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245 von 255 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Wüstling in uns allen
Ich beginne meine Rezension mit einer kleinen Inhaltsangabe:

Vier abstoßende Subjekte, die es durch Hinterlist und Verbrechen zu einem nicht unerheblichen Reichtum geschafft haben, entscheiden sich, ihren Gelüsten in einem abgelegenen Schloss, dem niemand entfliehen kann, nachzugehen. Das Buch unterteilt sich in fünf Abschnitte: Einleitung und...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2006 von Lennard Bertram

versus
35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sodom und Gomorrah
Nun es ist nicht ganz leicht ein Buch dieses Genres fair zu bewerten. Lesen und einschätzen muß man es auch aus der Sicht der Dekadenz und Verschwendungssucht dieser Epoche. Am Hof in Versaille feierte man die schlimmsten Orgien bei der natürlich auch die Würdenträger der katholischen Kirche sich nicht lumpen liessen. Die Adligen die es sich...
Veröffentlicht am 4. März 2010 von Cherusker


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245 von 255 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der Wüstling in uns allen, 4. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Ich beginne meine Rezension mit einer kleinen Inhaltsangabe:

Vier abstoßende Subjekte, die es durch Hinterlist und Verbrechen zu einem nicht unerheblichen Reichtum geschafft haben, entscheiden sich, ihren Gelüsten in einem abgelegenen Schloss, dem niemand entfliehen kann, nachzugehen. Das Buch unterteilt sich in fünf Abschnitte: Einleitung und Teil 1 - 4. In der Einleitung werden uns die Protagonisten nahegebracht, Teile 1 - 4 sind Ausführungen über verschiedentliche Gelüste, die progressiv "amoralischer" werden. Teil 2-4 sind dabei auch im abnehmenden Maße ausformuliert. Man muss sich bewußt sein, dass dieses Buch ein Manuskript in Arbeit ist, welches der Verfasser nie beendet hat und zudem lange Zeit verloren geglaubt war.

Nun zur Atmosphäre und zum Inhalt dieses Werkes:

Pasolini hat in den 1970er einen Film selben Namens herausgebracht, der von diesem Buch inspiriert wurde. Dieser Film, "Saló oder die 120 Tage von Sodom", scheint Anlass für die Ermordung des Regisseurs gewesen zu sein und war sehr lange Zeit nicht verfügbar, weil unterdrückt. Der normale Mensch wird diesen Film über alles abstoßend finden.

Doch der Film kommt in keinster Weise an das Buch heran. Was für Grausamkeiten im Film zu sehen sind gibt es im Buch auf den ersten 50 Seiten. Es ist voll von ungöttlichen Widerwärtigkeiten, perversen Brutalitäten und praktischer Verachtung für jegliche Menschenwürde. In diesem Buch kommen unter anderem Praktiken wie der Verzehr menschlicher Ausscheidungen, derbe Verstümmelungen, Vergewaltigung und Sodomie vor. Dies alles fern jeder Grenze von "Hetero" und "Homo"-Sexualität und in JEDER vorstellbaren Kombination.

Manche Literaturkritiker streiten über die Einordnung de Sades unter das Genre "Pornographie", jedoch will ich niemals dem Menschen begegnen, der sich tatsächlich an diesen Gräueltaten erregen kann.

Ich bin selbst ein Mensch der sich an so einigem erfreuen kann, sehe extreme Horror, Exploitation und Splatterfilme ohne mit der Wimper zu zucken und ohne jetzt zu moralisieren gebe ich zu: Der Großteil dieses Buches ist selbst mir zu hart. Ich kann wirklich nur zwei bis drei Sätze am Stück lesen, denn dieser kleine Ausblick auf die lebende Hölle reicht mir. Wenn nur ein Tropfen Fähigkeit, sich mit den Opfern zu identifizieren in einem Menschen übrig ist, so ist dieses Buch schlichtweg ungenießbar.

Hinten auf dem Umschlag dieser Ausgabe wird gesagt das nichtsdestotrotz dieses Buch "notwendig" sei. Man kann sich jetzt fragen inwiefern es "notwendig" ist sich an Leid und Entwürdigung anderer Menschen zu erfreuen, hier die Antwort: Der Tyrann de Sade, der Böse Vergewaltiger, der ultimative "Sadist" lebt in uns allen. Und man kann nur kontrollieren was man kennt. Man darf diese infernalen Möglichkeiten der menschlichen Existenz nicht verdrängen, man muss sich ihnen (fiktiv!) stellen um über sie hinauszuwachsen. Wie sich in letzter Zeit gehäuft zeigte, sind es gerade die Menschen, die sich aufgrund von falscher Moral diesem Wüstling des Selbst entzogen haben, die die schrecklichsten Verbrechen begingen: von katholischen Priestern über Lehrern und generell Vertrauenspersonen im sozialen Bereich zu den muslimischen Terroristen.

Wer auf dieses Buch mit leidenschaftlichen Vorwürfen und wilden Anschuldigungen reagiert zeigt nur, dass er selbst sehr von im berührt wurde, es ist in der Tat ein mächtiges Werk.

Wer sich nach dieser Warnung noch imstande sieht, seinem inneren Wüstling zu begegnen, dem Wünsche ich Glück.

Bei dieser Ausgabe handelt es sich um einen Reprint der ungekürzten Privatausgabe von 1904.
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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sodom und Gomorrah, 4. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Nun es ist nicht ganz leicht ein Buch dieses Genres fair zu bewerten. Lesen und einschätzen muß man es auch aus der Sicht der Dekadenz und Verschwendungssucht dieser Epoche. Am Hof in Versaille feierte man die schlimmsten Orgien bei der natürlich auch die Würdenträger der katholischen Kirche sich nicht lumpen liessen. Die Adligen die es sich leisten konnten ahmten dieses Verhalten im ganzen Land nach. Das gemeine Volk hingegen darbte und lebte in bitterster Armut. Das war aber in ganz Europa der Standard... Insofern hilft es nicht Marquis de Sade ein krankes Denken zu unterstellen. Das ist es nur aus heutiger Moralvorstellung heraus. So kann man aber Klassiker der Literatur nicht bewerten.

De Sade hatte gar nicht den Anspruch ein hoch intellektuelles Werk zu schreiben. Er wollte nur mit den geheimsten und perversesten Vorstellungen der Menschen spielen. Zudem wollte er auf die Dekadenz der Zeit auf sehr extreme Weise hinweisen. Ich hab somit eine andere Ausgangslage für die Beurteilung.
Das das Werk extrem diskutiert werden wird und die Geister scheidet, war ihm schon damals klar und er sollte Recht behalten... Bis heute ist es eines der umstrittensten Werke die (wieder) auf dem Markt zu kaufen sind (zeitweilig stand es auf dem Index jugendgefährdender Werke).
Ich habe es auf dem Nachtschrank liegen und es ist nach wie vor unterhaltsam und bisweilen auch erregend...kein Aufschrei des Lesers bitte, ich bin kein Kinderschänder und Sexualstraftäter... es geht mir nur um die grds. sexuelle Phantasie, sich alle Freiheiten nehmen zu können, die heutige schon aufgeklärtere Konventionen durchbricht. Es wird zum Ende des Buches aber
deutlich unappetitlicher, da geb ich einem Vorredner Recht.
Aber es soll als Buch ja den Leser auch schocken zu was Menschen fähig sind. De Sade treibt es sehr auf die Spitze. Ein Sog entsteht.
Abzüge in den Punkten hab ich nicht wegen irgendwelcher (konstruierter kranker)Perversionen des Marquis vorgenommen
sondern nur weil die Protagonisten sehr einseitig und unrealistisch ausgearbeitet sind. Besonders die Wüstlinge sind sehr einseitig böse, die Erzählerinnen einseitig verdorben und die Opfer einseitig widerstandlos.
Aber ansonsten MUSS man das Buch lesen um tiefere Einblicke in die Risse unserer ach so durchgestylten Welt zu erhalten. Menschen bleiben die schlimmsten aller Tiere. Und dann frag ich die entsetzten Rezensenten hier warum sich heutzutage Filme wie hostel oder Saw 1-6 so wahnsinnig gut verkaufen...da haben wir sie wieder die Doppelmoral...
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34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Missverstanden, 27. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Ich empfehle diesen Klassiker all denen zur Lektüre, die die Lektüre nervlich aushalten. Er ist sicher nichts für sensible Gemüter, aber gleichwohl faszinierend in seiner Kompromisslosigkeit.

Die in diesem Buch dargestellten Gewaltszenen (die noch American Psycho in den Schatten stellen) dürften in der Tat für den "normalen" Leser, oder sagen wir neutraler, für die große Mehrheit der Leser, schwer erträglich sein. Gleichzeitig lädt de Sade seine 4 Protagonisten mit kaum vorstellbarer menschlicher und charakterlicher Niedrigkeit auf und lässt sie Verbrechen begehen, die sich nur mit dem völligen Fehlen jeder menschlichen Regung erklären lassen.

Dieses Buch ist indes sicher nicht als Hardcore Pornographie gemeint und als solche wohl auch völlig ungeeignet. De Sade macht sich vielmehr (im Gefängnis sitzend) daran, eine Aufstellung der menschlichen Sexualität von ihren harmlosesten und unschuldigsten bis zu ihren extremsten und grausamsten Ausformungen vorzulegen. Dass dies dabei herauskam, obgleich er ja nur auf seine eigene Phantasie zurückgreifen konnte, lässt sicherlich Schlüsse über diese Phantasie zu, zeigt aber auch ein Wissen über die Spielarten und Abartigkeiten menschlicher Neigungen, das beim Wiederauftauchen des Manuskriptes über 100 Jahre nach seiner Erstellung in Fachkreisen für erhebliches Aufsehen sorgte. Das Buch wurde nie vollendet und liegt trotz seiner Länge zu einem nicht unerheblichen Teil nur als Skizze in Form von Notizen vor. De Sade verlor sein Manuskript bei seiner Verlegung in ein anderes Gefängnis kurz vor dem Sturm auf die Bastille 1789.

Das zentrale Moment der Handlung ist (wieder einmal) das de Sadesche Credo, dass in den politischen/gesellschaftlichen Systemen, in denen er lebte - Ancien Regime, revolutionäre Republik, Jakobinerherrschaft, Napoleon - die Tugendhaften immer untergehen und die Skrupellosen immer obsiegen. Um das so deutlich zu machen, wie es geht neigt er leider dazu, seine Figuren hoffnungslos zu überzeichnen. Sie sind entweder nur tugendhaft/gut/dem Untergang geweihte Opfer oder skrupellos/böse/strahlend erfolgreiche Täter. In de Sades Geschichten kommen "richtige" Menschen mit Stärken und Schwächen, guten und schlechten Seiten, nicht vor. Ich schwanke deshalb zwischen 4 und 5 Punkten.

Die o.g. Aussage war indes nie als Aufforderung zur Skrupellosigkeit gemeint. Vielmehr suchte de Sade nach einer Erklärung dafür, warum er im Leben immer wieder scheiterte, gleichgültig in welcher der Herrschafts- und Gesellschaftsformen, die er in seinem Leben sah, er sich gerade befand. Und weil es (natürlich) nicht an seiner in fehlenden Fähigkeit liegen konnte, sich auf Umstände oder Menschen einzustellen und sich an diese anzupassen, soweit überlebensnotwendig, mussten logischerweise die Umstände und anderen Menschen an seinem Scheitern schuld sein. Ich wage die These, dass de Sade sich stets auf der Seite der Opfer sah, weswegen auch die Wortschöpfung Sadismus und die damit verbundene Identifizierung de Sades mit seinen 4 Protagonisten der 120 Tage irreführend sind. Das eben gesagte macht ihn nicht unbedingt sympathischer, aber vielleicht findet man aus diesem Blickwinkel leichter Zugang zu diesem durchaus nicht eben leicht verdaulichen Buch.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dialektik der Aufklärung, 14. Januar 2012
Von 
Gavin Armour "deadhead" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich ist es m.E.n. ein Fehler, einzelne Werke DeSades zu bewerten, es ist das Gesamtwerk, das sein Schaffen wichtig macht. Vier Sterne sind deshalb so etwas wie ein Kompromiß: Will man die "120 Tage..." als Buch/Roman beurteilen, käme man wahrscheinlich auf maximal 2 Sterne, da es schlichtweg langweilig ist. Kaum Handlung, null Spannung, eine Aneinanderreihung von Perversitäten und Ekligkeiten ohne dramturgischen Aufbau usw.

Doch das wäre ein fataler Fehler, denke ich. DeSades Werk ist ein philosophisches. Was andere Philosophen in langen, manchmal anstrengenden und manchmal auch langweiligen Abhandlungen und Traktaten darlegen, verpackt DeSade in Handlung und Dialog. So wird man der Sache wahrscheinlich eher gerecht.

Der Marquis war ein Kind seiner Zeit, ein verkommener Libertin, ein Abkömmling des mittleren Adels, der sich den Ideen seiner Zeit gegenüber zumindest aufgeschlossen zeigte, wenn nicht gar zugeneigt. Ein Spätgeborener der Aufklärung, ein Zeitgenosse der französischen Revolution und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Umwälzungen, nähert sich DeSade gerade den aufklärerischen Ideen von einer Schattenseite aus (wohl gemerkt: Auf Englisch heißt es "enlightenment" - und wo Licht ist, ist Schatten, und dort agiert DeSade). Er nimmt die Ideen der Aufklärung sehr ernst und untersucht sie auf ihre Sollbruchstellen. Der Mensch ist frei, wo er das Böse wählen kann. DeSade meint, er MÜSSE das Böse wählen, um sich der Natur (die selbst schon das Böse symbolisiert) entgegen stellen zu können. DeSade haßte die Natur als Gottes Garten. Sein Schreiben ist also nicht nur eine Lästerung wider Gott und seine Schöpfung, sondern auch wider die Natur, die uns zwingt, sich ihr und ihren Unbilden zu unterwerfen. Lust und Obszönität erklärt er zu den menschlichen Eigenschaften, die ihn - den Menschen - auszeichnen, wobei ein jeder nur auf die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse erpicht sein sollte. Der Mensch als Egoist, als totaler Egozentriker, als absolut gesetzter Mittelpunkt allen Seins.

Die Wiederlichkeiten, die er beschreibt, sollten als das gelesen werden, was sie bei genauerem Hinsehen sind: comichafte Übertreibungen, reine figürliche Anordnungen. Was die Opfer bei DeSade auszuhalten haben, ist nicht auszuhalten. Und schaut man sich die Begebenheiten in den anderen Werken an (v.a. "Die Philosophie im Boudoir"), dann erkennt man, daß es Versuchsanordnungen sind. Die Opfer genießen den Schmerz, sie wollen den Schmerz. Da ist DeSade ganz demokratisch: Wohl wollen alle Täter sein, doch Opfer sein gehört zum Spiel.

DeSade wählt für seine Versuchsanordnungen schlichtweg die denkbar schrecklichste Option aus. Ist der Mensch ersteinmal aus seiner selbstgewählten Unmündigkeit ausgebrochen und befreit, muß er sich (so DeSades Überlegung) zwangsläufig von Gott befreien und somit auch von allem, was dem Göttlichen zugeschrieben wird - eben auch Mitgefühl, Liebe, Vergebung usw. Und er muß Entscheidungen treffen. Die Freiheit, die DeSade anstrebt, ist absolut. Doch kann der Mensch diese Art Freiheit überhaupt aushalten?

Es ist nicht von ungefähr, daß sich nicht nur die Existenzialisten (Simone de Beauvoir) und Strukturalisten (Roland Barthes) mit ihm auseinander gesetzt haben, sondern eben auch Adorno als Vertreter der Frankfurter Schule. Also eben jener Koautor der "Dialektik der Aufklärung", der zu jener extrem kulturpessimistischen Einsicht gelangte, daß die Aufklärung Auschwitz schon in sich trug. Daß der unterdrückte Trieb eine triebhafte Explosion erfährt und diese dennoch gerade in der der Aufklärung so eigenen Genauigkeit und Ordnung vollzogen wird. Eben die UNterdrückung der Triebe ist es ja, was DeSade (auch) umtreibt. Das enge Korsett moralischer Werte, die nun plötzlich aus uns selbst geboren werden müssen, aus der Vernunft, und die nicht mehr mit göttlicher Gesetztheit gelehrt werden können, stellen uns vor fast unlösbare Dilemmata. DeSade stellt diese "Dialektik der Aufklärung" schon in der Spätphase ihrer selbst aus. Natürlich VOR Auschwitz, was seine Bilder und Metaphern, all das Blut, die Exkremente und das Urin zwar nicht erträglicher, allerdings ein klein wenig "unschuldiger" macht. Im Übrigen gestand er freigiebig ein, daß er mit seinem Schreiben eine Art "Ansteckung" des Lesers beabsichtigte. Er wollte, daß sein Schreiben unmittelbar das bewirkt, was er beschrieb.

Interessanter Weise ist es dann eben genau DIESES Werk ("Die 120 Tage von Sodom") gewesen, daß Pier Paolo Pasolini als Vorlage für seinen Film nutzte. Und es ist interessanter Weise exakt die Verbindung zum Faschismus, die er ausstellt.

Film und Buch gegenüber zu stellen, ist unfair. Wort und Bild sind medial kaum vergleichbar, vor oder nach Auschwitz und den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts diese "Geschichte" zu erzählen, sind zwei grundverschiedene Dinge. Pasolinis Film - den ich persönlich für einen der besten und wichtigsten Filme generell halte - analysiert den Faschismus kühl, sachlich und genau. Ohne auf der ideologisch-politischen Ebene zu verharren. Pasolini sieht im Faschismus eben auch eine ästhetische Komponente. Diese vier Herren (die funktional, repräsentativ zu sehen sind), die sowohl im Buch wie im Film auftauchen und sich da auch recht ähneln, stellen eben auch die strukturelle Verflechtung der gesellschaftlichen Macht dar, den Anspruch, sich - ungeachtet aller Ideologie - nehmen zu dürfen, was einem gefällt und meint zuzustehen. So wird der Faschismus hier zu einer Art Potpourri, der sich nahezu alles einverleibt, was er gebrauchen kann oder was ihm gefällt (Kunst, Menschen, Scheiße, Gefühle, Riten) und per Mord (oder Folter) ausscheidet, was ihm mißfällt oder er nicht mehr gebrauchen kann. Pasolini gibt ein ebenfalls zutiefst kulturpessimistisches Statement ab, auch im Hinblick auf seine Zeit (hier: 1974/75), die zwar offiziell nicht faschistisch ist, die er jedoch als Wa(h)ren-Faschismus identifizierte. er kommt dem DeSade'schen Denken damit nicht nur im wortwörtlichen Sinne, sondern auch metaphorisch sehr nahe. Das Italien der Mitsiebziger sah er als eine Art selbstgewählten Faschismus, der sich nicht mehr mit Gewalt durchsetzt, sondern mit den goldenen Ketten des Konsums. Innerhalb dieser Warenwelt aber, ist der Mensch - nun säkularisiert - erneut einer selbstgewählten Unmündigkeit anheim gefallen; möglicherweise ist der Ausweg aus dieser noch schwieriger zu beschreiten, als jener aus der Unmündigkeit, von der der deutsche Aufklärer und Idealist Kant sprach.

Pasolinis Film ist denn auch - denke ich zumindest - noch unerträglicher als das Buch. Vor allem das Ende läßt den Zuschauer erzittern. Pasolini nämlich geht den Schritt, den DeSade erhoffte (Ansteckung), schreibend aber schlichtweg nicht erreichen konnte: Der Zuschauer wird im Film GEZWUNGEN, sich dem Gesehenen zu stellen, indem Pasolini ihn am Ende im Blick auf die Folterungen, der kameratechnisch ein subjektiver ist, den Tätern gleichstellt. Während im Hintergrund klassische Musik läuft, zeigen die Bilder uns Grausamkeiten, wie sie selten im Kino zu sehen waren, 1975 ausschließlich in sogenannten Schmuddelfilmen. Und die einzige Perspektive, die uns geboten wird, ist die desjenigen der vier Herren, der gerade zusieht, also Einverständnis erklärt.

DeSade jedenfalls treibt das aufklärerische Denken in seine Extreme. Er nimmt es sehr ernst und weist es sozusagen auf seine eigenen Schwachstellen hin, bzw. gibt ihm schwierige Denkaufgaben: wie will der Mensch mit der Freiheit und der Tugendhaftigkeit umgehen, die sich eigentlich ausschließen und doch beide so wesentlich für ihn sind?

Heutzutage DeSade zu lesen, ist wohl so oder so eher eine akademische Aufgabe. Doch es ist interessant, wenn man es in die Kontexte stellt, die ich versucht habe, hier aufzuzeigen. DeSade zur Unterhaltung zu lesen - was wohl nur in seiner Vorstellung überhaupt möglich wäre - ist, mit Verlaub, Blödsinn.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unglaublich aber wahr!, 24. September 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Der Herzog von Blangis, ein Bischof, der Präsident von Curval und ein Finanzier mit Namen Durcet, schliessen sich mit ihren Frauen, Töchtern, weiteren 8 Mädchen, 8 Knaben, 8 stattlichen Männern, 4 Erzählerinnen und Dinerinnen 120 Tage in einem abgelegenen Schloss ein, so dass niemand mehr raus noch rein kann und beginnen mit ihrem Fest!

Jede sexuelle Perversion die man sich nur vorstellen kann, findet sich in diesem Buch wieder. Ich weiss ehrlich gesagt nicht was ich von diesem Buch halten soll, obwohl ich viel darüber nachgedacht habe. Es wurde nichts, aber auch wirklich nichts ausgelassen. Ich weiss nicht ob unsere Vorstellungskraft so weit reichen würde. Pervers, ekelerregend und sadistisch. Die physischen wie psychischen Grausamkeiten die den Menschen in diesem Buch zugefügt werden, lassen einen nicht mehr vergessen..

Einige Zeilen sind so widerwertig, dass ich kaum glauben konnte was ich da zu lesen bekam. Mit der Zeit blickt man eher stumpf den Seiten entgegen, bis dann im hinteren Teil des Buches unvorstellbare Dinge geschehen. Man sollte keine erotischen Geschichten erwarten, sondern vielmehr unzählige Abartigkeiten, die bis ins Detail beschrieben werden. Mit jeder neuen Passion, die die Erzählerinnen von sich geben, werden diese sexuellen Operationen immer selbstverständlicher..

Das Buch wiederholt sich und handelt ausschliesslich von Erregung, Vergewaltigung, Mord, Blutschande, Pädophilie, Nekrophilie und Sodomie. Quälerei die bis über den Tod hinaus geht, lässt den Leser erschaudern. Irgendwann hat man nur noch eine monotone durchnummerierte Aufzählung der Perversionen vor sich. Nachdem ich die Hälfte gelesen hatte, fing das Buch an mich zu nerven und ich nahm es erst nach zwei Wochen Pause wieder in die Hände. Ich muss zugeben dass ich neugierig war und es dann doch zuende gelesen habe, weil man einfach nicht anders kann..

Meiner Freundin legte ich das Buch direkt unter die Nase und bat sie nur ein paar Zeilen aus der Mitte des Buches zu lesen um sich ein Bild zu machen. Meine Worte reichten einfach nicht aus um ihr zu erklären was sich in diesem Buch abspielt. Nach genau drei Seiten sah sie mich angewidert an und fragte mich wie ich diesen Dreck nur lesen könne. Das kann nur jemand beantworten, der es gelesen hat..

Lesen würde ich dieses Buch nicht noch einmal. Es verlangt sehr viel Durchhaltevermögen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man sollte es trotzdem lesen ..., 22. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Eines Vorweg: Tatsächlich geht deSade mit seinen Lesern nicht gerade zimperlich um. Vielmehr macht er den Leser zum Mitwisser und daher auch Mittäter - und dies alles immer mit einem verschmilzten Lächeln im Gesicht während man Seiten über Seiten vom ekelhaften und äußerst grausamen Tun der "Freunde" ließt.

Auszugsweise wurde hier ja schon darauf aufmerksam gemacht welche Themen deSade hier katalogisiert.

Ich habe mir das Buch im Vorfeld einer Sonderschau von Pasolinis Film aus dem Jahr 1975 gekauft (im übrigen einer der am schwersten zu ertragenden Filme die ich kenne) - und bin deshalb schon mit einem mulmigen Gefühl ins Kino gegangen.

Ich will aber hier den Film nicht rezensieren sondern das Buch, und das ist: ein Klassiker und sollte deshalb - auch wenn sich der innere Wiederstand regt - gelesen werden.

Unabhängig davon hat mir dieses Buch etwas beigebracht. Terenz schrieb einmal "Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd."

Diesen Satz kann ich nach der Lektüre von "120 Tage" so nicht mehr stehen lassen denn: Wer auch nur halbwegs regelmäßig die Nachrichten verfolgt weiß das Menschen Dinge von denen DeSade schreibt, tun.
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53 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Seelenlose Aneinanderreihung perverser Grausamkeiten, 3. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
"Die 120 Tage von Sodom" ist eines jener berüchtigten Werke, von dem fast jeder schon einmal gehört, das aber kaum jemand tatsächlich gelesen hat. Sein Ruf ist so legendär wie umstritten, ein Werk das in vielen Ländern lange Zeit verboten war, und seit Erscheinen polarisiert aufgrund seiner geschilderten Perversionen und Grausamkeiten.

Mit diesen geweckten Erwartungen wagte ich mich an das Werk heran. Ist es pervers und grausam? Unbedingt. Jede sexuelle Perversion die man sich nur vorstellen kann, findet sich hier wieder. Jede physische Grausamkeit die man einem Menschen zufügen kann, ebenso. Und doch ist das Buch meiner Meinung nach weder verstörend, noch sonderlich hart. Aus einem einfachen Grund: es hat keine Seele.

Es ist nicht nur in unzählige Episoden aufgesplittet, die sich in ihrem Grad an Abartigkeit immer mehr steigern, es liest sich auch wie eine bloße Aufzählung, eine seelenlose Aneinanderreihung immer neuer Ungeheuerlichkeiten, wie ein Lexikon, das man von A-Z abarbeitet. Psychisch so intensiv und nahegehend wie die Lektüre des Telefonbuchs.

Anfangs umschreibt de Sade noch relativ ausführlich, wie es zu jenen berüchtigten 120 Tagen von Sodom kam, die Wüstlinge werden kurz charakterisiert, die Kriterien, nach denen die Opfer ausgewählt werden, dargelegt. Dann beginnt die eigentliche Geschichte, das heißt: endlose Episoden über Wollust, über fragwürdige sexuelle Vorlieben, über Erniedrigung und Folter.

Allein, es lässt einen völlig kalt. Die Figuren sind hoffnungslos überzeichnet, bisweilen an der Grenze zur Karikatur. Die Opfer fügen sich allem fast widerstandslos, wie Puppen lassen sie sich die unvorstellbarsten Grausamkeiten zufügen, ohne aufzubegehren, sei es durch geschlossene Revolte oder Flucht oder den Freitod. Mehr noch, sie sind nur Namen ohne Eigenschaften. Ihr Leid, später dann ihr Tod bewegt nicht, weil es für den Leser keine Verbindung zu ihnen gibt.

"Die 120 Tage von Sodom" liest sich wie ein moderner Horrorfilm. Es ist zwar möglichst brutal und abartig, in dieser Hinsicht sogar von bemerkenswerter Phantasie, aber die Figuren sind so seelen- und leblos, daß nie ein Funken Mitgefühl aufkommen kann. Das Böse so eindimensional und insgesamt beschränkt, daß es zuweilen lächerlich wird. Sterile Schreibe, die einen immer auf Distanz hält.

Wie soll man nun ein solches Werk bewerten? Es gibt viele, sehr viel bessere Romane, die eindrucksvoll schildern, wie grausam und entwürdigend Menschen sein können. Allesamt verstörender, intensiver als dieses Handbuch verschiedenster Foltermethoden.

Ist es wichtig? Muss man es gelesen haben? Bietet es neue Einsichten in die menschliche Natur? Nach langem Überlegen muss ich diese Fragen allesamt verneinen. Ich kann dem Werk keine tiefergehende Bedeutung zumessen, und dementsprechend gibt es dann auch nur einen Stern. Wenn ich mir hier manche Rezensionen durchlese, ist aber auch gut möglich, daß ich es einfach nur "missverstanden" habe. Vielleicht bin ich durch die ganz alltägliche und sinnlose Gewalt auf der Welt und in den Medien auch nur schon zu abgestumpft, als daß mich ein solches Buch noch erschüttern könnte.

Wer auch immer übrigens zu diesem Buch greift, in der vagen Annahme es ginge um erotische Geschichten, könnte kaum einem größeren Irrtum unterliegen. Wer an körperlicher Züchtigung, Erniedrigung und dem Austauschen von allen (und ich meine allen) Körperflüssigkeiten Gefallen findet (ich maße mir kein Urteil an), wird in diesem Buch dennoch nur auf den ersten Seiten fündig. Hiernach folgen nicht Peitschenhiebe sondern Verstümmelungen und Härteres. Was in etwa so prickelnd ist wie der Verzehr von einem Stück Pappe.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Absolut pervers, 27. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch tatsächlich ganz durchgelesen, was nicht gerade für die Gesundheit meiner Psyche spricht. Ich wundere mich, dass so etwas frei legal verkäuflich ist. Würde dieses Buch im Detail verfilmt werden dann stünden herkömmliche Pornographen, Vergewaltigungspornos und gar Kinderpornos in Anbetracht dieses schwarzen Wahnsinns plözlich in einem guten Licht dar.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 120 Tage, jeder brutaler als der andere..., 27. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Was bewegt jemanden ein Buch zu lesen, vom "Erfinder" des Sadismus?
Neugier? Voyeurismus? Testen der eigenen Schmerzgrenze? -Ich kann aus eigener Erfahrung all das bestätigen. Keiner wird auf Biegen und Brechen gezwungen dieses oder ähnliche Werke zu lesen, trotzdem tun es Menschen unter anderem aus den aufgezählten Gründen.
Aber, wenn man neugierig ist und einen schwachen Magen besitzt, ist ein hinaus kommen über die ersten hundert Seiten kaum möglich. Denn der Leser muss sich vor Augen halten, dass dieses Buch sehr tiefe Abgründe aufzeigt.
Allein die Tatsache, das Analverkehr mit Kleinkindern und das verzehren menschlicher Ausscheidungen noch die "nettesten" Verfahrensweisen darstellen, untermauern diese Annahme.

Fast unaussprechliche Demütigungen und Folterszenarien, lassen jedem mitfühlendem Gemüt das Blut in den Adern gefrieren.
Kein Gefühl, kein Mitleid mit den Opfern. Nur die Befriedigung der eigenen niederen Triebe haben die Gewissenlosen vier Hauptakteure im Sinn. Auf brutalste und in mehr als zwanzig Fällen, für die Gespielen tödliche Weise.

Möchte jemand dennoch auf die dunkle Reise gehen um mitreden zu können, ist dieser Klassiker meiner Meinung nach, mit dem nötigen Emotionalen Abstand zu genießen.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn des puren Sadismus, eine Geschichte von Wüstlingen und deren Gelüsten, 4. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die 120 Tage von Sodom (Gebundene Ausgabe)
Lange überlegte ich mir den Kauf dieses Buches, es handelt sich prinzipiell ja nur um 7,95, doch was für Welten des Schreckens erwirbt man ? Eins ist klar, ein skandalöseres Buch gab/gibt/wird es nie geben.

Die ersten Seiten dienen zur ausführlichen Einleitung und der Beschreibung aller Hauptppersonen, ausführlich, in wirklich großem Maße detailverliebt.
Nach den ersten Seiten weiß man von der Körpergröße, dem Charakter bis hin zur Beschaffenheit der primären Geschlechtsmerkmale so ziemlich alles über unsere "Freunde" den Wüstlingen aus Frankreich und deren Töchter/Frauen.

Man wird auch schnell begreifen wie abartig die Antagonisten handeln und wie wenig sie dabei fühlen, außer Erregung
Vergewaltigung,Mord,Blutschande,Pädophilie,Sodomie etc. hier sind alle niederträchtigen Sexualpraktiken bis ins kleinste Detail beschrieben und das auch nicht alzu selten.
Daher rate ich hiermit allen Menschen ab diese Lektüre zu lesen, wenn sie in keinster Weise an psychologisch und philosophischen Thesen interessiert sind, der Inhalt besteht nämlich so gut wie nur aus schändlichen Taten.

Wieso einige dieses Buch jedoch als schlecht geschrieben bewerten, kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Bei allem Hass gegenüber dem Inhalt sollte man wenigstens hier objektiv bewerten!

Intelligenter Satzbau, oftmals sehr methaphorisch und bildlich geschrieben, sehr gute Wortwahl, bis auf den doch sehr vulgären Gebrauch von Wörtern wie Ar*** oder V****e, aber naja wo De Sade drauf steht, ist nunmal De Sade drin

Hin und Wieder ein Appell an den Leser z.B: Nun lieber Leser beginnt die XXX in XXX aus diesem Grund hier nochmals eine kurze Beschreibung von XXX, dem Verständnis wegen.
Entschuldigung, aber besser kann ich es leider nicht beschreiben. Hoffentlich einigermaßen verständlich?!?

Ja dieses Werk hat einen menschenverachtenden Inhalt, aber deswegen gleich dumm oder sinnlos?Nein!
Ob De Sade nun auch gern so ein "Wüstling" gewesen wäre,bzw ein noch schlimmerer als ohnehin, kann heute nicht mehr zuversichtlich gesagt werden, lange Zeit leugnete seine Familie ihn, viele Informationen zu seinem Charakter->Spekulation.

Und nun sei jedem Anhänger der christlichen Religion gesagt: Nur lesen um die "andere Seite", die atheistische, ketzerische eventuell ergründen zu wollen, die Wüstlinge besitzen keinerlei Moral, Anstand oder Glaube, hier ist selbst ein Bischof Mörder, Verräter und Kinderschänder, daher rate ich ebenfalls jedem strengen Christen ab, dieses Buch zu lesen, eine negative Kritik wäre absolut sicher (und dem Glauben wegen auch gerechtfertigt!)

Die 120 Tage von Sodom sollte von jedem gelesen werden, der sich für klassische Literatur interessiert oder aber auch von denen die in psychisch gestörten Personen faszinierend-abstoßende Gestalten sehen.
Die Wortwahl, der Schreibstil und die nachdenklich-philosophischen Ansätze regen zum Nachdenken an und hinterlassen uns vllt mit so manch schlafloser Nacht, eventuell weil man das Buch nicht mehr weglegt ;-), in der Tat muss man manche Sätze gute 2-4 mal lesen um sie restlos zu verstehen, oder man glaubt sie verstanden zu haben.
Als Erotik würde ich es bei allem nötigen Respekt aber nun wirklich nicht bezeichnen, vielmehr ist das hier ein sadistischer Höllentrip bei dem man manchmal schon sehr schlucken muss.
Wenn Ihnen schon bei Zeitungsannoncen âla "Mädchen,10-Jahre alt, vergewaltigt anschließend ermordet" Tränen in den Augen stehen rühren sie dieses Buch niemals an!

Und nun an alle Personen da draußen die so einiges verkraften: Kauft euch diese knapp 500 Seiten Schocktherapie! ;-)
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Die 120 Tage von Sodom
Die 120 Tage von Sodom von Marquis de Sade (Gebundene Ausgabe - 30. September 2006)
EUR 7,95
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