". Die Hobbits reden auf eine flapsige Art miteinander, die eher in die Schulhöfe des 21. Jahrhunderts gehört, als in eine Welt der Helden und Könige.

Nicht einmal gutes Deutsch schreibt der Übersetzer - so etwa sagt Frodo über das Gasthaus "Zum Tänzelnden Pony": "...drinnen wird es schon heimisch sein". Heißen müsste es aber "heimelig".

Ich jedenfalls habe das Buch enttäuscht zur Seite gelegt, und werde nun versuchen, meine uralte und vollkommen zerfledderte Ausgabe der Carroux-Übersetzung doch noch zu retten. Oder zumindest neue Bücher mit dem alten Inhalt zu bekommen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Garant für beste Unterhaltung und "Gehobene Kurzweil", 2. März 2000
Von Ein Kunde
Als ich, praktisch per Zufall,auf die Sendepremiere des Hörspiels im WDR aufmerksam wurde, war mir nach wenigen Minuten klar, daß ich das mitschneiden muß. Seither habe ich, ein "Mehrmals-Verschlinger" der Romanvorlage, dieses Hörspiel, welches die Vorlage um Längen besser wiedergibt/umsetzt als alles andere, was nicht der Roman selbst ist (sprich Filme wie der von Bakshy o.ä.), mehrmals gehört, und mir wurde nie langweilig. Vieleicht auch deshalb, weil es in der Natur des Hörspiels liegt,immernoch Freiräume für die eigene Phantasie zu lassen, und diese wird ja bei Tolkien geradezu gefördert und angeregt, es ist eben zu recht DER Phantasy-Klassiker, der hier in einer seiner Natur als Hörspiel entsprechenden kongenialen Fassung vorliegt.
Nach kurzer Gewöhnung, an die Tatsache das Personen, die sonst nur in meiner Phantasie, beim Lesen des Buches, eine bestimmte Stimme/Tonfall hatten, machte und macht mir dieses Werk eigentlich nur Spaß, wenngleich es, natürlich, viel zu kurz ist. Soll heißen: es trifft das Buch so gut, daß ich mir eigentlich, auch in dieser Art, mehr davon wünsche!
Allen voran möchte ich die Besetzung/Stimme Gandalfs als gelungen und eindrücklich herrausstellen.
Meiner Meinung nach natürlich kein "Muß", wie vieles eigentlich nicht wirklich ein "Muß" ist, aber eine wirkliche Bereicherung auch für absolute Fans der Romanvorlage (seiner Werktreue wegen), und für Freunde guter Hörspiele
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68 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Neuübersetzung - ein Verbrechen (?), 2. August 2001
Von Ein Kunde
Was hat die deutsche Leserschaft verbrochen, das Herr Krege uns diese Übersetzung zumutet.
Ich besitze nunmehr seit 6 Jahren den gebundenen Band "Das rote Buch" von 1996 in der alten Übersetzung. Die Taschenbuchausgaben des "Hobbit" und des "Herrn der Ringe" von 1977 nenne ich ebenfalls mein Eigen.
Wenn man sich im Vergleich die Neuübersetzung vor Augen hält, fällt es nicht leicht, ein gerechtes Urteil abzugeben ohne allzuviel Emotionen.
Für die neugewonnene Leserschaft - also jenen jungen oder älteren Lesern, die dieses Epos womöglich erst jetzt im Vorfeld des zu erwartenden Films lesen - mag diese Neuübersetzung vielleicht als recht nette Abenteuergeschichte zu gefallen, doch diejenigen, die wie ich mit Tolkien's Büchern in den Siebzigern aufgewachsen sind, werden durch dieses "Werk" sicherlich verschreckt. ...
Dieses Buch und alles was darin beschrieben wird, ist absolut zeitlos und hätte meiner Meinung nach nie geändert werden dürfen.
Schon werden die älteren Einband-Luxusausgaben zum Teil zu horrenden Preisen in Antiquariaten gehandelt - zu Recht - denn diese Übersetzung ist die Einzig Wahre und somit Zeitlose. Allen Inhabern empfehle ich daher, die alten Bände wie einen Schatz zu hüten.
Daher mein Tip an alle potentiellen Leser - stöbert in den Bibliotheken eurer Eltern oder eurer Onkel und Tanten nach diesem alten Buch.
Von einem Kauf der Krege-Übersetzung kann und muss ich aufs Schärfste abraten. Das war das Schlimmste, was man je mit Tolkiens Werk machen konnte.
Die englische Originalausgabe ist übrigens immer noch zu haben und sollte gekauft werden, sollte der geneigte Leser die geschliffenen Dialoge in Englisch nachvollziehen können.
Tolkiens Werk - ein Muss. Diese neue Übersetzung jedoch - fehlgeschlagen. Zeitlose Geschichten lassen sich halt nicht auf die Spass-, Generation-X-, oder sonstige Generation übertragen ...
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Der Herr der Ringe: Die Komplettlesung
Der Herr der Ringe: Die Komplettlesung von J.R.R. Tolkien (Audio CD - 9. Oktober 2008)
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