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TOP 500 REZENSENTam 12. April 2013
Es ist das Jahr 1908. In Koudekerke auf einer niederländischen Insel lebt die 13jährige Demy van Campen mit ihrem Vater und den Geschwistern. Doch die Kindheit ist für sie zu Ende, als ihre ältere Schwester Joseph Meindorff heiratet. Demy soll sie als Gesellschafterin nach Berlin begleiten. Die Familie Meindorff glaubt, dass Demy 16 Jahre alt ist.
Angekommen in Berlin fühlt sich Demy verloren. Keiner sagt ihr, was man von ihr erwartet. Als Tilla auf Hochzeitsreise geht, ist Demy auf sich allein gestellt. Nur Hannes, Josephs Bruder, scheint sie zu verstehen. Doch der Kadett hat eigene Probleme. Im Hause Meindorff lernt Demy auch Philippe kennen. Er ist der Ziehsohn des Herrn Meindorff und als Soldat in Windhuk stationiert. Als einziger erkennt er Demys wahres Alter. Doch Demy mag ihn nicht.
Der Roman führt mich als Leser in die Niederlande, nach Berlin, Windhuk und St. Petersburg. Dort arbeitet Anki, Demys 17jährige Schwester, als Kindermädchen bei einer fürstlichen Familie.
Der Roman hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Dazu beigetragen hat der Schriftstil der Autorin, der sich durch eine exakte Beschreibung von Orten und Personen auszeichnet. Die Protagonisten sind umfassend charakterisiert. Meine Sympathie galt von Anfang an Demy, der es bewunderungswürdig gelingt, sich in der für sie neuen Umwelt zurechtzufinden. Natürlich macht sie dabei Fehler. Doch sie lässt sich nicht verbiegen, weder von Herrn Meindorff, noch von ihrer Schwester Tilla. Sie findet neue Freunde und wichtige Aufgaben. Die Autorin ließ mich nicht nur an den Gedanken, sondern auch an den Gefühlen der handelnden Personen teilnehmen.
Der Roman enthält an vielen Stellen nachdenkenswerte und tiefgehende Diskussionen. Es geht um Krieg und Frieden, um die Rolle der Frau und um den Umgang mit Untergebenen. Behutsam werden dabei auch Fragen des Glaubens behandelt.
Sehr gut ist es der Autorin gelungen, herauszuarbeiten, dass sich die Welt in dieser Zeit im Umbruch befand. Die arbeitenden Schichten wollen ihre Abhängigkeit nicht länger hinnehmen. Doch die Warnung, dass man auf einen Krieg zusteuert, wird in den Kreisen um Herrn Meindorff nicht ernst genommen. Geschickt hat es die Autorin verstanden, alle Gesellschaftsschichten und viele politische Meinungen in die Handlung zu integrieren.
Ein Erzählstrang beleuchtet die Verhältnisse in Russland. Dabei spielt Rasputin, Heiler und Protegé der Zarin, eine nicht unwesentliche Rolle.
Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, bleiben am Ende logischerweise einige Fragen offen.
Das Buch beginnt erfreulicherweise mit einem Personenregister. Das ist lobenswert, da die Anzahl der auftretenden Personen doch relativ hoch ist.
Im Anhang werden die Lebensläufe der historischen Persönlichkeiten kurz angegeben. Außerdem werden die im Text nummerierten Stellen erläutert.
Das in zarten Farben gehaltene Cover mit dem Blick auf die Spree und die von oben herabhängenden Blumen als Farbtupfer passen zur Geschichte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist wie ein Gemälde nicht nur der Berliner Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ich freue mich schon auf die folgenden Teile.
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Die niederländische Familie van Campen hatte schon bessere Tage gesehen. Aber nun, 1908, war das Geld dahin und die drei Töchter des Hauses mussten versorgt werden.

Anki geht als Kindermädchen nach Russland. Tilla wird mit einem Berliner Industriellensohn verheiratet. Und Demy, meine Lieblingsfigur, muss als Gesellschafterin ihrer Schwester mit nach Berlin ziehen. Anfangs weigert sich die freiheitsliebende Demy, aber die 13-jährige muss gehorchen. Sie wird für drei Jahre älter erklärt und kommt als 16-jährige in die aufstrebende deutsche Metropole.

Geschickt verbindet Elisabeth Büchle das Schicksal der drei Schwestern, ihre neu gewonnen Eindrücke an ihren neuen Lebensorten, mit historischen Fakten jener Zeit. Auch wenn das Cover auf einen seichten Liebesroman hindeutet, es handelt sich in diesem ersten Teil einer groß angelegten Familiensaga um einen Roman der am Schicksal von Menschen sehr deutlich die unterschiedlichen politischen Stimmungen in Deutschland vor fast 100 Jahren einfängt. So detailliert und politisch sachkundig gab es dies bei der Autorin bislang noch nicht. Für mein Empfinden ist dies ein nochmaliger literarischer Qualitätssprung und die erneute Bekräftigung der Autorin, die Topautorin der deutschsprachigen christlichen Literaturszene zu bleiben!

Eine globale Dimension erreicht die Autorin, indem sie immer wieder auch einen Blick auf Russland und die damalige deutsche Kolonie "Deutsch-Südwestafrika" wirft. Aber keine Angst, wer die süddeutsche Autorin kennt, der kann sich darauf verlassen, auch bei diesem Werk kommt die Liebe nicht zu kurz.

Autorinnen wie Elisabeth Büchle, die beinah im Jahrestakt einen weiteren Toptitel auf den deutschen Büchermarkt stellen, stehen immer in der Gefahr eines Tages eine Pleite zu erleben. Mit diesem Buch allerdings auf keinen Fall!

Gut ausgewogen erzählt Elisabeth Büchle den Beginn einer großen Story. Dabei halten sich diesmal Liebe und Politik die Wage. Literarisch gesehen halte ich "Himmel über fremdem Land" für das Beste was die Autorin ihren Lesern bislang vorgelegt hat!
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am 2. März 2013
Himmel über fremdem Land

Das Buch handelt von der Zeit vor dem 1.Weltkrieg und spielt in Berlin / St. Petersburg / Afrika.
Es geht um zwei Familien, die durch eine Zwangsehe miteinander verbunden sind. Die Schicksale der einzelnen Personen werden nun in diesem Buch beschrieben.
Aber auf eine so interessante Weise, dass es schwer fällt, dieses Buch vor der letzten Seite aus den Händen zu legen.

Politik, der Wunderheiler Rasputin, die Diamantenfelder in Afrika und die versuchten Betrügereien / Diebstähle / Mordanschläge, die Stellung der Frau in der damaligen Zeit, die Klassenunterschiede und deren Folgen, Liebe, Armut, Leben am Existenzminimum, im Gegensatz dazu der Reichtum, … Das alles ist auf sehr packende und interessante Weise beschrieben.

Zum besseren Verständnis gibt es eine Übersicht der Familien und wer mit wem auf welche Art liiert ist.
Zudem findet man Fußnoten, die auf aufschlussreiche Erklärungen verweisen, welche auch zum Verständnis des Textes beitragen.

Auch in christlicher Hinsicht bezieht die Autorin Stellung und es wird deutlich,
- dass Jesus für unsere Sünden / Schulden am „Holzbalken gemartert“ und gestorben ist und dadurch quasi eine Brücke geschlagen hat – eine Brücke zu IHM.
- dass eine Ehe die Grundlage des gemeinsamen identischen Glaubens haben sollte

Alles in allem ist dieses Buch das Beste, was ich bisher von der Autorin gelesen habe - mein Kompliment Frau Büchle!
Und ich freue mich schon, wenn (voraussichtlich) im Herbst 2013 der 2. Band dieser Trilogie erscheint.
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am 10. September 2014
das Buch habe ich wie auch die anderen beiden Bände förmlich verschlungen. Alle Bände sind sehr spannend geschrieben. Die Geschichte oder besser das Schicksal der Großindustriellenfamilie Meindorff spiegelt die Geschichte Deutschlands, Rußlands und der damaligen deutschen Kolonien von 1908 bis zum Ende des 1. Weltkrieges auf beeindruckende Weise wieder.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. August 2013
Frau Büchle gehört zu meinen LieblingsautorInnen. Sie hat auch in ihrem neuesten Roman sehr gut recherchiert und nimmt die LeserInnen von der ersten Seite mit hinein in das Jahr 1908 wo wir gleich einer der Hauptpersonen des Romans begegnen: der dreizehnjährigen Demy, die sich damit anfreunden muss, das unbeschwerte Leben in den Niederlanden aufzugeben um als Gesellschafterin mit ihrer älteren Schwester Tilla nach Berlin zu gehen. Warum jedoch Tilla dies mit solchem Nachdruck von ihrer jüngeren Schwester verlangt und Demy zudem noch als sechzehnjährig ausgibt, bleibt zunächst offen.
Tilla geht eine arrangierte Ehe mit dem Industriellen Joseph Meindorff ein. Von der Verbindung erhoffen sich beide Familie Vorteile, zumal Tillas Vater Erik von Campen seinen Wohlstand nur noch zum Schein wahren kann.

Demy fühlt sich in Berlin sehr einsam, da Tilla kurz nach ihrer Vermählung zu einer längeren Hochzeitsreise aufbricht. Aber da das Mädchen bisher ein recht eigenständiges Leben geführt hat, versucht sie sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Sie lernt Liselotte und ihre Geschwister kennen, die im Scheunenviertel - dem Armenviertel - Berlins leben. So lernt Demy die andere Seite Berlins kennen: die Arbeitslosigkeit, den resultierenden Hunger, mangelnde Schulbildung...
Dies nimmt das junge Mädchen recht mit und sie beschließt, soweit es in ihren Mitteln steht, zu helfen.

Ihr Vorhaben kann sie jedoch nur heimlich umsetzen, da der despotische Hausvorstand Joseph Meindorff senior seine eigenen Vorstellungen hat und den Familienclan sehr herrisch und unnachgiebig führt. Auch Hannes, der jüngere Sohn mit dem sich Demy gut versteht, wird bevormundet. - Einzig der Pflegesohn Philippe kann sich dem entziehen. Er dient in Deutsch-Südwestafrika bei den Schutztruppen und kann sich so dem Einfluss seines Ziehvaters entziehen.

Tilla besucht auf ihrer Hochzeitsreise ihre jüngere Schwester Anki, die als Kindermädchen bei der Fürstenfamilie Chabenski arbeitet. Sie hat auf unangenehme Weise schon die Bekanntschaft mit Grigori Jefimowitsch Rasputin gemacht, der in den Adelskreisen sowohl Gegner als auch Bewunderer gefunden hat.

Immer wieder wechselt Frau Büchle gekonnt die Szenen, so dass man gar nicht anders kann als weiterlesen, damit man weiß, wie es weitergeht ;-).
Viele Fragen bleiben am Ende des ersten Bandes offen... Aber man kann sich ja schon auf die Fortsetzung im September 2013 freuen.
Warum ich dennoch einen kleinen Stern abziehe, obwohl mir das Buch doch so sehr gefallen hat? Zum einen kam die Geschichte für mich etwas schleppend in Gang und dann musste ich doch öfter vorne im Personenverzeichnis nachsehen, wer nun wie im Zusammenhang steht...

Auf jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den Fortsetzungsband und kann "Himmel über fremdem Land" wärmstens empfehlen.
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am 30. April 2013
Demy van Campen wird im März 1908 aus ihrer Heimat Koudekerke gerissen und reist mit ihrer frisch vermählten Schwester Tilla von den Niederlanden in die befremdlich wirkende Stadt Berlin, wo sie von nun an als Gesellschafterin ihrer Schwester leben soll, obwohl sie nicht einmal weiß, was die Aufgaben so einer Person eigentlich darstellen. Demy fühlt sich fehl am Platze, wurde sie doch für älter ausgegeben als sie es eigentlich ist, noch dazu hält sie sich nicht gerne an Regeln und leidet stark unter Heimweh. Die Kluft zwischen arm und reich wird ihr mit der Zeit immer bewusster und während sie immer mehr Geheimnisse im Hause Meindorff aufdeckt, scheint sich die Lage um sie herum, nur noch mehr zu verschlimmern. Tilla's Ehe mit ihrem Mann steht unter keinem guten Stern. Philippe, der Adoptivsohn von Meindorff Senior, macht was er will und findet in einer Nama namens Udako in Deutsch-Südwestafrika eine Geliebte. Der jüngste Sohn Hannes verliebt sich in Edith, welche jedoch von niederem Stand ist und Demy, die inmitten all dieser Personen steht, wächst heran und findet keinen Ausweg aus ihrer Misere, es sei denn sie zieht zu ihrer Schwester Anki nach Russland...

Demy mochte ich von Anfang an sehr gern. Sie ist für ihr Alter sehr reif, nicht auf den Kopf gefallen und hält sich nicht gerne an Regeln. Sie war von Anfang an gegen ihr neues Leben in Berlin und das merkt man im Verlauf der Geschichte nur allzu deutlich. Sie wird aus ihrem idyllischem Landleben bei Familie und Freunden herausgerissen und hinein in die Großstadt. Im Verlauf findet sie Freunde, wie Lieselotte, die mit ihrer Familie im Scheunenviertel lebt oder den beiden höhergestellten Mädchen Lina und Margarete, die alle interessante Persönlichkeiten sind, zumal Lieselotte später beginnt sich für die Frauenrechte zu engagieren. Es fiel mir schwer Tilla zu mögen, weil sie manchmal doch sehr schwer einzuschätzen war. Anki und ihre Zeit in Russland fand ich sehr interessant, auch ihre Begegnungen mit Grigori Jefimowitsch Rasputin wurden spannend dargestellt. Die Familie Meindorff ist sehr speziell. Meindorff Senior, Inhaber von Meindorff-Elektrik und seinen ältesten Sohn, Ehemann von Tilla, beide heißen übrigens Joseph, mochte ich überhaupt nicht. Sie waren mehr als unsympathisch. Philippe konnte ich Anfangs ebenso wenig einschätzen wie Tilla, aber er ist mir mit der Zeit doch ans Herz gewachsen, vor allem, dass er sich für Udako interessiert, hat mir gut gefallen. Die beiden geben sein schönes Paar ab und sein Leben wurde sehr spannend geschildert. Hannes, der eine Kadettenschule besucht ist wie ein Bruder für Demy und ich mochte ihn sofort, auch wenn er sich im Gegensatz zu Philippe nicht gegen seinen Vater stellen kann und sich in so einige Schwierigkeiten hineinmanövriert.

Es gibt noch zahlreiche weitere Figuren und ich war ganz froh, dass es am Anfang des Buches eine Übersicht gibt. Im letzten Teil des Buches gibt es auch noch ein Glossar, welches mir sehr beim Lesen sehr hilfreich war. Zusätzlich gibt es auch noch eine Auflistung historischer Persönlichkeiten, die in der Geschichte genannt werden. Auch die Politik spielt eine große Rolle, sowie die Unterschiede zwischen arm und reich.

Ich bin begeistert von diesem Roman, der den gelungenen Auftakt einer Trilogie, sowie einer spannenden Familiensaga macht. Langeweile kommt garantiert nicht auf. Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt und auch die Schauplätze wechseln des öfteren. Der Verlauf der Geschichte gefällt mir sehr gut und wie sich die Lage mit der Zeit zuspitzt, wurde klasse durchdacht und umgesetzt.

Teil 2: September 2013
Teil 3 : März 2014
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am 27. April 2013
Die 13-jährige Demy, die bis zum Jahr 1908 in den Niederlanden aufwächst, wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, als ihre sechs Jahre ältere Schwester in die Familie Meindorff eingeheiratet wird. Durch die Vermählung verspricht sich der Vater der beiden Mädchen wirtschaftliche Vorteile. Demy begleitet ihre Schwester nach Berlin, um ihr als Gesellschafterin zur Seite zu stehen. Doch mit der neuen Aufgabe hat sie Schwierigkeiten. Sie ist neugieriger darauf, Gleichaltrige aus dem Scheunenviertel kennenzulernen, statt sich wie eine junge Dame zu benehmen. Im Hause Meindorffs macht Demy Bekanntschaft mit den Brüdern Hannes und Philippe Meindorff, deren Schicksal in eigenen Handlungssträngen begleitet wird. Auch Demys Schwester Anki, die in Russland als Kindermädchen arbeitet, sind einige Kapitel gewidmet.

„Himmel über fremdem Land“ ist der erste Teil einer Trilogie. Der zweite Band erscheint voraussichtlich im September 2013, der dritte Band ein halbes Jahr später. Obwohl einige Handlungsstränge offen bleiben und die Spannung auf das nächste Buch groß ist, bin ich zufrieden mit dem Abschluss, der ein vorübergehendes Happy End in einem der Handlungsteil bietet.
Der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen. Am Anfang befindet sich ein Personenregister mit allen in der Geschichte involvierten Charakteren. Am Ende gibt es eine Übersicht über historische Persönlichkeiten. Findet ein Orts- oder Zeitwechsel in der Geschichte statt, so ist dieser am Anfang des Kapitels vermerkt.
Während des Lesens werden einige geschichtliche Hintergründe erklärt, die unauffällig in der Geschichte verstrickt sind. Ich fand es besonders faszinierend, von den Schichtunterschieden zu lesen. Im Buch nimmt Demy Kontakt mit einem Mädchen aus der ärmeren Schicht auf, so dass man einen guten Einblick in beide Lebenswelten erhält. Auch die Diskussionen um die Frauen-Emanzipation haben mich angesprochen, weil sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wurden und alle Argumente sehr authentisch gewirkt haben. Kamen durch geschichtliche Zusammenhänge unbekannte Begriffe vor, wurden diese in Endnoten erläutert.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass es sich um einen sehr gut recherchierten, abwechslungsreichen und lebendigen historischen Roman handelt, den ich guten Gewissens weiterempfehlen kann.
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am 22. April 2013
Ich lese nicht viele Romane, habe aber eine ausgeprägte Schwäche für historische Familiensagas. Befindet sich deren erster Teil dann noch in einem derart schönen Umschlag, kann ich nicht widerstehen!

Demy, unsere weibliche Hauptprotagonistin, ist gerade 13 Jahre alt, ohne Mutter aufgewachsen und soll jetzt ihre ältere Schwester als Gesellschafterin ins ferne Berlin begleiten. Demy, die frei und ungebunden am Meer aufwuchs, sieht keine Möglichkeit, dem zu entgehen. Aber ihr Start in Berlin ist holperig, sie ist die steifen Umgangsformen nicht gewöhnt und fällt innerhalb der Familie Meindorff immer wieder negativ auf. Ein bißchen wohler fühlt sie sich in Berlin, als sie in Lieselotte, einem einfachen Arbeitermädchen, eine Freundin findet.

Neben Demy gibt es noch weitere bemerkenswerte Charaktere in Geschichte: Tilla, die große Schwester, die sich ihr Leben an der Seite eines Mannes der höheren Gesellschaft sich anders vorgestellt hat; Lieselotte, deren Wissensdurst in den engen Grenzen der Arbeiterschicht erdrückt zu werden scheint, bis sie Kontakt zu den Frauenrechtlerinnen findet; Hannes, der ein sonniges Gemüt sein eigen nennt, das Leben auf die leichte Schulter nimmt und dabei versucht, möglichst nicht mit seinem despotischen Vater aneinander zu geraten; Philippe, der von den Meindorffs aufgenommen und erzogen wurde, der das prädestinierte schwarze Schaf darstellt, da kaum jemand erkennt, welcher Scharfsinn in ihm steckt und wieviel Gefühl er zu verbergen versucht...

Neben den sehr greifbar charakterisierten Personen und bildhaft beschriebenen Schauplätzen (neben Berlin auch St. Petersburg und Deutsch-Südwestafrika), finde ich die ausgiebig recherchierten historischen Zusammenhänge und deren Einbettung in die Handlung sehr bemerkenswert - abgesehen von den Werken Ken Folletts, habe ich dies in dieser Ausführlichkeit und gekonnten Verknüpfung mit der Handlung noch kaum irgendwo gelesen.

Wer nun aber glaubt, im Geschichtsunterricht zu landen, der sei beruhigt: "Himmel über fremdem Land" ist eine unterhaltsame, beängstigende, mitreißende, heitere und traurige Reise an der Seite der Protagonisten in das Jahr 1908.

Ich jedenfalls freue mich auf den zweiten Teil, der im September erscheinen wird.
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am 20. April 2013
Im März 1908 verändert sich für die erst 13 jährige Demy van Campen, aus der niederländischen Provinz Zeeland , ihr Leben. Sie begleitet ihre Schwester Tilla als Gesellschafterin nach Berlin, wo Tilla den Industriellensohn Joseph Meindorff heiratet. Damit sie Tilla begleiten kann und im Hause Meindorff eine Anstellung erhält, hat Tilla sie kurzerhand als 16jährig ausgegeben.
Demy, ein lebhaftes Mädchen, vermisst ihre jüngeren Geschwister, die nach dem Tode der Mutter mit dem Vater in den Niederlanden bleiben und fühlt sich in der steifen Umgebung der Familie Meindorff eingeengt.
Die große Kluft zwischen Arm und Reich, die in Berlin sehr deutliche zu merken ist, verträgt sich nicht mit Demys Sinn für Gerechtigkeit. Mutig und im Geheimen bleibt sie ihren Grundsätzen treu und bemüht sich, so wenig wie möglich anzuecken und den hohen Erwartungen des Hauses Meindorff zu genügen. Schon bald soll sie, nach dem Willen des Rittmeisters Meindorff, mit dessem jüngeren Sohn Hannes vermählt werden.
Hannes ist Demy wohlgesonnen, liebt aber Edith, eine junge Frau aus der Arbeiterklasse.

Meinung / Fazit:
Das Buch "Himmel über fremdem Land" hat den Untertitel - Die Meindorff Saga, Band 1- die weiteren Bände sind in Vorbereitung und sollen im September 2013 und im März 2014 veröffentlicht werden.

Damit sich der Leser in den Handlungen besser zurechtfinden kann, werden ihm ein Personenregister, eine Auflistung der historischen Personen sowie eine Liste mit Anmerkungen, die im Buch mit kleinen Zahlen versehen sind, an die Hand gegeben.

Die Geschichte beginnt in den Niederlanden, dem Wohnsitz der van Campen und bringt den Leser im Verlauf der Geschichte an die Handlungsorte Berlin, St. Petersburg und Deutsch-Südwestafrika in der Zeit von März 1908 bis September 1908. Dort lernt der Leser verschiedene Mitglieder der Familien van Campen und Meindorff kennen.
Die Protagonisten und ihre Charaktere sowie die Schauplätze der Handlungen werden durch den flüssigen und bildhaften Schreibstil der Autorin zum Leben erweckt.
Die politischen Geschehnisse, der Unmut in der Bevölkerung bei Arm und Reich, die Verwicklungen und Intrigen innerhalb der Familie Meindorff bauen Spannung und Neugier auf und lassen den Leser in die damalige Zeit eintauchen.
Ganz dezent ist in einigen Kapiteln der christliche Glaube eingeflochten, der sich gut in die Geschehnisse einfügt.

Dieser erste Band der dreiteiligen Familiensaga war für mich eine Lesegenuss und ich warte gespannt auf die Fortsetzung, damit ich erfahre, wie es mit den Mitgliedern der Familien van Campen und Meindorff weitergeht.
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Elisabeth Büchle hat sich längst einen Namen als Autorin historischer Romane gemacht. Bei "Himmel über fremdem Land" handelt es sich um den ersten Teil einer Saga, die vor und während des Ersten Weltkriegs in Deutschland, den deutschen Gebieten in Afrika und Sankt Petersburg spielt.
Die 13-jährige Demy begleitet ihre Schwester Tilla nach Berlin, wo diese den Industriellen Meindorff heiratet. Demy fällt es schwer, sich in der Fremde einzugewöhnen. Als Gesellschafterin darf sie eigentlich weder persönlichen Kontakt zu den anderen Dienstboten noch zu den Herrschaften pflegen. In der Arbeitertochter Lieselotte findet sie eine Freundin. Doch deren extreme Ansichten treiben bald einen Keil zwischen sie.
Demys Schwager Hannes lebt unbekümmert in den Tag hinein. Bis er sich in eine junge Arbeiterin verliebt. Sein Vater ist strikt gegen diese Verbindung. Hannes muss sich entscheiden, ob er dem Patriarchen die Stirn bieten kann und will.
Hannes Ziehbruder Philippe ist unterdessen als Offizier in Deutsch-Südwestafrika. Dort versucht er, Überfälle auf Diamantfelder aufzuklären. Seine Liebe zu einer Eingeborenen ist seinem Ziehvater natürlich ein Dorn im Auge. Eine Eheschließung war im heutigen Namibia damals nicht einmal rechtsgültig. Durch seine Recherchen gerät er außerdem in Lebensgefahr.
Jeder der drei Protagonisten erlebt die Kluft zwischen Arm und Reich hautnah. Alle gehören zur Oberschicht, auch wenn Demys Situation unklar ist. Durch Demys Besuche im Scheunenviertel lernt der Leser auch die Welt der Armen kennen. Zwischendurch wird außerdem aus Sicht der Arbeiterinnen und der Eingeborenen erzählt, sodass sich dieser Einblick vertieft.
"Himmel über fremdem Land" ist hervorragend geschrieben. Elisabeth Büchle hat sehr viel recherchiert und im Anhang finden sich einige Informationen zu den Nebenfiguren aus Politik und Gesellschaft. Kleine Details geben dem Buch etwas Besonderes. In den Gesprächen der jungen Leute wird klar, wie unterschiedliche die Ansichten zu einem eventuellen kommenden Krieg damals waren. Eines war er jedenfalls nicht: unvorhersehbar.
Trotzdem hat mich dieses Buch nicht so gefesselt wie Büchles frühere Romane. Der Einstieg in die Geschichte ist weniger rasant, schließlich umfasst das Buch auch nur ein Drittel der Saga. Die Hauptpersonen sind nicht von Anfang an klar. Denn Demy ist keine Meindorff - aber es ist doch die "Meindorff-Saga". Und Hannes und Philippe tragen zwar beide diesen Nachnamen, werden aber als unsympathische Weiberhelden eingeführt. Erst im Laufe des Buches gewinnen sie die Sympathie der Leser. Nicht zuletzt ist dieses Buch nicht in sich abgeschlossen und hat in allen Handlungssträngen ein völlig offenes Ende. Wer nicht so gerne mitten in der spannenden Handlung abbricht, sollte daher mit dem Lesen warten, bis auch die anderen Teile vorliegen.
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