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60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schrecklich-schön
Die Welt als Wille und Vorstellung; ein schrecklich-schönes - oder wie Nietzsche sagt: entsetzlich großartiges -, Welt, Mensch und Selbst fassendes und be-greifendes Buch; eine unerschöpfliche Schatztruhe brillanter Gedanken und Weisheit. Schopenhauer ist faszinierend, der Leser wird gepackt von der Gewalt der (potentiellen) Wahrheit und im wahrsten Sinne...
Veröffentlicht am 22. Juni 2006 von Ein Kunde

versus
36 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen niedrige Qualität
Die Auflage von Anaconda von 2009 ist gerade noch so akzeptabel. Es ist sicher eine Geschmacksfrage, aber die Qualität ist doch sehr niedrig, nichts für Bibliophile. Ein sehr engstehender Schnitt einer Garamond/Palatino-artigen Schriftart wurde verwendet, wirkt so ähnlich wie die Schrift in Ullsteins "Vom Kriege"-Neuausgabe von 1998 - aber nochmal einen...
Veröffentlicht am 6. März 2010 von snlr


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60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schrecklich-schön, 22. Juni 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Welt als Wille und Vorstellung; ein schrecklich-schönes - oder wie Nietzsche sagt: entsetzlich großartiges -, Welt, Mensch und Selbst fassendes und be-greifendes Buch; eine unerschöpfliche Schatztruhe brillanter Gedanken und Weisheit. Schopenhauer ist faszinierend, der Leser wird gepackt von der Gewalt der (potentiellen) Wahrheit und im wahrsten Sinne des Wortes schwindelt ihm nach einer gewissen Zeit der Lektüre. Es ist zutiefst menschlich und kompromisslos ehrlich, was Schopenhauer uns da hinterlassen hat, und nicht nur das, mehr noch: Der Leser hat beständig das sichere Gefühl, der WAHRHEIT ganz dicht auf den Fersen zu sein - das Weltbild, die Welterklärung des großen Weisen, Universalgelehrten und Kosmopoliten könnte tatsächlich STIMMEN, oder es könnte sich doch zumindest, wennschon nicht genau so, wirklich ganz ähnlich verhalten. Schopenhauer vergleicht sich an einer Stelle seines Werks, ich weiß nicht mehr, ob in diesem Buch, mit dem Ödipus, der das berühmte Rätsel der Sphinx gelöst hat, und man kommt nicht umher, sich zu denken: Ja, vielleicht hat er tatsächlich Recht damit und trifft mit seinem Vergleich, wie er es doch so oft tut, ins Schwarze.

Schopenhauers zweibändiges Hauptwerk liegt hier in einer guten, d. h. gute Verarbeitung, guter Druck, und äußerst preisgünstigen Ausgabe vor, doch Vorsicht!: Es wird versäumt den Herausgeber anzugeben, und ein Vergleich mit den beiden maßgeblichen Editionen Lütkehaus und Hübscher zeigt, dass vorliegende Ausgabe weder mit der einen noch mit der anderen identisch ist. D. h. sowohl, dass, was die vorliegende Edition des Textes betrifft, diese zumindest zweifelhaft und mit Vorsicht zu genießen ist; als auch, dass diese Hauptwerke der großen Denker-Ausgabe nicht zitierfähig ist.

Kommt es Ihnen also nicht auf den Euro an, rate ich Ihnen nachdrücklich dazu, von dieser Ausgabe abzusehen und sich stattdessen die von Lütkehaus oder auch die von Hübscher besorgte zuzulegen. Was die Lütkehaus-Edition betrifft, so erscheint mit dieser 1988, rund 130 Jahre nach Schopenhauers Tod, erstmals eine (Gesamt)ausgabe nach den Ausgaben letzter Hand, d. h. so, wie Schopenhauer seine Werke hinterlassen und autorisiert hat (alle anderen Ausgaben sind durch Eingriffe der Herausgeber mehr (Löhneysen) oder weniger (Hübscher) verfälscht).
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71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspirations-Quelle erster Güte, 16. März 2010
Von 
Hans Behlendorff (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Welt als Wille und Vorstellung (Gebundene Ausgabe)
Diese Ausgabe Schopenhauers Hauptwerks ist wegen seiner Aufmachung von anderen Lesern kritisiert worden. Aber erstens geht es mir um den Inhalt und ich empfinde die Schrift auch als gut leserlich. Es handelt sich um ein gebundenes, handliches Buch mit einem - wie ich finde - sympathischen Bild von Schopenhauer auf dem Titel. Der Preis ist enorm günstig: knapp 10 €! Das sind bei fast tausend Seiten ein Cent pro Seite und jede Seite enthält Gedanken und Sätze, über die es sich lohnt, ausgiebig nachzudenken. Ich erlaube mir, einen Satz aus der Vorrede zur ersten Ausgabe zu zitieren: "Die Wahrheit ist keine Hure, die sich Denen an den Hals wirft, welche Ihrer nicht begehren: vielmehr eine so spröde Schöne, daß selbst wer ihr Alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiß seyn darf." (Schreibweise original übernommen.)
Die - original aus dem 19. Jahrhundert übernommene - Schreibweise mag vielleicht den einen oder anderen Leser stören, weil sie etwas ungewohnt ist. Ich bin aber froh, dass man nicht etwa versucht hat, die Schreibweise oder gar die Formulierungen zu modernisieren. Durch den Original-Text wird man zusätzlich dazu eingeladen, den Inhalt mit der erforderlichen Muße auf sich wirken zu lassen und ggf. mehrfach zu lesen. Ich würde es nicht für vorteilhaft erachten, dazu animiert zu werden, einen derart gehaltvollen Text wie einen Zeitungsartikel herunterzulesen.
Zugegeben: Für Menschen, die im Berufsleben sich daran gewöhnt haben (mussten), mit Multitasking fertig zu werden, also ständig bereits angefangene Tätigkeiten - etwa einen Brief - nach kurzer Zeit zu unterbrechen, um z.B. ein Telefongespräch anzunehmen, nebenbei noch einen Bildschirm zu beobachten, etc., bei denen besteht die Gefahr, dass sie nach einer Weile die Fähigkeit verlieren, sich längere Zeit auf einen Text zu konzentrieren, besonders wenn es dieser in sich hat. Ich halte es aber auch nicht für nötig oder auch nur für ratsam, sich - besonders beim ersten Lesen dieses Buches - vorzunehmen, gleich 50 oder mehr Seiten hintereinander zu lesen. Oft genügt es, sich von ein paar Seiten oder auch nur Sätzen inspirieren zu lassen, darüber eine Weile nachzudenken und ggf. mit guten Freunden darüber zu diskutieren.
Schon während der Schulzeit waren mir Schopenhauers "Aphorismen zur Lebensweisheit" ein häufiger und lieber Begleiter, gut gewürzt mit feinsinnigem (für manche Leute vielleicht nicht sofort erkennbarem) Humor, Ironie und Sarkasmus, Elemente, die man natürlich auch in diesem, seinem Hauptwerk reichlich findet. Diese Elemente tragen entscheidend dazu bei, an dem Text auch Freude und sogar Spaß zu haben, so dass einen der vielschichtige Gehalt mit seinen reichen Bezügen, Rückverweisen und Zitaten (bei (besonders)den griechischen und lateinischen wären allerdings Übersetzungen als Anmerkungen hilfreich gewesen) nicht so schnell überfordert bzw. ermüdet.
Der Humor in Schopenhauers Texten verhindert auch die eventuell vorhandene Neigung, seinen Pessimismus überzubewerten, der nach meiner Überzeugung vor allem von denen zu stark betont wird, die ihn wahrscheinlich nicht genau genug gelesen haben.
Es ist allerdings wahr: Er ist zu dem Schluss gekommen - und führt als weiteren Beleg für die Richtigkeit dieser Auffassung auch alte Sanskrit-Texte, Meister Eckhard und andere Quellen an - dass es letztlich weiser ist, nicht auf die vielen Glücksversprechungen des Lebens zu vertrauen und sich lieber der Askese zuzuwenden. Das werden Menschen, die die Zuversicht haben, dass eine gegenteilige Lebensweise, mit Ausschau nach möglichst vielen Genussquellen sinnvoller ist (zunächst) ablehnen. Es kann aber wohl nichts schaden, auch einmal die anderen Argumente zur Kenntnis zu nehmen.
Auch in den Aphorismen kann man z.B. lesen, dass, wer einigermaßen unbeschadet durchs Leben kommen will, eine gehörige Portion Umsicht, Vorsicht und Rücksicht (man könnte noch hinzufügen: Nachsicht) mitbringen sollte, was sicherlich kein schlechter Rat ist, auch wenn dies wiederum eher zu einer defensiven Lebensweise passt.
Schopenhauer selbst war sicher nicht in allen Lebensbereichen pessimistisch. Sonst wäre er nicht so nachhaltig motiviert gewesen, seine Philosophie zu vervollständigen und die verschiedenen Druckauflagen seines Hauptwerks immer wieder aus eigener Tasche zu finanzieren, obwohl diese sich zu seinen Lebzeiten nur sehr schlecht verkaufen ließen und deshalb der größte Teil immer wieder vernichtet (eingestampft) wurde. Er war unbeirrbar davon überzeugt, dass sich sein Werk letztlich doch durchsetzen würde, wenn die Zeit dazu reif sein würde.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Philosophie die auch Philosophie beinhaltet und sich nicht nur ein Philosophie-Etikett aufgeklebt hat, 7. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Welt als Wille und Vorstellung (Gebundene Ausgabe)
Ich werde keine Buchbesprechung verfassen, die sich auf die Inhalte des Buchs bezieht. Das wäre vermessen. Mit dieser Ausgabe (Anaconda) liegen knapp 1000 eng bedruckte Seiten vor. Diese in 30-40 Sätzen akkurat widerzuspiegeln ist aussichtslos. Stattdessen möchte ich kurz auf meine Leseerfahrung eingehen. Ich hatte von Schopenhauer einige Textschnippsel gekannt, ein bisschen was über sein Leben gewusst, und er schien mir ein interessanter Autor zu sein. Knapp 10 Euro für ein philosophisches Hauptwerk schien auch nicht zu viel verlangt zu sein, also kaufte ich mir das Buch. Ich las das Buch ein paar Seiten an und verstaute es dann ins Bücherregal. Dort lag es dann ein Jahr, dann nahm ich es wieder heraus und las um die 70-80 Seiten. Abermals landete es wieder ins Regal. Auf den ersten 80 Seiten waren einige interessante Bemerkungen Schopenhauers, aber auch ein ungewohnter Schreib-, Denkstil für meine Augen/Gehirn, der mir den Zugang erschwerte. Es brauchte ein weiteres Jahr bevor ich mir das Buch wieder vornahm und es dann relativ zügig durchlas. Plötzlich war Schopenhauer überhaupt nicht mehr schwer zu lesen, war sehr leicht zugänglich. Was war passiert? Mein Denken hatte sich etwas erweitert. Ich war damals einfach noch nicht soweit für Schopenhauer, ich war zu sehr an eine oberflächliche Schreibweise gewöhnt gewesen, und noch schlimmer, an eine einfältige Denkweise. Ich hatte zwar schon ein paar philosophische Werke gelesen, aber nicht in der Dichte. Ähnlich ging es mir mit Nietzsches „Menschliches, Allzumenschliches“. Das hatte ich mir bereits 2005 zugelegt, 200 Seiten lang zu Gemüte geführt und dann abgebrochen, weil es mich irgendwie nicht reizte. 2011 fing ich von vorne an und nun lies es sich gut weg und ich war verwundert, dass ich beim ersten Lesen nicht bemerkt hatte, wie viel geistiger Input auf den ersten 200 Seiten niedergeschrieben wurde. Ich will damit sagen, für manche Werke muss man erst sein Denken etwas geöffnet haben, wenn man mit den üblichen Denkgewohnheiten herantritt, kommt man nicht weit und schreibt das dem Autor zu, statt sich selbst. Und man kann über Schopenhauer sagen was man will, aber eins ist er auf jeden Fall: Er ist ein deutlicher Autor, der klar schreibt. Ortega y Gasset hat es die Höflichkeit des Philosophen genannt, wenn er sich verständlich ausdrückt. Schopenhauer hat das in anderen Worten auch so gesagt. Wird etwas klar begriffen, kann es auch klar ausgedrückt werden. Daran scheitern viele Philosophen, die diesbzgl. eher unphilosophisch sind. Schopenhauer zu lesen ist hingegen ein Genuss. Für die Sprachästhetik wie für das Denken. Obwohl ich auch von Nietzsche einiges gelesen habe und die üblichen anderen philosophischen Verdächtigen, muss ich sagen, dass Schopenhauer für mich der deutsche Vorzeige Philosoph ist. Wobei er mich für diesen Satz sicherlich ausschimpfen würde, schließlich konnte er mit den Deutschen nicht so viel anfangen. Oder genauer gesagt mit den Menschen an sich. Was nicht so verwunderlich ist, wenn da ein Mensch ist der der Existenz eindringlich begegnen möchte, alles Mögliche durchdenkt, während andere gerade sich vom Denken abwenden. Dass da dann keine Komptabilität vorliegen kann ist verständlich.
Dieses Buch beinhaltet soviel geistigen Reichtum, was nicht besagt, dass man Schopenhauer in jedem Satz folgen muss, aber in der Mehrzahl bleiben genug Gedanken übrig, die das eigene Denken schärfen.
Irgendein Rezensent beklagte sich über die Länge des Buches. Es gibt Bücher die sind 100 Seiten lang und sind quälend zu lesen, da ist jede Seite eine Zumutung. Und dann gibt es Bücher wie die von Schopenhauer, wo selbst 1000 Seiten nicht ausreichen, weil der Mensch einfach Gedanken hat, die eine knappe Darlegung sprengen. Und wozu sich auch begrenzen? Die Menschen die nicht groß nachdenken wollen, würden auch über eine 100 Seiten Version gelangweilt drüber hinweglesen. Jene die interessiert sind und die Faszination Schopenhauer erkennen, werden für die 1000 Seiten eher dankbar sein als das bemängeln.
Der Antrieb diese Rezension zu schreiben war eigentlich, dass ich es erschreckend finde, dass so ein wichtiges Buch so wenig Rezensionen hat, während jeder x-beliebige Durchschnittsroman mit hunderten von Rezensionen überschüttet wird. Wie sehr die Menschen das Denken wirklich suchen lässt sich an diesem Vorgang sehr gut ersehen. Auch erschreckend ist es, dass Sekundärliteratur über Schopenhauer mehr gelesen wird als Schopenhauers eigene Texte. In bezug auf Kant verwies Schopenhauer darauf, dass wer etwas über Kant erfahren möchte, dass in Kants eigenen Texten tun kann. Lasst doch nicht andere für euch die Bücher lesen, lasst euch nicht sagen, was ihr daran wichtig finden sollt. Der Verfasser eines Buches über Schopenhauer geht mit ganz anderen Fragestellungen heran als ihr, lässt viel weg was für ihn unwichtig ist, was für euch aber gerade wichtig sein kann, euer Interesse bündelt. Ich glaube, ich hatte eine Zeitlang auch das Interesse an Schopenhauer verloren, weil ich so eine kurze Sekundärliteratur zur Hand hatte. Die tun dann immer so als hätten sie das Wesentliche erfasst, obwohl sie nichts vermocht haben außer Schopenhauer langweilig aussehen zu lassen. Da aber Schopenhauers Texte sehr lebendig sind, nicht angestaubt sind, wird die Lesung seiner Texte immer spannend sein. Also lasst euch nicht von der Sekundärliteratur abspeisen oder gar abschrecken. Fallt auch nicht auf diese verstümmelten Schopenhauer Ausgaben rein, wie „Die Kunst, mit Frauen umzugehen“. Schopenhauer lernt man nur kennen wenn man den GANZEN Schopenhauer liest und nicht wahllos herausgezogene, den Kontext sprengende, Zitate.
Ich möchte mit der Rezension nur jene ermutigen, die sich diese Textdichte vielleicht nicht zutrauen. Sicherlich sind seine anderen Texte wie die Schriftsammlung Parerga und Paralipomena (hier besonders die Lebensweisheiten) als Einstieg vielleicht zugänglicher, weil nicht gleich das riesige Konzept aufgezogen wird. Aber man kann mit der „Welt als Wille und Vorstellung“ durchaus beginnen. Das habe ich auch getan. Lasst euch nicht von anderen Rezensionen beeinflussen (wie diese hier^^), sondern entscheidet für euch selbst, was euch Schopenhauer geben kann, nur dazu müsst ihr ihn natürlich ganz lesen. Alles andere ließe kein abschließendes Urteil zu. Vielleicht seid ihr ja auch nicht so bequemlich wie ich damals. Hätte ich Schopenhauer gleich eine vollständige Chance gegeben hätte ich wesentlich früher von ihm profitieren können. Aber besser spät als nie, wie es bekanntlich heißt es.
Ich hoffe man verzeiht mir, dass ich nun nicht die 1000ste inhaltliche Verkürzung des Buches unternommen habe (das Internet ist voll davon).
Ich möchte noch kurz anmerken, dass Schopenhauer leider an einer Krankheit leidet, die aber keine spezielle Philosophenkrankheit ist, sondern eine Krankheit der Menschheit ist; er glaubt Wahrheit zu haben. Das würde ich nun so nicht unterschreiben. Was er hat sind viele anregende Gedanken, die zutreffend sein könnten. Schopenhauer hat mehr reizvolle Gedanken als die meisten denkenden Menschen, aber eben bestätigte Wahrheit dann doch nicht. Die hat keiner (wenn es um die entscheidenden Wahrheiten geht).
Ich fand die 10 Euro Ausgabe übrigens okay. Hätte ich aber gewusst, dass Schopenhauer solch eine Denktiefe vorlegt, hätte ich mir damals doch eine bessere Ausgabe zugelegt. Es tauchen hin und wieder Zitate in fremder Sprache auf, die nicht übersetzt werden, was ja vllt. in anderen Ausgaben der Fall ist (Ich weiß es nicht, da ich nach wie vor nur diese Ausgabe besitze). Das ist schon hinderlich, wenn man gerne alles erfassen möchte.
Lest ruhig einmal Schopenhauer, den Roman den ihr dafür ausfallen lasst, hättet ihr nach der letzten Seite ohnehin wieder vergessen, Schopenhauer werdet ihr jedoch nie wieder vergessen. Und wer einmal Schopenhauer gelesen hat wird den Unterschied zwischen einem wirklichen Philosophen (Schopenhauer) und einem denkschwachen und gehypten Menschen (z.b. Richard David Precht) leicht ersehen. Der erstere betreibt Philosophie, der letztgenannte hat mit Philosophie nicht viel zu tun. Auch darum ist es wichtig die wirklich denkenden Menschen zu lesen, damit der Philosophie nicht Mängel angedichtet werden, für die die Philosophie gar nichts kann, die erst entstehen wenn denkschwache Menschen wie Precht plötzlich als stellvertretend für die Philosophie genannt werden. Eigentlich traurig, dass ein so unphilosophisches Werk wie das von Precht sich rasant verkauft und ein bereicherndes Buch wie Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“ in der heutigen Zeit nahezu ungelesen bleibt.
Das wird mich zwar noch unsympathischer machen, aber viele die Philosophie für nicht ergiebig halten, kommen nur zu dieser Schlussfolgerung, weil sie der Philosophie noch nie begegnet sind. Sondern nur solchen Autoren wie Precht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Ausgabe, 11. Februar 2013
Diese Kindle-Ausgabe ist gut zu benutzen. Die Kapitel sind anständig formatiert. Man kann aus dem Inhaltsverzeichnis heraus zu den jeweiligen Kapiteln springen. Einziger Minuspunkt ist, dass man über die "gehe zu" Option im Kindle nicht direkt zum Inhaltsverzeichnis springen kann. Man kann sich aber damit abhelfen, dass man zur Titelseite springt, von dort aus kommt man mit zweimal umblättern zum Inhaltsverzeichnis. Über den Preis lässt sich streiten, aber leider ist die andere bei Amazon erhältliche Kindle Ausgabe des Werkes (für 2,99€) unbrauchbar.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute und va sehr komfortable Ausgabe von "Die Welt als Wille und Vorstellung, 7. Januar 2013
Gute und günstige Ausgabe MIT verlinktem Inhaltsverzeichnis
Vielleicht hat die vorige Rezensentin nicht das gleiche Buch gelesen wie ich oder Max Buber hat die Ausgabe von Schopenhauers "Die Welt als Wille und Vorstellung" inzwischen überarbeitet, aber diese Ausgabe HAT ein verlinktes Inhaltsverzeichnis (wie schon in der Vorschau zu sehen ist), sodass man mühelos zu den gewünschten Kapiteln kommt. Für knapp 3 Euro ist das eine beachtliche Ausgabe mit einem Layout, das akzeptabel ist. Die Einführung von Max Buber hätte noch etwas ausführlicher sein können, dafür ist sie sehr anschaulich und stellt den komplexen Inhalt in verständlichen Worten dar; besonders was den Beitrag von Schopenhauers Hauptwerk zur ästhetischen Theorie angeht, ist die Einführung sehr gelungen (die Musik als höchste der Künste, Kunst als Möglichkeit, der Getriebenheit durch den Willen in der Kontemplation zu entgehen). Ich habe mir die Kindle-Ausgabe gekauft, weil ich eine Hausarbeit zu Thomas Mann schreibe, in der Schopenhauer eine wichtige Rolle spielt, und bin sehr gut damit gefahren, auch weil ich Zitate aus "Die Welt als Wille und Vorstellung" nicht herausschreiben, sondern aus dem Ebook herauskopieren konnte (einfach markieren und dann aus der "my clippings"-Datei per copy and paste). Das ist schon sehr komfortabel.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Wille zur Kunst !, 4. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Welt als Wille und Vorstellung (Gebundene Ausgabe)
Schopenhauer war auf der Suche nach den Bestandteilen, welche die Welt in ihrem Innersten zusammenhalten. Anders als seine philosophischen Vorgänger, die den Geist für die alles zusammenhaltende kraft definierten, war Schopenhauer auf eine andere Ontologie gestoßen, die bei den Vertretern des damals vorherrschenden deutschen Idealismus für großen Unmut sorgte. Schopenhauer löste eine lange Tradition ab, welche sich durch den fragenden Geist , der Welt zu nähern gedachten. Doch auf diese Weise kratzte man bloß an der Oberfläche der Dinge, so der Philosoph, das Wesen jedoch sei so gänzlich unerkennbar. Sein Hauptwerk, welches den kühnen Titel " Die Welt als Wille und Vorstellung " trägt, brachte eine neue Perspektive auf die Sicht der Dinge.

Es ist in vier Bücher eingeteilt und beginnt bei der Vorstellung. Diese zerspringt nun in ein erkennendes aber nie erkanntes Subjekt und in ein Objekt, das immer auf ein Subjekt bezogen ist. Beeinflusst durch Kant, sieht auch Schopenhauer die Welt der Objekte durch Raum, Zeit und Kausalität geprägt, welche a priori im Subjekt bereitliegen und die Form der Wirklichkeit konstituieren. Auf diese Weise jedoch, kritisiert Schopenhauer, gleichen wir einem, der von außen dem Wesen der Dinge beizukommen versucht, aber nichts als Bilder und Begriffe gewinnt. Das zweite Buch stellt nun den Versuch dar in das Innere vorzustoßen und die Welt unabhängig der Vorstellungen zu betrachten. Was ist die Welt und was hat es mit dem Sein auf sich, fragt sich der Autor. Für Kant war es unmöglich das sogenannte Ding an sich zu erkennen, da diesem keine Anschauung in Raum und Zeit zugrunde liegt. Schopenhauer teilt zu einem gewissen Grad diese Ansicht, wendet jedoch ein, dass wir, die Erkennenden von unserem eigenen Wollen Erkenntnis haben. Diese Anschauung, die weder räumlich noch leer ist, sondern realer als irgend eine andere, stellt eine Möglichkeit dar, äußere Vorgänge aus dem inneren zu verstehen. Mittels dieser Introspektion, meint er, einen Schlüssel gefunden zu haben, um sich dem Ding an sich zu nähern.

Der Wille schafft sich im intellekt ein Werkzeug, sich selbst und sein Wollen zu erkennen. Er benötigt ihn, um die erscheinende Welt als einen Spiegel seiner Objektivation in ihm aufzufassen. Bei Descartes verbürgt das Denken das Sein, ich denke also bin ich, anders Schopenhauer, bei ihm ist es der allem zugrunde liegende, ziellose Wille, der die Essenz der Welt ausmacht. Der Ton des Buches wird nun zunehmend pessimistischer. In allen Dingen waltet, so Schopenhauer eine Art Urwille. Ob Pflanzen, Tiere oder Menschen , der Wille verwirklicht sich als waltende Kraft und schafft sich im Menschen ein Selbstbewusstsein, um sich seiner bewusst zu werden. Dieser immer wollende, aber nie zufriedene Wille, der unnachgiebig von neuen quälenden Wünschen getrieben wird, kann einzig in der Überwindung durch Kontemplation verneint werden, wodurch ein innerer Friede erreicht werden kann. Zum schauenden Weltauge sollen wir werden, so Schopenhauer und die reinen aller Wirklichkeit vorangehenden Äüßerungen des urwillens erkennen. In der Kunst sieht er diesen Blick auf die Ideen realisiert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant, 12. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schopenhauer lesen ist nicht einfach. Ein veraltetes Deutsch, viele Fremdwörter, kein Juchee Vergnügen. Aber trotzdem hat es seinen Reiz, das Werk des Misanthropen nicht nur einmal sondern zweimal zu lesen, einmal ist einfach zu wenig tiefschürfend.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu kleine Schrift macht mir das Lesen unmöglich, 12. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Welt als Wille und Vorstellung (Gebundene Ausgabe)
Ich habe "Die Welt als Wille und Vorstellung" mit 18 gelesen, weil ich in Deutsch ein Referat darüber halten musste, und war fasziniert. Ich beginne das Buch jetzt, 37 Jahre später, noch einmal, und bin genau so fasziniert. Leider kann ich das Werk in der vorliegenden Ausgabe nicht lesen und werde mir eine andere kaufen müssen: Für meine mittlerweile altersweitsichtigen Augen ist die Schrift, auch mit Lesebrille, schlicht zu klein. Die fünf Sterne also für den Inhalt. Ob er mit der Schriftgröße zurechtkommt (Höhe der Majuskeln: zwei Millimeter), muss jeder Leser selbst entscheiden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr gutes Inhaltsverzeichnis rel schwer zu finden, 28. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mein erster Anbschnitt ist falsch, wichtig ist was nach dem Strich kommt

Es ist richtig, das Buch hat ein Inhaltsverzeichnis, dieses ist aber direkt in Gehe zu integriert, es gibt kein Gehe zu Inhaltsverzeichnis. So erscheint dieses Inhaltsverzeichnis nur auf dem Kindle. In allen Apps ist es nicht vorhanden. Dass ist ein grosser Nachteil
Von sonstigen Mängeln aber ist nichts festzustellen, alle Abschnitte etc sind sauber und man kann auch suchen
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alles falsch, das Buch hat ein sehr ausführliches gutes Inhaltsverzeichnis, es gibt nur leider keinen Link dort hin, man muss zu Anfang gehen und dann von Hand noch weiter zurück, dann kommt man dorthin. Das VZ im Gehezu (nur im Kindle sichtbar) ist schlechter
Also einziger Kritikpunkt, das Buch hat kein "Gehe zu Inhalstsverzeichnis"
sonst alles perfekt
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Welt als Wille und Vorstellung - Schopenhauer, 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin begeistert von diesem Werk und kann nur jedem, der sich mit Philosophie beschäftigt empfehlen, es zu lesen. Man muss es nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern kann sich immer das Kapital aussuchen, das einen gerade beschäftigt. Es wird ja immer wieder in anderen Schriften Schopenhauers auf dieses Werk Bezug genommen, so dass man von Fall zu Fall noch einmal im Original nachlesen kann, um was es geht. Es ist eine echte Bereicherung.
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Die Welt als Wille und Vorstellung
Die Welt als Wille und Vorstellung von Arthur Schopenhauer (Gebundene Ausgabe - 30. Oktober 2009)
EUR 9,95
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