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am 15. Juni 2010
Ein Spiel der Möglichkeiten

Cesar Airas kurzer Roman "Die Nächte von Flores" beginnt als heiter-launige Erzählung.
Aldo und Rosa sind ein nettes, höfliches, älteres Ehepaar. Sie verdienen sich im Argentinien der Wirtschaftskrise als Pizzaboten in Flores, dem mit öffentlichen Verkehrsmitteln am wenigsten erschlossenen Stadtteil von Buenos Aires, ohne Motorroller einen netten Zusatz zur Pension dazu.

Ein verschwundener Junge als Kontrapunkt. Tempowechsel, Szenenwechsel, Perspektivwechsel. Virtuos lässt Cesar Aira den Leser spüren, dass da irgendetwas ist, was er nicht bereit ist auszupacken. Noch nicht jedenfalls.

Zu später Nachtstunde Pizza bestellende Nonnen, die nur akzeptieren, dass Aldo und Rosa als Zusteller fungieren, ein schräger, sprechender Miniaturparadiesvogel und ein Literaturkritiker als lang herbeigesehnter Gast beim Staatsanwalt, der damit kämpft, einen eingebildeten Promi, der Opfer eines Verkehrsunfalls mit dem Sohn des Staatsanwaltes ist, vom Verklagen des Sohnes abzuhalten; das sind weitere Mitwirkende in diesem Spiel der verschiedenen Möglichkeiten.

Einige von Zeit zu Zeit auftauchende Indizien für schräge Auswüchse aus dem Plot versucht man noch als Einbildung abzutun, während der Roman weiter heiter erzählt wird, bevor die Erzählung in einer fast hysterisch anmutenden Coda zusammenstürzt, in der nichts mehr so ist, wie erwartet, oder erhofft, oder auch nur annähernd vermutet.

Mehr will und kann ich nicht verraten, da sonst der Moment des Kippens vorab zerstört wird und damit der erwünschte Effekt wegbleibt.

Obschon nicht alles ganz schlüssig und manches überdreht ist, so ist dieser hysterische Schluss, der ein Tempo vorlegt, das den Leser scheinbar dazu bringen will, sich fast verheddernd schnell zu lesen doch ein zwingendes und überzeugendes Ereignis; "Die Nächte von Flores" am Ende ein verrückt-skurriler Roman eines originellen Schriftstellers, den ich sicherlich weiter für mich entdecken werde.
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am 23. Februar 2016
It begins as a lovely story, gets weird, then turns into a crime story before ending in pure chaos - this is a typical, hilarious Aira novel! Outstanding, a must read (Aira in general, and this novel in particular)! At one point I will run out of novels by Cesar Aira translated in English and German, pretty soon I'm afraid. That day I will have to start learning Spanish so I could continue reading more of this wonderful author's novels. It would be worth doing it.
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am 20. Dezember 2010
Gekauft habe ich das Buch, weil wir im Spanischkurs das Original lesen. Und ich zwar die Worte verstehe, die Sätze auch, aber der Sinn des Ganzen mir nicht begreiflich war. Für jemanden, der mit der neueren argentinischen Geschichte nicht vertraut ist, ist dies vielleicht auch gar nicht möglich. Auch nicht in der deutschen Fassung, übrigens.
Wie schon mehrfach beschrieben, fängt das Buch ganz - man kann schon fast sagen - bieder an. Es geht einmal um ein älteres Ehepaar, was sich ein paar Kröten dazuverdient, zur mageren Rente. Und zwar als nächtens tätige Pizzaboten, die die dampfenden Kartons zu Fuß durch die dunklen Straßen von Flores, einem Viertel von Buenos Aires austragen. Und dann geht's um die jugendlichen Kollegen, die per Motorroller unterwegs sind. Seitenlang wird geschildert, wie diese grundsätzlich gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraßen unterwegs sind. Und dann geht's im Hintergrund auch noch immer um die Entführung und Ermordung eines jugendlichen Kollegen.. Es kommen noch andere Personen mit ins Spiel, auf die ich hier aber nicht weiter eingehe.
Es liest sich ziemlich flüssig, aber irgendwann kippt die Geschichte. Und spätestens dann fragt man sich, wozu das Ganze? Weil nämlich nix ist, wie es scheint. Und seitenlang vorher beschrieben wurde...

Wahrscheinlich sind viele Assoziationen zur argentinischen Lebenswirklichkeit in dem Verlauf dieser Geschichte versteckt. Diese sind aber, wie gesagt, für jemanden, der aus einem anderen Kulturkreis kommt, nicht ohne weitere Nachforschungen zu dechiffrieren. (Bin mal gespannt, ob ich am Ende unseres VHS-Kurses schlauer bin.)

Aber weil die Sprache wirklich schön ist, gibt's von mir vier Sterne.

edit: Mein argentinischer Tandem-Partner hat sage und schreibe drei Monate gebraucht, um sich durch dieses Büchlein zu quälen. Geschmacksache. Ihm hat's gar nicht gefallen...
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am 4. Juli 2015
Ich muss voraus schicken, dass ich Argentinien liebe. Das Buch las ich zwischen meinem ersten und meinem zweiten Aufenthalt dort - jeweils einen Monat lang. Die zweite Reise verbrachte ich fast vollständig in Buenos Aires. Da besuchte ich Flores und wandelte auf den Spuren dieser geschilderten Geschichte.

Der Roman entwickelt aus meiner Sicht einen richtigen Sog - vor allem natürlich, wenn man die lateinamerikanischen Großstädte kennt oder kennen lernen will. Und wer sich speziell von Buenos Aires angezogen weiß, wird das Buch mit vielen Emotionen aufnehmen. Wieviel Wirklichkeit und wieviel Phantasie wir beim lesen erleben, ist sekundär: es zählen alleine die Protagonisten und die mitreißende Sprache.
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