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am 12. Mai 2010
Ich bin erst sehr spaet zu Karl May gekommen, obwohl die meisten meiner Generation mit Karl May aufgewachsen sind. Dadurch erscheinen mir die Buecher von Karl May in einem anderen Licht, als wenn ich diese Buecher in meiner Jugend gelesen haette. Die Sprache, derer sich May bedient, ist an manchen Stellen gewoehungsbeduerftig, bedingt durch die Entstehung in einer anderen Zeitepoche. Auch die Ausfuehrlichkeit der Beschreibungen koennte an einigen Stellen sicherlich zurueckgenommen werden. Aber das sollen auch die einzigen Kritkpunkte an seinem Werk Winnetou sein, Denn die beschriebenen Abenteuer sind spannend und eroeffnen dem Leser Einsichten in Welten, die ihm verschlossen sind und die in dieser Intensitaet auch nicht vom Internet uebermittelt werden koennen. Und das alles bestimmende Thema: Freundschaften. Freundschaften, die das Leben bereichern und erst lebenswert machen. Und Karl May schafft es, darueber zu schreiben und den Leser zu begeistern. Oder auch zu frustieren, wenn dieser feststellen muss, dass sein Leben doch sehr isoliert und einsam, ohne Freundschaften, ablaeuft. Freundschaft, Toleranz und Akzeptan sind Werte, die Karl May vermittelt. Und die nichts von ihrer ueberragenden Bedeutung fuer das Zusammenleben der Menschen verloren haben. Schon alleine aus diesem Grunde absolut empfehlenswerte Lektuere fuer jung und alt
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am 20. Dezember 2012
Im Alter von 8 Jahren bekam ich von meiner Großmutter mütterlicherseits zu Weihnachten den 1. Band der Winnetou-Trillogie geschenkt. Der Name Karl May war in meiner Familie immer wieder genannt, denn jeder hatte in seiner Kindheit die Geschichte über den Apachenhäuptling gelesen. Immer wieder wurden die Stimmen geheimnisvoll gesenkt, wenn man davon erzählte, wie spannend die Bücher seien und was für aufregende Abenteuer man darin lesen würde.
So machte ich mich denn, damals noch als Knirps, eines Tages mit einem jungen deutschen Studenten auf eine Reise in die Staaten, um schließlich den Wilden Westen zu besuchen.

Ich begleitete den jungen Charley, der sich für Bücher und Schreiberei interessierte, wie er in St. Louis eine Tätigkeit als Hauslehrer begann. Er lernte den alten Büchsenmacher Henry kennen, und dort bekam er ein Gewehr geschenkt, dessen Name schon bald an jedem Lagerfeuer des Westens in ehrfurchtsvollem Raunen genannt werden sollte: den schweren Bärentöter.
Aufgrund seiner Körperkräfte kam er zu den Vermessern der Bahnanlage und zog damit in den Wilden Westen hinaus. An seiner Seite stand die erste Berühmtheit: Sam Hawkens, seines Zeichens ein berühmter Westmann. Dieser nahm das "Greenhorn", wie man den jungen Deutschen nannte, unter seine Fittiche und wurde sein Lehrer und Mentor. Doch schon bald entpuppte sich das "Greenhorn" als dynamischer Kerl mit eigenem Kopf, der mit scharfem Verstand und starkem Herzen an die Dinge heranging. Und es dauerte nicht lange, da bekam er seinen eigenen Kampfnamen: Old Shatterhand. So entwickelte sich das "Greenhorn" bald schon zu einem großen Westmann, von dem man noch so manche Heldentat hören sollte.
Noch heute erinnere ich mich, wie schnell mein Herz schlug, als es auf die erste Büffeljagd ging, oder als Sam Hawkens ein neues Pferd brauchte; und wie atemlos ich war, als die Indianer auftauchten und ihr Mentor namens Klekih-Petra, ein Weißer, der seit ewiger Zeit bei ihnen lebte, erschossen wurde. Die Apachen schworen blutige Rache, und allen wurde es mulmig zumute.
Der junge Old Shatterhand hegt seit dem ersten Augenblick, als er dem Häuptlingssohn begegnete, eine tiefe Zuneigung zu dem jungen, stolzen Indianer, und will mit ihm Freundschaft schließen. Doch sind beide, ab dem Zeitpunkt des Mordes, eigentlich Todfeinde, da Old Shatterhand auf der Seite der Weißen ist. Immer wieder versucht er, Winnetou seine Unschuld und die Tatsache zu beweisen, dass er eigentlich auf seiner Seite steht, doch es hilft nichts. Die Weißen werden schließlich bei einem Überfall gefangengenommen und zum Tode verurteilt.

Man könnte ewig so weiterschreiben und in Erinnerungen schwelgen, den die Geschichte hat es wirklich in sich. Ich las das Buch in einem Zeitraum von drei Tagen (für einen Achtjährigen gar nicht so übel), da ich mich kaum davon losreißen konnte. Ich bekam eine Gänsehaut, wenn von den Westmännern an den Lagerfeuern erfurchtsvoll von der Silberbüchse, dem Gewehr von Intschu Tschuna, oder auch dem großen Häuptling der Apachen selbst gesprochen wird. Ich kauerte mich neben Old Shatterhand ins Gebüsch, als er sich leise an ein Lager der Kiowas heranpirschte, um sie auszukundschaften; ich ritt neben ihm, als er gemächlich über die Savanne trabte und dabei sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Und ich sprang mit ihm ins Boot, um den Rio Pecos hinabzupaddeln, dabei den Tod im Nacken sitzend. Und ich war Zeuge, als schließlich die Stunde gekommen war, da die wohl berühmteste Freundschaft und Brüderschaft des Wilden Westens geschlossen wurde.
Karl May's Erzählstil ist altmodisch; doch nur wenige Autoren schaffen es, den Leser so in den Bann zu ziehen. Seine Worte lassen vor dem inneren Auge des Lesers die wunderbare Landschaft des Wilden Westens so beschaulich entstehen, und er schafft es, die Figuren der Handlung sehr detailiert zu zeichnen. Besonders der Namensgeber des Buches ist ein großer Kämpfer, ehrenwert und stolz, und aus Sicht von Karl May hat er, wenn überhaupt, nur eine Schwäche, nämlich, dass er kein Christ ist. Auch vermittelt May noch altmodische Werte, wie etwa Ehre, Freundschaft, Stolz und Treue, die heutzutage in Büchern leider oft vernachlässigt werden.
Dieses Buch stellt Karl May's ganz eigene Geschichte dar, so, wie er sie wohl gerne selbst erlebt hätte. Es ist eines der besten Bücher, die es gibt, und seit ich acht Jahre alt bin, habe ich es viele weitere Male gelesen. Und immer wieder greife ich gerne auf die Geschichte von Old Shatterhand und Winnetou zurück, denn es gibt kaum Bücher, die einen ähnlich hohen Abenteuerwert aufweisen. Man muss es sich gemütlich machen, Getränk und Nahrung bereit stellen, und schon kann es los gehen auf eine der abenteuerlichsten Reiseerzählungen, die es gibt. Und wenn das letzte Kapitel gelesen wurde und man das Buch schließt, so glaubt man beinahe, Sam Hawkens leise kichern zu hören und den Schall der Silberbüchse oder des Bärentöters zu vernehmen.

Abschließend möchte ich noch sagen: "Zounds! Auch heute noch ein absolutes Muss und sollte in keinem Buchregal fehlen, wenn ich mich nicht irre!"
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Karl May hat sich von einer ganzen Reihe idealisierender Indianerromane seiner Zeit inspirieren lassen. Darunter befand sich auch James Fenimore Cooper mit seinem Lederstrumpf. Elemente daraus lassen sich in der Geschichte orten. Abgesehen von den faszinierenden Landschaftsbeschreibungen, die wie immer den Leser mitten in die amerikanische Prärie versetzen, bringt May ein Mischmasch aus tatsächlichen Gegenbenheiten seiner Zeit und Wunschvorstellungen, die seinem Idealbild vom Menschen und des menschlichen Miteinander entsprechen. Auch hier kommt seine Religiösität immer wieder zum Vorschein. Gerade den Winnetouromanen verdankt er aber auch seine Abstempelung in der Nazi-Zeit als Jugendbuchautor, obwohl die Romane um den legendären Apatschenhäuptling in keiner Weise als Jugendliteratur gedacht waren.
Auf jeden Fall ist der Roman lesenwert und dürfte in keinem Bücherschrank fehlen.
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am 11. Januar 2006
Ich habe die Bücher von Karl May als Jugendlicher gelesen. Pierre Brice war mein Idol als Film-Winnetou. Mit Spannung habe ich mir das Hörspiel-Schätzchen aus den WDR-Archiven angehört. Uff. Großes Hörspiel-Kino!!! Faszinierende Qualität und bei der Melodie am Ende der wunderbaren 7 CDs bekam ich stets eine Gänsehaut. Das Hörspiel hat mir so viel Spaß gemacht, dass das Anhören im Auto jeden Stau zum Vergnügen gemacht hat. Mein Wunsch für 2006 an den WDR und Random House: Bitte alle diese Werke aus den Archiven veröffentlichen! Diese Produktionen sind der Hit und sind viel liebevoller gemacht als zahlreiche der inzwischen auf den Markt gebrachten Quick & Dirty Lesungen. Wer Karl May mag, wer Winnetou Fan war und ist wird diese Hörspiel-Edition lieben.
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am 6. Mai 2007
Allen, denen Karl May und besonders Winnetou am Herzen liegt sei diese Hörspielfassung wärmstens empfohlen. Die Ton - Qualität ist hervorragend und im Gegensatz zu allen anderen Hörspielfassungen, die ich davon kenne, ist diese die authentischste und ausführlichste, was bei einem Umfang von 7 CDs logisch erscheint. Alle anderen Hörspiele sind, gemessen an dem Buch, sehr stark gekürzt und auf das Wesentlichste beschränkt, wenn nicht sogar vom Buchinhalt sehr abweichend (ein Manko, das auch die meiner Meinung nach idiotischen deutschen Filmfassungen "auszeichnet"). Besteht doch die Tragik der Figur "Winnetou" gerade darin, daß dieser von einem Indianer, und nicht etwa, wie in besagtem deutschen Kitschfilm, von einem weißen Banditen ("Santer"), erschossen wird. (Nichts gegen Pierre Brice oder Lex Barker usw., die Schauspieler hätten einfach einen besseren bzw. "richtigen" Karl May - Film verdient gehabt!)
Man braucht auch keine Angst zu haben, das dieses "alte" WDR - Hörspiel etwa angestaubt und allzu nostalgisch wirkt, nein, die Sprechstimmen sind ein Genuß und auch die übrigen Geräusche und Animationen wirken zeitlos und nicht etwa wie von gestern. Zusammen mit dem vergleichsweise sehr günstigen Preis ergibt sich so tatsächlich für den alten und neuen Karl May Fan nur eines : Diese CD sofort anschaffen.

Es bleibt zu hoffen, daß auch die anderen Schätze des WDR demnächst als CD erscheinen (gerade lief der 12teilige Orient - Zyklus im Radio aus). Auch die anderen drei Produktionen (Durch die Wüste, Der Schatz im Silbersee und Old Surehand), die es bereits auf CD gibt, seien an dieser Stelle allen sehr empfohlen.

Ein letzter Tipp noch : Wenn Sie die CD bei Amazon unter der Rubrik "Bücher" suchen (anstatt unter "Musik") sind sie noch ein ganzes Stück billiger! Anscheinend wird da unterschiedlich kalkuliert.

Dann also ran an den Speck bzw. die CD's und ab auf die Reise !!!
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am 13. März 2012
Erst 1893, als Karl May schon 51 Jahre alt war, erschien die Winnetou-Trilogie, welche Mays großen Ruhm als Ich-Erzähler bis heute hauptsächlich stützt.
In ihrem ersten Teil erzählt er, wie er als junger, immerhin studiert habender Mann nach Nordamerika in den Wilden Westen gekommen sei, um dort sein Glück zu machen. Er beginnt als Hauslehrer bei einer deutschen Familie in St. Louis, lernt dort Mr. Henry, einen Büchsenmacher, kennen, der ihn ermuntert, sich als Landvermesser für die zu bauende Eisenbahn nach Westen zu verdingen. Mr. Henry schenkt ihm ein schweres Gewehr (einen "Bärentöter") und stellt ihn Sam Hawkens vor, der als Westmann für die Landvermesser als Kundschafter und Jäger arbeitet. Es kommt zum ersten Kontakt mit Intschu-Tschuna, dem Häuptling der Apatschen, dessen Sohn Winnetou und dessen Schwester Nscho-Tschi, die allesamt gegen den Plan eines Eisenbahn durch ihr Land sind und ultimativ den Abzug der Landvermesser fordern. Wie immer in solchen Fällen, erachten die Weißen ihr Anliegen als höher stehend und wichtiger denn das der Ureinwohner, sodass die Forderung missachtet und ein ebenfalls anwesender weißer Lehrer der Apatschen ("Klekih-Petra") im Streit erschossen wird. Die Apatschen ziehen vorerst ab, um mehr Krieger zu holen. Es kommt bald darauf zum größeren bewaffneten Konflikt.
Der friedliebende Ich-Erzähler Karl alias Charley (und spätere "Old Shatterhand") ist an all den Verwickelungen unschuldig und sucht die Freundschaft des etwa gleichalterigen Winnetou. Dieser jedoch glaubt trotz Sympathie für Charley an dessen Schuld, weil dieser sich nicht an das Ultimatum hielt und im darauf folgenden Überfall des Lagers durch die Apatschen seinen Vater und auch ihn niederkämpfte und gefangen nahm. Nach vielen Wendungen des spannend erzählten, großen Abenteuers wird Charley von den Apatschen bei einem neuerlichen Überfall schwer verletzt, gefangen genommen und zu deren Pueblo am Rio Pecos verschleppt.
Als zarte Genesungshilfe wird ihm von Winnetou dessen liebliche Schwester zugeteilt, was seine Sympathie mit dem Verwundeten beweist. Aber Charley muss viel mehr beweisen, nämlich seine Unschuld, sonst würde er nach seiner vollständigen Gesundung mit Sam Hawkens und noch zwei Freunden am Marterpfahle enden. Durch Wagemut, Aufrichtigkeit, kühne List und ein großes Herz gewinnt Charley schließlich die Unschuldserkennung und mit ihr die offene Zuneigung der Apatschen.
Und dies ist hinter aller Spannung und dem großen Abenteuer das eigentliche Ansinnen des Schriftstellers Karl May: er will seine Unschuld beweisen und zeigen, dass er die Liebe der Menschen (hier in deren idealisierter Gestalt jener Häuptlingsfamilie) verdient. Schon vor dem ersten Treffen mit den Apatschen zeichnet sich dieser Hintergrund ab, wenn Charley noch mit Mr. Henry oder Sam Hawkens über das Recht und Unrecht diskutiert, andere Menschen und Völker zu bekämpfen und zu unterjochen oder gar auszurotten oder mit herzlicher Anteilnahme über Gott und den Umgang mit fehlerhaften Mitmenschen oder gar Verbrechern spricht. Auch mit Klekih-Petra, dem weißen Lehrer, unterredet Charley sich vor dessen Erschossenwerdung mehrere Stunden lang tief und innig über Recht und Liebe, Glück und Unglück in der Welt und vor Gott. Und als nach langem Kampfe endlich Charleys Unschuld von Winnetou erkannt wird, und nachmalig auch von Nscho-Tschi und Intschu-Tschuna, ist das Buch eigentlich am schönen Ende angelangt. Dennoch wird es fortgeführt, weil nun ein neues Verbrechen geschieht, dessen Täter ("Santer") verfolgt und erst im dritten Teil gestellt wird. Dieses Verbrechers Schuld als Mörder Nscho-Tschis und Intschu-Tschunas steht bei allen Beteiligten außer Zweifel, auch bei Charley alias dem bekennenden Christen Karl May. Die umfassende Unschuld im Sinne Christi wird also leider auch von ihm nicht erreicht, der sie als die Seine gern allen Menschen bewiesen hätte. Trotzdem ist dies Buch für mich eines der gelesensten und schönsten Bücher, die ich kenne.
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am 4. Januar 2003
So wie wir in der heutigen Zeit die Bedeutung der wahren Werte wie Gerechtigkeit, Freundschaft und Freiheit oftmals vergeblich suchen, so finden wir sie wieder in den Abenteuerromanen von Karl May.
Die Winnetou- Trilogie ist eines der wenigen Meisterwerke, die es schaffen, die Faszination und den Charme des Amerika des 19. Jahrhunderts darzustellen und sie mit einer spannenden
heldenhaften Geschichte zu verbinden.
„Winnetou" begeistert sowol als „Einstiegsdroge" für Jungleser, als auch als leichte Lektüre für erfahrene Leseratten.
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am 27. September 2013
Ich bin mir sicher, dass ich alle Filme um den Häuptling der Apachen mehrfach gesehen habe. Trotzdem hat es sich für mich nie ergeben, auch die Bücher zu lesen - und es wäre wohl auch nicht mehr passiert, wenn es nicht alle Karl May-Ausgaben mittlerweile gratis als eBook geben würde. Und so kommt es, dass ich einige der wohl wichtigsten deutschsprachigen Jugendromane erst jetzt - als Erwachsener - lese.

Die Geschichte um Winnetou, den "Häuptling aller Apachen" und seinen deutschen Blutsbruder "Old Shatterhand", der ohne Probleme als idealisiertes Wunschbild von Karl May selbst identifiziert werden kann, hat bereits Millionen Menschen in ihren Bann gezogen - und so ist es auch mir ergangen. "Winnetou I" ist vor allem eines: ein sehr schnell und flüssig zu lesendes, ausgesprochen spannendes Stück Trivialliteratur. Karl May schüttelt sich hier eine der berühmtesten Geschichten über Freundschaft und den Kampf von Gut gegen Böse allem Anschein nach locker aus dem Ärmel. Die Handlung ist durchgehend spannend - erwähnt werden muss aber auch, dass einige Ortsbeschreibungen verwirrend und einigermaßen langatmig sind. Dieser kleine Schönheitsfehler kann meines Erachtens jedoch vernachlässigt werden. Was natürlich auch kaum überlesen werden kann: Karl May ist eindeutig ein Kind seiner Zeit und bleibt als solches nicht frei von Werturteilen, die man aus heutiger Sicht durchaus als "rassistisch" bezeichnen kann. Für mein Gefühl versucht der Autor aber dennoch, solche Ressentiments abzubauen, indem er seine Helden mehrfach die Gleichheit aller Menschen betonen lässt und sich sehr stark gegen das sich abzeichnende und teilweise bereits vollzogene Unrecht an den amerikanischen Ureinwohnern stellt. Einzig seinen Hang, das Christentum haushoch über alle anderen Religionen zu stellen, empfinde ich wirklich als störend. Dass die Gebräuche und Sitten, die May in diesem Werk beschreibt, teilweise weit von der damaligen Wirklichkeit entfernt sind, ist ebenfalls kein Geheimnis. Wer historische Genauigkeit erwartet, sollte um Karl May jedenfalls einen großen Bogen machen.

Was die Charaktere betrifft, unterscheiden sich Klassiker wie "Winnetou I" grundlegend von neuerer Literatur. Ein Held wie Old Shatterhand hätte in kaum einem modernen Roman Platz - er weist keinerlei Schwächen auf, weder physisch noch psychisch. Er ist damit jedem anderen Charakter, sogar dem Häuptling der Apachen, der ebenfalls so gut wie keine Schwächen kennt, überlegen. Noch naiver wirkt die Darstellung, wenn man sie mit den Nebenfiguren vergleicht. Old Shatterhand ist zwar ein "Greenhorn", meistert aber alle Herausforderungen besser, als jeder erfahrene Westmann. Damit muss man als moderner Leser erst einmal klarkommen... Generell ist in diesem Werk eine strikte Trennung zwischen Gut und Böse gegeben - die "guten" Figuren sind, wenn man von den kleinen Schrullen eines Sam Hawkens absieht, vollkommen makellos. Ihre Gegner sind hingegen kaum charakterisiert, außer ihrer Boshaftigkeit kann man eigentlich keine näheren Beschreibungen erkennen. Damit kann eine Identifikation durch den Leser nur mit den Helden gelingen. Das alles sollte jedenfalls beachtet werden, wenn man zum ersten Mal "Winnetou", aber auch andere Werke von Karl May liest. Ich persönlich fand diese Kategorisierung der Personen nicht als störend - im Gegenteil, eine solche Beschreibung kann sogar als wohltuende Abwechslung zu den heutigen Anti-Helden gesehen werden.

Abschließend noch ein Wort zum Stil: Die eBook-Version wirkt auf mich in Bezug auf die Sprache sehr authentisch. Offenbar handelt es sich dabei nicht um eine modernisierte Fassung. Das ist vermutlich nicht jedermanns Sache, ich persönlich lese diese leicht altertümlich wirkenden Phrasen ausgesprochen gerne. Einen so schönen Stil liest man heute eher selten, wenn ich mich nicht irre.

Fazit: "Winnetou I" ist ein großartiges Buch. Ein "Pageturner" im wahrsten Sinne des Wortes - und das rund 100 Jahre, bevor dieser Begriff überhaupt geprägt wurde. Wenn man über die wenigen Längen in den Ortsbeschreibungen und die zweifellos vorhandenen Ungenauigkeiten in der Schilderung der Indianer-Kultur hinwegsehen kann, bleibt nur die Höchstwertung. Bereut oder gar als Zeitverschwendung angesehen habe ich die Lektüre zu keiner Sekunde.
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am 5. Oktober 2012
Winnetou der Rote Gentleman. 1. Band. erschien 1893 (ab 1904 mit dem kürzeren Titel Winnetou. 1. Band) und wurde (im Gegensatz zu den bisherigen Bänden dieser Reihe) eigens für die Buchausgabe bei Fehsenfeld geschrieben. Er war der siebte Band der gesammelten Reiseromane.

1908 erschien eine illustrierte Ausgabe mit Bildern von Claus Bergen unter dem Titel Winnetou I. Diese Titelkurzfassung, die zudem auch regelmäßig auf den Buchrücken Verwendung fand, hat sich umgangssprachlich durchgesetzt. [Karl-May-Wiki]

GESCHICHTE

In dem für die Buchausgabe – bis auf die Schilderung eines Greenhorns aus der Erzählung Der Scout – neu geschriebenen Roman erzählt der Ich-Erzähler Karl (Old Shatterhand), wie er als Surveyor in den Wilden Westen kommt und Winnetou kennenlernt. Nach anfänglicher Feindschaft und zahlreichen Abenteuern werden sie Blutsbrüder und Freunde.

Er gibt sein Wissen in den Künsten der Indianer an Old Shatterhand weiter wohingegen er von diesem Einblick in dessen christliche Ideale erhält. Old Shatterhand tritt damit zumindest geistig das Erbe des Lehrer der Apatschen, Klikieh Petra an. Nachdem Winnetous Schwester Nscho-tschi und sein Vater Intschu tschuna ermordet worden sind, trennen sich zunächst die Wege der beiden Freunde. Weitere Abenteuer finden sich in W2 und W3 aber auch in weiteren Erzähungen wie "Unter Geiern".

KOMMENTAR

Wie ausser dem Orientzyklus steht vermutlich kaum ein anderes Werk so für Mays gesamtes Schaffen, wie die Figur des Winnetou. Ob dies gerechtfertigt ist mag jeder selbst entscheiden. Meiner Ansicht nach ist die Winnnetou Erzählung insgesamt zwar gelungen, dennoch hat May bessere Erzählungen geschrieben, sowohl mit als auch ohne Beteiligung Winnetous. So zum Beispiel den Orientzyklus oder den Schatz im Silbersee.

Das mag daran liegen, das zumindest die Bände 1 und 2 Versatzstücke älterer Erzählungen sind, die Teils nicht recht zusammengefunden haben. Auch liegen die Ereignisse in den jeweiligen Geschichten teils viele Jahre auseinander. Da fällt es dem Leser, wie auch dem Autor schwer anzuknüpfen.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an und versucht diese zu einem Ende zu bringen.

Dennoch wird auch hier bereits sehr deutlich, das es sich hier nicht um den typischen Wildwestroman und bei Winnetou und Old Shatterhand nicht um klassische Protagonisten handelt.

WISSENSWERTES

Während Band 1 für die Buchausgabe der Mayschen Werke neu geschrieben wurde, setzen sich die Bände 2 und 3 aus (umgearbeiteten) älteren Erzählungen zusammen, was teils leider recht deutlich bei der Lektüre des Buches hervortritt.

Zusammengehalten wird die Trilogie hauptsächlich durch die Figur des Santer.

Eine spätere Fortsetzung der Trilogie, Winnetou. 4. Band. (1909/10), ist stark von den idealistischen Gedanken des Spätwerks durchdrungen, knüpft aber noch einmal an die Reiseerzählungen an.
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am 10. November 2002
Winnetou I ist meines Erachtens der wichtigste Band Karl Mays überhaupt. Er beschreibt die Entstehung der Freundschaft zwischen Winnetou und seinem weißen Freund Old Shatterhand. Der Erzähler, den widrige Verhaeltnisse aus Deutschland in die Vereinigten Staaten verschlagen hat, wird zunaechst Hauslehrer in St. Louis. Bald schließt er sich Westmännern unter Fuehrung des gutmütigen und integren Sam Hawkens an. Diese beschuetzen Weisse, die eine Eisenbahnlinie durch das Land der Apatschen vermessen sollen. Denen ist dies nicht recht und es kommt bald zu erbitterten Kämpfen zwischen den Weissen und den Apatschen, die May mit viel Sympathie beschreibt. Zwar verbuenden sich die Weissen zeitweise mit den Kiowas, die allerdings selber keine guten Absichten hegen und lediglich Raubzüge gegen die Apatschen planen. Die Weissen sollen dabei helfen und spaeter selber ausgeraubt werden. Doch die Apatschen besiegen nach wechselvollen Kaempfen sowohl die Weissen als auch die zunaechst mit ihnen verbuendeten Kiowas. Dabei wird allerdings der Lehrmeister der Apatschen, der weisse Deutsche Klekih-Petra von einem weissen Verbrecher erschossen. Letzlich kann der Ich-Erzaehler jedoch die Apatschen von seinen guten Absichten ueberzeugen. In den vorher geschilderten Ereignissen hatten die Kiowas zeitweise die beiden Apatschenhaeuptlinge gefangen genommen. Old Shatterhand - voller Sympathie für die Apatschen - verhalf Winnetou, dem Haeuptlingssohn und Titelfigur der Trilogie, zur Flucht. Als er dies spaeter, nachdem er von den Apatschen gefangen genommen worden ist, beweisen kann, werden er und seine weissen Gefaehrten freigelassen, nachdem Shatterhand zuvor noch durch eine List Winnetous Vater Intschu-tschuna, den Häuptling besiegt hat. Lediglich der Moerder Klekih-Petras muss sterben. Winnetou und Shatterhand werden nun Blutsbrueder. Old Shatterhand wird von Winnetou in allen Faehigkeiten des Wilden Westens unterwiesen. Um Shatterhand an die Apatschen dauerhaft zu binden, soll er mit Winnetous Schwester, Nscho-tschi, verlobt werden. Damit sie seinen Ansprüchen genuegt, soll sie in St. Louis eine Schule der Weißen besuchen. Auf dem Weg dorthin werden Winnetous Vater und Nscho-tschi jedoch von weissen Verbrechern ermordet. Der Haupttaeter Santer kann jedoch zu den Kiowas entkommen. Durch eine Unvorsichtigkeit geraet Sam Hawkens in die Hände dieser Indianer. Zwar kann er befreit werden, jedoch Santer entgeht der gerechten Strafe.
Wie G. G. Sehm in seinem bemerkenswerten Aufsatz: "Der Erwaehlte" zu recht festgestellt hat, ist die Winnetou-Trilogie, insbesondere Band I die Geschichte einer tiefen Maennerfreundschaft. Um diese zu entwickeln und Winnetou noch staerker an Shatterhand zu binden, muessen - erzaehltechnisch gesehen - Intschu-tschuna, der Vater, und Nscho-tschi, die Schwester, beiseite treten und daher sterben. Anderenfalls wuerde die Persoenlichkeit Winnetous in den spaeteren Baenden nicht derart zentral ausgebaut werden koennen. In den spaeteren Werken des Autors, insbesondere in "Old Surehand" und den im Wilden Westen spielenden Jugenderzaehlungen, werden Winnetou und Shatterhand zu den "Superhelden" des Westens.
Hier ist sicherlich viel Uebertreibung im Spiel. Im Gegensatz zu Cooper, Sealsfield und seinem deutschen Zeitgenossen Friedrich Gerstaecker hat May erst im hohen Alter, 1908, Amerika besucht und die gesamte Handlung erfunden.
Aber: spricht dies nicht für ihn? Ernst Bloch hat in einem bemerkenswerten Aufsatz May einen der "besten deutschen Erzaehler" genannt. Er schreibt unwahrscheinlich spannend. Wer als Kind nur an der Handlung interessiert war, kann sich als Erwachsener an den wunderbaren Landschaftsbeschreibungen erfreuen. Die Charaktere sind zugegebermaßen dualistisch - hier die Guten, dort die Boesen. Man sollte aber bedenken, dass May diesen Charakteren trotz allem Unverwechselbarkeit und Tiefe verleiht, man denke nur an die skurril-witzige Figur des Sam Hawkens. Der Karl-May-Experte und -biograph Helmut Schmiedt schreibt im hervorragenden Handbuch des Karl-May-Verlages aus dem Jahre 2001: "Winnetou I nimmt in Mays Gesamtwerk schon deshalb eine Schlüsselstellung ein, weil der Autor hier die maßgebliche Version vom Reifeprozess seiner wichtigsten Wildwest-Figur Old Shatterhand und von dessen Freundschaft mit Winnetou, der wohl populaersten Gestalt des Erzaehlers ueberhaupt, formuliert. Erst auf dieser Basis gewinnt Mays nordamerikanischer Schauplatz die unverwechselbaren Konturen einer mythischen Welt eigener Art...Einigkeit besteht heute am ehesten in der Ueberzeugung, das Winnetou I ein Schluesselwerk fuer das Verstaendnis nicht nur der Romane Mays, sondern der Abenteuerliteratur ueberhaupt ist." Diesen bahnbrechenden Worten Schmiedts kann ich nichts hinzufuegen. Unbedingt lesen !!!!
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