Kundenrezensionen

4
3,0 von 5 Sternen
Römische Geschichte: Von der Gründung der Stadt an
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. März 2015
Als ich das Buch bei Amazon bestellte, habe ich mich leider durch die Produktinformation und eine der Rezensionen verführen lassen. Ich dachte, eine gewisse Lenelotte Möller sei die Übersetzerin und hielt den Text daher für eine Neuübersetzung. Als ich das Buch dann in den Händen hielt, stellte sich heraus, daß Frau Möller nur die "Herausgeberin" ist und es sich im Prinzip um die uralte und längst gemeinfreie Übersetzung Heusingers handelt, die sich überall im Netz kostenlos herunterladen läßt.

Die Sprache der Heusinger-Übersetzung ist nicht nur verstaubt, sie muß auch schon zu ihrer Zeit im 19. Jhdt. ein stilistisches Unding gewesen sein. Erst recht für heutige Leser ist der Duktus und die Wortwahl eine tödliche Qual.

Es sei denn, man zieht sich die (auf 1300 eng bedruckten Seiten) angehäuften Sprachentgleisungen mit einer kräftigen Prise Galgenhumor rein. Das liest sich dann zum Beispiel so: "Was wäre die Folge gewesen, wenn jener Bürgerhaufe, ein Gemisch aus Hirten und Zusammenläufern, das seinen Völkerschaften entflohen war, unter dem Schutz eines unverletzbaren Heiligtums, mit der Freiheit oder wenigstens der Straflosigkeit beschenkt, von aller Furcht vor einem König befreit, von tribuzinischen Stürmen umgetrieben wäre und in einer ihm noch fremden Stadt sich mit den Vätern in Fehden eingelassen hätte, ehe noch Gattinnen und Kinder als Unterpfänder und die Liebe zum Wohnort selbst, an den man sich nur durch die Länge der Zeit gewöhnt, sie zum Gemeinsinn vereinigt hätte.' (Buch 2, Kapitel 1, Zeilen 4 und 5).

Ich könnte noch unzählige solcher Beispiele bringen. Im Grunde geht es in einem so fort. Bei mir setzten nach circa einer Stunde Juckreiz und Pustelbildungen auf der Hautoberfläche ein. Nach einer weiteren Stunde kamen schwere Depressionen und suizidales Gedankengut dazu, denen ich zuletzt nur noch mit der doppelten Dosis eines sehr starken Antidepressivums begegnen konnte. Therapeutischerseits ist mir jetzt von einem weiteren Studium des Heusinger-Textes dringend abgeraten worden (zeitweilig wurde sogar an eine stationäre Einweisung in eine psychatrische Klinik gedacht, was ich nur durch das Versprechen abwenden konnte, mir eine andere Übersetzung zu besorgen).

Das alles wäre für sich genommen schon schlimm genug! - Aber die Heusinger-Übersetzung ist nicht nur, wie gesagt, ein bedauerlicher sprachlicher Trauerfall, sie ist leider auch inhaltlich sehr unzuverlässig. Auch dafür ein Beispiel: 'Die Freiheit selbst aber muß man mehr für darin gegründet halten, dass die Regierung der Konsuln auf ein Jahr festgesetzt wurde, als weil etwa an der königlichen Gewalt das mindeste geschmälert wäre.' (Buch 2, Kapitel 1, Zeile 7) Das ist wacker übersetzt, aber leider völlig falsch! Denn tatsächlich wurde beim Übergang zur Republik die königliche Gewalt nicht nur geschmälert, sie wurde sogar, wie jedes Kind weiß, abgeschafft! - Richtig hätte es so (oder ähnlich) heißen müssen: "Der Ursprung der Freiheit lag nicht darin, daß man den Konsuln weniger Macht als den Königen zugebilligt hätte, sondern darin, daß man ihre Amtszeit auf ein Jahr begrenzte."

Abgesehen von den schon erwähnten Übersetzungsmängeln ist der Vollständigkeit halber noch anzumerken, daß die Ausgabe des Marixverlags ohne einen wissenschaftlichen Apparat daher kommt. Ich konnte weder ein editorisches Vorwort, noch eine Einleitung, noch ein Nachwort, noch einen Textkommentar, noch ein Register oder sonst irgendetwas Hilfreiches finden, nichts, keine einzige Zeile! Tüchtig wie sie sind, haben die cleveren Marixleute einfach nur mit einem eingescannten Text (Copy & Paste), den sie im Internet heruntergeladen haben, frisches Papier bedruckt und das Ganze in zusammengebundener Form auf den Markt geschmissen. Wozu sie dazu eine 'Herausgeberin' brauchten, wäre ein Rätsel, könnte man sich nicht schon längst denken, worum es geht: Frau "Dr. Lenelotte Möller" ist im Prinzip so was Ähnliches wie der "Dr. Oetker" in der Backpulverbranche oder der legendäre "Dr. Sommer" der Bravo. Hier soll einfach nur der Anschein einer seriösen Edition erweckt werden, damit dumme Leute - wie ich - so blöd sind, für diesen Mist die Kreditkarte zu zücken. Ich könnte mich echt in den Hintern beißen...

Normalerweise vergebe ich zwei Punkte, wenn ein Buch wenigstens nicht vom Druckfehlerteufel heimgesucht wurde. Da dies hier aber nicht der Fall ist (ich habe mir sagen lassen, daß beim Einscannen immer wieder sog. "Lesefehler" unterlaufen, die von einem Lektor, der in manchen Fällen auch der "Herausgeber" sein kann, gegengelesen werden müssen, falls man Rechtschreibfehler überhaupt als störend empfindet), gebe ich nur einen Punkt. Wofür, weiß ich selber nicht, wahrscheinlich nur deshalb, weil weniger nicht möglich ist. Für das hier angezeigte Buch müßte man ausnahmsweise auch mal eine Minusskala zulassen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Januar 2010
Ich habe vor einiger Zeit dieses Buch bereits bewertet und ihm damals vier Sterne gegeben. Nach vollständiger Lektüre nun, muss ich meine Voreilige Bewertung zurückziehen und leider nach unten anpassen. Diese Ausgabe beginnt ganz ordentlich (auch wenn ich persönlich einen Textkommentar vermisse), im zweiten Teil aber häufen sich peinliche Fehler (z.B. falsche Wiedergabe von Namen: "Casus" statt "Gaius" etc.).

Das ist sehr schade und trübt die anfängliche Freude, eine günstige Textausgabe erstanden zu haben. :(

marixverlag: hier besteht Verbesserungsbedarf!
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Januar 2011
Livius, Tacitus, Mommsen; sie setzten, über die römische Geschichte hinaus, Maßstäbe für eine Geschichtsschreibung, die durch ihren Kenntnisreichtum, Strenge des Gedankens, Hoheit und Eigenwilligkeit des zuweilen beileibe nicht einfachen Stils, besticht.

Die deutsche Übersetzung O.Güthlings in der Marix-Ausgabe bringt diese Eigenschaften zum Tragen und verdient sich darüberhinaus ein Lob daür, den vollständigen uns erhaltenen Livius in einer Ausgabe versammelt zu haben; einer sehr preiswerten dazu.
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3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Er war zwar nicht unbedingt der Schrecken aller Lateinschüler, immerhin haben aber seine Texte beziehungsweise ihre Übersetzung manchem schon ein wenig Kopfzerbrechen gemacht. Trotzdem - oder gerade deswegen: Titus Livius zu lesen ist heute ein wahres Vergnügen. Vor allem, wenn sein bedeutendstes Werk: "Römische Geschichte von der Gründung der Stadt an" in einer so vorzüglichen Übersetzung vorliegt.

"Ab urbe condita" ist zum geflügelten Wort geworden. Das Zitat ist nicht nur von Titus Livius Patavinus (um 59 v. Chr. - etwa 17 n. Chr.). Er hat sich auch daran gehalten, in dem er wirklich "von Gründung der Stadt an" seine "Römische Geschichte" mit äußerster Genauigkeit aufgezeichnet hat. Dabei bewies er sich nicht nur als ausgezeichneter Historiker, sondern auch als blendender Schriftsteller. Für ihn war Rom zu Ruhm und Größe auserkoren. Dass es auch andere Zeiten geben sollte, die dieses Einschätzung konterkarieren sollten - er konnte und wollte es vielleicht auch nicht wissen.

Wir, die Nachgeborenen, die immer noch ein wenig von dem römische Erbe profitieren, können jetzt anhand dieser sehr schönen Ausgabe der "Römischen Geschichte" Gewinn bringend nachlesen, wie es war - oder wie Mommsen sagte, gewesen sein könnte.
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