Kundenrezensionen

65
4,7 von 5 Sternen
Die Brüder Karamasow. Roman in vier Teilen und einem Epilog
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:9,95 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

61 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. September 2003
Für Sigmund Freud waren "Die Brüder Karamasow" eine Höchstleistung in der Weltliteratur, vor allem die Episode des "Großinquisitors". Ich kann diesem großen österreichischen Psychologen nur zustimmen. "Die Brüder Karamasow" ist der krönende Abschluss einer Schöpfung an literarischen Höchstleistungen. In diesen Roman fließen alle psychologischen und philosophischen Grundfragen, die Dostojewski in seinen 4 anderen großen Romantragödien ("Schuld und Sühne" - die Legitimation eines Mordes und die psychischen Qualen und Torturen nach einer solchen Tat, vgl. Iwan Karamasow, Ssmerdjakow, Dmitrij Karamasow; "Der Idiot" - die Kreation eines in sich völlig gutmütigen, christusähnlichen, don-quijote'schen Wohltäters, vgl. Aljoscha und den Staretz Sossima; "Die Dämonen" - die Frage nach Gott, die revolutionäre Jugend, Atheismus und Nihilismus par exellence, vgl. Iwan Karamasow und Kolja Krasotkin; "Der Jüngling" - der Generationenkonflikt und die Umgestaltung und Revolution der alten russischen Familie, vgl. die Karamasows als Paradigma einer der Dekadenz preisgegebenen Familie. Ferner ist zu sagen, dass "Die Brüder Karamasow" von autobiographischen Zügen wie kein anderes Buch durchzogen ist und es Dostojewski's eigenes Ringen nach der Glaubensfrage zum Gegenstand hat. Man spürt die große Skepsis die in Dostojeski in Betreff der Frage nach Gott vorherrschte. In diesem letzten Roman gelang es ihm diese ihn seit Lebzeiten zermürbende Frage so gut wie nur möglich durch die geniale Gegenüberstellung zweier in sich grundverschiedener Menschen, Aljoscha, den Gutgläubigen und Iwan, den Zweifler und Intellektuellen als Revolutionär, zu beantworten. Ich muss sagen, nach dem ich "Schuld und Sühne", den "Idioten" und "Die Dämonen" zuvor gelesen habe, dass Dostojewski's letztes Werk das mit Abstand komplexeste und in sich am besten konzipierte und wohl durchdachteste seiner Bücher ist, obgleich mir persönlich "Die Dämonen" ein ~ klitzekleinesbisschen ~ besser gefiel, da mir das in diesem Werk behandelte Sujet noch mehr zusagte (Revolution, Verschwörung)', aber auch der Vatermord und der sich daraus resultierende Justizirrtum sind von enormer Spannung und ich kann abschließend nur noch kundgeben, dass jeder der sich ernsthaft für Weltliteratur interessiert, an diesem Werk nicht vorbeikommt. Bevor man sich den Karamasows zuwendet sollte man sich allerdings die anderen Lektüren zu Gemüte ziehen, denn die "Brüder Karamasow" ist kein Buch für zwischendurch - es erfordert vom Leser höchste Konzentration. Von der Länge braucht man sich nicht abschrecken zu lassen, denn das Buch zieht einen wahrhaft in den Bann wie kein anderes (außer vielleicht "Die Dämonen").
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Januar 2007
Die Brüder Karamazow ist ein Familiendrama, eine Kriminalgeschichte, eine philosophische Abhandlung und vieles mehr.

Die Handlung kreist um drei Brüder, die zwar äußerlich sehr verschieden, aber alle von tiefer Leidenschaft ergriffen sind. Dmitri, der älteste, ist ein Soldat des Zaren. Iwan, der die Universität besucht hat, verkörpert den atheistischen Intellektuellen, der sehr von den gängigen wissenschaftlichen und beinahe schon mystischen Überzeugungen des aufkeimenden Sozialismus beeinflusst ist. Alexei schließlich, den der Leser die meiste Zeit über begleitet, ist Novize in einem Kloster und somit ein klassischer Antagonist seiner beiden Brüder. Allesamt stehen sie jedoch in unerbittlichem Konflikt mit ihrem moralisch verkommenen Vater Fjodor. Der vierte Bruder ist - so wird es zumindest im Buch angedeutet - Smerdjakow, Bediensteter und unehelicher Sohn von Fjodor Pawlowitsch Karamasow und Lisaweta Smerdjastschaja (wörtliche Übersetzung: Die Stinkende, eine Verrückte aus dem Dorf, die der Vater noch in seiner Jugend vergewaltigt zu haben scheint).

Dmitri geht es um Geld, das ihm der Vater angeblich noch schuldet, zum anderen um eine hinreißende Frau, Gruschenka, die beide heiraten wollen und die ebenfalls mit beiden - Vater und Sohn - zu kokettieren scheint . Dmitri schwört, den Vater töten zu wollen und greift ihn dann auch tatsächlich an. Als der Vater wirklich umgebracht wird, fällt der Verdacht natürlich sofort auf den ältesten Sohn, zumal dieser am Tatort war und scheinbar die 3000 Rubel, die sein Vater aufbewahrt hatte, um sie der Geliebten Gruschenka zu schenken, später ausgegeben hat. Er wird schließlich zur Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, akzeptiert dies zwar anfänglich als gerechte Strafe für seinen Hass und seine Mordgedanken, willigt dann aber doch den Fluchtversuchsplänen seines Bruders Iwan ein. Er wird sich nämlich zusammen mit seinem Bruder Alexej darüber bewusst, dass die Strafe, zumal er unschuldig ist, für ihn zu schwer wäre und er daran zu Grunde gehen würde. Der wirkliche Täter ist Smerdjakow, der sich am Tag vor dem Prozessbeginn erhängt. Unverkennbar ist hier die tief in die Handlung greifende ewig christliche Stellung zum Leben. Nicht umsonst erhängt sich Smerdjakow und folgt somit dem Vorbild seines literarischen Ziehvaters Judas Iscariot, der Christus an die Römer verraten hat. Auch ansonsten ist dieses Werk voll mit Glaubensfragen, die aus dem Standpunkt des gläubigen Sohnes Alexei betrachtet, stets auf die moralischen Grundwerte Dostojewskis und des orthodoxen Glaubens im Allgemeinen schließen lassen.

Mit diesem Hauptstrang der Handlung verweben sich weitere, so z.B. die Geschichte des Starzen Sosima, eines hoch angesehenen Mönchs aus einem Kloster nahe der Stadt, in dem Aljoscha eine Zeit lang gelebt hat; die Geschichte des Hauptmannes Snegirjow, der von Dmitri beleidigt und geschlagen wurde, und seines Sohnes Iljuscha, der diese Beleidigung nicht überwinden kann und schließlich krank wird und stirbt.

Der Roman entfaltet eine Fülle tiefer Gedanken über die christliche Religion und die in ihr aufgehobenen menschlichen Grundfragen nach Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Liebe und Versöhnung. Dabei gibt die Figur des Starzen Sosima Dostojewski die Möglichkeit, seine eigenen religiösen Überzeugungen zu vermitteln. Iwan steht für den intellektuellen, westlich denkenden Zweifler an Gott und allen Werten, der sozusagen an der Aufklärung erkrankt ist (Dostojewski war sichtlich nicht sehr darum bemüht, diese Aspekte zu überzeichnen oder zu karikieren). Seine Zweifel treiben ihn bis an den Wahnsinn, bis er sich von einem sehr mittelmäßigen Teufel verspottet glaubt. Er muss erkennen, dass er Smerdjakow den Anlass zu dem Mord gegeben hat und in Wirklichkeit dessen Gebieter war. Doch vor Gericht will ihm niemand Glauben schenken, da er in einer Art Fieberwahn spricht und weil die anwesenden Ärzte von seinen Visionen wissen. Vielmehr wird diese Aussage als Zeugnis seines Edelmuts von der Anklage gedeutet, da man ihm unterstellt, dass er lügt um den Bruder zu entlasten.

Die Brüder Karamazow (Dmitri der Soldat, Iwan der Intellektuelle, Alexej der Mönch, Smerdjakow der Lakai) kommen in ihrem Rang als literarische Figuren neben Don Quijote, Don Juan oder Faust zu stehen. Der Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud soll gesagt haben, dass die Brüder Karamazow der beste Roman sei, der jemals geschrieben wurde. Doch auch Thomas Mann und Hermann Hesse waren völlig hin und her gerissen von der literarischen Größe und der philosophischen Wichtigkeit und Weitsichtigkeit dieses wundervollen Romans.

Empfehlung: Kaufen, egal in welcher Auflage oder von welchem Verlag od. welche Übersetzung. Eines der wichtigsten Bücher der abendländischen Kultur überhaupt. Besonders diese gebundene Ausgabe ist zu empfehlen, da sie sehr preiswert ist.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
75 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Oktober 2004
Nachdem ich vor vielen Jahren die angestaubt antiquierten Übersetzungen der Dostojewski-Romane eher mit Mühe gelesen hatte, sind mir vor etwa 5 Jahren die neuen und lebendigen Übersetzungen von Swetlana Geier aufgefallen. Zuerst "Der Idiot", dann "Verbrechen und Strafe" und schliesslich "Böse Geister". Plötzlich wurde mir klar, weshalb Dostojewskis Romane Meisterwerke genannt werden und weshalb dies zu Recht geschieht. Nun habe ich mich endlich an die "Brüder Karamasow" herangewagt und wurde nicht enttäuscht. So schön, so lebendig, so modern und zeitgemäss habe ich noch keine der Übersetzungen empfunden. Ein echter Lesegenuss, und keine Minute Langeweile. Swetlana Geier hat hier ein übersetzerisches Meisterwerk geschaffen, indem sie einen dichten und schwer zugänglichen, komplexen Roman in eine Sprache übertragen hat, die den Zugang leichter (wenn auch nicht mühelos) macht.
22 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. August 2007
Ich möchte mich nicht über den konkreten Inhalt dieses Buches auslassen. Da es ein Klassiker ist, kann man ohne Probleme Zusammenfassungen ausfindig machen.
Mir geht es darum zu betonen, dass ich dieses Buch für grandios halte. Eine Übertreibung ist m.E. ein Ding der Unmöglichkeit. Bis auf wenige Ausnahmen liebe ich Dostojewskijs Bücher sowieso, aber die Brüder Karamasow ist eine Klasse für sich. Jeder Protagonist ist bis ins kleinste Detail durchdacht und egal ob man den hasenfüßigen Aljoscha, den intellektuellen Iwan oder den hitzköpfigen Dimitri nimmt, sie alle erscheinen, als kenne man sie persönlich. Fernerhin ist ihr Handeln und gesamtes Wesen von solch enormen Gewicht und zeugt von so viel Weitsicht des Autoren, dass es sprachlos stimmt. Sie sind nicht nur irgendwelche Protagonisten, sie sind "richtige Menschen". Man kann sich geradezu in jeden der drei verlieben, obgleich sie so unterschiedlich sind. Jeder für sich könnte einen eigenen Roman ausfüllen, was im Fall des "Großinquisitors" ja auch geschehen ist. Dostojewskij vermag es in der Folge mit diesem Werk einiges an Weltliteratur aussehen zu lassen wie Groschenromane. Nach meinem Dafürhalten kann man an diesem Buch rein gar nichts bemängeln, wenn man es bis zum Schluss gelesen und nicht etwas vollkommen anderes erwartet hat. Soll heißen, dass es gewiss nicht den Geschmack von jedem trifft. Wer nach einem "guten Buch" für den Urlaub sucht oder beim Lesen überhaupt lieber abschaltet, sollte mit einem anderen Buch Vorlieb nehmen. Dieses ist gewaltig und tiefsinnig. Es ist zwar ein Krimi, aber keiner, den man mit gängigen - ohne jeden Zweifel guten - Detektivgeschichten auch nur ansatzweise vergleichen kann. Man muss dieses Buch sehr konzentriert lesen. Wie dem auch sei, wenn man bereit dazu ist sich intensiv mit einem Buch auseinanderzusetzen, dann begeht man bestimmt keinen Fehler, wenn man hier zugreift.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Juli 2010
Es kommt bei großen Literaten recht selten vor das sie kurz vor ihrem Tod ihr größtes Werk verfassen, umso mystischer wirkt es dadurch, so als könnte der Autor mit Vollendung des letzten großen Werks nun zufrieden sterben.
So geschah es beim großen Goethe und seinem Faust, und so war es auch bei Dostojewski und seinen karamasow'schen Brüdern.

Die Handlung ist eigentlich recht flott erzählt:
Die Familie Karamasow ist zerüttet, der Vater Fjodor und sein ältester Sohn Dmitri stehen im Streit um Geld und um ein Weib. Die beiden anderen Brüder, der intelektuelle Iwan und der religöse Aljoscha können nicht schlichten und es kommt zur Ermordung des Vaters.
Der Clou den vermeintliche Täter, der den Vater in aller Öffentlichkeit den Tod androhenden Dmitri, trifft keine Schuld...
Daraus entwickelt sich eine spannende Kriminalgeschichte an deren Ende eine große Überraschung steht.

Doch das ist es nicht allein, was diesen (je nach Ausgaben) über tausend Seiten füllenden Roman auszeichnet.
In zahlreichen Nebenhandlungen und Streitgesprächen werden alle typischen Eigenarten, Ansichten, Reflexionen und Gedanken zum Leben, zur Liebe, zu Frauen, zum Glauben, zu Strafe, zu ..., erörtert und behandelt.
Dabei entsteht ein Querschnitt durch die tiefen der russischen und auch der Weltseele, so fein und genau wie mit dem Skalpell geschnitten.
Alle Schichten der Gesellschaft und alle möglichen Menschentypen werden gezeigt und erklärt.
Dabei geht der Autor vorsichtig und doch virtuos vor.
So wird die Psyche der verschiedenen Charaktere aufs genauste untersucht.
Zu Recht Freuds Lieblingsklassiker.
Beim Lesen tritt trotz der riesigen Seitenzahl niemals langeweile auf, denn die besprochenen Themen wie Liebe oder Glauben sind auch noch über hundert Jahre nach erscheinen, top aktuell.

Außerdem findet man in diesem Buch ein ganzes Sammelsurium von Zitaten die merkwürdig sind im wahrsten Sinne des Wortes:
"Bei uns in Rußland sind die Trinker die besten Menschen. Die besten Menschen sind bei uns die schlimmsten Trinker." oder
"ich will dennoch weiterleben und diesen Becher, den ich nun einmal zu trinken angefangen habe, nicht vom Mund nehmen, ehe ich ihn vollkommen geleert habe!"
Und viele weitere wunderbare Zitate.

Ein Buch zum lesen vor dem schlafen gehen ist dieses Monumentalwerk der russischen Literatur wahrlich nicht, man braucht Geduld und Zeit, und man sollte es diesem gewaltigen Buch auch zu gestehen, sich allein auf den wahrlich großen (in jeder Hinsicht) Inhalt zu konzentrieren.

Zur Ausgabe: Lange habe ich gesucht nach einer optisch attraktiven Hardcover Ausgabe der "Brüder Karamasow", und tatsächlich, Anaconda hat meinen Wunsch erhört, der sehr günstige Preis spielt dabei keine Rolle ist aber sehr lobenswert.
Alles in Allem ein wunderschönes Buch in einer wunderschönen Aufmachung.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Weltliteratur, ohne Zweifel. Viel philosophische und insbesondere anthropologisch-psychologische Weisheit darin, allerdings - banausig bemerkt - keine, die man nicht durchdenkend kennt, wenn man den späten Goethe und Nietzsches Philosophie tragisch nickend und abendländisch seufzend gelesen hat. Dostojewski thematisiert und beklagt in h-moll das Problem des Nihilismus für sein Russland, das den Glauben verliert und in eine geschichtliche Apokalypse treibt. Sehr literarisch ist, wie er den Menschen psychologisch genau in drei Ich-Typen aufzufächern versteht und so die Facetten seiner inneren Dramatik zeigt: Leidenschaftlichkeit (Dmitrij), liberaler, gottvergessener Rationalismus (Iwan), Religiosität und Mystik im Sinne der Narodnikis (Aljoscha). Bei Goethe bilden Faust und Mephisto das mit sich ringende menschliche Ich, hier die drei Brüder. - Aber um die Tiefe der Zerrissenheit zu erfahren, steht der moderne Leser lange in muffigen Salons herum und latscht sich die Sohlen in den langweiligen Gassen der Stadt und auf Gartenwegen ab. Man braucht also Kondition, um eine Tiefe erfahren zu können, die heute, nachdem die Menschheit alle Unschuld verloren und alle Kultur verhunzt hat, so finster schillernd nicht anmutet, denn der Tod Gottes ist in seiner Konsequenz bis zur schlimmsten Banalität so deutlich, dass man mit den Schultern zuckt, denn man weiß, wie unheilvoll sich Nietzsches und Dostojeskis visionäre Ahnungen bestätigten. Interessanter noch als die moraltheologisch anmutenden Pastoralen um den Vatermord herum fand ich die novellistische Binnenhandlung um den nihilistisch infizierten Gymnasiasten Kolja Krassotkin: moderner Typus einer neuen Ära, kalt, altklug, gewissenlos, intellektuell, manipulativ, unerschrocken, als Schüler schon so abgekärt und zynisch, dass er bei Thomas Bernhard auftauchen könnte. Ich las den Wälzer zu Ende in der Hoffnung, Krassotkin tauche zwischen dem tragisch-weltliterarischen Singsang eines Epochenendes noch einmal destruktiv gewitzt auf. Aber er verschwindet, und so liest man weiter von den drei Brüdern, obwohl man mit Iwans gleichnishaften Großinquisitor- und Teufelsgeschichten längst alles verstanden zu haben meint, während die Spannung - auch im Psychologischen - erschlafft. Im vierstelligen Seitenzahlbereich streicht man noch gern ein paar markige Passagen an. Bis dahin muss man wacker durchlaufen. Ja, man darf sich vor dem Werk verneigen; aber naturgemäß ist man desillusionierter als die betroffenen Helden und Zeitgenossen, deren Reaktionen sich noch bis ins Pathologische steigern konnten. Krassotkin, die Nebenfigur, hätte den Band böse lächelnd gelesen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Dezember 2012
Die Brüder Karamasow" schildert - aus der Sicht eines realistischen Kriminalromans - die Entstehungsgeschichte, die Durchführung und die juristische Abhandlung eines Vatermords. Als philosophisch-theologischer Roman geht der Roman aber weit über diesen kriminalistischen Aspekt hinaus. Er ist zugleich Sittenbild der russischen Gesellschaft der 60er Jahre des 19 Jahrhunderts und behandelt grundlegende Fragen der Religion und Ethik wie Schuld und Sühne", Nihilismus und seine Konsequenzen", Glaube und Unglaube in unterschiedlichsten Schattierungen" oder Recht versus Gerechtigkeit".

Auch ist dieser wirklich gigantische Roman zwingend aus zwei Perspektiven zu betrachten/lesen: aus einer realistischen und einer allegorischen. Von einer realistischen Perspektive betrachtet ist es ein Roman eines Justizirrtums" - ein letztendlich Unschuldiger wird zu 20 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Aus allegorischer Sicht ist es aber ein Roman eines durchaus gerechten" Urteils. Warum? Dostojewskijs Mittäter" - die Brüder Aljoscha, Ivan, Dmitrij sowie der uneheliche Sohn Smerdjakow verkörpern allegorisch die notwendigen Stufen eines sich manifestierenden Verbrechens bzw. des Bösen. So erwägt Aljoscha dieses nur kurz als Möglichkeit, verneint als aber tief gläubiger Mensch bereits zu Beginn. Ivan bejaht die Tat als intellektueller Atheist bereits stillschweigend, nimmt aber von einer konkreten Umsetzung Abstand. Dmitrij (der sicher russischte Charakter des Romans) bejaht den Mord aber bereits offen und wird für diese Bejahung letztendlich auch schuldig gesprochen. Smerdjakow wiederum setzt den bösen" Gedanken schließlich um. Als Instrument des Bösen" entzieht er sich einer Verteilung aber letztendlich durch Selbstmord. Der böse Gedanke hat sich somit als Verbrechen manifestiert. Das Böse verschwindet im Moment der Tat-zurück bleibt die Frage des wahrhaft" Schuldigen.

Wie bereits in Schuld und Sühne" schafft es Dostojewskij mit diesem Roman die tiefsten Sehnsüchte, die niedrigsten, erhabensten, absurdesten und zugleich menschlichsten Charakterzüge des Menschen lebendigst zu schildern und dringt dabei in Tiefen ein, die man wohl bei keinem anderen Autor der Weltliteratur findet. So habe ich in einer Quellenangabe auch den Ausdruck Realismus am Rande der Transzendenz" gefunden - eine Bezeichnung, die ich sehr treffend finde und für Dostojewskijs Schaffen (möglicherweise noch stärker ausgeprägt bei Schuld und Sühne") charakteristisch ist.

Zugegebenermaßen weist der mehr als 1000 Seiten starke Roman auch einige Längen auf (so ist die Geschichte des Starez Sosima vielleicht etwas zu lange geraten..). Im Allgemeinen ist der Roman aber doch unheimlich spannend, bereichernd und zwingt förmlich zum Weiterlesen.
Nachdem ich die Brüder Karamasow" nun bereits das dritte Mal gelesen habe, erlaube ich mir nur vorsichtig und voller Ehrfurcht vor Dostojewskijs Genie folgende Kritik/Warnung:

1) Der Roman ist nach Siegmund Freud geradezu eine Vergötterung des Über-Ichs", wobei Dostojewskij von Freud sogar als der Kerkermeister der Menschheit" bezeichnet wurde. Dieser Vorwurf ist, wie ich finde, legitim, da Dostojewskijs Romanfiguren sich fast manisch zwischen Es und Über-Ich durchs Leben leiden". Hingerissen zwischen Wolllust und der Sehnsucht nach Erlösung, wühlen sie im Dreck" der irdischen Existenz, möchten förmlich leiden um sich zugleich Gott vor die Füße zu werfen und Buse zu tun. Dostojewsijs Kartharsis erfolgt immer über tiefste seelische Abgründe, nie aber über ein gesundes Ich, ein pragmatisches, zufriedenes genügsames Leben. Wohl finden sich in Dostojewskijs Roman auch einige Personen (z.B. Rakitin oder Frau Chochlakowa), die dieses ansatzweise verkörpern. Dennoch werden diese tendenziell als unsympathisch (da berechnend), dumm oder einfach westlich" gezeichnet.

2) Weiters sind in Dostojewskijs Romanen die Grenzen zwischen Atheismus und Nihilismus stets sehr eng. Ein menschenliebender, positiver Atheismus ist in Dostojewskjis Romanen ausgeschlossen. Dostojewskijs Atheismus, der immer konsequent dem Credo Alles ist erlaubt" folgt, führt stets in die Verzweiflung und den Wahnsinn (Im Falle des Vaters zumindest in den Mord).

3) Als letzter Punkt ist auch anzumerken, dass Dostojewskij ein zutiefst nationalistischer Autor ist. Er ist von der Größe der russischen Nation überzeugt und sieht sie - trotz aller scharfer Kritik - doch der westlichen Kultur überlegen. Der westliche Fortschrittsglaube und Pragmatismus sind Charakteristika, die in Dostojewskijs Weltbild kritisch bis ablehnend behandelt werden.
Aufgrund dieses extrem polarisierenden und kaum Zufriedenheit stiftenden Weltbilds sollte man sich von den Brüdern Karamasow" daher auf keinem Fall eine Blaupause für ein glückliches Leben erhoffen. Der Roman wirft in vollendeter Weise Fragen der menschlichen Existenz und des Glaubens auf, gibt aber keine eindeutigen Antworten. Dostojewskijs Brüder Karamasow" bringt Licht in die dunkelsten Winkel der menschlichen Seele, leuchtet aber aufgrund der Vergöttlichung des Über-Ichs nicht den Weg für ein glückliches Leben im Diesseits.,
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Mai 2009
Dostojewskis letzter Roman, veröffentlicht nur zwei Jahre vor seinem Tod, ist zugleich die Quintessenz seiner ganzen literarischen Laufbahn. Alle Ideen, alle Motive, alle großen Themen geht er hier erneut an und vereint sie zu einem Werk, daß heute als eine der größten Errungenschaften der Literaturgeschichte gilt. Es ist der womöglich beste Roman, der je geschrieben wurde.

Hermann Hesse wunderte sich und hielt es kaum für möglich, daß "Die Brüder Karamasow" von nur einem einzigen Menschen geschrieben wurde. Sigmund Freud bezeichnete es als den besten Roman, der je geschrieben wurde. Friedrich Nietzsche gestand, daß Dostojewski der einzige Psychologe war, von dem selbst er noch etwas lernen konnte. Kafka, Camus, Hemingway, Marquez und viele andere Giganten der Weltliteratur haben dem Russen gehuldigt und schreiben ihm maßgeblichen Einfluss auf ihr eigenes Schaffen zu.

Was ist dem noch hinzuzufügen?

"Die Brüder Karamasow" ist im Wesentlichen die Geschichte von einem Vatermord. Fjodor, der ein großer Schurke ist und moralisch verkommen, hat vier Söhne. Dimitri, Soldat, Lebemann, nicht sehr gebildet, dafür temperamentvoll und ein großes Herz. Iwan, Student, Intellektueller und erklärter Atheist, der im Stillen zweifelt. Aljoscha, Novize im nahen Kloster, ist der Schlichter und Versöhner, das Gewissen, der gute Mensch. Und schließlich Smerdjakow, unehelich gezeugt, der als Koch und später als Diener für den Vater in seinem Haus arbeitet.

Dostojewski, der die menschliche Psyche kannte wie kaum ein zweiter Schriftsteller, leuchtet seine Figuren über viele hundert Seiten aus, mit all ihrem Glanz und auch Abgründen. Selbst den kleinsten Nebenfiguren widmet er viel Aufmerksamkeit. Mitunter agieren sie am Rande des Wahnsinns, sie funktionieren dennoch, weil sie glaubwürdig und vielgestaltig sind.

Als all diese unterschiedlichen Charaktere im Dorfe des Vaters aufeinandertreffen, bleiben Konflikte nicht aus, es kommt zu allerlei Reibereien, Überwerfungen und schließlich zum Mord. Dies ist der lose Handlungsrahmen, ein bis zuletzt spannender Kriminalroman ganz im Stile von "Schuld und Sühne". Wer Dostojewski kennt, weiß aber das sich seine Romane solch einer strikten Einteilung entziehen.

Kunstvoll baut er wieder unzählige Nebenhandlungen ein und verwebt diese miteinander. Es sind nicht nur die unterschiedlichen Charaktere und somit Welten, die hier aufeinanderprallen. Dostojewski beschäftigt sich auch wieder mit den großen Themen der Religion, des Lebens und der Liebe in all ihren Formen. Besonders hervorzuheben ist die "Legende vom Großinquisitor", in denen sich Dostojewski mit dem Theodizee-Problem auseinandersetzt.

Auf rund tausend Seiten verflechtet der Autor Gott und Teufel, Glauben und Nichtglauben, Schuld und Sühne, Liebe, Hass und Auferstehung zu einem vollkommenen, polyphonen Roman. Man muss sich Zeit nehmen, es ist kein Buch, das man nebenbei liest. Es funktioniert auf vielen Ebenen, aber erst wenn man tiefer schürft und alle Handlungsstränge im Zusammenhang sieht, erahnt man die ungeheure Größe der Brüder Karamasow. Das Leseerlebnis ist sehr intensiv, vereinnahmt einen völlig, zieht einen wie ein Sog hinab. Es scheint mir undenkbar, daß jemand aus der Lektüre dieses Romanes unverändert hervorgeht.

Dostojewski hatte es in Russland nie ganz einfach. Als ihm im Ausland längst der gebührende Ruhm zuteil ward, wurde er im Heimatland immer wieder kritisiert und angefeindet. Mit dem Erscheinen seines letzten Romans schließlich verstummten auch die letzten Zweifler.

An seinem Begräbnis nahmen rund 60000 Menschen teil und huldigten jenem Mann, der heute als größter Psychologe der Literaturgeschichte gilt, dessen Romane allesamt Klassiker der Weltliteratur sind und ohne den die Literatur des 20. Jahrhunderts, so wie wir sie kennen, nicht möglich gewesen wäre.

"Die Brüder Karamasow" ist sein reifstes, tiefgründigstes, intensivstes Werk. Eine vollendete Komposition.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Juli 2008
Das ist typisch Dostojewskij - ein Buch über 1300 Seiten schreiben, dessen grober Inhalt auch in 300 Seiten hätte niedergeschrieben werden können. Doch es ist ebenso typisch Dostojewskij, dass diese Tatsache niemanden stört, im Gegenteil. Autoren wie Dostojewskij und sein russischer Meisterkollege Tolstoi sind Wort- und Gedankenkünstler, deren Werke sich erst in angemessener Länge wirklich entfalten. Dies gilt besonders für "Die Brüder Karamasow", dessen düstere Faszination den Leser immer tiefer in die Handlung zieht, je weiter die Seitenanzahl sich dem Ende neigt. Die Handlung, zu der ich mich nicht allzu ausführlich äußern möchte, ist an sich relativ schlicht - doch welch tiefsinniges, psychologisches Porträt einer Familie, deren konträre Neigungen und Eigenschaften sich zu einem beklemmenden Konflikt entwickeln, in einer Greueltat gipfelnd, schafft Dostojewskij in diesem Werk!

Der Ausgangspunkt des Romanes ist die Heimkehr der drei Karamasow-Brüder in das Haus ihres Vaters. Keiner der drei Brüder, ob es nun der fromme, gutmütige Mönch Alexej "Aljosha", der rationale Gelehrte Iwan oder der impulsive Dmitri "Mitja" ist, kann in dem trinkenden Lüstling Vater Karamasow einen ehrbaren Bürger erkennen und gerät in Konflikte mit ihm. Dies gilt insbesondere für den ältesten Sohn Mitja, denn die Leidenschaft des alten Karamasow für die junge Sirene Gruschenka ist ihm ein gewaltiger Dorn im Auge - ist er doch selbst unsterblich in sie verliebt und befürchtet, sie könne sich - aufgrund dessen Wohlstandes - für seinen Vater entscheiden. Nach einer gespenstischen nächtlichen Szenerie wird der alte Karamasow ermordet in seinem Haus aufgefunden. Für die Polizei und die Bekannten der Familie steht fest: Dmitri muss der Täter sein. Tatsächlich sprechen auch alle Beweise gegen ihn, doch Mitja beteuert seine Unschuld am Mord seines Vaters. Eine beklemmende Gerichtsverhandlung entbrennt. Doch auch Aljosha und Iwan kommen, ausgelöst durch den Tod ihres Vaters, nicht darum herum, mit sich selbst und ihrer Auffassung von Leben und Glauben ins Gericht zu gehen...

Zu dieser groben Schilderung der Handlung kommen natürlich noch zahlreiche Nebenhandlungsstränge (der Tod von Starez Sossima, das geistliche Vorbild Aljoshas, die Eskaparden des Schülers Kolja Krossotkin, Aljoshas Besuche bei Madame Chochlakowa und ihrer kränklichen Tochter Lisa), die sich jedoch vorzüglich in die Haupthandlung einfügen und die erstaunlichen Dimensionen dieses Romans untermalen. Philosophisch gesehen hält "Die Brüder Karamasow" ebenfalls, was Dostojewskijs sonstige Werke versprechen. Es werden Gedanken, Gefühle und (Lebens-)Theorien geschildert, die einerseits immer noch alltäglich und aktuell sind (oft hatte ich beim Lesen gewisser philosophischer Fragen den Gedanken, dass auch mir solche Fragen schon durch den Kopf gegangen sind), andererseits so genial subtil sind, dass man sich fragt, wieso man sich um solche Dinge selbst noch nie Gedanken gemacht hat. Diesbezüglich nimmt man also sehr viel aus diesem Roman mit.
Auch vom literarischen Aspekt ist der Roman typisch Dostojewskij, also in recht schlichter, aber treffender Manier, gleichzeitig sehr bildhaft und erhaben. Über die Qualität von Swetlana Geiers Übersetzung kann ich persönlich nichts sagen, da ich weder dem Russischen mächtig bin noch andere Übersetzungen kenne - was ich jedoch sagen kann, ist, dass das Lesen des Romans mich mit Erstaunen und tiefem Respekt gegenüber solch tiefgründiger Worte erfüllt hat, was nicht zuletzt auch Frau Geier zu verdanken ist. Dementsprechend bin ich überzeugt, dass sie die Lorbeeren für ihre Dostojewskij-Übersetzungen mehr als verdient hat. Überhaupt muss ich am Schluss noch ein großes Lob an den Fischer-Verlag aussprechen, denn er hat mit diesem Band ein schönes, ansprechendes Gesamtpaket veröffentlicht, abgerundet mit einem interessanten und ausführlichen Anhang, in welchem sogar Bilder sind, und einer Namensliste mit den wichtigsten handelnden Personen (die Nützligkeit dieser Liste sollte man nicht unterschätzen).
Dieses Buch sollte man definitiv gelesen haben, denn es eröffnet einem Weisheit und Gedankenansätze, die niemanden unberührt lassen, auch wenn man mit der moralischen Meinung Dostojewskijs vielleicht nicht übereinstimmt. Meine Empfehlung ist jedoch, dass man dem Buch genug Zeit und Aufmerksamkeit widmen sollte, damit es sich auch entfalten kann. Dann wird man die gewidmete Zeit jedoch auch nicht bereuen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. März 2013
"Die Brüder Karamasov" von Dostojewski ist definitiv eines der genialsten Werke, die ich je das Vergnügen hatte, lesen zu dürfen.

Meine negative Bewertung bezieht sich nur auf die KINDLE-EDITION: Sie ist voll von Textfehlern, Rechtschreibfehlern und Interpunktionsfehlern! Ganz offenbar hat die automatische Texterkennung bei der Digitalisierung nicht optimal funktioniert: So wurde z.B. sehr oft aus "mir" ein "mit" und umgekehrt, und man konnte kaum eine Seite lesen, ohne über solche Schnitzer zu stolpern. Kommata waren teils an den unmöglichsten Stellen gesetzt, andererorts fehlten obligatorische Kommata jedoch wiederum.

Eigentlich sollte nach digitaler Texterkennung ja noch jemand ordentlich korrekturlesen und solche Dinge ausbessern. Dies ist hier anscheinend entweder kaum oder durch eine des Deutschen nicht mächtige Person geschehen. Das Lesevergnügen wird durch solche ständigen Fehler durchaus signifikant getrübt, auch wenn alles in allem ein relativ flüssiges Lesen möglich war.

Das Buch - also inhaltich - würde weit mehr als 5 Sterne verdienen.

Die Kindle-Ausgabe jedoch leider weit weniger. Für den günstigen Preis gerade noch 2 Sterne - aber ich hätte definitiv lieber 2 Euro mehr gezahlt und dafür eine fehlerfreie Digitalausgabe gekauft.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Schuld und Sühne (Roman)
Schuld und Sühne (Roman) von Fjodor Dostojewski (Gebundene Ausgabe - 31. März 2012)
EUR 9,95

Verbrechen und Strafe: Roman
Verbrechen und Strafe: Roman von Fjodor M. Dostojewskij (Taschenbuch - 1. Juni 1996)
EUR 12,95

Der Idiot
Der Idiot von Fjodor Dostojewski (Gebundene Ausgabe - 31. März 2007)
EUR 9,95