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Kundenrezensionen

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am 6. August 2008
Viel Handlung wird man bei Stewart O'Nan nie wirklich finden, Speed Queen ist da eher die Ausnahme. Die absolute Stärke seiner Romane und Erzählungen ist seine Beobachtungsgabe, eine bewusst reduzierte, bzw. unspektakuläre Prosa.
So auch "Letzte Nacht". Ein wirklich perfektes Prosabild, ich habe dieses Buch, ein Roman ist es nicht, eine Novelle auch nicht, Stewart O'Nan verzichtet auf eine nähere Bezeichnung, wie ein "im Moment des Betrachtens zum Leben erwachendes Nature Morte empfunden". Es sind die kleinen Dinge, die so faszinieren, Blicke, Gesten, zwischenmenschliche Spannungen, Tristesse und eine große Menschlichkeit, die aus jeder Zeile dieses kleinen Prosajuwels funkelt.
Der letzte Tag im Red Lobster kurz vor Weihnachten, bevor es für immer geschlossen wird. Der Chef Manny, seine Mitarbeiter, von denen er nur wenige zu seiner neuen Arbeitsstätte mitnehmen kann, aber auch die Gäste dieses besonderen Tages, "gerade heute muss alles perfekt sein" und das Wetter, dichter Schneefall und Verwehungen, nur wenige Gäste verirren sich ins Red Lobster. Persönliche Spannungen, verlorene Liebe, Entscheidungen fürs Leben, die Suche nach dem Weihnachtsgeschenk für die schwangere Freundin, während man sich von einer verflossenen Leidenschaft zu lösen versucht. Wer kommt an diesem letzten Tag noch zur Arbeit, wer kommt nicht, wieso erscheint man, wenn man eigentlich nicht müsste?
Stewart O'Nans sympathisch unspektakuläre Helden, bzw. Protagonisten, sind Menschen wie Du und ich, sie machen uns bekannte Fehler, sie treffen uns bekannte Entscheidungen, sie haben Wünsche und Hoffnungen wie wir, sie könnten unser Nachbar, die Kellnerin im Stammbeisel (bzw. Stammkneipe), der Tankwart unseres Vertrauens, oder unser Postbote sein.
Ein Buch, das sich einfach lesen lässt, das den Leser nicht mehr loslässt, ein Buch, dessen wahre Schönheit wir erst zur Gänze wahrnehmen, wenn wir das Buch nach den 157 Seiten zuklappen, in dem Augenblick, in dem Stewart O'Nans winterliches Nature Morte wieder erstarrt.
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am 2. März 2008
Manny, der Geschäftsführer einer Restaurant-Filiale, wird an diesem kalten Wintertag alle Dinge zum letzten Mal erledigen. Für ihn und seine Angestellten ist es der letzte Arbeitstag, bevor das Restaurant schließt. Die meisten von ihnen, werden danach arbeitslos sein. Manny selbst und vier seiner Kollegen haben bereits einen neuen Job. Wehmut liegt in der Luft, egal ob in der Küche, wo die Köche zum letzten Mal ihre Fisch-Spezialitäten zubereiten, oder bei den Serviererinnen, die auch heute ihre Gäste so zuvorkommend bedienen, als gäbe es ein nächstes Mal. Alles läuft wie immer, und doch ist alles anders. Denn mit dem Ende ihrer Arbeit, enden auch die Beziehungen der Angestellten untereinander. So weiß Manny, dass seine heimliche Affäre mit der Bedingung Jacquie mit dem Ende dieses Tages ebenfalls zu Ende sein wird. Abschiednehmen, das ist das Thema dieses Buches, alle müssen die Melancholie ertragen, die sich über jeden Satz und jeden Handgriff legt, wie eine Staubschicht. Diese Atmosphäre vermittelt O'Nan hervorragend, und so hinterlassen ein paar Stunden in einem kleinen Restaurant einen großen traurigen Eindruck beim Leser.
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am 29. Oktober 2007
Stewart O Nan gehört zu den Autoren, die selten im Rampenlicht und fast genauso selten zu den Bestseller-Gästen gehören. Das ist schade - einerseits. Andererseits dürfen sich alle Leser dieses US-Amerikaners freuen, zu der wachsenden Schar derer gehören, die ihn für sich entdeckt haben. O Nan ist vielen durch die "Speed Queen" ein Begriff geworden; spätesten mit "Halloween" hätte ihm eigentlich der Durchbruch gelingen müssen.

Nun legt er mit "Letzte Nacht" einen schmalen Band vor, der ausnahmsweise nicht bei Rowohlt, sondern bei Mare erscheint. Der Aufmachung tut das durchaus gut, denn der feine Verlag hat sich Mühe gegeben, den - das sei vorweg genommen - tollen Roman in angemessener Aufmachung anzubieten.

Erzählt wird die "letzte Nacht" einer Lobster-Filiale. Dabei geht es zwar oberflächlich um ein Restaurant, viel wichtiger aber sind die Porträts, die O Nan von seinen Charakteren zeichnet. Im Mittelpunkt steht der Filial-Leiter, der in einem spannenden Beziehungsnetz zu seinen Angestellten steht und zumindest in einem Fall auch tief im Herzen berührt ist von dem, was um ihn herum passiert. "Seinem" Lobster steht das Aus unmittelbar bevor, und was alles passiert an diesem finalen Tag, das beschreibt O Nan mit einer solchen Souveränität, dass es einem beim Lesen zuweilen den Atem verschlägt.

Dieses Buch muss man einfach lesen, wenn man a) Lust hat auf eine Neuentdeckung; oder b) sowieso Fan von O Nan und seinem Schaffen ist oder c) sich einfach auf eine gute Geschichte in hervorragendem Stil einlassen mag. Auch bei diesem Buch aus der Feder dieses Autors gilt: Die Vorfreude auf das nächste Werk beginnt schon beim Lesen!
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am 13. Februar 2008
Stewart O'Nan ist der Meister der kurzen Form. Wie bei einer Novelle beschränkt er seine Geschichte in Letzte Nacht auf einen Ort, auf einen Tag, auf eine Handvoll Menschen, die im Übergang leben. Das Red Lobster schließt eine seiner Filialen, obwohl zumindest dem Geschäftsführer Manny nicht ganz klar ist, warum. So schlecht waren die Zahlen nicht. Einige seiner Mitarbeiter werden übernommen, für andere ist es der letzte Arbeitstag. Ein Bus Chinesen, denen übel ist, zwei eingeschlagene Windschutzscheiben, ein unartiges Kind und eine ausgestandene Affäre zwischen Manny und einer Angestellten: vielmehr passiert nicht. Und doch wird von dem ganzen Abenteuer erzählt, das die Menschheit abseits der Fernsehgeräte und Werbeversprechungen ausmacht. O’Nan gelingt es meisterhaft, in seinem kleinen Kosmos die Welt zu spiegeln. Seine Menschen funktionieren, obwohl draußen die Stadt im Schnee versinkt, sie warten auf Gäste, bedienen sie, schlagen sich mit eigenen Hoffnungen und Enttäuschungen herum und lassen keinen Zweifel daran, dass es nächste Woche, nächstes Jahr, an einem anderen Ort, in anderer Zusammensetzung nicht genauso ist. Der Held Manny macht sich selbst, als er wehmütig das Restaurant verläßt, noch Gedanken darüber, ob er alles zur Zufriedenheit seines Arbeitgebers erledigt, ob er nicht etwas abzuschalten vergessen hat. Währenddessen schwimmen die Lobster, die er zu viel bestellt hat, mit zugebundenen Scheren im Aquarium. Ein Bild, das auf die Menschen in dieser beeindruckenden Geschichte paßt. Die Lobster werden wohl in einer anderen Filiale verzehrt werden. Und Manny und seine Crew nie merken, dass ihre Scheren längst außer Gefecht gesetzt wurden.
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am 9. Dezember 2008
"Die letzte Nacht" ist ein wunderschönes, sehr anrührendes Buch. Es erzählt von der letzten Nacht eines Restaurants, das aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen werden muss. Geschichte klingt simpel, ist aber so liebevoll erzählt, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Es ist eine Hommage an alle Kellner und Kellnerinnen. Wohl kaum jemand, der dieses Buch gelesen hat, wird je wieder quengeln, wenn es mit dem Essen nicht schnell genug geht. Oder gar versäumen Trinkgeld zu geben... LESEN!
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am 2. Juli 2013
Ein verschneiter Winterabend im Kettenrestaurant "Red Lobster" in einem Einkaufszentrum in den USA, und zwar der 20.12., der letzte Abend vor der Schließung der Filiale. Wir begleiten den Geschäftsführer Manny, 35 J., und einige seiner Angestellten durch diese letzte Nacht. O'Nan beschreibt die Tätigkeiten, die im Service anfallen, putzen, kellner, kochen, Schnee fegen - und nebenbei erfährt man so einige über die Bezieungen, die zwischen den Leuten bestehen. Es ist ein leiser, ruhig erzählter Roman, die Athmospäre wird sehr schön eingefangen an diesem Winterabend, sehr melancholisch. Es war mein erstes Buch von O'Nan, aber es werden noch mehr folgen.
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am 26. Dezember 2007
.. und der zugehörige letzte Abend von Manny als Betreiber des Restaurants "Red Lobster" werden in diesem Buch beschrieben. Angefangen von der ersten Seite, auf der Manny noch eine Weile in seinem Auto sitzt und durchatmet, bevor er sich dem Unvermeidlichen stellt, über die unterschwellige Hilflosigkeit, als nur ein Bruchteil seiner Mitarbeiter zur letzten Schicht erscheint bis hin zu den letzten Gästen, die nicht einmal etwas essen wollen, fühlt der Leser mit Manny und seinem zerstörten Lebenstraum. Und dennoch scheint auf jeder Seite durch, dass der Anstand, mit dem Manny den letzten Abend hinter sich bringen will, letztlich nicht unbegründet ist. Großes Kino.
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am 9. Februar 2016
Eine Zeitungsrezension hatte mich seinerzeit neugierig gemacht auf den Mann, den Stephen King als einen seiner besten Freunde bezeichnet. Eine ungewöhnliche Freundschaft, denn anders als sein berühmter Kollege arbeitet sich O’Nan akribisch an der realen Alltagswelt ab und setzt nicht auf Spannung, sondern auf feine Charakterzeichnungen. Die Personen, denen er sich widmet, werden oft durch besondere Ereignisse aus ihrer gewohnten Gefühlswelt herausgerissen, sei es durch den Verlust eines Menschen (Alle, alle lieben dich) oder des Arbeitsplatzes wie in „Letzte Nacht“.

Manny führt eine Filiale der „Red Lobster“ Restaurantkette. Der Standort ist rentabel und wird dennoch geschlossen. Zu verstehen ist das nicht, weder von Manny, noch den Stammgästen und erst recht nicht von den übrigen Angestellten. Eine Handvoll von ihnen durfte Manny benennen; diese werden wie er auf andere Niederlassungen verteilt. Der Rest muss gehen. So ist das in den USA. Mit Beginn der letzten Schicht zieht ein Schneesturm heran, der Verkehr auf dem nahegelegenem Highway fließt nur spärlich. Viel Kundschaft ist an einem solchen Tag nicht zu erwarten aber Manny will in Würde den Schlüssel herumdrehen und erwartet noch einmal das Beste von jedem einzelnen. Einige seiner Angestellten sind erst gar nicht mehr zum Dienst erschienen, andere gehen frühzeitig, um vor dem Unwetter zuhause zu sein. „Letzte Nacht“ entfaltet sich als intimes Kammerstück um die verbleibende Rumpfbesetzung.

Allen voran Manny, der als Paradebeispiel verinnerlichter Unternehmensphilosophie auch in den letzten Stunden seinen Gästen den gewohnten Service bieten möchte. Er muss dazu keinen Gehorsam erzwingen. Ihm folgt man, weil er so ist, wie er ist – ein grundanständiger Kerl, der zuhört und versteht und sich selber zerreißt. Kein böses Wort kommt über seine Lippen. Weder über die unsichtbare Konzernspitze noch über den Barkeeper, der die Gunst der Stunde nutzt und einige Flaschen mitgehen lässt. Mit einem kaum zu begreifenden Sanftmut führt er das Restaurant, als ginge es morgen weiter und als würde er nicht zum einfachen Angestellten degradiert werden.

Seitenlang beschreibt O’Nan jeden einzelnen Handgriff, seziert die Arbeitsabläufe und die Eigenarten der Systemgastronomie bis ins Kleinste. Das ist kein Lesevergnügen, das wird beinahe selbst zur Arbeit. Aber er verharrt nicht in dieser Dokumentation, sondern zeigt die kleinen Abweichungen und Ausbrüche von dieser Routine als das wirklich Ereignishafte an diesem Tag. Es findet kein Aufbegehren statt, aber man spürt den Anwesenden an, wie gerne sie es täten und wie sie nur Manny zuliebe darauf verzichten und sich mit ihren Gefühlen still abfinden. Extrem nah und einfühlsam entwirft O’Nan das Bild jedes Einzelnen, grenzt es voneinander ab und verleiht ihm eine Tiefe, die angesichts des geringen Umfangs außergewöhnlich ist. Das sind keine Stereotypen, sondern Menschen die Angst um ihre Existenz haben und von O’Nan mit einer Liebe und Achtung gezeichnet werden, die ihnen zusteht.

In einem größeren Kontext betrachtet wirft „Letzte Nacht“ ein erschreckend ungeschminktes Bild auf die Ohnmacht der „Lower Working Class“ in den USA – ohne qualifizierte Ausbildung ausgestattet bleiben die meisten von der Willkür des Arbeitgebers abhängig. Der Verlust des Arbeitsplatzes gefährdet damit auch gleichzeitig die eigene Existenz. Wie sich ein Mensch fühlt, der am Rande des Abgrunds steht und in eine unsichere Zukunft blicken muss, das zeigt „Letzte Nacht“.

„Letzte Nacht“ ist ein Krisenroman vor der erst noch anrollenden Wirtschaftskrise und von O’Nan so geschrieben, wie es vielleicht nur einer aus dem niedergangserprobten Pittsburgh schreiben kann – schicksalsergeben, würdevoll und unaufgeregt. Doch es sind beileibe nicht nur die nahe gehenden Einzelschicksale, die im Gedächtnis haften bleiben. O’Nan ist ein Meister der Atmosphäre. Wie der Schnee nach und nach den Verkehr lahmlegt und neben den Geräuschen auch die Emotionen dämpft bis nur noch eine sanfte Traurigkeit verbleibt, ist unglaublich eindrücklich geschrieben und macht dieses dünne Buch zu etwas Besonderem.
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VINE-PRODUKTTESTERam 29. November 2009
Für mich eines der schönsten Bücher des Jahres.Die Geschichte wird aus Sicht des Restaurantchefs Manny erzählt,dessen Lokal einer Restaurantkette zum letzten Mal geöffnet ist,es ist für die Firma unrentabel geworden.Es ist kurz vor Weihnachten,es schneit stark.
Manny will wie immer alles perfekt machen,ein Dutzend Angestellte sind auch zur letzten Schicht gekommen.Der Alltag im Restaurant wird geschildert,recht unspektakulär,es passiert nichts Sensationelles,keine spannenden Vorkommnisse und kein knalliges Ende.
Aber wie die Geschichte erzählt wird,finde ich genial.Ich war quasi mittendrin dabei,spürte die Hektik im Hauptbetrieb,den Stress der Mitarbeiter,die Animositäten untereinander,für mich eine wunderbare klare Sprache.Ich hab im Studium 5 Jahre in ner Kneipe gearbeitet,das Buch hat es geschafft,alte Erinnerungen in mir wieder aufzuwecken.
Und die kleinen Vorkommnisse sind für mich genial.Z.B.merkt Manny,dass seine Jacke aufgeschlitzt wurde,nur ein Angestellter,der schon gegangen war,konnte es gewesen sein.Er beruhigt sich,weil er sicher ist,dass seine Jacke mit der des Kochs verwechselt wurde,da dieser den Mitarbeiter manchmal drangsaliert hat,und er,Manny,ist doch DER Vorgesetzte,für alle da,immer hilfsbereit und fürsorglich gegenüber seinem Personal.Und später sieht er,dass die Jacke des Kochs genauso beschädigt wurde....
Die Geschichte lässt auf ähnliche Weise einige Einschätzungen in Rauch aufgehen,und es geht alles nahe,weil alle Personen als ganz normale Durchschnittsmenschen gezeichnet sind,alle kommen einem bekannt vor,auch ihr Verhalten.
Ich kann das Buch nur Jedem ans Herz legen,es ist an einem ruhigen Winterabend gelesen,hinterlässt trotz oder sogar wegen dem felhlenden Zuckergussende einen positiven und herzerwärmenden Eindruck
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am 3. August 2009
Vier Tage vor Weihnachten öffnet Manny DeLeon zum letzten Mal vor der endgültigen Schließung die Filiale der Red-Lobster-Restaurantkette. Die melancholische Eröffnungsszene, in der er alle Maschinen und Geräte überprüft, immer im Bewusstsein, dieses Ritual zum letzten Mal durchzuführen, gibt die Grundstimmung des Buches vor.
Manny ist ein guter Filialleiter, er liebt seine Arbeit und befolgt die Anweisungen der Zentrale. Die meisten Mitarbeiter sind an diesem Tag nicht mehr zur Arbeit erschienen und von denen, die gekommen sind, werden noch einige vor Ablauf ihrer Schicht verschwinden.
Manny tut alles, um einen geregelten Ablauf zu sichern, so als handele es sich um einen ganz gewöhnlichen Tag. Vor dem Lokal herrscht ein Schneesturm, dem sich ohnehin niemand freiwillig aussetzen würde, und so sind die letzten Gäste eine Busladung chinesischer Touristen, die sich beim Muschelessen in einem anderen Restaurant den Magen verdorben haben und nur die Toilette benutzen möchten. Trotzdem wird der Abend nicht langweilig. Alte Feindschaften, interne Streitereien und Eifersüchteleien, kleine Racheakte, Liebeskummer und ein Stromausfall halten die Besetzung des Red Lobster auf Trab, ebenso wie diebische Großmütter, zänkische Mütter mit ihren verzogenen Kindern, unzuverlässige Schneeräumdienste, Trinkgeldknauserer und Gutscheinfuchser. Manny bekommt alles unter die Nase gerieben und jahrelang gehütete Dinge werden gesagt. Er begegnet allem gleichmäßig freundlich und stoisch. Doch in dieser Nacht wird er auch ein ums andere Mal über seinen Schatten springen.
Als Film wäre Letzte Nacht einer jener bittersüßen Kleinstadtfilme, die mitten ins Herz treffen. Für die Verfilmung wünsche ich mir dann folgendes Ende: Die Kamera fährt sachte von den erleuchteten Fenstern rückwärts in die Dunkelheit, während die orchestrale Musik langsam verklingt und vom Einsatz eines Dylan-Songs abgelöst wird. Abspann.
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