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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gute Unterhaltung mit Tiefgang
Ein herrlich geschriebener leichter Roman, der doch viel sprachlichen Witz und auch immer wieder zynische Anklänge hat. Die Geschichte selber ist sehr einfach. Ein Pärchen fährt in Urlaub und mietet sich als Urlaubsunterkunft ein Zimmer in einem kleinen verschlafenen Schloß, eben Schloß Gripsholm. Sie genießen ihre freie Zeit und...
Am 6. Januar 2000 veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Nett
Leichte Lektüre in netter Umgebung. Für die Zeit in der die Novelle geschrieben wurde bestimmt etwas Besonderes, in der heutigen Zeit jedoch recht brav.
Vor 11 Monaten von Tilman Trommsdorff veröffentlicht


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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gute Unterhaltung mit Tiefgang, 6. Januar 2000
Von Ein Kunde
Ein herrlich geschriebener leichter Roman, der doch viel sprachlichen Witz und auch immer wieder zynische Anklänge hat. Die Geschichte selber ist sehr einfach. Ein Pärchen fährt in Urlaub und mietet sich als Urlaubsunterkunft ein Zimmer in einem kleinen verschlafenen Schloß, eben Schloß Gripsholm. Sie genießen ihre freie Zeit und streifen in Wanderungen durch die Gegend. Sie werden jedoch auch von einer Freundin von ihr und einem Freund von ihm nacheinander besucht. Die Episode des Besuches der Freundin hat mich dann doch etwas überrascht, wahrscheinlich hätte ich einfach nicht damit gerechnet, daß es bei einem Roman der 1931 zum ersten mal veröffentlicht wurde so ungezwungen zu einem Bericht über sexuelles Liebesspiel zu dritt kommen würde. Doch Tucholsky beschreibt auch solche erotische "Klippen" mit einer wunderbaren Sprache, die der Phantasie des Lesers alles überläßt und damit weder prüde noch pervers ist, wie es einige heutige Autoren scheinbar nötig haben. Alles in allem erscheint der Roman wie eine leichte Erzählung, doch bei genauem "Hinlesen" wird man schnell die andere Seite des Romans entdecken. Im Buch wird zum Beispiel immer darauf hingewiesen, daß der Urlaub irgendwann zu Ende geht... das Leben ist eben nicht immer nur unbeschwert. Oder auch die Episode mit dem kleinen Mädchen, daß im Internat in der nähe des Schlosses schrecklich unglücklich ist... Ein wirklich schönes Buch das man eben selber gelesen haben sollte, denn eine Zusammenfassung kann niemals die "wirkliche Geschichte hinter der Geschichte" beschreiben... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amuesant, spritzig, nachdenklich und ruehrend, 7. September 1999
Von Ein Kunde
Eine herzerfrischend romantisch-unromantische Geschichte wird hier erzaehlt. Die Zutaten: Lebenslust und Traurigkeit, Zaertlichkeit und Froehlichkeit. Und nicht zu vergessen, eine Messerspitze Erotik, die mit einer ordentlichen Prise Albernheit "entschaerft" wird.
Meister Tucholsky laesst hier entspannt seinen Wortwitz plaetschern und schafft auf seine unnachahmliche Art Atmosphaere mit mir unvergesslichen Wendungen, wie: "Ich sah sie an und sie sah mich an. Wir fassten uns mit den Augen bei den Haenden.", oder "Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele".
Dennoch duempelt die Geschichte nicht in seichten Gewaessern vor sich hin. Selten zwar, aber unvermittelt und dadurch umso ueberraschender bricht sich seine Bitterkeit an den scheinbar unverbesserlichen Schwaechen der Menschheit Bahn. Um sich gleich darauf mit Humor an die eigene Menschlichkeit zu erinnern.
Wie so oft, wenn ich Tucholsky lese, muss ich bei vielen seiner Gedanken zustimmend schmunzeln und wenige Saetze spaeter stelle ich ueberrumpelt fest: jetzt hast Du auch mich in meiner zufriedenen Selbstgefaelligkeit "ertappt".
Der Inhalt ist in wenigen Saetzen zusammengefasst. Ein junges Paar faehrt nach Schweden in die Sommerfrische. Sie verbringen dort fuenf Wochen im Anbau eines alten Schloesschens, eben des Schloss Gripsholm. Grosse Abenteuer sind in der laendlichen Idylle nicht zu erwarten, aber dennoch gelingt es ihnen, ein kleines Maedchen aus einem uebel gefuehrten Kinderheim zu "befreien" und mit seiner Mutter zu vereinen. Dann geht es wieder zurueck in den Alltag. Nichts davon ist spektakulaer. Aber die Sprache und die allgemeine, versoehnliche, entspannte Grundstimmung dieses Werkes tun Seele und Herz wohl.
Kurz: Dieses Buch "schmeckt" wie Erdbeereis mit gruenem Pfeffer an einem lauen Sommernachmittag.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachrichten aus dem Zauberparadies auf Zeit, 22. Oktober 2007
Eine nette kleine Liebesgeschichte möchte der Verleger gern haben von Tucholsky, denn "die Leute wollen neben der Politik und dem Aktuellen etwas haben, was sie ihrer Freundin schenken können" -- schon der fiktive Briefwechsel, mit dem Tucholsky 1931 seine Sommergeschichte einleitet, ist nicht so harmlos, wie sie daherzukommen scheint. Aber keine Sorge: "Schloss Gripsholm" ist meilenweit entfernt von jedweder enervierenden Problemhuberei.
Der Erzähler Peter reist zusammen mit seiner Freundin Lydia, der "Prinzessin", für den Sommer nach Schweden und bezieht nach langwieriger Quartiersuche eine freundliche kleine Ferienwohnung in einem Nebentrakt von Schloss Gripsholm. Die beiden genießen unbeschwerte Tage, gewürzt mit pointierten Frotzeleien und klugen Überlegungen, und mit am witzigsten sind die Unterhaltungen mit den mehr oder minder Missingsch-durchsetzten Wortwechseln.
Ein Freund von Peter kommt zu Besuch, auch eine Freundin von Lydia findet sich für einige Tage ein, es kommt sogar zu einem erotischen Zwischenspiel ohne anschließende Eifersüchteleien oder sonstige Nachwirkungen. Und außerdem wird ein Kind aus einem bedrückend düsteren Kinderheim gerettet.
Die perfekte Sommergeschichte über perfekte Ferien, tatsächlich.

Tucholsky erweist sich dabei aber auch wieder einmal als scharfer Beobachter: Er erkennt z.B. den Zauber fremder Ortsnamen, "geladen mit alter Sehnsucht und bepackt mit tausend Gedankenverbindungen", doppelt so schön wie die Wirklichkeit der dahintersteckenden Orte, leider; er weist auf die sich abzeichnende Uniformität der Städte aller Länder hin; er liebt den regionalen Eigensinn des Ländlichen mit seiner "Käfersammlung von Leuten, die alle nur einmal vorkommen". Hier und noch öfter kann man einen Augenblick lang die tiefe Melancholie erkennen, die auch während der sorglosen Ferientage nicht ganz verschwunden ist. Schließlich haben sie die Kümmernisse "in der Gepäckaufbewahrungsstelle abgegeben" -- und von dort werden sie sie am Ende auch unverändert wieder abholen. Aber zunächst einmal sind sie die los.

Eine leichtfüßige und dennoch nicht oberflächliche Geschichte, eine Idylle auf Zeit, in die es nicht hineinregnet und die doch nicht kitschig ist -- dafür sorgen Tucholskys geistreicher Stil und sein lakonischer Witz, ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Aber Tucholsky wäre nicht Tucholsky, wenn er nicht auch hier, mitten hinein in die perfekte Sommergeschichte, seine treffsichere Kritik an der ganz bestimmt nicht perfekten Gegenwart außerhalb der Sommeridylle auf Zeit einfließen ließe: Nicht von ungefähr ist die verbiesterte Herrscherin über die Kinderheim-Kinder (die meisten kommen aus Deutschland) eine Deutsche, deren Tyrannei jeden Anflug von Mitgefühl und Menschlichkeit abwürgt und stattdessen Denunziation und Misstrauen fördert. Ein so versierter Autor wie Tucholsky flicht schließlich das Kinderheim-Intermezzo nicht in die Idylle ein, um Seiten zu schinden.

Unterschwellig spürt man den Unterton gleich, aber auf die Schliche kommt man dem Autor erst nach und nach. Der eigentliche Zauber dieser zeitlos scheinenden Sommergeschichte besteht nämlich gerade in ihrer von vornherein feststehenden Vergänglichkeit.

Aber egal -- den ganz besonderen Charme von "Schloss Gripsholm" macht einfach die lakonische, unpathetische und kitschfreie Sprache aus, in der Tucholsky dieses Paradies auf Zeit erschafft.

Und nun der Hinweis, dass die vorliegende Ausgabe nicht die empfehlenswerteste ist. Von all den vielen verschiedenen Ausgaben ist nämlich die billigste von Reclam auch die preiswerteste, denn deren Herausgeberin hat ganze Arbeit geleistet, und zwar informativ und klug, und vor allem ihr Nachwort, der Anmerkungsapparat mit seinen Sach-/Worterklärungen (und zwar nicht nur mit Kuriosa über die Könige Gustav den Verstopften und Adolf den Unrasierten), mit den Übersetzungen schwedischer und missing'scher Passagen und den Hinweisen auf biographische Bezüge im Roman.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen leichte Literatur mit Tiefgang, unwiederstehlich schön, 22. März 2004
Zuerst fühlte ich mich sehr unsicher, als ich anfing dieses Buch zu Lesen. Kurt Tucholsky, als bekannter Kritiker in die Geschichte eingegangen, seinen anspruchsvollen Schreibstil, als auch für seine Leichtigkeit der Worte und seinen Humor, sollte dies ein Buch für mich sein?
Die ersten Seiten verwirrten mich zuerst zutiefst. Eine Frau, die in vielen durcheinander gemixten Dialekten spricht und ein Mann, von dem man nicht so genau weis, wie sein Charakter aussieht, wie sollte sich eine Geschichte hieraus entwickeln?
Doch von Seite zu Seite wurde die Struktur klarer: Der Mann und die Frau wollen einen Urlaub in den skandinavischen Ländern verbringen und landen so, eher durch einen Zufall auf einem Schloss, Schloss Gripsholm. Dort erleben sie eine tief gehende Liebe, frei von jeglichem "geschnulze" oder übertriebenen Liebesbekundungen, jedoch voll von keuscher und weniger keuscher Erotik, verpackt in leicht-fließende Worte, von denen man gefangen genommen wird.
Eigentlich werden in diesem Buch 2 Geschichten erzählt: Zum einen die einen Liebespaar und zum anderen die Geschichte eines armen Mädchens, welches von ihrer Mutter aus Zürich in ein Mädcheninternat gesteckt wurde, in dem sie unter der schrecklichen Herrschaft eines "Drachens" leben muss.
Die Geschichten fügen sich auf wundersame weise perfekt ineinander und der Leser ist gezwungen, das Buch an einem tage durchzulesen, da es durch die Spannung die durch die Worte von Tucholsky heraufbeschworen wird, man sich in der misslichen Lage wiederfindet das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.
Deshalb mein Rat an Sie: Lesen Sie das Buch, lesen Sie und entdecken Sie wie spritzig, lebendig und farbenfroh ein Liebesroman auch ohne jeglichen touch eines Groschenromas sein kann!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amuesant, spritzig, nachdenklich und ruehrend, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Eine herzerfrischend romantisch-unromantische Geschichte wird hier erzaehlt. Die Zutaten: Lebenslust und Traurigkeit, Zaertlichkeit und Froehlichkeit. Und nicht zu vergessen, eine Messerspitze Erotik, die mit einer ordentlichen Prise Albernheit "entschaerft" wird.
Meister Tucholsky laesst hier entspannt seinen Wortwitz plaetschern und schafft auf seine unnachahmliche Art Atmosphaere mit mir unvergesslichen Wendungen, wie: "Ich sah sie an und sie sah mich an. Wir fassten uns mit den Augen bei den Haenden.", oder "Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele".
Dennoch duempelt die Geschichte nicht in seichten Gewaessern vor sich hin. Selten zwar, aber unvermittelt und dadurch umso ueberraschender bricht sich seine Bitterkeit an den scheinbar unverbesserlichen Schwaechen der Menschheit Bahn. Um sich gleich darauf mit Humor an die eigene Menschlichkeit zu erinnern.
Wie so oft, wenn ich Tucholsky lese, muss ich bei vielen seiner Gedanken zustimmend schmunzeln und wenige Saetze spaeter stelle ich ueberrumpelt fest: jetzt hast Du auch mich in meiner zufriedenen Selbstgefaelligkeit "ertappt".
Der Inhalt ist in wenigen Saetzen zusammengefasst. Ein junges Paar faehrt nach Schweden in die Sommerfrische. Sie verbringen dort fuenf Wochen im Anbau eines alten Schloesschens, eben des Schloss Gripsholm. Grosse Abenteuer sind in der laendlichen Idylle nicht zu erwarten, aber dennoch gelingt es ihnen, ein kleines Maedchen aus einem uebel gefuehrten Kinderheim zu "befreien" und mit seiner Mutter zu vereinen. Dann geht es wieder zurueck in den Alltag. Nichts davon ist spektakulaer. Aber die Sprache und die allgemeine, versoehnliche, entspannte Grundstimmung dieses Werkes tun Seele und Herz wohl.
Kurz: Dieses Buch "schmeckt" wie Erdbeereis mit gruenem Pfeffer an einem lauen Sommernachmittag.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Lieblingsbuch, 28. Juli 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich liebe dieses Buch. Es ist das einzige Buch, welches ich mehr als drei Mal gelesen habe (ich schätze, dass ich es jetzt so ca 6-9 Mal gelesen habe).

Ich habe früher enorm viel gelesen und lese jetzt immer noch gerne. Aber nicht ein Autor hat so geschickt soviel in ein so kleines Buch kombiniert und dass dann alles noch so leicht und unkompakt wirken lassen. Gleichzeitig ist eine unheimliche Lebensnähe dabei. Zum Beispiel fährt das Päarchen aus Schweden zurück und ihnen kommt ein Schiff entgegen und beide erfasst Wehmut, weil die Leute auf dem Schiff Ihrem Urlaub entgegen zu fahren scheinen. Aber Tucholsky bemerkt sehr treffend, dass immer die Leute auf dem fremden, leuchtenden Schiffs so glücklich scheinen und die Leute auf dem entgegenkommenden Schiff wahrscheinlich ähnliche Gedanken haben.

Was vereint dieses Buch? Eine Sommergeschichte, schön leicht und nicht pathetisch oder verschönernd. Eine Liebesgeschichte (nicht so kitschig einfach, sondern eine mehr weltmännische Liebe), eine der erotischsten Szenen die ich jemals gelesen habe, eine Philosphie über die Menschen (mit einem hervorragendem Bezug auf die Gladiatorenkämpfe bei den Römern), eine Hymne auf die Freundschaft, eine Wunsch-Autobiographie Tucholskys (wer sich dazu ein bisschen einliest, merkt dass der autobiografische Anschein nur täuscht), einen leichten und lebensfrohen Humor mit einer noch nicht zynischen Melancholik.

Es gibt zu dem Buch einen Film, der ausnahmsweise mal gut gemacht ist; dem Buch in gewisser Weise gerecht wird. Und ausnahmsweise ist auch der Soundtrack super. Das ist das einzige Produkt, bei welchem ich Soundtrack, Buch und Film besitze und alles ist schon allein für sich genommen schon top.

Auch ist es egal, ob man zuerst das Buch liest, oder zuerst den Film (wie ich).

Das eigenartige ist: als ich aus der Schule kam, ordnete ich Tucholsky so unterbewusst, unkonkret zu Fontane (schrecklich: Effi Briest) oder Kafka (durchgeknallter Freak mit Vaterpsychose) ein. Was für ein Fehler.

Der Film zeigte mir erstmal, wie modern Tucholsky eigentlich ist. Das viele seiner Gedanken noch heute aktuell sind. Es gibt viele schöne Gedichte von ihm. Sein herrliches Spiel mit der Sprache. Diese Unverbissenheit in Bezug auf das eigene "Ich".

Nach dem Lesen des Buches war es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Kauf eines umfangreichen Tucholsky Kompendiums. Kann das Buch nur empfehlen; und angesichts seiner Größe und des niedrigen Preises hat man auch nicht viel (Zeit und Geld) zu verlieren, aber viel zu gewinnen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöne Geschichte mit ein wenig Tiefgang!, 13. April 2005
Der Kern der Geschichte ist der Sommerurlaub eines jungen Pärchens in Schweden. Es werden Freunde getroffen, Späße gemacht und ein kleines Mädchen kennengelernt, welches im naheliegenden Internat lebt und sehr unter der herrschsüchtigen Internatsleiterein zu leiden hat.
Tucholsky vereint hier eigentlich alles, was ein gutes Buch benötigt. Größtenteils muss man bei diesem Buch schmunzeln, wenn nicht gar lachen (wenn z.B. von einem Esel namens Joachim die Rede ist, wenn Späße mit anderern eher konservativen Touristen gemacht werden oder die aus verschiedenen Dialekten bestehende Sprache), andererseits fehlt auch nicht der Tiefgang, so wird doch beispielsweise über die Liebe an sich nachgedacht oder die Tatsache das eigentlich nichts von Dauer ist. Dazu noch ein wenig unscheinbare, eher hintergründige Erotik.
Ebenfalls sehr gut gefiel mir, das der Autor nie einen Handlungsstrang zu sehr ausgereizt hat. Erst kommt ein Freund zu Besuch, einige Seiten später eine Freundin, irgendwann konzentriert sich dann alles mehr auf die "Rettungsaktion" des Mädchens u.a. Man legt das Buch also nicht so schnell weg, weil immer was Neues passiert.
"Schloß Gripsholm" eignet sich durch seine sommerliche, gelöste Stimmung perfekt um in ein paar schönen Stunden im Garten, auf dem Balkon oder im Park gelesen zu werden. Eben ein heiteres, fröhliches und teilweise auch ein wenig nachdenklich machendes Buch. Lesen! :-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sommerträume, 5. November 2012
Von 
Janie (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Ein locker leichter Sommerroman, der zwischen den Zeilen aber so viel mehr ist als nur eine kleine romantische Erzählung, sondern der Durchaus Tiefgang besitzt, wenn man sich auf Tucholskys Stil einläßt.
Einzig ein wenig Unbehagen verursachte mir das Plattdeutsche, das versteh ich nämlich selbst beim Dritten lesen nicht und fand es so ein wenig anstrengend. Glücklicherweise beschränkt sich die Prinzessin nur auf wenige Passagen mit ihrer Mundart und ließ mich ansonsten das Buch herrlich genießen.
So liest man Literatur gerne, verständlich, ansprechend, witzig, melancholisch und fesselnd.
Ich bin seit langem bei der Lektüre der SZ-Bibliothek noch einmal wirklich bezaubert und fasziniert.
Wirklich ein sehr schönes Stückchen Text, das ruhig noch ein wenig länger hätte sein dürfen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht die schönste Neuausgabe eines Longsellers, 12. September 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wie wenig sich Erfolg planen oder voraussagen lässt, zeigt das bekannteste Werk von Kurt Tucholsky. Im Jahre 1931 erstmals veröffentlicht, erlebte die Erzählung "Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte" beinahe unzählige Auflagen, wurde verfilmt und vertont. Und doch wundern sich zumindest die Tucholsky-Kenner, warum ausgerechnet diese Liebesgeschichte das Publikum so begeisterte, sind doch im Gesamtwerk des deutschen Journalisten und Schriftstellers noch ganz andere Perlen zu finden.

Für die damalige Zeit ziemlich überraschend beginnt die Erzählung mit einem fiktiven Briefwechsel zwischen Tucholsky und seinem Verleger, in dem es vor allem um höhere Honorare Autoren geht. Danach setzt die Geschichte eines Sommerurlaubs in Schweden ein. Was der Ich-Erzähler mit seiner Freundin Lydia auf Schloß Gripsholm erlebt, wird in Episoden verschiedener Längen erzählt. Allerdings läuft daneben eine Parallelhandlung, in der ein kleines Mädchen in einem Kinderheim und dessen sadistische Leiterin die Hauptrolle spielen.

Dass Tucholsky das Genre Liebesgeschichten beherrscht, hat er mit "Rheinsberg, Ein Bilderbuch für Verliebte" schon früher bewiesen. Aber zum Erfolg von Schloß Gripsholm trug sicher auch bei, dass Tucholsky darin eine Ménage à trois beschrieb, die damals für ziemlichen Wirbel sorgte. Zumal die Öffentlichkeit darüber rätselte, wie weit diese Geschichte auf autobiographischen Erlebnissen beruhte.

Obwohl jungen Leser von heute einige Szenen und Arrangement verstaubt vorkommen mögen, kann ich die Lektüre noch immer empfehlen. Denn mit viel sprachlichem Witz beschreibt Tucholsky Gefühle und Sehnsüchte, deren Erfüllung letztlich doch nur auf die Endlichkeit alles Schönen hinweisen. Und indem er nicht jedes erotische Detail platt auswalzt, gibt er dem Leser die Möglichkeit, seinen eigenen Phantasien freien Lauf zu lassen.

Dem 1929 in Nordböhmen geborenen Maler und Illustrator Hans Traxler ist es zu verdanken, dass diese Neuausgabe auch visuelle auf sich aufmerksam macht. Denn mit seinen wunderbaren Zeichnungen fängt er nicht nur die verschiedenen Stimmungen auf Schloß Gripsholm ein, sondern lässt auch unterschiedliche Interpretationen zu. Oder lädt ganz einfach zum Verweilen ein.

Mein Fazit: Dem radikalen Pazifisten Kurt Tucholsky ist mit Schloß Gripsholm eine Erzählung gelungen, die es auch achtzig Jahre nach dem Erscheinen wert ist, neu aufgelegt zu werden. Und gerade weil Melancholisches und Unaufgeregtes im 21. Jahrhundert weniger wahrgenommen werden, bin ich froh, dass Hans Traxler mit seinen Illustrationen auch ein junges Publikum anziehen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Klamauk ist nur schön, wenn er auf Ernst beruht", 13. August 2011
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Diese und manch andere Erkenntnis teilt Kurt Tucholsky mit seinen Lesern in der Erzählung "Schloß Gripsholm". Tucholsky, 1890 in Berlin geboren und 1935 an einer Überdosis Tabletten verstorben (ob es sich um einen Suizid handelte oder nicht ist umstritten), gehört zu den größten deutschen Schriftstellern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch unter bekannten Pseudonymen wie Peter Panter oder Kaspar Hauser veröffentlichte er ein umfangreiches und sehr breites Werk aus satirischen Texten, Kritiken, Lyrischem, Liedern und vielem mehr.

"Schloß Gripsholm" ist eine wunderbare Erzählung, von der man kaum glauben kann, dass sie vor achtzig Jahren (!) geschrieben wurde, die sich mit ihren etwa 140 Seiten auch für Leserinnen und Leser eignet, die Respekt vor allzu dicken Büchern haben. Der Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, fährt mit seiner Freundin Lydia nach Schweden in Urlaub. Sie kommen unter im besagten Schloß und verbringen dort einige unbeschwerte Wochen, geprägt von Müßiggang, viel Humor und einer Menge Erotik. Besucht werden sie in dieser Zeit von einem sehr guten Freund des Autors, Karlchen, und später von der besten Freundin Lydias, Billie. Zwischen dem Autor, Lydia und Billie kommt es als Höhepunkt der knisternden Stimmung zu einer ménage a trois, für die Tucholsky nicht sehr viele Worte verwendet, die aber ihre Wirkung entfaltet.

Die beiden Protagonisten verwickeln sich unterdessen in eine Geschichte, an deren Ende sie ein kleines Mädchen befreien, das unglücklich und gequält in einem Kinderheim unter der Leitung einer despotischen Deutschen ihre Kindheit verbringt. Diese Auseinandersetzung mit dem "Teufelsbraten" ist der Gegenpol zur ansonsten sehr gelösten, heiteren Stimmung der Urlaubswochen.

Die Sprache Tucholskys in dieser Erzählung ist großartig, an manchen Stellen durch die Verwendung des Plattdeutschen beziehungsweise einer Mischung aus Platt und Hochdeutsch, dem sogenannten Missingsch für Leser, die nicht dem Norddeutschen Raum entstammen, auch erschwert. Sätze wie: "Wir fassten uns mit den Augen an den Händen." kommen zahlreich vor und bereiteten mir ein großes Vergnügen. Sehr humorvoll und erkenntnisreich geht es zu in Sätzen wie: "Man kann den Hintern schminken wie man will, es wird kein ordentliches Gesicht daraus." Prädikat: Sehr empfehlenswert.

Meine Ausgabe ist 2007 in der Reihe der Süddeutschen Zeitung erschienen. Aus dieser Gesamtreihe von einhundert Büchern hier gerne noch eine Empfehlung, die nicht unbedingt zu den einer breiten Leserschaft bekannten gehört: Eduard von Keyserlings - Wellen.
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Schloss Gripsholm - Eine Sommergeschichte
Schloss Gripsholm - Eine Sommergeschichte von Kurt Tucholsky (Gebundene Ausgabe - 20. Februar 2008)
EUR 4,95
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