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Kundenrezensionen

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am 29. September 2012
Was mir beim Lesen als erstes positiv auffällt, ist, dass Jorgen Randers sich nicht als anonymer, unbeteiligter Datenlieferant im Hintergrund hält, sondern dass er seine Nachricht als betroffener Zeitgenosse vorbringt, der sehr wohl auch durchblicken lässt, wie es ihm selbst dabei geht. Dadurch wird der Bericht für mich zum Vortrag eines guten Lehrers, dem ich gespannt folge, zu einer lehrreichen Erzählung, die mich tiefer beeindruckt als eine große Sammlung von Wertetabellen und Diagrammen, und mich auch tiefer in eine bewusste Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema verwickelt.

Dass ich nicht mit Daten und Diagrammen überschüttet werde, erfreut mich als zweites. Ich glaube dem Autor gerne, dass er eine große Menge an Daten verarbeitet hat, bin aber froh, dass er seinen Vortrag nur mit einer maßvollen Auswahl daraus unterfüttert.

Als drittes großes Plus erlebe ich die zahlreich eingefügten „Ausblicke“ anderer Autoren, die Randers‘ Darstellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln ergänzen.

Dass eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre recht behält, erwarte ich nicht. Sie wird vielleicht „in vieler Hinsicht“ recht behalten, wahrscheinlich aber werden sich im veranschlagten Zeitraum auch neue Optionen eröffnen, die heute noch nicht sichtbar sind: neu erkennbare Wirkungs-Zusammenhänge und unerwartete Ereignisse, die die Prognose auf ungeahnte Weise verändern. Die Wirklichkeit ist ja sehr viel reicher an Möglichkeiten, als wir uns vorstellen können – insbesondere dann, wenn sie auf eine Krise zusteuert, auf eine „Engstelle“, an der viele gewohnte, berechenbare Entwicklungslinien turbulent und chaotisch werden und an Kipp-Punkte gelangen, an denen „Zufälle“ über die weitere Richtung entscheiden. Das ist es, was für dieses Jahrhundert am sichersten prognostiziert werden kann: die globale Krise. Und genau die macht eine weitere Prognose geradezu unmöglich.

Trotzdem begrüße ich es, wenn jemand eine solche Prognose wagt, wie Jorgen Randers es tut, wenn er nicht nur Chancen und Gefahren analysiert, sondern aufgrund seiner „wohlbegründeten Vermutungen“ vorstellbare Szenarien schildert und auch sagt, welches Szenarium er im Augenblick für das wahrscheinlichste hält.

Seine Prognose „deutet auf keine unlösbaren Probleme in Bezug auf Öl, Nahrungsmittel, Wasser oder andere Ressourcen hin. (…) Die Weltwirtschaft verfügt über enorme Kräfte, die Gesellschaft muss nur entscheiden, sie auch zu nutzen. Die größte Herausforderung in unserer gemeinsamen Zukunft ist also nicht das Lösen der Probleme, sondern die Entscheidung, sie auch lösen zu wollen“ (Seite 277). An anderer Stelle (Seite 407) heißt es: „Das Ausbleiben von engagierten und konsequenten Reaktionen der Menschheit in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf einen gefährlichen Pfad der sich selbst verstärkenden globalen Erwärmung bringen.“ Wir Menschen hätten es also – der äußeren Sachlage nach – in der Hand, für die Nachhaltigkeit einer menschenfreundlichen Ökosphäre zu sorgen; wir werden aber – das ist Jorgen Randers‘ große Sorge – aus in uns selbst liegenden Gründen (Kurzsichtigkeit in Ökonomie und Politik, psychologische Probleme) zu lange zögern, dies auch wirklich zu tun. Hier bleibt Raum für Zuversicht: Vielleicht können die blockierenden „Sachzwänge“ doch schneller überwunden werden als befürchtet; Jorgen Randers fordert mich als Leser deshalb auch auf (Seite 404): „Hoffen Sie auf das Unwahrscheinliche! Arbeiten Sie auf das Unwahrscheinliche hin!“ und beendet seinen Bericht mit den Worten: „Bitte helfen Sie mit, dass meine Prognose sich als falsch erweist. Gemeinsam können wir eine bessere Welt erschaffen.“

Befremdlich finde ich manche seiner 20 persönlichen Ratschläge, die er zum Schluss gibt für den Fall, dass „die Menschheit die Kurve nicht mehr kriegt und es zulässt, dass Armut weiter besteht und der Klimawandel sich immer weiter verstärkt“. Das sind Ratschläge an die Bewohner der bis dato wohlhabenden Industriestaaten, wie sie mit den drohenden Einbußen am besten fertig werden. Nachvollziehbar erscheint mir der Rat Nr. 2: „Vermeiden Sie eine Vorliebe für Dinge, die bald verschwunden sein werden“, z.B. ein eigenes Gärtchen in der Vorstadt – wir werden wahrscheinlich Hochhauswohnungen in überfüllten Megastädten bewohnen müssen. Ratschlag Nr. 3: „Investieren Sie in hochwertige Unterhaltungselektronik als Ersatz für die Realität“ kann ich gerade noch als traurigen, aber folgerichtigen Pragmatismus interpretieren, obwohl er mir schon zynisch erscheint. Dem Ratschlag Nr. 4: „Erziehen Sie Ihre Kinder nicht zu Naturliebhabern“ (denn als Naturliebhaber werden sie unnötig darunter leiden, dass diese Natur nach und nach verschwindet), kann ich nicht mehr folgen. Jorgen Rangers: „Ein solcher Wertetransfer ist sehr nützlich, solange die Gesellschaft sich nur langsam verändert, weil die Kinder so lernen, ihre Lebensumgebung zu mögen. Wenn Gesellschaft und Umgebung sich zu schnell verändern, verlieren die Ratschläge der Älteren ihre Bedeutung. Und im ungünstigsten Fall werden die Kinder ihr Leben lang unglücklich, weil sie mühsam die falschen Werte gelernt haben.“

Kann man die „Liebe zur Natur“ mit all ihren Werten einfach als „falsch“ über Bord werfen, weil „Natur“ restlos von menschlicher „Kultur“ ersetzt wird? Wenn Gesellschaft und Umgebung sich in globalem Ausmaß so schnell verändern, dass eine Überlieferung von Werten sich nicht mehr lohnt, weil diese sich innerhalb einer einzigen Menschengeneration fundamental ändern, dann sind wir am Höhepunkt der „globalen Beschleunigungskrise“ (Peter Kafka), an dem das Neue nicht mehr auf Bewährtem aufbauen kann und ein Absturz in kompliziertes Chaos schon aus logischen Gründen wahrscheinlich wird. Sollten wir uns nicht spätestens dann erinnern an die Natur, wie wir sie liebten, weil sie uns lehrreiche Kunde gab von einer gut eingespielten, dynamischen Ordnung von hoher Komplexität, von hohem „Wert“ also?

Möglicherweise verstehe ich Jorgen Rangers in diesem Punkt falsch. Diese Werte-Diskussion ändert auch nichts daran, dass ich das Buch wärmstens zur Lektüre empfehle.
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am 6. November 2012
1972 war die leitende Frage einer Gruppe von Wissenschaftlern am MIT, der auch Jorgen Randers angehörte: „Was wird im Lauf der nächsten 130 Jahre geschehen, wenn die Menschheit beschließt, ganz bestimmte Strategien zu verfolgen“? Ohne damit den Anspruch einer „Prognose“ zu erheben, da die Gruppe am MIT unzählige Unwägbarkeiten im Raume stehen sah. Dennoch erzeugte das damalige Buch eine rege Diskussion und eine weite Verbreitung. Vor allem in der nüchternen Bestandsaufnahme: „Wenn sich nicht grundsätzlich etwas ändert, ist die Menschheit im Begriff, auf gefährliche Weise über die materiellen Grenzen unseres Planenten hinauszuwachsen“.

Mit nun, wie Randers sachlich anführt, zwei Alternativen, die damals bereits benannt wurden: Entweder „gesteuerter Niedergang“ durch die „geordnete Einführung einer neuen Lösung“ oder eben „Zusammenbruch“. Denn eines ist sicher: „Die Grenzüberziehung kann nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden“. Letztlich also stellt Randers auch 40 Jahre nach dem ersten Bericht die Frage, ob der Mensch als Menschheit lernfähig ist oder eben nicht und dann dumpf vor die Wand läuft. Die von der Gruppe am MIT erwartete „vorausschauende und weise Politik“ ist offenkundig zumindest nicht durchschlagend eingetreten.

Auf dieser Basis wagt Randers nun „einen Schritt weiter“. Nicht „Tendenzen“ will er benennen, sondern eine konkrete „Prognose“ im Sinne einer „wohlbegründeten Vermutung“ abgeben für die nächsten 40 Jahre. Und die hat es (negativ) in sich, für schwache Nerven jener, die ein „weiter so, wird schon gehen“ propagieren, ist dieses Buch wahrlich nicht geeignet, wohl aber für eine sachliche, nüchterne und sicher auch harte Debatte auf der Grundlage der erhobenen Fakten und deren Deutung im Buch.

Einen umfassenden Bericht in (fast) allen relevanten Lebensbereichen des Menschen auf diesem Planeten legt Randers im Folgenden detailliert, fundiert, nachvollziehbar und überzeugend argumentiert vor. Ein Bericht, der vor allem eines aufzeigt: Wenn weiterhin keine grundlegende, harte und radikale Änderung in der Politik und der Haltung des Menschen an sich eintritt, steht ein „Zusammenbruch“ tatsächlich bevor. Wobei Randers kein „Untergangsprophet“ ist, der polemisch alleine Aussagen tätigt. Ganz konkret bietet er „Lösungen“ an, ruft nach anderen „Haltungen“, die auf der Basis seiner Erkenntnisse und seiner Prognose für ein „Umsteuern“ unabdingbar sind.

Gar nicht ironisch gemeint sind dann aber auch die sperrigen und aufrüttelnden „Ratschläge“ zum Schluss, die dann greifen, wenn es zusammenbrechen sollte! Und die, wenn man sie list, in ihrer negativen Ausrichtung fast noch stärker wirken als die feinteiligen Argumente im Buch selbst. Denn Randers ist auch Realist. Ob man seinen Ratschlägen auf oberer Ebene folgt, das ist für ihn durchaus zweifelhaft und so gibt er persönliche „Wegweisungen“, das allein „eigene Wohlergehen“ nach vorne zu bringen

Mehr Wert legen auf Zufriedenheit statt auf Einkommen. Dinge vermeiden, die nur kurzfristig Bestand haben. Hochwertige Unterhaltungselektronik statt „Realität“, beugt brutalen Enttäuschungen vor. Kinder nicht zu Naturliebhabern machen, denn das wäre zu hart, wenn die Natur entfällt. Vielfalt genießen, solange es sie noch gibt. Sehenswürdigkeiten besuchen, bevor diese ruiniert sind. An einen Ort ziehen, der vom Klimawandel kaum betroffen wird. In ein Land ziehen, das entscheidet statt nur Interessen der Mehrheit abwägt. Einen Job in erneuerbaren Energien suchen, Mandarin lernen. Sich davon verabschieden, das Wachstum gut ist. In Dinge investieren, die robust gegen soziale Unruhen sind. Und an Politiker: Bitte nur unterstützten, was kurzfristig Gewinn verspricht. Und daran denken, dass die Zukunft viele Grenzen bereit halten wird.

Es ist zu empfehlen, die Lektüre des Buches mit den Ratschlägen am Ende zu Beginnen, um dann, sehr beunruhigt, der fundierten Darstellung im Buch von Beginn an in entsprechender Haltung gegenüber zu treten.

Es bleibt die Hoffnung Randers, er möge irren mit seiner Prognose und es bleibt der Aufruf: „Leben sie mit der drohenden Katastrophe, ohne die Hoffnung zu verlieren“. Gerade in seiner profunden Sachlichkeit entfaltet das Buch eine enorme Wirkung auf den Leser. So er bereit ist, sich der Realität des Zustandes zu stellen und Randers Analyse mit offenen Augen zu lesen. Gegen alle Bequemlichkeit und gegen alle Neigung eines „wird schon gut gehen“.
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am 19. November 2012
Jorgen Randers, Mitautor der "Grenzen des Wachstums" von 1972, will nicht wie damals vor 40 Jahren Zukunftsszenarien entwickeln (Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittel- und Ressourcenknappheit, die sich abzeichnende Umweltzerstörung), um schneller zu technischen Lösungen zu finden, sondern eine Prognose geben mit allgemeinen Trends und Tendenzen. Er veranschaulicht seine Darstellung mit hervorragenden, leicht verständlichen Graphiken (Kurven).

Seine Prognose: Wird der Kapitalismus die auf uns zukommenden Änderungen wie den Sturz aus ehemaliger Herrlichkeit der reichen Welt und die steigende Produktivität im Rest der Welt überleben? Randers prognostiziert: zum Teil, oft stark modifiziert.
Das Wirtschaftswachstum wird nicht mehr so weitergehen können, der Konsum etwa in China wird eingeschränkt werden. Die Demokratie erweist sich als (allzu-) langsam, nach 2052, wo die Probleme immer brennender werden, kommt der Umschwung zur Änderung, spät wenn nicht zu spät. Klimaänderungen bringen mehr Dürren, Hochwasser, Extremwetterereignisse und Insektenplagen. Die Welt ist noch in Betrieb, aber mit höheren Betriebskosten und beängstigenden Aussichten für den Rest des 21. Jahrhunderts. Die Hitze werden zu spüren bekommen die Mitte der Vereinigten Staaten, Osteuropa, Nordafrika, Zentralasien, Westaustralien und die tropischen Wälder rund um den Amazonas. Das BIP wird langsamer wachsen und wir werden lernen, dem Planeten weniger Schaden zuzufügen. Die regionale Verteilung des Anstiegs wird unterschiedlich sein: die Produktivität der Chinesen wird enorm ansteigen, die Amerikaner und Europäer werden auf dem Niveau von 2010 verharren, während der Rest der Welt bedrückend nahe bei dem heutigen Pro-Kopf_BIP bleiben wird.
Während sich zur Zeit in der Weltwirtschaft 25% des BIP auf Investitionen beläuft und drei Viertel auf Konsum, werden zukünftig neue Kosten entstehen (Ersatz für knappe Ressourcen, für gefährliche Emissionen, für ökologische Dienstleistungen wie Wasser von den Gletschern oder Fischproteinersatz, Stilllegung von Atomkraftwerken, Schutz vor Klimaschäden, Wiederaufbau von durch Extremwetter zerstörte Immobilien und Infrastruktur, Unterhalt von Streitkräften zur Abwehr von Immigranten und Verteidigung von Ressourcenvorräten). Die Investitionen werden auf 36% des BIP gebracht werden müssen, zwei Drittel bleiben für den Konsum. Die Weltwirtschaft wird bis 2052 auf das Doppelte anwachsen und die Energieintensität um ein Drittel abnehmen. Somit wird der Energieverbrauch steigen. Durch geringeren Verbrauch an Kohle, Öl und Gas durch erneuerbare Energien wird die Klimaintensität gesenkt werden. Die Atomkraft wird schrittweise an Bedeutung verlieren, denn die wahren Kosten lassen sich nicht verschleiern, die Risiken nach Fukushima nicht begrenzen, Atomanlagen sind anfällig für Terrorangriffe.
2052 werden 80% aller Menschen in Städten leben, 2030 1,5 Milliarden in überfüllten Slums.

Vereinfacht besagt Randers Prognose für 2052, dass es genug Energie, Getreide und Hühnerfleisch sowie etwas Fisch geben wird - außer für die Armen. Und es wird zuviel CO² in der Atmosphäre geben.

Das Internet wird allgegenwärtig sein, wohl ohne den Produktivitätszuwachs zu beschleunigen. Die Privatsphäre, wie wir sie kennen, wird auf der Strecke bleiben. Der Staat wird wohl ein solidarisches Versorgungssystem für Gesundheit in großem Maßstab einrichten, weil es sich als effizienter und gerechter erweisen wird.
Unternehmen werden sich zu Nachhaltigkeit ändern.
Randers fügt der globalen Prognose noch die von fünf Regionen hinzu: den Vereinigten Staaten, Chinas, den OECD-Ländern ohne die USA, den aufstrebenden Schwellenländern und der restlichen Welt.

Schlussendlich bietet Jorgen Randers lakonisch und vergnüglich zu lesen 20 Tipps, deren Erfüllung uns helfen soll, mit der drohenden Katastrophe zu leben ohne die Hoffnung zu verlieren.
Seine Schlussbemerkung: "Es bleibt mir nur noch eines zu sagen: Bitte helfen Sie mir, dass ,meine Prognose sich als falsch erweist. Gemeinsam können wir eine bessere Welt erschaffen."
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am 6. November 2012
Ich war begeistert vom 30-Jahres-Update des Berichtes an den Club of Rome 2004. Randers schrieb dies damals noch gemeinsam mit Dennis Meadows, der nun aber schon vor geraumer Zeit ankündigte, kein 40-Jahres-Update mehr mit erstellen zu wollen. Daher nun wohl das Werk von Randers alleine.

Es ist gründlich, gut abwägend, keinesfalls rein pessimistisch oder apokalyptisch, manchmal fast etwas zu ausschweifend, so ein 400-Seiten-Buch will ja erst mal gelesen sein, und das - wie immer - natürlich von möglichst vielen Menschen! Eine knappere Zusammenfassung, mit fortgeführten Daten und Kurven des 30-Jahres-Updates, hätte es mir leichter gemacht.

Aber die Mühe, doch noch einmal all die bekannten Fakten zu bewerten, ist anzuerkennen, auch die bereichernde Erweiterung um die Blickwinkel weiterer Experten, wobei hier oft Redundanz und Überschneidung festzustellen war (etwa zur Frage der Sonnenenergie).

Zum Teil befremdend waren die 20 Ratschläge am Schluss, da stimme ich dem Vorrezensenten Ernst Weeber zu. Ich werde mein Kind weiter für Natur zu begeistern versuchen und nach angemessener Zeit vom Computer wegziehen, auch wenn es vielleicht tatsächlich in einigen Jahren schon kaum noch "Natur" geben wird (eine Fläche von 29 Fußballfeldern wird täglich -!- in Bayern verbaut!).

In der Summe: mit kleinen Abstrichen absolut lesenswert. Man kann sich auch nur einzelne Kapitel rausziehen, z. B. den Abschnitt III "Analyse", und hat doch das Wesentliche dabei erfasst.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. Oktober 2012
Das Buch zeichnet sich v.a. dadurch aus, dass es anders als manch andere Publikationen zum gleichen Thema relativ ausgewogen und unaufgeregt daher kommt. Große Neuigkeiten enthält es aber im Grunde auch nicht.

- Die Weltbevölkerung wird bei etwa 8 Mrd. ihren Höhepunkt überschritten haben.
- Die Verstädterung wird massiv zunehmen.
- Globale, digitale Netzwerke ersetzen zunehmend nationalstaatliche Initiativen.

- Die Klimaerwärmung wird 2 Grad Celsius erreicht haben. Ökosysteme werden zerstört. Parks unsere nahezu letzten Berührungsflächen mit der Natur.
- Statt der Klimaänderung entgegen zu wirken, wird es zunehmend um Anpassungsstrategien gehen.
- Die Nahrungsmittelknappheit wird zu einer Fokussierung auf Kalorien- und Nährstoffreichtum auf Kosten kulinarischer Vielfalt führen.

- Weder werden USA noch EU bzw. OECD-Länder im Finanzchaos versinken. Ihre wirtschaftliche und politische Macht wird sich aber zunehmend relativieren.
- China wird zur neuen Supermacht. Die Welt wird sinozentrisch sein.
- Die BRICS-Staaten werden weiter aufholen.
- Der Rest der Welt wird sich in nur bescheidenem Maß voran bewegen.

- Angesichts einer immer älter werdenden Weltbevölkerung werden Generationenkonflikte verschärft und vermehrt auftreten.
- Die zunehmende Ressourcenknappheit beschwört Konflikte herauf.
- Die Kluft zwischen Superreichen, Mittelstand und Armen wird weiter steigen, wenngleich es gelingen wird, absolute Armut abzubauen.
- Regional wird es aufgrund wachsender Klassenunterschiede zu Unruhen und Aufständen kommen.

Allen derzeitigen Initiativen zur Eingrenzung des Klimawandels, des Ausbaus Erneuerbarer Energien, der Verwirklichung von mehr Gemeinwohlorientierung im kapitalistischen Wirtschaftssystem, mehr sozialer Gerechtigkeit, Abbau der Armut in der Dritten Welt etc. werden Fortschritte machen. Dies jedoch nicht in einem Maß, das ausreichend wäre, die negativen Trends in all diesen Bereichen zu stoppen oder gar umzukehren.

In den meisten Punkten kann man dem Autor folgen. Manches überzeugt nicht wirklich. China als Mittelpunkt der Welt ist schwer vorstellbar. Dazu gehört - selbst wenn China die gewaltigen Herausforderungen im eigenen Inneren bewältigt - mehr als wirtschaftliche und politische Macht und Größe. China ist kein Sympathieträger. Seine Kultur interessiert und fasziniert, lädt aber nicht zur Nachahmung ein. Und Mandarin als Weltsprache scheitert in einer Welt, die mehr vom Vorteils- und Effektivitätsdenken als allem anderen geprägt ist, am hohen Lernaufwand.

Schwer vorstellbar auch, dass für Länder wie Brasilien, Russland oder Saudi-Arabien auf Dauer die fossile oder biologische Rohstoffproduktion Basis des Wachstums sein kann.

Auch bleiben einige Entwicklungen mit deutlichem Konfliktpotenzial unterbelichtet.
Wo wird sich der arabische Raum hin entwickeln?

Welche Konsequenzen wird die demographische Entwicklung unter ethnisch-kulturellen Gesichtspunkten haben? In allen Ländern des Westens wird der Anteil des "weißen Mannes" erheblich sinken. In den USA zugunsten der Latinos, in Europa zugunsten der türkischen, arabischen bzw. afrikanischen Migranten. In Russland zugunsten der asiatischen Bevölkerung mit
islamischem Hintergrund.

Nicht weniger Konfliktpotenzial im Nahen Osten. In Israel/Palästina verschiebt sich das Bevölkerungsgleichgewicht mehr und mehr zugunsten der Palästinenser. Dazu kommen "Youth Bulges" in den anderen arabischen bzw. islamischen Ländern.

Alles in allem trotzdem ein informatives Buch. Wichtig auch, dass in erster Linie aktuelle Tendenzen weiter gedacht wurden. Das bedeutet auch, so der Autor, dass es keine Zwangsläufigkeit gibt. Die Menschheit hat es in der Hand, negative Entwicklungen noch zu korrigieren.
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am 8. September 2013
Nach Lektüre von "Die Grenzen des Wachstums" von 1972 und "Grenzen des Wachstums. Das 30-Jahre-Update" von 2004 war ich sehr gespannt wie sich "2052" in dieser Reihe verhält.
Es ist anders, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass das federführende Wissenschaftlerpaar Meadows zwischenzeitlich verstorben ist. Jorgen Randers wurde im 30-Jahre-Update von Dennis Meadows bereits als derjenige mit dem pessimistischen Blick auf die Menschheit beschrieben. Diesen Ruf macht er alle Ehre und baut ,anstatt von erneuten Vorhersagen aufgrund von Computermodellen, seine Zukunftsvision auf ein einziges Modell auf, welches er für am realistischsten hält. Dabei ist es schwer die Hoffnung nicht zu verlieren aber auch das habe ich geschafft.
Dies zur Basis nehmend, beschreibt er beeindurckend und anschaulich die Welt von Morgen. Die kurzen Texte von anderen Wissenschaftlern in dem Buch beziehen sich meist auf kleinere Sachgebiete runden das Bild jedoch sehr gut ab. Der globale Maßstab lässt es natürlich nicht zu, dass absolut über alles geredet wird aber ich finden diesen Freiraum ganz hilfreich. Man bekommt einen konsestenten Rahmen für eigene Zukunftsideen, mit denen man sich auch noch längerfristig beschäftigen kann.
In meinem persönlichen Fall kam es nach der Lektüre dieses Buches (wobei man es besser Verschlingen nennt, bei einer Lesezeit von 5 Tagen) sogar dazu, dass es Grundlage meiner Bachelorarbeit wurde.
Jeder ökologisch und politisch interessierte Mensch sollte dieses Buch zu seiner Pflichtlektüre machen (besonders wir unter 30-Jährigen sollten es anlesen, denn wir werden mit den beschriebenen Problemen noch zu kämpfen haben).
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am 12. März 2014
Es gibt nichts spannenderes als eine ernsthafte und wissenschaftlich fundierte Prognose zu lesen, wie es mit unserer Welt wohl weiter gehen wird, wenn wir so weiter machen wie bisher oder wenn wir etwas ändern könnten. Die Autoren haben auch schon in den frühen Siebzigern ein ähnliches Werk veröffentlicht und daraus ihr Resummé gezogen. Sehr empfehlenswert für alle, die nicht nur so in den Tag hinein leben wollen!
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Kommende Veränderungen wie den Klimawandel, wird niemand mehr aufhalten können, davon sind Jorgen Randers und seine Mitautoren überzeugt; es müßte jetzt - sofort - gehandelt werden, und das wird es nicht. Auch wenn die Autoren von 2052 - EINE GLOBALE PROGNOSE FÜR DIE NÄCHSTEN 40 JAHRE pauschale Aussagen vermeiden, so liest der Leser doch, in der textlichen Beantwortung vieler Einzelfragen, dass es den meisten Menschen im Jahr 2052 schlechter gehen wird als heute (auch wenn natürlich immer betont wird, dass diese Einschätzung davon abhängt, wo jemand lebt).

Die Veränderungen des Klimawandels werden eine neue Einteilung in Europa bringen, ein "neues Europa", wie die Autoren schreiben, es wird Gegenden geben, die von den Auswirkungen des Klimawandel kaum betroffen sein werden, wie z.B. Schottland (dafür gibt es eine sehr gute Prognose!) oder die skandinavischen Länder, auch Teile Deutschlands. Es wird sehr genau abgegrenzt, wenn präzise Prognosen geäußert werden.

Im letzten Teil des Buches, der Analyse, werden konkrete Fragen zur Zukunft sehr eindeutig beantwortet, so z.B.: "Wird Energie teurer? - JA" oder "Wird die jüngere Generation widerspruchslos die Schulden und Renten der Alten zahlen? - NEIN" oder auch "Wird die Übergabe der Vormachtstellung von den Vereinigten Staaten an China friedlich vonstattengehen? - JA".

Jede Antwort der Autoren, egal in welcher Form sie gegeben wird, wird stets ausführlich begründet und belegt. Ein hochinteressantes Buch, das anscheinend noch zu wenige Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik gelesen haben.

Fazit: dieses Buch ist so wichtig, dass man es KOSTENLOS verteilen müßte!!!

( J. Fromholzer )
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am 30. April 2016
Absolut lesenswert, wenn manchmal auch viel trockene Statistik. Ich denke es gibt keine genauere Einschätzung der Zukunft, sofern dies überhaupt von Menschen möglich ist.
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am 27. Juni 2015
Zweifellos steuern wir auf ein Klimaproblem zu, das durch CO2 und andere Treibhausgase verursacht wird. Windstromerzeugung und Photovoltaik ziehen sich – so mein Eindruck - wie ein roter Faden durch das Buch. Windstromerzeugung und Photovoltaik ergänzen sich im Jahresgang. Beide Techniken sind auch zusammen nicht grundlastfähig. Rund 35 GW z.Zt. installierte Windrad-Nennleistung liefern im Durchschnitt 5 bis 6 GW von denen im Jahresgang etwas mehr als 1 GW grundlastfähig sind. Dieses Problem ist weder durch einen weiteren Windradwildwuchs und auch durch Speicherung der Stromspitzen (P2G, CAES, Akkus, Pumpspeicherkraftwerke etc.) nicht lösbar. Dazu z.B. Sinn, Ifo- Institut, Energiewende ins Nichts. Das Problem ist die Dimension, d.h. z.B. für die Bundesrepublik ein Bedarf von 50 bis 70 GW je Tag. Randers skizziert das Problem zutreffend. Er skizziert aber (leider) keine Lösung.
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