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99 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen für Freunde atmosphärisch dichter Krimis
Cassie und Rob sind ein Ermittlerduo bei der irischen Polizei. Sie sind attraktiv, erfolgreich und im Umgang miteinander wie junge Hunde. In vollkommener Negation jeder Möglichkeit von erotischer Anziehung scherzen und spielen sie miteinander und geben sich gerade in dieser Unbefangenheit sehr oft gegenseitig Halt und Stärke. Die Szenen, in denen die beiden sich...
Veröffentlicht am 14. Juli 2008 von Penthesilea

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gespaltene Meinung
Irgendwie habe ich eine gespaltene Meinung zu diesem Buch:
Wirklich gut fand ich die Verknüpfung des alten Falls aus Robs Kindheit mit dem aktuellen Fall: dem Tod der 12jährigen Katy und ihre Aufbahrung auf dem Opfertisch einer Ausgrabungssstätte. Auch dass die Aufklärung des Falls viele Kurven und Schlenker macht, viel versprechende Spuren dann...
Veröffentlicht am 18. August 2012 von Kasimar


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99 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen für Freunde atmosphärisch dichter Krimis, 14. Juli 2008
Cassie und Rob sind ein Ermittlerduo bei der irischen Polizei. Sie sind attraktiv, erfolgreich und im Umgang miteinander wie junge Hunde. In vollkommener Negation jeder Möglichkeit von erotischer Anziehung scherzen und spielen sie miteinander und geben sich gerade in dieser Unbefangenheit sehr oft gegenseitig Halt und Stärke. Die Szenen, in denen die beiden sich frozzelnd aufziehen, sind gelungen, originell und amüsant, auch wenn man als Leser darauf wetten möchte, dass es nicht ewig bei diesem unschuldigen Verhältnis bleibt. Doch zunächst gibt es einen kniffligen Fall zu bearbeiten. Auf einem Opferaltar, der sich mitten in einer Ausgrabungsstätte befindet, wird eine Zwölfjährige gefunden. Erschlagen und vergewaltigt.
Cassie und Rob übernehmen den Fall, auch wenn Rob den Tatort besser kennt, als ihm lieb ist, denn er war als Kind in ein Verbrechen verwickelt, das sich an eben dieser Stelle zugetragen hat. Dieses Verbrechen ist bis heute ungeklärt, vor allem weil Rob selbst infolge einer umfassenden Amnesie nichts zur Aufklärung beitragen konnte. Allerdings weiß außer Cassie niemand von dieser Geschichte.
Im Lauf der Ermittlungen kommen Robs verschüttete Erinnerungen langsam wieder an die Bewusstseinsoberfläche. Und diese Passagen, die Beschreibungen der wilden Kinderspiele inmitten einer urwaldartigen, unberührten Natur, gehören zum Poetischsten, was man derzeit in der Krimiszene lesen kann. Der Roman nimmt sich sehr viel Zeit, um diese einzigartige Atmosphäre heraufzubeschwören - und das tut ihm gut, zumal die Spannung über mehr als 600 Seiten nicht nachlässt, gilt es doch, eine Fülle von Spuren zu verfolgen.
"Grabesgrün" ist ein echter Pageturner für Freunde atmosphärisch dichter Krimis und bietet zudem ein mutiges Ende, denn nicht alles wird am Schluss aufgeklärt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gespaltene Meinung, 18. August 2012
Irgendwie habe ich eine gespaltene Meinung zu diesem Buch:
Wirklich gut fand ich die Verknüpfung des alten Falls aus Robs Kindheit mit dem aktuellen Fall: dem Tod der 12jährigen Katy und ihre Aufbahrung auf dem Opfertisch einer Ausgrabungssstätte. Auch dass die Aufklärung des Falls viele Kurven und Schlenker macht, viel versprechende Spuren dann doch im Sand verlaufen, während scheinbar unwesentliche Informationen zur Lösung beitragen, hat mir gefallen.
Nicht immer leicht fand ich die Sprache, vor allem zu Anfang des Buches war ich fast geneigt dieses wieder weglegen, auch am Ende ging es mir so, während zwischendurch das Lesen ganz einfach war.
Schwierigkeiten hatte ich mit der Hauptfigur Rob und seiner Rolle. Ich mag so Verknüpfungen von Päckchen aus der Vergangenheit mit aktuellen Ereignissen, aber irgendwie scheint mir das hier nicht immer gelungen, Rob hat für mich zu viele Gesichter. Vor allem die ganze Freundschaft zu Cassie (und deren Ende) passen irgendwie nicht ins Bild, wenn das nicht gewesen wäre, hätte das Buch auch um locker 200 Seiten dünner sein können.
Ich bin hin und her gerissen, vielleicht muss ich Teil 2 lesen, um Teil 1 besser verstehen zu können.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lösung am Ende?, 31. August 2012
Nach den ersten zehn mühevollen Seiten, die ich brauchte, um mich auf den überbordenden, aber hervorragenden Schreibstil einzulassen, hat dieses Buch Dynamik entwickelt. Die letzten dreihundert Seiten habe ich an zwei Tagen verschlungen.

Das Ende ist ein wenig verstörend, aber ich glaube, man kann es sich selbst erschließen, wenn man die Ausführungen der zweiten Ermittlerin, Profilerin Cassie, aufmerksam liest. Da nun jeder selbst interpretieren kann, ob ich recht habe oder nicht, würde ich jetzt meine Version des Endes schildern. Lest das Buch einfach selbst und zieht eure eigenen Schlüsse.

[SPOILER!]

Ich glaube, der Protagonist ist genau der Psychopath, den Cassie beschreibt. Sie weiß das eigentlich. z.B. erzählt sie ihm von dem Typen, der sie im Studium belästigt hat, mit seltsamen Blicken, mit Andeutungen … Und gegen Ende wird deutlich, wie wenig Adam fühlt, wie unzulänglich er ist, wie egoistisch, wie gern er die Fäden in der Hand hält. Nicht zuletzt, wie gestört er sich Cassie gegenüber verhält.

Es wird an einer Stelle in den Raum geworfen, dass Adam damals selbst die anderen beiden Kinder umgebracht hat. Er ist ein Psychopath, warum nicht? In seinen Erinnerungen bricht er immer an den Stellen ab, wo er alles zugeben müsste. Er hat das Blut seines Freundes im Schuh. Wie soll das dort hineingekommen sein, wenn er die Tat nicht selbst verübt hat? Wie er den beiden nachläuft, durch den Wald, wird zwei Mal beschrieben, es scheint davon zwei Versionen zu geben, und je nach seiner funktionierenden oder mal weniger funktionierenden Verdrängung schaltet er um. Vergessen wir nicht, wer uns den ganzen Fall schildert.

Geht man davon aus, dass er es war und dass man ihm nicht alles glauben darf – wie er selbst am Anfang zugibt – hat man ein überzeugendes Ende des Buches, und dann ist es ein Meisterwerk. Allein, wie er kurz vor Schluss sagt, er hätte uns gewarnt, dass er lügt (und sich bloß auf irgendeine kleine Lüge bezieht …), ist richtig, richtig fies.
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47 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unbefriedigend, 28. Oktober 2010
Von 
Columbo oder Miss. Marple? Eine Frage die sich jeder Autor von Kriminalromanen stellen muss. Präsentiere ich den Mörder gleich zu Beginn der Geschichte, weihe den Leser also ein, und lasse ihn dann beobachten, wie die Ermittler Stück für Stück ihre Schlinge um den Hals des Mörders zuziehen. Oder aber lasse ich den Leser im Dunkeln und stelle ihn den Ermittlern nebenan, damit der Leser selbst Fakten kombinieren kann und bis zum Ende selbst im Ungewissen bleibt.
Letztlich ist es Geschmacksache. Jede Variante hat ihre Stärken und Schwächen, denen sich ein Autor bewusst sein muss. Beherzigt es diese nicht, kann passieren, was Tana French passiert ist.
Nicht zu wissen, wer der Mörder war, wie das Verbrechen geschah und von welchem Motiv der Täter getrieben wurde, ist spannend, keine Frage. Doch muss der Leser dann bei der Stange gehalten werden. Immer wieder muss man ihm Häppchen zuwerfen, kleine Mosaiksteinchen finden lassen, damit vor allem eines nicht auftritt: Langeweile.
Potential hat der Fall allemal. Ein kleines Mädchen wird auf dem Altar einer Ausgrabungsstätte entdeckt. Der Fall wird von den Detectivs Rob Ryan und Cassie Maddox übernommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Rob vor 20 Jahren in genau diesem Wald ein traumatisches Erlebnis zuteil wurde. Er selbst kann sich nicht mehr daran erinnern, doch zwei seiner Freunde starben damals an diesem Tag, vor so langer Zeit. Immer wieder kommen Rob Erinnerungen aus dieser Zeit, immer mehr beginnt sich das Geschehne von damals ins Bewusstsein zu befördern. Neben dieser schrittweisen Erkenntnis ziehen sich die Geschehnisse des aktuellen Falls über weite Strecken des Buches zäh durch ein Aneinanderhäufen verschiedener Fakten. Dem Leser ist aber nie die Chance gegeben, wirklich mitzukombinieren. Natürlich, tägliche Polizeiarbeit mag so trist und erfolglos verlaufen, doch will der Leser keine reale Geschichte hören, er will unterhalten und gefordert werden. Die plötzlich offensichtliche Lösung lässt alles ganz schnell geschehen. Der Leser wird überrumpelt und auf einmal überschlagen sich die Ereignisse und nicht alles, aber vieles, liegt offensichtlich auf dem Tisch. Schade, dass der Leser um die Chance gebracht wird, selbstdenken tätig zu werden.
Leider bleibt auch das Interesse an den Figuren wage. Zu konstruiert und vor allem zu bekannt wirkt die Beziehung zwischen dem Ermittlerpaar; sie sind beste Kumpels, verstehe sich auch ohne Worte und doch kommt es im Laufe der Erzählung zu Problemen, über die an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gelegt werden muss.
Ganz allgemein kann es für Geschichten bereichernd sein, wenn sie zum Ende des Buches ein paar Fragen offen lassen. Doch darf es sich dabei nicht um Punkte handeln, die von Beginn an den Leser interessieren und die für ihn zentral sind. Ein paar kleine Gedankenanstöße, ausgelöst durch noch ungeklärte Dinge, lassen uns die Geschichte verinnerlichen, sie weiterdenken, uns sich mit ihr beschäftigen. Große Fragen, die jedoch unbeantwortet bleiben, wirken eher unbefriedigend. Und so schließt man am Ende das Buch mit einem unguten Gefühl voller unerfüllten Erwartungen.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr poetischer Thriller, lässt einen aber leider unzufrieden zurück., 21. Dezember 2008
Sehr poetischer Thriller, lässt einen aber leider unzufrieden zurück.

Eins muss man Tana French lassen: Sie versteht es, Athmosphäre zu erzeugen. Ihre Beschreibungen sind so anschaulich, dass man glaubt, dabei zu sein, damals, als die drei Kinder ihre wilde Zeit in und um Knocknaree verbrachten.
Die Handlung zu beschreiben, spare ich mir. Dazu wurde schon viel gesagt. Die Schilderungen der Ausgrabungen, der Tat, der anderen Menschen sind weit besser, als Durchschnitt.
Ich fand das Buch auch nicht zu lang, wenn man in "Vorfreude" auf die Aufklärung der beiden miteinander verwobenen Fälle hinliest.

Und so habe auch ich, genau wie andere Rezensenten hier, bis zur letzten Seite gehofft, dass sich das Rätsel um die beiden verschwundenen Freunde des Ermittlers doch noch aufklärt, habe auf einen Paukenschlag gewartet und beim nicht zu leugnenden Können der Autorin auch gehofft, dass ihr eine Überraschung gelingt. Seitdem ich das Buch weggelegt habe, bin ich von Tag zu Tag mehr verärgert darüber.
Mögen manche es mutig nennen, das Buch so enden zu lassen, ich finde es schäbig. Schäbig dem Leser gegenüber, denn die ganze Geschichte wird um dieses Rätsel herum gestrickt, lebt von diesem Geheimnis.
Das ist Betrug am Leser. Sehr, sehr schade, weil der zweite Handlungsstrang super aufgelöst wurde. Das ist Tana Frenchs Debüt. Dafür hatte sie leider schlechte Berater, weil sie super schreiben kann. Das hätten fünf Sterne werden können...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dickes Buch ohne Längen, 26. November 2008
Entgegen der Meinung anderer Rezensionen finde ich das Buch nicht zu lang. Es hat auch keine Längen, sondern ist interessant und kurzweilig geschrieben. Das Ermittler-Duo Cassie/Rob ist sympathisch und mir fiel es leicht, mich in die beiden hineinzuversetzen. Allerdings gewinnt die Geschichte erst in den letzten 150 Seiten richtig an Tempo und überrascht mit unerwartetem Ende...Buchstäblich "vom Hocker gerissen" hat mich das Buch jedoch nicht, deshalb nur 3 Sterne. In englischer Sprache ist mittlerweile schon ein Nachfolge-Roman ("The Likeness") herausgekommen, den ich vielleicht lesen werde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WDR Hörspiel aus dem Jahr 2011, 8. Juni 2012
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Sommer 1984 im Wald von Knocknaree nahe Dublin. Zwei Kinder verschwinden spurlos. Ein drittes, ein kleiner Junge, wird komplett verstört und katatonisch aufgefunden mit sehr viel Blut am Schuh.
20 Jahre später ist dieser kleine Junge selber Polizist und arbeitet bei der Mordkommission in Dublin, als erneut ein Kind in ebendiesem Wald bei ebendiesem Opferstein ermordet wird. Durch verkettung ungkücklicher Umstände bekommen Robert Ryan und seine neue Partnerin Cassie Maddox genau diesen Fall zugewiesen. Beide verschweigen Roberts Vergangenheit, denn Robert sieht darin seine Chance das das Rätsel von damals aufzuklären. Handelt es sich um seinen Serientäter, der 20 Jahre gewartet hat, um einen weiteren Mord zu begehen? Was geschah damals wirklich im Wald und was geschah diesmal?
Grabesgrün ist der Debütroman von Tana French und er ist kein klassischer Krimi. Er orientiert sich eher an modernen Fernsehserien und deren Aufbau. Da gibt es den Ermittler mit Vergangenheit. Diese Vergangenheit zieht sich als Bindeglied durch die (Buch-)Serie. Während er andere Fälle löst findet er dabei immer wieder Hinweise auf den ihn betreffenden Fall, der seine Kindheit prägte.
Dann gibt es da die Partnerin im Job, die langsam mehr wird, obwohl das nicht sein darf, was natürlich zu Spannungen führt. Und dann gibt es noch den aktuell ermittelten Fall. So gesehen ist diese Geschichte ein klassisch Moderner Krimi für ein Publikum, das mehr will als Mord und Ermittlung sondern das auch etwas über die Ermittelnden Personen, ihre Vergangenheit und Familie erfahren will. Teils wird das spannender und hält den Konsument eher bei der Stange als der tatsächliche Fall.

Martin Zylka setzte 2011 diesen Roman in ein 162 Minuten langes Hörspiel für den WDR um, das in drei Teilen gesendet wurde:
Auch unter dem Titel: Die Tat (1. Teil)
Die Nacht im Wald (2. Teil)
Die Entlarvung (3. Teil)

Die Sprecher sind durch die Bank weg sehr gut und mit sehr unterschiedlichen, gut voneinander unterscheidbaren Stimmen besetzt. Keiner klingt abgelesen oder auswendig gelernt, alle agieren lebensecht. Die Geräuschkulisse ist sparsam und unterstützend, der Soundtrack unauffällig und unaufdringlich. Das Hörspiel ist klassisch Dialogbasiert und ein erneutes Beispiel für die Radiokunst der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Blick in die Tiefe einer Seele, 27. Juni 2012
Spoilerwarnung zum Einen und zum Anderen: Dies ist meine dritte Rezension zu Tana Frenchs Romanen, siehe auch Totengleich und Schattenstill. Mit Grabesgrün beurteile ich nun das Buch, das ich vor zehn Minuten beendet habe.

Ich lese oft in Kritiken, Miss French sei keine Krimiautorin. Das stimmt. Sie schreibt KriminalROMANE. Das ist ein nicht allzu kleiner oder feiner Unterschied, denn während in Krimis auf relativ wenigen Seiten ein komplexes Labyrinth an möglichen Tätern und Motiven geliefert wird, und es in Thrillern bevorzugt spannend und blutig zugeht, sind Kriminalromane dazu gedacht, Hintergründe zu liefern, Einblicke in die menschliche Psyche und auch ein wenig mehr Anspruch als die meisten Krimis oder Thriller. Wer den Unterschied nicht kennt, sollte also bitte nicht herumjammern. Ich kann mir auch kein Fantasybuch kaufen und dann über mangelnde Logik jammern.

In Grabesgrün geht es um den Mord an einem zwölfjährigen Mädchen, das bald auf eine Ballettschule gehen sollte. Sie war beliebt, von ihrer Familie geliebt... Wer also würde sie umbringen? Diesem Fall geht Cassie Maddox nach, sowie Rob Ryan. Rob, der damals noch Adam hieß, hat in seiner Kindheit zwei Freunde verloren: Eines Tages, als sie im Wald spielten, kam Rob mit blutigen Schuhen und einem Trauma zurück. Seine Freunde nie mehr wieder. Der Mord an dem Mädchen weist einige Parallelen auf zu damals - aber Rob erzählt niemandem außer Cassie, wer er eigentlich ist. Auch nicht seinen Vorgesetzten. Es beginnt eine Odysee, um den Mörder zu finden.

Cassie ist hier vollkommen anders als in Totengleich. Fröhlicher, präsenter, wie ein quirliges kleines Mädchen, nicht die kalte Ermittlerin, die sie später sein wird. Rob und sie sind ein perfektes Team, rein platonisch. Ich fand sie als Paar sehr süß. Die Beziehung der beiden geht aus menschlichen und daher wohl auch vollkommen dummen Gründen in die Brüche und sie werden nie wieder ein Wort miteinander reden. Das ist schade, das wusste ich schon dank Totengleich, aber zumindest kennt man nun den Hintergrund auch. Dennoch... Hier hätte ich mir andere Entwicklungen gewünscht. Ich mag Sam sehr, aber Rob und Cassie... Das war irgendwie mehr. Nunja.

Abgesehen von der Lovestory war es hier schwer, den Täter zu erraten. Ich lag instinktiv richtig, was mich ein bisschen stolz macht, aber das wie und warum wusste ich nicht. Die geheime Strippenzieherin hatte ich auch gleich erkannt, aber das war wohl nicht so schwer. So oder so, der ganze Tathergang war schon sehr krass, hier gab es aber einen Mörder, der mir furchtbar leid tat - der abends mit seiner schwerkranken Mutter Scrabble spielt, bevor er früh schlafen geht - und eine Person dahinter, die ich verabscheut habe. Diese kleine, dreckige... Person. Ja. Hier wird nicht nur der Leser irre geführt, sondern auch alle Ermittler. Clever geschrieben also.

Positives: Der realistische Hintergrund, weswegen Cassie und Rob sich trennen; die Auflösung des Mordes; die meisten Charaktere, da diese sehr realistisch waren. Generell die gute Sprache, die Miss French von anderen Krimiautoren unterscheidet. Einige Textzeilen und Passagen, die sehr schön waren.

Negatives: Die Beziehung von Cassie und Rob - jedenfalls deren Untergang; das Motiv für den Mord; dass die wahre 'Böse' keine bessere Strafe bekommt, verdammtes Rechtssystem; das Ende des Buches, so niederschlagend. Dass es für Rob kein Happy End zu geben scheint.

Was ich noch ganz stark kritisieren möchte: Der Tod von Robs beiden besten Freunden wird gar nicht aufgeklärt, oder habe ich da was überlesen? Wieso gab es dazu keine Lösung? Okay, Trauma ist ja schön und gut (... Sie wissen schon), aber ich wollte da eine Lösung sehen, einen Zusammenhang, irgendwas. Enttäuschend also. Und die letzte Seite war mir irgendwie zu hoch, das Geschenk an Rob. Keine Ahnung, was da der tiefere Sinn war. Daher auch ein Punkt abzug. Ansonsten wie gewohnt gut, Miss French.

Aber allem Lob zum Trotz - ich brauche eine Pause von Kriminalromanen. Auf zu Game of Thrones...
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi der besonderen Art, 25. Juli 2011
Tana Frenchs Debütroman 'Grabesgrün'war für mich ein echtes Krimi-High ligh. DieSprache und der Stil dieses herausragenden Romans haben mich total begeistert. Ich war die ganze Zeit des Lesens mittendrin im Geschehen und irgendwie bin ich es noch immer. Ein starkes Debut.

Die Ermittler Cassie Maddox und Rob Ryan werden nach Knocknarre gerufen. Die Leiche eines kleinen Mädchen wurde auf dem Opferaltar einer Ausgrabungsstätte ermordet aufgefunden. Was niemand außer seiner Kollegin Cassie weiß, Rob verbindet mit Knocknarre ein schreckliches Kindheitserlebnis. Er war vor ca. 20 Jahren eines der 3 Kinder, die eines nachmittags in Knocknarre verschwanden. Er wurde tags darauf entdeckt, an einem Baum geklammert, mit Blut in den Schuhen, dass nicht von ihm stammte, in einem katatonischen Zustand. Er machte 36 Stunden lang keine selbständige Bewegung und sprach 2 Wochen kein einziges Wort. Der zweite Junge -Peter Savage - von ihm wurde nur die Armbanduhr gefunden und das Mädchen Germaine Rowan -genannt Jamie - blieben spurlos verschwunden.

Rob spricht nicht gerne über die Knocknarre-Sache, denn das würden nur zu sensationslüsternen Fragen nach seiner nicht existenten Erinnerungen führen. Rob hatte gleich nach dem Vorfall - er kam auf ein englisches Internat - seinen ersten Vornamen - Adam - abgelegt und so bringt ihn niemand mit diesen Geschehnissen in Verbindung. Er weiht auch seinen Vorsetzten nicht ein, damit ihm der jetzige Falle nicht entzogen wird.

Inwieweit die beiden Fälle in Verbindung stehen ist hier die Frage. Denn bei der Leiche des kleinen Mädchen - Katy Devlin - wird eine Haarspange der vor 20 Jahren verschwundenen Jamie gefunden.

Oder gibt es überhaupt keinen Zusammenhang? Hat der Mord an der kleinen Katy eventuell etwas mit dem Engagement des Vater zutun? Jonathan Devlin ist Vorsitzender einer Bürgeinitiative 'Verlegt die Schnellstraße' Liegt hier das Motiv? Es gab jedenfalls massive Drohanrufe. Cassie hat zudem das dumpfe Gefühl, mit der Familie stimmt was nicht

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Rob erzählt. Rob wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert. In ihm kommen immer wieder Erinnerungsfetzen hoch, die er nicht imstande ist zuordnen und mit denen er sich nun auseinander setzen muss.

Cassie und Rob sind ein gut auf einander eingespieltes Ermittlerteam. Sie befinden sich auf einer Wellenlänge. Ihr Zusammenspiel ist perfekt Und nicht nur Rob trägt ein Geheimnis in sich, auch in Cassie Maddox Leben lief nicht alles glatt. Das erfährt man im Laufe der Handlung.
Die Personen sind sehr gut gezeichnet. Ich konnte mit ihnen fühlen und mich in sie hineinversetzen. Die Dialoge wirken echt, sind teilweise sogar witzig. Denn der Umgang der beiden Ermittler untereinander ist kumpelhaft und locker. Aber auch die emotionale Seite wurde stark angesprochen. Ich war stellenweise traurig und aufgewühlt.

Ein Krimi der besonderen Art. Ich hab mich keinen Moment gelangweilt. Nur fand ich den Schluss doch ein wenig unbefriedigend. Ich hab mich gefragt, ob ich irgendwelche Hinweise überlesen habe? Irgendwo im Hinterkopf spukte mir auch Robs Eingangssatz herum. Gut, ich kann mir aus den verschiedenen Strängen was zusammenreimen, aber ich hätte mir doch lieber eine Auflösung gewünscht. Trotzdem vergebe ich 5 Punkte, denn der Krimi hat mich unwahrscheinlich stark beschäftigt.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein anderer Krimi, 10. April 2010
Mir ist bewusst, dass sich bei diesem Krimi die Geister scheiden. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man dieses Buch als Krimi bezeichnen kann. Es ist eher die Geschichte des Polizisten Rob, der in seiner Kindheit auf rätselhafte Weise seine Freunde verlor und nun durch einen Fall zum Ort des Geschehens zurück muss. Im Laufe des Buches wurde er mir immer unsympathischer. Da half ihm auch seine Vergangenheit nichts . Was mich die ganze Zeit jedoch fesselte, war die blumige Sprache der Autorin. Schon deshalb werde ich dem nächsten Buch eine Chance geben.
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Grabesgrün  (Hörbestseller)
Grabesgrün (Hörbestseller) von Tana French (Audio CD - 24. Februar 2012)
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