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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut!
Meiner Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe mit der Übersetzung von Herrn Röhl. Mir hat der Stil der Übersetzung sehr gut gefallen, allerdings hatte ich vergessen was für ein Wälzer Anna Karenina wirklich ist, da ich eine sehr alte Ausgabe des Buches noch von meinen Eltern besaß mit hauchdünnem Papier. Der Leser tut also gut...
Vor 19 Monaten von Aurora Borealis veröffentlicht

versus
41 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Großartiges Werk in schlechter Ausgabe
Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf die 2009er Ausgabe des Fischer-Taschenbuch-Verlags Frankfurt a.M., 1304 S., übersetzt von Hermann Röhl, mit einem Werkbeitrag aus aus dem Neuen Kindlers Literatur Lexikon:

Ich habe selten ein Buch gelesen, das so viele Fehler enthält. Zum Teil sind die Fehler dem Übersetzer geschuldet...
Veröffentlicht am 24. September 2009 von Jultomten kommer


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut!, 4. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. Roman (Gebundene Ausgabe)
Meiner Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe mit der Übersetzung von Herrn Röhl. Mir hat der Stil der Übersetzung sehr gut gefallen, allerdings hatte ich vergessen was für ein Wälzer Anna Karenina wirklich ist, da ich eine sehr alte Ausgabe des Buches noch von meinen Eltern besaß mit hauchdünnem Papier. Der Leser tut also gut daran sich zu überlegen welche Ausgabe er nun wirklich kauft!

Noch eine Anregung an Amazon, es wäre wesentlich übersichtlicher für jemanden der für seine Kaufentscheidungen die Rezensionen benützt, wenn sie genau unter dem Produkt befinden für das sie ursprünglich gedacht waren! Ich fange nichts mit einer Rezension z.B. über die Kindle Ausgabe an, wenn ich sie unter einer komplett anderen Ausgabe habe. Wenn die Rezension zu einem Kindle Produkt suche muss ich mich oft erst durch die Buchrezensionen wühlen bevor ich die richtigen Buchrezensionen finde. Wobei das mit Kindle nur ein Beispiel ist, oft sind die Rezensionen zusammengewürfelt und beziehen sich auf verschiedene Ausgaben. Wäre günstig wenn Amazon das ändern könnte, Danke!
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41 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Großartiges Werk in schlechter Ausgabe, 24. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Broschiert)
Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf die 2009er Ausgabe des Fischer-Taschenbuch-Verlags Frankfurt a.M., 1304 S., übersetzt von Hermann Röhl, mit einem Werkbeitrag aus aus dem Neuen Kindlers Literatur Lexikon:

Ich habe selten ein Buch gelesen, das so viele Fehler enthält. Zum Teil sind die Fehler dem Übersetzer geschuldet (dem Lektorat hätten sie natürlich trotzdem auffallen müssen), so wird aus "ineinander" "durcheinander" oder der "Kontrahent" sollte zum "Konkurrent" werden, stehen blieb aber ein "Konturrent". Zum Teil befinden sich auch einfach nur Zeichen an Stellen, an die sie nicht gehören, z.B. steht einmal völlig deplaciert mitten im Text eine schließende Klammer.

Hinter der Ausgabe stecken viele gute Gedanken (z.B. ist das Papier sehr dünn, sodass dieses Mammutwerk trotz angenehm lesbarem Schriftbild mit ausreichendem Rand und Zeilenabstand in ein Format passt, dass man problemlos überall mit hin nehmen kann, auch der Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon ist bereichernd), aber ein sorgsames Schlusslektorat sollte eigentlich Standard sein.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 21. Januar 2013
Von 
HeikeM - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. Roman (Gebundene Ausgabe)
Anna Arkadjewna Karenina kommt von Petersburg nach Moskau, um im Ehestreit ihres Bruders Stepan Oblonski (Stiwa) zu vermitteln. Kitty, Stiwas Schwägerin, ist in den Grafen Wonski verliebt und hat in Erwartung seines Antrages den Heiratsantrag des Gutsbesitzers Konstantin Lewin abgelehnt. Auf einem Ball trifft Anna Wronski wieder, er hat nur noch Augen für die verheiratete Anna und die junge Kitty versinkt in ihrem Unglück. Anna, nur nach außen hin glücklich scheinend, mit dem hohen Staatsbeamten Alexej Karenin verheiratet, stürzt sich in eine Affäre mit dem jungen Offizier. Diese Liaison bleibt nicht ohne Folgen, Anna bringt ein Mädchen zur Welt. Mit ihrem Ehemann kann sie nicht weiter zusammenleben, sie verlässt ihn und den gemeinsamen Sohn, lässt alle Konventionen hinter sich und ist bereit den Preis zu zahlen. Für die Gesellschaft ist sie damit untragbar geworden. Gesellschaftlich fallen gelassen, moralisch verurteilt und isoliert lebend, den Sohn vermissend und die Tochter nicht liebend, wartet sie auf die Einwilligung des Ehemannes in die Scheidung. Doch er versagt ihr diese. Auch in der Beziehung zu Wronski ist große anfängliche Verliebtheit gewichen, Eifersucht, Unverständnis, Wut haben im Alltag Einzug gehalten. Man spürt ihre innere Zerrissenheit. Für Anna erscheint die Situation ausweglos.

Kitty hat nach einem längeren Kuraufenthalt in Deutschland erkannt, dass ihr Herz doch für Lewin schlägt. Beide heiraten und schon bald wird der Sohn geboren. Er ist zwar glücklich, die Frau, die er aufrichtig liebt, geheiratet zu haben, zufrieden ist aber auch er nicht. Er strebt nach Veränderungen im Landleben und arbeitet an einem Buch über seine sehr fortschrittlichen Visionen zur Modernisierung Landwirtschaft.

Stiwa und Dolly Oblonski stellen das Bindeglied zwischen diesen zwei Handlungssträngen dar. Beide haben sich arrangiert, der Ehebruch Stiwas, der zu Beginn des Romans die Ehe fast hat zerbrechen lassen, ist kein Thema mehr. Beide leben mehr oder weniger ihr eigenes Leben, geprägt durch ständige Geldprobleme, denn Stiwa ist noch immer der Lebemann, inzwischen nur diskreter.

"Anna Karenina" ist für mich ein Meisterwerk, das Buch der Bücher, schon x-mal gelesen ist mir dafür kein Superlativ zu platt. Tolstoi ist ein begnadeter Beobachter und meisterhafter Erzähler. Er schafft es Szenen so mit Worten zu illustrieren, dass sie einem wie ein Film vor Augen ablaufen, genannt seien dafür stellvertretend das Pferderennen, Lewins Jagd im Schnepfensumpf und Dollys Besuch bei Anna. Seine Protagonisten sind alle lebensechte Menschen, sie haben Stärken und Schwächen. Kein einziger ist nur gut oder nur schlecht. Dabei beschreibt er die Charaktere ausgefeilt, facettenreich und psychologisch fundiert, so dass der Leser bei ihnen mühelos eine Entwicklung verfolgen kann. Lew Tolstoi breitet in diesem Mammutwerk verschiedene Lebensphilosophen und Lebensstile aus. Setzt sich mit der Familie und dem Sinn des Lebens an sich auseinander und baut darum die Geschichte um die drei adligen Familien auf.

Der Roman hat mehrere Handlungsstränge, zwischen denen wechselt Tolstoi immer wieder in seiner Erzählung, so dass das Schicksal seiner Hauptpersonen auch aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Aber er arbeitet auch deutlich das Verbindende und Trennende zwischen den einzelnen Familien heraus, so dass wirklich der Eindruck entsteht, man kenne alle Protagonisten schon seit Jahr und Tag. Die Beschreibungen von Personen und Szenarien sind meist sehr umfangreich, bildhaft und detailliert. Aber beim Lesen der fast 1.300 Seiten kam nie Langeweile oder Ermüdung auf. Ich habe immer den Drang verspürt, mehr zu erfahren und weiter am Leben der Familien teilzunehmen. So wird dann letzten Endes deutlich, dass die glücklichen Familien einfach nur glücklich sind, sich die unglücklichen Familien jedoch in ihrem Unglück von einander unterscheiden.

Immer wieder werden "Effi Briest", "Madame Bovary" und "Anna Karenina", die großen Ehebrecherinnen in der Literatur, miteinander verglichen. Für mich ist Tolstois Werk auf Grund seiner Erzählkunst und seines Einfühlungsvermögens in die Charaktere der herausragende Roman. Etwas besseres und ausgereifteres habe ich in der Literatur noch nicht gefunden.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Liebe, Dekadenz, epische Länge, 21. April 2010
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Broschiert)
Der Roman befasst sich mit zwei gegenläufigen Haupthandlungen, die durch zahlreiche Nebenhandlungen ergänzt und miteinander verknüpft werden. Die Gesamtheit des Textes bildet ein Kaleidoskop der russischen Gesellschaft zur Zeit Leo Tolstois.

Die russische Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts kommt nicht gut weg in diesem Buch. Ihre Verlogenheit, vorrangig die der vornehmen Damen der besseren Kreise, ist verantwortlich für Annas Selbstmord. Nicht wegen ihrer Beziehung zu Wronski wird sie geächtet, sondern wegen der Konsequenz, mit der sie für diese Beziehung eintritt, für die sie Mann und Sohn verlässt. Viele der naserümpfenden, intriganten, gelangweilten Damen haben ebenfalls außereheliche Liebesverhältnisse, doch diese werden toleriert, solange sie den Schein wahren und den Status Quo aufrecht erhalten. Anna aber lehnt sich gegen diese Heuchelei auf. Die gesellschaftliche Isolation, in die sie durch ihr Verhalten gedrängt wird, lässt sie zerbrechen. Wronski, der sein gewohntes Leben weiter führen kann und gesellschaftsfähig bleibt, da dem männlichen Part des Ehebruchs nichts vorgeworfen wird, erkennt ihre Notlage nicht. Zwar konstatiert er, dass sie sich verändert, was auch für ihn den Umgang mit ihr schwierig macht, doch stellt er den Zusammenhang zwischen dieser Veränderung mit ihrer gesellschaftlichen Isolation nicht her. Doch auch die Herren dieser Schicht, des Adels, des Militärs, Beamte, zeigen in ihrer Mehrheit Verhaltensweisen von spätrömischer Dekadenz. Ihr Tagesablauf besteht aus Essen, Trinken, Feiern, Spielen, dem Besuch von einschlägigen Etablissements und anderen Vergnügungen. Dass diese Herren für den Lebensunterhalt ihrer Familien auch etwas zu arbeiten hätten, ist kaum je zu erkennen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Land bei diesen gesellschaftlichen Strukturen einige Jahre später auf eine Revolution zusteuert.

Man kann sicher nicht mit den gleichen Kriterien an die Beurteilung dieses Buches herangehen wie an die eines zeitgenössischen Romans. Die Rezensenten sind voll des Lobes für Tolstois Anna Karenina. Doch bei aller Ehrfurcht vor diesem opulenten Werk müssen auch einige kritische Anmerkungen erlaubt sein.

Viele hervorragende innere Monologe sind ein hervorstechendes Merkmal des Buches. Tolstoi beobachtet und beschreibt sehr genau und nimmt auf diese Art exzellente Charakterisierungen und psychologische Deutungen vor. Er fügt viele Erfahrungen und Erlebnisse aus seinem eigenen Leben ein. Diese Ausführlichkeit und Genauigkeit ist die Stärke des Buches, aber zugleich auch seine Schwäche. Die bereits oben erwähnten Nebenhandlungen sind sehr zahlreich, und nicht immer sind sie für die Haupthandlung maßgeblich. Manche davon blähen das Buch unnötig auf. Fast ausnahmslos alle Szenen werden äußerst ausführlich dargestellt. Von den meisten Kritikern werden die sehr epischen Naturbeschreibungen wie die Heumahd oder die Bekassinenjagd sehr hoch gelobt. Für mein Empfinden wäre etwas weniger Detailreichtum an manchen Stellen auch ausreichend gewesen. Ich gebe zu, mich stellenweise gelangweilt zu haben. Ständig wiederkehrende Wiederholungen bei den Beschreibungen von Personen sowie ein Hin- und Her und sich im Kreis drehende Handlungen fand ich ebenfalls nicht anregend. Wie weit diese Mittel dem Geschmack der damaligen Zielgruppe geschuldet sind, vermag ich aus heutiger Sicht natürlich nicht zu beurteilen.

Ich hatte mich für die Fischer-Taschenbuch-Ausgabe entschieden, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass diese Edition sehr gut verarbeitet ist und selbst bei extremem Umfang nicht aus der Bindung geht. Diese Erwartung wurde auch dieses Mal erfüllt. Allerdings hat diese Ausgabe einige krasse Rechtschreib- und leider auch Wortwahlfehler. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass der Übersetzer Begriffe gewählt hat, die so offensichtlich nicht in den Zusammenhang passen, vermute ich, dass diese Nachlässigkeit dem Lektorat anzukreiden ist.

Der Roman bietet viel Nachdenkenswertes und und umfangreichen Gesprächsstoff. Allerdings bedingt die Lektüre auch, dass man sich für die Themen, die Zeit, die Handlung interessiert und Tolstois epischen Stil mag. Andernfalls wird man nicht nur Gefallen an diesem Buch finden.
Zusammengefasst lautet mein Urteil: man kann Anna Karenina lesen, muss man aber nicht.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schön anzuschauen; aber leider (fast) unlesbar!, 31. Dezember 2010
Von 
Bücherwurm (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. Roman (Gebundene Ausgabe)
Diese Rezension bezieht sich ausschließlich auf das hier abgebildete Buch; Verlag Anaconda; nicht auf den Inhalt Tolstoi's!

Ich lese gerne Weltliteratur, aber ich finde, wenn man sich so einem Buch widmet, muss es auch eine schöne Ausgabe sein. Die vom Anaconda-Verlag gefiel mir am besten, also griff ich zu. Das Coverbild stellt Elizabeth Winthrop Chanler dar; 1893/John Sargent Singer, welches im Smithonian Museum in Washington DC hängt.
Nach dem ersten Gebrauch war ich regelrecht enttäuscht. Die Schrift ist so derartig klein, weil man sich so derartig bemüht hat, das Buch unter 1000 Seiten zu bekommen, dass man eine Lupe braucht. Nach 2 - 3 Seiten sind die Augen so derartig ermüdet und man kriecht förmlich ins Leselicht um die Zeilen doch noch zu entziffern; oder aber man legt sich wirklich eine Lupe für weitere Leseabende zu.
Auch die Qualität des Papieres ist nicht die Beste. Dünn und mit einem beigen-Schimmer versehen, als wäre es Recycling-Papier; allerdings fehlt der dementsprechende Hinweis.
Am Lesebändchen wurde auch gespart, was bei einem Buch generell nicht fehlen sollte.
Eine Kurzbiografie zu Tolstoi hätte auch nicht geschadet, außer dem Inhalt des Buches ist keine weitere Seite verschwendet worden.
Mich wundert es daher nicht, dass die Ausgabe so derartig verbilligt wurde; im Grunde ist sie nicht einmal das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurde!
Schade!
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5.0 von 5 Sternen Nur wer alles ertragen kann, darf auch alles wagen!, 9. Juni 2014
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. Roman (Gebundene Ausgabe)
Nachdem Stepan Arkadjewitsch und Ljewin ein kleines Speisezimmer mit dunklem Holzgetäfel an den Wänden durchschritten hatten, traten sie auf dem weichen Teppich in das halbdunkle Arbeitszimmer, das nur durch eine Lampe mit großem, dunklem Schirm erleuchtet war. Eine zweite Lampe mit einem Reflektor brannte an einer Wand und beleuchtete ein lebensgroßes Frauenbildnis, das unwillkürlich Ljewins Aufmerksamkeit auf sich zog. Es war jenes Bildnis Annas, das Michailow in Italien gemalt hatte. Während Stepan Arkadjewitsch um eine mit Schlinggewächsen überzogene Gitterwand herumtrat, wo dann eine bisher vernehmbare Männerstimme verstummte, betrachtete Ljewin das Bild, das in der hellen Beleuchtung aus dem Rahmen herauszutreten schien, und konnte sich nicht losreißen. Er vergaß sogar, wo er war, hörte gar nicht, was gesprochen wurde, und verwandte kein Auge von der wundervollen Darstellung. Das war kein Gemälde, sondern eine lebende, entzückende Frau, mit schwarzem Haar, entblößten Schultern und Armen und einem sinnenden halben Lächeln auf dem von einem zarten Flaum bedeckten Lippen, eine Frau, deren Augen ihn sieghaft und zärtlich anblickten und in Aufregung versetzten. Nur darum konnte man sie nicht für lebend halten, weil sie schöner war als ein lebendes Weib sein kann.
"Ich bin sehr erfreut," hörte er plötzlich neben sich eine Stimme, die sich offenbar an ihn wandte, die Stimme eben dieser Frau, die er im Bild betrachtete und bewunderte. Anna war ihm hinter dem Pflanzengitter hervor entgegengekommen, und Ljewin erblickte in dem halbdunklen Arbeitszimmer das Original des Bildnisses, in einem dunklen, verschiedenfarbig blauen Kleid, nicht in derselben Haltung, nicht mit demselben Gesichtsausdruck wie auf dem Bild, aber von der gleichen vollendeten Schönheit, wie sie der Künstler bei der Wiedergabe so glücklich erfasst und festgehalten hatte. Sie war minder glänzend in der Wirklichkeit als auf dem Bild, aber dafür besaß die Lebende einen besonderen neuen Reiz, den das Bildnis nicht aufwies.
(Anna Karenina, Seiten 843, 844).

Über 800 eng beschriebene und dünne Romanseiten muss der Leser durchwandern, bis es zu dem Treffen der Figuren des berühmten Werkes von Leo Tolstoi kommen darf. Im Banne der wunderschönen Anna Karenina, bereits zu einer tragischen Ehebrecherin degradiert, beschwört der einfühlsame und höchst empfindsame Ljewin beinahe eine persönliche Ehekrise herauf. Während Anna dem Roman den Titel verleiht, ist Ljewin, der den Leser bis zur letzten Seite mit seinen Gedanken, seinem Hadern, seinen Zweifeln und seiner stillen Entdeckung des wahren Glücks begleiten darf. Der hochkomplexe Roman, der in das städtische und ländliche Russland des 19. Jahrhunderts entführt und mit Kritik an der damaligen feinen Gesellschaft von Petersburg und Moskau nicht spart, ist das reine Lesevergnügen!

Durch das sehr bekannte Ende der tragischen Hauptfigur mag man dem Romanwerk mit Vorurteilen begegnen, die vielleicht noch durch gewisse filmische Adaptionen verstärkt werden. Tatsächlich verleihen der höchst lebendige Schreibstil, die Detailfreude des Autors und dessen stets so köstliche Ironie dem Roman nicht nur das Prädikat besonders wertvoll, er ist darüber hinaus –trotz seines seitenstarken Inhalts- eine größtenteils amüsante und anregende Lektüre.

Tolstois größte Stärke dürften die Charakterbeschreibungen der zahlreichen Figuren dieses Werkes sein. Die einzelnen Personen wirken so lebhaft und obwohl sie einer längst vergangenen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts angehören, wirken sie dem heutigen Leser ungemein nah. Wenn sich der Autor einer gewissen Person widmet, dann mit voller Hingabe, bis dieser einem vor dem geistigen Auge so plastisch gegenübersteht, dass man glaubt, den jeweiligen Charakter wirklich zu verstehen und ihm trotz der augenscheinlichen Schwächen beizustehen. Die erweckte Empathie nutzt Tolstoi ganz bewusst, um den Leser ganz in den Bann seiner Geschichten zu ziehen. Sympathisch ist darüber hinaus, dass gerade die Hauptfiguren von nicht unerheblichen Selbstzweifeln geplagt werden, oder sich ihrer ganz und gar nicht sicher sind. Der idealistische Ljewin, der das besondere Interesse verdient, versucht eine beinahe utopische Welt auf seinem Landgut zu verwirklichen und erlebt verblüfft als junger Ehemann; dass sich so manche scheinbar sichere Vorstellung als pure Illusion erweist. Anna dagegen ist am Anfang das Idealbild der feinen Gesellschaft und mit ihrer Lebhaftigkeit und Anmut eine Zierde an der Seite ihres eher steifen Ehegatten, der als Waisenkind und jetziger Beamter eher ein Emporkömmling ist. Doch es ist ausgerechnet ihre Lebensfreude, die ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Alle ihre Kämpfe gegen ihre unpassende Leidenschaft sind vergebens, genauso wie ihr langsamer aber sicherer Sturz. Da sich ihre Verzweiflung aber vor allem in eifersüchtigen Anfällen ausdrückt, erkennt ihr Geliebter nicht den gefährlichen Grad des Wahnsinns, dem sich die schöne Anna immer mehr nähert. Wo fängt Selbstsucht an und hört Liebe auf? Gibt es die selbstlose Liebe oder ist sie nur ein Märchen? Was ist an Traditionen zu bewahren und wo ist die eigene Vernunft gefragt?

Viele Fragen sind trotz des Alters des Romanwerkes immer noch von Bedeutung und es macht den besonderen Reiz des Buches aus, diese im Spiegel historischer Gegebenheiten zu jonglieren.

Die Ausgabe von Anaconda enthält eine ordentliche und lesbare Übersetzung von Hermann Röhl. Sie hat einen stabilen Einband, welches mit einem passenden Frauengemälde aus dem Jahre 1893 verziert wurde. Die Seiten sind ordentlich eingeklebt und es wurden auch keine üblen Rechtschreibschnitzer oder ähnliches bemerkt. Das Buch macht sich auch sehr gut im heimischen Bücherregal!
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5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 27. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch kam in sehr gutem Zustand an und in der gemeldeten Lieferzeit.
Das Buch an sich ist ein toller Roman und hat man sich erstmal mit den vielen Namen für eine Person gewöhnt kommt man auch gut damit zurecht.
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5.0 von 5 Sternen Ein russisches Meisterwerk, 9. März 2014
Von 
Anett Posner (Bundesland mit den meisten Staus) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Kindle Edition)
Mit Anna Karenina hat Tolstoi ein bedeutendes literarisches Werk geschaffen. Die vielen Seiten werden aber nicht allein durch Anna gefüllt, sondern vielmehr durch den ledigen Lewin, der einen interessanten Charakter mit Entwicklung darstellt. Im Grunde genommen stiehlt Lewin, der ein Freund von Annas Bruder ist, Anna Karenina ein wenig die Show in diesem Buch. Annas Bruder, namens Stiwa, betrügt seine Frau nach Strich und Faden, weshalb diese ihn, samt Kinderschar, nun endgültig verlassen will. Anna soll dieses Dilemma verhindern und verliebt sich bei diesem Unterfangen in den Grafen Wronski, wobei ihre Ehe ins Wanken gerät.

Anna Karenina wurde 1877 veröffentlicht, zwanzig Jahre nach „Madame Bouvary“. Flauberts Geschichte um die untreue Gattin hat wahrscheinlich Pate für Tolstois großes Werk gestanden, denn es gibt viele Parallelen zwischen Anna Karenina und Emma Bouvary: Beide Damen verfügen über eine stolze, attraktive Anmut und sind von einer hoheitsvollen Aura umgeben, beide sind unglücklich mit einem Langweiler verheiratet und die große Wende in beider Leben wird durch einen Ball herbeigeführt. Beide Frauen haben eine Zeit lang viel gelesen und der Geliebte der Damen ist jünger, wobei Emma zwei Geliebte hatte, und man hat das unbestimmte Gefühl, dass beide Damen nie den Mann finden werden, der sie auf Dauer glücklich machen kann, weil beide ständig auf der Suche nach etwas im Leben sind, was das Leben ihnen niemals bieten kann. Das macht sie trostlos und unzufrieden und beide werden Opfer tiefer Depressionen, aus denen sie nur der Suizid zu befreien vermag.

Wer sich an den dicken Wälzer heranwagt, wird nicht enttäuscht werden. Hat man sich erstmal durch die vielen Namen der russischen Schickeria durchgelesen, will man auch wissen wie es mit Tolstois adligem Romanpersonal, vor allem mit Lewin, der die autobiographische Rolle des jungen Tolstoi verkörpert, weitergeht und bis auf ein paar kleine Hänger zwischendurch, wird es auch nicht langweilig.
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4.0 von 5 Sternen Tolstoi - schwäääre Kost, 1. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina (Kindle Edition)
Vorweg: Die Übersetzung ist, obwohl in etwas altertümlicher Sprache, sehr gut lesbar und empfehlenswert, im Gegensatz zu anderen Editionen.
Anna heiratete in einer Zeit, in der noch arrangierte Ehen üblich waren, und machte eine sehr gute Partie. In einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der sich die jungen Menschen zunehmend ihre Partner selber suchen, verliebt sie sich in einen anderen Mann. Diese Geschichte wird durch andere Erzählstränge (andere Beziehungen) kontrastiert. Ihr Bruder Stepan betrügt seine Frau, so dass die unterschiedlichen Konsequenzen für die Rollen bei Männern und Frauen zu beobachten sind. Die Bedingungen für eine gelingende neue Beziehung sind an der Gegenüberstellung der Beziehungen einerseits von Anna Karenina, und andererseits der Schwester ihrer Schwägerin, Kitty, mit Ljewin zu beobachten. Auch eine Reihe weiterer Beziehungen wird beleuchtet, um die Doppelmoral in der feinen, adligen russischen Gesellschaft aufzuzeigen.
Anhand von Ljewin, einem studierten adligen Gutsbesitzer, werden darüber hinaus viele Probleme menschlicher und gesellschaftlicher Natur aufgezeigt und diskutiert (Ende der Leibeigenschaft, Widerstand gegen Neuerungen, Suche nach Gott, Religion vs. Naturwissenschaft, Probleme auf dem Weg in Richtung Demokratie, Finanzen einer Familie, gesellschaftliche Zwänge in verschiedenen Kontexten, etc.).
Das alles ist psychologisch sehr fein beobachtet und sehr pointiert geschrieben. "Ein Sittengemälde der Zeit" wird so etwas gerne genannt. Durch die häufigen Änderungen der Blickwinkel werden auch den anderen Erzählsträngen immer neue Aspekte hinzugefügt. Die ungekünstelte und natürliche Erzählweise beschreibt und überlässt dem Leser die Bewertung, auch wenn durch die Gegenüberstellungen ganz bestimmte Schlussfolgerungen erwartet werden.
Obwohl ich mich etwas geniere, hier meine ganz persönliche Kritik an diesem Klassiker der Weltliteratur (ein Sternchen Abzug): Anna Kareninas Geschichte nimmt einen eher kleineren Teil der Geschichte ein. Die kontrastierenden Geschichten, insbesondere die von Ljewin, den man vielleicht als den "Helden" des Romans bezeichnen könnte, nehmen mehr Raum ein und dienen (nicht zufällig) als Aufhänger für die Beschreibung der o.g. gesellschaftlichen Probleme. In Anbetracht des Titels geht das etwas am Thema vorbei.
Die vielen verschiedenen Themen des "Sittengemäldes" waren mir zu viel, vielleicht wäre ein Historiker begeistert, mir erschienen sie häufig als isoliert innerhalb der Geschichte, nicht wirkliche zwingend und auch im Grunde ohne Folgen für den Fortgang der Geschichte. Daher kann man überlegen, ob es nicht dem Roman gut getan hätte, ihn etwas zu straffen. Dabei hatte ich aber nie den Eindruck, dass der Autor "ins Schwafeln" kommt oder sich verfranst, sondern dass er ganz bewusst und gezielt die verschiedenen Themen aufzeigt und diskutiert. Trotzdem musste ich mich zwischendurch immer wieder zum Weiterlesen motivieren, obwohl die verflochtenen und kontrastierenden Erzählstränge durchaus spannend waren.
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5.0 von 5 Sternen Klassiker, 25. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna Karenina. Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Klassiker der Literaturgeschichte. Es ist trotz der vielen handelnden Personen und den russischen Namen(svarianten) verständlich geschrieben. Besonders gefallen mir die dünnen Seiten, die einen richtigen Wälzer wie Anna Karenina kennzeichnen. Die Geschichte um Anna Karenina ist weltbekannt und dafür auch zurecht.
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Anna Karenina. Roman
Anna Karenina. Roman von Hermann Röhl (Übers.) (Gebundene Ausgabe - 28. Februar 2010)
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