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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gott hat Afrika verlassen
Es war absulut schockierent was ich in diesen Buch erfuhr. Wie die Menschen von der UNO veraten wurden, von einer Organisation die nach dem 2.Weltkrieg gegründet wurde um so etwas zu verhindern. Ich möchte nicht all zu ins Detail gehen, aber wenn mann sich für die Geschichte dieses Genozids interessiert gibt es meiner Ansicht nur zwei zuverlässiche...
Veröffentlicht am 26. Juni 2008 von Familie Vader

versus
2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wichtiger Stoff, aber zäh geschrieben
Zweifellos ein wichtiges Buch, das geschrieben werden musste.

Für die Lese-Faszination sollte man allerdings sehr grosses Interesse an der Materie mitbringen, ich habe das Buch leider nach der Hälfte entgültig wieder ins Regal gestellt.

Die Schilderungen sind naturgemäss nicht in eine erzählende Geschichte mit Spannungsbogen...
Veröffentlicht am 5. Januar 2012 von Candide


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gott hat Afrika verlassen, 26. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Es war absulut schockierent was ich in diesen Buch erfuhr. Wie die Menschen von der UNO veraten wurden, von einer Organisation die nach dem 2.Weltkrieg gegründet wurde um so etwas zu verhindern. Ich möchte nicht all zu ins Detail gehen, aber wenn mann sich für die Geschichte dieses Genozids interessiert gibt es meiner Ansicht nur zwei zuverlässiche Bücher: 1. das von Romeo Dallaire und 2. von Paul Rusesabagina. Den nur der da war und dieses Grauen überlebt hat kann davon berichten. Zum Schluß noch ein Zitat von R.Dallaire:"...des Leids, der Verstümmelung, der Vergewaltigung und des Mords an 800.000 Ruander. Dieses Drama konnte nur mit Hilfe der Mitgliedsnationen des bloß scheinbar unparteiischen Weltgremiums namens UNO vollziehen. Geführt von den USA, Frankreich und Großbritannien, unterstützte und ermutigte die UNO letztlich den Völkermord in Ruanda. Kein Geld, das sie je spenden, keine Hilfe, die sie je aufbringen wird, kann ihre Hände vom ruandischen Blut reinwaschen." Dem ist nichts hinzu zu fügen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 15. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Ein erschütterndes Buch über den Völkermord in Ruanda 1994 , geschrieben von dem kommandierenden kanadischen Befehlshaber der UN-Truppen. Erschütternd, weil die Lektorin Selbstmord begeht und der Autor zwei Suizidversuche unternimmt. Erschütternd, weil so eine Gemetzel am Ende des 20. Jahrhunderts, ähnlich wie der Krieg in Jugoslawien, zuvor als undenkbar galt, nach den Ereignissen der Shoah. Das Buch ist zunächst nüchtern in der Sprache des Militärs geschrieben. Je mehr das Geschehen voranschreitet, desto emotionaler und verzweifelter wird der Bericht. Wer je geglaubt hat, dass es eine UN-Mission organisiert und planvoll verläuft, wird eines Besseren belehrt. Da werden 50 Panzerwagen angefordert, geliefert aber nur 8, davon sind dann 5 kaputt und mit einer unverständlichen russischen Gebrauchsanweisung versehen. Man mag der Vorstellung des Autors folgen oder nicht, dass ein größeres Truppenkontingent den Völkermord verhindert hätte, aber man bleibt fassungslos bei dem geschilderten Grauen. War die Shoah einzigartig wegen des industriell abgewickelten Mordens, so ist der Völkermord in Ruanda einzigartig wegen des Umfangs, in dem eine Bevölkerungsgruppe so vollständig in den Mord einer anderen Bevölkerungsgruppe einbezogen wurde. Wobei nicht nur Tutsi durch Hutu, sondern auch gemäßigte Hutu durch radikale Hutu ermordet wurden. Nicht nur Soldaten oder Milizen mordeten, sondern Kinder auch Kinder oder Mütter mit Babys auf dem Rücken Mütter mit Babys auf dem Rücken. Erklärungsmuster bietet Dallaire nur wenig an. Da sei auf das Buch - Kollaps- von Diamond verwiesen der eine ökologische Deutung anbietet. Sehr kritisch beleuchtet Dallaire die Rolle Frankreichs und der USA. In vielen Darstellungen wird deren spätes Eingreifen als humanitäre Grosstat gewürdigt, aber sie hat den Krieg verlängert und ihn in den Kongo für viele Jahre getragen. Auch räumt DALLAIRE auf mit der Vorstellung, dass es ich bei dem geschehen in Ruanda um einen archaischen Stammeskrieg handele. Die Unterscheidung zwischen Tutsi und Hutu ist dem modernen Rassismus entsprungen, den zunächst die deutsche Kolonialverwaltung in Ostafrika und dann die Belgier verbreitet haben. Die Hetze gegen einen Teil der Bevölkerung wurde systematisch und mit modernen Mitteln, wie die des Rundfunks verbreitet. Kritisch beleuchtet DALLAIRE auch die Rolle der Tutsirebellen, die dem Völkermord an ihren eigenen Leuten aus taktischen Gründen des Machterhalts zu wenig entgegentraten. Das Buch ist sehr dick und hat manchmal etwas zu ausufernd die organisatorische Probleme der Mission beschrieben, aber das unterstreicht geradezu noch den Eindruck der Hilflosigkeit gegenüber dem Schrecken.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend und tragisch, 13. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
General a.D Roméo Dallaire schildert seine Dienstzeit für UNAMIR in Ruanda mit eindringlichen Worten, die zur Verzweiflung treiben. Nein, er zielt nicht darauf ab, den Lesern als Bürger der "Ersten Welt" ein schlechtes Gewissen für das gute Leben zu machen, welches sie hier führen. Es geht auch nicht darum, Hass auf die UNO als starres, in sich selbst uneiniges Konstrukt zu wecken. Doch um Hass geht es. Bis zu letzt. Den Hass verstehen und in Zukunft zu verhindern wissen, der Menschen dazu antreibt innerhalb von 100 Tagen 800.000 Mitbürger zu töten und die Stabilität einer ganzen Region bis heute zu erzittern. Hass erkennen, ihm entgegentreten und handeln. Sofort, angemessen und entschlossen, als Menschen der Tat und nicht der vielen Worte.

Die Erfahrungen, die General Dallaire machte, waren so dramatisch und z.T. unmenschlich, dass einem das geschriebene Wort heute noch Gänsehaut bereitet - nicht reißerisch und ohne soldatisches Pathos. Eine Empfehlung für all jene, die verstehen und nicht vergessen wollen. Nicht nur Ruanda.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswerter Tatsachenbericht, 14. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
General Dallaire erfährt kurzfristig von seinem geplanten Einsatz in Afrika. Nach kurzem Überlegen sagt er zu und übernimmt das Kommando über die noch zu schaffende UN-Mission für Ruanda (UNAMIR; United Nations Assistance Mission for Rwanda). Als Kommandeur eines bunt zusammengewürfelten Kontingents ist er täglich mit den Unwägbarkeiten der ruandischen Politik konfrontiert. Ruanda ist gebeutelt von einem zermürbenden Bürgerkrieg, tatsächlich jedoch kein Krieg zwischen den größten Bevölkerungsgruppen Hutu und Tutsi, sondern zwischen der ruandischen Regierung und einer Rebellenorganisation (RPF; Ruandische Patriotische Front).
Nachdem die RPF stetig Raum gewinnt und schon bald vor den Toren der Hauptstadt Kigali steht, eskaliert die Lage in den unübersichtlichen Stadtteilen. Durch extremistische Radiopropaganda angestachelt, beginnen Bürgermilizen, Sicherheitskräfte und das Militär eine gnadenlose Jagd auf alle Tutsi. Hierbei machen sie sich die von den belgischen Kolonialherren eingeführten Ausweise zunutze und massakrieren Tausende von Bürgern. Die Gewalt ist dermaßen zügellos, dass es den erfahrenen Militärs permanent in den Fingern juckt, durch den fehlenden Handlungswillen der UNO sind ihnen aber die Hände gebunden. Die internationalen Verstrickungen und Rivalitäten innerhalb der UNO verhindern desweiteren ein wirksames und zielgerichtetes Vorgehen gegen die extremistischen Kräfte im Land. Am Ende des Konflikts haben über eine Million Ruander ihr Leben gelassen ...

Bei Handschlag mit dem Teufel" handelt es sich weniger um eine Biografie, sondern eher um eine Art Dienst-Tagebuch. Man kann den Ausführungen von Dallaire sehr bequem folgen, da es ihm gelingt die groben Zusammenhänge der ruandischen Politik, aber auch das Mikromanagement der UNO auf ein verständliches Maß herunterzubrechen. Die im Text auftretenden Abkürzungen werden stets erklärt und wenn nötig hilft der Übersetzter mit erklärenden Fußnoten weiter.
Wie eingangs erwähnt, kann das vorliegende Buch kein Sachbuch ersetzen, jedoch die bestehende Literatur ergänzen.
Ein gutes Drittel des Textes ist der Zeit vor dem Völkermord gewidmet und beleuchtet die komplexen politischen Verhältnisse in Ruanda. Es kann mitunter hilfreich sein, rudimentäre Vorkenntnisse zum Geschehen in Ruanda zu haben, um die vielfach sehr ausführlichen Schilderungen von Dallaire im Gesamtkontext als UN-Truppen-Kommandeur richtig einzuordnen. Aber auch ohne diese Kenntnisse sind die Schilderungen hinreichend aufrüttelnd und können dem Leser den Appetit gehörig verderben.

Das Buch umfasst 651 Seiten und beinhaltet neben den Tagebuchaufzeichnungen auch ein ausführliches Nachwort, Kommentare zur Lage damals und zur gegenwärtigen Situation in der Region, ein gut sortiertes Glossar und weiterführende Lektüreempfehlungen.

Mit diesem sehr umfangreichen Buch erhält der Leser für annähernd 25 Euro einen lesenswerten Tatsachenbericht, dem man nicht nachsagen kann, er wäre leicht verdaulich. Wer sich für den Genozid in Ruanda interessiert, sollte Handschlag mit dem Teufel" in seinem Regal stehen haben.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Handschlag mit dem Teufel?, 10. Juni 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Die vorliegende Darstellung des Genozids in Ruanda will dem Leser keine umfassende fachwissenschaftliche Analyse der Geschehnisse des Jahres 1994 geben, sie ist vielmehr so angelegt, dem Leser eine persönlichere und facettenreichere Sichtweise zu bieten und sticht damit eindeutig aus dem Kanon themengleicher Werke heraus. Der Autor selbst kritisiert an anderen Ausarbeitungen das Fehlen von Geräuschen, Gerüchen, Verheerungen und Szenen der Unmenschlichkeit (S. 11) und grenzt sich mit seiner Geschichte des Jahres 1994 bewusst von ihnen ab, ohne ihnen jedoch ihre fachliche Kompetenz und wichtige Rolle bei der Aufarbeitung abzusprechen. Schließlich hat man das beklemmende Gefühl, Dallaire, der als kanadischer Kommandeur der UNAMIR Mission (The United Nations Assistance Mission for Rwanda) in Ruanda von Oktober 1993 bis Oktober 1994 eingesetzt war, schafft dies an vielen Stellen des Buches auch. Für ihn ganz persönlich hat das Aufschreiben der schrecklichen Bilder eher einen verarbeitenden Charakter, denn letztlich musste er das Militär aufgrund dieser Erlebnisse aus psychischen Gründen verlassen. Dieser verarbeitende Charakter zeigt sich bei der Betrachtung seiner Quellengrundlage recht deutlich. Dallaire stützt sich bei der Beschreibung nahezu ausschließlich auf seine eigenen Erfahrungen und ergänzt diese an einigen Stellen mit offiziellen UN-Dokumenten (Bsp. S. 276) und persönlichen Nachrichten (Bsp. S. 288), aus denen er an geeigneter Stelle zitiert. Die kanadische Originalausgabe erschien erstmals 2003 unter dem Titel Shake Hands with the Devil" und liegt dem deutschen Leser als Übersetzung mittlerweile in der 2. Auflage vor.

Das Buch gliedert sich im Wesentlichen in 15 einzelne Kapitel, wobei Dallaire mit dem ersten Kapitel seine Person autobiografisch einführt und dem Leser klar wird, dass es sich bei Roméo Dallaire um einen exemplarischen Soldaten handelt, der ihm auferlegte Aufgaben mit all seiner Kraft und all seinem Können bewältigt. Kapitel zwei und drei befassen sich direkt mit den Vorbereitungen der Mission UNAMIR und dem Kennenlernen Ruandas. In Kapitel vier bis neun versucht Dallaire dem Leser tagebuchartig einen Einblick in die Vorgeschichte des Genozids zu geben. Dies beginnt mit der Beschreibung der komplizierten militärischen Verhältnisse der Region, der Planung der UN-Truppenstärke und Erstellung eines Missionsplans (Kap. 4). Dallaire beschreibt dem Leser im folgenden Verlauf die einzelnen Phasen des Mandats (S. 119) und berichtet an mehreren Stellen des Buches über den unbegreifbaren UNO-Bürokratismus und die daraus resultierenden Schwierigkeiten (S. 132, 170, 204, 242 ff., 261), die seinem eigentlichen Ziel, der Umsetzung des Arusha Abkommens (Beschreibung des Abkommens, S. 167) und der Bildung einer Übergangsregierung, stets im Wege stehen.
Das zehnte Kapitel beinhaltet die Schilderung des eigentlichen Beginns des Völkermords mit dem Anschlag auf das Präsidentenflugzeug Juvénal Habyarimanas, der dabei ums Leben kommt. An der nicht enden wollenden Darstellung schrecklicher Ereignisse, die ihren Beginn an diesem Tag nehmen, wird deutlich, dass dieses Kapitel den Mittelpunkt des Buches bildet und gemeinsam mit dem elften Kapitel ein erschreckendes Bild des Völkermords und den gravierenden Schwierigkeiten der Mission UNAMIR zeichnet.
Letztlich berichtet er in einem weiteren Kapitel von der umstrittenen französischen Invasion Turquoise, die das Ziel hatte eine französisch-frankoafrikanische Koalitionstruppe nach Ruanda zu entsenden und im Interesse der Menschlichkeit den Völkermord zu beenden und humanitäre Hilfe zu leisten (Kap. 14). Dallaire, ein Gegner dieser Taktik, beschreibt weiterhin die Probleme, die sich beispielsweise in einer Flüchtlingswelle in die französische Schutzzone zeigten (S. 515). Des Weiteren widmet er das letzte Kapitel seines Buches dem viel zu späten Eingreifen der internationalen Gemeinschaft, die Hilfestellung erst in der Abschlussphase des Genozids gewährte (Kap. 15).
In seinem Kapitel Schlussbemerkung reflektiert Dallaire schließlich die Geschehnisse, Probleme und Unwägbarkeiten der Mission und versucht begründet Schuldige zu kategorisieren, wozu er in einer ersten Gruppe Ruanda selbst zählt und in einer zweiten Frankreich, was zu spät in den Konflikt eingegriffen und die Völkermörder beschützt hätte sowie die USA, die UNAMIR bagatellisiert hätten (S. 580). Seine eigene Schuld sieht er in seiner mangelnden Überzeugungskraft der UNO gegenüber (S. 581). Ebenfalls in der Schlussbemerkung versucht Dallaire auf mögliche Ursachen einzugehen. Da er diese jedoch mit den tagesaktuellen Terrorismuskampagnen vermengt, wirken seine weltverbesserischen Thesen hier wahrlich deplaziert (S. 587 f.).

Das Buch wird im weiteren Verlauf durch ein sehr umfangreiches Glossar abgerundet, welches die Arbeit mit dem Text wesentlich erleichtert und dem Leser einen schnellen Zugang zu militärischen Fachtermini, regional politischen Abkürzungen und einzelnen Personen gibt (S. 609 ff.). Die geografischen Karten der Region bilden ebenfalls eine lohnende Bereicherung des Buches und helfen dem Leser immer wieder einzelne Stationen der Beschreibung zu verorten (S. 20-22). Dieser übersichtliche Charakter des Buches wird durch eine umfangreiche persönliche Lektüreempfehlung gestützt, in der Dallaire einige Bücher für die vertiefende Erschließung einzelner Aspekte vorstellt (S. 631 ff.).
Dallaire beherrscht den prägnant auf den Punkt kommenden militärischen Schreibstil eines überzeugten Soldaten, der dem Leser nach kurzer Eingewöhnung keine Schwierigkeiten bereitet, ihn jedoch immer wieder mit erschreckend plastischen Bildern konfrontiert. Doch genau dies wollte Dallaire erreichen und erfüllt somit seine eigenen Erwartungen an dieses Buch. Der Leser gewinnt an Vorstellungskraft des Unfassbaren, was die Lektüre des Buches teilweise erschwert, da man stets mit der Aufarbeitung der Erkenntnisse zu kämpfen hat. Empfehlenswert ist das Buch für jeden thematisch Interessierten, der einen persönlichen Eindruck des Genozids in Ruanda erhalten will und keine fachlich komplexe Ausarbeitung erwartet, da es sich schließlich um Memoirenliteratur handelt. Auch wenn der gewonnene Eindruck der Geschehnisse durch die Beschreibung vieler Details an der einen oder anderen Stelle auszuufern droht und der Leser von der Komplexität übermannt wird, so schafft es Dallaire dennoch dem Leser einen faszinierenden Einblick in sein Leben und eine erschreckende Einsicht in seinen Beruf zu geben, womit der Handschlag mit dem Teufel für den Leser verständlich und Dallaires Glaube an einen Gott nachvollziehbar wird (S. 19).

Verfasser: Alexander Kottusch
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5.0 von 5 Sternen "HANDSCHLAG MIT DEM TEUFEL", 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
die zustellung klappte superschnell trotz vorweihnachtszeit. das buch ist so zwingend und packend. keine nette weihnachtslektüre. aber das sollte es auch nicht sein. wer nicht wegschauen und ohne manipulation etwas über diese schreckliche zeit und diese fürchterlichen ereignisse in diesem land ruanda erfahren will, wird das buch nicht mehr aus der hand legen und danach nicht nur mehr wissen.

herzlichen gruß, marika tanz aus berlin.
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5.0 von 5 Sternen Ein trauiges Zeugnis, 30. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch vor einem halben Jahr gelesen. Der Film "Hotel Ruanda" hat in mir Interesse an diesem trauigem Kapitel der 90iger Jahre geweckt. Nachdem ich ein wenig durch das Netz geklickt habe, bin ich auf diese Buch gestoßen, hab es mir gekauft und war geschockt.

Einmal wurde Dallair von einem Journalisten gefragt, wie er denn noch an Gott glauben könne, er antwortet darauf, weil er den Teufel gesehen hat (*)...
... und diesen Teufel bringt er zumindest ein wenig auch zu uns.
Es ist kein schönes Buch, aber es erzählt die Geschichte eines Mannes, der mit wenigen Mitteln versucht, eine Katastrophe zu verhindern und dabei von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen wird.
Ich denke das dieses Buch, auch wenn der Konflikt schon fast 20 Jahre her ist, immnoch aktuell ist.

(*)Das exakte Zitat kann man im Buch nachlesen, doch habe ich es leider gerade nicht zur Hand.
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2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wichtiger Stoff, aber zäh geschrieben, 5. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Zweifellos ein wichtiges Buch, das geschrieben werden musste.

Für die Lese-Faszination sollte man allerdings sehr grosses Interesse an der Materie mitbringen, ich habe das Buch leider nach der Hälfte entgültig wieder ins Regal gestellt.

Die Schilderungen sind naturgemäss nicht in eine erzählende Geschichte mit Spannungsbogen eingebunden, also ein schlichter Tatsachenbericht. Hinzu kommt, dass die vielen beteiligten Personen eben nicht wie in einem Roman charakterisiert und ausgeschmückt werden, sondern einfach namentlich mit Funktion und ggf. Gruppenzugehörigkeit auftauchen. Irgendwann tut man sich schwer auseinanderzuhalten, wer wer ist und wofür er steht, es sei dann man legt sich vielleicht eine kleine Merkliste an.

Auch sind politische Zusammenhänge der Handlungen einzelner Personen sehr wenig erläutert oder gedeutet, das ist sicher dem sachlichen Stil geschuldet, aber es gehört doch einiges an Wissen, Kombinatorik und Fantasie dazu, wenn man den Faden hier nicht verlieren will und z.B. als Leser selbst erfassen muss, warum etwa der U.N. Funktionär nun dieses oder jenes entscheidet und ob er dabei korrupt handelt.

In diesem Fall muss ich leider sagen, dass mir z.B. der Film "Hotel Ruanda" mit Don Cheadle das Thema viel besser aufgeschlüsselt hat, als dieses Buch von Dallaire.
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1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Buch, 14. Mai 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Super Buch welches den Glauben an die Menschlichkeit in ein ganz anderes Licht rückt.
Eine SUPER Erzählung, der man zu jeder Zeit folgen kann, Mitgefühl und mit den Betroffenen mitfühlen, sich in genau diese Situation versetzt fühlen, Gänsehaut bekommen, ...

Dieses Buch bietet das ohne Ende

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Handschlag mit dem Teufel: Die Mitschuld der Weltgemeinschaft am Völkermord in Ruanda
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