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am 10. Dezember 2012
Das Märchen von der „armen Kirche“ läßt sich durch viele, viele Fakten widerlegen. Die Kirche, katholisch wie evangelisch, ist nicht arm, sondern sie ist steinreich. Da die Kirche nicht über das Vermögen und den Reichtum informiert, den sie besitzt, muß man jedoch durchforschen, wo sie ihre Besitztümer und Reichtümer angesammelt hat. Das ist, allein hier in Deutschland, gar nicht so einfach. Die Kirche hat über 80.000 Körperschaften, die alle einen eigenen Finanzbericht erstellen; sich durch diesen Dschungel durchzuarbeiten, ist sehr, sehr schwierig. Doch der renommierte Politologe Carsten Frerk hat sich diese Mühe gemacht und in einem umfassenden Buch aufgeschlüsselt, wo die Besitztümer der Kirchen als solche offenkundig sind und wo versteckte Einnahmen vorliegen. Der Autor ist auf ein immenses Gesamtvermögen gekommen, das sich auf über 500 Milliarden Euro beläuft – eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann. Wie sie sich zusammensetzt, hat Frerk in seinem Buch ausführlich aufgeschlüsselt: Da geht es um Immobilien, um Kapitalvermögen, um die Diakonischen Hilfswerke, um diverse Stiftungen: Es bestehen, beide Konfessionen zusammengenommen, allein 20.000 Stiftungen, die der Kirche zugeordnet werden. Da ist aber auch das Vermögen der Ordensgemeinschaften, der diversen Versicherungen, der Siedlungswerke, der Hilfs- und Missionswerke = typisch christlich (Missionierungen kann ich einfach nicht gutheißen) all der Verbände, der Medienunternehmen, die die Kirche besitzt. Sie verfügt über eigene Rundfunksender und Filmunternehmen, über Druckereien, Büchereien. Die kircheneigenen Verlage, zum Teil ganze Verlagsketten, umfangreiche Konzerne sowie die Versicherungen stellen einen Riesenbereich dar, in dem sich Vermögen sammelt. Eine schier unüberschaubare Anzahl und Vielfalt von Einrichtungen unterschiedlichster Art – komplette Ferienstätten, Hochschulen, Banken und sonstiges mehr – gehören zum Eigentum und Immobilienbesitz der Kirchen. Und aus all diesen verschiedenen Betrieben, Unternehmen usw. setzt sich nach Frerk allein hier in Deutschland ein Vermögen von über 500 Milliarden Euro zusammen. „Der Spiegel“ ist auf dieselbe Zahl gekommen. – Da kann man ganz sicher nicht sagen, die Kirchen seien arm! Zur Veranschaulichung können weitere Fakten dienlich sein:

Es handelt sich um insgesamt 50.000 Unternehmen, durch welche die Kirchen in den erwähnten Branchen – Immobilien, Banken, Fondsgesellschaften, im Medienbereich, im Versicherungsbereich – tätig sind. Insgesamt beschäftigen sie 1,3 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften einen Gesamtumsatz in Höhe von 125 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Mit diesem Gesamtumsatz liegen die Kirchen in Deutschland derzeit auf Platz 2 hinter Daimler-Chrysler. Unter den Dienstleistungskonzernen belegen die Kirchen den 1. Platz vor der Deutschen Telekom mit 55,8 Milliarden Euro Umsatz, der Deutschen Post mit 40 Milliarden Euro und der Deutschen Bahn mit 28,2 Milliarden Euro. Man muß diese Zahlen einmal in Verhältnis zueinander setzen, um sich klarzumachen, daß es hier um ein Wirtschaftsimperium geht und weniger um eine Religionsgemeinschaft. (nach Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium Kirche“, 2005, S. 13) Der Vatikan besitzt bereits ein Drittel der Häuser Roms: Allein der Grundbesitz in Deutschland beläuft sich bei beiden Kirchen zusammen auf über achttausend Quadrat-Kilometer. Das entspricht der Fläche vom Stadtstaat Hamburg, zusammen mit Berlin, Bremen und Bremerhaven plus dem Saarland. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Waldstücke oder Äcker!. Die Kirchen besitzen in den Städten die sogenannten Filetgrundstücke, das heißt Grundstücke in besten Lagen, wo der Quadratmeter dann nicht nur bei einigen Euros liegt, sondern in die Hunderte oder Tausende von Euros geht. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern gleichermaßen überall dort, wo der Katholizismus und der Protestantismus herrschen. Z.B. sind es in Italien ca. 500.000 ha, in Amerika schätzt man über 1 Million. Als in den 70er Jahren ein Journalist in Rom recherchierte, kam er zu dem Ergebnis, daß ein Viertel der ganzen Stadt bereits in den Händen des Vatikans war. (L’Europeo, 7.1.1977) Und zwar fungierte als Eigentümer nicht der Vatikan allein – das wäre ja augenfällig gewesen –, sondern die betreffenden Liegenschaften waren aufgeteilt auf 325 katholische Nonnen- und 87 Mönchsorden. Da blickt eben fast kein Mensch mehr durch. 21 Jahre später, 1998, recherchierte ein anderer Journalist erneut und stellte fest, daß nun fast ein Drittel aller Häuser Roms bereits im Besitz des Vatikans waren. (La Padania, 21.6.1998) Er sagte, es sei sehr schwierig gewesen, in dieser Sache Klarheit zu gewinnen, weil der Vatikan, politisch gesehen, ein eigener Staat ist; viele dieser Häuser und Anwesen sind nicht registriert, weil sie als exterritorial gelten, da der Vatikan in Italien praktisch „Ausland“ ist.

Nach der Veröffentlichung des Resultats seiner Ermittlungen wurden empörte Stimmen laut, die die allgemeine Richtigkeit dieser Fakten in Zweifel zogen. Daraufhin stellte der Journalist auch in Verona als einem weiteren Beispiel Nachforschungen an. Er erstellte einen Plan dieser Stadt, in welchem er alle Häuser, die der Kirche gehörten, schwarz einfärbte. Dieses Dokument veröffentlichte er – und, siehe da, die Hälfte des Stadtplanes war schwarz!. Das gibt andeutungsweise einen Eindruck davon, wie viel der Vatikan besitzt. Es ist unermeßlich. Am Rande eine kleine Zusatzinformation: Kurz nach der Veröffentlichung des soeben erwähnten Artikels wurde der Direktor der betreffenden Zeitung gefeuert. So wurde der Aufklärung der Bevölkerung ein Riegel vorgeschoben. – Aus diesen Vorgängen kann man schließen, daß entweder diese Zeitung der Kirche selbst gehörte oder abhängig von anderen Betrieben in der Hand der Kirche war. Es geht hier um sehr viel Geld. In dem besagten zweiten Bericht über den Immobilienbesitz in Rom, der im Jahr 1998 erschien, schrieb jener Journalist: „Die überwiegende Mehrzahl dieses märchenhaften Vermögens ist von der Steuerpflicht ausgenommen.“ (La Padania, 21.6.1998) Es handelt sich also um immense Beträge, die die Kirche hier nicht nur besitzt, sondern auch Jahr für Jahr in Form von Miete, Pacht usw. einnimmt.

Die kirchliche Soziallüge: A propos „von der Steuer ausgenommen“: In Deutschland gibt es den Begriff „gemeinnützig“. Damit verbindet man die Vorstellung einer Tätigkeit bzw. Funktion zum Wohle der Allgemeinheit. Sind die deutschen Firmen, die Einrichtungen in Kirchenbesitz, die oben erwähnt wurden, nun alle sogenannte gemeinnützige Betriebe, die zum Wohl der Menschen arbeiten?. Ein weit verbreitetes Märchen besagt, daß die Kirchen von den Steuern, die sie von ihren Mitgliedern einnehmen, einen großen Teil für öffentliche Sozialeinrichtungen einsetzen. Tatsächlich handelt es sich um lediglich 5 bis 8 Prozent, also um einen verschwindend geringen Anteil. Daher ist es nicht nur ein frommes Märchen, sondern in Wahrheit eine Soziallüge, wenn viele kirchenabhängige Politiker dem Volk weismachen wollen, eine Kürzung der staatlichen Subventionierung der Kirchen oder eine Reduktion der Kirchensteuer würde dazu führen, daß der deutsche Sozialstaat zusammenbräche. Die Kirchen sind vielmehr in erheblichem Maße Nutznießer des Sozialstaates. Sie betreiben viele Kindergärten, die von den Gemeinden und von den Eltern finanziert werden. Sie führen Krankenanstalten, die von der öffentlichen Hand und von den Krankenkasse unterhalten werden. Diese Information ist höchst brisant, denn die meisten Menschen gehen tatsächlich davon aus, daß die Kirche recht viel für soziale Zwecke ausgibt. Eine kürzlich erfolgte Umfrage förderte diesbezüglich Interessantes zutage. Die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA veröffentlichte die Meldung: Fast die Hälfte aller Kirchenmitglieder – genau: 46,6% – würden austreten, wenn die Kirchen wenig oder nichts aus Kirchensteuer-Einnahmen für soziale Zwecke verwenden würden. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut FORSA im Auftrag der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) durchführte. („Ida spektrum“, 11.1.2006) Daraus folgt: Würde die Information über die Soziallüge bezüglich der Kirchen, von der wir eben lasen, publik, dann wäre die Kirche mit einem Schlag die Hälfte ihrer Mitglieder los, denn diese gehen alle noch davon aus, daß die Kirche viel von ihrem Geld für soziale Zwecke einsetzt. Ganz besonders diejenigen Menschen, die kaum noch den Gottesdienst (wobei man gerade bzgl. dessen, sich Mal die Zeit nehmen sollte, die Menschen um den Warheitsgehalt des Christentums aufzuklären; oder wievieles sich von alten Kulturen geliehen wurde; Tipp: Sumerer, alt-ehrwürdiges Ägypten, oder auch die alten Inder) besuchen, bleiben vielfach gerade deshalb in der Kirche, weil sie denken, es wäre so. Der Prozentsatz derjenigen, die austräten, wenn die Kirche wenig oder nichts für soziale Zwecke ausgeben würde, beträgt nämlich unter denen, die selten in die Kirche gehen, sogar 61%. Dies liegt erheblich über dem Durchschnitt von 46,6%.

Jetzt sind viele Einnahmequellen der Kirchen genannt worden – vermutlich macht sich der Normalbürger gar keine Vorstellung von ihrer Bandbreite. Ich habe begonnen mit dem Vermögen. Dann hat man erfahren, daß von den Steuern, die die Kirchen erheben, z.B. in Deutschland nur ein Prozentsatz von 5 bis 8% für soziale Zwecke eingesetzt wird, was bedeutet: Von dem horrenden Vermögen, von dem zuvor berichtet wurde, wird für soziale Zwecke so gut wie überhaupt nichts eingesetzt. Milliardenschwere staatliche Subventionen für die Kirchen. Dann gibt es noch einen weiteren Begriff zu: „staatliche Subventionierung“. Gibt es denn zusätzlich zur Kirchensteuer und zu dem riesigen Vermögen noch mehr Geld für die Kirchen? - und ob!. Zunächst einmal ist festzustellen, daß der deutsche Staat durch umfangreiche Steuerbefreiungen zugunsten der Kirchen jährlich auf Einnahmen in Höhe von 6,25 Milliarden Euro verzichtet. Der größte Betrag hiervon sind 3,5 Milliarden Euro an Steuerverlusten des Staates, die dadurch entstehen, daß die Kirchensteuer von der Einkommenssteuer absetzbar ist. Der Staat ist natürlich auf Einnahmen angewiesen, um seine Leistungen für den Bürger zu bestreiten. Daher müssen die Steuergelder, die die Kirche bzw. die Kirchenmitglieder nicht zahlen, letztlich von allen anderen Steuerzahlern aufgebracht werden. Wieder wird die Last auf jene abgewälzt, die ohnehin schon schwer zu tragen haben. Allein in Deutschland fließen den Kirchen zu: Insgesamt 7,9 Milliarden Euro jährlich an Subventionen für den konfessionellen Religionsunterricht (den man abschaffen müsste, durch Einbeziehung der fernöstlichen Religionen, und die Vorrherrschaft des Monotheismus abzuschaffen), für die Ausbildung der Theologen, für die Militärseelsorge und anderes mehr. Es handelt sich also um rund 8 Milliarden Euro aus allgemeinen Steuermitteln – nicht aus dem Kirchensteueraufkommen!. (Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium Kirche“, S. 36) Folglich finanziert in Deutschland jeder Bürger die theologische Ausbildung oder auch die Militärseelsorge mit. Ganz gleich, ob er dieser Kirche angehört, ganz gleich, ob er Pazifist ist – er muß es hinnehmen, daß seine Steuermittel vom Staat für diese Zwecke verwendet werden. Und dies in einer Zeit, in der der Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland ständig darüber klagt, er habe viel zu wenig Geld, um die notwendigsten Sozialmaßnahmen zu finanzieren. In Deutschland werden immer mehr Menschen arm, wenige immer reicher; wir haben derzeit eine Arbeitslosenquote wie nie zuvor, und alle müssen den Gürtel enger schnallen. Davon ist lediglich ein Teil der Bevölkerung ausgenommen – eine Kirche, deren Botschaft von dem Kirchenvolk offenbar immer weniger Wert beigemessen wird, denn inzwischen besuchen nur noch 7 bis 8% der Kirchenmitglieder den Sonntagsgottesdienst. Aber warum wohl?. Menschen sind zunächst einmal aufgeklärte, und das auch unabhängig ob westlich oder nicht, dazu wissen wir aus Archäologischen und historischen Material und weiteren vielen Erungenschaften, und das im Gegensatz zum Mittelatler - wo uns das Denken verboten wurde - das die Bibel nicht aus einem Guß geschrieben wurde, oder auch das sich immens viel bei alten antiken Kulturen geliehen wurde. - Übrigens ist der Tipp betreffend dem Vergleich zwischen: Herakles, Apollonius, Menachem, Asklepios, Mithras, Dionysos, Horus (Horus Mutter hieß Isis Mary, und auch Horus hatte Jünger, und wurde gekreutzt und für drei Tage begraben und wurde wie angeblich Jesus dann auferweckt), Osiris, Aphrodite (daher kommt das Fischzeichen des Christentums), Minmor Artis, in Syrien Adonis, in Italien Bacchus, und Echnatons Hymnen im Vergleich zu Psalmen und Sprüchen Salomos der Bibel sehr interessant..

Die Subventionierung der Kirchen kommt also vor allem einem Kirchenapparat zugute und nicht einer Vielzahl von Gläubigen. Wenn die Kirchenmitglieder, wie gesagt, wüßten, was mit ihrem Geld gemacht wird, dann würden viele austreten. – Normalerweise bezeichnet man derartige Legenden, wie sie hier verbreitet werden, als Betrug. Eine Kirche, die einen Großteil ihrer Mitglieder nur dadurch halten kann, daß sie ihnen vorgaukelt, mit ihren Steuern würden Sozial-Einrichtungen finanziert und würde das Gemeinwohl unterstützt, betrügt ihre eigenen Mitglieder und die gesamte Öffentlichkeit. Da darf man sich doch fragen...was soll das alles?. Die „ewige Rente“ aus Napoleons Zeiten widerspricht der Verfassung. Hier stellt sich die Frage, wie es möglich ist, daß die Kirche in Deutschland solche Macht hat, um so großzügig vom Staat alimentiert zu werden. Hier ist auch die Geschichte im Spiel, die bis in unsere Gegenwart hineinreicht. Vor etwa 200 Jahren fand die sogenannte Säkularisation statt. Es wurden damals viele Kirchengüter eingezogen, um die linksrheinischen Fürsten, die von Napoleon enteignet worden waren, zu entschädigen. Und nun verlangten die Kirchen, daß sie ihrererseits entschädigt würden für die Verluste, die sie dadurch erlitten. Ich werde gleich noch darauf eingehen, wie diese Reichtümer erworben wurden: durch Blut und Krieg, durch Erbschleicherei und Betrug. Nun forderten die Kirchen für das, was man ihnen von ihrem Raubgut weggenommen hatte, Entschädigungsleistungen und verpflichteten den Staat im Jahr 1803 zu entsprechenden Verträgen. Und diese Verträge sind heute noch gültig. In der deutschen Verfassung steht zwar, daß der Staat verpflichtet ist, diese finanziellen Leistungen abzulösen, doch was hilft das? Es ist bis heute nicht geschehen, so daß sich die alten Verpflichtungen aus der Säkularisation inzwischen als eine „ewige Rente“ erweisen. Das, was den Fürstbischöfen damals genommen worden war, wurde ihnen längst zurückbezahlt; und dennoch laufen die Subventionen weiter. Zum Teil sagt man sogar, der Staat müßte noch wegen jener Verluste bezahlen, die während der Reformation – also einige hundert Jahre zuvor – den Kirchen zugefügt worden waren. All das sind Ammenmärchen, mit denen der Staatsbürger verdummt und dem Volk weisgemacht wird, der Staat habe Verpflichtungen gegenüber den Kirchen. Die Verfassung gebietet, wie gesagt, längst, daß er sich von diesen Verpflichtungen befreit. Da die Tatsachen derart eindeutig und derart extrem sind, ist es erstaunlich, daß sie z.B. in Deutschland gar nicht bekannt sind. Entsteht da nicht der Eindruck, daß die Kirchen den Staat total unterwandert haben?. Daß auch dort, wo Informationen ausgetauscht werden, eine Art Zensur erfolgt, so daß solche entlarvenden Tatsachen nicht bekannt werden?. Hat sich da nicht seit vielen Jahrzehnten – ohne daß es jemand merkt – gleichsam ein Staat im Staat gebildet?. Dann dürfte dem Leser auch eher verständlich sein, warum gerade Deutschland in unserer Zeit als ein herausragendes Beispiel für Religions-Unfreiheit gilt.

Im Kapitalismus haben diejenigen, die das Geld haben, auch die Macht. Und offenbar haben die Kirchen nicht nur das Geld, sondern auch die Macht, die Religionsfreiheit in Deutschland – de facto abzuschaffen. Üppiges Bischofsleben auf Staatskosten. Wofür wird – z.B. in Deutschland – dieses ganze Geld verwendet?. Etwa zwei Drittel werden für Personalkosten ausgegeben. Dabei ist zu bedenken, daß die Gehälter fast aller Bischöfe vom Staat bezahlt werden. So hat ein katholischer Bischof oder ein evangelischer Landesbischof z.B. ein Grundgehalt von annähernd 10.000,- Euro. Beispiel: Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird nach der Besoldungsgruppe B 10 entlohnt. Das entspricht dem Gehalt des stellvertretenden Sprechers der Bundesregierung, eines Ministerialdirektors oder eines Generals der Bundeswehr. Das war am 1.8.2004 ein Grundgehalt von 9.965,04 Euro, das sich jedoch kontinuierlich erhöht. Dazu kommen natürlich noch viele Zulagen.

Ein einfacher Pfarrer in der höchsten Dienstaltersstufe wird nach A 14 entlohnt; das ist ein Grundgehalt von 4.400,- Euro. Seine tatsächlichen Bezüge sind aber wesentlich höher, z.B. durch Ehestandszulage, Alterszulage, Familienzulage, Kinderzulage, Ausgleichszulage, jährliche Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Rentenversicherungszuschlag, Steuerabgeltungszuschlag sowie ein Sterbegeld in Höhe eines doppelten Monatslohnes, das bei „Normalbürgern“ gestrichen ist. Darüber hinaus genießt ein Pfarrer die Vorzüge einer mietfreien Wohnung; er erhält Beihilfen, Fürsorgen; er muß keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. (Quelle: öffentlich zugängliche Gehaltstabellen) Also kommt für diesen Geistlichen zu den genannten Grundbeträgen noch sehr, sehr viel hinzu, so daß man sagen kann: Für das verfälschte Predigen und für das Beten bekommen die Amtsträger der Kirche eine üppige Entlohnung, die sich deutlich unterscheidet von der Situation der meisten Bürger und Familien in unserem Land. Worin ist die Sonderstellung des Priesterstandes begründet?.
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am 12. November 2010
... gliedert der Autor die verschiedenen finanziellen Posten auf, die der Staat den Kirchen gibt (z.B. Staatsleistungen) oder, auf die er zugunsten der Kirchen verzichtet (z.B. Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer).
Es geht hier nicht um Kritik an Religion oder christentum - es geht um das viel speziellere und trockenere Thema der Milliarden schweren Geldflüsse an die Kirchen und die mageren Leistungen, die von den Kirchen an die Gesellschaft zurückkommen.

Der Autor ist in diesem neuen Buch weniger zahlen- und detailversessen als in seinen beiden vorausgegangenen Büchern über die "Finanzen der Kirchen" und über "Caritas und Diakonie". Er bietet hier auf vergleichsweise wenigen Seiten eine kristallklar gegliederte Übersicht, die als Einstieg in die Thematik konzipiert und sehr eingängig geschrieben ist. Man könnte sagen, dass dieses Buch als Propädeutik für die beiden früheren Bände dienen kann.
Jeder einzelne Posten aus der skandalösen Bilanz wird in Bedeutung und Entstehung erklärt und nachvollziehbar belegt. Wo es keine klaren Zahlen gibt, wird das deutlich gemacht. Sofern eine Schätzung vorkommt, ist sie sehr konservativ: In dubio pro reo. Frerk achtet strikt darauf, immer fair zu bleiben, nicht unter die Gürtellinie zu schlagen.

Dieses faktenreiche und kompakte Buch räumt mit so mancher Fabel auf, die gern wiederholt wird. So z.B. mit der Begründung der Staatsleistungen aus angeblichen Enteignungen aus dem Reichsdeputationshauptschluss, 1803. Frerk hat sich die Mühe gemacht, dieses Dokument einmal zu lesen, statt die Aussagen darüber von anderen abzuschreiben. - Ein anderes Beispiel: das berühmte Böckenförde-Diktum. Er verweist auf eine spätere Selbsterläuterung Böckenfördes, die die übliche kirchliche Deutung in sehr dubiosem Licht erscheinen lässt.

Wo geben die Kirchen wieviel Geld für gesamtgesellschaftliche Aufgaben aus, und wo profitieren umgekehrt die Kirchen von einer Infrastruktur, zu der sie nichts beitragen?

Von der Kirchensteuer werden max. 10% für "gute Zwecke", also nicht für die kircheneigenen Belange ausgegeben. Bei knapp 10 Mrd. Euro Kirchensteueraufkommen für beide Großkirchen ist das also ein Betrag von weniger als 1 Mrd. - Allerdings beläuft sich allein schon der Steuerverzicht aufgrund der Absetzbarkeit der Kirchensteuer auf 3 Mrd. Euro. Wenn man dieses Geld direkt einsetzen würde für soziale Zwecke, brauchte man die Alibi-Almosen der Kirche nicht und hätte noch reichlich übrig. Wenn ein Steuerpflichtiger von den Kirchensteuern die Hälfte direkt sozialen Einrichtungen gäbe, hätte er die andere Hälfte für sich gespart und doch fünfmal mehr für die Gesellschaft getan, als ein Kirchensteuerzahler. Und was Caritas und Diakonie tun, bekommen sie, wie andere Dienstleister auch, bezahlt. Da sind die kirchlichen Organisationen nicht besser als die anderen; worauf könnten sie sich also was Besonderes einbilden? Aber sie bringen immer wieder die Behauptung auf den Tisch, sie täten ja so viel Gutes. Viel Gutes tut jeder, der seinen Job anständig macht, und er bekommt sein Geld dafür, wie auch die kirchlichen Organisationen. -
Oder der staatliche Kirchensteuereinzug, der erspart den Kirchen 1,8 Mrd., der Staat bekommt dafür 0,28 Mrd. Hört sich das nach einem guten Deal an? Ja, klar - für die Kirchen. Nicht für den Staat und die Gesamtgesellschaft.

Die Kirchen bekommen die Ausbildungseinrichtungen ihres Personals vom Staat bezahlt, z.B. die theologischen Fakultäten. Umgekehrt zahlen sie keine Steuern um diese Kosten zumindest mitzutragen, wie das die Industrie für die Ausbildung von Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Juristen tut.

Hier werden manche Posten zusammengetragen, an die man üblicherweise neben der Kirchensteuer und ein paar staatlich übernommene Baulasten gar nicht denkt. Es wird die komplexe Verflechtung vorstellbar, die auch Frerk nicht restlos aufklären kann. Denn die Kirchen sind nicht besonders kooperativ, wenn es um derartige Auskünfte geht - aus verständlichen Gründen. Verstehen kann man das. Aber alles verstehen heißt keineswegs auch alles verzeihen.

Am Ende fragt man sich, ob man wirklich hinnehmen kann, dass jedes Jahr 19.000.000.000 Euro für die Kirchen und ihre Mission anderen gesellschaftlichen Aufgaben (z.B. Bildung und Sozialem) entzogen werden. Muss man da nicht protestieren, Widerstand leisten, überall die "frohe Botschaft" weitersagen: Es gibt da einen Missstand, aber man kann ihn ändern! Wenn man erst einmal erkannt hat, was genau faul ist an dieser Verflechtung von Staat und Kirche, die ja angeblich getrennt sind.
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am 27. Dezember 2012
Wer sich über die Finanzierung der beiden großen Kirchen in Deutschland etwas oder mehr wissen will, erhält mit diesem Buch die beste Informationsquelle. Man mag über das eine oder andere (kurze) Kapitel diskutieren - die Absetzbarkeit der Kirchensteuer beispielsweise spiegelt sich wider in der Absetzbarkeit von Vereinsbeiträgen, Spenden an Parteien usw.
Man muss nicht das ganze Buch am Stück durchlesen, sondern kann sich beliebig einzelne Kapitel herausgreifen. Man wird auf jeden Fall überrascht sein, aus welchem Grund und wofür alles die Kirchen Geld aus dem allgemeinen Steuertopf bekommen - und keines dort einzahlen. Man wird auch überrascht sein zu erfahren, wer die grundlegenden Verträge mit den Kirchen geschlossen hat und wann. Denn der Autor räumt mit mehreren Geschichtsklitterungen auf.
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am 12. November 2010
Atheisten hätten keine Werte, seien egoistisch, überhaupt ganz schlechte Menschen - so heißt es zumindest von kirchlicher Seite... Aber unser Geld nehmen sie gern! Gern und reichlich! Carsten Frerk zeigt einmal mehr, wie sich die Kirchenindustrie das Geld ALLER Steuerzahler in die Taschen stopft, sich Einrichtungen wie Kindergärten, Behindertenwohnheime, Misereor, Caritas nahezu vollständig bezahlen lässt und nur noch mit dem Stempel "Christliche Nächstenliebe" versieht. Die Behauptung, dass es ohne die tatkräftige Unterstützung der Kirchen solche Einrichtungen nicht gäbe? Eine Mär! Eine schlecht ausgedachte Geschichte, die die Kirchen jedoch dazu benutzen, ihren Angestellten z.B. das Menschenrecht auf Religionsfreiheit (also auch der Freiheit von Religion) vorzuenthalten. Auch anderweitig werden sich kräftig die Taschen gefüllt und auch hier zeigt Carsten Frerk, dass die Kirchen eine jahrtausendlange Erfahrung darin haben, die Wahrheit soweit und solange zu verbiegen, bis so viel Zeit verstrichen ist, dass sich kaum noch jemand an den wahren Hergang erinnern kann. So z.B. auch die Behauptung, die Besoldung der Kirchenfürsten aus Steuergeldern wie sie heutzutage immer noch Usus ist, resultiere aus dem Reichshauptschluß vom 25.02.1803 wird nicht dadurch wahrer, dass sie immer und immer wieder kolportiert wird.
Carsten Frerk geht es gerechterweise nicht darum, die Kirchen abschaffen zu wollen - er möchte aber aufzeigen, welches Schindluder mit den Steuergeldern von 40% der Bundesbürger, die weder evangelisch noch katholisch sind, getrieben wird.
Nach der Lektüre dieses Buches bleibt einem eigentlich nur eine Schlussfolgerung: Den Kirchen gehört ihre Sonderstellung entzogen und derselbe Status zuerkannt, den jeder eingetragene Verein genießt - nicht weniger, aber auch nicht mehr!
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am 29. Dezember 2010
Es ist völlig unfassbar, welche Geldsummen der deutsche Staat, d.h. letztendlich alle Steuerzahler den Kirchen zusätzlich zur Kirchensteuer zur Verfügung stellen. Eine Kurzübersicht gibt es im Video, für weitere Informationen sollten Sie sich unbedingt das Buch kaufen!
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am 16. Januar 2011
Das Buch ist eine umfassende und interessante Analyse von Kirchenfinanzen und verwandten Themen, wie Politik und Datenschutz. Andere Rezensionen sind darauf schon eingegangen.

Das Buch könnte allerdings durch eine etwas klarere Organisation und mehr Diagramme und Bildmaterial verbessert werden. Z.B. wäre es nützlich, am Anfang und Ende jedes Kapitels die Hauptpunkte stichwortmäßig zusammenzufassen, und Anteile, Abhängigkeiten und Zeitfolgen graphisch darzustellen.

Letztendlich sollte ein solches Buch nicht nur Fakten darlegen, sondern auch Zweifelnde überzeugen, und dazu müsste die Präsentation noch verbessert werden.
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am 30. September 2011
Sehr gründlich recherchierte und detaillierte Darstellung der deutschen Verflechtung von Staat und Kirche. Das Problem wird erst noch richtig drängend werden, wenn die mangelnde Legitimation dieser Verflechtung mit dem rasanten Abnehmen der Kirchenmitglieder erst richtig offensichtlich wird.Absoulut augenöffnend. Absolute Kaufempfehlung.
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am 25. Juli 2014
Wer immer schon wusste, dass sich die Kirchen Ihr Image gemütlich mit öffentlichen Geldern und nicht mit den eigenen Geldern erkauft... Wer immer schon wusste, dass die Kirchen flächendeckend um Erhaltung eines nicht mehr gerechtfertigten finanziellen Status Quo bemüht sind... Wer immer schon wusste, dass die Kirchen sich ihrer mafiösen Strukturen nicht schämen... der wird unter Umständen dennoch überrascht sein, wie tief diese Missstände wurzeln und wie krass dieser Status Quo wirklich ist.

Leider rutscht der Autor an einigen Stellen in polemischen Diskurs ab, was dem Buch nicht gut tut und der Glaubwürdigkeit evtl. einen Bärendienst erweist. Eine konsequent sachliche Darstellung wäre hier sicherlich angebracht gewesen, denn wem solche Polemik gefällt, der muss durch ein solches Buch nicht mehr überzeugt werden. Wen solche Polemik abstösst, für den wird evtl. das gesamte Buch dadurch inakzeptabel... Allerdings betrifft das nur einen sehr geringen Teil des Buchs, und der Rest sind einfach steinharte Fakten.

Ein Muss für jeden, der das Thema Säkularisierung ernst nimmt und fundiert mitreden will.
Absolute Kaufempfehlung !
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Zweifelsohne ist der Autor des "Violettbuches Kirchenfinanzen" dem humanistischen Anliegen der völligen Trennung von Staat und Kirche verpflichtet, das sich die Bundesrepublik Deutschland als säkularen und weltanschaulich neutralen Staat vorstellt. Säkularität heißt in diesem Zusammenhang nichts Andres als "Entkirchlichung". Ein anderes Verständnis von Säkularität, das neutral, aber nicht antireligiös ist, zeigt im Übrigen der kanadische Philosoph Charles Taylor auf ["A Secular Age"], der Säkularität als ein Bild der religiösen Vielfalt sieht. Die Darstellung der finanziellen Unterstützung der Kirchen durch den Staat, sowie die ausführliche Aufgliederung der Zuwendungen ist bei Frerk klar gegliedert, übersichtlich und umfassend dargestellt. Der Autor versteht die umfängliche staatliche Unterstützung der christlichen Kirchen als Bruch der weltanschaulichen Neutralität des Staates, muss allerdings einräumen, dass es in Deutschland die Entwicklung eines laizistischen Staates faktisch nicht gegeben hat, sieht man einmal von den einschlägigen Artikeln der Weimarer Reichsverfassung ab, die jedoch auch in anderen Punkten bald in Deutschland das Papier nicht wert waren, auf dem sie gedruckt waren. Frerk nimmt die Position der immer benachteiligten jüngsten Geschwister ein, die sich darüber beklagen, dass die älteren Geschwister immer die neusten Klamotten bekommen, die dann von den jüngeren aufgetragen werden. Diese Rezension dagegen ist aus christlicher Sicht geschrieben und liest also den Inhalt des Buches gegen die ausgewiesene Intention des Autors. Dies macht jedoch die Darlegung der hier geschilderten Fakten nicht weniger interessant. Hier fragt sich ein Mitarbeiter der Kirche zu Recht, warum denn Menschen wegen der "Kirchensteuer" aus der Kirche austreten. Was aus kirchlicher Sicht aussieht wie purer Geiz oder egoistische Verantwortungslosigkeit, schlichtes Diesseitsdenken und falsche Sparsamkeit, kann bei näherem Hinsehen auch von tiefgreifend politischem und liberalem Denken geprägt sein. So führt uns die Lektüre dieses Buches hinein in die Seele von Ausgetretenen und zeigt auf, warum sie sich ärgern könnten, wenn es nicht die letzte Weihnachtspredigt war, bei der der Pfarrer darüber geschimpft hat, dass diese zahlreich erschienenen Gottesdienstbesucher nur ein einziges Mal im Jahr im Gottesdienst auftauchen. Um es deutlicher zu sagen: Die Lektüre dieses Buches sei Pfarrerinnen und Pfarrern und engagierten Christinnen und Christen ausdrücklich empfohlen. Die Fakten, um die es geht, hat der Autor detailliert dargestellt, sorgfältig recherchiert und in den juristischen und historischen Kontext gestellt. Es ist geradezu erstaunlich, in welchem Maße z.B. die evangelischen Kirchen im Kielwasser des Katholizismus schwimmen, der die Konkordate ausgehandelt hat, von denen die evangelischen Kirchen hernach aus Gründen der Gleichbehandlung (fast) ebenso profizieren. Eine vom Staat unabhängige Volkskirche ist, wie zunächst beabsichtigt, nun dann doch nicht entstanden.
Die Staatsdotationen, die zuerst den ehemaligen kirchlichen Territorien ermöglichen sollten, Bischof und Domkirche weiter zu unterhalten, wurden faktisch durch Gleichbehandlung nach 1919 auf die evangelischen Kirchen angewandt, sodass bis auf Bremen und Hamburg jedes Bundesland der Landeskirche eine Millionenzuwendung zur Bezahlung der Kirchenleitung zur Verfügung stellt Modern gesprochen: Die Stelle des/der Präses und Bischofs und weitere Kosten der Kirchenleitung sind staatlich refinanziert (siehe dazu ergänzend im Internet Kirchenrecht der Ev.Kirche von Westfalen und Titel 68411 des Haushalts der Landes NRW, Abteilung 02.050 und Erläuterungen)

Seit 1935 (beachte die Jahreszahl) wurde im Zuge der nationalsozialistischen Kirchenpolitik mit dem Ziel der Vereinnahmung der Kirchen geregelt, dass die Kirchensteuer direkt vom Lohn/Gehalt der Arbeitnehmer abgebucht werden kann, sodass der Arbeitgeber auch über die Kirchenzugehörigkeit der Arbeitnehmer informiert ist. Weiter: Faktisch beteiligt sich der Staat zu 30% an der Kirchensteuer, da diese von der Einkommensteuer abzugsfähig ist, der Abzug aber dann die Einkommensteuer mindert und nicht die Kircheneinnahme. Der Staat verzichtet also auf 30% der Einnahme zugunsten der Kirchen. Es ließe sich hier leicht vorstellen, dass der Wegfall der Abzugsfähigkeit oder die Anrechnung auf die Kirchensteuer diesen staatlichen Verlust verhindert, wodurch dann aber die Kircheneinnahmen auf einen Schlag um den entsprechenden Betrag sinken würden. Im Detail werden dann von Carsten Frerk noch andere Ungereimtheiten im Bereich der Kirchensteuer dargestellt, die in der Rezension unerwähnt bleiben müssen.
Die übrigen finanziellen Zuwendungen in Gestalt der Ausstattung kirchlicher Schulen, Erhaltung kirchlicher Gebäude durch Denkmalsschutz, Ermöglichung des Theologiestudiums an staatlichen Universitäten, gesetzliche Absicherung der kirchlichen Sozialdienste, Diakonie und Entwicklungshilfe werden allerdings vom Autor so dargestellt, dass er die Zahlung des kirchlichen Eigenanteils quantitativ abwertet. Das erhebliche öffentliche Interesse an dieser Arbeit sieht der Autor aufgrund seiner Voreinstellung nicht. Dennoch sind die Darlegungen im Einzelnen auch in diesen Themenbereichen nicht uninteressant. Wer aus kirchlicher Sicht hier die nötige Transparenz verweigert, spielt den Befürwortern des Kirchenaustritts unnötigerweise in die Hände. Dabei müsste es doch klar sein, dass viele staatliche Mittel gar nicht fließen würden, wenn nicht zuvor ehrenamtliches oder professionelles Engagement vorhanden ist. Oder warum sollte denn die Kirche in der Trägerschaft der Kindertagesstätten mehr Eigenleistung tragen, als die anderen "armen" Träger der Wohlfahrtspflege?
Dieses "Violettbuch Kirchenfinanzen" sollte die kirchlichen Institutionen darauf hinweisen, dass die Verknüpfung von Staat und Kirche nicht so unproblematisch ist, wie sie vielfach dargestellt wird. Die kirchlichen Bemühungen, auch andere Einnahmequellen zu erschließen als die staatlich garantierten, erscheinen dadurch in einem ganz neuen Licht. Ist die staatliche Unterstützung ehrlicher Lohn für gute, engagierte gesellschaftliche Arbeit, wird sie eher akzeptiert, als wenn anscheinend Pfründe oder Privilegien abgesichert werden. Die Beschreibung der Verflechtung von Kirche und Gesellschaft durch Carsten Frerk wirft Fragen auf, die gerade im Interesse der Kirche selbst weder ignoriert noch vernachlässigt werden sollten.
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am 5. Oktober 2014
Dass die Kirchen an allen Ecken und Enden die Hand aufhalten, Steuergelder kassieren und die gebotene "Leistung" (z. B. Kindergärten) als die ihrige verkaufen obwohl der Löwenanteil aus allgemeinen Steuermitteln stammt, war mir schon vor der Lektüre dieses Buches bekannt.

Wie schamlos und korrupt Kirchenfunktionäre sind und wie willfährig und einfältig auf der anderen Seite viele ihnen verbundene Politiker, war mir noch nicht klar und dafür hat mir dieses ausführlich recherchierte Buch die Augen geöffnet. Ein Beispiel ist die Art und Weise, wie die Kirchensteuer erhoben wird, z. B. durch den Staat und durch private Unternehmen (Arbeitgeber, Banken), die mit den Kirchen nicht das Geringste am Hut haben.

Fazit: Die Kirchen sind ein Krebsgeschwür, dessen bösartige Metastasen sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft breitgemacht haben. Bücher wie dieses tragen hoffentlich dazu bei, dass immer mehr Menschen die Augen geöffnet werden.
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