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Kundenrezensionen

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am 22. Februar 2013
Das Gisa Klönne Erfahrungen im Genre des Kriminalromans besitzt, merkt man auch diesem Roman an. Eine Familiengeschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird, die nichts an „Fall“ oder „Mord“ in sich trägt, und die dennoch auch um ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit kreist, dessen „Aufklärung“ den Leser in den Bann zieht.

In den Bann der Familie Retzlaff, einer Pfarrerfamilie. Und so steht im Erzählstrang der Vergangenheit im Buch auch ein Pfarrer im Mittelpunkt. Theodor Retzlaff, 1900 geboren, Frontsoldat mit traumatischen Erlebnissen im ersten Weltkrieg, späterer Ehemann der lebensfreudigen Elise aus Leipzig, Pfarrer in dem ein oder anderen Dorf und kleineren Stadt in Mecklenburg Vorpommern. Offiziell ein aufrechter Kämpfer für die Gemeinde, einer, der Juden im Pfarrhaus versteckte, der den russischen Soldaten widerstand zum Schutz der ihm Anvertrauten. Aber auch der „Tyrann mit dem Rohrstock“, der seine Kinder mit harter Hand erzog. Der Vaterlandsverehrer. Auch einer, bei dem Verborgene zu entdecken ist.

Etwas, das seine jüngste Tochter Dorothea wohl erfahren hat, aber mit sich in den Tod genommen hat. Ein Autounfall.
Einfach so? Oder bewusst herbeigeführt von Dorothea, die den Verkehrstod ihres Sohnes nie verwunden hat. An fast gleicher Stelle auf der A19.

Ricarda, genannt „Rixa“, Tochter Dorotheas, Enkelin von Theodor, Barpianistin (nachdem sie in der Prüfung zur „großen“ Solopianistin nicht bestanden hat), kehrt nach Berlin zurück, um die Dinge der Mutter zu ordnen. Jener Mutter, mit der sie seit der Pubertät ein Befremden verspürt hat, obwohl doch sie es war, die als Kind zu nächtlicher Stunde die Geschichten der Mutter gehört hat. Geschichten, die auf die Spur der dunklen Vergangenheit führen.

So erzählt Klönne in der Gegenwart von dieser Spurensuche Rixas und in der Vergangenheit vom Leben der Pfarrfamilie Retzlaff und es gelingt ihr wunderbar, die verschiedenen Erzählstränge und das „Geheimnis“zu einem großen, flüssigen Ganzen zu verbinden.

Denn da gab es noch jemanden in der Familie. Amalie. Über die nicht gesprochen wird.

Ein Familienroman also zunächst, wunderbar erzählt. Der Einblicke zudem in die Geschichte Deutschlands gibt. Die intensiven Schilderungen des ersten Weltkrieges, die Zeiten der Inflation, des Lebens im preußischen Pfarrhauses. Des Aufkommens der Nationalsozialisten und der engen Schlinge, aber auch Faszination, die jene „Bewegung“ um die Menschen legte.

Und, nicht zuletzt, bietet Klönne einen ebenso intensiven Entwicklungsroman, der um Rixa kreist, die bisher eher vor den Ereignissen und Schicksalen des Lebens geflohen ist.

„Wann hatte ich zum letzten Mal echte Stille erlebt“? Lange nicht. Aber „ich war es, die einmal mehr den Halt verlor, die noch immer nicht wusste, wohin sie gehörte“.
Dies spürt Rixa und macht sich auf, sich selbst in dieser (Familien-) Geschichte zu finden.

Ganz allmählich und langsam am abgelegenen Ort in Mecklenburg Vorpommern nicht mehr einer jener „Stare“ zu sein, die „Betrüger“ sind, „die imitieren nur die Lieder der anderen, weil sie keine eigenen haben“.

Das „eigene Lied“ in sich zu finden, dies ist letztlich das Hauptthema des Romans. Empathisch und sensibel erzählt, in klarer und flüssiger Sprache.

Wie in einem „Rutsch“ erzählt Klönne ihre Geschichte (die sicherlich, betrachtet man Klönnes eigene biographische Daten, das ein oder andere aus der eigenen Lebens- und Familiengeschichte enthält). Eine Geschichte, die in den filigran gezeichneten Figuren sowohl auf der inneren, wie auf der äußeren Eben des Erzählten fesselt.

Eine hervorragend erzählte, persönlich gehaltene und intensive Lektüre über ein Jahrhundert hinweg, die den Leser nicht so schnell wieder loslässt.
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Rixa, Barpianistin auf einem Kreuzfahrtschiff, erhält die Nachricht vom
überraschenden Unfalltod ihrer in Berlin lebenden Mutter - beide haben sich in den letzten Jahren immer mehr entfremdet.

Die Umstände des Unfalls ähneln verblüffend dem zwölf Jahre zurückliegenden
Tod ihres Bruders, des Lieblingssohnes der verstorbenen Mutter, Ivo.
Neben den zu regelnden Formalitäten, der Beerdigung selbst und der
unausweichlichen Haushaltsauflösung tauchen jede Menge Fragen auf.

Was für ein Mensch war die eigene Mutter eigentlich? Welche Last hat diese
oftmals so unnahbare und traurige Frau auf den Schultern durch die Welt
getragen? Was ist im Laufe der Jahre mit ihrer Familie geschehen - welches Gewicht hat der Begriff HEIMAT überhaupt?

Rixa kratzt zuerst nur an der Oberfläche, findet seltsame Hinweise zur Familiengeschichte und scheinbar unerklärliche Lücken - erlebt
schließlich, wie ihr komplettes Familienbild ins Wanken gerät - braucht
Antworten, um wieder zur Ruhe kommen zu können.

Deutsch-deutsche Geschichte dient der Handlung als Grundgerüst.
Den Figuren hat Gisa Klönne der Reihe nach glaubwürdigen Charakter
eingehaucht.

Die erfolgreiche Krimiautorin merkt man der Geschichte an - jedoch in wohldosierter Frequenz - der Roman bleibt somit in erster Linie geheimnisvolle und
lesenswerte "Familiengeschichte".

Rückblenden, weit über den Zweiten Weltkrieg hinaus helfen Entwicklung und
Gegenwart Deutschlands, sowie der Familiengeschichte einzuordnen, steigern
die Spannung, heben das Lesevergnügen, nehmen der Geschichte jedoch in
keinster Weise die überraschende Auflösung der letzten 20 Seiten vorweg.

Fazit: Wer Zeitgeschichte mag, sich für Familienbande interessiert, auch
"ermittelnd" tätig werden möchte, sollte nach diesem Buch greifen - ich
habe es genossen, 5 Sterne!
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am 10. Juni 2013
Es wird eine Geschichte aus der Sicht einer jungen Frau in der heutigen Zeit erzählt, sie erfährt eine Familiengeschichte die um 1915 beginnt. 2 Weltkriege begleiten die Familie. Trauer, Kraft, Glaube , Ausdauer, Härte und Liebe wird offenbart.

Rixa versucht nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter DAS Geheimnis der Familie zulösen. Dabei kommt immer wieder die Trauer um den von 12 Jahren verstorbenen Bruder wieder hoch.

Man lebt die Geschichte mit. Der Leser reist egal ob 1920, 1940 oder heute mit den Menschen mit.
Man fühlt sich dazugehörig, fühlt und lebt mit. Riecht das Grün der Wiesen, kann den Nebel in den Wäldern genauso empfinden, wie den Tod und den Schmerz. Die Personen und die Landschaften sind so hervorragend beschrieben.
Man sieht die Pferde den Fuhrwagen durch den schweren Boden ziehen, den SA Wagen durch Klütz fahren oder den Transit von Rixa.

Der Leser wird mit eingebunden, dass Rätsel zu lösen und wird belohnt.
Ich hatte so viele Vermutungen und war verwundert, dass alles ganz anders kam wie ich es mir dachte.
Manchmal sind Rixas Gedanken um den Tod ihres Bruders langatmig aber das gehört wie die Lösung des Geheimnisses dazu.

Mein Meinung:

Es ist mein erstes Buch von Gisa Klönne und sicherlich nicht mein letztes!
Sie hat so gefühlvoll geschrieben, so flüssig. Nicht nur Rixa stellt sich viele Fragen, sondern der Leser auch und dadurch bleibt die Spannung erhalten.
Es ist ein großartiges spannendes Buch das eine Familie über viele Generationen mit einem Geheimnis beschreibt.
Der Leser wird von Kapitel zu Kapitel mitgenommen.
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am 25. Februar 2015
Da ich alle Romane rund um Judith Krieger bereits gelesen habe, habe ich nun auch "Das Lied der Stare nach dem Frost" verschlungen. Ein wunderbarer, vielschichtiger Roman, der auf verschiedenen Zeitebenen, aus verschiedenen Perspektiven und mit viel Atmosphäre eine Familiengeschichte erzählt. Dennoch war das Buch leicht zu lesen und extrem unterhaltsam. Ich bin total begeistert und habe den Roman schon mehrfach weiterempfohlen. Für mich ein tolles Buch.
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am 7. Juni 2013
Eine ganz ausgeklügelte, total überzeugende Geschichte, die mich völlig in den Bann gezogen hat. Interessant und hilfreich auch die beiden parallel gesetzten Handlungsstränge, die den Leser in Teilen schlauer machen als die Hauptfigur.
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am 10. Mai 2013
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Einer breiten Masse von Lesern ist Gisa Klönne mit ihren Krimis um die Polizistin Judith Krieger bekannt geworden, mit Das Lied der Stare nach dem Frost beweist sie, dass sie auch ganz ohne Krimi spannend und bewegend erzählen kann.

Rixa, Barpianistin auf einem Kreuzfahrtschiff, muss Hals über Kopf nach Berlin zurück, um die Hinterlassenschaft ihrer Mutter zu regeln, die bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Nach dem Tod des Bruders Ivo vor 10 Jahren hatten die beiden sich entfremdet, die Mutter hatte sich zurückgezogen und den Tod des Lieblingssohnes nie verwunden. Als Rixa herausfindet, dass ihre Mutter praktisch an der gleichen Stelle zu Tode gekommen ist wie ein Jahrzehnt zuvor ihr Sohn, macht sie sich auf eine Entdeckungsreise in die Geschichte der weit verzweigten Familie. Der Großvater, geboren 1900 und durch traumatische Erlebnisse in beiden Weltkriegen belastet, war Pfarrer in Mecklenburg und so taucht Rixa ein in eine deutsch-deutsche Familiengeschichte, die sie letztlich zu sich selbst führt.

Gisa Klönne erzählt diese Geschichte einfühlsam und zugleich spannend auf mehreren Zeitebenen. Immer wieder begegnet der Leser Rixa in der Gegenwart, während parallel die Vergangenheit aus der Sicht verschiedener Figuren wiedergegeben wird. Die Nähe zu allen Protagonisten, aber insbesondere die Verbundenheit mit Rixa, fand ich faszinierend, spannend und bewegend gleichzeitig. Immer auf Augenhöhe mit ihr, entdeckt der Leser zeitgleich mit Rixa ein wohlgehütetes Familiengeheimnis, das den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft zugleich enthält.
Spannend ist aber auch die deutsch-deutsche Geschichte, die sich darin verbirgt. Von der Zeit des ersten Weltkrieges bis in die Gegenwart spannt die Autorin den Bogen der Ereignisse und vermittelt mit bewegenden Bildern das Schicksal einer im Nachkriegsdeutschland auseinandergerissenen Familie. Den Titel finde ich grandios gewählt, auf ihn wird im Roman mehrfach Bezug genommen und er drückt letztendlich genau die Quintessenz des Romanes aus.

Ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat, bevor ich nicht das letzte Wort verschlungen hatte. Ein wirklich bemerkenswertes Buch einer talentierten Autorin, das ich jedem wärmstens empfehle, der auch ihre Judith-Krieger-Romane mochte.
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am 2. April 2013
Das Lied der Stare lässt mich mit der Protagonistin Rixa nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter in die Familiengeschichte der Retzlaff-Sippe eintauchen. Ausgehend von den naheliegendsten Fragen, was die Mutter bewogen hat, trotz ihrer sonstigen Gewohnheiten bei schlechter Witterung mit einem Mietwagen unterwegs zu sein, ob der Tod ein Unfall war, stellen sich immer neue, weitergehende Fragen, die tiefer und tiefer in die Familiengeschichte, eine deutsch-deutsche, hineinführen. Mit jedem Mosaiksteinchen, das Rixa findet, stößt sie auf weitere oft noch drängendere Fragen.

Der Autorin ist es in einzigartiger Weise gelungen, den aktuellen Handlungsstrang, Rixas Aufarbeitung des Nachlasses, ihrer Trauer,... durch kurze Episoden aus der Familiengeschichte zu untermauern. Beides gibt in der Zusammenschau nach und nach ein Bild der Familie mit ihren Schicksalen, den kleineren und größeren Fehlern der Menschen und klärt schließlich Rixas Fragen auf.
Die Komposition dieser vielen kleinen Enthüllungen macht dabei viel der Spannung aus, die mich gefesselt hat.

Mich interessieren vor allem historische Romane und/ oder Beziehungsgeschichten und hier bekomme ich beides, ohne dies vorher vermutet zu haben. Die Episoden aus Theodor und Elise Retzlaffs Leben zeichnen ein einfühlsames und nachvollziehbares Bild aus Weimarer Republik und NS-Zeit. Auch das Leben in der russischen Besatzung und in Zeiten der DDR wird für mich ein Stück greifbar.
Dabei mitzuverfolgen, welche Tragik in den Beziehungen einer großen Familie stecken können, ist weiterer Aspekt, warum ich so gebannt gelesen habe.

Der ganze Roman wird durchzogen von verschiedenen Gedanken zum Thema Klang. Vordergründig ist natürlich klar, dass eine Musikerin ihre Welt anders wahrnimmt, als andere Menschen. Aber es steckt viel mehr dahinter und diese feine Komposition der verschiedenen Bedeutungen von Klang, die sich in den Gedanken und Erfahrungen Rixas niederschlägt, die aber auch Teil der Familiengeschichte ist, faszinieren mich. Auch ich denke und fühle in Klängen und kenne daher die Unmittelbarkeit, mit der Klang den Intellekt umgeht und auf Emotionen und Psyche wirkt. Die große Kunst besteht für mich darin, dieses Erlebnis über Worte, die rational aufgenommen und verarbeitet werden, zu erzeugen.
Für mich war es das erste Buch von Gisa Klönne und ich bin von ihrer Erzählkunst tief beeindruckt. Daher wird es sicher nicht mein letzte Buch der Autorin gewesen sein.
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TOP 500 REZENSENTam 2. April 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Rixa ist Musikerin. Pianistin. Doch der Lauf und die Umstände ihres Lebens zwangen sie dazu, als einfache Barpianistin zu arbeiten und um jedes Fünkchen Aufmerksamkeit kämpfen zu müssen. Und doch läuft ihr ganzes Leben nur mit Musik ab: Alles, was im Buch passiert, ist mit einer Art Soundtrack unterlegt - Liedern und Melodien, die ihr zu verschiedenen Anlässen in den Kopf kommen oder ihre Stimmung wiederspiegeln. Wenn Rixa in Bars am Klavier sitzt, spinnt sie Geschichten um Dinge, die sie beobachtet, Menschen, die die Bar besuchen und erzählt diese musikalisch.

Eigentlich arbeitet sie auf einem Kreuzfahrtschiff, als sie unvermittelt die Nachricht des Todes ihrer Mutter erreicht. Rixa muss sich aufmachen nach Deutschland, an die Stätten ihrer Heimat und begibt sich auf eine tiefe und prägende (Rätsel-) Reise durch die Geschichte ihrer Familie.

Gisa Klönne erzählt die Geschichte von Rixa und der mecklenburgischen Pfarrersfamilie Retzlaff aus zwei Perspektiven: die aktuelle Sicht von Rixa und die ihrer Großeltern ab der Zeit des Ersten Weltkriegs bis in die Vierziger Jahre und so kann der Leser mitreisen und weiß immer ein bisschen mehr, als Rixa auf der Suche nach ihrer Vergangenheit herausfindet. Die Frage nach dem Gewesenen zieht sich bis zum Ende des Buches. Nach und nach finden sich für Rixa Puzzlestücke der Vergangenheit ihrer Familie: Der Großvater, Pfarrer und SA-Mitglied, der Tod ihres Bruders, der Umgang der Familienmitglieder miteinander, das dunkle Geheimnis um die totgeschwiegene Tante, das verlassene Pfarrhaus im Besitz ihrer Mutter und schließlich auch die Wurzeln ihrer Liebe zur Musik und ihres musikalischen Talents.

All diese Dinge garantieren die Spannung in dem Buch und auch wenn man mit Rixa rätselt und vermutet, so war das Ende für mich dennoch überraschend. Insgesamt ist es eine schöne und spannende Familiengeschichte, die aber - gerade in den Rixa-Gegenwartsstücken - manchmal doch aus meiner Sicht unnötige Längen hatte. Aber zur Lektüre dennoch empfohlen, es macht Spaß das Buch zu lesen - auch oder gerade weil der Schluss einen auch nachdenklich zurücklässt.
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Gisa Klönnes Roman "Das Lied der Stare nach dem Frost" hat mich mit einer Mischung aus Stille und Intensität überzeugt.

Rixa Hinrichs, die Heldin des Buches, versucht zu vergessen: den ungeklärten Tod ihres Bruders, ihre Schuldgefühle, die Vergangenheit, die Probleme und Enttäuschungen über ihre Mutter. Sie arbeitet als Bar-Pianistin und zieht um die Welt, arbeitet auf Kreuzfahrtschiffen und sieht die Paradiese der Welt. Aufgewachsen ist sie in Westdeutschland - in Köln, während ein Teil der Familie ihrer Mutter durch die Grenze getrennt in Mecklenburg lebte. Während der Sommer besuchten die westdeutschen Verwandten jedes Jahr die Familie im Osten.
Der rätselhafte Unfalltod ihrer Mutter mit einem Auto, zwingt sie zur Umkehr, zur Rückkehr nach Deutschland, zur Rückkehr in ihr Leben und zur Auseinandersetzung mit sich selbst und der Geschichte ihres Lebens / ihrer Familie. Sie organisiert eine Vertretung und fliegt aus der Sonne in die Kälte nach Berlin. Nach der Rückkehr versucht sie zu verstehen, wie es zu dem Unfalltod kam. Rixas Mutter hatte kein eigenes Auto und doch stellt sich heraus, dass sie mehrmals in der Vergangenheit einen Mietwagen genommen hat und nach Mecklenburg gefahren ist. Für Rixa ist das unerklärlich und ihr lässt es keine Ruhe. Sie beginnt nach Gründen zu suchen und taucht in die Geheimnisse ihrer Familie ein. Dabei stellt sich heraus, dass es Dinge gibt, die ihre Familie verdrängt und verschwiegen hat und essentiell auf ihr heutiges Leben und ihre Ruhelosigkeit einwirken.

Die Geschichte wird in zwei zeitlichen Ebenen erzählt:
- zum einen aus der Sicht von Rixa und durch die Beschreibung der aktuellen Anlässe und
- zum anderen aus Erzählungen der Großeltern von Rixa. Zeitlich beginnt diese Erzählebene nach dem 1. Weltkrieg und bewegt sich bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Der Roman ist gut strukturiert und zeitlich ausgewogen angelegt. Gisa Klönne erzählt detailreich in schöner Sprache. Die Geschichte nach dem 1. Weltkrieg wird historisch interessant vermittelt. Obwohl die Handlung der Vergangenheit nur einen Teil des Romans ausmacht, bekommt man einen guten Eindruck von den Problemen der damaligen Zeit, von der Inflation, den Ängsten und Verhaltensweisen der Menschen, der Politik, dem Leben und der Rolle der Kirche. Die Entwicklung zum 2. Weltkrieg, die Gedanken der Menschen sind nachvollziehbar geschildert.
Auch die Beschreibungen der heutigen Zeit, die Erinnerungen der Charaktere an ihre Familienerlebnisse und die Großeltern, die Treffen und Besuche mit den anderen Teilen der Familie haben mir gefallen und sind in großen Teilen sehr lesenswert.
Dabei hat die Autorin allerdings keinen leichtgängigen Stil gewählt. Der Tonfall des Romans ist durchweg melancholisch, traurig, verzweifelt, nachdenklich und nur selten mit Humor durchsetzt. Das macht es einem nicht immer einfach, dabei zu bleiben und weiterzulesen. Es ist kein Buch, das eine zwingende Spannung aufbaut oder alleine durch übertriebene Szenen die Handlung vorantreibt. Es ist ein leises Buch, das aber umso mehr durch die Analyse der Personen, der schönen Sätze und der interessanten Geschichte durch die Trennung der deutschen Staaten begeistert. Auch der Umgang mit Leid und Erfahrungen nach dem Krieg ist ein großes Thema. Das ist real und glaubwürdig beschrieben. Auch wenn ich persönlich keine ähnlichen Familienerfahrungen habe, konnte ich mir das Beschriebene gut vorstellen und bin zu vielen Fragen auch nachdenklich geworden. Auch ich lebe mit vielen Erinnerungen an meine Familie, an meine Verwandten. Diese Erinnerungen resultieren aus dem, wie ich in meiner Familie selbst erlebt habe, was mir Personen erzählt oder über andere erzählt haben. Daraus sind meine Bilder und Wahrheiten der Vergangenheit und der Familie entstanden. Wieviel davon aber entspricht wirklich der Realität? Oder welches Bild von einem selbst besteht bei anderen?

Fazit: Der Roman von Gisa Klönne ist ein tolles Werk, das mich nachhaltig beschäftigt. Es ist nicht einfach zu lesen und man muss sich auf die Geschichte und das Thema einlassen. Die schöne Sprache, die leisen und gut beobachteten Beschreibungen führen jedoch zu einem intensiven und aussagekräftigen Lesegenuss.
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am 30. März 2013
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Beschreibung des Buches

Der Roman „Das Lied der Stare nach dem Frost“ von Gisa Klönne ist als Hardcover-Buch im Pendo Verlag erschienen. Auf dem Titelbild sieht man eine Frau, gelehnt an einen Zaun, die eine in der Ferne stehende Kirche betrachtet. Das Titelbild passt gut zum Inhalt des Buches. Das Buch umfasst 479 Seiten. Es ist in mehrere größere Abschnitte unterteilt. Die Kapitel beschreiben abwechselnd die vergangenen Jahre aus der Sicht des Großvaters, eines Pfarrers bzw. der Großmutter und aus Sicht der Hauptprotagonistin Rixa, die in der heutigen Zeit lebt. Die Autorin ist bisher als Krimiautorin in Erscheinung getreten. Hier hat sie einen Familienroman veröffentlicht.

Kurze Zusammenfassung

Rixa, die auf einem Kreuzfahrtschiff musiziert, reist nach Berlin, weil ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Als sie die Wohnung der Mutter auflösen und ihre Beerdigung organisieren muss, macht sie sich Gedanken um ihre Herkunft und ihre Familie. Ist doch Rixas Bruder Ivo Jahre zuvor an der gleichen Stelle verunglückt, wie ihre Mutter jetzt. Ihre Nachforschungen reichen zurück bis in das zweite Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. So nach und nach kristallisieren sich unglaubliche Dinge heraus und Rixa tappt zunächst nach und nach immer mehr im Dunkeln….

Mein Leseeindruck

Am Anfang machte mir der Schreibstil der Autorin ein wenig zu schaffen. Doch je mehr ich mich in die Geschichte einlas, desto mehr konnte ich mich mit diesem Stil anfreunden. Der Wechsel der Protagonisten/der Sichtweise auf die Familienverhältnisse gestaltete sich immer spannender.
Ich konnte das Buch irgendwann einfach nicht mehr weglegen. Auch die geschichtlichen Eckdaten trugen zum Verständnis der Figuren und ihres Verhaltens bei.

Fazit

Mir hat dieser Roman unheimlich gut gefallen. Er enthält geschichtliche Daten und zeigt gleichzeitig die Lebensverhältnisse der Menschen im Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Aufarbeitung der heutigen Generation ist noch immer nicht abgeschlossen. Aber die Protagonistin hat versucht versöhnlich mit den entdeckten Geheimnissen umzugehen.
Ich gebe diesem Buch fünf Sterne.
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