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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Kino
Ein wunderbarer Film. Hier ist eine sagenhaft gut gelungene Symbiose aus Schwermut und Leichtigkeit entstanden, die wirklich Seltenheitswert besitzt. Die Idealbesetzung mit Schneider / Piccoli.Die im Grunde simple Geschichte gewinnt dank der herausragenden Darstellung und einer faszinierend eigenwilligen Erzählweise an enormer Intensität. Ein sehr sensitiver...
Veröffentlicht am 4. August 2006 von Al.Mo.

versus
67 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schönheitsfehler
Schön, dass man diesen Film nun seit einiger Zeit auch in Deutschland auf DVD bekommt. Was die Schönheit dieses Films ausmacht, kann ich mich nur denen anschließen, die hier schon einen Kommentar gechrieben haben. Jedoch hat diese Veröffentlichung hier des Films "Die Dinge des Lebens" einen kleinen (?) Schönheitsfehler. Leider wurden (aus welchen...
Veröffentlicht am 8. September 2006 von tysta tyska


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67 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schönheitsfehler, 8. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Schön, dass man diesen Film nun seit einiger Zeit auch in Deutschland auf DVD bekommt. Was die Schönheit dieses Films ausmacht, kann ich mich nur denen anschließen, die hier schon einen Kommentar gechrieben haben. Jedoch hat diese Veröffentlichung hier des Films "Die Dinge des Lebens" einen kleinen (?) Schönheitsfehler. Leider wurden (aus welchen Gründen auch immer) die Szenen, die Hélènes und Pierres Besuch bei ihren Eltern zeigen, herausgeschnitten. Diese Szenen sind zwar nicht die wichtigsten (auch wenn im folgenden Auto-Dialog Hélène Bezug darauf nimmt), aber wenn man schon eine gute Filmsammlung herausbringen will, sollte man doch bitte nicht einen so guten und bedeutenden Film um 2 Minuten kürzen.

Oder gibt es auch DVD-Exemplare von "DDDL", wo diese Szenen nicht enfernt wurden?
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Kino, 4. August 2006
Von 
Al.Mo. - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Ein wunderbarer Film. Hier ist eine sagenhaft gut gelungene Symbiose aus Schwermut und Leichtigkeit entstanden, die wirklich Seltenheitswert besitzt. Die Idealbesetzung mit Schneider / Piccoli.Die im Grunde simple Geschichte gewinnt dank der herausragenden Darstellung und einer faszinierend eigenwilligen Erzählweise an enormer Intensität. Ein sehr sensitiver Film mit enormen Tiefgang. Überaus beeindruckend ist die Tatsache, daß dieser Film keinen Moment ins Kitschige abdrifet. Er berührt den Zuschauer auf ganz eigene Weise, ohne dabei unglaubhaft oder zu sentimental zu werden. Er ist voller kleiner, leiser Zwischentöne und kommt gänzlich ohne pseudo-poetische Dialoge oder Klischees aus. Es liegt ein feiner Schleier der Schwermut über diesem ganzen Film und doch verliert sich dabei nie die gewisse Leichtigkeit."Die Dinge des Lebens" wirkt niemals schwerfällig oder gar düster. Und er macht nachdenklich...was zählt denn wirklich im Leben?
Mittlerweile ein absoluter Klassiker, der aus der Filmgeschichte dieser Tage nicht mehr wegzudenken ist. Schön, daß es solche Filme gibt.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser selbst entscheiden, bevor ein Dritter den Weg bestimmt!, 16. Januar 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Sautets Film beginnt mit einer kurzen Einblendung, die einen Mann beim Autofahren zeigt. Der Fahrer ist der Pariser Architekt Pierre ( Michel Piccoli) . Man ahnt, dass er ein Fahrproblem hat, dass etwas mit der Lenkung nicht stimmt. Kurz darauf sieht man ihn schwer verletzt. Er wird ins Krankenhaus transportiert. Vor seinem inneren Auge ziehen Bilder seines Lebens vorbei.
Jetzt sieht man Pierre ( er raucht permanent) in seiner Wohnung gemeinsam mit seiner Geliebten , der Übersetzerin Helene( Romy Schneider) .Die beiden scheint eine leidenschaftliche Beziehung zu verbinden. Allerdings ist die verunsicherte Helene hochgradig eifersüchtig auf die Exfrau Pierres, Catharine( Lea Massari). Dies ist den Dialogen zu entnehmen.
Helene möchte mit Pierre verreisen, doch er windet sich. Er kann sich offenbar nicht so recht entscheiden. Immer wieder zieht es ihn auf die Insel zurück, wo er eine gute Zeit mit Catharine und seinem Sohn verbracht hat. Ihm fühlt er sich verbunden.
Catharine ist Pierre eine gute Freundin geblieben, hat mittlerweile jedoch auch eine neue Liebesbeziehung.
Helene erträgt es nicht, dass sie mit Pierre nicht auf die Erinnerungen zurückblicken kann, wie dessen Exfrau und dessen Sohn.
Sie nervt Pierre, indem sie ihn pausenlos befragt, ob er sie auch wirklich liebe. So kommt es zwischen beiden zum Konflikt. Pierre geht, weil er sich zu einer Entscheidung gedrängt fühlt und entscheidet sich kurzfristig Helene einen Abschiedbrief zu schreiben. Er will sich von ihr trennen. Diesen Brief hat er während der Autofahrt, die mit einem Unfall endet , immer noch in der Jackentasche, aber mittlerweile ist ihm klar geworden, dass er ohne Helene nicht leben kann, dass er sie heiraten möchte. Der tragische Unfall hindert ihn seinen Wunsch zu realisieren. Schwer verletzt, denkt er nur noch an den Brief. Er will ihn vernichtet wissen. Doch Pierre hat keine Chance mehr den Gang der Dinge zu verändern. Catharine , die in den Besitz des Briefes kommt, vernichtet den Brief unmittelbar, nachdem sie ihn gelesen hat, offensichtlich den letzten Wunsch ihres Exmannes fühlend.....
Sie ist seine wahre Freundin, sich zurücknehmend, voller Mitgefühl für die Geliebte ihres Freundes, der einst ihr Ehemann war!
Pierre wirkt sehr zerrissen, sensibel, entscheidungsschwach, in seinen widersprüchlichen Gefühlen gefangen. Ein Mann der Tat ist er nicht.
Helene ist die eigentliche Verliererin in diesem Film. Sie hat ihren Selbstwert aufgegeben und dadurch Pierre in die verhängnisvolle Irritation gestürzt. Daraus eine Schuldfrage abzuleiten wäre allerdings absurd.
Die Unfallszene ist beeindruckend in Zeitlupe gefilmt, dann aber auch so, wie sich der Crash tatsächlich abspielte. Wirklich gut gemacht!

Empfehlenswert!
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5.0 von 5 Sternen LE CHOSES DE LA VIE - Die DVD-Neuveröffentlichung des Klassikers, 27. Dezember 2014
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (DVD)
Schwerer Unfall auf einer französischen Landstraße. Während des Vorspanns fährt der verunglückte Alfa Romeo symbolhaft rückwärts und der schwer verunglückte Architekt Pierre (Michel Piccoli) erinnert sich an die DINGE DES LEBENS, die für ihn bedeutsam waren. Er erinnert sich an seine Geliebte Hélène (Romy Schneider), mit der er bereits länger zusammenlebt und dennoch konsequente Zukunftspläne abwehrte. Und er erinnert sich an seine gescheiterte Ehe mit Catherine (Lea Massari), die ihn wohl noch immer liebt ...

Für Romy Schneider war das 1969 entstandene Drama LES CHOSES DE LA VIE die erste Zusammenarbeit mit Claude Sautet (1924-2000), mit dem sie in den folgenden Jahren noch zahlreiche Gegenwartsfilme drehte. Es ist ein berührender Film mit zahlreichen Rückblenden, der eine sehr kleine und dennoch dramatische Geschichte über einen durch einen Unfall im direkten Sinne aus der Bahn geworfenen Menschen erzählt, der im Angesicht der schweren Verletzung noch einmal die wesentlichen Dinge seines Lebens Revue passieren lässt. Kurz vor dem Unfall - und damit eben zu spät - hatte er sich endlich für einen Neubeginn mit Hélène entschieden. Das 1994 von Mark Rydell inszenierte US-Remake INTERSECTION (Begegnungen) mit Richard Gere in der Hauptrolle erreichte bei weitem nicht das Niveau von Claude Sautets Film.

Die DVD von STUDIOCANAL zeigt den Film in sehr guter Bild- und Tonqualität. Bei einer FSK-Neuprüfung im November 2014 erhielt der Film die neue Freigabe ab 12 - die Amazon-Abbildung ist veraltet und die DVD korrekt mit 12 gekennzeichnet. Leider ist die vorliegende Fassung (bei der FSK als "TV-Fassung" gelistet) ebenso wie die DVD-Erstauflage in der SZ-Cinemathek mit einer Laufzeit von 81 min gegenüber der noch 2004 im ZDF ausgestrahlten Kinofassung um reichlich 3 min gekürzt, wobei 2 Szenen der Schere zum Opfer fielen. Da die in Frankreich von STUDIOCANAL vertriebene Auflage ebenfalls eine Laufzeit von 81 min aufweist, hat diese Kürzung ihre Ursache definitiv nicht in Deutschland. Deutsche Synchronfassung von 1970 und französischer Originalton liegen jeweils in Mono vor. Die DVD verfügt über keinerlei Extras und startet automatisch mit 2 Trailern aus dem STUDIOCANAL-Sortiment - eine Werbetechnik, die gerade für Klassiker im grenzwertigen Bereich liegt. Ein Wendecover ohne FSK-Logo ist vorhanden.

Für an Klassikern orientierte Sammlungen eine sehr empfehlenswerte Veröffentlichung.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...Großmut..., 30. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
...zeichnet manche Menschen aus. Dies ist die Conclusio aus dem Film "die Dinge des Lebens" von Claude Sautet, in der Romy Schneider eine bezaubernde Liebende darstellt, die sich wegen ihrer Eifersucht auf die nicht gemeinsame Vergangenheit bei ihrem Geliebten (Michel Piccoli) unermüdlich seiner Liebe vergewissern möchte. Was ihn nervlich belastet und innerlich beschäftigt, bis hin zu dem "Ausweg", die Trennung von ihr in Gedanken zu versuchen. Allerdings treibt er diesen Versuch so weit, einen Brief zu schreiben und ihn beinahe an sie abzusenden. Dann jedoch wird ihm klar, dass er sein Leben nicht ohne diese Frau verbringen möchte, dass er sie heiraten will, um ihr die Gewissheit seiner Zuneigung endgültig zu geben, dass er von nun an alles in die Waagschale der Liebe werfen muss, damit sein Leben von Glück erfüllt bleibt. Er ruft bei ihr an, erreicht aber nur den "Anrufbeantworter" (der zu Zeiten aus einer Telefonvermittlung bestand...) und hinterlässt nur, dass er sie am Abend an dem Ort, zu dem er aus beruflichen Gründen reist, "sehnsüchtig erwartet". Den Brief steckt er zurück in die Jackentasche....

In Rück- bzw. Zwischenblenden, die heute aus der Regie-Mode gekommen sind, zeigt uns Claude Sautet, wie das Unheil seinen Lauf nimmt. Wie sich Erinnerungen mit alltäglichen Erfahrungen mischen, wie Träume und Wünsche in uns die Zukunft ausmachen, an die wir glauben. Diese beiden Geliebten werden keine gemeinsame Zukunft mehr erleben, schmerzlich wird uns Zuschauern dies bewusst, wenn wir die aufgescheuchte, so zarte, Romy Schneider auf dem Weg ins Krankenhaus, in das er nach seinem schweren Unfall gebracht wurde, eilen sehen.
Und wir haben nur die Hoffnung, dass sie nicht zu allem Unglück auch noch diesen Brief wird lesen müssen, der seinen Abschied enthalten hat, alles in uns wehrt sich gegen diese Ungerechtigkeit des Lebens, das uns ständig Dinge, Gegenstände, Fehlverhalten, menschliche Fehlentscheidungen, in den Weg wirft, schicksalhaft, ohne letztlichen Ausweg.

Wie erleichtert war ich am Ende: die Großmut der Ex-Frau erspart der jungen, schönen Geliebten, die außer sich vor Schmerz ist, diesen weiteren, ungerechtfertigten Schmerz. Sie zerreißt kurzerhand den Brief und wirft ihn in den Papierkorb, in dem ihn niemand mehr zur Kenntnis nehmen wird. Den Unfalltod des Geliebten zu ertragen, dies erscheint seiner früheren Frau, die selbst ein gutes Leben mit einem anderen Mann hat, Bürde genug... ein absolut sehenswerter Film über vielleicht so etwas wie "ausgleichende Gerechtigkeit", der in seiner subtilen Art lange nachwirkt und mich als Zuschauerin, trotz des insgesamt unglücklichen Ausgangs, glücklich zu machen verstand.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu viel geraucht, 17. November 2013
Von 
Estragon - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Dass es Claude Sautets »Die Dinge des Lebens / Les Choses de la vie« (1970) bislang nur im Rahmen der Reihe ›Süddeutsche Zeitung Cinemathek‹ als deutsche DVD-Veröffentlichung gibt, die außerdem mittlerweile vergriffen ist, stellt ein Rätsel und ein Ärgernis dar. Ist der Film wirklich nicht lukrativ genug für einen Markt, auf dem sonst jede x-beliebige Romy-Schneider-Devotionalie feilgeboten wird?

Zumindest in Deutschland haben es Claude Sautets Filme trotz der französischen Stars, auf die der Regisseur immer wieder zurückgreifen konnte, nie ganz leicht gehabt. Sie fielen irgendwie zwischen die Kategorien. Wer die Filme der Nouvelle Vague oder die von Louis Malle, Alain Resnais oder Maurice Pialat schätzte, für den war Sautet vermutlich zu konventionell und zu altmodisch. In einer deutschen Kritik wurde er sogar einmal als der ›französische Weichspülspezialist‹ abqualifiziert. Doch das breite Publikum beklagte an Sautets Filme wiederum, sie seien zu dialoglastig, zu handlungsarm und damit zu artifiziell.

Zu der eigentümlichen Zwischenstellung mag auch beigetragen haben, dass Sautet erst spät die Filme verwirklichen konnte, die ihm am Herzen lagen. »Die Dinge des Lebens« ist der erste charakteristische Sautet-Film, und als er 1970 herauskommt, ist sein Regisseur bereits 45 Jahre alt. Seine Generationsgenossen hatten ihre Plätze da schon längst gefunden. Hinzu kommt, dass das soziale Milieu, in dem Sautet seine Geschichten ansiedelt, nahezu unberührt scheint von den politischen Verwerfungen und den kulturellen Umbrüchen der späten 1960er und 1970er Jahre. Das mag seinerzeit dazu beigetragen haben, diese Filme für altmodisch zu halten. Aus der gegenwärtigen Perspektive jedoch haben sich Sautets Filme erstaunlich gut gehalten. Sieht man sich heute Sautets Filme aus den 1970er Jahren und auch seine späten Arbeiten ab Mitte der 1980er Jahre im Zusammenhang an, dann zeigt sich, dass es sich bei ihnen trotz des Einsatzes von Stars und trotz der Vermeidung auffälliger ästhetischer Experimente um geradezu schmerzhaft persönliche Reflexionen handelt. Mehrheitlich stehen Männer im Mittelpunkt, deren Leben und deren Selbstverständnis brüchig und unsicher geworden ist. Diese Männer bewegen sich noch in ihren überkommenen Rollen, ohne in ihnen zuhause sein zu können. Teils befinden sie sich auf der permanenten Flucht, teils suchen sie in Freundschaftsbeziehungen Halt. Beide Strategien gehen nicht auf. Die ›Dinge des Lebens‹, die gleichzeitig Glücksversprechen und Bedrohung sind, treten in unterschiedlichen Gestalten auf: die Liebe zu Frauen, die Vaterschaft, die Erfüllung im Beruf, das Altern in Würde usw. Diesen zentralen Dingen des Lebens mit wirklicher Ernsthaftigkeit zu begegnen ist die Aufgabe, die sich den meisten Hauptfiguren der Sautet’schen Filme stellt. Ausgeschlossensein und Einsamkeit sind das, was sich als existenzielle Bedrohung abzeichnet.

In »Die Dinge des Lebens« ist es Pierre (Michel Piccoli), der die im Titel angesprochenen Dinge zugleich sucht und flieht. Das betrifft vor allem die Liebe zu Frauen, d. h. zu seiner Ex-Frau Catherine (Léa Massari) und zu der zauberhaften Hélène (Romy Schneider), aber auch seine Vaterschaft (in der sich wiederum die Beziehung zum eigenen Vater spiegelt) sowie seine beruflichen Ambitionen. In allen wichtigen Hinsichten schwankt Pierre zwischen Selbstbezogenheit und der Einbeziehung anderer. In seiner Unentschiedenheit versucht Pierre an einem unhaltbaren Status quo festzuhalten. Und so entscheidet am Ende der Zufall in Gestalt eines Verkehrsunfalls über Pierres Leben. Die Ironie dieses Schicksals besteht darin, dass es Pierre womöglich gerade in dem Moment ereilt, als er sich doch für ein Leben mit Hélène entschieden und damit die eigene Zerrissenheit überwunden hat. Es deutet sich die Einsicht an, dass seine Selbstbezogenheit der sichere Weg in die Einsamkeit sei. Sicher können wir da allerdings nicht sein.

Die Geschichte ist im Milieu der oberen Mittelschicht angesiedelt, wo künstlerische Ambitionen auch die Berufswahl prägen. Der natürliche Lebensraum dieser Menschen scheint zu einem erheblichen Teil – jedenfalls in den Filmen Sautets – in Restaurants und Bistros zu liegen. Und geraucht wird, was das Zeug hält. In dem auf dem Digipak beigegebenen Text zum Film meint Hans-Christian Schmid, er kenne »keinen Film, in dem so viel geraucht wird«. Doch das Rauchen ist nicht nur Zeitkolorit, es besitzt bei Sautet – ähnlich wie bei Howard Hawks – auch expressiven und kommunikativen Wert. Bei Pierre ist das exzessive Rauchen Ausdruck seiner Selbstbezogenheit. Nicht zufällig lautet der letzte Satz, den wir vor dem Unfall von ihm hören: »Ich rauche zu viel.«

Sautet erzählt seine Geschichte mit einer gewissen Lässigkeit, die immer wieder zu Nebensächlichkeiten abzuschweifen scheint. Doch der Regisseur hat seinen Film streng komponiert. Davon zeugt nicht zuletzt die komplizierte Rückblendenstruktur. Lediglich bei den Aufnahmen von Romy Schneider am Beginn des Films scheint Sautets Kamera länger bei ihrer Person zu verharren, als es die Erzählung erfordert. Aber wer wollte ihm das verdenken? An dem Film kann man aus gegenwärtiger Sicht gewiss bemängeln, dass man heute keine Aufnahmen autofahrender Personen vor Rückprojektionen mehr machen würde und dass einige Außenaufnahmen zu kräftig ausgeleuchtet sind, so dass unnatürliche Schatten entstehen. Doch diese Kleinigkeiten fallen wirklich nicht ins Gewicht.

Die Fragen, die Sautet in diesem und in anderen Filmen umgetrieben haben, sind nicht erledigt. Auch wenn es das Milieu, in dem sich die Figuren bewegen, nicht mehr gibt (falls es denn überhaupt je in der von Sautet beschriebenen Form existiert hat), sind die Lebensprobleme, die Sautet analysiert, eher noch drängender geworden in Zeiten einer zunehmenden Diffusion der Geschlechterrollen. Man muss also kein Nostalgiker sein, um sich diese Filme mit Gewinn anzusehen.

Die DVD bietet den Film ohne nennenswerte Extras. Von großem Übel ist, dass hier eine gegenüber der Originalfassung um einige Minuten gekürzte Fassung vorliegt. Es fehlen die im Film später zwei Mal erwähnten Gespräche während des Besuchs bei Hélènes Eltern. Für diese unverständliche Kürzung ziehe ich einen Stern ab. Die Bild- und Tonqualität ist wiederum überzeugend. Die französische Sprachfassung hat – wohl aus rechtlichen Gründen – nicht ausblendbare deutsche Untertitel.

Kurzum: Ein Film, der es unbedingt verdient, auch in Deutschland wieder einem breiteren Publikum zugänglich gemacht zu werden, – und das bitte in ungekürzter Form.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Allzeit-Klassiker, 15. Januar 2009
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Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Manches an diesem Sautet Film sieht heute etwas vergilbt aus,etwa die allgegenwärtige Nikotinsucht der Protagonisten,manch anderes,wie der elektrische "Vogel" hätte ein wenig besser und glaubhafter gedreht werden sollen.
Alles in allem aber ein herrlicher Film,Piccoli in einer seiner berührendsten Rollen,der Sinn des Lebens,die kleinen Dinge,Liebe,Freude geben,diese Boschaft hat Sautet hier meisterhaft vermittelt.Die Idee,die Geschichte von hinten aufzurollen zu Vivaldis tempesta di mare,das ständige Wiederholen des Autounfalls und dazwischen eingeklemmt die eigentliche Handlung ist auch heute noch fesselnd und schön.
unbedingt sehenswert
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloser wunderbar schöner und zugleich trauriger Film von zarter Kraft, 28. April 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Romy Schneider - immer wieder überwältigend in ihrer darstellerischen Ausdrucksfähigkeit und Einmaligkeit. Ihre schauspielerische und differenzierte Wandlungsfähigkeit fasziniert mich immer wieder aufs Neue, berührt und macht mich betroffen. In jedem ihrer Filme spielt sie eine vielschichtige Frau, mit persönlicher Hingabe, charaktervoller Aufrichtigkeit und so lebendig, so echt, ....Der Film hinterlässt ein tiefes Gefühl der Traurigkeit, der Wärme, der Sehnsucht aber auch eine grosse Bewunderung, eine Beklemmung, einen Knoten im Hals. Welch wunderbare Charakterdarstellerin Romy Schneider war! Welches Talent, was für eine Begabung! Viele wunderbaren Szenen der kleinen Gesten, der Blicke, der Worte, der Tränen, der Freude, des Humors - ein Film der einem mitfiebern, zittern, lieben und weinen lässt. Uns voller Leben hinterlassend, ....
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine sehr bewegende geschichte, 4. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
eine sehr bewegende geschichte, fand ich, als ich den film -nach jahren wieder einmal - gesehen hatte!
sicherlich einer der wahren meisterleistungen des film-traum-paares piccoli-schneider!
einfach weltklasse!!
sie sollten diesen film nur möglichst ganz entspannt ansehen; er erfordert einfach starke nerven!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeistert, 17. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) (DVD)
Ein richtig toller Film der einen zum nachdenken bewegt! Romy Schneider ist eine richtig klasse Schauspielererin gewesen! Schön das ich den Film in deutscher Fassung nach langer Suche noch gefunden habe.
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Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60)
Die Dinge des Lebens (SZ-Chinemathek 60) von Romy Schneider (DVD - 2006)
Gebraucht & neu ab: EUR 7,26
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