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85 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch, das jeder mindestens einmal lesen sollte
Als Henry Thoreau 1845 in eine selbstgebaute Blockhütte in der Nähe des kleinen Walden-Weihers bei Concord zog, um dort zwei Jahre zu leben, war dies der Anfang eines Experimentes, das in einem der großen Bücher der Weltliteratur seinen Niederschlag fand. Thoreau war entschlossen, das Leben selbst zu testen, herauszufinden, zu welchem Erfolg ein Leben...
Veröffentlicht am 6. Juli 2003 von Christian Wetzel

versus
262 von 266 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich hasse Kürzungen
Über die Qualität des Schriftstellers und sein Werk sei hier nichts bemängelt, wie könnte ich an diesem einzigartigen Stück Weltliteratur etwas auszusetzen haben, meine Kritik wendet sich an die Übersetzung und Kürzungsverantwortliche, die diesen Frevel auch noch mit dem bezeichnenden Kommentar rechtfertigt: "Da sich im Text manche...
Veröffentlicht am 14. August 2010 von ojo


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262 von 266 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich hasse Kürzungen, 14. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Walden oder Leben in den Wäldern (Gebundene Ausgabe)
Über die Qualität des Schriftstellers und sein Werk sei hier nichts bemängelt, wie könnte ich an diesem einzigartigen Stück Weltliteratur etwas auszusetzen haben, meine Kritik wendet sich an die Übersetzung und Kürzungsverantwortliche, die diesen Frevel auch noch mit dem bezeichnenden Kommentar rechtfertigt: "Da sich im Text manche Gedankengänge wiederholen, sind einzelne Stellen gestrichen worden. Auch allzu detaillierte Schilderungen und Berechnungen und ein Teil der Anekdoten, mit denen Thoreau seine Gedanken illustriert, wurden gekürzt." In den hinteren Kapiteln hat sie bisweilen jeden zweiten Satz gekürzt!

Also ich kann und will auf solche akademische Arroganz liebend gern verzichten, und lieber selbst entscheiden, was mir gefällt und was nicht!
Meine schlechte Bewertung auch für Amazon, da in der Buchbeschreibung nichts von Kürzungen zu lesen stand, das ist unverzeihlich!
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85 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch, das jeder mindestens einmal lesen sollte, 6. Juli 2003
Als Henry Thoreau 1845 in eine selbstgebaute Blockhütte in der Nähe des kleinen Walden-Weihers bei Concord zog, um dort zwei Jahre zu leben, war dies der Anfang eines Experimentes, das in einem der großen Bücher der Weltliteratur seinen Niederschlag fand. Thoreau war entschlossen, das Leben selbst zu testen, herauszufinden, zu welchem Erfolg ein Leben führt, das sich - getreu dem Motto seines Mentors Emerson - nur auf die eigenen Kräfte verläßt. Es war bewußt als Kontrapunkt gedacht zur Lebensweise seiner Mitmenschen: mit den christlichen Werten von sozialer Verantwortung und Fürsorge für den Nächsten wollte Thoreau nichts zu schaffen haben. Zeitlebens lehnte er es ab, Hüter seines Bruders zu sein, erlaubte dafür aber auch keinem Bruder, sein Hüter zu sein. Seine Armenpflege bestand nicht daran, warme Suppen auszuteilen, sondern ein Beispiel zu geben, wie ein Leben in Würde und ohne finanziellen Aufwand möglich sei. Doch "Walden" ist nicht nur ein Lehrstück in individueller Lebensführung, es ist gleichzeitig ein Hymnus an die Natur. Es war die Poesie der Natur, das klare Auge des Walden-Weihers, das feingeäderte Blatt Herbstlaub auf seinem Weg, das Schauspiel der abendlichen Wolken am Himmel, die Thoreau feierte, mehr noch aber die symbolische Bedeutung der Natur: ihre nie endende Kreativität, ihre ständige Selbsterneuerung lieferten die Bilder, aus denen Thoreau Kraft für sein eigenes Leben zog, für seine Hoffnung, daß das gegenwärtige Leben nur die Morgendämmerung für ein höheres, weiteres Leben ist.
Leider übersetzt sich Thoreau nicht immer sehr glücklich, sein trockener Wortwitz geht oft verloren, seine knappe, aphoristische Ausdrucksweise nimmt gelegentlich einen predigenden Ton an. Aber selbst damit läßt sich besser leben als mit der Tatsache, daß der Autor Thoreau für den deutschen Sprachraum nur mäßig erschlossen ist-sein erstes Werk "A Week on the Concord and Merrimack Rivers" liegt überhaupt nicht in ener zugänglichen Übersetzung vor, sein bedeutsames "Journal" nur in allerkleinsten Auszügen.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das wahre Leben, 17. Oktober 2008
Henry David Thoreau wurde 1817 in Concord geboren. Nach seinem Studium war er kurze Zeit Privatsekretär bei dem amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit übte er verschiedene Gelegenheitsarbeiten aus und engagierte sich ein ganzes Leben lang im Kampf gegen die Sklaverei. Er gilt als der geistige Vater Gandhis, Martin Luther Kings und der gegenwärtigen Friedensbewegung. Einige sehen ihn als den Pionier des Natur- und Umweltschutzes, alternativer Lebensformen und zivilen Ungehorsams. Seinem Denken spricht man nachhaltigen Einfluss auf Autoren wie Allen Ginsberg oder Jack Kerouac und auch Hermann Hesse zu. Im Alter von gerade mal 44 Jahren verstarb Thoreau an Tuberkulose.

Kaum zu glauben, wie spannend es sein kann, seitenlange Beschreibungen über die Farbe und Oberfläche eines Waldsees zu lesen oder das Beackern eines Bohnenfeldes. Thoreau ist dabei kein Misanthrop, sondern liebt die Gesellschaft anderer ebenso sehr wie die meisten Menschen. "Wir müssen lernen wieder wach zu werden und uns wach zu erhalten", ruft er uns seit über hundertfünfzig Jahren vom Waldensee aus zu. Dies soll nicht durch mechanische Mittel geschehen, sondern durch die ständige Erwartung von etwas Höherem, die uns selbst im Schlaf nicht verlassen darf. Thoreau zieht in den Wald, weil er den Wunsch hat, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, dem wirklichen Leben näherzutreten, vom Leben selbst zu lernen, was es zu lehren hat, damit man nicht zur Stunde seines Todes erkennen muss, dass man nicht gelebt hat. Dabei geht es ihm nicht um die Entsagung an sich, außer sie ist unumgänglich; Thoreau will sich auf die Essenz des Lebens konzentrieren und alles ausschließen, was nicht Leben ist. "Vereinfache. Vereinfache", lautet seine Devise.

Auch heute noch finden sich ja immer wieder Nachahmer dieser Philosophie, die fordern, das eigene Leben zu entrümpeln, und jeder, der die Erfahrung gemacht hat, sich von Unnötigem zu trennen, weiß, wie viel Energie dies freisetzt und wie befreiend diese Maßnahme ist. Oder man denke an Heidemarie Schwermer, eine Psychotherapeutin, die beschloss ganz ohne Geld zu leben, und die ihre Erlebnisse in Büchern veröffentlicht. Anne Donath ist ein weiteres Beispiel. Sie errichtete ihr Holzhaus in einer deutschen Kleinstadt und lebt dort unter einfachsten Bedingungen, arbeitet jeweils ein halbes Jahr und reist die andere Hälfte. Ganz wie bei dem amerikanischen Transzendentalisten pilgern am Sonntagnachmittag die Nachbarn zu ihrem Häuschen, um sich an ihrem obskuren Leben zu ergötzen.

Nach Thoreau muss man, um ein Philosoph zu sein, wie ein Philosoph leben. Es ist nicht genug, geistreiche Gedanken zu haben oder eine Schule zu gründen. Nein, Thoreau fordert, dass man seine Weisheit so liebt, dass man nach ihr lebt, ein Leben von "Einfachheit, Unabhängigkeit, Großmut und Vertrauen". Nun, das tat er, und er lässt den Leser an seinen Erfahrungen teilhaben und macht Mut, dem Eigensinn zu folgen. Es geht ihm nicht darum, dass andere nach seinem Muster leben, er fordert auf, das ureigene Leben kreativ zu erschaffen, die eigene Wahrheit zu finden, den eigenen Träumen zu folgen und man selbst zu sein.

Welches Fazit zieht Thoreau nun aus seiner 26 Monate dauernden Gemeinschaft mit einem tiefgründigen See? "Wenn jemand vertrauensvoll in Richtung seiner Träume fortschreitet und danach strebt, das Leben zu leben, das er sich einbildet, so wird er Erfolg haben, von dem er sich in gewöhnlichen Stunden nicht träumen ließ. Hat man Luftschlösser gebaut, so braucht die Arbeit nicht verloren zu sein. Eben dort gehören sie hin. Jetzt lege das Fundament darunter!"

Dieses Buch ist ein Muss für jeden auf der Suche nach Wahrheit und alle, die die tägliche Trance verlassen und aufwachen möchten.
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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gekürzt!, 21. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Walden oder Leben in den Wäldern (Gebundene Ausgabe)
Das wunderbare Buch über die Vernunft des einfachen Lebens kann natürlich gar nicht genug gelobt werden, es ist ein Konvolut grundsätzlicher Erkenntnisse über das menschliche Dasein in Bezug zur Gesellschaft und Natur.
Die Ausgabe des Anaconda-Verlags Walden oder Leben in den Wäldern in der Übersetzung von Anneliese Dangel, die auch 1949 in der Sammlung Dieterich des Aufbau Verlags erschien, ist etwas gekürzt. Im Nachwort schreibt sie: "Da sich im Text manche Gedankengänge wiederholen, sind einzelne Stellen gestrichen worden. Auch allzu detaillierte Schilderungen und Berechnungen und ein Teil der Anekdoten, mit denen Thoreau seine Gedanken illustriert, wurden gekürzt."
Ich rate deswegen vom Kauf dieser Ausgabe ab, auch wenn sie noch so preiswert erscheint, und empfehle eher die Übersetzung von E.Emmerich und T.Fischer Walden: oder Leben in den Wäldern, wie sie bei Diogenes erschienen ist, denn vielleicht kommt es dem Leser genau auf die literarischen Methoden an, die zu benutzen der Autor sich entschieden hat, um seine Mitteilungen zu verdeutlichen. Die Kürzung betrifft, die beiden Ausgaben nebeneinandergelegt, grob geschätzt etwa ein Fünftel bis ein Viertel des Gesamtwerkes.
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34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur mit ungemeiner Sogwirkung!, 19. Dezember 2007
Selten hat mich ein Buch so sehr geprägt, wie dieses. Sehr lange schon lag dieses Buch ungelesen in meinem Bücherschrank. Als aber dann der erste wichtige Einschnitt in meinem Leben erfolgte, nämlich der Beginn des Studiums in einer fernen Stadt, nahm ich es aus meinem Regal heraus und begann hinein zu lesen. Zugegebener Maßen das erste Kapitel "Ökonomie" ist etwas zäh, doch spätestens beim nächsten angekommen "Wie und wofür ich lebe" lässt einen dieses Buch nicht mehr los. Thoreaus Sprachgewalt macht sich übrigens auch der Film "Der Club der toten Dichter" zu eigen, wenn Robin Williams aus diesem Werk den Satz, "Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, daß alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde." sagt. Viele Menschen wurden von Thoreau wachgerüttelt und erschüttert. Einer der wichtigsten Gründe dieses Werk zu lesen, ist, dass es uns zwingt unser eigenes Leben zu überdenken. Großartige Weltliteratur!
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend gute Ausgabe des Anaconda Verlages, 13. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Walden oder Leben in den Wäldern (Gebundene Ausgabe)
Über den Inhalt des Buches WALDEN von Henry David Thoreau, gibt es wohl nicht mehr viel hinzuzufügen, da haben meine Vor-Rezensenten schon eine hervorragende Arbeit geleistet. Mir geht es nun darum, eine Rezension über diese spezielle Ausgabe des Anaconda-Verlages zu schreiben. Ich besitze mehrere Ausgaben des "Walden-Buches" (Könemann-Verlag, Diogenes-Verlag, Manesse-Verlag) und war nun überrascht, wie gut diese neu hinzugekommene Ausgabe des Anaconda-Verlages gelungen ist.
Erstens ist das Buch in der Aufmachung schon ein kleines Highlight (eine wirklich ansprechende Hardcover-Ausgabe) und zweitens überrascht angenehm der niedrige Preis. Für 6,95 Euro ist noch nicht einmal eine Taschenbuchausgabe des Werkes zu bekommen.
Wie die Übersetzerin A. Dangel, im Nachwort schreibt, ist das Buch um sich wiederholende Gedankengänge und allzu detaillierte Schilderungen und Berechnungen Thoreaus gekürzt, und ich war sehr skeptisch, ob diese Kürzungen nicht den durchgängig schönen Text "barbarisch" zerstörten, oder gerade für mich wirklich wichtiges wegließen, aber ich war doch angenehm berührt, zu entdecken, dass das nicht der Fall war. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass durch die wirklich sorgfältig und behutsamen Kürzungen das Buch nun noch flüssiger zu lesen ist.
Was ich aber noch besonders herausstreichen möchte, ist, dass im Anhang des Buches noch die wichtigsten Kernaussagen aus den Thoreau-Essays: "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" und "Leben ohne Grundsätze" angefügt sind. Das alles macht dieses Buch zu einer wirklich guten kompakten Thoreau-Ausgabe. Für mich, uneingeschränkt empfehlenswert.
Noch ein kleiner Nachsatz:
Wer sich über Thoreaus Zivilisationskritik, über alternative Lebensführung, die Stellung des Menschen in seiner Umwelt, also kurz gesagt, über den Sinn des Lebens Gedanken macht, den wird vielleicht auch das Buch: "Auf der Suche nach Walden" von Wolfram Horn interessieren. In einer, in der heutigen Zeit spielenden, interessanten Geschichte wird der Leser hier auf die unterhaltsamste Art in Zivilisationskritik, philosophische Gedankengänge und Sinnsuche eingeführt.
Zusammenfassend, handelt es sich in diesem Buch um eine moderne Geschichte in der wohl der Versuch gelang, Unterhaltsamkeit, Tiefgang und Weisheit, mit einer Prise Humor zu würzen.
Fazit: Genau wie das "Walden-Buch" von Thoreau, ein durchaus lesens- und liebenswertes Buch.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön, dass er uns von seinem Hüttenleben berichtet hat., 1. August 2004
Von 
Da zog einer für ein paar Monate in eine Hütte unweit seiner Stadt, um dieser Stadt vorzurechnen, wie falsch dort gelebt wird und welch krumme Ziele verfolgt werden. Um es besser zu machen, lebt er mit wenig Aufwand von seinem Bohnenacker und er rechnet in Dollar und Cent vor, dass es aufgeht.
Im zuzuhören ist hochamüsant. Hier ein paar Muster zur Erhellung:
„Man muss die Weisheit so sehr lieben, dass man ihren Geboten nachlebt. Einfachheit, Unabhängigkeit, Grossmut und Zuversicht heissen diese Gebote."
„Wie mit der Universität verhält es sich wie mit hundert modernen Errungenschaften; man ist da in einem Wahn befangen, von wirklichem Fortschritt kann oft keine Rede sein."
Hier das berühmteste Zitat:
„Eine landläufige, wenn auch unbewusste Verzweiflung steckt auch in dem, was man Spiel und Vergnügen nennt."
Und hier das zweitberühmteste
„Wer einen Beruf ergreift, ist verloren"
Und, was tut er in diesen Monaten? Hier eine Auswahl: Er übersetzt lateinische Klassiker, er pflanzt Bohnen, er vermisst den See vor seiner Hütte, er besucht seine Nachbarn in anderen Hütten und erzählt deren Geschichte, er hört dem Regen zu, beobachtet den Schneesturm, schildert den Besuch eines Eichhörnchens, er fischt, und er schreibt „Walden".
Thoreau ist ein radikaler Kultur- und Zivilisationskritiker. Er ist einer der vielen, die der Frage vom richtigen Leben nachgehen. Kein Wunder, dass „Walden" in den USA zur Bibel der Aussteiger und Hippies wurde, in den späten Sechzigern und den Siebzigern des letzten Jahrhunderts.
Schön, dass es ihn gab. Schön, dass er uns von seinem Hüttenleben berichtet hat, der Kritiker, der auch ein Naturdichter war und zu unserer Freude eine Ballade vom guten Leben hinterliess.
Wenn sie es sich leisten können und wollen, dann kaufen sie die Manesse-Ausgabe. Es geht nichts über diese zierlichen Bände.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abschschalten, nachdenken ... die Ruhe genießen, 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Walden oder Leben in den Wäldern (Gebundene Ausgabe)
Wem hin und wieder der Gedanke aufblitzt, wie schön die Welt ohne Internet und Smartphone sein könnte, oder sich fragt, ob die Welt dann lebenswerter wäre, dem sei Walden ans Herz gelegt. Auch allen, die sich an Literatur erfreuen können, die es nicht verdient hat, hinuntergeschlungen zu werden, sondern genüßlich langsam erlesen werden sollte, meditativ erfassend.

"Warum müssen wir uns so wahnsinnig beeilen, Erfolge zu erringen, und wozu stürzen wir uns in solch verzweifelte Unternehmen? Wenn jemand mit seinen Gefährten nicht Schritt hält, so tut er es vielleicht deshalb nicht, weil er einen anderen Trommler hört. Lasst ihn zu der Musik marschieren, die er hört, wie auch ihr Takt und wie fern sie selbst auch sei."

Henry D. Thoreau nimmt uns mit an das Ufer des Waldensees nahe Concord in den Wäldern Massachusetts und läßt uns teilhaben an seinem zweijährigen Experiment, dort ein autonomes und karges aber beglückendes Leben zu führen. All zu tief in die Wälder dort dringt er nicht vor und bewahrt sich so einen Kontakt zur Zivilisation, wohl deshalb, weil erst dieser Kontrast es ihm ermöglicht, Gedanken zu denken, die das Buch so großartig machen. Diesem Nachdenken über die Einsamkeit, Gäste und die Natur folgen wir mal mit Erstaunen, mal verwirrt, meist aber sehr aufmerksam, vielleicht, weil wir spüren, dass es solche Gedanken wert sind, noch einmal gedacht oder überdacht zu werden.

Wenn Thoreau heute lebte, dann würde er dieses Experiment sicherlich auch machen, dabei zwei Jahre auf Handy, Fernsehen, PC und Internet verzichten, und seine Erfahrungen handgeschrieben der Nachwelt hinterlassen.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anders leben, 4. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Was für die meisten Meschen ein Alptraum an Langeweile wäre, ist für viele ein Traum: zurückgezogenes Leben in selbstgewählter Einsamkeit, Kontakt zu anderen Menschen zwar möglich, aber selten, und nur dann, wenn man es wirklich will. Diesen Traum hat sich H. D. Thoreau erfüllt, das Buch handelt von seinem zweijährigen selbstgewählten Exil in einem Blockhaus in einem Waldstück nahe der Stadt Concord. Der Lehrer und Philosoph beschreibt einerseits eindrucksvoll sein einfaches, alltägliches Leben, andererseits aber auch teilt der uns viel von seiner individuellen Gedankenwelt mit, und zum Nachdenken hat er durch seinen bescheidenen Lebensstil viel Zeit. Seine Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenleben sind geprägt durch Aufrichtigkeit, freundschaftliches Miteinander, aber auch Individualität und Slebstbestimmtheit. Vieles davon ist heute lesenswerter denn je und kann vielen von uns wertvolle Anstöße im täglichen Leben geben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Übertragung versus Übersetzung, 28. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Walden oder Leben in den Wäldern (Gebundene Ausgabe)
Da das Buch (will heißen der Inhalt) über jeden Zweifel erhaben ist, nur ein kleiner Hinweis zur hier schon mehrfach angerissenen Frage nach der geeigneten deutschen Ausgabe:
Nachdem ich mir, als Geschenk gedacht, die (zumal vom Preis her) interessant erscheinende Ausgabe des Anaconda-Verlags besorgt hatte, hatte ich die Möglichkeit eine bereits vorhandene Diogenes-Ausgabe mit dieser zu vergleichen. Da die textlichen Unterschiede frappierend waren, habe ich das englische Original, das ich ebenfalls zur Hand hatte, hinzugezogen und kann eindeutig sagen: Wer eine werkgetreue Übersetzung haben will, muss sich für den Diogenes-Verlag entscheiden!
Was die Übersetzerin bei Anaconda im Sinn hatte, ist mir etwas rätselhaft. Im Nachwort ist von "den besonderen Stil Thoreaus zu wahren" die Rede - gerade dieses Ziel scheint mir jedoch nicht erreicht, und wieso eine Übersetzung, die sich so weit vom Original entfernt, dazu beitragen soll, ist mir, wie gesagt, ein Rätsel. Das genannte Nachwort beginnt denn auch mit der Wendung "Die vorliegende Übertragung..." - mir schiene "Nachdichtung" hier fast noch treffender. Kurz gesagt: nichts für Puristen. (Am ehesten, wenn überhaupt, ist diese Ausgabe angesichts der "moderneren" Sprache vielleicht geeignet für Jugendliche.)
P.S.: Die von mir bevorzugte Diogenes-Ausgabe gab es ursprünglich als recht hübsches und handliches Taschenbuch. Lässt sich vielleicht noch irgendwo antiquarisch erwerben.
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Walden oder Leben in den Wäldern
Walden oder Leben in den Wäldern von Henry D. Thoreau (Gebundene Ausgabe - 27. Februar 2009)
EUR 6,95
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