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am 14. Dezember 2014
Dieses im Jahre 2013 aufgelegte Werk des Alt-Historikers Egon Flaig betrachtet, wie es der Titel bereits zum Ausdruck bringt, politische und innerdeutsche gesellschaftliche Themen gegenläufig. Seine akademisch klingenden, gleichwohl sehr verständlichen Darstellungen, Überlegungen und Erkenntnisse sind ausgesprochen sachlich gehalten, an manchen Stellen verkneift er sich Spitzen dennoch nicht.

Flaig plädiert im Vorwort für die Auflösung der EU, beklagt sodann den sich zur Nanny entwickelnden Überstaat, der unter der Last immer mehr übernommener Aufgaben faktisch zusammen brechen muss, resümiert über den politischen und kriegerischer Islam und dessen Auswirkungen auch in dieser Republik im Kapitel Der gefährlichste Rechtsextremismus der Gegenwart, beklagt sodann mit ausreichenden Beispielen belegten Niedergang der politischen Kultur und kritisiert eine von ihm so empfundene Bestrebung, Europa auf die Religion umzugründen und fordert letztlich auch eine vernünftige, sprich keine idealisierende oder vernichtende Erinnerungskultur. Im Epilog philosophiert er über die Frage, ob es tatsächliche universelle Menschenrechte geben kann und bejahendenfalls woraus diese sich dann ableiten, wenn es etwas wie einen Gott, der sie bestimmt hat, nicht geben sollte.

Flaigs Werk enthält einen wütenden Aufschrei gegen die EU, den Staat, die beide gängeln und bevormunden, bringt aber auch eine gewisse Verachtung dem Bürger, der all das mit sich geschehen lässt, zum Ausdruck. Er fordert nach meinem Verständnis den Staat auf, sich auf seine Kernaufgaben zu beschränken und dem Bürger seine Freiheiten zu lassen; der Bürger ist anderseits gehalten, seine Freiheiten auch wahrzunehmen, diese zu verteidigen, gegenüber dem Staat, gegenüber Strömungen, die ihm diese Freiheit nehmen wollen. Freiheit ist ein hohes, immer wieder zu verteidigendes Gut, wer bereit ist, Freiheit gegen Sicherheit aufzugeben, verdient weder die Eine noch die Andere, wie es schon Thomas Jefferson formuliert haben soll.

Wem Sarrazins Deutschland schafft sich ab zu dröge, Pirinccis Deutschland von Sinnen zu platt, derb, polemisch sein sollte oder war, findet mit Flaigs 242 Seiten eine auch sprachlich sehr anspruchsvolle, gut lesbare Beschäftigung mit den Themen der Zeit; dass Flaig mit seinen kritischen Betrachtungen zu bestimmten Themen so falsch gar nicht gelegen hat und liegt, zeigt sich bei Betrachtung bestimmter gesellschaftlicher Gegenentwicklungen gegen Ende des Jahres 2014. Es scheint, als fingen die Bürger an, sich verlorenes Terrain zurück zu holen. Die dem Volk aufgezwungene sog. angebliche Alternativlosigkeit der breit getragenen Regierungspolitik und die angemaßte Deutungshoheit der Medien erfahren gerade heftigen, aus allen Teilen der Gesellschaft stürmenden Gegenwind der Bürger.
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TOP 50 REZENSENTam 1. August 2015
Ein hervorragendes Buch, zu dem andere Rezensenten perfekte Besprechungen geschrieben haben. Ich beschränke mich deshalb auf den Abschnitt, der mit dem Titel "Der gefährlichste Rechtsextremismus der Gegenwart" überschrieben ist. Heute wird von neuen völkischen Tendenzen am rechten Rand gewarnt, die in der Lage seinen, unsere Demokratie zu gefährden. Und überall recken sich die Hälse zu jenen, die dem Islam kritisch gegenüber stehen. Dabei sind diese Islamkritiker vor allem jene, die vor diesem neuen rechten Rand warnen.

"Dann wollen wir, dass die Fahne des Islam wieder über diesen Landschaften weht, die das Glück hatten, eine Zeitlang unter der Herrschaft des Islam zu sein...." Die Muslimbrüder sind es, die diese Gedanken im Gleichschritt mit AH ins Land hinausposaunen. Historische Entitäten entstehen, wenn Menschen ihre Überzeugungen in einheitlichen Gebilden bündeln und z.B. wie der Islam dies getan hat, sich durch kriegerische Expansion ausdehnten. Auch heute ist dies das Ziel des IS, der sich ausdrücklich auf den Koran bzw. das Leben und die Aussagen Mohammeds beziehen kann.

"Diese rein militärische Expansion einer Religion ist einmalig. Sie resultierte aus der Pflicht zum Djihad." (S. 59) Ihr Wesen besteht in diesen Punkten:

-Einteilung der Welt in das Land des Ilsam und das Land des Krieges
-Pflicht zur Unterwerfung der Ungläubigen
-Angriffskrieg
-Kriegerisches Märtyrertum
-Kein Frieden
-Kriegsregeln

Die Gemeinschaft der Muslime ist eine politische Gemeinschaft mit Apartheitsregeln. Ihr Wesen und ihre Regeln laufen gegen jede westlich geprägte Demokratie, sie muss zwingend die Scharia einführen. Insgesamt also ein gefährliches, rechtsextremistisches Konstrukt, das keinesfalls mit dem Grundgesetz Deutschlands vereinbar ist. "Wenn die Scharia den Menschenrechten übergeordnet wird, dann gibt es keine Menschenrechte, dann gilt eben die Scharia. Das ist so, als hätten Salin oder Htler die Menschenrechte proklamiert und hinzugefügt: Alle diese Rechte unterstehen der kommunistischen bzw. nationalsozialisischen Idee." (S. 103)

Sie glauben es nicht, dass dies heute auf deutschen Straßen passiert? Einfach auf youtube suchen nach Moslems Juden Tod.
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Die europäischen Völker werden von ihren selbsternannten Eliten auf einen gefährlichen Irrweg geführt. Es droht der Verlust demokratischer Errungenschaften, die sich die Völker des Kontinents über viele Jahrhunderte unter großen Opfern erkämpft haben.

"Das erste Gesetz der Geschichte lautet: Alles ist verlierbar. Die Verlierbarkeit rührt aus dem kulturellen Wandel. Menschliche Gesellschaften wandeln sich unablässig; dieser Wandel geschieht zwangsläufig und ist von niemanden zu verhindern. Wandel kann >>Gutes<< bringen, nämlich >>Verbesserungen<<, die in einer bestimmten Kultur als solche gelten. Freilich können in einem solchen Wandel andererseits die eindrucksvollsten kulturellen Errungenschaften wieder verlorengehen. Wir können das wissenschaftliche Denken wieder verlernen; die Emanzipation der Frau kann in den nächsten Generationen abhanden kommen, die Religionsfreiheit kann vollkommen verschwinden. Sobald die repräsentative Demokratien sich auflösen, werden die Bürgerrechte gegenstandslos und die Menschenrechte sinnlos."

Was hier zunächst abstrakt klingt, beschreibt in Wirklichkeit genau die Befürchtungen, die der Autor mit der Zukunft Europas verbindet. Egon Flaig ist ordentlicher Professor am Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften der Universität Rostock. Sein Buch, das sicher nicht für eine breitere Öffentlichkeit geschrieben wurde, beschreibt mit seltener begrifflicher Klarheit und überraschender Deutlichkeit die politischen Entwicklungen in Europa, die nach Flaigs Analyse schleichend zu genau den Verlusten führen werden, die er oben genannt hat. Er fordert eine Rückbesinnung auf die Quellen der Demokratie, die er im antiken Griechenland sieht. Nun mag das auf den ersten Blick so klingen wie ein Thema seines Fachgebietes. Doch dieses Buch besitzt eine enorme politische Substanz, die man sofort entdeckt, wenn man es liest.

Im Vorwort bereits hält der Autor ein sehr gut begründetes Plädoyer für die Auflösung der Europäischen Union. Er erklärt den Versuch, einen europäischen Staat durch eine rein ökonomische Klammer aufbauen zu wollen, für völlig hoffnungs- und geschichtslos. Die politische Klasse und die eurokratischen Apparatschiks würden die unverhohlene Absicht verfolgen, das zukünftige europäische Staatsvolk um einen selbsttätigen Gründungsakt zu betrügen. Der Volkswille zähle nicht mehr. Und wer dagegen opponiert, der würde von der selbstherrlichen Politkaste sofort zum Populisten erklärt. "Wem die Volkssouveränität etwas bedeutet", schreibt Flaig, "den solle die Beschimpfung als >>Populist<< mit Stolz erfüllen".

Im ersten Abschnitt befasst sich Flaig mit der völligen Überforderung des Staates. Thomas Hobbes füllte einst seinen Gesellschaftsvertrag nur damit, dass der in den Vertrag eintretende Mensch und sein Eigentum geschützt werden. Doch inzwischen würde dieser Gesellschaftsvertrag mit wertbezogenen Rechts- und Gerechtigkeitsvorstellungen und entsprechenden materiellen Gewährleistungen völlig überladen. Nicht mehr das Volk herrsche, sondern das Gute. Und das Gute sei für die Durchsetzung ideologischer oder politisch-religiöser Zielsetzung ein flexibles Transportmittel. Es diene zum Beispiel sehr gut dazu, die deutschen Staatsbürger entlang der Religionsgrenze und ihrer ethnischen Herkunft zu spalten. Ganz im Sinne von Erdogan, der einst meinte, dass "Demokratie nur der Zug sei, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind" (S.53).

Im zweiten Abschnitt erklärt Flaig, warum er den Islam für den gefährlichsten Rechtsextremismus der Gegenwart hält. Der Islam sei diejenige unter den Weltreligionen, die sich vor allem durch kriegerische Expansion ausgedehnt hat. Und das ist keineswegs ein Zufall, sondern resultiere aus der im Koran formulierten Pflicht zum Heilgen Krieg gegen die Ungläubigen. Wer das nicht weiß oder aus Naivität oder Kalkül verdrängt, kann auch nicht verstehen, dass der politische Islam sich niemals in ein anderes System integrieren wird. Und erst recht nicht in eine Demokratie, denn das ist ihm wesensfremd und widerspricht dem Willen des Propheten. Dieser Abschnitt in Flaigs Buch sollte jedem die Augen öffnen, der sich ernsthaft mit den Problemen einer sogenannten multikulturellen Gesellschaft beschäftigt. Integration bedeutet nach Flaig eine Umorientierung und ein Einordnen in ein bestehendes System und keineswegs die Akzeptanz von Beliebigkeit.

Flaig beschäftigt sich dann im nächsten Abschnitt mit dem Abbau der politischen Kultur. Statt eines politischen Zusammenhalts würde in Deutschland eine Wohlfahrtsideologie herrschen, die das Gemeinwohl in lauter Tarifverträge einzelner Sektoren parzelliert. Das Volk würde zur Bevölkerung mutieren. Und eine Bevölkerung könne keine Demokratie schultern. Demokratien seien Wertegemeinschaften, in denen der Gedanke der Volkssouveränität und des gemeinsamen Handelns auf der Basis kollektiver Willensentscheide trotz Pluralität den Zusammenhalt garantiert. Einem Wertewandel Grenzen zu setzen sei Angelegenheit der Leitkultur eines Gemeinwesens. Doch diese Leitkultur würde in unserem Gemeinwesen durch die politische Korrektheit und die sogenannte öffentliche Meinung ersetzt.

Flaig fordert nun nicht etwa eine deutsche Leitkultur oder eine an jüdisch-christlichen Traditionen orientierte, sondern eine republikanische. Der Wille des Volkes könne sich nur durch Mitreden und Mitentscheiden verwirklichen. Ein Parteiensystem sei dazu nicht in der Lage, weil es dazu tendieren würde, das Volk als Souverän in lauter Interessensgruppen zu zerteilen.

Das republikanische Gemeinwesen braucht auch eine "Gedächtnispolitik", damit diese Werte nicht verlorengehen. Wer in "geschwätziger Ahnungslosigkeit" über die christlich-jüdische Leitkultur in Europa redet, der benutze damit einen Kampfbegriff, der sich frontal gegen die Aufklärung richten würde, so Flaig. Europa könne man nicht auf Religionen aufbauen. Wer das versuche, der riskiere in Deutschland eine "zerbröselnde Souveränität und eine Libanisierung der Bundesrepublik". Man könne die Anfänge dafür bereits sehen.

Europa könne nur auf der antiken republikanischen Kultur aufgebaut werden. Flaig beschreibt dazu "12 Landmarken". Europa würde seine politische Identität einem griechischen Gründungsakt verdanken. Dieser vollzog sich vor mehr als 2600 Jahren als ein Prozess den man "solonische Reformen" nennt. Darauf müsse man sich in Europa zurückbesinnen. Anderenfalls drohe ein Scheitern mit verheerenden Konsequenzen.

"Es hilft uns nichts, wenn wir Weltbürger werden, wenn in dieser Welt die Rechte und der Raum des Bürgers verlorengehen."

Flaigs Buch hilft enorm dabei, Klarheit über die gegenwärtig ablaufenden Prozesse in Europa zu gewinnen. Da es sich um einen wissenschaftlichen Beitrag zur politischen Philosophie handelt, der auch in einer entsprechenden Sprache verfasst wurde, wird es dieser Text vielleicht nicht zu einem Bestsellerstatus bringen. Bei seiner politischen Brisanz hätte er es jedoch zweifellos verdient.
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am 1. Juni 2014
"Gegen den Strom" ist vor allem ein Plädoyer für die Republik. Egon Flaig erklärt in seinem Buch meist gut verständlich die Grundlagen einer Republik. Diese sieht er aktuell in Gefahr, und es ist dem Autor hoch anzurechnen, daß er diese Gefahren mit klarer Sprache benennt:

1. eine "öffentliche Meinung", die sich mit der sogenannten "political correctness" verbunden habe und einer echten autonomen Meinungsbildung der Bürger entgegenstehe

2. der Scharia-Islam

3. die EU

Wer Akif Pirinccis Buch "Deutschland von Sinnen" gelesen hat und sich eine philosophisch Fundierung wünscht, sollte unbedingt zugreifen, denn anders als Pirincci beschränkt sich Egon Flaig nicht auf polemische Angriffe. Er entwickelt auch einen positiven Gegenentwurf, nämlich das Modell einer Republik, die vom freien, partizipierenden Bürger ausgeht. "Gegen den Strom" ist daher sowohl inhaltlich als auch sprachlich ein Genuß.

P.S. Erfreulicherweise wird "Gegen den Strom" in bewährter Rechtschreibung (daß, muß ...) veröffentlicht.
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am 20. April 2015
Es war ein ausgesprochenes Vergnügen dieses brillante Essay zu lesen. In sehr guter, präziser Sprache, bestechend klarer Argumentation, liefert der Autor für die drängenden gesellschaftlichen und kulturellen Fragen, die in der Zusammenfassung angerissen sind, Begriffsklärungen, eine weitreichende historische Perspektive und dadurch eine klare Positionierung. Polemik findet sich nur vereinzelt und dort im bestem Sinne zur Klärung der Standpunkte. Der Autor bezieht klar Stellung, aber stets getragene von grundsätzlichen Überzeugungen, die er offen legt und aus der Geistesgeschichte des Westens herleitet. Erhellend und bereichernd. Ein dringend benötigte Stimme, der ich viel Gehör wünsche.
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am 24. Mai 2014
mit diesen drei Worten lässt sich in Kurzform das Werk des Historikers beschreiben. Der Autor vereint historische Fakten,
Erklärungen und aktuelle Geschehnisse zu einem Erkenntnisbild unserer Gegenwart, das sich jeder am politischen
Geschehen Interessierte herunterladen oder in den Bücherschrank stellen sollte. Flaig schreibt spannend und verständlich, ohne den "roten Faden" zu verlieren.
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am 21. September 2015
Erstmal eingelesen entfalten sich Zusammenhänge und Schönheiten europäischer Kultur; gutes Rüstzeug und Balsam in der gegenwärtigen Standortdiskussion gegenüber dem Islam.
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