Kundenrezensionen


67 Rezensionen
5 Sterne:
 (27)
4 Sterne:
 (13)
3 Sterne:
 (8)
2 Sterne:
 (12)
1 Sterne:
 (7)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erst beim näheren Beschäftigen
Ich muss zugeben anfangs war ich von dem bürgerlichen Trauerspiel nicht sonderlich begeistert. Doch als ich mich zwangslaüfig damit in der Schule beschäftigen musste, sind mir viele Dinge klarer geworden, auch einige Details, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind. Wenn man sich erstmal in die Zeit und das Geschehen eingedacht hat, ist die Geschichte...
Am 17. Mai 2004 veröffentlicht

versus
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht
Also vorweg muss ich erst mal sagen, dass ich dieses Buch unter Zwang gelesen habe. Ich hätte schon allein wegen dem Autorennamen (Lessing!) aufgestöhnt und das Weite gesucht. Ich will damit sagen es ist mein erstes Buch aus dem 18. Jahrhundert das ich gelesen habe, doch ich muss allen die sich jetzt mit demsleben Druck konfrontiert sehen Mut machen.
Die...
Veröffentlicht am 9. November 2007 von lijah


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht, 9. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Emilia Galotti (Taschenbuch)
Also vorweg muss ich erst mal sagen, dass ich dieses Buch unter Zwang gelesen habe. Ich hätte schon allein wegen dem Autorennamen (Lessing!) aufgestöhnt und das Weite gesucht. Ich will damit sagen es ist mein erstes Buch aus dem 18. Jahrhundert das ich gelesen habe, doch ich muss allen die sich jetzt mit demsleben Druck konfrontiert sehen Mut machen.
Die Handlung selber hört sich gar nicht schlecht an. Verwöhnter Prinz der es gewohnt is alles zu bekommen was er haben will, verguckt sich in die Adelige Emilia Gallotti und ist entsetzt als er erfährt, dass sie noch am heutigen Tag heiraten wird. Sein "treuer" Diener Marinelli bietet ihm an, die Sache in die Hand zu nehmen und Emilias Verlobten zu beschäftigen, damit die Hochzeit verschoben wird.
Graf Appiani (der Verlobte) denkt jedoch nicht daran nach der Pfeife des Prinzen zu tanzen und einen Auftrag zu erfüllen anstatt seine Hochzeit zu feiern.
Unter Zeitdruck engagiert Marinelli Diebe die die Hochzeitskutsche auf dem Weg zur Kirche zum Schein überfallen sollen und Emilia unter dem Vorwand sie zu retten, in das Schloss des Prinzen schaffen. Dieser Plan geht jedoch nicht ganz auf, denn bei dem gefakten Überfall wird Appiani versehentlich erschossen und alles gerät durcheinander. Als auch noch die Verflossene des Prinzen auftaucht ist das Desaster perfekt...
Tja soweit zur Handlung, aber die Herausforderung dieses Buches liegt für die meisten wohl eher bei der Sprache. Als blutiger Anfänger muss ich sagen, dass es am Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig ist und man von den ganzen altmodischen Wörtern, von denen man meistens keine Ahnung hat was sie bedeuten, ziemlich eingeschüchtert wird, doch es wird besser. Wenn die Handlung erst mal ins Rollen kommt und die Gespräche, denn daraus besteht das Buch haupstsächlich, emotionaler werden löst sich das fast völlig auf, da man von dem Geschehen abgelenkt wird.
Ich selbst hab durch Emilia Galotti eindeutig Lust auf "altdeutsche" Bücher bekommen. Also ihr anderen Anfänger, traut euch!
Ach ja, die Sternchenzahl bloß nich ernst nehmen da ich noch keine Vergleichsmöglichkeiten hab, war die goldene Mitte einfach am neutralsten. (Ich bitte die Leseratten die solche Bücher verschlingen vielmals um Verzeihung, falls ich ihren Lesestoff etwas unnormal beschrieben habe =) )
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verstehen wir "Emilia Galotti" heute noch?, 4. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Emilia Galotti (Taschenbuch)
Gotthold Ephraim Lessing, Emilia Galotti (1772)
Lessings bürgerliches Trauerspiel "Emilia Galotti" ist ein bedeutendes Werk der Aufklärung. Aufklärerisch ist beispielsweise Lessings Kritik an der höfischen Gesellschaft, welche die von der Aufklärung abgelehnte absolutistische Staatsform verkörpert. Auch Emilias Natürlichkeit und Lessings Appell an den Verstand des Publikums sind aufklärerisch.
In "Emilia Galotti" findet der Leser die aristotelischen Einheiten Ort und Zeit streng eingehalten. Exposition und Entwicklung des Stückes finden im Stadtschloss des Prinzen und in der Stadtwohnung der Galottis statt. Im ausserhalb der Stadt gelegenen Lustschloss des Prinzen kommt es zur entscheidenden Zuspitzung der Handlung und zur Katastrophe. Die gesamte Handlung ist auf einen Tag zusammengedrängt.
Lessing greift in "Emilia Galotti" auf die vom Historiker Livius erzählte Legende von der Römerin Virginia zurück. Diese wird von ihrem Vater getötet, weil dies die einzige Möglichkeit ist, sie vor den Nachstellungen eines Herrschers zu bewahren. Virginias Tod ruft einen Volksaufstand hervor. Lessing weicht in einem wichtigen Punkt von dieser Vorlage ab: In "Emilia Galotti" ist Odoardos Tat nicht Anlass für einen Volksaufstand. Lessing möchte nämlich, wie er in einem Brief schreibt, "eine modernisierte, von allem Staatsinteresse befreite Virginia". Ursprünglich wollte Lessing deshalb nur das Schicksal der Virginia als Individuum darstellen. Der politische Teil der Legende interessierte ihn nicht, denn er glaubte, dass die Erziehung des Einzelnen zu einer tugendhaften und moralischen Person eher zu einer besseren und gerechteren Gesellschaft beitrage. Lessing ist später zum Teil von diesem unpolitischen Entwurf seines Stückes abgewichen und "Emilia Galotti" wurde eines der ersten politischen Dramen der neueren deutschen Literatur.
Der Prinz von Guastalla ist in die Bürgerstochter Emilia verliebt. Als er von ihrer bevorstehenden Hochzeit mit dem Grafen Appiani erfährt, beschliesst er diese zu verhindern. Fatalerweise erteilt er dem Kammerherrn Marinelli, seinem persönlichen Berater, dabei uneingeschränkte Handlungsvollmacht. Emilia in der Kirche aufzusuchen und ihr seine Liebe zu gestehen ist ein weiterer Fehler des Prinzen. Falsch ist auch seine Zustimmung zu Marinellis Vorschlag, Appiani als Gesandten fortzuschicken, damit der Prinz freie Bahn bei Emilias Verführung hat. Appiani lehnt ab und bezeichnet Marinelli als Affen. Appiani bietet dem beleidigten Marinelli zwar das Duell an, doch dieser lehnt aus Feigheit ab.
Daraufhin bereitet Marinelli einen Anschlag auf das Hochzeitspaar vor ohne den Prinzen zu informieren. Marinellis Bedienstete überfallen das Paar auf dem Weg zur Hochzeit und töten Appiani, wie es der in seiner Eitelkeit verletzte Marinelli forderte, um sich an Appiani zu rächen. Der Prinz gibt sich über diese Tat bestürzt. Emilias Mutter und die Gräfin Orsina, die frühere Geliebte des Prinzen, kennen das Liebesgeständnis des Prinzen, folglich wird der Prinz als Auftraggeber des Anschlags verdächtigt. Infolge eines weiteren Fehlers des Prinzen taucht die Gräfin Orsina im Lustschloss auf, wohin sich die Opfer des Anschlags retteten. Sie ist beleidigt, weil der Prinz sie wegen seiner Liebe zu Emilia vernachlässigt. Sie gibt dem waffenlosen Vater Emilias einen Dolch, damit er den Prinzen töte, doch Odoardo ersticht Emilia.
Auch Emilia begeht Fehler: Sie ist vom Auftauchen des Prinzen in der Kirche derartig verwirrt und verführt, dass sie ihm keine klare Absage auf sein Liebesgeständnis erteilt. Deshalb hofft dieser weiter, sie zu gewinnen. Ihr grösster Fehler ist Appiani die Begegnung mit dem Prinzen zu verschweigen.
Im fünften Aufzug häufen sich die Zufälle: Beispielsweise will Odoardo gerade gehen, als Emilia kommt. Beinahe hätte sie ihren Vater nicht mehr getroffen und dieser hätte seine grausame Aufgabe nicht durchführen müssen.
Weshalb stirbt Emilia? Das ist bis heute das grösste Interpretationsproblem des Stückes. Es gibt keine schlüssige Begründung. Wir finden, dass keiner der kleinen Fehler Emilias ihren Tod rechtfertigt. Schuld an ihrem Tod hat neben dem Prinzen und Marinelli auch ihr Vater, welcher sie in einer realitätsfernen Welt erzog. Diese Erziehungsmethode ist überhaupt nicht aufklärerisch. Da Emilia deshalb den richtigen und achtsamen Umgang mit den Nachstellungen von Männern nie gelernt hat und ihre eigenen Gefühle zu wenig kennt, befürchtet sie den Verführungen des Prinzen nicht widerstehen zu können und will deshalb sterben. Ausserdem will sie mit ihrem Tod ihre Familie vor Schande bewahren.
Das Stück ist - entgegen Lessings 1758 geäusserter Absicht - auch ein politisches Drama. Das ernsthaft Bürgerliche steht dem verspielt Höfischen des französischen Trauerspiels gegenüber. Das von den Galottis verkörperte Bürgertum steht für eine moralische und tugendhafte Lebensweise, die jedoch infolge seiner unklugen masslosen Ablehnung der Hofwelt realitätsfern, ungeschickt und nicht aufklärerisch ist. Emilia stellt aufgrund ihrer Natürlichkeit einen Gegensatz zur egoistischen, menschenverachtenden Hofgesellschaft dar. Der Prinz, welcher sie verkörpert, handelt wie ein absoluter Herrscher. Die gesellschaftlich-politische Kritik gilt einerseits der absolutistischen Staatsform, andererseits kritisiert Lessing, dass sich das Bürgertum stets von der Öffentlichkeit distanziert.
Die vielen Ausrufe- und Fragezeichen, Gedankenstriche, Folgen wörtlicher Wiederholungen und Wortspiele schränken den Lesegenuss ein. Die Handlung bewegt sich schnell vorwärts, trotzdem kommt nie wirkliche Spannung auf. Dies liegt unter anderem an der unnatürlichen Sprache sowie daran, dass der Handlungsverlauf häufig absehbar ist. Da das Stück mehr an den Verstand als an die Gefühle appelliert, können wir uns mit keiner Person identifizieren. Das Schicksal der Galottis ruft zwar Mitleid bei uns hervor, doch da dieses hilflosen Personen gilt, wirkt es lähmend.
Die moralische Aussage des Trauerspiels verstehen wir aus heutiger Sicht nicht mehr. Auch fragen wir uns, ob keine andere Lösung (beispielsweise eine Flucht) für Emilia möglich gewesen wäre. Der Ausgang der Tragödie überzeugt uns nicht.
Wir empfehlen dieses Buch all jenen, welche bereit sind sorgfältig zu lesen und Sekundärliteratur beizuziehen. Mit Hilfe verschiedener Interpretationen versteht man die Zusammenhänge und Hintergründe besser und nur so ist Lessings "Emilia Galotti" interessant und lesenswert. Das Stück ist nichts zum blossen Zeitvertreib.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erst beim näheren Beschäftigen, 17. Mai 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Emilia Galotti (Taschenbuch)
Ich muss zugeben anfangs war ich von dem bürgerlichen Trauerspiel nicht sonderlich begeistert. Doch als ich mich zwangslaüfig damit in der Schule beschäftigen musste, sind mir viele Dinge klarer geworden, auch einige Details, die mir vorher gar nicht aufgefallen sind. Wenn man sich erstmal in die Zeit und das Geschehen eingedacht hat, ist die Geschichte tatsächlich spannend und man möchte die wirklichen Zusammenhänge erkennen, die man beim bloßen Lesen gar nicht verstehen kann. Ein Tipp um Lust am Stück zu bekommen, ist ein Theaterbesuch! Auch wenn die Inszenierung nicht geglückt ist, lohnt es sich das Stück anzuschauen, das hilft auch zum besseren Verständnis!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein tragissches Frauenschicksal!, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Emilia Galotti (Taschenbuch)
Das Trauerspiel „Emilia Galotti„ erzählt in fünf Aufzügen die Tragik des Lebens der jungen und hübschen Bürgerlichen Emilia Galotti, die unbeabsichtigt die Männer verzaubert. Zum Verhängnis wird es ihr, als sich der Prinz von Guastalla in sie verliebt und erfährt, dass Emilia bereits dem Grafen Appiani versprochen ist. Die tragische Geschichte nimmt ihren Lauf, als der Prinz um jeden Preis die Hochzeit der beiden verhindern will, um an Emilia heranzukommen. Emilia wird zum Spielball des Prinzen und wird auf ungewöhnliche Weise von ihrem Vater, der das Verbrechen des Prinzen durchschaut, aus dessen Händen befreit... Das Buch lässt sich gut lesen, wofür auch Anmerkungen im Anhang sorgen. Jedoch entstehen an manchen Stellen Ungereimtheiten über die Positionen und Rollen der Figuren. Zuweilen stellte Lessing seine Figuren etwas überzogen dar. Trotzdem sollte man das Trauerspiel einmal gelesen haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr umfassende und vielschichtige Literaturhilfe, 2. Mai 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch als solches sollte als Standardwerk der Aufklärungsliteratur ja ohnehin jedem bekannt sein.
Diese Literaturhilfe ist dabei eine gute Hilfe, das Buch tiefgründiger zu erarbeiten - sei es direkt nach dem Lesen oder vor anstehenden Ausarbeitungen oder Prüfungen. In mehrere Abschnitte gegliedert werden alle wichtigen Aspekte benannt. Informationen zum Autor und historische Einordnung werden benannt, bevor es zum eigentlichen Inhalt kommt. Dieser wird erst einmal noch präzise, aufs Wesentliche reduziert wiedergegeben, bevor sprachliche Mittel und Ansätze zur Interpretation gegeben werden. Diese geben einem durchaus neue Einblicke und sind dabei vielseitig geschrieben.
Etwas überflüssig sind aber viele Teile der Rezeptionsgeschichte. Diese hätten man verkürzen können, da sie doch sehr weitgehend sind und dabei auch zu schwer zu behalten, um das Wissen bei anstehenden Arbeiten sinnvoll einzusetzen.
Im großen und ganzen aber eine sehr gute Hilfe!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Werk, gelungene Ausgabe, 11. Dezember 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Über den Inhalt, denke ich, muss man nicht viele Worte verlieren.

Über die Ausgabe schon, die ist nämlich sehr gut gelungen.

Direkt neben dem Text gibt es hilfreiche Anmerkungen, man muss nicht nach hinten durchblättern. Im Anhang finden sich dann detailiertere Ausfürhungen, eine Zeittafel zum Leben Lessings, Hintergrundinfos zum Buch und alles, was man über das Werk wissen muss, Interpretationsansätze etc.

Vorbildhaft für Schüler und Studenten und den Interessierten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brisant, brisant!, 15. Mai 2007
Langsam entwickele ich mich zu einem echten Lessing-Fan. "Miß Sara Sampson" hat mir schon gefallen, "Nathan der Weise" ist der absolute Wahnsinnn und auch "Emilia Galotti" ist großartig. Da der Inhalt bekannt sein dürfte, hier nur einige Anrisse:

Wir haben hier den Prinzen Gonzaga, der erst nur ein wenig verliebt ist in Emilia Galotti. Dann aber, als er von ihrer baldigen Hochzeit hört wird seine Liebe rasend (er sagt sogar einem Todesurteil ohne groß nachzudenken zu, weil er nicht mehr klar bei Verstand ist) und ihm sind alle Mittel recht diese zu verhindern. Als kleines Helferlein dient ihm diesbezüglich sein Kammerherr Marinelli, der kriecherisch alls erledigt, was der Prinz ihm befiehlt. So auch einen Überfall auf die Kutsche des zukünftigen Ehepaars, bei dem eigentlich kein Blut fließen sollte. Eigentlich.

Emilia selbst ist das typische bürgerliche Mädchen, stets gut behütet und aufgrund ihrer Erziehung zu keiner eigenen Meinung fähig. Ihr Vater Odoardo ist kein Freund des Prinzen, was letztendlich auch zur eigentlichen Katastrophe führt und uns, die Leser, mit mehr als nur einer Leiche entlässt.

Lessing zeigt hier ganz klare Kritik am Adel einerseits, welcher willkürlich seine Macht opportunistisch einsetzt und aber auch am Bürgertum andererseits, welches immer noch nach veralteten Moralvorstellungen handelt. Die Figur des Odoardo ist, was das angeht, ein wenig als "Grenzgänger" beschrieben. Zum einen erkennt man an ihm die Neigungen zum moderneren Denken, zum anderen aber auch das Festhalten an eben diesen alten Moralvorstellungen. Sehr interessant ist für mich aber auch Gräfin Orsina, die von Beginn an die Machenschaften des Prinzen durchschaut und somit als eine Art Schlüsselfigur den Knoten platzen lässt und jedem Charakter in diesem Drama mit der Wahrheit gegenüber tritt.

Vom ersten Aufzug an nimmt das Trauerspiel an Fahrt auf, die Fäden verwickeln sich immer mehr, es bleibt spannend und wird zunehmend tragisch. Der vierte und vorletzte Aufzug nimmt dann nochmal etwas Geschwindigkeit raus, er treibt die Geschichte in keinster Weise voran, aber Lessing hat damit die Spannung noch etwas erhöht und verlängert, um dann zum großen Finale auszuholen.

Ich bin, wie schon anfangs geschildert, begeistert von "Emilia Galotti" und wünsche diesem Stück und Lessing überhaupt noch viel mehr Leser!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Emilia Galotti-G.E. Lessing (Reclam), 7. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Emilia Galotti (Taschenbuch)
Wir halten dieses Buch für interessant und realitätsnah. Die in dem Drama dargestellten Klassenprobleme spiegeln sich auch in der heutigen Zeit wider.
Der Verfall der Tugendhaftigkeit ist auch in unserer Gesellschaft ein ernstzunehmendes Thema. Zwar vertritt Émilia nicht die Rolle der heutigen Jugend, es macht jedoch keine Schwierigkeiten sich in diese hineinzuversetzen. Durch das Drama haben wir uns auch über unseren Lebenskontext und unsere Wertvorstellungen Gedanken gemacht. Wie erhalten es für wichtig, aus einem Buch auch Schlüsse auf unser persönliches Leben ziehen zu können, welches uns auch gut gelungen ist.
Manchmal war es jedoch schwierig dem Geschehen zu folgen, da die ganze Lektüre nur aus Dialogen bestand.
Jana und Nadine
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Großartiges Werk von Gotthold E. Lessing, 23. März 2010
Von 
Ali Sharif (Frankfurt am Main , Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Emilia Galotti ist ein großartiges Werk von Gotthold E. Lessing und muss jeden als Standartwerk in der Aufklärungsliteratur bekannt sein bzw. sollte es zumindest.
Wenn man sich die Zeit nimmt und sich das Werk durchliest, dann kommt man davon nicht mehr weg. Die Geschichte ist recht spannend und als Leser möchte man alle Zusammenhänge erkennen, die man sonst beim "normalen" Lesen nicht sieht bzw. versteht.

Auch erleichtert das Format des Buches das Lesen. Es ist handlich (ca. 18cm x 13cm groß) und ist überall lesbar. Auch ist die Schriftgröße sehr gut gewählt und die Seiten besitzen zusätzlich Zeilennummern. Dies erleichtert in der Schule sehr die Zeilenangaben und es fällt den Leser leicht sich zu orientieren.

Es lohnt sich wirklich "Emilia Galotti" zu lesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti, 25. September 2008
Das 1772 uraufgeführte bürgerliche Trauerspiel 'Emilia Galotti' von Gotthold Ephraim Lessing setzt sich mit dem Gegensatz zwischen dem willkürlich herrschenden Adel und dem aufgeklärten Moral des Bürgertums auseinander. Hierbei handelt es sich um die Ausgabe von Joseph Kiermeier-Derbre aus dem Jahre 1997, wobei der abgedruckte Text dem Originaltext entspricht. Das Taschenbuch ist beim Deutschen Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG in München erschienen.
Emilia Galotti, eine Tochter aus bürgerlichen Familienverhältnissen, soll den Grafen Appiani heiraten. Doch Hettore Gonzaga, der Prinz von Gustalla, will dies mit allen möglichen Mitteln verhindern lassen, da er wie besessen vor Liebe zu Emilia ist. Der absolutistische Prinz beauftragt also seinen Kammerherrn Marchese Marinelli damit, die Hochzeit um jeden Preis zu verhindern und gewährt ihm dabei jeglichen Handlungsfreiraum. Marinelli organisiert einen Überfall auf die Hochzeitskutsche, in der das Brautpaar sitzt, wobei der Graf ums Leben kommt und Emilia auf das Lustschloss des Prinzen gebracht wird. Doch bevor der Prinz sich Emilia zuwenden kann, erreicht ihre Mutter das Schloss, die, im Gegensatz zu Emilia, die Situation und somit die Intrige des Prinzen und seines Kammerherrn durchschaut. Sie findet Emilia und stürmt zu ihr ins Zimmer. Währenddessen erscheint Gräfin Orsina, eine ehemalige Mätresse des Prinzen ebenfalls auf dem Schloss. Sie hatte sich zuvor per Brief angekündigt, welchen der Prinz jedoch achtlos weggeworfen hatte, ohne ihn zu lesen. Der Prinz weist sie schroff ab, jedoch durchschaut die Gräfin die Intrige schnell. Während sie mit Marinelli über Schuld oder Unschuld des Prinzen streitet, erscheint Emilias Vater, Odoardo Galotti, ebenfalls. Doch bevor er auf die Intrige hereinfallen kann klärt ihn Orsina auf und steckt ihm einen Dolch zu, mit dessen Hilfe er sich am Prinzen rächen soll. Odoardo, geprägt von strengster Moral und Sitte, zögert zunächst und überlegt, Gott die Rache zu überlassen. Doch als Emilia und er sich treffen und Emilia ihn aus Angst, dem Prinzen nicht wiederstehen zu können, anfleht, sie zu erstechen, sticht er zu und tötet damit seine eigene Tochter. Bestürzt über seine Tat stellt Odoardo sich der Gerichtsbarkeit des Prinzen, hofft jedoch, dass Gott auch für den Prinzen als Anstifter der ganzen Intrige eine Strafe vorsieht.
Man kann das Stück gut in die Dramenkomposition nach Freytag einordnen: Exposition und steigernde Handlung finden sich im Schloss des Prinzen und im Hause der Familie Galotti, der Höhe-/Wendepunkt findet sich auf dem Lustschloss, als die Intrige durchschaut wird und das retardierende Moment bis hin zur Katastrophe endet schließlich in Emilias Tod. Das ganze Stück spielt nur an einem Tag und große Sprünge betreffend der Handlungsorte gibt es auch nicht, was auf die Berücksichtigung der aristotelischen Dramentheorie schließen lässt.
Natürlich steht die Liebe des Prinzen zu Emilia für den Leser im Mittelpunkt der Tragödie, jedoch hat Lessings Werk einen hochpolitischen Hintergrund. Emilia und ihre Familie gehören dem städtischen Bürgertum an, welches von Moral, Sitte und absoluter Tugendhaftigkeit geprägt ist. Im absoluten Gegensatz dazu stehen Adel und Hof, verkörpert durch den Prinzen Gonzaga, welcher absolutistisch, intrigant und egoistisch herrscht. Er will Emilia um jeden Preis für sich. Diese absolutistische Welt und die Intrigen, die im höfischen Leben Alltag waren, werden in Lessings Werk kritisiert, ebenso wie die realitätsferne Lebensweise des Bürgertums. Zu vollster Tugendhaftigkeit erzogen traut sich Emilia nicht, auf ihr Herz zu hören und möchte lieber sterben als dem Prinzen gegenüber schwach zu werden. Da ihr Vater Odoardo ein totaler Gegner der höfischen Welt ist, wäre es Emilias Meinung nach eine Schande, die sie durch eine Beziehung zu dem Prinzen über ihre Familie bringen würde. Wäre Emilia selbstständiger und nicht auf familiengegebene Moralvorstellungen fixiert, wäre sie von sich aus in der Lage gewesen, den Prinzen abzuweisen.
Die gesellschaftliche Relevanz ist im Zusammenhang mit Absolutismus und der sich langsam entwickelnden Aufklärung nicht zu verkennen, und daher wichtige Lektüre zur Epoche der Aufklärung. Positiv ist, dass die Lektüre zum Nachdenken über das Schicksal Emilias anregt, da es die Prägung von Tugend und Moral heute so nicht mehr gibt. Die politische Aussage kommt deswegen in jedem Fall beim Leser an, und obwohl der Text wirklich recht schwierig zu lesen ist, finde ich dass man dieses Buch auf jeden Fall gelesen haben sollte, um über die Epoche der Aufklärung sprechen zu können.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen
Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing (Gebundene Ausgabe - 31. Juli 2006)
EUR 3,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen