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5.0 von 5 Sternen Ein sehr dicht geschriebener, packender Roman !
Kafka erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Karl Roßmann. Dieser wird von seinen Eltern dazu angehalten zu Beginn des letzten Jahrhunderts in die USA auszuwandern, nachdem ihn eine ältere Hausangestellte verführt hat und daraufhin schwanger geworden ist. In Amerika angekommen wird er alsbald mit den übergroßen Erwartungshaltungen...
Veröffentlicht am 5. März 2008 von Helga König

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es ist ein extrem gekürztes Hörspiel!
Ich bin sehe von diesem "Hörbuch" enttäuscht!
Zum einen ist das gar mein Hörbuch, sondern ein Hörspiel! Es wird von soundeffekten, geräuschen usw begleitet, was es für mich als hörgeschädigten sehr schwierig macht, alles zu verstehen!
Zum anderen habe ich die Originalfassung des buches und konnte mit erschrecken...
Vor 10 Monaten von grossmaul veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr dicht geschriebener, packender Roman !, 5. März 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Kafka erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Karl Roßmann. Dieser wird von seinen Eltern dazu angehalten zu Beginn des letzten Jahrhunderts in die USA auszuwandern, nachdem ihn eine ältere Hausangestellte verführt hat und daraufhin schwanger geworden ist. In Amerika angekommen wird er alsbald mit den übergroßen Erwartungshaltungen Dritter, wie auch den drastischen Folgen, wenn er diese nicht zu deren Zufriedenheit erfüllt, konfrontiert. So geht sein reicher Onkel, bei dem er vorübergehend Unterschlupf findet, ebenso unbarmherzig mit Karl um, wie später dann zwei Tagelöhner, die sich als seine Kumpane aufspielen, sich gleichwohl aber ungeniert seiner Habe und anschließend gar seiner Arbeitskraft bemächtigen. Der gutwillige, naive Karl wird, wo immer auch er sich aufhält, unfair behandelt, gnadenlos ausgenutzt und fallen gelassen. Als Liftjunge in einem gut besuchten Hotel ergeht es ihm nicht viel besser, wie später als versklavter Diener einer heruntergekommenen , selbstsüchtigen Opernsängerin. Obgleich er immerfort als " Mittel" für die eigennützigen Zwecke anderer eingesetzt wird, stellt dieser stets hilfsbereite junge Mann das niederträchtige Verhalten seiner Gegenüber nicht in Frage, sondern ist bemüht vernünftige Argumente zu finden, um deren Tun auf irgend eine Weise zu exkulpieren. Karl erscheint als einer der wenigen feinen Menschen unter einer Herde egoistischer Rohlinge.
Dieser Roman Kafkas ist ein Fragment. Dennoch ist erkennbar, dass der Autor Kritik nimmt am so genannten " amerikanischen Traum " und sich mehr mit der amerikanischen Wirklichkeit befasst, so etwa den dortigen sozialen Missständen zu Anfang des letzten Jahrhunderts, insbesondere der bitteren Armut, der Verelendung der Einwanderer und dem erbarmungslosen Kampf eines jeden gegen jeden um eine vermeintliche Chance des Vorwärtkommens. In Kafkas Amerika mangelt es den meisten Menschen an ethischen Wertvorstellungen und an Höflichkeit. Ob das " Naturtheater von Oklahoma" , dem sich der Europäer Karl irgendwann anschließt, eine Möglichkeit ist, der vorangegangen Unbill zu entfiehen, bleibt offen.
Ein sehr dicht geschriebener, packender Roman!
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein guter Einstieg in Kafkas Welt, 12. November 2008
Von 
G. J. Matthia "GJM" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
»Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte.«

So beginnt ein Roman, der kein Ende hat. Die Erzählung bricht ab, unvermittelt, weil der Autor nicht dazu gekommen ist, einen Schluss zu verfassen. Er hat das Fragment unvollendet beiseite gelegt. Der Leser wird am Ende des Buches mitten auf der Strecke allein gelassen. Die letzten Sätze:

»Am ersten Tag fuhren sie durch ein hohes Gebirge. Bläulich-schwarze Steinmassen gingen in spitzen Keilen bis an den Zug heran, man beugte sich aus dem Fenster und suchte vergebens ihre Gipfel, dunkle, schmale, zerrissene Täler öffneten sich, man beschrieb mit dem Finger die Richtung, in der sie sich verloren, breite Bergströme kamen, als große Wellen auf dem hügeligen Untergrund eilend und in sich tausend kleine Schaumwellen treibend, sie stürzten sich unter die Brücken, über die der Zug fuhr, und sie waren so nah, daß der Hauch ihrer Kühle das Gesicht erschauern machte.«

Und dann? Und nun? Wohin geht die Reise? Was wartet am Zielbahnhof auf uns? Kommen wir wirklich im Theater in Oklahoma an? Wir werden es von Franz Kafka nicht erfahren, es bleibt uns allerdings unbenommen, mittels unserer Phantasie diese Geschichte fortzusetzen.

Zwischen diesem Anfang und diesem offenen Ende entfaltet sich ein in vielfacher Weise zeitloser Roman, den ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Es ist, so meint der Leser zunächst, der amerikanische Traum, der hier geträumt wird. Der Weg aus dem engen, dunklen, bedrängenden Europa in die Weite, Freiheit, Helligkeit Amerikas, in das Land, in dem man vom Tellerwäscher zum Millionär werden könnte. Auch unserem Helden Karl scheint sich diese Möglichkeit zu eröffnen, auch und erst recht, nachdem er beim ersten Anlauf in New York gescheitert ist. Denn er bekommt eine Anstellung im Hotel:

...
Die Oberköchin schien das als eine angenehme Nachricht aufzufassen. »Dann sind Sie also frei?« fragte sie.
»Ja, frei bin ich«, sagte Karl, und nichts schien ihm wertloser.
»Hören Sie, möchten Sie nicht hier im Hotel eine Stelle annehmen?« fragte die Oberköchin.
»Sehr gern«, sagte Karl, »ich habe aber entsetzlich wenig Kenntnisse. Ich kann zum Beispiel nicht einmal auf der Schreibmaschine schreiben.«
»Das ist nicht das Wichtigste«, sagte die Oberköchin. »Sie bekämen eben vorläufig nur eine ganz kleine Anstellung und müßten dann zusehen, durch Fleiß und Aufmerksamkeit sich hinaufzubringen. Jedenfalls aber glaube ich, daß es für Sie besser und passender wäre, sich irgendwo festzusetzen, statt so durch die Welt zu bummeln. Dazu scheinen Sie mir nicht gemacht.«
'Das würde alles auch der Onkel unterschreiben', sagte sich Karl und nickte zustimmend. Gleichzeitig erinnerte er sich, daß er, um den man so besorgt war, sich noch gar nicht vorgestellt hatte. »Entschuldigen Sie, bitte«, sagte er »daß ich mich noch gar nicht vor gestellt habe, ich heiße Karl Roßmann.«
»Sie sind ein Deutscher, nicht wahr?«
»Ja«, sagte Karl, »ich bin noch nicht lange in Amerika.«
»Woher sind Sie denn?«
»Aus Prag in Böhmen«, sagte Karl.
»Sehen Sie einmal an«, rief die Oberköchin in einem stark englisch betonten Deutsch und hob fast die Arme, »dann sind wir ja Landsleute, ich heiße Grete Mitzelbach und bin aus Wien. Und Prag kenne ich ja ausgezeichnet, ich war ja ein halbes Jahr in der Goldenen Gans auf dem Wenzelsplatz angestellt. Aber denken Sie nur einmal!«
...

Jedoch wäre Kafka nicht Kafka, wenn Karl gelänge, was nun zu erwarten wäre. Im Gegenteil: Wir werden Zeugen seines kontinuierlichen Abstieges. Karl kommt mit dieser neuen Welt, in die er geschickt wurde, nicht zurecht. Er wird erniedrigt, missbraucht, misshandelt. Im widerfährt eine Kafkaeske Situation nach der anderen, und das ist - rein literarisch gesehen natürlich - auch gut so. Wäre Karl eine reale Person, müsste man zutiefst Mitleid mit ihm empfinden.

Es ist die unvergleichliche Sprache Kafkas, die dieses Romanfragment so lesenswert macht. Wer ein Gespür dafür hat, wird dies aus den obigen Zitaten unschwer erkennen. Reizvoll ist natürlich auch das Absurde, das immer wieder unvermittelt so ganz normal daherkommt. Menschen verhalten sich selten so, wie man es erwarten würde, Umstände gestalten sich surreal, Gespräche nehmen aberwitzige Wendungen...
Ich schrieb neulich bei der Rezension eines anderen Buches, dass es mir beim Lesen nicht so sehr auf den Schluss, sondern auf den Weg an und für sich ankommt, auf den ein Autor mich mitnimmt. Bei Franz Kafka gestaltet sich dieser Weg abwechslungsreich, bunt geschmückt mit Irrungen und Wirrungen, Überraschungen und Zwangsläufigkeiten, mal gibt es Erfreuliches, dann wieder Entsetzliches... - jedoch niemals Langeweile.

Den Erkenntnissen und Mutmaßungen der Kafka-Forschung, der literaturwissenschaftlichen Beschäftigung mit den Texten dieses unvergleichlichen Dichters, entziehe ich mich an dieser Stelle. Das ist mehr etwas für das Abitur oder Literaturstudium. Ob nun die eine Szene ein Sinnbild für Himmel und Hölle sein mag, oder die andere ein Spiegel des eigenen Exilantenschicksals, können wir getrost beiseite lassen, wenn wir ein Buch aus dem Grund in die Hand nehmen, aus dem es jemand geschrieben hat: Zum Lesen! Und das Lesevergnügen ist bei diesem Werk ein ganz beträchtliches.

Mein Fazit: Auch für jüngere Semster, die womöglich Kafka noch nicht kennen, wäre dies nach meinem Empfinden ein geeigneter Einstieg in ein einzigartiges literarisches Universum, in dem man nie weiß, was hinter der nächsten Galaxie liegen mag. Man wird es auch oft genug nicht erfahren, denn wenn Kafka uns Lesern irgend etwas schuldig bleibt, dann sind es logische Erklärungen.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bodenlose Bedrückung und Hoffnungslosigkeit, 27. September 1999
Von Ein Kunde
„Willst du dir denn nicht den Aufzug unten ansehn?" sagte sie und schob ihn vor sich an das Geländer. „Weißt du, um was es sich handelt?" hörte sie Karl hinter sich sagen und machte ohne Erfolg eine unwillkürliche Bewegung, um sich ihrem Druck zu entziehn. Traurig sah er auf die Gasse hinunter, als sei dort der Grund seiner Traurigkeit.
Meisterhaft, ja wie kein anderer versteht es Franz Kafka auch in diesem begonnenen Roman den Leser in seinen Bann, in die Tiefen des Irrsinns menschlichen Seins zu ziehen. „Die Geschichte, die ich schreibe...ist allerdings ins Endlose angelegt.", schrieb Kafka sinngemäß einmal über dieses Werk, welches er bereits 1912 begonnen, jedoch nie vollendet hat. Diese Aussage charakterisiert vielleicht wie keine andere die Richtung, welche das Fragment von Anfang an nimmt, das Moment welches dieser Geschichte als zentrales zugrunde liegt. Gerade in der „Fassung der Handschrift" sind allerdings noch Kafkas letzte Arbeiten zu diesem Roman enthalten, welche ihn abrunden und sich auch als ein, wenngleich zwar vorläufiges, Ende lesen lassen. Die Unvollständigkeit des Manuskripts ist daher dabei kein Hindernis bei der Lektüre, und vielleicht wurde es deshalb bereits 1927 von Max Brod mit dem Titel „Amerika" veröffentlicht. Kurt Tucholsky jedenfalls äußerte über diesen Roman: „Am schönsten an diesem Werk ist die tiefe Melancholie, die es durchzieht: hier ist der ganz seltene Fall, daß einer >das Leben nicht versteht< und recht hat." Dieser „jemand" trägt im Roman den Namen Karl Roßmann und an ihm ereignet sich das existenzielle Ausgeliefertsein in und an eine schizophrene Welt, das kaum ergreifender, kaum subtiler beschrieben werden kann. Eine Atmosphäre bedrückender Hoffnungslosigkeit erschuf Kafka hier meisterhaft aus sich selbst, aus seiner Eigenwelt heraus, so bedrückend, so erdrückend, wie ein Fisch der auf dem Trockenen liegt und zappelt, seine verzweifelten und doch erfolglosen Versuche, wieder zurück ins Wasser zu kommen.
Die Fassung der Handschrift vermag dieses Kafka-Erlebnis dabei wohl noch am besten zu vermitteln.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragender Einstieg in die Welt Kafkas, 23. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Amerika (Gebundene Ausgabe)
Viele Menschen können mit der Literatur des Franz Kafka nicht das geringste anfangen, empfinden sie als unsinnig, als unlogisch oder gar als dämlich, und dies nur weil sie völlig unvorbereitet (praktisch ins kalte wasser gestoßen)einer von Kafkas Erzählungen wie "in der Strafkolonie" oder seiner "Verwandlung" oder seinem (wirklich nur schwer nachvollziehbarem) "Urteil" gegenüber stehen und nicht recht wissen was sie bon dieser völlig neuen art einer geschichte halten sollen und dann eben den Kopf schütteln.

Dies kann verhindert werden, nämlich mit einem seichten Einstieg in kafkas werk, meiner Meinung nach ist dies sogar fast pflicht um ihn verstehen zu können (es sei denn man googelt sich schlau- aber davon ist auch nicht viel zu halten).
Ich vergleiche dies mit Nietzsche der mit seinem "Zarathustra" ein hervorragendes Werk egschaffen hat, dass man aber gar nicht verstehen kann, wenn man es als erste begegnung mit nietzsche liest.
Ähnlich ist es auch mit Kafka.

Amerika bietet den perfekten Einstieg in die Welt des Franz Kafka.
In diesem Roman sind typisch kafkaeske Elemente, wie die ohnmacht gegenüber dem unverschuldeten unheil, gut eingearbeitet und auch im Rahmen des möglichen.
Die Geschichte des Karl Roßman (übrigens die einzige Person in kafkas Romanen die noch einen namen erhalten durfte) der aufgrund einer von ihm verschuldeten affäre nach Amerika übersiedeln, stellt den Leser zwar immer wieder vor Situationen in denen er die handelnden personen (immer diese welche karl urnecht tun) und ihre Beweggründe nicht nachvollziehen kann und mitleid bekommt mit Karl, doch man kann diese Personen wenigstens verstehen, bzw. man kann sich solche Personen real existierend vorstellen, sie wirken nicht so völlig fremd wie der Vater im "Urteil".

Zum ende dieser geschichte möchte ich erwähnen, dass Max Brod zwar gesagt hat, kafka hatte sich ein glückliches ende (amerika ist leider nur ein fragment geblieben) vorgestellt, allerdings denke ich das das ende (mit karls reise mit dem Naturtheater) durchaus nicht positiv zu verstehen ist, der grund ist die Kurzgeschichte "Auf der Galerie" in der kafka über eben solche schauspieler schreibt, und er diesen Beruf zutiefst bedauert.
Mit diesem Hintergrund kann man sich also denken, wie sehr die Stellung den armen Karl woll befriedigen wird.

Amerika ist der erste von kafkas drei großen Romanen, und er dient hervoragend als einstieg in diese düstere und dunkle aber gelichzeitig wunderschöne poetische Welt.
Schön ist übrigens auch das Motiv dieses Buches und nicht zu vergessen der günstige Preis.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es ist ein extrem gekürztes Hörspiel!, 23. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Verschollene (Hörbuch-Download)
Ich bin sehe von diesem "Hörbuch" enttäuscht!
Zum einen ist das gar mein Hörbuch, sondern ein Hörspiel! Es wird von soundeffekten, geräuschen usw begleitet, was es für mich als hörgeschädigten sehr schwierig macht, alles zu verstehen!
Zum anderen habe ich die Originalfassung des buches und konnte mit erschrecken feststellen, dass das Hörspiel (anders als in der Beschreibung) extrem gekürzt wurde! Es werden nur die Dialoge erzählt, aber nicht das rundherum! Ich lese das immer gerne mit dem Buch zusammen, aber das geht ja schlecht, da das Hörspiel immer wieder Sprünge zu ganz anderen Textstellen macht!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant ist hier nicht Amerika, 15. September 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Verschollene ('Amerika') (Broschiert)
„Der Verschollene" stellt das allgemeine Bild des klassischen Auswanderers um die Jahrhundertwende auf den Kopf. Was mit Freiheit und Hoffnung begann gleitet langsam aber sicher in Abhängigkeit, Existenzangst und Beschaffungswahn ab. Auch wenn Franzens Geschichte fragmentarisch bleibt, so ist deren Ende doch durchaus symbolisch zu verstehen. Die Erlösung ist und bleibt ein neuer Job in diesem Universum an Ungerechtigkeit und Mißgunst. Auch, wenn das erst der Tod ermöglicht.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zum Nachdenken, 9. Mai 2007
Wenn ich auch selbst eine Interesse für Amerika habe, war es echt spannend, Kafkas Gedanken über den Kontinent zu lesen (selbst wenn das Buch so um das zwanzigste Jahrhundert geschrieben wurde). Wie alles für Karl Rossmann, der Hauptperson des Romans, schief geht, hat es nicht genervt. dann war es eher interessant zu nachforschen, warum es eigentlich so schief geht, und welche Kritik Kafka dadurch über Amerika macht. Ich fand auch die Sprache im Roman toll - schön und deutlich, selbst wenn ich eine Norwegerin bin. Das hier ist wirklich ein Buch, das man noch einmal lesen kann, und immer mehr entdecken.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht typisch kafkaesk, aber lesenswert, 26. April 2008
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Ein typischer Romane des Prager Juristen ist Der Prozeß, der erste Band der Trilogie der Einsamkeit wie Kafkas bester Freund Max Brod es nannte. Der Prozeß und Das Schloß sind das, was man als kafkaesk bezeichnet, also die Schilderung bedrückend-absurder Geschichten. In den beiden Romanen wird die Hauptfigur schlicht K. genannt, ein Mann in den Dreißigern, mit einem gut bezahlten, angesehenen Beruf, der ohnmächtig gegen die Anfeindungen und Schikanen eines unsichtbaren Gegners ankämpft. Es wird nicht erklärt, warum K. so schlecht behandelt wird, um so beklemmender ist die Wirkung, um so nachdenklicher stimmen die Geschichten und um so stärker ist ihre Wirkung. Im Falle von Amerika liegen die Dinge anders. Die Hauptfigur heißt Karl Roßmann und ist ein 16-jähriger Mittelschüler, der von seinen Eltern in die USA geschickt wird. Auch diesem jungen Mann wird immer wieder Unrecht angetan, aber nie von einer unheimlichen, im Verborgenen arbeitenden Macht, sondern von konkret zu benennenden Personen, wie etwa seinen Eltern, seinen Vorgesetzten und seinen Arbeitskollegen. Somit wirkt die Geschichte sehr viel konventioneller als z.B. die großartige, verstörende Erzählung Die Verwandlung, für Kafkas Verhältnisse ist Amerika fast schon leicht und unbeschwert. An mehreren Stellen, etwa als Karl einen Job als Liftboy annimmt, erinnerte mich die Geschichte an Thomas Manns Felix Krull, besonders der gekonnte Umgang mit der Sprache drängte den Vergleich auf. Und tatsächlich gibt es auch Humor in diesem Buch, wenn auch nur an wenigen Stellen und fein dosiert. Sehr ungewöhnlich fand ich das zwar offene, aber eher fröhliche als pessimistische Ende des Romans. Zwar gibt es auch im Prozeß und im Schloß kleine Lichtblicke, in denen der Held Hoffnung schöpfen kann und Hilfe angeboten bekommt, doch in Amerika ist tatsächlich ein guter Ausgang der Geschichte vorstellbar. Immer wieder wird Karl der rasche Aufstieg in Amerika in Aussicht gestellt, doch immer wieder wird er enttäuscht und rennt ins nächste Unglück. Ein ständiges Auf und Ab und er gibt nicht auf, sondern glaubt an sich. Das Buch endet damit, daß Karl sich dem Naturtheater von Oklahoma anschließt, einer Art Wanderzirkus, in der jeder gebraucht wird und willkommen ist, unabhängig von seiner Qualifikation und bisherigen Berufslaufbahn. Am Ende steigen alle in einen Zug und werden zu ihrem nächsten Einsatzort transportiert. Das kann man unterschiedlich deuten, für mich spielt es auf den bevorstehenden Ersten Weltkrieg an, in dem ein lang ersehntes Gemeinschaftsgefühl die Menschen verband, und in dem selbst diejenigen wichtig wurden, die sich zuvor als Tagelöhner durchschlagen mußten, so wie Karl Roßmann an der Ostküste der USA.

Amerika von Franz Kafka ist ein flüssig zu lesender Roman, der durch seine klare und schöne Sprache besticht. Eine Geschichte über das Erwachsen werden und die Probleme eines naiven und sensiblen Teenagers in einer oft groben Welt, in der die meisten nur an ihr persönliches Vorankommen denken. Mal ein anderer, Mut machender, Franz Kafka.
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5.0 von 5 Sternen Das ist weniger Amerika,, 10. Oktober 2014
als vielmehr die Bedrückung Kafkas, wo auch immer er war, als er diese Zeilen zusammenschrieb.

Die Geschichte handelt vom jugendlichen Karl, der von den Eltern verstoßen und nach Amerika abgeschoben wurde. Wie für Kafka typisch trifft er auf zwei Menschengruppen: Die einen mächtig, aber tyrannisch, bösartig und willkürlich; die anderen zwar hilfsbereit, aber ohnmächtig. Eine schützende, herzhafte Vater- oder Muttergestalt ist auch hier Fehlanzeige, Kälte regiert das Geschehen. Anders als das Schloss und der Prozess haben wir hier aber keinen bürokratischen Apparat, der den Protagonisten in die Enge treibt, sondern großes Land, da sich für Karl aber dennoch immer wieder verengt. Die Motive und Figurentypen sind damit ein Stück weit ähnlich, der Rahmen jedoch ein deutlich anderer. Und ein weiterer Unterschied: Die positiven Elemente sind weitaus stärker als in den beiden anderen Romanen, der Verlauf erstirbt gerade nicht mit jeder Seite immer mehr in Hoffnungslosigkeit, Amerika steht hier wohl symbolisch für Größe und permanente Hoffnung.

Die eigentliche Geschichte bricht mittendrin ab, es folgt ein erstes eher grotesk-absurdes Fragment, dann aber ein zweites, die Geschichte quasi schließendes, jedoch auf auch öffnendes zweites Fragment: Karl kommt nun irgendwo an, wo nicht nur bösartige Tyrannen und ohnmächtige Pseudofreunde sind, sondern wie Lichtgestalten angenehme, starke Menschen. Und mit diesen geht es in das Innere des Landes. Am Anfang bestaunt Karl die Größe der Freiheitsstatue, am Ende die Größe des Landes. Es ist zwar nicht der eigentliche Schluss, es kann aber gut als hoffnungsfrohes Ende einer ansonsten hoffnungsarmen Geschichte gewertet werden. Insoweit enthält der Roman weitaus mehr Sonnenschein als die beiden übrigen Romane.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Amerika" als verborgener Bodenschatz - Kafka versuchte sich immer wieder an diesem Roman..., 14. September 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Der 15-jährige Karl Roßmann wird von seinen Eltern in Deutschland nach Amerika verfrachtet, da er ein Dienstmädchen verführt hat und ihm dies zum Verhängnis wurde. In Amerika angekommen, muss er sich in der neuen englischsprachigen Welt mit Hilfe seines Onkels durchkämpfen, jedoch entdeckt er sehr bald, dass das Leben in dieser Fremde ein ständiger, schier aussichtsloser Kampf ist, an dem er zunächst zu scheitern scheint...

Kafka arbeitete mehrere Jahre an diesem Roman und brachte ihn bis zu seinem frühen Tod 1924 jedoch nie zu Ende. Es blieben nur Fragmente übrig, die dennoch zusammengefügt wurden und ein einigermaßen klares Bild ergeben, hinter dem man die Intention des Autors unschwer erkennen kann: Die gesellschaftlichen Missstände in den Einstellungen zwischen den Menschen verdeutlichen anhand eines Romans. Kafka ist bekannt für seine Romane und Erzählungen, die oftmals absurde, entfremdete, verzweifelte und komisch-tragische Figuren beinhalten, die die Gesellschaft um sie herum wiederspiegeln und sich selbst als Opfer dessen auffassen lassen. Kafka kann einerseits dem Expressionismus aber auch dem magischen Realismus zugeordnet werden, der später stark von Gabriel García Marquez vertreten wurde, jedoch ist seine Erzählkunst und Stilistik eine ganz eigene Sparte, unter derer sich der Begriff "kafkaesk" gebildet hat. "Amerika" ist einer der Erstlingswerke und hat einen offeneren Schluß als beispielsweise "Der Prozess" und "Die Verwandlung" und scheint sich noch lange nicht so dramatisch zuzuspitzen als diese beiden anderen Werke, jedoch ist es nicht minder umgeben von Tragik. Es ist hohe deutsche, auch etwas schwer lesbare Literatur, die jedoch ganz interessant wirken kann, wenn man bemüht ist, den Faden an der Geschichte nicht verlieren zu wollen und die sich entwickelnden Dialoge erkennt, die sich aus dem Nichts weiter und weiter kumulativ zu agieren scheinen, bis sie ihren Höhepunkt in irgendeinem Verhängnis erreichen.

~Bücher-Liebhaberin~
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Amerika
Amerika von Franz Kafka (Gebundene Ausgabe - 27. Februar 2009)
EUR 5,95
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