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5.0 von 5 Sternen Spannend und brillant geschriebener Roman
Spannender kann man das Leben des berühmten Malers Caravaggio nicht beschreiben. Von den ersten Sätzen an zieht Tilman Röhrig den Leser mitten hinein in seinen Roman, der überraschenderweise nicht im 16.Jahrhundert beginnt, sondern im Jahr 1969! Ein Gemälde von Caravaggio wird in Palermo geraubt. Wer waren die Diebe, in wessen Auftrag handelten...
Veröffentlicht am 9. September 2009 von Begae

versus
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einblicke in ein Künstlerleben
Seit langem habe ich mal wieder einen historischen Roman gelesen, musste aber feststellen, dass dies anscheinend nicht (mehr) mein Genre ist. Und dabei hatte ich an Caravaggios Geheimnis weniger auszusetzen als an vielen anderen, konnte ihm aber leider auch nicht viel abgewinnen.
Anfangs musste ich etwas mit Röhrigs Stil kämpfen, als ich mich einmal daran...
Veröffentlicht am 7. Oktober 2009 von Lina


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und brillant geschriebener Roman, 9. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Spannender kann man das Leben des berühmten Malers Caravaggio nicht beschreiben. Von den ersten Sätzen an zieht Tilman Röhrig den Leser mitten hinein in seinen Roman, der überraschenderweise nicht im 16.Jahrhundert beginnt, sondern im Jahr 1969! Ein Gemälde von Caravaggio wird in Palermo geraubt. Wer waren die Diebe, in wessen Auftrag handelten sie? Kann das Bild wiedergefunden werden? Nicht weniger aufregend ist der Blick zurück auf das Leben von Caravaggio, der sich in der Kunstwelt erst nach fürchterlichen Demütigungen und Intrigen einen unbestreitbaren Namen erkämpfen kann. Hinter der Genialität des Malers entdeckt man einen verletzlichen und zugleich impulsiven Menschen, dessen - für ihn letztendlich selbstzerstörerischen - Reaktionen man dennoch verstehen kann. Man kommt dem Künstler und Menschen Caravaggio nahe, fast so nahe wie Paola, die ihn trotz schmerzlicher Trennungen und Enttäuschungen wahrhaftig grenzenlos liebt. Doch kann sie ihn vor den Neidern schützen? Sein Leben retten, nachdem er im Streit einen Menschen getötet hat? Zu viel will ich nicht verraten - mich hat dieser in einer wunderschönen klaren Sprache geschriebene Roman von Tilman Röhrig jedenfalls mehr als ein Krimi gefesselt und zutiefst berührt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ins rechte Licht gerückt, 29. Juli 2011
Von 
Giuseppe Gerhards - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Caravaggio ist ein kleiner Ort in der Lombardei und durch den Maler gleichen Namens weltberühmt geworden. Wie damals üblich (Leonardo kommt selbstredend aus da Vinci) gibt die Herkunft die Blaupause für den Mythos. Michelangelo Merisi ist der bürgerliche Name dieses umtriebigen, impulsiven und leidenschaftlichen Malers, dem Tilman Röhrig einen preisgekrönten Beststeller modelliert. Ein Roman, der so pulsierend und kraftvoll ist, wie der Maler und dessen Werke selbst: laut, jähzornig, vulgär und unglaublich authentisch. Fast fünfhundert opulente Seiten, die einen in die italienischen Staaten des ausgehenden 16. Jahrhunderts mitnehmen, in denen Technik und Gesellschaftsformen in mancherlei Hinsicht noch ganz unterentwickelt und zart knospend waren, in denen aber Liebeslust, Lebensdramen und soziales Miteinander nicht weniger oder mehr aufwühlend und erregend gewesen sind wie heute.
Aus solcherlei Gründen faszinieren historische Romane: einerseits greifen sie, wie jede gute Literatur, die pointierten Affektionen, Wünsche, Depressionen, Stimmungen und Möglichkeiten der Leser auf und geben Raum für Kongruenz und charakterliche Selbstbestimmung. Andererseits aber transportieren sie die Gerüche und Geschmäcker einer vierhundert Jahre alten Zeit und zeichnen die Impressionen der Zeit auf. Imaginative Traumreisen und historische Faktizitäten segeln auf dem Meer der höchsten Kunst, die Röhrig nach vielen Jahren als Schauspieler und Schriftsteller mittlerweile perfektioniert hat.
Nach Schauspielausbildung und Bühnenpräsenz begann Röhrig in den 1970er Jahren mit Kinder- und Jugendbüchern, die schon damals auf prosaischer Grundlage erklären und helfen wollten - historische Fachbücher oder Unterrichtsmaterialein stammten aus seiner Feder. Je reifer, desto vollmundiger verschenkt er nun den prallen Zauber als umfassender Schriftsteller, der mit diesem Roman das große Publikum erreicht hat. Die Story ist fesselnd, der historische Bezug naheliegend und Röhrigs Schreibe schnell, klar, logisch und ohne ausschweifende Pausen oder schlimme Satzkonstruktionen.
Der Roman beginnt in Micheles Jugend in Caravaggio und berichtet von dem schicksalshaften Gefühlsausbruch nach dem Tode der großväterlichen und väterlichen Vorbilder. Seine Jugendfreundin Paola bewirft er mit einem Stein und fügt ihr eine lebenslang, nicht zu verheilende Narbe zu. Doch trotz Narbe bleibt Paola seine Freundin und mehr ' denn diese leidenschaftliche Liebe mit all ihren Irrungen und Wirrungen ist Teil des Handlungsstranges, die den Maler von seiner Heimat über Mailand nach Rom begleitet. Beschrieben wird natürlich in erster Linie der künstlerische Werdegang in Akademien - bei strengen und verdorbenen Lehrmeistern oder bei profitgierigen Ausbeutern -, kombiniert mit persönlichen Schicksalsschlägen und vor allem dem ruhelosen Charakter dieses Malers, der alle Nase lang die Fäuste vors Gesicht nimmt und sie drohend dem Gegenüber ballt.
Überhaupt ist diese Aggressionsgebärde ein zentrales Merkmal dieses Werkes. Wann immer Menschen (Caravaggio ganz besonders, aber auch nahezu alle andere Charaktere, seien sie sonst auch noch so ruhig) jemandem anderen sagen wollen, das sie mit dessen Gehabe nicht einverstanden sind, so drohen sie mit den Fäusten und mitunter schwingen sie sie auch. Gerade diese kleine Geste mit großer Wirkung ist ein wunderbarer Schachzug Röhrigs, der, im Gegensatz zu vielen anderen historischen Romanen, hier wirklich Welten und Verhaltensweisen zeigt, die in einer anderen Zeit stattfanden und die heute so nicht mehr möglich sind.
Viele andere haben dieses Werk bereits ausgiebig belobigt und an dieser Stelle mag man sich bedingungslos anschließen. Ein packender, heißer, aufwühlender Roman, der nicht nur Lust macht, Röhrigs Oeuvre kennen zu lernen, sondern auch sich tief in die schattierte und unheimlich realistische Welt der Gemälde Caravaggios einzulassen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein begnadeter Maler und ein Hitzkopf..., 23. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
ist Michelangelo Merisi aus Caravaggio, genannt Michele oder in Künstlerkreisen Caravaggio. Sein Leben wird geschildert: Wie er aufwuchs und Paola kennenlernte, mit der ihn eine Jugendliebe verbindet, wie er in Lehre bei einem Künstler geht. Seine Frustration darüber, sich seine Meriten mit einfachen Porträtmalereien verdienen zu müssen, ohne sich künstlerisch entfalten zu dürfen. Seine Liebe zu Mario, seinem Lieblingsmodell, und weiteren hübschen Knaben. Und schließlich: Sein künstlerischer Durchbruch und sein jäher , früher Tod.

Leider wirkt vor allem die Person des Caravaggio überzeichnet. Keine Gelegenheit wird ausgelassen, sein heißes Temperament durchscheinen zu lassen, welches ihm schließlich den Tod bringen wird. Stellenweise wirken auch seine reiche Tante, Mario und Paola flach und auf wenige Charakterzüge beschränkt. Zudem sind die ersten 150 Seiten (zumindest für mich) nicht wirklich packend gewesen. Die Geschichte nimmt erst ab dort Fahrt auf.

Dieser historische Roman überzeugt jedoch trotzdem durch verschiedene Qualitäten: Sein Stil ist gekonnt an die Zeit um 1600 angepasst, jedoch gut lesbar- Zudem erscheint kein Wort zu viel zu sein und keines zu wenig. Röhrig schafft es, eine fesselnde Grundstimmung aufzubauen, die es dem Leser ermöglicht in die Zeit tief einzutauchen und sich in die Personen gut einzufühlen. Die Thematik des Buches, Kunst und, im weitesten Sinne, kirchliche Verstrickungen, ist interessant erarbeitet und erschließt sich dem Leser gut ohne ihn zu langweilen oder mit zu viel Fachwissen zu überfordern.

Weitere Pluspunkte: Die Rahmenhandlung, die den Plot in der "Neuzeit" verankert, ist interessant gewählt und bietet dem Autoren die Möglichkeit, die historische Handlung zu konkretisieren. Des weiteren ist die Ausstattung des Romans edel, das Cover und auch der Druck auf der Innenseite des Buchdeckels (Caravaggios "Nativitá") ergänzen die Lektüre wunderbar. Ein goldenes Lesebändchen macht "Caravaggios Geheimnis" zu einer stilvollen Lektüre.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einblicke in ein Künstlerleben, 7. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Seit langem habe ich mal wieder einen historischen Roman gelesen, musste aber feststellen, dass dies anscheinend nicht (mehr) mein Genre ist. Und dabei hatte ich an Caravaggios Geheimnis weniger auszusetzen als an vielen anderen, konnte ihm aber leider auch nicht viel abgewinnen.
Anfangs musste ich etwas mit Röhrigs Stil kämpfen, als ich mich einmal daran gewöhnt hatte ließ sich das Buch aber flott lesen. Leider konnten mich weder die Handlung noch die Protagonisten fesseln, alles blieb mir zu oberflächlich und mittelmäßig. Schon der Einstieg über den Raub der Natività 1969 war etwas holprig und die Rahmenhandlung meiner Meinung nach überflüssig. Der darin vorkommende Hinweis auf Caravaggios 400. Todestag im nächsten Jahr lieferte mir immerhin die ungeschönte Erklärung für das Erscheinen des Romans.

Die Quellen, die es heute zu Caravaggios Leben gibt, sind umfangreich und man merkt, dass Röhrig gut recherchiert hat. Wenn es darum geht zu zeigen welche Modelle Caravaggio bevorzugte oder welchen Regeln das Mäzenatentum folgte bleiben kaum Fragen offen. Interessant wird es besonders dann, wenn der Autor dem Maler oder seinem Mäzen die Deutung eines seiner Gemälde in den Mund legt. Doch schon die Einblicke in den Maleralltag sind weniger detailliert, und wenn es um die allgemeine Atmospäre im zeitgenössischen Rom geht verliert Röhrig sich in Klischees und Oberflächlichkeit. Die Zeitgeschichte selbst findet nur am Rande Erwähnung, am meisten noch im Prozess um Giordano Bruno. Sobald jedoch Sex ins Spiel kommt werden Röhrigs Beschreibungen wieder konkreter - doch ständige explizite Szenen lassen weder die Atmosphäre dichter noch die Figuren tiefer werden.
Die Protagonisten bleiben größtenteils flach, die wenigsten machen eine Entwicklung durch - allen voran Caravaggio selbst. Zwar bringt er es als Maler zu beachtlichen Erfolgen, doch menschlich tritt er leider arg auf der Stelle. Schon als Kind zeigt er die Charakterzüge, die es ihm als Erwachsenen schwer machen werden. Mich würde wirklich interessieren, was Röhrig zu der Entscheidung veranlasst hat, seine Hauptfigur so unsympathisch darzustellen: er ist egoistisch, agressiv und jähzornig, er säuft, prügelt und verleumdet. Er will alles aus eigenem Antrieb schaffen, ist beim Scheitern aber umso mehr auf die Hilfe anderer angewiesen, die er jedoch immer wieder durch sein Handeln verletzt. Zwar gibt es auch Momente, in denen sein Gerechtigkeitssinn oder seine Liebe zu Paola oder Mario durchkommen, aber diese Augenblicke haben immer auch einen Beigeschmack der Schwäche. Doch wahrscheinlich trifft die Aussage zu, die an einer Stelle fällt: dass Caravaggio nicht der Maler gewesen wäre, der er war, wäre er ein anderer Mensch gewesen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, interessant und sehr lehrreich., 17. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Michelangelo Merisi da Caravaggio war das, was man heute vermutlich als ADS-krankes Kind einstufen würde. Ein leidenschaftlicher, ungeheuer schnell erzürnbarer Mensch, der im Leben eigentlich immer nur eines wollte: das malen, was schon in seinem Kopf war. Seine abgebildeten Menschen sollten, wie ihn Tilman Röhrig in seinem wunderbaren Roman (nicht wörtlich zitiert) sagen läßt irgendwo herkommen und auch wieder irgendwo hingehen. Das heißt, er wollte Spannung und Bewegung in seinen Bildern und vor allem durch das richtige Malen von Licht. Alles andere war ihm zu hölzern, zu langweilig, zu starr.

Als kleiner Junge durch den fast gleichzeitigen Tod des geliebten Großvaters und Vaters allein gelassen, wurde sein Maltalent zwar finanziell von seiner Mutter durch Schulung bei einem anerkannten Maler gefördert, ansonsten aber war er sich zu stark selbst überlassen. Er wuchs in einer Welt auf, die recht verkommen war und von jeglicher Art von ausgeübter Gewalt nur so strotzte, vor allem von Männern ausgeübt, die später in Rom auch vor billigen Intrigen nicht zurückschreckten. Von den Frauen in seinem Umfeld wird er grundsätzlich geliebt, vor allem von Paola, seiner Jugendliebe von Kindesbeinen an.

Nach dem Tod seiner Mutter pilgert er nach Rom um dort seine Karriere zu starten. Doch die Gesellschaft Roms funktioniert durch Schmierereien in jeder nur möglichen Hinsicht und Caravaggio durchschaut zwar, wie er sich profilieren könnte, lehnt solche schmutzigen Wege aber strikt und für sich ab.
Der Dick- und Hitzkopf und ergeizige Caravaggio läßt sich nur ungern fördern und möchte sich alles selbst durch sein Können, von dem er von Anfang an fest und zu Recht überzeugt ist, erarbeiten und sich dadurch Anerkennung erwerben. Durch sein Selbstbewußtsein und Erwähnung seiner Gönnerin erhält er endlich Zugang zur Werkstatt und Akademie des berühmten Malers Guiseppe Cesari d'Arpino und kann endlich sein Können unter Beweis stellen. Aber ständig nutzen andere sein Talent schamlos aus undfür sich selbst aus und profitieren davon.
Schließlich verläßt er die Akademie, versumpft regelrecht und durch sein hitziges Temperament steht er sich selbst auch immer mehr im Wege, bis es unweigerlich zur Katastrophe (einer Tötung im Affekt) kommt und aus dem Künstler ein gehetzter Mensch wird.

Tilman Röhrig schafft mit seinem wunderbar geschriebenen Roman nicht nur ein Psychogramm des Ausnahmekünstlers, der sogar Rubens, Vermeer, Rembrandt und Velásquez beeinflußt hat, sondern zeichnet auch ein pralles, lebendiges Sittengemälde der korrupten Gesellschaft Italiens des 16. Jahrhunderts.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen langatmig und zäh, 2. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Michelangelo Merisi, besser bekannt als Caravaggio. Ein sehr eigensinniger und sturer Künstler, der in seiner Ausbildung immer im Hintergrund stand und nie zeigen konnte, was wirklich in ihm steckt. Sein Meister trug ihm nur einfache Arbeiten auf und als er sich für eine Arbeit bei einem angesehenen Architekten Roms bewirbt, sinkt er weiter in der Gunst seiner Malerkollegen.
Die Wege einer Freundin aus früher Kindheit und ihm kreuzen sich. Mit ihr fängt er ein Verhältnis an, doch dieses wird durch das Verhältnis zu seinem Modell Mario zerstört.

Selten gebe ich ein Buch auf. Doch hier war es soweit. Bis Seite 258 habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass mich das Buch doch noch fesseln könnte. Leider vergebens.
Der Anfang ist langatmig und zäh. Mit den Seiten wurde Röhrings Sprachstil anstrengender zu lesen, sodass ich öfter Pausen machen musste. Spannung kam dabei keinesfalls auf. Gehäuft gab es Einblicke gewaltsamer Ausbrüche und Sex mit Mario. Das zusammengenommen ist nicht was ich mir durch den Einblick der Leseprobe erhofft hatte. "Der mühsame Aufstieg eines verkannten Genies und die gefährlichen Abgründe des Ruhms" heißt es auf dem Buchdeckel. Der "mühsame Aufstieg" allein hat mir gereicht, sodass mir die "Abgründe des Ruhms", so wie auch sein Geheimnis nie offenbart werden.
Leider stellte sich dieses Buch als ein Flop heraus. Da kann ich nur froh sein, dass ich dieses Buch nicht gekauft habe, sondern zum rezensieren zur Verfügung gestellt bekam.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lebendig, dramatisch, packend, 22. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich schließe mich gern der Rezension von Margot Klein an - ein wundervolles Buch, das Caravaggio in neuem Licht darstellt und neugierig auf die Werke dieses lebenshungrigen Malers macht. Wenn ich jetzt im Museum vor einem Caravaggio stehe, denke ich ganz sicher an sein dramatisches Leben! Sehr zu empfehlen!
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weit war der Weg und steil, 10. September 2009
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Im nächsten Jahr gedenkt die Kunstwelt des 400. Todesjahres von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610). Und so ist sicher kein Zufall, dass Tilman Röhrig - ein Meister darin, für seine Bücher immer wieder ein spannendes Sujet zur rechten Zeit zu finden - einen farbenprächtigen und fantasiereichen Roman über den in der Kunstgeschichte kontrovers diskutierten Maler des Frühbarock geschrieben hat. Er erzählt darin die Geschichte vom anfangs verkannten Genie, das in mühevoller und gefährlicher Weise seinen Aufstieg betrieb, um dann die Abgründe des Ruhms kennen zu lernen.

Röhrig schafft sofort Nähe zu seinem Protagonisten, indem er mit dem spektakulären Raub des Caravaggio-Gemäldes "Natività" am 17. Oktober 1969 aus einer Kirche in Palermo beginnt und von da aus den Weg zurück zu Leben und Werk des Meisters findet. "Weit war der Weg und steil", den der Künstler gehen musste. Eigenwillig, zornig, von sich selbst überzeugt und teilweise gewaltsam versucht Caravaggio zum Erfolg zu kommen. Gewalt, die ihm auch angetan wird. Denn sehr schnell merkt die Kunstwelt, welches Potential in dem jungen Künstler steckt. Aber auch welche Gefahr. Ist doch sein Stil revolutionär und für ihr eigenes Schaffen gefährlich. Wagt sich Caravaggio doch, die vermeintlichen Grenzen der Malerei zu überschreiten und neue künstlerische Horizonte zu eröffnen. "Ich zeichne auf meinen Bildern einfache Leute. Die haben mehr Leben im Gesicht.", heißt es an einer Stelle im Roman.

Konflikte also mit den Kollegen, Konflikte auch mit der mächtigen Kirche, die sich in dieser Zeit sowohl als Förderer als auch als Verhinderer erweist. Und dies nicht immer mit den vornehmsten Mitteln. Dennoch gelingt es Caravaggio, Mäzene zu finden, die seine provozierenden Gemälde aus Licht und Schatten und mit fragwürdigen Modellen kaufen und empfehlen. In dieser ohnehin komplexen Situation steht sich der Künstler selbst im Wege. Licht und Schatten auch bei ihm. Sein anstößiger Lebenswandel, seine brutalen Schlägereien, seine sexuellen Eskapaden, seine Sauferei, aber auch seine große, lebenslange Liebe zu Paola - Caravaggio ist ein Mensch mit allen seinen Widersprüchen. Denn es gibt auch den sensiblen Liebhaber, den gütigen und den verletzlichen Menschen. Ein Geheimnis umgibt den Maler. Hat der Autor es entschlüsselt?

Es ist die Kunst von Tilman Röhrig, nicht nur den aufregenden Lebensweg des Künstlers, der nach seinem Aufstieg einen fatalen Abstieg erleben und letztlich bis zum Tode erleiden muss, spannend "auszumalen"; er zeigt uns auch den Künstler, der geliebt und gehasst, der krank an Seele und Leib in schon fast obsessiver Weise ein immenses Werk schafft. Er skizziert aber auch in wunderbaren Szenen ein grandioses Zeit- und Sittennbild des 16./17. Jahrhunderts.

Am Ende seine brillanten Romans führt uns der Autor wieder in unsere Wirklichkeit zurück. Das gestohlene Gemälde ist bis heute nicht gefunden. Der Künstler aber ist uns - dank Tilman Röhrig - sehr gegenwärtig geworden.
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2.0 von 5 Sternen Nicht wirklich empfehlenswert, 29. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Da ich heuer eine Reise nach Florenz, Pisa und Rom plane, habe ich mir gezielt vier Romane über Italiens Künstler im 15/16en Jahrhundert besorgt. Drei davon waren sehr gut, Michelangelos Biografie hat meine Erwartungen sogar übertroffen, aber „Caravaggio's Geheimnis“… fand ich nicht wirklich gut.

Erstens gabs mal gar kein Geheimnis, zumindest entdeckte ich Keines. Die Charaktere waren eher langweilig und flach, irgendwie nicht real und sie machten in zwei Jahrzehnten keine Entwicklung durch, auch Caravaggio selbst nicht.
Den Caravaggio selber verstand ich die meiste Zeit nicht, warum reagiert so, warum handelt er so, was denkt er sich dabei, als würde er gar nichts denken. Aber auch die Paola und Mario verstand ich nicht. Die Liebesgeschichten sind nicht gerade aufregend, Spannung gleich null, die Sätze oft missverständlich. Es gefielen mit lediglich die Scenen wo der Künstler malt.
Die sozialen Gegebenheiten dieser Zeit sind nicht schlecht dargestellt wenn auch eher das negative in Vordergrund steht.
Ich hab das Buch mit Mühe fertig gelesen weil ich auf etwas gewartet habe das nicht wirklich eintrat.
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4.0 von 5 Sternen Ein gelungenes Portrait, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman handelt vom Leben des Malers Michelangelo Merisi aus Caravaggio. Schon als kleiner Junge ist er bekannt für seine Wutausbrüche, mit denen er sich allerorten Feinde schafft. Einzig Paola, die er von klein auf kennt und die Familie, der sie dient, halten stets zu ihm. In der Lehrzeit wird er nicht immer gerecht behandelt und muss auch "Zudringlichkeiten" von seiten des Gesellen über sich ergehen lassen, die seine sexuellen Neigungen nachhaltig prägen. Überhaupt scheint sich im Rom jener Zeit fast jede höhergestellte Persönlichkeit einen "Lustknaben" zu halten. Aber dies nur nebenbei bemerkt. Nach einem langen Fußmarsch endlich in Rom angekomen, will er aus eigener Kraft den Aufstieg zum inneren Zirkel der Maler schaffen und lehnt nicht nur diverse Hilfsangebote ab, sondern setzt sich auch immer wieder über die "Regeln" der "Alpha"-Maler hinweg. Was natürlich auf wenig Gegenliebe stösst... Nicht nur einmal muss er Angriffe sowohl gegen ihn selbst als auch gegen seine Kunst fürchten oder gar ertragen. Als er schließlich bei einer großen Prügelei in Notwehr seinen Feind ersticht, muss er aus Rom fliehen und findet fortan keine Ruhe und keine neue Heimat mehr. Weder bei seinem "Milchbruder" Fabrizo in Neapel, noch bei den Kreuzrittern auf Malta, nicht bei Mario und dessen Familie und auch nicht in einem Kloster in Palermo. Endlich erhält er die Nachricht, dass der Landesverweis (aus Rom) gegen ihn aufgehoben wird und er zurückkehren kann. Und so begibt er sich auf seine letzte Reise...

Tilman Röhrig hat einen sehr detaillierten und gut recherchierten historischen Roman geschrieben, dessen Charaktere lebendig werden und in dem man so manches über die Entstehung der Gemälde Caravaggios erfahren kann. Die ganze Lebensgeschichte Caravaggios ist eingebettet in den Bericht über den Diebstahl der "Natività", deren Verbleib bis heute ungeklärt ist. Alles in allem ein sehr gelungener Roman, der mir gut gefallen hat; aber das Tüpfelchen auf dem i hat für mich leider gefehlt. Denn obwohl ich das Thema ansprechend und interessant fand, hat es mich nie sonderlich dringend zum Lesen gezogen, ja teilweise musste ich mich fast schon zwingen. Aber ich denke, das ist eine persönliche Sache, Röhrigs Schreibstil liegt einfach nicht zu 100% auf meiner Wellenlänge, mag jemand anderem ganz anders ergehen.
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Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman
Caravaggios Geheimnis: Historischer Roman von Tilman Röhrig (Gebundene Ausgabe - 1. September 2009)
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