Kundenrezensionen


12 Rezensionen
5 Sterne:
 (6)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:
 (3)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Einzige das bleibt
Hab mir die CDs schon vor ein paar Monaten reingezogen und seitdem immer wieder gehört. Sogar eine antiquarische Ausgabe des Arthur Gordon Pym mit Illustrationen von Alfred Kubin hab ich mir wegen des Hörspiels angeschafft (verdammt, wieder zehn Euro weniger), obwohl im Haus meines Vaters irgendwo in einem Schrank noch mein Diogenes-Taschenbuch von 1988...
Veröffentlicht am 24. November 2006 von Inspektor Issel

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen engl. Titel: "The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket" (1838) - zwiespältige Geschichte
Den 16-jährigen Arthur Gordon Pym packt durch die Erzählungen seines zwei Jahre älteren Schulfreundes Augustus Barnard die Abenteuer- und Reiselust. Letzterer war schon einmal mit seinem Vater zum Walfang im Pazifik und weiss davon lebhaft zu berichten.

Zunächst macht Arthur mit seinem völlig betrunkenen Freund ohne jegliche...
Veröffentlicht am 22. September 2008 von Adam


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Einzige das bleibt, 24. November 2006
Hab mir die CDs schon vor ein paar Monaten reingezogen und seitdem immer wieder gehört. Sogar eine antiquarische Ausgabe des Arthur Gordon Pym mit Illustrationen von Alfred Kubin hab ich mir wegen des Hörspiels angeschafft (verdammt, wieder zehn Euro weniger), obwohl im Haus meines Vaters irgendwo in einem Schrank noch mein Diogenes-Taschenbuch von 1988 herumliegen muss.

Dabei mochte ich als Teenager diesen einzigen Roman Poes überhaupt nicht. Die Kurzgeschichten fand ich besser. Heute ist es umgekehrt. - Ich glaube, das hat damit zu tun, dass Poes Gruselgeschichten wirklich nur mehr was für Kinder sind (obwohl sie's zu seiner Zeit sicher nicht waren).

Das Besondere am "Arthur Gordon Pym" ist sicher der Schluss, der einfach abbricht. Wenn ich das Hörspiel höre und mir den Katarakt vorstelle, der den ganzen Horizont ausfüllt, erinnert mich das an psychedelische Visionen. Das Transzendente, die Barriere - das macht den Reiz aus. Die ganze Geschichte ist nur eine Vorbereitung auf die Fahrt in den Katarakt.

Das Hörspiel setzt das glänzend um. Die Kannibalismus-Szene ist natürlich nichts für gemütliches Einschlafen. Das einzige, was mich am Hörspiel stört, ist das Cover. Zunächst wusste ich gar nicht, was das weiße Ding auf dem Cover sein soll. Bis ich draufkam: Das soll der Katarakt sein. Sieht aus wie ein Wasserfall, der Illustrator hat den Roman sicher nicht gelesen. - Denn es ist eben kein Wasserfall, der da im Roman herunterstürzt, sondern ein "den ganzen Horizont" ausfüllender Katarakt von weißem Dampf, der von so großer Höhe herunterströmt, dass man den Gipfel gar nicht ausmachen kann.

So hat sich ein armes Schwein, das seine Verstoßung aus dem reichen Haus des Pflegevaters nie verwand und anschließend nur mehr auf Branntwein und Opium sein Dasein fristete, mit dieser Geschichte ein ewiges Denkmal gesetzt. Erstaunlich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schauerlich-Schrecklich-SCHÖN!, 22. Dezember 2004
Schauerlich-Schrecklich-SCHÖN!
Bei dieser Novelle Edgar Allan Poes aus dem Jahre 1838 handelt es sich um das sicherlich rätselhafteste Prosawerk des Autors. Es zog eine Vielzahl von Interpretationsversuchen nach sich. Besonders der überirdisch-endzeitlich wirkende Schluß des unvollendet erscheinenden Werkes diente als Nährboden für Spekulationen. Was zunächst wie ein spannender -aber nicht einmaliger- Reisebericht aus der Südsee anmutet, welcher sich später in die Breiten der Antarktis erstreckt, wird durch immer neue Motive, Zerrbilder und Schrecknisse zu einem Werk mit ganz eigener destruktiver Dynamik. Die Handlung wird vordergründig als subjektiver Bericht des Seemanns Pym ausgegeben, der kurz vor Vollendung dessen Niederschrift gestorben sein soll.
Die Erlebnisse sind aber vielmehr eine Parabel über die Verdorbenheit und Anfälligkeit zur Niedertracht menschlicher Existenz allgemein. Pyms Geschichte bricht gegen Ende in einem mystischen Durcheinander ab und Poe versichert im Nachwort zur Vollendung noch zwei bis drei Kapitel schreiben zu müssen. Obwohl der erste Teil bis zur Rettung der Schiffbrüchigen eine konventionelle Handlung zeigt, finden sich auch hier schon die individuellen Poeschen Motive mit denen er dem Leser (und jetzt auch Hörer) das Grauen erfahrbar macht (lebendig begrabener Mensch / Menschenfresserei / rassische Motive / Farbsymbolik). Die Handlung zeigt menschliches Verhalten in Extremsituationen und wird zum Spiegel für eine (damals wie heute) autoritätsgläubige Gesellschaft vermein
dlicher Gutmenschen. Beschreibungen der Fauna und Flora finden sich später sehr detailliert auch bei Jules Verne. Eine thematisch-symbolische Verwandtschaft zu Hermann Melvilles Moby Dick ist ebenso offensichtlich.
Dem im doppelten Sinne "ausgezeichneten" Team von Serotonin gelingt es bei diesem Hörspiel in vorbildlicher Art und Weise die Düsternis der Handlung in Klang- und Tonsequenzen umzusetzen. Die eindringliche Sprechleistung bis in die Nebenrollen hinein vermittelt den Eindruck wirklich selber an Bord des Seelenverkäufers vegitieren zu müssen. Poes Schrecken werden erfahrbar. Blinder Passagier zu Sein, über das Weiterleben eines Mitmenschen entscheiden zu müssen und die Hilflosigkeit gegenüber wilden Horden Eingeborener, als dies wird insbesondere durch die musikalischen Effekte (Jens-Uwe Bartholomäus) real. Ein Hörspiel für Erwachsene mit dem der hörverlag erneut Maßstäbe in einer oft wenig beachteten Kategorie des Genres setzt. Sehr empfehlenswert.!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hypnotische dunkle Seereise in das Verderben, 21. März 2014
Ein beeindruckendes Hörerlebnis, das den Atem anhalten läßt.
"Der Bericht des Arthur Gordon Pym" ist ein nervenaufreibendes Seeabenteuer allererster Güte.
Gleichzeitig eine unheilvolle Reise in die Finsternis, jenseits des Verstandes ,in unvorstellbares Grauen der Seele, in die Fremdheit seltsamer Mythen und Vorkommnisse. Ein Traumgespinst voller Rätselhaftigkeit.
Edgar Allan Poe's längste Erzählung böte auch soviel Stoff für einen grossen Kinofilm.
Insofern verwundert es, daß sich noch niemand ernsthaft mit dem Gedanken einer Leinwandadaption trug.
Um es nur einigermaßen filmisch adäquat umzusetzen ist das finstere Seemannsgarn auch tatsächlich an vielen Stellen zu unsagbar grauenhaft und entsetzlich. Wenn es David Lynch vielleicht einmal nach einem Ausflug auf das Meer gelüstete, wäre es vielleicht eine Option.
Da eignet sich Kopfkino schon besser und in hervorragender Weise läßt dieses Hörspiel die Höllenreise eines siebzehnjährigen blinden Passagiers, Arthur Gordon Pym vor unserem inneren Auge Wirklichkeit werden.
Die Abenteuergeschichte bietet soviele Facetten , soviel schillernde Fabulierkunst und tiefenpsychologische Neurosen, daß viele Kritiker "Pym" als Poes ausgereiftestes Werk ansehen.
Alle düsteren Visionen des Erzählers, seine dunklen Ängste, arabesken Halluzinationen finden sich hier in einem einzigen schillernden Schauerstück vereinigt.
Legendär ist auch der geniale Kniff der Erzählung gegen Ende, es handelt sich ja um gefundene Tagebuchaufzeichnungen, im Moment des grössten surrealen Schreckens einfach im Satz abzubrechen.
Die aufregende Verstörung, Unheimlichkeit und die Ahnung des Ungewissen die Poe damit bei Lesern und hier jetzt auch Hörern auslöst, ist grandios.
Er läßt uns im Rätsel, im Erspüren unbekanntem, unaussprechlichen Grauens alleine zurück.
In seinen Andeutungen eines geheimnisvollen Mysteriums aus der Vorgeschichte der Menschheit, einer seltsam überirdischen Kraft oder Wesenheit ist Poe auch als eine Inspirationsquelle eines späteren H.P.Lovecraft zu nennen.
Bei Erscheinen der Erzählung sorgte dies für so einen grossen Diskussionsstoff, daß sich Freund und Bewunderer Jules Verne mit dem offenen Ende nicht zufrieden gab und eine inoffizielle Fortsetzung , "Die Eissphinx" schrieb.
"Mein Name ist Arthur Gordon Pym aus Nantucket", so beginnt die zweistündige morbide Reise ins Übernatürliche, die einem zuweilen die Haare sträuben lassen wird.
Gordon Pym ist , wie soviele junge Protagonisten der klassischen Abenteuerliteratur fasziniert vom Meer, von der Weite und den unbekannten Abenteuern, die der glitzernde unendliche Horizont zu bieten hat.
Und wie ein Jim Hawkins auf der "Hispanola" oder ein Ismael auf der düsteren "Pequod" wird er sich unüberlegt auf eine gefährliche Reise begeben.
Eine Reise entsetzlicher, phantastischer , surrealer, als alle genannten literarischen Werke es je zu erzählen vermochten.
Sein ebenfalls leichtsinniger Freund Augustus versteckt ihn heimlich auf dem großen Walfangschiff seines Vaters.
Bei Auslaufen befindet sich Gordon Pym eingezwängt in einer winzigen dunklen Verschalung im Schiffsboden.
Unfähig sich aus eigener Kraft aus dem selbst erwählten Verlies zu befreien.
Augustus verspricht ihn mit Wasser und Nahrung zu versorgen.
"Als ich aus meine Träumen erwachte, war es tiefste Schwärze. Das Essen war verfault und kein Tropfen Wasser war mehr im Krug, wie unendlich lange musste ich geschlafen haben?"
Poe und diese Hörbuchadaption schildern die Ängste vor dem hilflosen Verdursten, dem hungrigen Delirium, der Angst die Arthur nun durchsteht nervenzerfetzend spannend.
Das hilflos Lebendig begraben sein; Poes schwärzestes eigenes Angsttrauma findet hier furchteinflößend seine Entsprechung.
Mittlerweile ,ohne daß er es in seinem Versteck bemerkte, ist das Schiff nach einem blutigen Aufstand in der Hand von Meuterern.
Was nun folgt ist eine Odyssee in das Grauen, eine Reise ins Herz der Finsternis.
In der ersten Hälfte des Hörspiels wird Gordon in schreckliche Lebensgefahr geraten.
Sturm, Schiffbruch, die Psyche kurz davor dem Wahnsinn anheimzufallen.
Grausam und blutrünstig erzählt Poe.
Auch vor Szenen von Kannibalismus schreckt er in nicht in seiner Geschichte zurück.
"Als wir uns an seinem Blut gestillt hatten, wurden Hände und Füsse abgetrennt und in die strudelnde See geworfen". Ein Nachtmahr, ein Inferno des Horrors, diese Schicksalsreise.
Schritt für Schritt gleitet die Erzählung in die Gefilde des Irrationalen ab.
Der geisterhaft vermoderte, leichenübersäte fliegende Holländer kreuzt den Weg der Unglücklichen.
In der zweiten Hälfte wird Gordon Pym , nun als Schiffbrüchiger gerettet die Reise zum Südpol antreten.
Unerforschte Gebiete, mörderische Eingeborene, dorthin wo bei den Ureinwohner die Farbe Weiß unendlich gefürchtet wird.
Gefährliche Hinterhalte, riesige Felsklüfte, die die Form von "titannischen", ägyptischen Buchstaben haben und dahinter das Niemandsland.
Wabernde psychedelische Traummetamorphosen. Vögel mit riesigem Gefieder, kryptische Katarakte aus Dampf und Nebel. Weiß ,die Farbe des Todes
"Gordon Pym" ist unsagbar packend und grandios ist hier die Umsetzung des Labels Serotonin gelungen.
Auf zwei Stunden wird die Geschichte, die doch im Original durch viele nautische Abschweifungen auch die ein oder andere Länge aufweist, reduziert , ohne das sie an Faszination einbüßt. Eine geniale Adaption.
Alle Sprecher überzeugen. Allen voran Heiner Heusinger als Erzähler.
Bedrohlich, dramatisch, dann wieder surreal die unheimliche Musik, die genau plaziert unglaublich die Atmosphäre mitbestimmt.
Dazu eine nicht zu überladene (wie man es des öfteren heute findet) sondern sehr präzise und treffsicher eingesetzte Geräuschkulisse.
So wirkt das Hörspiel niemals hektisch sondern atmet den nachhaltigen Spannungsaufbau epischer Erzählkraft.
Wenn sie das Licht löschen und lauschen wähnen Sie sich schon auf schwarzen Meereswellen, auf der Reise in das Ungewisse.
"... da plötzlich erhob sich vor unseren Augen eine gigantische weiße Gestalt.."
"..Ich habe es in den Berg geschnitten, meine Rache in den Staub des Felsens...."
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende, aber merkwürdige Abenteuergeschichte, 19. Oktober 2010
Mit der vorliegenden Erzählung lieferte Poe seine einzige Arbeit ab, die sich in Bezug auf Länge einem Roman annähert. Im Vergleich zu den arabesken, unheimlichen, pandämonischen Kurzgeschichten, für die der Autor weltberühmt ist, handelt es sich bei "Gordon Pym" um eine typische Abenteuerseegeschichte, wie sie gerne im 19. Jahrhundert erzählt wurde. Hierbei wird kein klassisches Motiv ausgelassen: Der blinde Passagier, die Meuterei, Sturm auf hoher See, Skorbut und Hungersnot, Kannibalismus, die seltsamen, unmenschlichen Eingeborenen. Poe schöpft aus seiner unendlichen Phantasie.
Wahrscheinlich wäre die Geschichte reiner Abenteueraufschnitt, käme nicht immer wieder Poes Abgründigkeit zum Tragen - so bei der Wiedergabe der Wahrnehmung infolge eines Deliriums, der Beschreibung einer wahrhaft grausigen Kannibalenszene und nicht zu guter Letzt dem merkwürdigen, unheimlichen Ende, an dem sich spätere Autoren des Unheimlichen, allen voran Lovecraft, nicht unerheblich bedient haben.
Ein interessantes Buch, aus heutiger Sicht gewiss mit einigen Längen und zuweilen einer gewissen Naivität behaftet und leider ohne die für Poe so bezeichnende psychologische Tiefe (der Schrecken des Unterbewussten) - aber immer noch absolut lesenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen engl. Titel: "The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket" (1838) - zwiespältige Geschichte, 22. September 2008
Den 16-jährigen Arthur Gordon Pym packt durch die Erzählungen seines zwei Jahre älteren Schulfreundes Augustus Barnard die Abenteuer- und Reiselust. Letzterer war schon einmal mit seinem Vater zum Walfang im Pazifik und weiss davon lebhaft zu berichten.

Zunächst macht Arthur mit seinem völlig betrunkenen Freund ohne jegliche Segelerfahrung bei Nacht einen Ausflug mit einem kleinen Segelboot, der beinahe in der Katastrophe endet. Augustus wird bewusstlos, Arthur weiss nicht wie man segelt, schließlich wird das kleine Boot von einem großen Walfänger übersegelt. Das Abenteuer endet jedoch glimpflich, Arthur und Augustus werden von der Besatzung des Walfängers aufgegriffen.

Beiden ist mit diesem Erlebnis die Lust nach Abenteuer jedoch nicht vergangen. Die beiden planen, auf dem Schiff von Augustus Vater, der "Grampus", mit auf Walfang zu gehen. Da das Arthur jedoch von seiner Familie nicht erlaubt wird, muss er als blinder Passagier an Bord geschmuggelt werden, wo er mit Vorräten versorgt im Kielraum des Schiffes ausharren soll, bis das Schiff weit genug von der Küste für eine Umkehr entfernt ist und ihn Augustus herausholt.

Es kommt anders als geplant. An Bord bricht bald nach Auslaufen des Schiffes eine Meuterei aus. Augustus kann Arthur zunächst weder mit Vorräten versorgen, noch kann er ihn aus seinem Versteck befreien. Arthur erleidet Qualen, Hunger, Durst, Atembeschwerden, schreckliche Träume - das Gefühl des Lebendig-begraben-seins und die Ungewissheit seines Schicksals und möglicher Rettung machen ihm das Ausharren zur Hölle.

Schließlich wird er doch von Augustus befreit. Zwischen den Meuterern gibt es mittlerweile Konflikte um das weitere Vorgehen, die Mannschaft des Schiffes dezimiert sich zusehens. Schließlich gelingt es Arthur und Augustus mit Hilfe des indianischen Halbbluts Peters das Kommando über das Schiff an sich zu reißen. Durch einen Sturm wird das Schiff maneuvrierunfähig und treibt auf dem Ozean dahin. Schließlich kentert es sogar. Die mittlerweile bis auf Arthur, Augustus, Peters und einen weiteren Mann geschrumpfte Besatzung erleidet Hunger und Durst. Es kommt zu Kannibalismus, der vierte Mann wird von den drei anderen nach einem Losentscheid verzehrt. Schließlich stirbt auch Augustus. Nur Arthur und Peters werden von einem Handelsschiff, der "Jane Guy" gerettet und aufgenommen.

Mit dieser geht es in antarktische Gewässer zur Robbenjagd, zum Handel und zur Erforschung der Südpolarregion. Zunächst werden einige bekannte Inseln angelaufen. Mit weiterem Vordringen gegen Süden wird es wieder wärmer. Schließlich begegnen sie auf einer Insel einem unbekannten Eingeborenenstamm, der sie zunächst freundlich aufnimmt und mit dem sie etwas Handel treiben.

Bald jedoch wird die gesamte Besatzung der "Jane Guy" bis auf Arthur und Peters von den Eingeborenen umgebracht und das Schiff angezündet. Arthur und Peters werden verschüttet, Arthur ist wie schon einmal lebendig begraben, die beiden erleiden Durst und Hunger. Schließlich gelingt es den beiden, sich zu befreien und mit einem Kanu aufs Meer zu fliehen. Sie fahren weiter gegen Süden, es wird wärmer, sie scheinen auf einen Wasserfall zuzusteuern, die Erzählung endet, vielmehr bricht ab, mit der Erscheinung einer riesigen weißen menschlichen Gestalt...

Die Erzählung ist mehrteilig, jeder Teil (Ausflug mit dem kleinen Segelboot, Fahrt mit der Grampus, Fahrt mit der "Jane Guy") könnte als Kurzgeschichte auch alleine stehen. Teilweise hat die Erzählung die Form eines Tagebuchs, einzelne Begebenheiten werden unter Datumsangabe abgehandelt. Teilweise sind auch theoretische Exkurse in die Erzählung eingestreut, so über bestimmte nautische Künste (z.B. Kunst der "Verstauung" oder des "Beilegens"), über das richtige Schiff für rauhe See, über die richtige Route in den Pazifik, über die Geschichte der Kolonialisierung einzelner Inseln, über die Geschichte der Erforschung des Südpolargebiets und über die Fauna bestimmter Inseln.

Poe baut Spannung auf, indem er entweder das Ziel in der Bewältigung einer Gefahr oder ein sich bald ereignendes schreckliches Ereignis nennt oder andeutet und dann nur zögerlich berichtet, ob und wie das Ziel erreicht wird bzw. wie das Ereignis eintritt. Die spannensten Teile der Erzählung sind Versuche, eine Gefahr zu bewältigen.

Das Gefühl des Schreckens wird beim Leser schon durch mitunter blutrünstige Schilderungen bedrohlicher Zeichen und durch bildreiche Beschreibung von Qualen erreicht. Der Teil, der die Fahrt mit der "Jane Guy" beschreibt, fällt in Spannung und Schrecken von den vorhergehenden Teilen stark ab.

Die Protagonisten sind meist unmittelbar von Bedürfnissen wie Hunger und Durst getrieben, es geht ihnen um ihr Leben, sie werden psychologisch von Poe nicht sonderlich komplex charakterisiert. Auch Gründe für das Handeln jenseits unmittelbarer Bewältigung der Gefahren werden kaum genannt. (Welche Motive hat Peters? Welche Motive haben die Eingeboren?) Vielleicht kann Psychologie von einem Buch des Genres Abenteuer auch nicht verlangt werden.

Fazit: Die ersten Teile der Geschichte gefielen mir aufgrund von Spannung und Schrecken besser, aufgrund des dagegen abfallenden letzten Teils halte ich das Buch für eine zwiespältige Angelegenheit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein merkwürdiges Buch, 2. Februar 2006
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Bericht des Arthur Gordon Pym ist ein merkwürdiges Buch.
Die Sprache des Buches ist toll, und auch die Story als Ganzes ist Klasse. Aber immer wieder gab es Punkte, die mich störten.
Oft beschreibt Poe Ereignisse immer wieder noch mal auf die gleiche Weise. Er wiederholt Dinge noch mal und noch mal, und ich als Leser denke, jetzt könnte es doch weitergehen.
Immer wieder schiebt er Betrachtungen ein (Stauen von Ladung in Schiffen, Nesterbau von Albatrossen und Pinguinen), die einfach langweilig sind, und mir zum Verständnis nichts brachten.
Oder er erschlägt den Leser an einigen Stellen mit nautischen Angaben, die ich für wenig informativ halte.
Und dann das Ende des Buches. Ist das ein Ende? Für mich nicht. Alles bleibt offen. Schade.
Ich würde dieses Buch nicht empfehlen. Leider.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schauerlich-schrecklich-SCHÖN!, 29. Dezember 2004
Bei dieser Novelle Edgar Allan Poes aus dem Jahre 1838 handelt es sich um das sicherlich rätselhafteste Prosawerk des Autors. Es zog eine Vielzahl von Interpretationsversuchen nach sich. Besonders der überirdisch-endzeitlich wirkende Schluß des unvollendet erscheinenden Werkes diente als Nährboden für Spekulationen. Was zunächst wie ein spannender -aber nicht einmaliger- Reisebericht aus der Südsee anmutet, welcher sich später in die Breiten der Antarktis erstreckt, wird durch immer neue Motive, Zerrbilder und Schrecknisse zu einem Werk mit ganz eigener destruktiver Dynamik. Die Handlung wird vordergründig als subjektiver Bericht des Seemanns Pym ausgegeben, der kurz vor Vollendung dessen Niederschrift gestorben sein soll. Die Erlebnisse sind aber vielmehr eine Parabel über die Verdorbenheit und Anfälligkeit zur Niedertracht menschlicher Existenz allgemein. Pyms Geschichte bricht gegen Ende in einem mystischen Durcheinander ab und Poe versichert im Nachwort zur Vollendung noch zwei bis drei Kapitel schreiben zu müssen. Obwohl der erste Teil bis zur Rettung der Schiffbrüchigen eine konventionelle Handlung zeigt, finden sich auch hier schon die individuellen Poeschen Motive mit denen er dem Leser (und jetzt auch Hörer) das Grauen erfahrbar macht (lebendig begrabener Mensch / Menschenfresserei / rassische Motive / Farbsymbolik). Die Handlung zeigt menschliches Verhalten in Extremsituationen und wird zum Spiegel für eine (damals wie heute) autoritätsgläubige Gesellschaft vermein
dlicher Gutmenschen. Beschreibungen der Fauna und Flora finden sich später sehr detailliert auch bei Jules Verne. Eine thematisch-symbolische Verwandtschaft zu Hermann Melvilles Moby Dick ist ebenso offensichtlich.
Dem im doppelten Sinne "ausgezeichneten" Team von Serotonin gelingt es bei diesem Hörspiel in vorbildlicher Art und Weise die Düsternis der Handlung in Klang- und Tonsequenzen umzusetzen. Die eindringliche Sprechleistung bis in die Nebenrollen hinein vermittelt den Eindruck wirklich selber an Bord des Seelenverkäufers vegitieren zu müssen. Poes Schrecken werden erfahrbar. Blinder Passagier zu Sein, über das Weiterleben eines Mitmenschen entscheiden zu müssen und die Hilflosigkeit gegenüber wilden Horden Eingeborener, als dies wird insbesondere durch die musikalischen Effekte (Jens-Uwe Bartholomäus) real. Ein Hörspiel für Erwachsene mit dem der hörverlag erneut Maßstäbe in einer oft wenig beachteten Kategorie des Genres setzt. Sehr empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Welch eine Inspiration, 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Bericht des Arthur Gordon Pym (Audio CD)
Eine Ansammlung von einzigartigen Ideen, von bizarren Schilderungen, von denkwürdigen Einblicken in die menschliche Seele. Gepaart mit famoser Erzählkunst. Für mich ist diese Erzählung eine Pflichtlektüre!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Ganz ok für Leute, die Life of Pie mögen, 17. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ist ein ganz spannendes Buch aber die Fülle an nautischen Begriffen ist teilweise etwas ermüdend. Der Schluss des Buches ist im Gegensatz zu dem Anfang und Mittelteil wirklich etwas schwächer geworden. Da dieses Buch als Vorlage für "Life of Pie" diente, fand ich es aber doch interessant mal gelesen zu haben. Richard Parker ist hier eben ein Hund und kein Tiger :)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Interessantes Buch, 22. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn man sich mit der Biographie des Herrn Poe befasst hat, wird dieses Buch noch interessanter. Ich habe es gern gelesen, Poe hat einen schönen Stil und die Geschichte ist packend. Mein Vater hat das Buch nur kurz in die Hand genommen und war danach der Lesesucht verfallen (als Seefahrer kann man das wohl als ein besonderes Lob an Poe werten).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Bericht des Arthur Gordon Pym
Der Bericht des Arthur Gordon Pym von Edgar Allan Poe (Gebundene Ausgabe - 5. August 2012)
EUR 3,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen