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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk
Also über Arno Schmidt und über das "steinerne Herz" könnte man ganze Bücher füllen, deshalb hier nur ein paar kurze Anmerkungen:

Der Roman ist der einer der zugänglicheren Texte Schmidts, der Stil ist noch nicht so ausgeprägt, dazu passiert im Vergleich zu anderen Werken Schmidts relativ viel.

Vor allem der zweite der drei Teile...

Am 27. September 2005 veröffentlicht

versus
10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Ganze eher peinlich
Schmidt, Arno, Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi (1956) (SZ-Bibliothek 2008)

Der Titel spielt an auf literarische Texte mit dem gleichen Titel aus der Romantik - Hauff, E.T.A. Hoffmann. Die Parallelen zu Goethes "Wahlverwandtschaften" liegen ebenfalls nahe. Bei den genannten Romantikern haben jeweils die Menschen ein...
Veröffentlicht am 31. März 2008 von Diethelm Thom


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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 27. September 2005
Von Ein Kunde
Also über Arno Schmidt und über das "steinerne Herz" könnte man ganze Bücher füllen, deshalb hier nur ein paar kurze Anmerkungen:

Der Roman ist der einer der zugänglicheren Texte Schmidts, der Stil ist noch nicht so ausgeprägt, dazu passiert im Vergleich zu anderen Werken Schmidts relativ viel.

Vor allem der zweite der drei Teile gehört zum besten, was die deutsche Nachkriegsliteratur zu bieten hat. Die lakonische Schilderung des Schlesienflüchtlings Line gehört in seiner lapidaren Art zum präzisesten und erschütterndesten, was jemals einer in Prosa fasste. Die ganze ostdeutsche und westdeutsche (in den teilen 1 und 3) Szenerie ist brillant gezeichnet, eindringlicher und genauer ist das Klima der 50er kaum beschrieben worden.

Der Text ist sehr humorvoll und durchsetzt mit Schmidts berüchtigter (koketter) Selbstironie, die dem Autor bis heute fälschlicherweise als Besserwisserei ausgelegt wird. Seine politischen Analysen dagegen sind frei von Ironie. Sie sind hart und hellsichtig.

Die Figuren sind allesamt liebevollst gezeichnet (sogar der ideologische Feind Hoppenstedt). Der Schluss darf natürlich nicht als Traum vom Spießerglück missdeutet werden. Hier begibt sich einer, der mit dieser grauenvollen Gesellschaft nix zu tun haben will, in innere Emigration. Sein Leben im Archiv ist ein Akt politischer Dissidenz.

Eines der besten Bücher Schmidts und damit folgerichtig eines der besten Bücher des 20. Jahrhunderts.

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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein lesenswertes Buch, 10. September 2004
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Die Geschichte, die uns Arno Schmidt hier erzählt spielt in der Konrad Adenauer Zeit und geht eigentlich zurück auf eine Geschichte von Wilhelm Hauff. Es ist durch und durch eine spannende Geschichte, der auch ein gehöriger Schuss Kriminalistik beigemischt ist.
Walter Eggers findet in einem Dorf, Ahlden, in der Lüneburger Heide, Unterkunft bei der Familie Thumann. Er ist ein versierter Büchersammler, strebt danach alles Heimatkundliche bis ins Detail zu erforschen und zu archivieren. Und da er im Hause der Thumanns seltene, verschollene, gebundene Aufzeichnungen vermutet sucht er den Familienanschluss mit seiner Wirtsfamilie. Er fängt ein Techtelmechtel mit der drallen, erotischen Wirtin Frieda Thumann an. Mit dem Herrn des Hauses fährt er nach Berlin auf Büchersuche. Sie wohnen bei Line Hübner, der Frau mit der Karl Thumann ein sexuelles Verhältnis hat. Walter Eggers hat nun hier in Berlin die Gelegenheit die Folgen der Spaltung Deutschlands zu beobachten. Da er nun alles was er geplant hatte, bei seiner Wirtsfamilie erreicht hat, denkt er zunächst daran fortzuziehen. Doch dann finden sie auf dem Speicher des Hauses ein Behältnis voller Goldmünzen. Er bleibt zunächst.
Arno Schmidt hat in diesen fabelhaften Roman alles hineingelegt was man auch schon zum Teil aus früheren Büchern von ihm kennt. Heimatkunde, knisternde Spannung, Bürgertum, Erotik, Betrachtungen über die noch bestehende Ost-West Teilung.
Ein Buch welches viel Leserspaß vermittelt.
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10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Ganze eher peinlich, 31. März 2008
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi. SZ-Bibliothek Band 98 (Gebundene Ausgabe)
Schmidt, Arno, Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi (1956) (SZ-Bibliothek 2008)

Der Titel spielt an auf literarische Texte mit dem gleichen Titel aus der Romantik - Hauff, E.T.A. Hoffmann. Die Parallelen zu Goethes "Wahlverwandtschaften" liegen ebenfalls nahe. Bei den genannten Romantikern haben jeweils die Menschen ein steinernes Herz, die sich gegen ihre Mitmenschen verhärten, kein Mitgefühl mehr haben. In diesem Roman bezieht sich der Protagonist, Walter Eggers, ausdrücklich auf "das steinerne Herz" und behauptet, nur durch seine Sammlerleidenschaft "hing die Welt noch an mir!" (90). Diese Sammelleidenschaft steht allerdings im Zentrum des Romans, aber zu sagen, dass der Sprecher sich ganz gegen die Mitmenschen verhärtet habe, trifft nicht zu.
Im Gegenteil, er scheint die Wonnen der Gewöhnlichkeit mit einigen unbedarften Zeitgenossen geradezu auszukosten. Auf der Suche nach verschollenen Staatshauptbüchern des Statistikers Jansen aus dem 19.Jahrhundert nistet er sich als Walter Eggers ("Einkäufer") bei einer Enkelin Jansens, Frieda Thumann und ihrem Mann Karl, einem Lastkraftwagenfahrer, im niedersächsischen Ahlden ein. Während Karls Liebe einer Line Hübner in Ostberlin gehört, lieben sich "Wallder" und Frieda alsbald hitzig im Ehebett, was Ehemann Karl bereitwillig akzeptiert. Walter begleitet Karl auf einer Tour nach Ostberlin, dort lernt er auch Line kennen, die kümmerlich mit ihren Katzen in einer Gartenlaube haust, und er tauscht in der Staatsbibliothek heimlich eine statistisches Jahrbuch, von dem er eine Dublette besitzt, gegen eine heiß begehrte dritte Auflage desselben Buches aus. Die Not leidende Line wird dann bald in den Westen geholt, und als sich auch noch ein Goldschatz im Häuschen findet, den die Vorfahren Friedas dort angehäuft haben, kennt das Glück der Vier kaum noch Grenzen, nur Line kränkelt und möchte nach Schlesien zurück: Man plant eine gesicherte und bequeme Zukunft für alle, auch Walter will jetzt gegen seine vorherige Absicht bei seiner drallen Frieda bleiben und sich seiner Sammelleidenschaft hingeben: "Ich die Staatshandbücher. Der Chauffeur (=Karl) Line. Und Frieda moi=mich: Jeder hat sein Steckenpferd." (218)

Schmidt ist bemerkenswert wegen seiner sehr eigenwilligen Interpunktion und Orthographie, wegen seiner wuchernden Metaphorik und Assoziationen, die Spontaneität und Unmittelbarkeit schaffen, sich an allem und jedem entzünden und geradezu an Jean Paul erinnern. Er ist sicher auch bemerkenswert wegen der deftigen Beschreibungen von Sexualität und wegen des rotzig-schnoddrigen Raisonnierens über die politischen Verhältnisse. Im Titel weist er ja ausdrücklich auf den historischen Zeitpunkt hin, und in der Tat erzeugen die vielen realistischen Details das unverwechselbare historische Kolorit der Nachkriegsjahre: die politischen Themen jener Zeit, die Dürftigkeit der Lebensverhältnisse der Davongekommenen. Ebenso charakteristisch für jene Zeit dürfte das Zusammenwohnen der vier Personen sein, wobei sich der größenwahnsinnige, schreib- und sammelbesessene Sprecher erstaunlich zwanglos in das Spießermilieu einzufügen scheint: Einerseits deklamiert er: "'Nicht Ich, Ihr Athener, bin da, von Euch zu lernen: sondern Ihr seid da, von mir zu lernen!'" (139), andererseits wird "Wallder" Friedas besonderer Liebling, indem sie nicht nur seine Qualitäten im Bett schätzen lernt, sondern auch die beim Finden und Verhökern des Schatzes (historische Goldmünzen), wobei nämlich genaueste Sammlerkenntnisse erforderlich sind.

Während es den Romantikern bei ihren Vorlagen um Didaktik und Moral ging, während z.B. später Döblin mit seinem Franz Bieberkopf einen Mann des Volkes schuf, an dem er seine Lebensphilosophie verdeutlichen wollte, scheint sich Arno Schmidt alias "Wallder" mit seinem steinernen Herzen inmitten der Spießergesellschaft mehr und mehr geradezu kannibalisch wohl zu fühlen: "'Das hieß mindestens 10 weitere Jahre gelehrten Müßigganges!'", jubelt er nach dem Geldzählen am Schluss und denkt schon an die Karteischränke, die er bestellen wird.(219). Während die genannten Vorläufer ihre Figuren jeweils aus der Distanz beaobachten, identifiziert sich Schmidt mit seinem Helden (ein Blick in Wikipedia zeigt darüber hinaus, wie deutlich er autobiografisches Material verarbeitete). Zwar bleibt eine gewisse Ironie erhalten, aber der Sammler ist am Ende doch der Held der kleinen Hausgemeinschaft - so souverän wie Old Shatterhand in den Romanen von Karl May, die Schmidt so sehr bewunderte. Was bleibt also? Der avantgardistische Gestus, seine Schreibweise können nach wie vor interessieren, die politischen und sexuellen Provokationen können einen indessen kaum noch irritieren, die Details seiner Sammelleidenschaft können Spezialisten und bekennende Niedersachsen amüsieren, aber das Ganze erscheint mir doch eher peinlich. Was die deutlichen Anspielungen an Goethes Wahlverwandtschaften betrifft: Bei Goethe eine subtile Charakter- und Beziehungsstudie, hier die platte Gemütlichkeit der vier Genossen, von denen vielleicht Line noch am ehesten etwas Tiefe gewinnt. Arno Schmidt? Eher nicht.
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10 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonderbar..., 11. September 1999
Von Ein Kunde
"Das Steinerne Herz" ist eigentlich von Wilhelm Hauff; und auch sonst strotzt diese Geschichte von literarischen Anspielungen - und der Leser ertappt sich dabei, daß er sich jedesmal einen Gummipunkt verleiht, wenn er's erkannt hat.

Herr Eggers, der Ich-Erzähler, betreibt mit krimineller und kriminalistischer Energie die Vervollständigung seiner Sammlung Hannoverscher Staatshandbücher (was immer das sein mag) und bleibt doch am Ende in den Banden kleinbürgerlicher Zufriedenheit hängen; das ist ungefähr die Geschichte. Frappierend ist, daß man weiterliest, obwohl man die Erregung des Protagonisten anläßlich statistischer Details nicht teilen mag, und obwohl gleich absehbar ist, daß viel anderes vor Ende der Erzählung nicht passieren wird. Die innovative Sprache lockt den Leser weiter; wenn er sich auch fragt, ob das Überladen jedes einzelnen Satzes mit Effekten einem anderen als Arno Schmidt durchgehen würde. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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3 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchdacht, 2. Mai 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das steinerne Herz (Gebundene Ausgabe)
Ja, das Überladene seiner Sätze ist gerade das Schöne. Wahrscheinlich gefällt das nicht jedem. Mir hat es gefallen. Man denkt auch später noch oft nach, wer wohl was bedeutet.
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2 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Chaotischer Schwachsinn, 24. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi. SZ-Bibliothek Band 98 (Gebundene Ausgabe)
Man kann die Seiten eines Buches auch mit Satzzeichen füllen - aneinandergereiht in nicht nachvollziehbarer Weise. Soll wohl tiefsinnig-intellektuell wirken.
Sie ersetzen die Worte.
Allen voran die unendlich überflüssigen, französische Anführungszeichen die sich einen erbitterten Kampf mit Doppelpunkt und Fragezeichen liefern.
Der Inhalt ist nur zu erahnen.
Ich lese viel und gerne, doch ein Hund, der Flecke in mein Gedöse blafft oder ein Mensch der zungeschwenkend Schicksale abliest wie Gedrucktes, übersteigt meine Neugier.
Diese Arbeit ist weder Papier noch Druckkosten wert.
Wandert umgehend in den Müll.
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2 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der HURZ der Literatur, 24. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi. SZ-Bibliothek Band 98 (Gebundene Ausgabe)
Jeder mit einer positiven Bewertung dieses Textes sollte sich einmal den HURZ von Hape Kerkeling zu Gemüte führen.
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Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi. SZ-Bibliothek Band 98
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