|
|
|
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
|
|
|
|
|
47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Berlin im Zimmer, 26. Februar 2007
Endlich - 25 Jahre nach der Erstausstrahlung wurde anläßlich der Bienale Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" restauriert und wieder aufgeführt.Gleichzeitig gibt die Süddeutsche die restaurierte Fassung in einer umfangreichen DVD-Sammlung zu einem Schnäppchenpreis heraus.
Dabei ist die Restaurierung durchaus als gelungen zu bezeichnen, vor allem die sehr dunkle Ausleuchtung der ursprünglichen Fassung wurde erheblich verbessert.Weiterhin glänzt die Sammlung mit umfangreichen Extras zur Entstehung von Fassbinders Verfilmung.
Innerhalb der Verfilmung wird die Geschichte von Franz Bieberkopf nach der Romanvorlage von Alfred Döblins Berlin-Alexanderplatz erzählt.Fassbinder gelingt es,keine bloße Romanbebilderung abzuliefern,vielmehr lässt er auch hier die schon in seinen früheren Filmen eingeflossenen Erfahrungen als Theaterintendant einfliessen:Er inszeniert Berlin Alexanderplatz als Melodram,in dessen Mittelpunkt die homoerotische Beziehung zwischen Franz und Reinhold gestellt wird;ohne allerdings die Handlung der Romanvorlage außer Auge zu verlieren.
Aus Mangel an Originalschauplätzen wird die Handlung meist ins Innen verlegt,Außenaufnahmen finden nur in der sogenannten Berliner Straße,ein Straßennachbau,der auch für andere Filme genutzt wurde,statt.Berlin wird also ins Zimmer verlegt,ein Zimmer,dessen Bildkader immer gebrochen wird,sei es durch Gitterfenster oder geschickte Licht-Schatten-Einstellungen.In diesem Kammerspiel kommen vor allem anderen die phantastischen Leistungen der Schauspieler zur Geltung:Günther Lamprecht brilliert als Franz Bieberkopf,Gottfried John als dessen Gegenspieler Reinhold und Fassbinders Muse Hanna Schygulla überzeugt als Eva.
Ans Ende der Verfilmung stellt Fassbinder einen Epilog,der eine Phantasmagorie aus traumhaften Bildern und für die Zeit der Erstausstrahlung (1982) unerhörten Bildern beeinhaltet, Fassbinders "Mein Traum von Franz Bieberkopf".
Da der Roman aufgrund seiner Montage-und Collageverfahren schon sehr "filmisch" ist,sperrt er sich auf gewisse Weise gegen eine Verfilmung.Trotzdem zeigt Fassbinder,wie die Verfilmung von Literatur gelingen kann:Indem er sich traut,über die Bebilderung des Stoffes hinaus zu interpretieren und neuzuschöpfen.Bestes Indiz dafür ist die Anfangsszene des Films,in der Fassbinder in einer brillianten,ungeschnittenen Einstellung den Weg Bieberkopfs in die Freiheit inszeniert und somit mit filmischen Mitteln den unvermittelten Einstieg des Romans für den Zuschauer verständlicher macht.
Empfohlen sei die Verfilmung allerdings nur unter dem Hinweis,dass schon das Buch keine "leichte Kost" und die vorliegende Verfilmung keineswegs weniger abstrakt ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Kongeniales Monumentalwerk deutscher Filmgeschichte, 20. Februar 2007
Pünktlich zum 25. Todesjahr des erfolgreichsten deutschen Nachkriegsregisseurs, wurde die filmische Umsetzung des Romans von Alfred Döblin aufwendig digital remasted und somit wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Erzählt wird die Geschichte eines gutwilligen, aber schwachen kleinen Mannes, den seine brutale Umgebung in ständiger Abhängigkeit hält und letztlich nicht anständig sein lässt.
Franz Biberkopf, hervorragend dargestellt von Günther Lamprecht, ist immer auf der Flucht vor seiner eigenen Vergangenheit, lässt sich in skrupellose Verbrechen hineinziehen und gelangt schließlich zu der Überzeugung, dass sich das "Anständigsein" in dieser Welt nicht lohnt.
Mit "Berlin Alexanderplatz" schrieb Rainer Werner Fassbinder Fernsehgeschichte und erreichte den Höhepunkt seines Schaffens. Das Monumentalepos gilt als seine persönlichste und zugleich radikalste Arbeit. Durch sein einzigartiges Talent in seinen Filmen auch immer etwas von sich selbst zu erzählen, erscheinen seine Werke auch heute noch unverbraucht und mit hoher Aktualität.
Die Edition der Süddeutschen Zeitung umfasst 6 DVD`s mit 14 Folgen. Zuvor recht dunkle Passagen wurden realistisch aufgehellt und erscheinen in einer angemessenen Bildqualität.
Auch für Leute, die den Roman von Döblin nicht kennen, ist diese Edition sicher ein lohnendes Filmerlebnis.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Endlich auf DVD : Berlin Alexanderplatz, 16. Februar 2007
Das zentrale Werk im Schaffen von RWF wurde nun komplett neu digitalisiert und bearbeitet und stellt sich nun über 25 Jahre später in einer neuen und gerechteren Überarbeitung der Kritik. Es ist ein Werk, auf das man sich einlassen muß. Es braucht einen Zugang und wenn es den in uns Zuschauern gefunden hat, wird seine Wirkung umso stärker sein. Die Geschichte von Franz Biberkopf, der ein besserer Mensch werden möchte und an den Umständen scheitert, fordert, reibt auf, erzählt von Dingen, die unfaßbar, nicht erklärbar sind. Diese DVD Edition wird helfen, den Film und hoffentlich auch RWF besser zu verstehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Vom Tode eines Kindes und der Auferstehung eines brauchbaren, 14. Juni 2009
Eim monumentales Werk der Fernsehgeschichte. Sowas wäre heute zwischen den Dschugel-Shows und Big Brothers wohltuend. Aber dabei müsse man ja denken und wer in der Hauptzielgruppe der Fernsehsender möchte das noch? Ja wahrscheinlich ist es ihnen nicht mehr zuzumuten.
Fassbinder beschreibt wie Franz Biberkopf an seinem Schwur anständig zu bleiben UND somit auch am Berlin der 20er Jahre zerbricht. Das Buch begleitete Fassbinder seit seinem 14. Lebensjahr. Und wenn man sich seine Filme so anguckt dann gibts den oft, den Franz. Es war ja auch sein Pseudonym (Franz Walsch).
Ich habe mir die Serie Berlin Alexanderplatz bis zum Schluss meiner eigenen kleinen Rainer Werner Fassbinder Retrospektive, welche die 26 Arthaus-DVDs abdeckt, aufgehoben. Das macht den genialen Epilog nochmal ein Stück beendruckender, wie ich finde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
| |
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
|
|
| |
|
|
|