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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte des alten Ägyptens, 31. Januar 2011
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pharaonen: Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien (Gebundene Ausgabe)
In seiner mehr als 3000jährigen Geschichte hat das alte Ägypten durch seine monumentalen Hinterlassenschaften und kulturellen Einflüsse auf die griechisch-römische Welt einen die Jahrtausende noch überdauernden Eindruck hinterlassen. In ihren Büchern und TV-Dokumentationen versucht die britische Ägyptologin Joyce Tyldesley einen Einblick in diese immer noch faszinierende vergangene Welt zu gewähren, so auch im in der Reihe National Geographic History erschienenem "Die Pharaonen". Wie auch die anderen Bände dieser Reihe zeichnet sich Tyldesleys "Die Pharaonen" durch eine ausgewogene Text-Bild-Mischung sowie eine chronologische und mit Info-Kästchen zu Spezialthemen und Herrschaftsfolgen aus.

Ein Buch über das alte Ägypten und die Pharaonen zu schreiben ist angesichts der oft dürftigen Quellenlage kein leichtes Unterfangen, entsprechend muss sich Tyldesley zu manchen Dynastiewechseln und Ereignissen, zu denen die Quellen schweigen, auch bedeckt halten, wie zu den konkreten Lebenswelten der ägyptischen Bauern. Die Quellen, das sind nämlich vor allem Grabinschriften und Grabbeigaben der Mittel- und Oberschicht, soweit noch erhalten. Dennoch ist es der Ägyptologin sehr gut gelungen einen Bogen von der vordynastischen Zeit bis zum Untergang der Ptolemäer zu schlagen und dabei im Text selbst sowie den Info-Kästchen nicht nur die geschichtliche Bedeutung der Pharaonen zu würdigen, sondern auch Einblicke in die Religion und Gesellschaft des alten Ägyptens zu vermitteln.

Tyldesley beginnt nach einem knapp zweiseitigen Vorwort zunächst mit einer Vorstellung Ägyptens in der prädynastischen Zeit der Badari- und Naqada I-III Kulturen (5300-3050 v. Chr.). Am Übergang der Naqada III Kultur zur Dynastie 0 (3050-3000 v. Chr.) soll es der Kriegerkönig Menes gewesen sein, der Ober- und Unterägypten erstmals zu vereinen vermochte. Doch die Existenz Menes ist umstritten, auch wenn dessen Nachfolger Narmer und Hor-Aha versuchten den Mythos für ihre Genealogie zu nutzen. In die Dynastie 0 fällt auch der mysteriöse Skorpion-König, der schon Hollywoods Fantasien angeregt hat. Mit dem Beginn der wirklichen dynastischen Zeit und der 1. Dynastie kann anschließend das Aufkommen der Mastabas als Totendenkmäler verortet werden.

Da zu Herrschern wie Narmer, Menes oder Hor-Aha nur karge biografische Informationen existieren hält sich Tyldesley möglichst an die wenigen bekannten Fakten und versucht sie nur zeitlich einzuordnen, anstatt ihre Geschichte mit Mythen auszuschmücken. Ähnlich verfährt die Ägyptologin auch mit späteren Pharaonen. Die biografischen Daten beschränken sich auf eine Feststellung des Verwandtschaftsverhältnisses, besonderer politischer Vermächtnisse und den Verweis auf kulturelle Hinterlassenschaften. Entsprechend beschränkt sich Tyldesley über das gesamte Werk vor allem mehr mit der Geschichte des alten Ägyptens und der Abfolge der Dynastien und Dynasten. Das Buch ist also keine Sammlung hunderter Kurzbiografien sondern ein zusammenhängend erzähltes Geschichtsbuch, wodurch es sich auch viel besser lesen lässt.

Schon deutlich umfangreicher entpuppt sich die Aufarbeitung des Neuen Reichs mit dem Beginn der 18. Dynastie. Durch verbesserte Verwaltungsstrukturen wurde nun eine umfassendere Dokumentation möglich, welche durch die wachsenden Zahlen an Schreibern erledigt wurde. Einen wichtigen Beitrag dazu dass uns schon sehr viel genauere Informationen über diese Zeit bekannt sind liefert vor allem das ab der 18. Dynastie intensiv genutzte Tal der Könige, welches mit Totentempeln ergänzt wurde. Das neue Reich sollte zu einer Blütezeit Ägyptens werden, denn nach der Vertreibung der Hyksos entwickelte sich Ägypten zu einer Großmacht im östlichen Mittelmeer. Nicht zuletzt auch weil man ein Berufsheer schuf, mit dem man sogar in Nubien einmarschieren konnte. In diese Ära sollte auch der Aufstieg der Ramessiden General Ramses fallen, der als Ramses I. die 19. Dynastie begründen sollte. Doch dieser letzte Glanz vor dem Niedergang konnte Ägypten schließlich nicht vor künftigen Fremdherrschaften bewahren, neben Libyern gelangten so auch Nubier auf den Thron und die Perser annektierten Ägypten zeitweise sogar. Eine Wende sollte unerwarteterweise die Eroberung durch keinen geringeren als Alexander den Großen herbeiführen, dessen General Ptolemaios die Nachfolge Alexanders als Pharao antreten und die bis zum Untergang der Römischen Republik bestehende Dynastie der Ptolemäer begründen sollte. Deren bekannteste Tochter Kleopatra (VII.) sollte zugleich die letzte herrschende Vertreterin der Ptolemäer werden.

- Resümee -
Von den Lücken in der Geschichte Ägyptens die von der Forschung bisher nicht geschlossen werden konnten merkt man in Joyce Tyldesley "Die Pharaonen" sehr wenig. Das Buch liest sich vor allem sehr flüssig und das ist angesichts der oft sehr schwierigen Faktenlage durchaus sehr lobenswert, denn die Ägyptologin hat weder ihrer eigenen Fantasie freien Lauf gelassen noch diverse Mythen zur Schließung mancher Lücken bemüht. Wer eine Sammlung von Kurzbiografien wird etwas enttäuscht sein, denn es geht weniger um "Die Pharaonen" als die Geschichte des pharaonischen Reichs, auch wenn bedeutende und vor allem bekannte Dynasten besonders hervorgehoben vorgestellt werden.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes Gesamtbild, 8. November 2010
Von 
Ernst Günther "ergü" (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Die Pharaonen: Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien (Gebundene Ausgabe)
Der großformatige Prachtband ist eine National Geographic History-Edition aus der weitgespannten Themenreihe, deren Bücher in einheitlicher Aufmachung erscheinen. In diesem Fall mit besonders attraktiver Umschlaggestaltung. Doch der Titel "Die Pharaonen" irritiert zunächst. Wer ein Pharaonen-Lexikon, eine Porträtreihe oder eine Art ausführliche Königsliste erwartet, mag anfangs ein wenig enttäuscht sein. Befaßt er sich jedoch näher damit, kommt er auf seine Kosten.
Die britische Autorin Joyce Tyldesley, promovierte Ägyptologin und Universitätsprofessorin von Weltrang, die schon zahlreiche erstklassige Sachbücher vorlegte, gibt auf 223 Seiten einen Überblick über die Geschichte des Pharaonenreiches von der vordynastischen Zeit bis zu seinem Untergang mit Kleopatra, in dessen Rahmen sie die bedeutendsten Herrscher in 30 Dynastien vorstellt. Wobei sie ihre Arbeitsweise gegenüber ihrem 2008 auf Deutsch erschienen Werk "Die Königinnen des Alten Ägyptens" modifiziert.
In 40 bestens illustrierten Kapiteln, dazu Prolog und Epilog und ergänzt durch Glossar und Register, räumt sie dem Leben und Wirken der Könige gebührend Raum ein. Die originelle Buchgestaltung nutzend, wartet sie in stilgerechten Info-Kästen einerseits mit Königslisten der jeweiligen Dynastie (Zeit, Name, teils auch der ägyptische) und anderseits mit einem "Familienpass" der Auserwählten (Herrscher, Dynastie, Eltern, Ehefrauen, Grab, Nachfolger) auf.
Überhaupt ist das Buch sehr aufgelockert. Der Haupttext wird ergänzt durch weitere farbig unterlegte Kästen mit Hintergrundinformationen aus ganz unterschiedlichen Bereichen sowie eingeblendete Zitate, so dass sich wie aus Mosaiksteinen ein Gesamtbild fügt. Vielfältiges, teils seltenes Bildmaterial von hoher Qualität - wie bei National Geographic-Titeln üblich - ist beigegeben.
Alle genannten Faktoren machen den Band aus meiner Sicht zu einem der schönsten Ägyptenbücher der jüngsten Zeit.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bilderreiche Geschichte, 25. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Pharaonen: Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien (Gebundene Ausgabe)
Mehr als 30 Dynastien und über 3000 Jahre lang währte die Herrschaft der Pharaonen über Ägypten, in gleicher Weise als absolutistische Herrscher wie als Götter verehrt, Herrscher, die als einzige den Kontakt zu den Göttern herstellen konnten, die über das Wohl und Wehe des ganzen Volkes entschieden. Somit waren die Pharaonen Symbole der vorgegebenen Weltordnung und damit von unvergleichlichem Stellenwert in der Kultur des alten Ägypten.

Dennoch auch Personen und Persönlichkeiten mit wechselhafter Geschichte und durchaus bemerkenswerten persönlichen Stärken und Schwächen.

Trotz aller Erkenntnisse gerade aus dem Zweig der Archäologie und der Untersuchung der vielen Grabmale stehen natürlich dennoch Interpretationen aus so lange vergangenen Zeiten im Raum, dass nur mit Wahrscheinlichkeiten und Annäherungen letztlich gearbeitet werden kann.

Diese aber greift Joyce Tyldesley in ihrem Buch fundiert auf und entwirft auf Ihrem Zug durch die wichtigsten Herrschaftsfiguren aus 30 Dynastien ein durchweg differenziertes Bild der einzelnen Herrscher und ihrer Zeit. Nach einer kurzen Einführung mitsamt einer Darstellung des Standes der Wissenschaft und der Einordnungsprobleme setzt sie unter thematischen Schwerpunkten ihre Betrachtungen konkreter Pharaonen fort.

Faszinierend bieten sich schon zu Beginn ihre Einblicke in die Entstehung des Riesenreiches am Nil dar. Anhand weniger Fundstücke und doch vieler offener Fragen gelingt es ihr, die Anfänge des geeinten Reiches unter Narmer einsichtig darzustellen und, wie nebenbei, in den Abbildungen auch unbekannte Fundstücke der Archäologie mit ein zu beziehen.

Selbstverständlich tauchen auch alle, durch vielfache Ausstellungen bekannte, Namen der ägyptischen Geschichte auf. Wohltuender Weise allerdings eingebunden immer in den Zusammenhang, Kleopatra oder Nofretete erhalten keine Sonderbehandlung im Buch, sondern sind eingebunden in die jeweiligen Themen der Geschichte. Nofretete gemeinsam mit Echnathon in den Beschreibungen der Hochzeit der Pharaonen, Kleopatra als Teil des Abgesangs und endgültigen Niederganges des ägyptischen Reiches. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der letzten Hochzeiten samt der Andeutung der Geschichtsdämmerung zu Zeiten der Ramessiden geliungen in vielfachen Abbildungen eindrucksvoller Orte und Fundstücke vollzieht Tydesley in lebendigem Stil einprägsam die Kernstücke ägyptischer Kultur nach und lässt den Leser Anteilnehmen an den glanzvollen Zeiten um 1250 vor Christus beginnend mit dem schwer errungenen Sieg über die Hethiter. Der Götterhimmel der Ägypter in Form der Götter Amun, Re, Ptah und Seth findet hier ebenso Eingang wie die großen Bauten unter Ramses II..

Ob der Fülle der geschichtlichen Daten kann ein Überblicksbuch wie das vorliegende immer nur in Auswahl einen Überblick über die 3000 Jahre währende Herrschaft der Pharaonen vermitteln. Die wesentlichen Teile der Geschichte allerdings erfasst Tyldesley in nachvollziehbarer und verständlicher Form und bietet so einen guten Eindruck vom Beginn des geeinten Reiches bis zu dessen endgültigen Niedergang zu Zeiten Oktavians.
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Nachschlagewerk!, 24. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Pharaonen: Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien (Gebundene Ausgabe)
Wichtig für alle, die gern Romane aus dem alten Ägypten lesen. Denn noch gibt es viele Lücken, die die Buchautoren mit Phantasie füllen (müssen). Damit man sich zurechtfindet, ist es gut, wenn man nebenbei in diesem Buch nachlesen kann, wer wirklich wann lebte und bei wem die Herkunft unklar war. Es ist chronologisch geordnet und enthält zwischendrin noch zusätzliche Hinweise zum alten Ägypten.
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Die Pharaonen: Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien
Die Pharaonen: Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien von Joyce Tyldesley (Gebundene Ausgabe - 1. September 2009)
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