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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 19. Oktober 2006
Wenn man diesen Film gesehen hat, mag man Regisseur Raoul Walsh alle mittelmäßigen Filme seiner Karriere verzeihen; dieser gehört zu seinen besten. Der vielleicht einzige Western-Film-Noir. Normalerweise werde ich bei diesen werbestratigisch plazierten Genre-Begriffen immer mißtrauisch, aber hier stimmt es. Ein von Alpträumen geplagter Mann (großartig: Robert Mitchum), das Geheminis in der Vergangenheit, die große Rückblende, all diese Noir-Elemente in der Kulisse eines Western, faszinierend gespielt (u.a. mit der kürzlich verstorbenen Teresa Wright) und durchaus subtil inszenziert. Erwähnenswert die Extras: Neben einer eher unbedeutenden Kurzbiographie von Mitchum und ein paar Trailern ein Kommentar von Winfried Günther, und der ist herausragend. Nur 37 Min. lang, aber von einer Hellsichtigkeit, die dem Unerfahrenen wie dem Film-Junkie die Ästhetik des Films plastisch vor Augen führt. Da braucht man sich nicht wie in einem Audiokommentar den ganzen Film nochmal anzusehen und sich läppische Anekdoten anzuhören, da werden vielmehr prägnante Szenen gezeigt und analysiert. Sehr "akademisch", aber durch das Bildmaterial (auch mit Ausschnitten aus Filmen des Western-Regisseurs John Ford, die in Kontrast zur Walsh-Ästhetik gesetzt werden) hervorragend verständlich. So müssen Extras sein, hier gibt's Qualität statt Quantität.

Ein Stern Abzug hingegen für die maue Bildqualität des Films.
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(Vorsicht, leichte Spoiler!)

Obwohl das düstere Meisterwerk "Pursued" (1947) vom Westernveteran Raoul Walsh stammt, haben wir diesen Film eigentlich auch einem anderen Regisseur zu verdanken: Martin Scorsese, der so angetan von dem Film war, daß er die Restauration dieses Noir Westerns aus eigener Tasche finanzierte. Ein wenig schade ist es deshalb schon, daß "Pursued" immer noch ein Schattendasein als Geheimtip fristet.

Scorsese verglich diesen Western mit einem Shakespeare-Drama mit Freudianischen Untertönen, und er hatte damit nicht ganz unrecht: Der Film beginnt damit, wie sich Jeb Rand (Robert Mitchum) und seine Geliebte Thorley Callum (Teresa Wright) in einer ausgebrannten Farm treffen, die sich als Jebs Elternhaus herausstellt, wo sie auf ihre Verfolger warten. Von hier aus wird der Film in einer langen Rückblende erzählt, wenn sich Jeb daran erinnert, als Junge in einer dunklen Nacht in seinem Elternhaus auf dem Boden gelegen zu haben, wobei er merkwürdige Blitze sah und Schüsse hörte. Dann war da plötzlich Thorleys Mutter, die verwitwete Ma Callum (Judith Anderson), die den verängstigten Jungen zu sich nach Hause nahm, wo sie ihn zusammen mit ihrer Tochter Thorley und ihrem Sohn Adam (John Rodney) aufzog. Schon früh kommt es zu Eifersucht und Spannungen zwischen den beiden Jungen Jeb und Adam, und ein heimtückisches, aber erfolgloses Attentat auf ihren Pflegesohn bewegt Ma Callum dazu, heimlich den einarmigen Grant (Dean Jagger), ihren Schwager, aufzusuchen, der recht freimütig zugibt, auf Jeb geschossen zu haben, da er auch noch den letzten Rand auszurotten gedenke. Auf ihr Flehen hin verspricht er der Frau allerdings, mit seiner Rache zu warten, bis Jeb zu einem Mann herangewachsen sei. Grant wird hierin Wort halten.

Was bei diesem Film an Shakespeare erinnert, sind zweifellos die Verstrickungen zwischen der scheinbar perfekten Mutter Mrs. Callum und der Familie Rand und Grants Entschlossenheit, Rache für ein seiner Familie angetanes Unrecht zu nehmen. Daß er dabei mit allen Mitteln arbeitet, die ihm Tücke und Verschlagenheit eingeben, - etwa wenn er Adam oder auch einen jungen Verehrer Thorleys gegen Jeb aufstachelt, macht ihn zu einem ziemlich jagoesken Schurken. Mrs. Callums Schweigen über ihre Vergangenheit und ihre hilflosen Versuche, das von ihr mitverursachte Unrecht an Jeb wiedergutzumachen, führen letztlich dazu, daß sich das Drama in der nächsten Generation wiederholt. Ein wenig erinnerte mich das Verhältnis zwischen Jeb, Thorley und Adam an die Situation in "Wuthering Heights", denn Adam kann es nicht ertragen, sich die Ranch mit dem Außenseiter Jeb teilen zu müssen und die Liebe zwischen Thorley und Jeb steht zudem unter dem Makel des Quasi-Inzestuösen. Zudem ist die junge Frau hin- und hergerissen zwischen ihrer Zuneigung für Jeb und ihrer Loyalität gegenüber ihrem Bruder. Als sich schließlich - nach Ereignissen, die ich hier nicht verraten will - Thorley dazu entschließt, Jeb zu heiraten, nur um ihn zu töten, scheint die Tragödie ihren Lauf zu nehmen und die Familie - traditionell der Kristallisationspunkt konservativer Wertvorstellungen und Hort von Sicherheit, Solidarität und Ehrlichkeit, wenn wir nur an Ben Cartwright und seine Jungs denken - wird in den Augen des Zuschauers erbarmungslos dekonstruiert. Aus Schuldgefühlen herrührende Heuchelei und Verdrängung - Ma Callums Weigerung, Jeb über jene verhängnisvolle Nacht die Wahrheit zu sagen - und pathologischer Haß - Grant nimmt sogar den Verlust seines Armes in Kauf, um Jeb, einen kleinen Jungen, weiter jagen zu können - haben in Walshs Western dem Idealbild der Familie jedwede Glaubwürdigkeit genommen. Freud hätte sicherlich seine Freude an diesem Film gehabt.

Für Scorsese war "Pursued" der erste Noir Western, und die Suche des sich stets verfolgt und bedroht fühlenden Jeb Rand nach den Wurzeln seiner Identität, die von Ma Callum mit dem existentialistisch anmutenden Hinweis darauf, daß jeder Mensch eigentlich allein sei, abgewehrt wird, ist ja auch ein tragendes Motiv des film noir. Unterstrichen wird dieser Eindruck von der meisterhaften Kameraarbeit James Wong Howes, der etwa in einer Szene, in der über Jeb zu Gericht gesessen wird und in der alle überlebenden Familienmitglieder in einem Raum zusammensitzen, diesen Raum durch Tiefenschärfe und Weitwinkel wie einen niedrigen, engen Käfig erscheinen läßt, der überdeutlich auf das Verhängnis hinweist, das über den Protagonisten liegt und das sie selbst heraufbeschworen haben. Hier ist auch Jeb nicht auszunehmen, dessen müde Schicksalsergebenheit ihn dazu bringt, wichtige Entscheidungen mit einem Münzwurf durchzuführen, was seine Lage immer auswegsloser werden läßt. Fast scheint es, als erwarte er von seinem Leben gar nichts anderes, als daß es ihn zum Gegenstand fortgesetzter Demütigungen und Übergriffe bestimme, und als finde er eine grimmige Genugtuung darin. Robert Mitchum hat von sich einmal behauptet, er habe zwei Schauspielstile - einmal mit und einmal ohne Pferd; doch wer Mitchums resignierten Jeb Rand mit seinem diabolischen Harry Powell aus Laughtons "The Night of the Hunter" (1955) vergleicht, der wird erkennen, daß Robert Mitchum noch etwas mehr auf Lager hatte.

"Pursued" ist meiner Meinung nach nicht nur für jeden Freund des Genres lohnenswert, da dieser Film einmal mehr zeigt, daß im Western viel mehr stecken kann als manche Leute noch immer zu glauben geneigt sind.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. Februar 2005
Raoul Walsh hat viele gute, interessante Filme gemacht. Der Western "Verfolgt" darf guten Gewissens auch zu seinen besten Arbeiten gezählt werden.
Es ist ein schwarz-weiss Western mit psychologischen Flair. Robert Mitchum hat ein entscheidendes Kindheitserlebnis nie überwinden können, nur brüchstückhaft kann er sich an die Ereignisse mit seinen Eltern erinnern.
Er wird adoptiert und die Pflegemutter ist auch in die Geschichte von früher involviert. Er liebt seine Adoptivschwester, die sich aber dann von ihm abwendet, als Mitchum aus Notwehr den Adoptivbruder tötet.
"Verfolgt" ist ein kleines Genrejuwel, Freunde von alten Western sollten ihn in der DVD-Sammlung haben....
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am 21. Oktober 2015
Über den Film sage ich hier gar nichts, Meine REview und Bewertung bezieht sich einzig und allein auf die DVD. Der englische Ton ist gut. Die Bildqualität ist ok, soweit es die Auflösung betrifft, ABER das Format ist falsch. Das nervt. zugegeben, die DVD-Beschreibung verschweigt das keineswegs: 1,33.1 wird da angegeben, und das bekommt man auch. Aber das Originalformat ist 1,37:1 und dies soll mir eine Leere sein: ich hätte nicht gedacht, dass es so viel ausmacht, tut es aber. Angeschnittene Köpfe, generelle Vermatschung der Bildkomposition, immer wieder wird man schmerzlich daran erinnert, dass da eigentlich mehr wäre... Kameramann James Wong Howe hat den Kader perfekt ausgenutzt, und d.h., diese Version hier ist ja echt billig, aber zumindest Kennern und Ästheten rate ich ab.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2011
Produkt: DVD (1 Stück) / Qualität gut / Herausgeber: Studiocanal / ASIN: B000766XO4
Deutscher Titel: Verfolgt. Originaltitel: Pursued
Produktionsland: USA. Premiere: 1947
Mit: Robert Mitchum (Jeb Rand), Teresa Wright (Thorley Callum), Judith Anderson (Mutter Callum), Dean Jagger (Grant Callum), John Rodney (Adam Callum), Alan Hale, Harrey Carey Jr. u. A.
Musik: Max Steiner. Regie: Raoul Walsh
Bild: gut / 4:3 / SW. Ton: gut. Sprache: Englisch. Synchronisation: Deutsch. Untertitel: Deutsch
Filmlänge: 96 Minuten (Originallänge)
Genre: Western > Film Noir > Westerndrama
Specials: 38 Minuten Audio-Kommentar von Winfried Günther über Raoul Walshs optische Inszenierungsweise des Filmes Pursued begleitet von Filmszenen, auch aus anderen Western, zum Vergleich.
Der Titel beinhaltet zwei Bedeutungen. Erstens "Verfolgt" durch eine reale Bedrohung, zweitens durch die Last der Vergangenheit. Der Film thematisiert mehrere Seinsebenen und darunter den Komplex des Heimatlosen, wenn er einmal seiner Wiege entrissen wurde. Was tut ein Mann, dessen ganze Familie in seiner frühen Kindheit ausgelöscht wurde und vom Heim nichts als Ruinenmauern überblieben? Wie kommt er zurecht mit diesem Trauma? Zudem offenbart sich das verdrängt vergessene Geschehen ausschließlich in umrisshaften Sequenzen qualvoller Alpträume. Walsh lässt sich keine Zeit mit trägen Szenen, baut jedoch mithilfe einer psychologischen Spannung konsequent die Handlung auf. Das heißt, die Geschichte wird zügig erzählt, verzichtet jedoch auf Actioneffekte. Trotzdem ist und bleibt sie spannend und bedrohlich von Anfang bis zum Ende. Die pessimistische Atmosphäre erinnert an Filme wie Die Nacht des Jägers, aber auch an The Ox-Bow Incident, und begegnet dem Zuschauer als Düsternis der Insecuritas Humana, der existenziellen Angefochtenheit seitens einer unsichtbaren, dunklen Macht. Und diese Bedrohung ist real, sie kann zerstören und siegen - wenn man ihr nicht wirksam entgegentritt. Das ist Film Noir. Auch. Und insofern für den Zuschauer in seiner geistigen Verarbeitung und Auseinandersetzung mit dem visuellen Geschehen streckenweise qualvoll und gleichzeitig faszinierend. Echte Filmkunst ohne billige Effekthascherei. Der Film ist in seiner Inhaltlichkeit brutal - im ersten Teil des Films wird ein Kind zu töten getrachtet, nur um seiner Abstammung willen. Walsh flüstert es dem Buben nicht ins Ohr, aber der Zuschauer erspäht den Killer im Hinterhalt. Bemerkenswert die Tatsache, dass die Geschichte glaubwürdig wirkt, jedoch nicht den gängigen Mustern eines Western angehört. Eine wichtige Bedeutung trägt in der Handlung das Phänomen des verdrängten Traumas angesichts einer gewaltsamen Tragödie, und als Folge des unbewußten Vergessens, um sich dadurch zu schützen. Aber es geht weiter. Im einzelnen Menschen kämpfen mehrere Personalitäten miteinander. Die eine will sich nicht erinnern, um an der schmerzlichen Erinnerung nicht zugrunde zu gehen. Die andere will sich erinnern, weil nur die Wahrheit befreit. Dialektische Komplexität der menschlichen Existenz pur.
Walsh emotionalisiert den Film mit symbolischen Momenten. Die Münze geworfen vom geliebten Mädchen zum Fatum des Verhängnisses wird aufbewahrt, um wiederholt später für eine schwerwiegende Entscheidung zu sorgen. Sie bestimmt, dass Jeb auserwählt ist, in den Krieg und später davon zu ziehen. Die Verhängnisse wiederholen sich wie in einem Kreis, aber Jeb behauptet sich und erkämpft sein Recht zu leben. Der optische Grundton des Films ist dunkles Grau in einem Meer von Schatten, worin sich jedoch eine Suche nach Licht versinnbildlicht. Und das Licht wird kommen, um alles Verhüllte zu offenbaren und die Düsternis für immer zu verbannen. Wenn man aufmerksam beobachtet, spielt Mitchum einen differenten Charakter und verkörpert keineswegs nur unschuldige Züge. Zum Beispiel verdrischt er seinen Stiefbruder im Anfall mordgieriger Unbarmherzigkeit. Aber er gehört dennoch zu den im Leben schicksalhaft benachteiligten Menschen und trachtet gemäß seinen menschlichen Kräften und Fehlern danach, endlich die Wahrheit zu finden, bzw. das ersehnte Licht des Friedens in seinem zerrissenen Herzen. So sucht er beharrlich nach dem aufklarenden Licht, bis er es gefunden hat - auch gegen die eigene Angst im Inneren, der schmerzlichen Wahrheit ins Auge zu blicken. Er spielt nur scheinbar passiv und unaufdringlich. Im Inneren kocht er über. Gerade dadurch ist er intensiv. Er bewegt sich äußerlich als ruhig dahinfließender Strom, der einmal sein Delta erreichen wird. Aber in einem einzigen Moment verwandelt er sich zum tosenden Wasserfall. Die übrigen Schauspieler spielen ihre Bestimmungen ebenfalls in konsequenter Reife.
Die Musik des gebürtigen Österreichers Max Steiner ist aufgrund ihrer dramatischen Wucht großartig, obwohl es im Film keine ins Ohr gehende Melodie gibt. Aber sie ergänzt die Handlung hervorragend und kennzeichnet akustisch deren pessimistisch-bedrohlichen Charakter.
Aber das ist noch lange nicht alles, und eine Rezension dient nicht dazu, einen Film als ganzen zu erklären, wenn dieser allein für sich zu sprechen hat. Der Film gibt nach und nach preis, dass sich der Charakter der Verhüllung ebenfalls auf Gefühle und Triebe bezieht, welche jahrelang verschwiegen, dafür aber umso realer gestaut wurden als Tropfen blutender Wunden. Unterschwellige Eifersucht, Neid, Verdacht, Mischung aus Vertrauen und Mißtrauen, aus natürlicher Liebe und unterdrücktem Hass, und schließlich die Entladung der Gewalt angesichts der Unlösbarkeit des schwellenden Konfliktes zwischen Brüdern, kennzeichnen dieses bemerkenswerte Drama.
Die Schlußpointe im Finale ist nicht nur überraschend, sondern stark.
Ein echter Western und ein echter Film Noir.
Mladen Kosar
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am 28. August 2011
Der Wilde Westen, Neumexiko: Der kleine Jeb Rand überlebt als einziger das Massaker an seiner Familie. Ohne wirklich mitzubekommen, was genau passiert ist, nimmt ihn eine verwandte Familie auf. Er kann bei seiner Tante und deren zwei Kindern aufwachsen und wird in die Familie integriert. Er wird schliesslich erwachsen, was so manche Veränderung für ihn bringt. Jeb (Robert Mitchum) erhält etwas Klarheit im Verhältnis zu seinen Pflege-Geschwistern Thorley und Adam Callum. Erstere hat sich in ihn verliebt, ihr leiblicher Bruder entwickelt dagegen eine immer grössere Abneigung gegen Jeb. Ausserdem versucht ein einflussreicher Verwandter immer wieder, Jeb zu schaden. Doch Jeb kann sich meist recht gut aus der Affäre ziehen, indem er dem Krieg gegen die Spanier ohne grösseren Schaden übersteht. Wieder zuhause, wird die Zuneigung zu Thorley (Teresa Wright) intensiver, derweil der Konflikt mit Adam sich immer mehr verstärkt. Als sich die Ereignisse überstürzen, muss Jeb fliehen.
"Pursued" (Warner Bros., 1946) ist kein typischer Western, sondern eher ein Film noir im Westerngewand. Es gibt eine Geschichte in Rückblenden, die westerntypischen Schiesserei-Szenen trifft man selten an. Dafür aber wird viel Wert auf Stimmung und Spannung gelegt. Robert Mitchum in einer seiner ersten Hauptrollen zeigt hier schon viel von dem, was ihn später so unverwechselbar machte. Regie führte Raoul Walsh, der den grösseren Teil seiner Filme in den 1940er-Jahren auch bei Warner drehte, und zwar nicht letzt eben im Bereich Film noir. Erstaunlich ist, dass der Film offenbar lange Zeit nicht auf Deutsch veröffentlicht worden war. Erst das ZDF holte dies dann nach. Als Synchronsprecher von Robert Mitchum ist hier für einmal Klaus Kindler zu hören, der zu Lebzeiten die wahrscheinlich beste Synchronstimme von Clint Eastwood war, auch wenn Eastwood immer noch aktiv ist.
Die DVD hinterlässt einen unausgewogenen Eindruck. Als Grundlage verwendete Kinowelt nicht etwa das Material von Warner Bros., sondern die TV-Fassung. Entsprechend fehlt es dem 4:3-schwarz/weiss-Bild oft etwas an Schärfe und Kontrast. Auch die Titeleinblendungen entsprechen somit nicht dem Original. Bildsprünge kommen mehrfach vor. Schade! Die vorliegende Fassung dauert 96 Minuten. Es gibt je eine mittelprächtige deutsche und eine englische Tonspur, deutsche Untertitel optional. Das ist schon alles bei den Sprachen. Das Bonusmaterial hält etwas Programmvorschau und Info-Texttafeln zum Hauptdarsteller bereit. Dazu gibt es etwas, das auf dem Umschlag "Kommentar von Winfried Günther" heisst. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Audiokommentar, sondern um einen ca. 37 Minuten langen Beitrag, in dem der erwähnte Filmexperte verschiedene Aspekte des Films beleuchtet und teilweise auch mit Mustern aus anderen Werken vergleicht. Das ist interessant und kann die übrigen Mängel der DVD zum Teil ausgleichen.
Fazit: Mit der Wahl des Ausgangsmaterials hat sich Kinowelt leider etwas vertan, die technische Aufbereitung hat die Label-typischen Schwächen. Das Bonusmaterial kann den Schaden noch zum Teil abfedern. Das gibt insgesamt drei von fünf Verdienstmedaillen und einen Münzenwurf.
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