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5.0 von 5 Sternen Nietzsches Wende
Wer Neues schaffen will, muss Altes zerstören. Nach diesem Credo verfährt Nietzsche in Menschliches, Allzumenschliches. Das Buch markiert den Beginn seiner Philosophie des Vormittags", die alles Geglaubte, Gehoffte und Gefürchtete einer gnadenlosen Kritik unterzieht. Moral, Religion, Gesellschaft: Alles kommt auf den Prüfstand. Nietzsche ist sich dabei...
Veröffentlicht am 2. April 2012 von Rolf Dobelli

versus
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierig
also zuerst muss man sagen, dass es nicht einfach zu lesen ist. Man braucht Zeit um alles zu verstehen, die Sprache ist gewöhnungsbedürftig.

Der Inhalt des Buches ist doch recht interessant aber dennoch fehlt mir etwas die Abwechslung. Mit der Zeit hat man das Gefühl, dass sich alles wiederholt, was ich etwas schade finde.

Für...
Vor 7 Monaten von M. Schmidt veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nietzsches Wende, 2. April 2012
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wer Neues schaffen will, muss Altes zerstören. Nach diesem Credo verfährt Nietzsche in Menschliches, Allzumenschliches. Das Buch markiert den Beginn seiner Philosophie des Vormittags", die alles Geglaubte, Gehoffte und Gefürchtete einer gnadenlosen Kritik unterzieht. Moral, Religion, Gesellschaft: Alles kommt auf den Prüfstand. Nietzsche ist sich dabei nicht zu fein, seine eigenen Ideale zu verraten: In vielem von dem, was er zuvor vergöttert hat - allem voran Richard Wagner und dessen Kunst -, erkennt er nun Merkmale des Verfalls und sortiert es aus. So schlecht es ihm körperlich bei der Niederschrift der über 1000 Aphorismen ging, so kraftvoll und literarisch geschliffen sind die meisten davon geraten. In diesen mal kurzen, mal langen Sentenzen findet Nietzsche eine adäquate Form. Dem Leser bleibt dabei oft nur die Möglichkeit, mit offenem Mund zu staunen und irgendwie zu versuchen, den schnell wechselnden Themen zu folgen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeigt euch ihr Freien Geister !, 8. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Friedrich Nietzsche schaffte sich seinen freien Geist, als eine Erholung und Ablenkung nach einem entzaubernden, entromantisierenden Blick in das Innere der Welt, um die daraus resultierenden Wahrheiten zu ertragen, aber gleichzeitig auch überwinden und bejahen zu können. Wir lesen hier einen Friedrich Nietzsche, der sich in einem gewandelten und weiterentwickelten Zustand befindet, der durch die nötige Distanz und Ferne zu seinen aufdeckenden Erfahrungen, einen kühleren und gefestigteren Blick eingenommen hat, um sie endlich geordnet darzustellen. In seinem späteren Werk, " Also sprach Zarathustra " , ist die Rede " Von den drei Verwandlungen ", in denen differenziert wird zwischen dem Kamel-Stadium, das den gebundenen, folgsamen Geist darstellt, dem anschließenden Löwen-Stadium, welches den befreienden Geist hervorbringt und dem letzten Stadium des Kindes, wo der neue werteschaffende Geist, seine bisherigen Stadien überwunden und sie als seine Geschichte zurückgelassen hat. Der uns vorliegende Nietzsche, der sich durch eine antreibende Neugier zu einem entsagenden Aufbruch auszeichnet, um sich von sämtlichen Sinngebungen und Glaubenssätzen loszulösen, spiegelt dementsprechend eine Zugehörigkeit zum Stadium des Löwen wieder. Mit dem Pathos " lieber sterben als hier leben " hat er sich nun genügend Selbstvertrauen aufgebaut um den Mut für eine konsequente Durchführung einer Umwertung der Werte anzutreten und den langen Weg zum selbstbestimmenden Freigeist zu ebnen. In Menschliches Allzumenschliches werden noch keine neuen Werte verkündet, sondern es wird eine medizinische Anleitung in Form eines Übergangsprozess geliefert, um die trübe, nebelige Sicht des gebundenen Geist zu erhellen und ihn stattdessen durch die klareren Augen des ungebundenen Freigeistes blicken zu lassen. Mit den Worten " Du solltest Herr über dich werden, Herr auch über die eigenen Tugenden ", bläst er den Kampf für eine Selbstbestimmung an, die sich von der bisherigen Fremdbestimmung endlich distanzieren soll, um das Perspektivische in jeder Wertschätzung begreifen zu lernen, wie es Nietzsche in der Vorrede erläutert. Es hieß Abschied nehmen von seinen großen Vorbildern, Schopenhauer und Wagner, um Platz für sein neues Ideal, den Freigeist zu schaffen.

Doch wer neues schaffen will, muss altes zerstören und darum git es die vielschichtigen Irrwege der gebundenen Geister, in sämtlichen Regionen der menschlichen Interaktionen aufzuzeigen. So in der Religion, den moralischen Empfindungen, der Metaphysik, aber auch im kleinen Rahmen, wie der Ehe und in der Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Kind. Dem gebundenen Geist fehlt die differenzierte Einsicht in die Wahl der vielen Möglichkeiten, stattdessen erblickt er seine Stellung durch einen Tunnelblick, um die bequemere Gewohnheit, der Qual der Wahl vorzuziehen. Auf diese Weise handelt er nach seinen anerzogenen Maximen, die seine Handlungsfreiheit auf wenige Möglichkeiten einschränkt, im Gegensatz zum Freigeist, der sich der Mannigfaltigkeit der Motive und Gründe bewusst ist. Das Einverleiben geistiger Standpunkte, die unreflektiert akzeptiert werden, bezeichnet Nietzsche als Glauben. Nach diesem Schema funktionieren auch die Pfeiler der Gesellschaft, die ihre Legitimation durch den bequemen Glauben an sie erlangen. Der gebundene Geist ist mit dem Nutzen den sie bringen zufrieden und sieht die staatliche Ordnung und die Moral, als feststehende Wahrheiten an.

Doch wie vermag der Freigeist zu handeln und sich durchzusetzen, wenn er vor lauter Gründe nur noch Abgründe erkennt, die sein Handeln so erschweren und ihn daher schwach erscheinen lassen. Dazu der Schmerz der sich durch einen Verlust an gesellschaftlicher Integrität und der daraus resultierenden Verkanntheit bemerkbar macht, verleiten zu einem harten und einsamen Schicksal. Woher kommt der Glaube an das eigene Genie und die Kraft, " eine ganz individuelle Erkenntnis der Welt zu erwerben " und sich dadurch gegenüber den gebundenen Geistern zu behaupten ?, fragt sich Nietzsche. Der Freigeist muss sich nach langer Enthaltsamkeit befreien können, damit seine angestaute Energie sich endlich entladen und womöglich etwas neues noch nie dagewesenes erschaffen kann. Der gebundene Geist, so kritisiert Nietzsche, tritt lediglich als Gattungswesen in Form von Beamten, Kaufleuten und Gelehrten auf, wodurch der Wert der Individualität verloren geht, doch dieser bedarf es gerade, um das Fundament des Freigeistes garantieren zu können.
In menschliches Allzumenschliches schreitet er nun schonungslos sämtliche Gebiete menschlicher Aktivitäten ab und versucht im aphoristischen Stil aufzuzeigen, dass diese keine festen, allgemeingültigen Vorstellungen, sondern prozesshafte, sich im Verlauf der Geschichte verändernde Wahrheiten sind. So fordert er eine historische Philosophie, die sich genealogisch mit der Entstehung menschlicher Vorstellungen auseinandersetzt, um dadurch die verschiedenen Erkenntnisperspektiven freizulegen. Doch dieser Weg bedarf Zeit und einer Tilgung metaphysischer Restbestände, um den Weg für die Wissenschaft offenzulegen, so das die Frucht nun selbst vom Baum gepflückt werden kann, um die Möglichkeit des Fortschrittes zu gewähren. Für Nietzsche ist nun nicht mehr die Kunst, jenes erlösende Reich, sondern eine neue Art der wissenschaftlichen Kultur.

In " Also sprach Zarathustra ", wird mit dem gleichnamigen Protagonisten ein Beisspiel für einen Freigeist gegeben, der nach langer Enthaltsamkeit gelernt hat, die Menschen jenseits von Gut und böse zu betrachten. Als dieser jedoch auf die gebundenen Geister trifft und er seine gewonnenen Erfahrungen kundtun möchte, haben diese nur Verachtung für ihn übrig, denn wer möchte schon seine aufgenommenen Wahrheiten, allesamt für nichtig erklärt bekommen. Ähnlich ergeht es auch dem sich befreienden Gefangenen aus Platons Höhlengleichnis, als dieser mit der Erkannten Wahrheit zu den anderen Gefangenen zurückkehrt und diese ihn nur auslachen. Es gehört zum Schicksal des Freigeistes abgestoßen und belacht zu werden, so dass es nicht verwunderlich erscheint, dass Nietztsche sich zeitlebens unverstanden gefühlt hatte. Ein Freigeist lässt sich halt nur von einem anderen Freigeist erkennen, doch diese sind selten oder ?
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nummer 2 nach Zarathrustra, 31. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Nicht Jeder wird es verstehen und wenn dann werden die Wenigstens dem zustimmen was Nietzsche hier in einem seiner Hauptwerke stichhaltig belegt. Viele werden den moralischen Verfall darin sehen und sich fürchten, dass die Menschen eines Tages wirklich so frei und über sich selbst erhaben sein könnten. Doch in dieser Welt herrscht kein Chaos oder das Grauen. Moral, Neid, Gut und Böse werden dort keine Empfindungen mehr haben. Dafür wird man sich selbst erkennen und das Ding an sich. "Und tanzt meine Brüder, lernt mir das Tanzen."
Einfache Antworten, leichte Wege und mystischen Sinn im Leben gibt es für Nietzsche nicht. Warum er oft zu extrem wirkt, wieso er sich selbst nicht immer an seine "Ideale" hält? Oberflächlich ist es leicht ihn nicht zu verstehen, ihn nicht verstehen zu wollen. Man muss schon einiges von ihm lesen um jede Nuance zu erfahren. Junge Jahre wie besondere Zeiten haben seine Werke beeinflusst und stets hat er sich selber reflektiert und oft auch später widerlegt. Hierzu empfehle ich Ecce homo wo er alle Werke über die Zeit kommentiert. Nietzsche hat sich selber nie geschont um dem Ding an sich auf den Grund zu gehen. Dabei warf er auch alles um was "heilig" war. Das ihm das von schwachen oder ängstlichen Geistern übel genommen wird, dass seine Worte verdreht oder unvollständig gegen ihn genutzt werden, ist da nur logisch. Nichts wünscht sich ein Mensch wie er mehr, als das eines Tages einer kommt, der sein Werk gründlich widerlegt und alle Fragen darin restlos beantwortet.

Lesen! Es wird einen verändern. Man wird eine neue Welt lieben oder seine alte Welt umso fester umklammern.
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23 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super aktuell !!!!, 31. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Wer den Menschen schwer versteht, braucht dieses Buch. Wer denkt früher war alles besser, wird eines besseren belehrt. Der Mensch war in seinem Verhalten schon immer gleich, Nietzsche beweist es. In der Gesellschaft gibt es seit jeher immer die gleichen Rollen, aber in welcher bist du? Dein Nachbar, Mutter, Vater, Freund....
Ein Phänomen? Etwas für Hobby-Psychologen und Philosophen.
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39 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nietzsches bestes Buch, 26. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)

Das ist mit Abstand Nietzsches bestes Buch. Schade, ich habe wie viele versucht über Zarathustra und den Antichristen den Zugang zu Nietzsche zu bekommen. Dadurch habe ich viele Jahre sinnlos verloren.
Hier redet Nietzsche Klartext. Der Zarathustra erzeugt nur abgehobene Superegoisten, die meinen sie wären etwas Besonderes. Also Übermenschen. Ich habe solche Idioten selbst kennen gelernt. Das hat mich eher abgestoßen, als vorwärts gebracht.
Schade, dass ich nicht dieses Nietzsche Buch zuerst gelesen habe.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht einfach, aber.., 11. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Das Buch verlangt seinem Leser uneingeschränkte Aufmerksamkeit ab - hat diese jedoch zu Recht verdient.
Ein faszinierendes, fesselndes Werk, kein einfacher Stoff und doch jede Zeile dem Aufwand wert.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch, nicht für jedermann geeignet., 13. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist wirklich klasse.
Man merkt, dass es ein wirklich intelligenter, radikaler Mensch geschrieben hat.
Man muss sich aber bewusst machen, dass es recht kompliziert geschrieben ist.

Man sollte sich auf jeden Fall Zeit nehmen, um wirklich alles zu verstehen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nietzsche liest sich leicht und locker,die erklärende Sekundärliteratur ist schwierig zu verstehen, 16. Februar 2014
Von 
Dr. Volker Hoeper "Asmodino" (Schortens, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Geschrieben wurde dieses Werk 1878/79 in Sorrent/Italien an der wunderschönen Amalfi-Küste. Es besteht aus über 1000 aphoristischen Sentenzen, 3 Zeilen bis 50 Zeilen, selten länger. Unterteilt in 14 Kapitel, jedes mit einem speziellen Thema.
Nietzsche erklärt zunächst seinen „freien Geist“ in diesem „schwermütig-mutigen“ Buch wie er sagt. Dieser „freie Geist“ entwickelt sich zunächst durch Entsagung, völlige Einsamkeit, Einsiedlerdasein und Erniedrigung. Er geht in den Wald, in die Berge, in die tiefste Einsamkeit, leidet, kommt jedoch gestärkt und gesund an Körper und Seele zurück. Nicht pessimistisch, lebensverneinend, sondern im tiefsten Inneren geläutert, lebensbejahend, optimistisch. Er ist identisch mit dem „Übermenschen“ Nietzsches. Im Zarathustra wird es im Einzelnen beschrieben.
Diese Entwicklung kann sowohl das Individuum, also einen einzelnen Menschen betreffen, als auch einen herausgehobenen Teil der Menschheit, also eine Führungsklasse, die dann die gesamte Menschheit zum Wohle aller leitet.
Infolge der aphoristischen Schreibweise ist der Leser möglicherweise zunächst befremdet. Es scheint der durchgängige Leitfaden, die sich entwickelnde Idee zu fehlen. Aber: Jedes einzelne Stück enthält einen kompletten Gedanken, abgeschlossen, logisch, kurz. Nietzsche liebt diese Art des Schreibens, man findet sie auch im „Zarathustra“. Der Leser erfasst den Gedanken sofort, selten liest er solche fundamentalen Erkenntnisse und Ideen so kompakt und prägnant. So entsteht letzten Endes ein klares fortlaufendes Bild der Gedanken des Autors.
Nietzsche erläutert seine Philosophie, insbesondere der Freiheitsbegriff wird ausgiebig erörtert. Sind wir frei? Können wir wirklich tun, was wir wollen? Oder tun wir, was wir tun müssen? Gibt die Natur in uns unser Tun vor? Die Natur hat keinen freien Willen. Das Tier tötet um zu fressen, um zu leben. Ist das Tier deswegen „böse“? Ist der Mensch nur das bessere Tier oder ist er etwas völlig Neues? Man sagt, er habe als erstes Wesen das Bewusstsein seiner selbst und er könne sich frei entscheiden. Nietzsche bezweifelt es zumindest. Wenn die große Masse der laut Nietzsche vor „sich hin lebenden“ einfachen Menschen, die um ihre Existenz, ihr Leben kämpfen müssen, keinen völlig freien Willen hätte, wären sie für ihre Taten nicht verantwortlich. Wir machen ja auch die Natur für ihre „Taten“ nicht verantwortlich. Die Natur ist nicht „böse“. Ist somit der Dieb und Betrüger für seine Tat verantwortlich? Wir sagen natürlich zu Recht: Ja.
Nietzsche erklärt, warum wir heute so empfinden. Wie sich die Begriffe Recht und Unrecht, Gut und Böse, Moral und Unmoral im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt haben, wird in eigenwilliger, aber unbedingt plausibler Weise ausgiebig erläutert.
Es gibt Abschnitte, die liest man immer wieder. Man könnte viele erhellende und den Leser befreiende Gedanken hier zitieren.
Nach 600 bis 700 dieser knappen, wortgewaltigen Darstellungen macht sich beim Leser natürlich eine gewisse Ermüdung breit. Er kann jedoch nur schwer aufhören zu lesen. Er wartet gespannt auf den folgenden Gedanken und damit auf den Weiterfluss der Ideen.
Man sollte diese Schrift unbedingt erst einmal lesen und genießen. Danach könnte man in der Sekundärliteratur sein Verständnis vertiefen und in einen inneren Zusammenhang bringen und dann sogar vielleicht nochmals in das Werk eintauchen. Hilfreich war dem Rezensenten u.a. eine einfache Magisterarbeit, die zufällig im Netz gefunden wurde. (Thomas Zenk: Nietzsches Kritik der Willensfreiheit in Menschliches, Allzumenschliches).
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwierig, 11. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
also zuerst muss man sagen, dass es nicht einfach zu lesen ist. Man braucht Zeit um alles zu verstehen, die Sprache ist gewöhnungsbedürftig.

Der Inhalt des Buches ist doch recht interessant aber dennoch fehlt mir etwas die Abwechslung. Mit der Zeit hat man das Gefühl, dass sich alles wiederholt, was ich etwas schade finde.

Für knapp 7 Euro kann man sich das Buch aber einfach bestellen und selbst entscheiden.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen typisch Nietsche, 14. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister (Gebundene Ausgabe)
Wirklich, dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für Psychologie und Philosophie interessieren.

Die komplizierte Sprache ist typisch für Nietsche, doch seine Erkenntnisse sind leicht verständlich. Ein Gewinn für jeden. Ich hatte viel Freude beim Lesen.
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Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister
Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister von Friedrich Nietzsche (Gebundene Ausgabe - 31. Januar 2006)
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