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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Recht ein Klassiker!
Jane Austen hat wieder getan, was sie am besten kann: ein scharfsichtiges, liebevolles und doch nicht kritik- oder humorloses Familien- und Gesellschaftsportrait gezeichnet. Besonders schön ist bei "Mansfield Park", daß sie sich ob der schieren Länge des Buches (in dieser relativ kleinformatigen Ausgabe gut 600 Seiten!) bei der Zeichnung der Charaktere...
Veröffentlicht am 19. April 2003 von Kristina Linguist

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3.0 von 5 Sternen Hervorragende Charakterzeichnung, aber langatmig
Fanny Price ist erst zehn Jahre jung, als sie zu ihren reichen Verwandten, den Bertrams, nach Mansfield Park ziehen muss. Fanny ist furchtbar eingeschüchtert und leidet unter schrecklichem Heimweh. Sie hat eine ruhige Art und wehrt sich nicht gegen die miese Behandlung, die ihr seitens ihrer Verwandten zuteilwird, hat man ihr doch von Anfang an zu verstehen gegeben,...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2011 von Vio


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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Recht ein Klassiker!, 19. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Gebundene Ausgabe)
Jane Austen hat wieder getan, was sie am besten kann: ein scharfsichtiges, liebevolles und doch nicht kritik- oder humorloses Familien- und Gesellschaftsportrait gezeichnet. Besonders schön ist bei "Mansfield Park", daß sie sich ob der schieren Länge des Buches (in dieser relativ kleinformatigen Ausgabe gut 600 Seiten!) bei der Zeichnung der Charaktere viel Zeit lassen kann. Und so treibt die Handlung für gut die erste Hälfte des Buches gemächlich dahin, während man sich in aller Ruhe sein eigenes Bild der Bewohner von Mansfield macht. Wenn jedoch zum Ende des Buches die Handlung an Schwung gewinnt, muß man sich auf einige Überraschungen einstellen: denn selbst obwohl einem die wichtigsten Wendungen schon im Klappentext angekündigt werden, sind sie doch nicht minder mitreissend und spannend, wenn sie dann endlich eintreten. Alles in allem besonders "erbauliche" Lektüre, der ihr Alter gut zu Gesicht steht und sich der vorherrschenden "Empfindsamkeit" nicht schämen muß - zu Recht ein Klassiker!
Anmerkungen zu dieser Ausgabe: durch handliches Format besonders praktisch (passt in die Handtasche der gebildeten jungen Dame, die auch auf Reisen nicht auf gepflegte Lektüre verzichten mag); dazu absolut wundervolle Übersetzung von Trude Fein, fast noch "englischer" im Tonfall als das Original selbst
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absoluter Lesegenuss, 21. Februar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Ein grandioser Roman, den ich innerhalb eines Wochenendes verschlungen habe. „Mansfield Park" vereint alle Elemente, die wir an viktorianischen Romanen so lieben: brillant-geistreiche Ausdrucksweise, subtile Bloßstellung menschlicher Schwächen, feinsinnige Sittenmalerei und diese moralische Makellosigkeit, die einen Leser des 21. Jahrhunderts immer wieder zum Schmunzeln bringt. „Mansfield Park" ist spannend, entzückend und unwiderstehlich!
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer Jane-Austen-Roman, 11. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
...ist auch "Mansfield Park", neben "Emma" und "Stolz+Vorurteil" gehört dieser Roman zu ihren besten. Gekonnt zeichnet sie die unterschiedlichen Charaktere, die durch die Beobachtungen der Protagonistin Fanny Price noch tiefer ausgelotet werden, wobei besonders der Jane-Austen-typische Witz und die mehr als zarte Ironie zum Tragen kommen und den Leser so manches Mal schmunzeln lassen. Durch die so verpackte Kritik an der Lebensweise der Schönen und Reichen zum Anfang des 19.Jhdt.,wird die Szenerie durch zahlreiche skurrile Personen bereichert. Wirklich lesenswert und auch spannend durch die vielen Missverständnisse und Eifersüchteleien, das ewige "hin und her" auf Bällen und Dinners, bis ... . Ideal für verregnete Nachmittage auf dem Sofa!
Fanny Price, eine arme Verwandte der hochangesehenen und reichen Familie Bertram, wird im Alter von 10 Jahren nach Mansfield Park geholt, um ihr gute Erziehung gemeinsam mit den etwa gleichaltrigen Töchtern und Söhnen des Hauses angedeihen zu lassen. Als sie alle ins heiratsfähige Alter kommen, beginnt die Jagd nach der besten Partie und -wie üblich- werden zahlreiche Heiratsanträge gemacht und fast ebenso viele wieder abgewiesen.......
Viel Spaß beim Lesen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typisch Austen, 22. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park (Gebundene Ausgabe)
Fanny Price stammt aus einer armen aber kinderreichen Familie, denn ihre Mutter heiratete aus Liebe und nicht um des Geldes bzw Wohlstandes wegen. So wächst sie in Mansfield Park bei ihrer Tante und ihrem Onkel und deren vier Kindern auf. Dort erhält Fanny zwar eine gute Erziehung, wird jedoch von ihren Cousinen, Cousins und Tanten und Onkel, bis auf Edmund, nicht wie ihresgleichen behandelt.

Mansfield Park ist eine wundervolle Geschichte über Fannys erste Liebe, die dann doch irgendwie auf Umwegen zu ihr gelangt.

Es ist nun mal ein typischer Austen Roman, der jedoch keineswegs darunter leidet, sondern unheimlich viel Gefühl zeigt. Die Geschichte um Fanny ist einfach wunderbar geschrieben und es lohnt sich auf jeden Fall ihn zumindest einmal zu lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hervorragende Charakterzeichnung, aber langatmig, 8. Oktober 2011
Von 
Vio - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Fanny Price ist erst zehn Jahre jung, als sie zu ihren reichen Verwandten, den Bertrams, nach Mansfield Park ziehen muss. Fanny ist furchtbar eingeschüchtert und leidet unter schrecklichem Heimweh. Sie hat eine ruhige Art und wehrt sich nicht gegen die miese Behandlung, die ihr seitens ihrer Verwandten zuteilwird, hat man ihr doch von Anfang an zu verstehen gegeben, dass sie solange bleiben darf, wie sie sich unterwürfig, bescheiden und gehorsam verhält. Fanny ist für ihr Alter (die Geschichte endet als sie 18 Jahre alt ist) sehr reif, puritanisch und zu wenig unternehmungslustig, wenngleich man ihre Zurückhaltung aufgrund ihrer Lebensumstände nachvollziehen kann.

Das netteste Familienmitglied ist ihr Cousin Edmund Bertram, der Fannys Wesenszüge geprägt hat, sodass sie sich beide in ihren Ansichten ähneln. Sein älterer Bruder Tom und seine beiden Schwestern Maria und Julia sind gewieft und lebenslustig, aber auch selbstsüchtig, überheblich und arrogant. Sir Thomas jagt Fanny von Anfang an unbeabsichtigt Angst ein, seine Gemahlin, Lady Bertram, ist ungeheuer träge, ihr Leben besteht aus Handarbeiten und ihrem Mopps, andere Interessen kennt sie nicht. In ihrer Nichte Fanny sieht sie eine arme Verwandte, die nie heiraten und ihr immer Gesellschaft leisten wird. Mrs. Norris, die andere Tante, ist ein Ausbund an Geiz und Missgunst und behandelt Fanny wie ein Dienstmädchen. Sie missgönnt Fanny selbst das kleinste Vergnügen wie eine Einladung zum Dinner und beschimpft sie ständig mit Sprüchen wie: "Wo du auch bist Fanny, denk daran, du bist immer die Niedrigste und Letzte."

Da Edmund der einzige ist, der sie stets liebevoll behandelt hat, hat Fanny sich schon als junges Mädchen in ihn verliebt. Die Ankunft der Geschwister Mary und Henry Crawford bringt neuen Schwung ins Familienleben. Edmund beginnt für Mary Crawford zu schwärmen, während der vermögende Henry Crawford den beiden Bertram-Schwestern den Kopf verdreht. Schließlich beginnt er sich für Fanny zu interessieren, wobei sein anfängliches Interesse aus Langweile und Eitelkeit entsteht. Mit der Zeit wird ihm jedoch die bescheidene, liebevolle junge Frau immer sympathischer. Als sie es wagt Mr. Crawfords Heiratsantrag abzulehnen, wird sie in ihr erbärmlich armes Elternhaus zurückgeschickt und nur zurückgeholt, als man ihre Hilfe benötigt.

Mansfield Park, geschrieben von 1811 bis 1813, ist jener Jane-Austen-Roman, den ich persönlich am wenigsten mag. Ich mochte die Protagonisten nicht besonders, den Hauptfiguren mangelt es an Witz und Esprit, die "bösen" sind in dieser Geschichte die reizvolleren Figuren als die harmlos-guten. Während der ersten Kapitel lässt sich die Autorin viel Zeit, ihre Charaktere zu entwickeln, erst die Planung einer Theateraufführung (ab Seite 149) bringt langsam mehr Schwung in die Geschichte.

Wie sämtliche Bücher Austens ist auch dieses hervorragend geschrieben. Der Humor, der die ihre Werke normalerweise auszeichnet, ist hier allerdings zurückhaltender, wenngleich wunderbar satirisch, Themen wie Argwohn, Missgunst, unmoralisches Verhalten und Menschenverachtung werden angesprochen. Auch in diesem Roman beschreibt Jane Austen, zu dem Zeitpunkt 35+ Jahre alt, die Welt des Landadels, in welcher sie lebte. Sie skizziert alle Arten von menschlichen Schwächen, darunter die oberflächliche Sympathie für neue Bekannte, sofern diese nur reich genug sind. Wichtige historische Ereignisse der Zeit wie Kriege, die Französische Revolution sowie die Bereicherung aus der Sklavenhaltung usw. werden dagegen größtenteils ausgespart.

Wie immer bei den Übersetzungen von Christian und Ursula Grawe gibt es auch in diesem Buch ein ausführliches Nachwort. Christian Grawe erläutert darin die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge, außerdem hat er viele Informationen zu Jane Austens Leben und Zeitalter zusammengestellt. Informativ und absolut lesenswert für alle Jane-Austen-Interessierte.

Anmerkung am Rande: Zu den zahlreichen Bewunderern Austens gehört J. K. Rowling, die als Reminiszenz die fiese Katze des Hausmeisters Mr. Filch in den Harry Potter Romanen Mrs. Norris genannt hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitleid mit Fanny Price - grandioses Werk von Jane Austen, 1. März 2010
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Fanny Price wird als junges Mädchen von ihrer überforderten Mutter zu ihrer Tante Lady Bertram und ihrem Gatten Sir Thomas geschickt. Das Ehepaar hat vier Kinder, wobei nur eines dieser Geschwister Fanny wirklich schätzt und versteht: Edmund. Edmund Bertram. Mit den Jahren verwandelt sich die verwandschaftliche Zuneigung zu leidenschaftlicher Liebe...

Eine Menge Personen treten in diesem Werk Austens auf. Wie in jedem von ihren Romanen ist ein ironischer Schreibstil auch diesmal unumgänglich. Sie verbindet und löst anfängliche Verliebtheiten und kombiniert letztendlich doch immer wieder Ehepaare. Missverständnisse und versteckte oder auch verdrängte Gefühle werden in Klarheit und aufrichtige, offenherzige Liebe umgewandelt.

Dies ist einer meiner Lieblingswerke der Meisterin der ersten Frauenromane. Natürlich muss man sich an Austens Stil gewöhnen und sich in die damalige Zeit versetzen um das Ambiente nachvollziehen zu können. "Mansfield Park" zählt zu Janes reiferen Werken, wie z.B. auch "Emma" oder "Überredung".

Hilfreich sind im Anhang auch die Begriffe, die während des Romans auftauchen und die man nicht kennt, da sie z.T. Gegenstände aus dem englischen ausgehenden 18. Jahrhundert umschreiben. Auch ist ein Nachwort von Christian Grawe im Buch enthalten, das von Austen und der Entstehung, Hintergründe und Ursprung ihrer Werke handelt.

~Bücher-Liebhaberin~
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Super - wie die anderen 5 Romane Austens, 11. April 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Auch in Mansfield Park wird der Jane Austen-Liebhaber nicht enttäuscht. Wie immer geht es um ein junges Mädchen, dass verheiratet werden werden muss und schließlich ihren prince charming findet (und heiratet).
Fanny Price, die Heldin, ist so ein unheimlich süßes Geschöpf, so zart, ängstlich, hilfsbereit, aufopfernd, dass sie mir schon wieder viel zu langweilig ist. An manchen Stellen habe ich mich gefragt: "Ist sie humorlos/steif?". Ich muss sagen, dass mir Fanny Price weniger gefällt als Emma, Elisabert, Anne und die anderen Austen-Heldinnen. Deswegen gibt's von mir auch nur 4 Sterne.
Trotz der (meiner Meinung nach) etwas langweiligen Heldin gibt es in Mansfield Park viel zu lachen. Mit Mrs. Norris (der stiefmutter-bösen Tante) hat Austen einen wunderbar skurillen Charakter geschaffen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mansfield Park, 13. Januar 2010
Von 
CupCake - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Fanny Price wird als kleines Mädchen nach Mansfield Park geschickt, um dort eine bessere Erziehung zu erhalten, als ihre verarmten Eltern ihr geben könnten. So lebt Fanny fortan bei ihrer Tante Lady Bertram und deren Mann Sir Thomas. Auch ihre andere Tante Mrs. Norris sind dort zu finden. Fanny lernt schnell, dass sie anders behandelt wird. In Mansfield Park ist sie eher Hausmädchen als Cousine. Nur Edmund ist für sie da und nach und nach beginnt Fannys Liebe zu ihm zu wachsen.

Die Geschichte nimmt eine Wendung, als die beiden Crawford Geschwister nach Mansfield Park kommen. Edmund fühlt sich fortan zu Mary Crawford hingezogen, während Henry Crawford Maria und Julia Bertram den Hof zu machen beginnt. Dabei vergisst er, dass Maria Bertram längst mit Mr. Rushworth versprochen ist und diesen auch ehelicht.

Als Henry sich beginnt für Fanny zu interessieren und ihr einen Antrag macht, den sie ablehnt, wird Fanny von Mansfield Park verstoßen und es ist fraglich, ob ihre Liebe zu Edmund jemals eine Chance haben wird.

Mansfield Park ist ein schönes Buch von Jane Austen. Die Verwicklungen und auch besonders die Sklavenfrage machen das Buch lebendig. Die Charaktere sind gut ausgewählt und es wird einem nicht langweilig. Dennoch sind die Charaktere nicht so komplex wie sie es zum Beispiel in Stolz und Vorurteil sind. Was ebenfalls schade ist, ist das relativ schnell herbeigeführte Ende. Dennoch ist und bleibt es ein schönes Stück Geschichte!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen SEHR anspruchsvoll, und daher oft unverstanden, 13. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
"Mansfield Park" ist der 5. Roman Jane Austens, den ich gelesen habe, der 6. liegt bereits auch auf dem Tisch und wartet darauf, gelesen zu werden. Da ich von Beruf Psychologin bin, finde ich die scharfe Beobachtungsgabe der Autorin unüberbietbar, sie stellt für mich neben der wunderschönen sprachlichen Gestaltung (Übersetzung von Grawe) einen echten Genuss dar. Ihre Genauigkeit und Stimmigkeit in der Darstellung menschlicher Charaktere ist echt verblüffend und zeigt, dass die Autorin selbst eine sehr reife Persönlichkeit besaß. Aber genug allgemeiner Worte, jetzt zum Werk selbst :):
Ich habe dem Werk 4 Punkte gegeben, da ich in der Darstellung trotzdem einige Unstimmigkeiten in Bezug auf mindestens einen Charakter gefunden habe (dazu später). Der Roman, wie von vielen anderen Lesern bereits angemerkt, erschien auch mir nicht so spannend wie einige andere Werke der Autorin, was seinen Wert für mich allerdings nicht schmälert.
Fanny Price, die Hauptheldin, ist in der Tat eine sehr angepasste Person, wobei ich der Meinung bin, dass sie bei ihrer gesellschaftlichen und familiären Stellung kaum eine Wahl hatte sich nicht anzupassen. Was mich an dieser Heldin fasziniert, ist das völlige Fehlen jeglicher egoistischer Überzeugungen und Eitelkeit in ihrem Charakter. Wenn sie in ihrer Seele egoistische Regungen verspürt (z.B. wenn sie an Edmund und Mary Crawford denkt), so ist sie sich dessen sehr bewusst und schämt bzw. tadelt sich dafür. Ihre Selbstlosigkeit ist unglaublich. Was mich allerdings an ihr noch mehr fasziniert, ist ihre Charakterstärke. Trotz dass sie von vielen nicht beachtet, und sogar erniedrigt wird, trotz dass man nie Rücksicht auf ihre Bedürfnisse nimmt (sogar ihr geliebter Edmund vernachlässigt sie viel zu oft in dieser Hinsicht), kennt sie sich selbst und ihren eigenen Wert viel zu gut, und ist unerschütterlich in der Absicht, ihre Würde und ihre Integrität zu bewahren. Das alles kann man ihrem Verhalten während der gesamten Handlung (außer ganz am Ende, s.u.) entnehmen. Sie hat einen sehr feinen Geschmack, sie hat ein Gefühl fürs Echte, fürs Natürliche, fürs Menschliche, fürs Wahre. Sie bildet sich ihre eigene Meinung, die sie allerdings fast nie preisgibt, und nicht mal Edmund kann sie umstimmen, da sie klar sieht, dass auch er oft verblendet ist und die anderen manchmal falsch einschätzt. Bei ihrer Aufgewecktheit, ihrer Fähigkeit die Tatsachen klar wahrzunehmen, konnte sie oft auch nicht anders, als sich für das widersprüchliche (z.B. bei Edmund) oder uneinsichtige und egoistische Verhalten anderer zu schämen oder dies zumindest tief zu bedauern. Viele Kritiker behaupten oft, dass im Charakter von Fanny Price im Laufe der Handlung keine Entwicklung mehr stattfindet, da sie bereits ideal sei. In vieler Hinsicht haben diese Kritiker auch Recht. Allerdings fand auch bei Fanny eine Entwicklung statt, und zwar gerade dadurch, dass sie mit der Zeit ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt war, dass man ihr Dinge und Beziehungen aufgezwungen hat, die sie schlecht fand und sich nicht wünschte: Erst dadurch wurde ihr Charakter auf Probe gestellt und gestählert, und dadurch konnte sie auch ihre übermäßige Schüchternheit zumindest teilweise überwinden, ihre Meinung offener sagen und ihre Gefühle und Zuneigung ihren Verwandten und sich selbst gegenüber offenbaren. Sie ist zum Glück dann immer noch eine sehr rücksichtsvolle Person geblieben, aber sie musste lernen zu unterscheiden, wann die Rücksichtnahme eher fehl am Platz war und wann sie notwendig war (z.B., als sie Edmund über Mary Crawfords Ansichten bezüglich der Krankheit seines Bruders informierte). Fannys zu ideale Rechtschaffenheit mag einigen Kritikern und Lesern ein Dorn im Auge sein, jedoch aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass solche Menschen existieren (mich selbst rechne ich nicht dazu), nur leider sind sie viel zu selten. Daher kann ich auch mit solcher Sicherheit behaupten, dass die Autorin diesen Charakter an sich sehr lebensnah und stimmig dargestellt hat. Die Zurückhaltung, die Rücksichtnahme, häufig auch Schüchternheit, jedoch gepaart mit einem Sinn fürs Schöne und Echte, sowie die Standfestigkeit ihres Charakters und Treue ihren Prinzipien machen diese Menschen zu den allerbesten Freunden und Gefährten, die zwar von wenigen verstanden und so geschätzt werden, wie sie es wirklich verdienen, aber nichtdestotrotz von vielen, wenn nicht allen in ihrer Umgebung gemocht oder zumindest akzeptiert werden. Genau so eine Person hat Jane Austen mit Fanny in diesem Roman dargestellt. Die Kritik anderer Leser, dass Fanny eine sehr langweilige, prüde, oder sogar rechthaberische Person darstellt, kann ich zwar verstehen, jedoch nicht teilen. Diese Figur muss man unbedingt im Verhältnis zu ihrer Lage, den damaligen Sitten und der damaligen Zeit sehen. Außerdem sind nicht alle Menschen so selbstbewusst wie Elisabeth oder so reich und verwöhnt wie Emma.
Was ich selbst an dieser Darstellung jedoch kritisieren möchte, ich die Tatsache, dass ich es beinah unmöglich finde, dass ein junges Mädchen in Fannys Alter so eine weise und reife Persönlichkeit haben kann wie sie. Gerade ihre innerliche Unerschütterlichkeit und Standfestigkeit, ihre Sicherheit in der Urteilsbildung über ihre Mitmenschen (die Urteile, bei denen sie immer Recht hatte) wären für das Mädchen ihrer Stellung und ihres Alters meiner Meinung nach praktisch unmöglich. Zwar hat sie während ihrer ganzen Kindheit und frühen Jugend viele Entbehrungen und Kritik erfahren, zwar war sie sehr belesen, doch war sie andererseits auch noch sehr unerfahren, um jeglichen äußeren Einflüssen so beispielhaft widerstehen und über ihre Mitmenschen so sicher und vor allem so richtig urteilen zu können. Dazu wäre meiner Meinung nach mehr Lebenserfahrung notwendig, die Jane Austen selbst bis zu diesem Zeitpunkt ihres eigenen Lebens bestimmt schon hatte und sie daher in den Charakter ihrer Heldin einfließen ließ.
Der andere Protagonist, den ich leider wirklich für sehr unecht und unwirklich dargestellt halte, ist Edmund. Als Fannys Vorbild und engster Freund hätte er, erstens, nicht so blind für ihre Stärken (standfester, liebevoller Charakter, Wissensdurst, Ehrlichkeit, Natürlichkeit, Schönheit) sein können und sich bereits von Anfang an in sie verliebt sein sollen (und nicht einfach ihr Freund sein sollen), und zweitens, hätte er von Crawfords nicht so verblendet sein dürfen. Man kann dies der Autorin allerdings verzeihen, da sie Männer leider nicht wirklich gut kannte (s. ihre Biographie). Von allen männlichen Charakteren aus Jane Austens Büchern halte ich Edmund für den am Schwächsten und am Schlechtesten dargestellten, wobei ich auch alle anderen für ziemlich schwach dargestellt halte. Ich finde vor allem, dass so eine Person wie Fanny so einen Mann wie Edmund nicht wirklich lieben könnte oder dass ihre Gefühle spätestens dann erlöschen sollten, sobald sie seine Blindheit für Schwächen bestimmter Personen und sein in diesem Zusammenhang viel zu oft rücksichtsloses Verhalten ihr gegenüber sowie seine Meinung, dass niemand ihm Miss Crawford (oder sein Phantasiebild von ihr) je ersetzen könnte, wahrgenommen hatte. Ebenso fehlt auch die notwendige Darstellung, wie Edmunds Gefühle zu Fanny (war es wirklich Liebe?) sich zu einer echten Liebe (wie behauptet wird) entwickelt haben: Das "Happy End" wirkt zu unnatürlich. Fannys Verhalten erscheint in diesem Licht als zu inkonsequent: Würde eine Person, die so auf ihre Würde, ihre Freiheit und ihren Selbstwert, so sehr auf eine Liebesheirat bedacht ist, wie Fanny, sich mit Edmunds Dankbarkeitsliebe (so wie sie mir erscheint) zufrieden geben? Schätzt sie sich selbst doch so wenig? Das sind meine Überlegungen in Bezug auf Fannys und Edmunds Beziehung, vor allem aber in Bezug auf die Entwicklung dieser Beziehung.
Alle anderen Figuren des Romans fand ich allerdings sehr gut dargestellt und unterhaltsam, vielleicht gerade deswegen, da sie nicht so akribisch genau dargestellt werden mussten wie die 2 Hauptpersonen und sich für die Autorin somit weniger Gelegenheiten ergaben, dabei Fehler zu machen. Mrs Norris ist wahrhaftig eine Karikatur, eine Person, über deren Verhalten man sich beim Lesen wirklich oft ärgert oder lacht und die man nur verachten kann. Auch andere Figuren sind meiner Ansicht nach in sich stimmig gezeichnet und ihr Verhalten samt ihrer Fehler gut nachvollziehbar, allerdings sind sie für mich nicht der Rede wert sie ausführlich zu erläutern.
Fazit: Ein überaus lesenswerter Roman, der trotz mancher kleinen Mängel sehr schön ist und einen über Vieles nachdenken lässt, vor allem natürlich über die menschliche Natur. Ich halte es allerdings für möglich, dass ich irgendwann später (wenn ich noch erfahrener und reifer bin als jetzt), einer anderen Meinung (ob besserer oder schlechterer) über diesen Roman sein könnte. Wer weiß, vielleicht hat die Autorin mit ihrer Darstellung der Hauptfiguren dieses Romans doch Recht und sie doch lebensecht und in sich stimmig sind?
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausdrucksstarker & feingeschliffener Roman!, 17. August 2008
Von 
kamelin - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Mansfield Park: Roman (Taschenbuch)
Auf diesen Roman habe ich mich riesig gefreut - war jedoch aufgrund der Kritiken, auf komplexeren Stoff gefasst, als beispielsweise "Stolz & Vorurteil". Zugegeben, der Anfang war etwas langatmig: Da wird ein Ausflug in einen nicht besonders aufregenden Park unternommen und über 40 Seiten hinweg beschrieben. Oder die akribische Inszenierung eines Theaterstückes über 50 Seiten, das dann doch nicht aufgeführt wird. Das ist aber nur im ersten Drittels der Fall. Danach steigert sich die Geschichte stetig, sodass ich das Buch schliesslich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Jane Austen ist eine wundervolle Erzählerin. Sie besitzt eine ausdrucksstarke, feingeschliffene Sprache, die jede noch so kleine Facette aufnimmt und benennt. Bei ihr sitzt einfach jedes Wort dort, wo es hingehört, und sie hat ihre Geschichte an jeder Stelle fest im Griff. Ihre Beobachtungsgabe geht weit über Oberflächliches hinaus, obwohl sie eine Meisterin ist, gerade diese Oberflächen zu beschreiben. So gibt sie ein lebhaftes Bild der Konventionen ihrer Zeit wieder und ermöglicht dem Leser einen Blick auf die Menschen, ihr Leben und das soziale Korsett. Und: immer mit einem kleinen Zwinkern im Auge.
Sie dringt tief in ihre Figuren ein, und lässt den Leser an ihren zahlreichen Gemütsverfassungen und Empfindungen teilhaben. Es war eine solche Freude am Familienleben in Mansfield Park teilzunehmen und die Entwicklung und das Erblühen der Protagonistin, Fanny Price, zu erleben.
Die Wende, die mit Mr. Crawfords Sinneswandel eintrat, Fannys unerwartetem Verehrer, brachte dann noch einmal einen ganz neuen Schwung in die Geschichte, und von da an war es mir nicht mehr möglich mit dem Lesen aufzuhören. Er, der eigentlich Fanny einen bösen Streich spielen wollte, sitzt nun selber in der Falle, und so wird aus der Katze plötzlich die Maus.

Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Klappentext bereits den ganzen Inhalt der Geschichte enthüllt, denn gerade mit den vielen Wendungen der Ereignisse, hat sich die Autorin viel Mühe gegeben. Als Leser weiss man nicht wie es ausgehen wird, denn es werden mehrere Wege offengehalten, die die Spannung aufrecht erhalten und immer mehr steigern. Ich würde jedem Interessierten raten, den Klappentext zu meiden, denn mit einem offenen Ende ist die Spannung wirklich riesig.

Für mein Gefühl ist dies der reifste Roman der Autorin. Ihr Fingerspitzengefühl ist unglaublich. Ich war vollkommen fasziniert von der Art und Weise, wie sie noch die kleinste Regung beschreibt, wie sie Positionen klärt und Hintergründe darlegt. Die Figuren werden auf diese Art sehr transparent, ohne jedoch durchschaubar zu sein. Herrlich!

Dieses Buch kann ich nicht nur Jane Austen Lesern ans Herz legen. Es ist einfach ein Vergnügen sich von Jane Austen in eine Zeit entführen zu lassen, in der Konventionen galten, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können, und ihre Figuren zu treffen, die kennenzulernen eine echte Freude ist.
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Mansfield Park
Mansfield Park von Margit Meyer (Übers.) (Gebundene Ausgabe - 31. Januar 2010)
EUR 7,95
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