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5.0 von 5 Sternen "Für irgendwen ist immer die Welt zuende.", 28. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Neil Gaiman Bibliothek, Band 4: Signal to Noise (Gebundene Ausgabe)
Neil Gaiman ist zweifellos der Poet unter den Comicautoren - oder der Comicautor unter den Poeten? Unzählige Meilensteine der anspruchsvollen Erwachsenenunterhaltung stammen aus seiner Feder, genannt seien da z.B. Miracleman, Black Orchid, oder selbstverständlich die legendäre Sandman-Reihe. In der Neil Gaiman-Bibliothek werden nun viele seiner Werke vom Panini Verlag präsentiert.

Für die grafische Umsetzung ist bei Signal to Noise kein anderer als Dave McKean zuständig, der u.a. auch viele der legendären Cover in der Sandman-Reihe geschaffen hat, von diversen CD-Covern für Bands wie Fear Factory und Testament ganz abgesehen.

Zum Inhalt:

Das Leben des erfolgreichen Filmemachers aus London könnte perfekt sein. Viele erfolgreiche Streifen hat er schon in die Kinos gebracht, und der nächste Geniestreich schlummert auch schon in seinem Kopf ' wäre da nicht der Krebs, der seinen Körper von innen her auffrißt.

Doch er beschließt, den Film in seinem Kopf weiter zu entwickeln. Das Grundgerüst steht.
Im Jahre 999 ist aufgrund religiösen Aberglaubens die Bevölkerung eines kleinen Dorfes in Mitteleuropa auf einem Berggipfel unweit des Orts zusammengetreten, um gemeinsam auf das Ende der Welt zu warten, was beim Jahreswechsel eintreten soll (der ein oder andere wird sich noch an die Milleniumshysterie 1999-2000 erinnern).
So versammeln sich Arm und Reich, Jung und Alt, um gemeinsam auf den Tod zu warten. Und in dem Körper des Filmemachers wächst der Tumor, was ihn aber nicht davon abhält, weiter an seiner Idee zu arbeiten. Nach und nach verschwimmen die Eindrücke seiner eigenen Situation mit denen seiner Akteure, während der Filmemacher über den Sinn des Lebens, sofern es ihn gibt, nachdenkt.

Und auch im Traum verschwimmt das gerade gesehene Fernsehprogramm mit religiösen Vorstellungen, etwa die der 4 Reiter der Apokalypse, mit Eindrücken von Freunden und Bekannten,von denen er sich verabschiedet, und wird so zu einem Kanon des Niedergangs.

Dies ist eine ideale Ausgangssituation für Dave McKean, der mit seinem Stilmix aus Fotos und Zeichnungen, die er mittels PC bearbeitet, wie keine anderer die Gedanken und Emotionen des Filmemachers sichtbar machen kann. Besonders eindrucksvoll in diesem Band ist auch sein Farbspiel, daß in dem düster gehaltenen Band helle Farben noch intensiver wirken läßt.

Fazit:
Ein Traumband in Idealbesetzung. Gaiman und McKean transportieren das schwere Thema mit unglaublicher Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit aufs das Papier. Und wie immer wird der Band als Teil der Neil Gaiman Bibliothek als großformatiger Hardcover schön in Szene gesetzt.
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5.0 von 5 Sternen Rauschhafter Bilderbogen, 2. März 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Neil Gaiman Bibliothek, Band 4: Signal to Noise (Gebundene Ausgabe)
Inhalt: Nachdem ihm ein tödlicher Tumor diagnostiziert wurde, plant ein erfolgreicher Filmregisseur einen letzten Film, der nie aufgeführt werden soll. Den sicheren Tod erwartend, entsteht in den Gedanken des Regisseurs das Screenplay, die Rollenbesetzung und der Plot des Filmes. Der Film handelt von einem bevorstehenden Weltuntergang. Im Jahre 999 n. Chr. haben sich in der Nacht zur Jahrtausendwende die Bewohner eines abgelegenen mitteleuropäischen Dorfes zusammengefunden, um das drohende Armageddon zu erwarten.

Bei dieser beängstigenden Lektüre erwartet den Leser nicht gerade ein einfacher Stoff. Neil Gaiman und Dave Mckean schaffen eine erzählerisch und graphisch beunruhigende Reise in die Tiefen der Seele eines sterbenden Mensche. Sie gehen dabei fast an die Grenzen des im Medium Comic darstellbaren.

Mckeen benutzt eine Mixtur aus Collagen und Geflechten von Zeichnungen, Fotos und computergenerierten Grafiken um die von Neil Gaiman meisterlich verfassten Gedanken des sterbenden Filmemachers auf den Leser wirken zu lassen. Man scheint fast zu meinen, dass die verstörenden Informationen aus den Gedanken des Protagonisten sich kaleidoskopartig über die Augen direkt in das Gehirn des Lesers festsetzen. Wahrlich meisterlich und mein persönlicher Höhepunkt der Story ist dabei die Darstellung der vier Reiter der Apokalypse. Jedem einzelnen ist eine volle Seite gewidmet. Mckean bedient sich dabei bei den Elementen der antiken Kunst, beim Kubismus, beim Expressionismus und bei biblischen Stichen. Wer diese vier Bilder, jedes ein Meisterwerk für sich, einmal gesehen hat wird diese wohl nie mehr aus seinem Gedächtnis verlieren.

Um Signal to noise" etwas näher zu verstehen, hilft ein Exkurs in die Welt der Technik. Mit Signal to noise" ist die Relation zwischen dem Empfang eines Signals zu dem mit diesem stets einhergehenden Hintergrundrauschen gemeint. Wir kennen es alle von der Sendersuche im Radio. Und das ist sicherlich auch ein Schlüssel zum Verständnis des Werkes. Alles was wir aufnehmen an Signalen aus unserer Umwelt, seien sie optisch oder akustisch, hinter allem kann etwas unbekanntes, etwas bedrohliches stecken, was uns zu verschlingen droht. Gaiman und Mckean packen diese Botschaft in zwei parallel verlaufende Handlungen. Einerseits das, was das Umfeld und der Betrachter offen sehen (der langsame Tod des Protaonisten) und dahinter versteckt der Film, der in den Gedanken des Sterbenden langsam eine bedrohliche Gestalt annimmt.

Ob mir das meine vielen Fragen, die mir nach der Lektüre aufkamen, auch tatsächlich beantwortet, lasse ich einmal im Raume stehen. Der bleibende Rest an Fragen sollte dann jenem Quäntchen Unergründlichkeit geschuldet sein, das zu jedem guten Kunstwerk gehört.
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Neil Gaiman Bibliothek, Band 4: Signal to Noise
Neil Gaiman Bibliothek, Band 4: Signal to Noise von Dave McKean (Gebundene Ausgabe - 22. Februar 2010)
EUR 19,95
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