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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Logische Grenzen des Wachstums
Das Bruttoinlandsprodukt ist kein Maßstab für das Wohlergehen moderner Gesellschaften, sondern für ökologische Zerstörung. Unser Wohlstand beruht auf ökologischer Plünderung. Eine Rückkehr zum menschlichen Maß (ein durchschnittliches Quantum an Verbrauch ökologischer Ressourcen, der die irdische Tragekapazität...
Veröffentlicht am 16. April 2012 von Gerhard Brouwer

versus
99 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenig neues - schwer verdaulich
Auf den Autor bin ich durch mehrere Hinweise in Zeitungen, Rundfunkbeiträgen aufmerksam und neugierig geworden. Die dadurch geweckten Erwartungen werden mit dem Buch leider nicht erfüllt. Anstatt des versprochenen Weges in die Postwachstumsökonomie findet man die hundertste Kritik an der Idee eines immerwährenden Wachstums, wobei es dem Autor vor allem...
Vor 19 Monaten von Thomas Wiedemann veröffentlicht


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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Logische Grenzen des Wachstums, 16. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Das Bruttoinlandsprodukt ist kein Maßstab für das Wohlergehen moderner Gesellschaften, sondern für ökologische Zerstörung. Unser Wohlstand beruht auf ökologischer Plünderung. Eine Rückkehr zum menschlichen Maß (ein durchschnittliches Quantum an Verbrauch ökologischer Ressourcen, der die irdische Tragekapazität dauerhaft erhält) bedeutet eine Rückkehr zur Sesshaftigkeit. Nur wenn die individuelle CO²-Menge von 2,7 Tonnen pro Jahr bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen bleibt, ließe sich das Zwei-Grad-Klimaschutz-Ziel der EU erreichen.
Arbeit sparender technischer Fortschritt ist nur dann kein sozialer Wachstumstreiber, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit reduziert wird (auf 30, langfristig 20 Stunden).
Katalysatoren, Passivhäuser oder Ökostrom können dazu verleiten, größere Autos, mehr Häuser oder mehr Stromverbrauch zu rechtfertigen (Alibiwirkung). Widersprüche wie die des Geländewagen fahrenden Stammkunden des Bio-Supermarktes oder den Ökostrom nutzenden Haushalt der über so viele Flachbildschirme, Computer und Stereoanlagen wie Zimmer verfügt, sind Beispiele für symbolische Handlungen. Per se sind nicht Technologien und Objekte nachhaltig, sondern allein Lebensstile.
Nachhaltigkeitswirkungen können ausschließlich auf Basis individueller Ökobilanz dargestellt werden. Der Ecological Footprint muss zugrundegelegt werden! Es bräuchte keine Weltregierung oder Ökodiktatur, sondern etwas mehr Ehrlichkeit. Nachhaltigkeitsbemühungen, die sich an der Subjektorientierung vorbeischummeln, sind nicht nur überflüssig, sondern schädlich.
Kulturell gesehen ist genug nie genug: Wachstum erzeugt Differenzen, deren Beseitigung neues Wachstum notwendig macht.

Die Postwachstumsökonomie muss regional wirtschaften bis hin zur Selbstversorgung. Die partielle De-Globalisierung ist nur zum Preis verringerter materieller Kaufkraft und Optionenvielfalt zu haben. Weitere Faktoren sind Gemeinschaftsnutzung, Nutzungsdauerverlängerung, Eigenproduktion.
Zur Suffizienz schreibt Paech den Ratgebersatz: Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.

Politik schafft die Rahmenbedingungen zum schrittweisen Ziel der Postwachstumsgesellschaft, wozu auch die Beendigung jeglicher Bankengeldschöpfung und eine Bodenreform gehört. Ein Teil der Industrieanlagen, Autobahnen, Parkplätze und Flughäfen wären in prägnantem Umfang stillzulegen, zurückzubauen und so weit wie möglich zu renaturieren. Das Bildungssystem muss Kindern und Jugendlichen das Rüstzeug liefern, ein verantwortbares Leben innerhalb ökologischer Grenzen zu gestalten.
Wer nicht über seine ökologischen Verhältnisse lebt, kann ein ehrliches plünderungsfreies Glück genießen.

Die Frage an Niko Paech: Realisierbar? Alternativlos!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schonungslose Aussichten, 30. April 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Wer sich mit dem Thema Postwachstumsökonomie zum ersten Mal befasst, tut sich mit Niko Paech's Buch vielleicht etwas schwer: es ist recht kurz, programmatisch, häufig wenig anschaulich und nicht einfach geschrieben. Eine bessere Einführung bietet da Tim Jackson's "Wohlstand ohne Wachstum", das zudem eine weit ergiebigere Fundgrube für weiterführende Interessen bietet. Auch Niko Paech's Vortrag in Göttingen 2010 zum Thema ist interessanterweise viel anschaulicher geraten als dieses Buch [...]. Die Stärke des Buchs - auch im Gegensatz zu Tim Jackson - besteht meiner Meinung nach darin, dass er es versteht das Leben in der Postwachstumsgesellschaft anschaulicher zu beschreiben. Er macht Niemandem etwas vor, was da auf uns zukommt (by design or by desaster)und ist damit vergleichbar mit Naomi Klein, die den Mächtigen Lobbyisten der rechten Szene in Politik und Wirtschaft im Gegensatz zu vielen grün-alternativen Augenwischern recht gibt ("Blätter" 1/12), indem sie sagt, ja, es kann so nicht weitergehen mit dem Kapitalismus!
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für jeden der versuch die Welt zu verstehen!!!, 28. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Bin gerade mit Niko Paech seinem wirklich gelungenen Werk fertig geworden. Was mich so erstaunt hat, dass Niko Paech in seinen Thesen nicht nur am Rande mal über den Tellerrand schaut sondern den kompletten Blick auf die Wirklichkeit wagt. Er schildert in einem leicht zu verstehenden deutsch die Komplexität unseres Wirtschaftssystems und stellt die ausufernden Missstände sehr klar und eindeutig dar. Er entlarvte große Teile der allgegegenwertigen Öko-Industrie als bloße Green-Washer und zeigt auf wie leicht sich der Ottonormalverbraucher von losen Versprechen austricksen lässt. Wie Paech auf Erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen eindrischt kann ich nicht ganz nach vollziehen, meiner Meinung nach etwas zu spekulativ und gewagt. Jedoch auch die einzige Stelle im Buch die ich etwas einseitig dargestellt finde. Besonnders das letzte und vorletzte Kapitel finde ich äußerst gelungen, weil sie sinnvolle Alternativen aufzeigen und den eigentlichen Knackpunkt unserer heutigen Missstände darlegen. Ich kann nur sagen auf in den Weg in eine Postwachstumsökonomie :D .
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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weniger ist mehr, 21. April 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Der Titel deutet schon an, worum es in dem Buch geht: um den Rückbau eines Wirtschaftssystems, das nur auf ruinösem Wachstum auf Kosten der Umwelt und der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen in anderen Teilen der Welt beruht.

Der Autor ruft nun nicht gleich zum totalen Verzicht auf alle Annehmlichkeiten auf, sondern zu einem Hinterfragen der eigenen Gewohnheiten und Reduzierung der Wünsche auf ein gesundes Maß. Er nennt dies "kreatives Unterlassen". Ist es wirklich immer notwendig, den neuesten Flachbildschirm, das neueste Handy zu besitzen? Die kaum noch zu bewältigende Reizüberflutung, die uns über alle möglichen Kommunikationskanäle ereilt, ließe sich in einer einfacheren, überschaubareren Welt mildern. Die stundenlange Vertiefung in eine Sache, wie etwa das Lesen eines Buches, erlaubt stattdessen einen tieferen Genuss, statt fader Oberflächlichkeit.

Und so ist auch das Bild auf dem Buchcover zu verstehen: Raus aus dem goldenen Käfig der von der Werbeindustrie geschickt angestachelten, immer größeren Bedürfnisse nach Konsum - stattdessen Konzentration auf die Quellen des Glücks, die jeder in sich trägt, und die nichts kosten.
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99 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenig neues - schwer verdaulich, 4. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf den Autor bin ich durch mehrere Hinweise in Zeitungen, Rundfunkbeiträgen aufmerksam und neugierig geworden. Die dadurch geweckten Erwartungen werden mit dem Buch leider nicht erfüllt. Anstatt des versprochenen Weges in die Postwachstumsökonomie findet man die hundertste Kritik an der Idee eines immerwährenden Wachstums, wobei es dem Autor vor allem darum geht, zu zeigen, dass auch die Idee eines grünen Wachstums nicht funktioniert.

Das wäre noch akzeptabel, wenn die Argumentation schlüssig und gut lesbar wäre. Das ist aber leider nicht der Fall. Die Argumentation besteht im wesentlichen aus Klischees, die mit schiefen Beispielen belegt wird. So argumentiert der Autor gegen verbrauchsarme Autos, weil mit diesen angeblich mehr gefahren wird, als mit Spritfressern. Passivhäuser sind auch schlecht, weil mit Ihnen der Flächenverbrauch steigt. Der "demonstrativ in Sack und Asch daherkommende Subsistenzaktivist aus der Berliner Alternativscene" wird des Greenwashings bezichtigt, weil er, dank RyanAir, dazu neigt, seine Beine im New Yorker Jazz-Club auszustrecken, und die Biosupermarkt-Stammkundschaft weil sie Geländewagen fährt u.s.w.. Ohne Belege kann ich dem nicht folgen und so richtig lustig ist das auch nicht.

Dafür schwer lesbar.

In bester Professorenmanier versucht der Autor, fehlende Substanz mit Schachtelsätzen und Fremdwortkonstruktionen auszugleichen. Hier eine zufällig ausgewählte Kostprobe: "Die nie versiegende Quelle für gesellschaftspolitischen Handlungsbedarf speist sich aus der Aufdeckung sozialer Differenzen, die sodann in den Imperativ ihrer Beseitigung durch zusätzliches Bewirken und Steigern transformiert werden. So erhält jegliches politische und wirtschaftliche Agieren eine nie zum Ende gelangende, nämlich sich selbst verstärkende Legitimation." Alles klar? (Antwort: es geht hier um Wachstumszwang)

Oder: "Wer das spektakuläre Scheitern der Entkoppelungsstrategie untersucht, stößt nicht nur auf die vielfältige Rebound-Problematik, sondern auf ein Phänomen, das sich als Objektorientierung des Nachhaltigkeitsdiskurses bezeichnen lässt" (ein Beispiel dafür ist das oben erwähnte Biosupermarktparadoxon).

Nach der ziemlich schrägen Wachstumskritik kommen am Schluss die Umrisse einer Postwachstumsökonomie. Die bestehen im wesentlichen aus "Verkürzung von Produktionsketten" bis hin zur regionalen Selbstversorgung anstelle weiterer Globalisierung, Lokalwährungen anstatt Euro und Genossenschaften anstelle Aktiengesellschaften. Das ist alles schön und gut. Aber leider sehr oberflächlich und nicht ganz stimmig. Gezeichnet wird eine Idylle, in der Autos geshared und defekte Festplatten vom Nachbarn repariert werden. Offen bleibt, wo und von wem diese zuvor verteufelten Wachstumsfetische produziert und mit was sie betrieben werden sollen (Solarstrom ist nämlich auch nur ein unökologisches Täuschungsmanöver). Der Anbau von Gemüse im eigenen Garten wird propagiert, wo ein paar Seiten vorher das Eigenheim als verwerflicher Landfraß gebrandmarkt wird. Wichtige strategische Fragen, wie die Ablösung der Wachstumsgesellschaft durch eine Postwachstumsökonomie von statten gehen kann, welche Schwierigkeiten es dabei geben und wie diesen begegnet werden kann, und ob so eine Postwachstumsökonomie selbst überhaupt krisenfest und überlebensfähig ist, werden erst gar nicht angesprochen. Alles in allem: ziemlich enttäuschend
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 150 unbedingt lesenswerte Seiten!, 15. Mai 2012
Von 
Andreas Meissner (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Das Büchlein ist zum Teil schwer zu lesen, viele Substantive und Fachbegriffe jagen sich, gelegentlich ist ein Zurückblättern nötig, um nochmal zu rekapitulieren. Aber: insgesamt wird (in den ja nur 150 Seiten!) der rote Faden schon deutlich! Wir halten Mythen aufrecht (etwa, dass wir durch Effizienzsteigerung und Arbeitsteilung bzw. Spezialisierung das Wachstum steigern und den Ressourcenverbrauch bremsen können), bilden uns ein, dass technische Lösungen uns die Nachhaltigkeit bringen (dabei kommt das zum Bestehenden erstmal zusätzlich dazu - mit noch mehr Energie-, Flächen- und Ressourcenverbrauch) und wollen an unseren Lebensstilen nichts ändern.

Viele eigene Gedanken finden sich hier klar zusammen gefaßt und teilweise dann doch auch anschaulich dargestellt. Wenn wir so weiter machen, also weiter woanders Rohstoffe und Flächen verbrauchen (auch Deserttec ist dafür ein Beispiel!), nur um hier nichts ändern zu müssen, werden wir irgendwann keine Wahl mehr haben, sondern unseren Lebensstil ändern m ü s s e n. Ich persönlich glaube auch nicht, dass es ohne diesen Druck gehen wird. Wenn selbst sonst umweltengagierte Politiker wie der Münchner OB Ude eine dritte Flughafen-Startbahn unterstützt ...! Und das bei einer verbauten Fläche von 29 Fußballfeldern in Bayern täglich!

Paech weist übrigens auch darauf hin, dass wir nicht zuviel Hoffnung in Politiker setzen sollten. Die reagieren erst, wenn die Trends von unten klarer werden und sie befürchten müssen, Wähler zu verlieren, wenn sie sich nicht dranhängen. Die Trends von unten sind derzeit aber kaum erkennbar - allen Agenda21- und sonstigen Nachhaltigkeitsinitiativen zum Trotz. All dies bleibt bisher eine Nische.

40 Jahre "Grenzen des Wachstums"! Neben diesem Werk und dem Essay "Das Ende. Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe" von Gregory Fuller ist das Buch von Paech für mich d a s Buch, das unsere derzeitige den Planeten plündernde Lebensweise am besten beschreibt - und keine Illusionen weckt, von wegen, wird schon alles gut! Wird es nicht, außer wir tun es! Und da kann die "Befreiung vom Überfluss" hilfreich und entlastend sein. Aber die Bedrohlichkeit der schon in Gang befindlichen Entwicklungen (Klimawandel; "Peak Everything"; moderner Landraub; ...) läßt sich nicht mehr wegleugnen - auch wenn das unsere labile Psyche beängstigt und auch lähmt.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider nur eine Streitschrift mit teils inkonsistenten Thesen, 3. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Mit großer Erwartung habe ich mir den Band des Professors vorgenommen, da ich im Vorfeld ein Interview mit Ihm in der Süddeutschen Zeitung gelesen hatte. Bestechend war für mich hier die Tatsache, dass Herr Paech auch das lebt, was er propagiert. So verzichtet er auf Flüge wie auch auf ein Mobiltelefon.

Allerdings sind seine Thesen insbesondere zur Energiewende in Kapitel 4 teils so hanebüchen, dass ich, obwohl ich erst gut die Hälfte des Bändchens gelesen habe, darauf reagieren muss. Für ihn ist die Hinwendung zu Erneuerbaren Energien eine Mär von grünem Wachstum. Er erklärt dies so, indem er von Reboundeffekten spricht, die entstehen, wenn die grünen Energien weiter ausgebaut werden sollen. Es würde insbesondere mehr Energie verbraucht werden, da man die Erneuerbaren als Alibi nehme, um stattdessen mehr zu verbrauchen. Außerdem würden viel mehr neue "Bauruinen" entstehen, und die Erneuerbaren würden mehr Flächen verbrauchen inklusive dem damit verbundenen Mehraufwand von Energie und stofflichen Kreisläufen.

Was er in seiner Analyse übersieht, ist die Betrachtung der Zukunft. Jede Investition in Erneuerbare Energien schafft gerade die Situation, dass stoffliche Zulieferungen obsolet werden, getreu der Auffassung von dem Satz des alternativen Nobelpreisträgers Hermann Scheer, dass abgeschriebene Windkraftanlagen den Strom dann für 0,5 Cent pro Kilowattstunde liefern und soziale Kosten vermeiden.

Insbesondere seine Argumente auf Seite 90-95 sind widersprüchlich. So spricht der Autor auf den ersten Seiten davon, dass das Bruttoinlandsprodukt keine richtige Wohlstandsmessgröße für eine Volkswirtschaft ist, da die ökologische Komponente Ressourcenverbrauch nicht schädlich eingerechnet wird. Dagegen schreibt er in Kapitel 4 zu den Erneuerbaren Energien, dass die Erneuerbaren Energien nicht BIP-erhöhend seien, da der stoffliche Verbrauch gegen Null gehe.

So what?

Der Autor sollte sich entscheiden, ob er den alten Wachstumsbegriff über den Haufen werfen will, oder ob er auf dieser Schiene weiter argumentiert.

Ich kann schon verstehen, das Herr Paech frustriert über die derzeitige Entwicklung in Wirtschaft und Politik wie auch gesellschaftlichem Leben ist. Aber er schüttet mit seinen Argumenten das Kind mit dem Bade aus.

Leider ist das Thema Nachhaltigkeit viel komplexer als hier dargestellt, so dass ich auf einen Band, der auch im selben Verlag erschienen ist, hinweisen möchte: J. Randers: 2052

Insgesamt ist der Band meines Erachtens sein Geld nicht wert bei aller Sympathie für den Autor, der die Welt ein wenig besser machen möchte.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Befreiung vom Überfluss, 20. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Niko Paech bringt es einfach auf den Punkt: Er beschreibt die Realität so, wie sie schon seit Jahrzehnten existiert. Die bitteren Wahrheiten über die Voraussetzungen für unseren "wohlverdienten" Wohlstand erfährt der aufmerksame Zeitgenosse aus den aktuellen Nachrichten ohnedies nur scheibchenweise oder erst zu denkbar später Stunde im Fernsehen...diese "bitteren Wahrheiten" sind für uns Weicheier schlicht ungenießbar, also blenden wir sie nach Möglichkeit aus - genauso wie die historischen Tatsachen, betreffend unsere Rolle im 20.Jahrhundert...
Der Eindruck, dass mithilfe der (ohnedies interessengesteuerten) Massenmedien die Gehirne vernebelt werden sollen, um sie möglichst am Nachdenken zu hindern, drängt sich mit Macht auf.Eigentlich sollte Niko Paech's Buch von einigermaßen verantwortungsbewussten Pädagogen und (Bildungs-)politikern als Standardlektüre für alle Gymnasien und weiterführenden Schulen empfohlen werden: Die "Zukunft" (mit all ihren Wachstumsutopien), auf die die aktuelle Schülergeneration durch das Bildungssystem vorbereitet werden soll,findet ohne entsprechenden Paradigmenwechsel ohnehin so nicht mehr statt..
Es ist bedauerlich, dass ausgerechnet die Demokratie, das beste und effizientste aller politischen Systeme sich einen Vorwurf gefallen lassen muss: Der Mut, dringend erforderliche Steuermanöver auch nur zu propagieren, geschweige denn gar durchzuführen, wird vom ach so "mündigen" Bürger postwendend und gnadenlos mit Stimmentzug bestraft - das kann sich ein ambitionierter Politiker, welcher Coleur auch immer, einfach nicht leisten. - Erst durch Katastrophen lernt der Primat mit dem zu großen Hirn - das ist tragisch für uns alle, wird aber immer so sein und bleiben...
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Analyse und Kritik, aber nur sehr ideologische Alternativen, 13. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Niko Paech ist momentan wohl so etwas wie der große Guru der Wachstumskritiker. Und da auch mir einleuchtet, dass, wenn demnächst neun Milliarden Menschen den Lebensstil der frühindustrialisierten Länder führen wollen, die Ressourcen der Erde nicht reichen werden, war ich gespannt, was der Professor dazu zu sagen hat. Das Fazit fällt sehr ernüchternd aus:

Mehr Wachstum, mehr Arbeit, mehr Wohlstand - so lautet momentan weltweit die ökonomische Erfolgsformel. Doch nicht alle wollen an die reine Lehre des Wachstums glauben und ganz besonders nicht Niko Paech. Der Volkswirtschaftler hinterfragt in seinem Buch das Credo wachsender Wirtschaftsleistung, das Ausmaß materiellen Konsums in den Industrieländern und das Versprechen einer nachhaltigen Wirtschaft.

Viele dieser Punkte sind nicht neu. Aber Paech denkt sie konsequent zu Ende und er liefert konkrete Antworten darauf, wie eine Gesellschaft aussehen kann, die sich vom Wachstum verabschiedet. Das macht dann auch den Wert des Büchleins - man kann es an einem Tag locker lesen - aus. Doch dafür fordert der Autor die Regionalisierung der Wirtschaft und dass Wirtschaftsleistung und Arbeitszeit um die Hälfte reduziert werden, sowie dass eine vom Markt unabhängige Eigenversorgung aufgebaut wird. Denn die Bürger sollen wieder reparieren statt wegwerfen, selbst herstellen statt konsumieren und: Sie sollen tauschen - und dabei ihre Nachbarn wieder kennenlernen. Soweit so gut. Was er nicht dazu liefert sind Übergangsszenarien und wie man dies erreichen könnte. Insofern liefert er zwar einen interessanten geistigen Überbau, aber dazu müssten wir einen anderen Menschen und ein anderes Wirtschaftssystem einführen, was wohl mit demokratischen Mitteln weder im reichen Deutschland noch in den aufstrebenden Volkswirtschaften erreichbar und dann in dieser Form sicher auch nicht wünschenswert ist.

Das ist wohl auch Paech klar. Deshalb plädiert er für Initiativen im Kleinen, zu mehr Tauschwirtschaft, gemeinsamer Nutzung von Gütern, Urban Gardening, regionale Wirtschaftskreisläufe usw. So sinnvoll und sympathisch dies alles sein mag, ein Weg in die Postwachstumsökonomie ist dies bestenfalls für Individuen und eine kleine Minderheiten, die wohl eher aus den gut ausgebildeten, ökonomisch saturierten Bevölkerungsschichten kommen werden! Einen Ausweg aus dem Hamsterrat des Wachstumszwangs auf volkswirtschaftlicher Ebene kann Paech letztlich - leider - auch nicht aufzeigen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das wäre mal ein Projekt wert, 22. Juli 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie (Gebundene Ausgabe)
Ich fand das Buch "Befreiung vom Überfluss" lesenswert. Viele interessante Gedanken und zahlreiche Beispiele zur Verdeutlichung. Man hinterfragt sich selbst und seine Art zu Leben beim Lesen - sehr interessant! Das wäre wirklich mal ein Projekt wert, ich würde gerne mal wie beschrieben leben und würde hoffen es funktioniert, um wieder mehr Gemeinsamkeit in der Gesellschaft erlangen zu können. Ich fands bereichernd, daher von mir eine Empfehlung.
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Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie
Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie von Niko Paech (Gebundene Ausgabe - 3. April 2012)
EUR 14,95
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